Fast jedes zehnte Kind auf der Welt wird zur Arbeit gezwungen

Noch immer müssen weltweit 152 Millionen Mädchen und Jungen arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.
Kinder verkaufen Lebensmittel auf einem Markt in der Elfenbeinküste_© UNICEF/Frank Dejongh

Fast jedes zehnte Kind auf der Welt wird zur Arbeit gezwungen

Anlässlich des heutigen Welttags gegen Kinderarbeit fordern das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Kinderschutzorganisation Terre des Hommes zu mehr Engagement gegen Kinderarbeit auf. Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen müssten die Ursachen von Kinderarbeit – wie extreme Armut, fehlende Bildungschancen und die Diskriminierung von Mädchen – stärker bekämpfen.

Kinder auf dem afrikanischen Kontinent besonders betroffen

Zwar gehe die Zahl der arbeitet Kinder zurück, diese Entwicklung habe sich zuletz aber stark verlangsamt. „Wenn der Fortschritt lediglich im aktuellen Tempo weitergeht, werden auch im Jahr 2025 noch 121 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen sein“, so die UN-Organisation. 152 Millionen Mädchen und Jungen – also fast jedes zehnte Kind auf der Welt – sind laut dem Kinderarbeitsreport 2019 von Terre des Hommes von Kinderarbeit betroffen. Fast die Hälfte von ihnen (73 Millionen) leidet unter gefährlichen oder ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Die meisten von Kinderarbeit betroffenen Jungen und Mädchen leben in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien (62 Millionen). Über 70 Prozent der arbeitenden Mädchen und Jungen sind in der Landwirtschaft tätig.

Die Lebensbedingungen der Kinder müssen sich ändern

Es würde nicht reichen, Kinderarbeit zu verurteilen und offziell zu verbieten, sagte UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider. „Um Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen, müssen sich die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder ändern: Erstens müssen Kinder, die gezwungen sind zu arbeiten, aus ihrer Lage befreit werden. Zweitens sind mehr Investitionen in Bildung, aber auch in faire Arbeitsmöglichkeiten für Eltern sowie in Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme nötig. Neben den Regierungen tragen deshalb auch Unternehmen eine große gesellschaftliche Verantwortung, die über ein striktes Verbot von Kinderarbeit in ihrer globalen Lieferkette weit hinausgeht.“

Fast alle Staaten der Welt haben im Rahmen der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ beschlossen, alle Formen der Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Den Worten müssen jetzt Taten folgen.

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