Internet und Facebook in den Ländern Afrikas

04.08.2014: Die Internetnutzung in Afrika nimmt rapide zu.

Internet und Facebook in den Ländern Afrikas

Kamerun steht vor einem Internet-Boom. Jeder Unternehmer, der ein bisschen Ahnung von Elektrotechnik und Elektronik hat, versucht derzeit auf den Hightech-Zug aufzuspringen. „Offiziell“ wollen alle Beteiligten  den Kamerunern schnellere und billigere Internet-Anschlüsse bereitstellen, damit sie besser online lernen, kommunizieren und Geschäfte machen können. Doch eigentlich geht es in dem zentralafrikanischen Land derzeit um das große Absahnen.Vor allem bei der Nutzung von Hochgeschwindigkeits-Netzen hinkt Afrika noch weit hinterher. Aber auch bei der generellen Internet-Nutzung gibt es noch ein großes Ausbaupotenzial. In Kamerun hatten 2012 nur sechs Prozent der Bevölkerung einen Internet-Anschluss (Deutschland: 83,4%).

2012 verfügte Kamerun über weniger als 6.000 Kilometer Glasfasernetze, will diese aber auf rund 10.000 km ausbauen. Das zuständige Post- und Telekommunikationsministerium (MINPOSTEL) bezifferte die Investitionskosten auf rund 10 Millionen Franc CFA pro Kilometer – etwa 153.000 Euro. Das Problem: Es müssten staatliche Zuschüsse und/oder Entwicklungshilfegelder fließen, denn die geringe Bevölkerungsdichte auf dem Land macht ein dichtes Glasfasernetz nicht lukrativ.

Da die Verlegung und Unterhaltung von Tiefseekabeln teuer ist, sind es vor allem multinationale Telekommunikationskonzerne und von potenten Investoren gebildete internationale Konsortien, die in diesem Bereich investieren. Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, erklärte in einem Interview mit Spiegel Online die Strategie, die dahinter steckt:

„Ein großes Problem sind vermeintliche ‚Zuckerbrot-Geschäfte‘, in denen große internationale Telekommunikationskonzerne einem Land versprechen, alle Schulen kostenlos an das Netz anzuschließen, wenn sie im Gegenzug Monopolanbieter werden können – das hält die Preise hoch und verhindert Innovation.“

Das deutsche Außenhandels-Portal Germany Trade & Invest (GTAI) sieht in den neuen Glasfasernetzen in Kamerun einen „Quantensprung in Punkto internationaler Bandbreite“ und ist optimistisch: „Die Kunden können auf deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten sowie stark fallende Preise für die Internetnutzung einstellen.“

Paradoxerweise wird überall in der Welt die Privatisierung der Telekommunikation gefordert, obwohl sie häufig nicht zu einer Verbesserung der Angebote führt. So auch in Kamerun, wo die „Liberalisierung“ des Marktes mit dem Argument begann, man müsse mehr Konkurrenz schaffen, damit sich mehr Bürger einen Internet-Zugang leisten können. Heute sind rund ein halbes Dutzend Anbieter auf dem Markt und bilden – wieder mit dem Argument, die Preise müssten sinken – ein Oligopol, um sich den Markt aufteilen und gute Profite machen zu können.

Einziger Festnetz-Anbieter in Kamerun war lange Zeit CAMTEL, die staatliche Telefongesellschaft. Sie ist jetzt ein strategisches Bündnis mit MTN eingegangen. Beide Unternehmen greifen den Bürgern und den Unternehmern in Kamerun tief in die Tasche, wenn sie einen DSL-Anschluss haben möchten: Ein „Highspeed“-Anschluss mit bis zu 1 Megabit Übertragungsgeschwindigkeit kostet knapp 400 Euro pro Monat.

Die meisten Kameruner werden trotz des beginnenden ADSL-Hypes mobil ins Internet gehen, wenn sie schnell eine Information benötigen, denn im Gegensatz zum Festnetz ist das Mobilfunknetz gut ausgebaut. Und wenn sie länger recherchieren müssen, gehen sie ins Internetcafé, das es an jeder Ecke gibt und mit 300 Franc CFA (0,46 Euro) pro Stunde Nutzung recht günstig ist.

Auf dieser Karte wird die weltweite Internetnutzung dokumentiert. Auch die Facebooknutzung in Afrika breitet sich aus, Zahlen gibt es bisher nur für folgende Länder:

afrika fb nutzer 2013 600

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier.

Foto: Global Care