Africa Today – ein Schul-Event über Afrika

Africa Today ist ein Schul-Event für bis zu 125 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe. Der Themenschwerpunkt liegt auf den Innovationen des afrikanischen Kontinents heute oder auch Africa Today".

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Africa Today – ein Schul-Event über Afrika

Africa Today ist ein Schul-Event für bis zu 125 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe. Der Themenschwerpunkt liegt auf den Innovationen des afrikanischen Kontinents heute oder auch Africa Today“.

„Innovations in a Box“ in Bonn

Im Rahmen der Bonner SDG-Tage veranstaltet GEMEINSAM FÜR AFRIKA kostenlose Workshops zum Thema afrikanische Innovationen und Nachhaltigkeit für Schülerinnen und Schüler.

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„Innovations in a Box“ in Bonn

Im Rahmen der Bonner SDG-Tage veranstaltet GEMEINSAM FÜR AFRIKA kostenlose Workshops zum Thema afrikanische Innovationen und Nachhaltigkeit für Schülerinnen und Schüler.

Social Media-Kampagen #RetteNr5 – Kinderarbeit stoppen!

Jedes 5. Kind in Afrika muss arbeiten! Das sind 92 Millionen Mädchen und Jungen, die für ihr Überleben schwer schuften müssen. Deshalb setzen wir mit unserer Kampagne #RetteNr5 ein Zeichen gegen Kinderarbeit.

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Social Media-Kampagen #RetteNr5 – Kinderarbeit stoppen!

Jedes 5. Kind in Afrika muss arbeiten! Das sind 92 Millionen Mädchen und Jungen, die für ihr Überleben schwer schuften müssen. Deshalb setzen wir mit unserer Kampagne #RetteNr5 ein Zeichen gegen Kinderarbeit.

Internationaler Afrikatag 2021

Jedes Jahr steht der 25. Mai ganz im Zeichen des afrikanischen Kontinents.

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Internationaler Afrikatag 2021

Jedes Jahr steht der 25. Mai ganz im Zeichen des afrikanischen Kontinents.

Ghanas Jugend protestiert über die sozialen Medien für ein besseres Leben

In Ghana riefen junge Menschen die Regierung über soziale Medien auf, für bessere Lebensbedingungen in dem westafrikanischen Staat zu sorgen. Nun wurde die Bewegung davon abgehalten, ihren Protest auf die Straße zu bringen.

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Ghanas Jugend protestiert über die sozialen Medien für ein besseres Leben

Hashtag für bessere Lebensbedingungen 

Nutzerinnen und Nutzer der sozialen Medien in Ghana begannen vor kurzem unter dem Hashtag #fixthecountry (Deutsch: repariert das Land) die Regierung dazu aufzufordern, für bessere Lebensbedingungen der Bevölkerung zu sorgen. Einige ihrer Forderungen sind mehr Arbeit, weniger Steuern, keine Korruption und eine bessere Bildung.  

Die Initiative beginnt nun auch in der analogen Welt Fuß zu fassen. Der Aktivist Ernesto Yeboah erklärte, dass die Aktion aus dem Gefühl der Jugend heraus entstand, nicht von den regierenden Mächten gehört zu werden.  

Ghanas Jugend übt Druck auf Regierung aus 

Unter 35-Jährige machen etwa 77 % der afrikanischen Bevölkerung aus. Junge Afrikanerinnen und Afrikaner haben schon lange bemerkt, dass sie über die sozialen Medien einen gewissen Druck auf Regierungen ausüben können. Nach größeren Protesten in den sozialen Medien reduzierte die ghanaische Erdöl-Behörde vor kurzem die Preise für Benzin – allerdings ohne zuzugeben, unter jeglichem Druck zu stehen. 

Geringe Jobmöglichkeiten führen zu Unzufriedenheit 

Die Unterstützerin der Bewegung Maltiti Sayida Sadick zog aus dem Norden Ghanas nach Accra, um einen Job zu finden. Doch selbst in der Hauptstadt ist es schwierig für Sadick, ein sorgenfreies Leben mit ihrem Gehalt zu finanzieren. Trotz einer abgeschlossenen Schulausbildung verdient sie kaum genug, um Miete, Essen, Strom-, Gas- und Wasserrechnungen bezahlen zu können. 

Nur 10 % der 270.000 Studierenden in Ghana finden ein Jahr nach ihrem Abschluss einen Job. Immer mehr junge Menschen sprechen auf den sozialen Medien über ihre Lebenssituation. Die Regierung kennt die Probleme. Der Regierungssprecher Courage Nobi erklärt, dass Ghana in Folge der Corona-Pandemie vor vielen Herausforderungen stünde, für die allerdings niemand etwas könnte. Zudem tue die Regierung alles, um die Situation zu verbessern.  

Aus dem Internet auf die Straße 

Die Bewegung #fixthecountry ist wenig überzeugt von diesen Aussagen und rief in der ersten Mai-Woche 2021 in den sozialen Medien zu einer Demonstration auf. Diese wurde von einem Gericht auf Geheiß der Regierung gestoppt, da sie gegen Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen würde.  

Die Entscheidung wurde kritisiert, da auch Wahlkampfveranstaltungen ohne besondere Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie stattfanden. 

Kritik von Seiten der Regierung 

Der Parlamentarier Frank Annoh-Dompreh missbilligt die Bewegung und Regierungsbefürworter verwendeten den Hastag #fixyourself (Deutsch: repariere dich selbst) als Antwort auf die Kritik an der Regierung. Daraufhin gab es jedoch einen so großen Protest in den sozialen Medien, dass Annoh-Dompreh sich für seine Aussagen entschuldigte.  

Für den Aktivisten Ernesto Yeboah reicht das nicht aus. Viele jüngere Menschen glauben nicht daran, dass die bestehende Regierung dazu fähig ist, die Probleme des Landes zu lösen. Yeboah setzt seine Hoffnung in die Jugend Ghanas. 

Übersetzte Zusammenfassung des Artikels Ghana’s youth turn to social media to ‚fix country’s problems‘ von Krippahl, C. in DW vom 12.05.2021. 

Deutschland entschuldigt sich für den Völkermord an den Herero und Nama

Seit 2015 laufen die Verhandlungen über die Anerkennung des Vernichtungskrieges an den Herero und Nama als Völkermord. Nun konnte eine Einigung erreicht werden.

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Deutschland entschuldigt sich für den Völkermord an den Herero und Nama

Am 15. Mai 2020 einigten sich der frühere CDU-Abgeordnete Ruprecht Polenz und der namibische Ex-Diplomat Zedekia Ngavirue auf ein gemeinsam erarbeitetes Rahmenabkommen, welches in zwei Wochen von den Außenministern Namibias und Deutschlands unterzeichnet werden soll.  

In diesem Dokument wird unter anderem festgelegt, dass Deutschland den Vernichtungskrieg an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 aus heutiger Sicht als Völkermord anerkennt.  

Völkermord an den Herero und Nama 

Das Deutsche Kaiserreich besetzte zu Anfang des 20. Jahrhunderts unter anderem die Kolonie Deutsch-Südwestafrika, welche im Gebiet des heutigen Namibias liegt. Die existenzbedrohenden Maßnahmen der deutschen Kolonialmacht und rassistische Diskriminierung führten im Januar 1904 zum Aufstand der dort lebenden Volksgruppe der Herero. 

Dieser Aufstand wurde im August 1904 niedergeschlagen und deutsche Soldaten trieben Tausende Hereros in die fast wasserlose Omaheke-Wüste, wo diese verdursteten. 

Im Oktober 1904 griff daraufhin das Volk der Nama in einem Guerillakrieg an. Durch den Tod wichtiger Anführer verloren diese allerdings den Kampf und ergaben sich den deutschen Kolonialmächten. Der Krieg wurde im März 1907 für beendet erklärt.  

In den folgenden Jahren wurden Herero und Nama in Konzentrationslager gebracht, in denen die Hälfte der Menschen starb. Die koloniale Vernichtungspolitik der Deutschen in Südwestafrika forderte zwischen 50.000 und 70.000 Opfer. 

Entschuldigung und Entschädigung 

Bundespräsident Steinmeier soll nun im Laufe des Jahres zu einem Festakt ins namibische Parlament kommen und dort offiziell um Entschuldigung bitten. Des Weiteren sollen Entschädigungszahlungen in soziale Projekte in den Siedlungsgebieten der Herero und Nama fließen. 

Kritisiert wird, dass die genaue Höhe der Zahlungen bisher nicht bekanntgegeben worden ist. Einen weiteren Kritikpunkt stellt der Umgang mit den Vertreterinnen und Vertretern der Herero und Nama dar, die nur am Rande an den Verhandlungen beteiligt waren. Stattdessen verhandelte Deutschland hauptsächlich mit der namibischen Regierung. 

Quellen: 

o.A. / Versöhnungsabkommen zwischen Deutschland und Namibia paraphiert in Deutschlandfunk vom 15.05.2021. 

Van Riel / Deutschland entschuldigt sich für Genozid in Neues Deutschland vom 16.05.2021. 

Frauenrechtlerin Nawal El Saadawi verstorben am arabischen Muttertag

Nawal El Saadawi war eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen aus Ägypten. Sie setzte sich gegen Genitalverstümmelung und für die Rechte von Frauen ein. Für viele verkörperte sie den Kampf der arabischen Frauen für Selbstbestimmung. Am 21. März 2021, dem arabischen Muttertag, ist sie in Kairo verstorben. Sie wurde 89 Jahre alt.

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Frauenrechtlerin Nawal El Saadawi verstorben am arabischen Muttertag

Die Frauenrechtlerin, Ärztin und Aktivistin Nawal El Saadawi wurde 1931 in einem Dorf namens Kafr Tahlan in der Nähe Kairos geboren. Ihre Eltern waren gebildet und erklärten ihr immer wieder, Mädchen und Jungen seien gleich. Im Alter von sechs Jahren allerdings wurde sie eines Nachts aus ihrem Bett gezogen und ins Badezimmer gebracht. Dort wurden ihr unter schrecklichen Schmerzen und den Blicken ihrer Mutter ihre Genitalien verstümmelt.  

Aktivistin gegen Genitalverstümmelung 

Dieser Vorfall führte dazu, dass sie sich ihr ganzes Leben gegen Genitalverstümmelung einsetzte.  
Im Jahr 1955 schloss El Saadawi ihr Medizinstudium ab und begann in den ländlichen Gebieten Ägyptens zu arbeiten, wo sie die Missstände der Bevölkerung kennenlernte. Dort behandelte sie häufig Mädchen, die wie sie Opfer von Genitalverstümmelung geworden waren.  

Publikationen zur Sexualität der Frau 

Später arbeitete sie im Universitätsklinikum in Kairo und wurde 1967 zur Direktorin für Gesundheitserziehung im ägyptischen Ministerium für Gesundheit. In dieser Stellung veröffentlichte sie die Zeitschrift  aṣ-Ṣiḥḥa (Deutsch: „Die Gesundheit“). Nach der Veröffentlichung einer provokativen Studie zu Frauen und ihrer Sexualität wurde die Zeitschrift allerdings eingestellt.  

Politische Folgen von El Saadawis Aktivismus 

Als El Saadawis Buch “Frauen und Sex” 1972 in Ägypten veröffentlicht wurde, wurde sie aus ihrem Amt im Gesundheitsministerium enthoben. Während der Amtszeit des Präsidenten Anwar Sadat wurde El Saadawi wie viele linke Aktivistinnen und Aktivisten in Ägypten zu dieser Zeit inhaftiert. Ende der 90er Jahre verließ sie Ägypten und ging in die USA ins Exil. Erst 2005 kehrte sie nach Ägypten zurück. 

Nawal El Saadawi schrieb über Themen wie Jungfräulichkeit, sexuellen Missbrauch, Prostitution und zeigte auf, dass finanzielle Probleme ebenso wie Moralvorstellungen und religiöser Extremismus zu Missbrauch führen können. Ihre Publikationen führten immer wieder zu Kontroversen in Ägypten. 

Sie schrieb insgesamt 50 Sach­bücher und Romane über ­Sexualität und Frauenrechte, mehrere davon wurden in Ägypten und anderen arabischen Staaten verboten.  

Kritik an weltweiten patriarchalen Strukturen 

In Deutschland oder den USA wurde El Saadawi hingegen gefeiert. Allerdings kritisierte sie die Darstellung “der arabischen Frau” in den Medien der USA und Deutschlands. El Saadawi betonte, dass die Unterdrückung der Frau nicht nur im Islam vorkommen würde, sondern dass ebenso das Christen- und Judentum patriarchalen Strukturen dienten. In einem Interview mit dem SPIEGEL von 2012 forderte sie säkulare Gesetze. 

Außerdem kritisierte El Saadawi, dass die Unterdrückung der arabischen Frau oft allein als Folge von Kultur und Religion angesehen wurde, und wirtschaftliche und politische Faktoren häufig unberücksichtigt blieben. 

Internationaler Feminismus 

Sie setzte sich für eine internationale Solidarität unter Frauen ein. Diese Solidarität ist laut El Saadawi nur möglich, wenn alle Menschen sich auf Augenhöhe begegnen, Gemeinsamkeiten anerkannt und Unterschiede akzeptieren werden.  

El Saadawis kontroverser politischer Aktivismus  

2011 war sie Teil des Protestes gegen die Mubarak-Regierung und kritisierte 2012 die Muslimbruderschaft, die Errungenschaften der Revolution in Ägypten für sich zu nutzen.  

Nach der Machtübernahme des heutigen Präsidenten Abdel Fatah al-Sisi 2014 verteidigte El Saadawi diesen, trotz seiner bekannten Menschenrechtsverletzungen. Dies stellt einen Bruch zu ihrem jahrelangen Kampf gegen illegitime politische Macht dar.  

Dennoch verkörpert Nawal El Saadawi für viele Frauen in Ägypten und anderen arabischen Ländern den Kampf gegen Unterdrückung und Ungleichheit von Frauen. Ihr Werk und ihre Errungenschaften stehen, auch nach ihrem Tod am 21. März 2021, für ihren stetigen Aktivismus für die Selbstbestimmung der Frau. 

Quellen:  

o. A. / Frauenrechtlerin Nawal al-Saadawi verstorben in DW vom 21.03.2021. 

El-Gawhary, K. / Tod einer Ikone in der taz vom 22.03.2021. 

Engelcke, D. / Wie Nawal El Saadawi zur Ikone des Feminismus wurde in zenith vom 29.03.2021. 

Mehr Kinderehen infolge der Corona-Pandemie

Durch Schulschließungen in der Corona-Pandemie verpassen Schülerinnen und Schüler in Afrika nicht nur ihre Chance auf Bildung. Häusliche Gewalt, Kinderehen und frühe Schwangerschaft können weitere schrecklichen Folgen sein.

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Mehr Kinderehen infolge der Corona-Pandemie

In fast allen Ländern der Welt wurden zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Schulen geschlossen. In Afrika südlich der Sahara blieben die Schulen im Schnitt 101 Tage geschlossen. 

Anstieg von häuslicher und sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen 

Während der Schulschließungen verbrachten Kinder mehr Zeit zuhause. Vor allem für Mädchen bedeutete dies, häufig häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt zu sein und schlimmstenfalls ungewollt schwanger zu werden. 

10 % mehr Kinderehen im nächsten Jahrzehnt 

UNICEF schätzt, dass es infolge der Corona-Pandemie in den nächsten zehn Jahren zu etwa 10 % mehr Kinderehen kommen wird. Das würde bedeuten, dass im nächsten Jahrzehnt 110 Millionen Kinder in einem Alter unter 18 Jahren heiraten werden.  

Es wird davon ausgegangen, dass etwa 2 % der Mädchen nach Wiedereröffnung der Schulen nicht zurückkehren werden. Ein Grund ist, dass Eltern die Erfolge durch Bildung in diesen Zeiten nicht sehen können und teilweise keinen Sinn in der Fortführung des Schulbesuches sehen. 

Lockdown- und Social-Distancing-Maßnahmen haben in vielen Haushalten zu einem Einbruch von Einkommen geführt. Um sich aus finanziellen Notlagen zu retten, mussten viele Familien sparen, beispielsweise bei Kosten für die Bildung ihrer Kinder. Auch die Verkleinerung des Haushalts führt zu weniger Kosten und kann Eltern dazu zwingen, ihre Kinder zu verheiraten. Dieses Vorgehen geht oft mit dem Wunsch einher, den eigenen Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Wenn zudem eine Mitgift an die Familie der Braut gezahlt wird, steigt das Risiko einer Kinderehe in wirtschaftlichen Krisen um 3 % (UNICEF). 

Folgen von Kinderehen für junge Mädchen 

Mädchen, die heiraten, wenn sie minderjährig sind, sind häufiger von häuslicher Gewalt betroffen und besuchen kürzer eine Schule. Dadurch haben Mädchen und Frauen geringere Chancen, mit ihrer Arbeit genug Geld zu verdienen, um sich selbst zu versorgen und können in eine Abhängigkeit zu ihrem Ehemann geraten. Kinderehen können außerdem dazu führen, dass Mädchen aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden und ihre Bezugspersonen verlassen müssen. 

Frühe Schwangerschaft als Folge von Kinderehen 

Zudem werden Mädchen durch eine frühe Heirat früher schwanger, das führt häufig zu gesundheitlichen Problemen während der Schwangerschaft und der Geburt. Im globalen Süden bekommen jährlich etwa 12 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 und mindestens 770.000 unter 15-Jährige ein Kind.  

Die weltweit häufigste Todesursache für Mädchen zwischen 5 und 19 Jahren sind Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. Von etwa 5,6 Millionen Schwangerschaftsabbrüchen von Mädchen zwischen 5 und 19 sind 3,9 Millionen nicht sicher.  

Maßnahmen für den besseren Schutz von Frauen und Mädchen nötig 

Die Corona-Pandemie hat Geschlechterungleichheit verschärft und bedroht Fortschritte in der Entwicklung hin zu einer gerechteren Welt. Die Nachwirkungen der Pandemie werden noch etwa ein Jahrzehnt zu spüren sein.  

UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore meint, ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie wären sofortige Maßnahmen nötig, um die Folgen für Mädchen und ihre Familien zu mildern: „Durch die Wiedereröffnung von Schulen, die Umsetzung wirksamer Gesetze und Politiken, die Sicherstellung des Zugangs zu Gesundheits- und Sozialdiensten – einschließlich geschlechtsspezifischer und fortpflanzungsmedizinischer Gesundheitsdienste – und die Bereitstellung umfassender sozialer Schutzmaßnahmen für Familien können wir das Risiko eines Mädchens, dass ihr ihre Kindheit durch Kinderheirat gestohlen wird, deutlich verringern“.  

Quellen:  

“Corona treibt Hunderttausende Mädchen in Zwangsehe” in DW vom 01.10.2020. 

WHO: “Adolescent pregnancy” 31.01.2020. 

WHO: “School closures and teenage pregnancy“ 2021. 

UNICEF Bericht: “COVID-19: A threat to progress against child marriage” März 2021. 

UNICEF: “Early childbearing” November 2019. 

Neuer wirksamerer Malaria-Impfstoff gefunden

An der Oxford University wurde ein neuer Impfstoff gegen die in tropischen Gebieten verbreitete Infektionskrankheit Malaria entwickelt. Erste Studien machen Hoffnung auf eine hohe Wirksamkeit des Impfstoffs.

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Neuer wirksamerer Malaria-Impfstoff gefunden

Pünktlich zum Weltmalaria-Tag am 25.04.2021 gab es die Vorveröffentlichung einer Studie zu einem neuen, wirksameren Malaria-Impfstoff. Der Impfstoff “R21/Matrix-M” wurde von Forschenden der Oxford University entwickelt und erreichte nun in einer klinischen Studie mit 400 Teilnehmenden eine Wirksamkeit von 77 %. Nun soll eine breiter angelegte Studie in mehreren afrikanischen Ländern diesen Erfolg bestätigen.  

Was ist Malaria und wo kommt die Krankheit vor? 

Malaria ist eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch einen Plasmodium-Parasiten, welcher von den weiblichen Tieren der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen wird. 2019 wurden 229 Millionen Fälle und 400.000 Tote registriert. Zwei Drittel der Toten waren Kinder unter fünf Jahren. 

Drei Milliarden Menschen auf der Welt leben in Gebieten, in denen Anopheles-Mücken leben. Diese kommen in subtropischen und tropischen Teilen der Erde vor. Malaria ist eine der gefährlichsten und häufigsten Infektionskrankheiten der Welt. Sie löst Fieber und Gliederschmerzen aus und kann zu Hirnhautentzündungen und somit zum Tod führen.  

Unterschiede bei der Impfstoffentwicklung bei Malaria im Vergleich zu Covid-19 

Obwohl bereits seit den 1980er Jahren an Medikamenten und Impfstoffen gegen die Krankheit geforscht wird, konnte erst jetzt ein wirksamer Impfstoff entdeckt werden. Zuvor gab es zwar schon andere Impfstoffe, diese erreichten allerdings nicht die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an eine Wirksamkeit von mindestens 75 %. Gerade im Vergleich mit der Geschwindigkeit, in der Covid-19-Impfstoff entwickelt wurden, wirkt dieser Umstand irritierend.  

Ein großer Unterschied zwischen dem Coronavirus und dem Plasmodium-Parasiten ist ihre Biologie. Plasmodien sind Einzeller und weitaus komplexere Organismen als das Coronavirus. Sie durchlaufen im Körper eines Menschen mehrere Stadien. Darum ist es sehr viel komplizierter, dem menschlichen Körper durch eine Impfung “beizubringen”, wie er sich dagegen schützen kann. 

Ein weiterer Grund für die unterschiedliche Geschwindigkeit der Entwicklung ist allerdings der finanzielle Aspekt: für die Suche nach einem Covid-19-Impfstoff investierten Europa und die USA im Jahr 2020 über 100 Milliarden Euro. In die Malaria-Forschung wurde laut Peter Kremsner (Leiter des Instituts für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie des Universitätsklinikums Tübingen) in den letzten zehn Jahren nicht einmal eine Milliarde Euro investiert. Dies liegt seiner Meinung nach an der Entfernung Europas zu dieser Krankheit.  

Einfluss der Corona-Pandemie auf die Bekämpfung von Malaria 

Die Corona-Pandemie beeinflusst den Kampf gegen Malaria negativ: medizinisches Personal musste abgezogen und anderswo eingesetzt werden. Zudem konnte die Verteilung von Moskito-Netzen und Medikamenten durch unterbrochene Lieferketten nicht mehr überall gewährleistet werden. In Afrika gingen die Malaria-Behandlungen um 15 % zurück, in Asien sogar um 60 %. 

Neue Malaria-Impfung als Chance

Die Forschenden der Universität von Oxford hoffen, bei einer Zulassung des Impfstoffs R21/Matrix-M die Todeszahlen von 400.000 auf zehntausende pro Jahr reduzieren zu können. Da in betroffenen Ländern die Impfbereitschaft oft hoch ist, könnte dies tatsächlich einen Meilenstein in der Bekämpfung Malarias darstellen. 

Quellen:  

Wüstenhagen, C. / Malaria ist weit weg in der Zeit vom 25.04.2021. 

Sepehr, J. / Chance auf Durchbruch bei Malaria-Impfung auf zdf.de vom 25.04.2021.  

o. A. / Erstes Malaria-Vakzin mit hoher Wirksamkeit auf Tagesschau.de vom 25.04.2021.

Gambia hat die Bindehautkrankheit Trachom besiegt

Gambia ist das zweite Land Afrikas, welches die Bindehautkrankheit Trachom erfolgreich bekämpft hat. Ghana gelang dieser Erfolg schon 2018. Das Trachom ist eine der häufigsten Augenkrankheiten weltweit.

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Gambia hat die Bindehautkrankheit Trachom besiegt

Das Trachom ist eine durch Chlamydien verursachte Infektionskrankheit. Bei wiederholten Entzündungen durch ein Trachom kann es zu Bindehautvernarbungen, Hornhauttrübungen (durch das Scheuern von nach innen wachsenden Wimpern auf der Hornhaut) und schließlich Blindheit kommen. Kinder sind besonders häufig betroffen. 

Vorkommen von Trachomen 

Die Krankheit ist oft in trockenen und heißen Klimazonen zu finden. Eine hohe Bevölkerungsdichte, Armut und Wassermangel begünstigen ihre Verbreitung. Trachome werden durch Schmierinfektionen übertragen, bspw. bei der gemeinsamen Benutzung eines Handtuchs. Auch Fliegen können die Krankheit übertragen.  

In den Anfangsstadien gibt es gute Aussichten auf Heilung. Erst eine wiederkehrende Infektion oder ein langer Verlauf verschlechtern die Prognosen. Im Jahr 2019 waren 142 Millionen Menschen von einem Trachom betroffen. 1,9 Millionen erblindeten in Folge einer Infektion. 

Prophylaxe und Behandlung von Trachomen 

Sanitäre Anlagen, sauberes Wasser und die Gesundheitsaufklärung zur Verbesserung der Hygiene können vor einer Infektion schützen. Behandelt werden können Trachome durch Antibiotika. Durch Operationen kann eine Fehlstellung des Augenlids korrigiert und so das Scheuern der Wimpern beseitigt werden. 

Die gambische Regierung und Hilfsorganisationen investierten Jahre, um Trachome auch bei Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen nachzuweisen und zu behandeln. Nun können wichtige medizinische Ressourcen gegen andere Krankheiten eingesetzt werden. 

Quelle:

Leicht, S. / Trachom in DocCheck Flexikon vom 26.11.2020.  

Ahmed, K. / The Gambia becomes second African state to end trachoma in The Guardian vom 22.04.2021. 

Covid-19: Update zum Impfstatus in Afrika

In Afrika ist erst weniger als ein Prozent der Bevölkerung geimpft, in Europa sind es 17,5 %. Grund dafür sind neben regionalen Verteilungsproblemen und Angst vor Nebenwirkungen in der Bevölkerung vor allem der Impfnationalismus des globalen Nordens.

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Covid-19: Update zum Impfstatus in Afrika

Die Afrikanische Union gibt an, dass die Impfstoffe, welche über die COVAX-Initiative nach Afrika geliefert werden, nicht ausreichen werden, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden nur 2 % der Impfungen weltweit in Afrika verabreicht. 

Zusätzlich zu den Lieferengpässen durch den globalen Impfnationalismus kommt es auch in Afrika zu Akzeptanzproblemen der Vakzine. Durch Berichte über Nebenwirkungen oder Desinformationskampagnen im Internet haben einige Menschen Angst, sich impfen zu lassen. 

Verteilungsprobleme innerhalb der Länder 

Auch die Verteilung der Impfdosen in den einzelnen Ländern führt zu Problemen: In Kenia wurde versucht, die Impfdosen gleichmäßig in die einzelnen Regionen des Landes zu verteilen. In den Städten sind jedoch deutlich mehr Menschen bereit, sich impfen zu lassen und es gibt bessere Organisations- und Infrastrukturen als auf dem Land. Dies führte dazu, dass in den Städten zu wenig Impfdosen vorhanden waren und dafür in den ländlichen Regionen liegen blieben. 

Ruanda hatte sich bei der Verteilung der Impfdosen auf die Ballungszentren konzentriert. So wurden in der Hauptstadt Kigali inzwischen neben älteren Menschen auch Gefangene, Motorrad-Taxifahrerinnen und -fahrer und Menschen, die auf Märkten arbeiten, geimpft. Außerhalb der Hauptstadt wurde zunächst vornehmlich medizinisches Personal geimpft. So konnten alle 350.000 zur Verfügung stehenden Impfdosen (Stand: 21.04.2021) genutzt werden. 

Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung 

In Afrika wird aufgrund des günstigen Preises und der einfachen Lagerung ohne starke Kühlung am häufigsten mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft. Trotz der Berichte zu den Nebenwirkungen des Präparats haben sich die meisten afrikanischen Länder dazu entschieden, weiterhin mit AstraZeneca zu impfen.  

AstraZeneca kann in sehr seltenen Fällen zu Sinusvenenthrombosen führen.Auch andere Impfstoffe stehen im Verdacht, diese Form der Thrombose zu begünstigen. Tatsächlich ist die Gefahr einer Sinusvenenthrombose nach einer Covid-19-Infektion allerdings deutlich höher als nach der Impfung [1]. 

In Südafrika wurde das Impfen mit AstraZeneca allerdings komplett ausgesetzt, da der Wirkstoff schlechter gegen die südafrikanische Variante des Virus schützt. Auch die Impfungen mit der Alternative von Johnson & Johnson wurde nun aufgrund einiger Fälle von Sinusvenenthrombosen gestoppt. Somit kam die komplette Impfkampagne Südafrikas zum Erliegen. 

Südafrika ist mit 54.000 an Covid-19 verstorbenen Menschen und 1,5 Millionen Infizierten (Stand: 21.04.2021), das am stärksten betroffene Land Afrikas.  

Ungerechte globale Impfstoffverteilung bleibt größtes Problem 

Trotz allem bleibt die Lieferung der Impfstoffe das größte Problem. Der bestehende Impfstoffnationalismus führt dazu, dass einige Länder schon große Teile ihrer Bevölkerung geimpft haben und andere weniger als ein Prozent. Wenn nun wohlhabende Länder aus Angst auf Impfstoffe wie AstraZeneca verzichten und diese in afrikanischen Ländern landen, kann dies zu großem Misstrauen in der Bevölkerung führen.  

Die COVAX-Initiative setzte sich zum Ziel, im Jahr 2021 zwei Milliarden Impfdosen zu liefern, 600 Millionen davon in afrikanische Länder. Bisher wurden allerdings erst 50 Millionen Dosen an 110 Staaten weltweit verteilt. Selbst mit zwei Milliarden Impfdosen könnten nur etwa 20 % der Bevölkerung der Nehmerstaaten, geimpft werden. Doch auch zu diesem Ziel fehlen noch 27 Millionen US-Dollar. 

Darum sollte mehr Geld in die COVAX-Initiative investiert werden, appelliert die WHO. So soll eine gemeinsame Impfstoffentwicklung gefördert und eine gerechte Verteilung ermöglicht werden. Südafrika und Indien stellten zudem einen Antrag bei der WHO, um die Patentrechte der Impfstoffe vorübergehend aufzuheben. Ob dies das Problem nachhaltig lösen würde, wird von einigen Expertinnen und Experten jedoch bezweifelt.  

Quelle:  

Cascais, A. /  https://www.dw.com/de/covid-19-so-l%C3%A4uft-die-impfkampagne-in-afrika/a-57232256 in DW vom 17.04.2021. 

Dieterich, J. / https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/westliche-staaten-blockieren-patentrechte-afrika-klagt-ueber-die-impfstoff-apartheid/27110744.html in Der Tagesspiegel vom 20.04.2021. 

[1]: Brey, M. / “Nach Thrombose-Risiko-Behauptung in Oxford-Studie: Biontech veröffentlicht Statement – mit deutlichem Ergebnis“ im Merkur vom 21.04.2021. 

Samia Suluhu Hassan: Erstmals ist eine Frau Präsidentin Tansanias

Am 19. März 2021 wurde Samia Suluhu Hassan als erste Präsidentin Tansanias vereidigt. Sie ist somit eine von nur zwei weiblichen Staatsoberhäuptern auf dem afrikanischen Kontinent. Die Öffentlichkeit ist sich unsicher, ob sie dem autokratischen Kurs ihres Vorgängers John Magufuli folgen wird oder nicht.

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Samia Suluhu Hassan: Erstmals ist eine Frau Präsidentin Tansanias

Die 61-jährige Samia Suluhu Hassan wurde auf der semi-autonomen Insel Sansibar geboren und studierte in Tansania, Großbritannien und den USA. Sie arbeitete für die Welthungerorganisation, in der Regionalregierung Sansibars und wurde 2010 in das tansanische Parlament gewählt. 2015 ernannte John Magufuli sie zur Vizepräsidentin Tansanias. Zudem setzte sie sich in ihrer Laufbahn immer wieder für die Rechte und Chancen von Frauen ein.  

Tod des ehemaligen Präsidenten John Magufuli 

Am 17. März 2021 verkündete Samia Suluhu Hassan, dass ihr Vorgänger John Magufuli aufgrund seines Herzleidens verstorben sei. Die Opposition geht allerdings davon aus, dass er den Folgen einer Covid-19-Infektion erlegen sein könnte. Zu Lebzeiten verbreitete John Magufuli Falschinformationen über das Coronavirus und war einer der prominentesten Coronaleugner. Seit Mai 2020 gab Tansania keine offiziellen Coronainfektionszahlen mehr bekannt.  

Doch Magufuli schadete Tansania nicht nur durch die Falscheinschätzung des Coronavirus. In seiner fünfjährigen Amtszeit, seit 2015, verwandelte er die relativ stabile Demokratie Tansanias in eine Autokratie. Er unterdrückte Oppositionelle, kritische Stimmen sowie Journalistinnen und Journalisten. Oppositionsführer Zito Kabwe gab an, bei seinen Untersuchungen in drei Provinzen Tansanias hätte sich herausgestellt, dass etwa 400 Regimegegner verschwunden seien. Die Wahlen im Jahre 2020 galten als unfrei. Von Befürworterinnen und Befürwortern hingegen wurde Magufuli aufgrund seines Auftretens, seiner Infrastrukturprojekte und seines Kampfes gegen die Korruption unterstützt. 

Sorgt Samia Suluhu Hassan für eine neue politische Richtung in Tansania? 

Samia Suluhu Hassan ist seit 2015 Vizepräsidentin Tansanias, stand allerdings nur selten in der Öffentlichkeit. Nun stellt sich die Frage, ob Hassan den autokratischen Weg ihres Vorgängers weitergeht oder sich wieder mehr der Demokratie zuwenden wird. Zweifler erinnern an Kommentare Hassans bei einer Wahlkampfveranstaltung, bei der sie sagte, dass es egal sei, ob man die Regierungspartei CCM bei den Wahlen unterstütze oder nicht und die CCM sowieso gewinnen würde. Es gibt allerdings auch optimistische Stimmen, so auch von Oppositionsführer Zito Kabwe, der meint, dass es allein schon positiv wäre, dass nun erstmals eine Frau Tansania regiere. Auch die Wirtschaft könnte sich unter Hassan erholen, anders als ihr Vorgänger Magufuli heißt es, sie wolle den Privatsektor wieder stärker fördern. 

Zudem soll ihr Führungsstil sich von dem ihres Vorgängers stark unterscheiden: Hassan gilt als introvertierte und nachdenkliche Persönlichkeit. Magufuli hingegen wurde aufgrund seines unkonventionellen Auftretens auch “Bulldozer” genannt. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Hassan im Alleingang regieren wird, stattdessen wird sie eher auf Ratschläge von beratenden Personen achten. Es wird sich zeigen, ob Samia Suluhu Hassan echte Veränderungen in Tansania bewirken kann oder dem autokratischen Vorbild ihres Vorgängers folgt. 

Quellen:

„Samia Suluhu Hassan wird Tansanias erste Präsidentin“ in DW vom 19.03.2021.

Schaap, F. / „Eine Chance für Tansania“ in Der Spiegel vom 27.03.2021.


Erste Erfolge der COVAX-Initiative in Afrika

Anfang März 2021 starten die Impfkampagnen in Ghana und der Elfenbeinküste gegen das Covid-19 Virus. Die Internationale COVAX-Initiative lieferte insgesamt 1.100.000 Impfdosen an die zwei Staaten. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen in den kommenden Tagen weitere 11 Millionen Impfdosen folgen. Insgesamt sollen im Jahr 2021 2 Milliarden Impfdosen verteilt werden.

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Erste Erfolge der COVAX-Initiative in Afrika

COVAX-Initiative 

190 Länder der Welt beteiligen sich an der COVAX-Initiative, um gemeinsam 2 Milliarden Impfdosen zu kaufen und fair zu verteilen, so dass 20 % der Weltbevölkerung geimpft werden kann. So sollen bspw. das medizinische Personal und ältere Menschen in Afrika geimpft werden, bevor die gesamte Bevölkerung des globalen Nordens geimpft ist.  

Weiterführende Informationen zu COVAX auf Deutsch hier

Probleme bei der fairen Impfstoffverteilung 

Obwohl Deutschland, die EU und andere Staaten des globalen Nordens die Initiative finanziell unterstützen, wirken sie durch Käufe für das eigene Land der faireren und gleichmäßigen Verteilung entgegen. 

Die Entwicklung der unterschiedlichen Covid-19 Impfstoffe wurde vorfinanziert. Das bedeutet: Länder steckten Geld in die Forschung nach einem Impfstoff, ohne zu wissen, ob diese erfolgreich sein würde. Zusätzlich sicherten sich einige Länder schon im Vorhinein eine hohe Anzahl an Impfdosen. Dadurch wird der Idee einer fairen Verteilung entgegengewirkt. 

Der IFRC (Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften) zufolge wurden bis Februar 2021 70% des Impfstoffes in den 50 reichsten Ländern der Welt gespritzt und nur 0,1% in den 50 ärmsten Ländern.  

Die Unterschiede zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden sind gravierend: Während die EU sich das Ziel gesetzt hat, bis zum Ende des Sommers 2021 70% der Bevölkerung geimpft zu haben, plant bspw. Kenia, bis Juni 2021 lediglich 5% der über 18-Jährigen zu impfen.  

Mögliche Folgen einer ungerechten Impfstoffverteilung 

Diesem Ungleichgewicht versucht die von der WHO gegründete COVAX-Initiative entgegen zu wirken. Denn, wenn bspw. in Afrika zu wenig Menschen einen Impfschutz erhalten, können sich neue Varianten des Covid-19 Virus entwickeln und diese können sich leicht auf der ganzen Welt ausbreiten. Da es möglich ist, dass die Impfstoffe nicht gegen neue Varianten des Virus wirken, könnten sich Menschen auf der ganzen Welt anstecken. 

Ausblick 

Obwohl die 2 Milliarden Impfdosen COVAX vertraglich zugesichert sind, bedeutet dies nicht, dass sie bereits erhältlich wären. Die Produktion der Impfstoffe dauert, das merken wir auch in Deutschland. Zudem konkurriert die COVAX “Einkaufsgemeinschaft” mit der EU oder anderen Staaten, die ältere Verträge und mehr Geld zur Verfügung haben. Die EU und Großbritannien kündigten zwar an, überflüssigen Impfstoff zu spenden, dies wird allerdings erst Ende des Jahres der Fall sein.  

Quellen: 

Forster, G. & Frentzen, C. / Der globale Kampf um Corona-Impfstoffe in der Apothekenumschau vom 08.02.2021  

Wildermuth, V. / COVAX-Initiative meldet erste Erfolge in Deutschlandfunk vom 02.03.2021  


Wangari Maathai: Gründerin des Green Belt Movements

Wangari Maathai war Professorin, Politikerin, Frauenrechtlerin und Umweltaktivistin. Sie wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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Wangari Maathai: Gründerin des Green Belt Movements

Wangari Muta Maathai wurde 1940 in Nyeri, einer ländlichen Gegend in Kenia, geboren. Sie machte ihren Abschluss in Biologie am Mount St. Scholastica College in Atchinson, Kansas, ihren Master of Science an der Universität in Pittsburgh und promovierte 1971 an der Universität von Nairobi. Hier lehrte sie später Veterinär-Anatomie und wurde später zur Vorsitzenden des Lehrstuhls. Maathai war die erste Frau in Ost- und Zentralafrika mit einem Doktortitel. 

Maathai war von 1976 – 1987 im Nationalrat der kenianischen Frauen aktiv und war von 1981 bis 1987 im Vorstand. Hier brachte sie 1977 zum ersten Mal die Idee ein, gemeinschaftlich Bäume zu pflanzen, um die Lebensbedingungen aller zu verbessern. Daraus entstand im weiteren Verlauf das Green Belt Movement. 

Green Belt Movement 

Das Green Belt Movement (GBM) stellte zunächst eine Antwort auf die Probleme von auf dem Land lebenden kenianischen Frauen dar. Für sie wurde es immer schwieriger, genug Nahrung für ihre Familien anzubauen, da der Boden zu trocken war. Somit war keine Nahrungsmittelsicherheit gegeben und auch für Feuerholz mussten die Frauen weite Strecken zurücklegen.  

Das GBM setzte sich dafür ein, die Frauen zu ermutigen, gemeinschaftlich Bäume zu pflanzen. Durch Bäume kann die Erde Regenwasser besser aufnehmen und es wird leichter, den Boden zu bebauen.  

Die Bewegung wuchs schnell und immer mehr engagierte Frauen wollten sich beteiligen. So wurden Seminare angeboten, um das nötige Wissen weiterzugeben. Zusätzlich wurden die Baumsetzlinge kostenfrei an Initiativen und Gemeinden ausgehändigt, so dass diese nicht finanziell belastet wurden. 

Ziel der Bewegung war und ist es, durch das Pflanzen von Bäumen den Umweltschutz und die Reduzierung von Armut zu fördern und Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. 

Maathai als Vorbild 

Wangari Muta Maathai schrieb vier Bücher: „The Green Belt Movement”, „Unowed: A Memoir”,  „The Challenge for Africa” und „Replenishing the Earth”. Zudem wurden einige Bücher und Dokumentationen über sie und das Green Belt Movement veröffentlich.  

Wangari Maathai war nicht nur im Vorstand vieler internationaler Organisationen, sondern war auch Teil des kenianischen Parlaments und gilt als Identifikationsfigur der Frauenbewegung Kenias.  

Den Nobelpreis erhielt Wangari Maathai 2004 für ihren Einsatz für die Demokratie, nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und insbesondere Frauenrechte.  

Weitere Informationen:  

https://www.greenbeltmovement.org/wangari-maathai/biography


Das neue Lieferkettengesetz

Durch das Lieferkettengesetz sollen Unternehmen für Verletzungen von Menschenrechten innerhalb ihrer Lieferkette verantwortlich gemacht werden können.

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Das neue Lieferkettengesetz

Nach langem Streit über das Lieferkettengesetz konnte sich die Bundesregierung am 12. Februar 2021 auf ein Gesetz geeinigt werden. Bis jetzt sollten Unternehmen auf freiwilliger Basis dafür sorgen. Da diese Selbstregulierung allerdings kaum erfolgte und als gescheitert gilt, folgt nun eine gesetzliche Regelung.  

Betroffen sind in Deutschland ansässige Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden bzw. ab dem Jahr 2024 Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitenden. Das Gesetz soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. 

Bestandteile des Lieferkettengesetzes 

Hauptbestandteil des neuen Lieferkettengesetzes soll die Festlegung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen sein. Diese lässt sich durch die folgenden Punkte beschreiben: 

1. Pflicht zur Risikoanalyse 

Unternehmen müssen Risiken in ihrer Lieferkette ermitteln. Zu diesen Risiken gehören unter anderem Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Umweltschädigung und Einschränkung der Vereinigungsfreiheit. Die Vereinigungsfreiheit von Arbeitnehmenden ist bspw. notwendig für die Bildung von Gewerkschaften. Unternehmen müssen gewährleisten, dass es zu keinen Menschenrechtsverstößen bei ihren unmittelbaren Zulieferern kommt. Bei mittelbaren Zulieferern muss nur noch eine abgeschwächte Form der Risikoanalyse stattfinden. Dies betrifft beispielsweise Rohstofflieferanten. 

2. Pflicht zu Folgemaßnahmen: Neue Absprachen mit Lieferanten 

Auf die Risikoanalyse müssen laut des Gesetzentwurfs Maßnahmen des Unternehmens folgen, um den negativen Auswirkungen vorzubeugen und die bestehenden Auswirkungen zu minimieren. So müssen beispielsweise neue Absprachen mit Lieferanten getroffen werden. Der Abbruch einer Geschäftsbeziehung soll nur als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden.  

3. Berichterstattungspflicht 

Betroffene Unternehmen werden zudem verpflichtet, jährlich öffentlich einen Bericht über die Auswirkungen ihres unternehmerischen Handelns auf die Menschenrechte vorzulegen. 

4. Bemühenspflicht und Prinzip der Angemessenheit 

Sowohl bei der Pflicht zur Risikoanalyse als auch bei der Verpflichtung zur Ergreifung von Folgemaßnahmen handelt es sich um eine Bemühenspflicht und nicht um eine Erfolgspflicht. Das heißt, dass Unternehmen nicht verpflichtet werden, alle Menschenrechtsverstöße in ihrer Lieferkette zu verhindern. Sie werden zu zumutbaren und verhältnismäßigen Maßnahmen, die zur Verringerung von Menschenrechtsverstößen beitragen, verpflichtet. 

Konsequenzen 

Falls die vom Lieferkettengesetz vorgeschriebenen Sorgfaltspflichten missachtet werden, müssen Unternehmen Zwangs- und Bußgelder in Höhe von bis zu 10 % ihres Umsatzes zahlen. 

Kritik 

Deutsche Unternehmen haften nach wie vor nicht für Menschenrechtsverletzungen in ihrer globalen Lieferkette. Es kann also zu Strafen wie Bußgeldern kommen, allerdings kann niemand dafür zivilrechtlich angeklagt oder eingesperrt werden. 

Viola Wohlgemuth, Expertin für Konsum und Ressourcenschutz bei Greenpeace kritisiert zudem: “Die Umwelt- und Menschenrechtsverbrechen geschehen vor allem am Anfang der globalen Lieferketten und damit in Produktionsländern außerhalb der EU”. Der Anfang der Lieferkette wird durch das Lieferkettengesetz allerdings nur bedingt abgedeckt, da deutsche Unternehmen hauptsächlich für ihren direkten Lieferanten verantwortlich sind.  

Auch die Beschränkung des Lieferkettengesetzes auf große Unternehmen wird kritisiert.  

Cornelia Heydenreich, Leiterin des Teams Unternehmensverantwortung bei Germanwatch (Teil der Inititative Lieferkettengesetz) meint: „Diese Einigung auf ein Gesetz ist ein wichtiger erster Schritt, um Menschenrechte in den Lieferketten deutscher Unternehmen zu stärken. Aber für wirkungsvollen Schutz vor Menschenrechtsverletzungen ist er noch zu klein“. 

Das Sorgfaltspflichtengesetz, wie der offizielle Name lautet, könnte Vorbild der EU-Initiative für eine ähnliche Regelung sein.  

Weitere Informationen:  

o. A. /  Das neue Sorgfaltspflichtengesetz (Lieferkettengesetz) aus Noerr vom 16.02.2021 

Zacharakis, Z. / Zügel für den globalen Kapitalismus aus der Zeit vom 12.02.2021 


Zwei begrüßenswerte Premieren: Die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala wird neue Chefin der WTO

Die Nigerianerin Dr. Ngozi Okonjo-Iweala wird neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO). Mit ihr tritt erstmals eine Frau und erstmals eine Vertreterin des afrikanischen Kontinents an die Spitze der 1995 gegründeten Organisation. Die Erwartungen an sie sind hoch.

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Zwei begrüßenswerte Premieren: Die Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala wird neue Chefin der WTO

Einstimmige Entscheidung der 164 Mitgliedsländer

Die Entscheidung der 164 Mitgliedsländer fiel am Montag, den 15. Februar bei einer Online-Sitzung der WTO-Botschafterinnen und Botschafter in Genf einstimmig. Die USA hatten Okonjo-Iweala unter Ex-Präsident Donald Trump im Herbst als einziges Land die Zustimmung verweigert. Nach dem vorzeitigen Rücktritt des vorherigen Generaldirektors Roberto Azevedo, der mit der Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China zusammenfiel, blieb die WTO monatelang ohne Führung. Nachdem Trumps Nachfolger Joe Biden die Blockade aufgehoben hat, stand der Wahl Okonjo-Iwealas nun nichts mehr im Wege. Sie tritt ihr Amt am 1. März an.

«Es kann bei der WTO kein «weiter so wie bisher» geben», sagte Okonjo-Iweala und kündigte weitreichende Reformen an. Die Organisation ist in einer tiefen Krise, mit Grabenkämpfen zwischen Ländern des Südens und des Nordens und ungelösten Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China, der EU und vielen anderen. Als erste Priorität ihrer Arbeit kündigte die neue Generaldirektorin an, gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten die ökonomischen und gesundheitlichen Folgen der Covid-19 Pandemie anzugehen.

Tatkräftige und erfahrene neue Generaldirektorin

Okonjo-Iweala gilt als überaus qualifiziert für diese anspruchsvolle Position. Die 66-jährige Ökonomin hat jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklungspolitik. In Nigeria war sie die erste Außenministerin. Zwei Mal stand sie auch an der Spitze des nigerianischen Finanzministeriums. 25 Jahre lang war sie bei der Weltbank in Washington, wo sie zur Nummer zwei aufstieg. Zuletzt leitete sie den Verwaltungsrat der internationalen Impfinitiative GAVI, die die faire Verteilung der Corona-Impfstoffe weltweit koordinieren soll.

„Ihre Ernennung betrachte ich als Bestätigung für die Kompetenz und die Führungsqualitäten afrikanischer Frauen und dafür, dass afrikanische Frauen trotz der systematischen Hürden und Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind, hervorragende Leistungen erbringen“, so Fadumo Dayibu, die erste Kandidatin bei einer Präsidentschaftswahl in Somalia im Interview mit der Deutschen Welle. „Das Blatt wendet sich zugunsten kompetenter Frauen und es wird Zeit, dass das so kommt.“

Ngozi Okonjo-Iweala bringt jedoch nicht nur Diversität und Inklusion mit auf die internationale Ebene. In ihren bisherigen Positionen hat sie sich leidenschaftlich dafür eingesetzt, Armut, Ungleichheit und Korruption zu verringern. Daher ist es keine unbegründete Hoffnung, dass sie als Generaldirektorin der WTO auch auf den globalen Handel einen positiven Einfluss nehmen wird.

Weitere Informationen:

WTO: History is made: Ngozi Okonjo-Iweala chosen as Director-General, auf „www.wto.org“ am 15.2.2021

Andreas Rostek Buetti: „Eine große Sache“: Eine Frau aus Afrika an der Spitze der WTO, in „Deutsche Welle“ am 15.2.2021

Tobias Kaiser: Ende der Handelskriege? – Diese Frau nährt Europas große Sehnsucht, in „Die Welt“ am 15.2.2021


Internationaler Tag der Bildung 2021

Heute, am 24. Januar 2021, ist Internationaler Tag der Bildung. Wir möchten diesen Tag nutzen, um Bildung erneut in den Fokus zu rücken, Trends und Schwierigkeiten aufzuzeigen.

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Symbolbild: Tag der Bildung

Internationaler Tag der Bildung 2021

Bildung und Covid-19 

Die Corona-Pandemie wirkt sich nun bereits seit einem Jahr sehr stark auf den Bildungssektor aus. Weltweit sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene gezwungen auf Fernunterricht umzustellen. Oft mangelt es jedoch an der notwendigen Ausstattung. Eine schwache oder fehlende Internetverbindung, ein Mangel an technischer Ausrüstung, fehlende technische Kenntnisse zur Bedienung der Geräte – das alles sind Gründe für Lehr- und Lernausfall weltweit. Alle Betroffenen sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. 

Eine Umfrage von “The eLearning Africa” und “EdTech Hub” weist neue Erkenntnisse zum Einfluss von Covid-19 auf die Bildungssysteme afrikanischer Länder auf. Grundlage für die Erkenntnisse sind 1.649 Beantwortungen von in Afrika lebenden und arbeitenden Personen und Organisationen. Die Umfrage zeigt Parallelen zu den Problemen in europäischen Ländern, aber auch fortschrittliche Entwicklungen, die ein Vorbild sein können. 

SDG 4 Chancengerechte und hochwertige Bildung  

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 wurde der Fokus auch auf qualitativ hochwertige und inklusive Bildung gelegt. 

Denn Bildung ist ein Menschenrecht und ein fundamentaler Aspekt im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit. Noch immer gehen 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule.1 Die Wege zur Schule sind oft sehr lang und die Schulmaterialien zu teuer. Viele Familien schicken ihre Kinder daher nur für einige Jahre in die Schule. Die Mehrheit der 258 Millionen Kinder und Jugendlichen, die nicht zur Schule gehen, bilden Mädchen und junge Frauen. Einige Mädchen werden schon früh zwangsverheiratet, da ihre Eltern dies als letzten Ausweg aus der Armut sehen. Durch die Corona-Pandemie stieg die Zahl der Teenager-Schwangerschaften rasant an. Viele Mädchen wurden Opfer der Zwangsprostitution, da dies die einzige Einkommensquelle darstellte. Andere wurden Opfer zunehmender häuslicher Gewalt, die in einer Schwangerschaft resultierte. Für die meisten stellt eine Schwangerschaft das Ende der Schulzeit dar. Neben diesen gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die den Zugang zu Bildung erschweren. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Hürden, die marginalisierte Gruppen überwinden müssen, bei der Bildungspolitik bedacht werden.  

Aus diesem Grund thematisiert auch der Internationale Tag der Bildung Heldinnen und Helden sowie Innovationen innerhalb des Bildungssektors. Kluge Innovationen sind ein fundamentaler Bestandteil, um auch ärmeren Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.  

In unserem neuen Lernkoffer Innovationen stellen wir einige spannende Innovationen aus afrikanischen Ländern vor: 

Kluge Innovation: Sprechende Bücher und Stifte 

Nigerianische Schulklassen sind nicht selten sehr voll und es gibt zu wenige Lehrerinnen und Lehrer. Diese können sich daher ihren Schülerinnen und Schülern nicht immer in dem Maße widmen, wie sie gerne würden. Chizaram Ucheaga hat nach einer Lösung gesucht, um die Lernenden so gut wie möglich zu unterstützen und gründete deshalb das Unternehmen „Mavis Education“. Er entwickelte die „Talking Books and Pens“ (sprechende Bücher und Stifte), mit denen Kinder in Nigeria selbständig Sprachen wie Hausa, Yoruba und Igbo lernen und vertiefen können. Dies stellt eine Entlastung für die Lehrkraft dar. 

Ein Bildungsheld: Charles Ofori Antipem aus Ghana 

Mit dem „DEXT Science Set“ können Schülerinnen und Schüler lernen und experimentieren. Das DEXT Science Set ist naturwissenschaftlicher Unterricht zum Anfassen. Es ermutigt Schülerinnen und Schüler, selbst erfinderisch zu werden und später technische Berufe zu ergreifen. So trägt das DEXT Science Set auch zum Erreichen der 17 Ziele bei, insbesondere der Ziele 4 (Chancengerechte und hochwertige Bildung) und 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur). 

Den Koffer können Sie hier kostenlos ausleihen. 


Weltweit größtes Freihandelsabkommen in Afrika

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es auf dem afrikanischen Kontinent das Freihandelsabkommen AfCFTA. Es soll zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der Mitgliedstaaten beitragen.

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Symbolbild: Abkommen

Weltweit größtes Freihandelsabkommen in Afrika

Ab Januar 2021 wird es auf dem afrikanischen Kontinent das größte Freihandelsabkommen der Welt geben. Bis auf Eritrea haben sich alle afrikanischen Staaten dem Abkommen angeschlossen. Das African Continental Free Trade Agreement, kurz AfCFTA wird 54 Mitgliedsstaaten mit etwa 1,2 Milliarden Menschen umfassen. 

Durch das AfCFTA sollen für 90% der Waren, welche innerhalb Afrikas gehandelt werden, keine Zölle mehr anfallen. Dies könnte laut der Weltbank der afrikanischen Wirtschaft zu einem großen Wachstum verhelfen. Das Gesamteinkommen auf dem Kontinent könnte bis 2035 um 450 Milliarden US-Dollar wachsen. 

Der Handel innerhalb des afrikanischen Kontinents machte laut Welthandelsorganisation bis jetzt nur rund 17% aus. Zum Vergleich: innerhalb Europas sind es 67%. Bis jetzt wurde der Handel auf dem Kontinent durch uneinheitliche Zölle erschwert. An vielen Grenzen gab es lange bürokratische Verzögerungen und häufig musste Schmiergeld eingesetzt werden, um den Transport von Waren zu ermöglichen. Dieses Problem könnte mit dem AfCFTA gelöst werden. Allerdings profitieren einige Akteure von den alten Regelungen und wollen die Veränderung deshalb verhindern. 

Das AfCFTA ist ein wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit Afrikas von den USA, Europa oder China zu verringern und die Industrialisierung zu fördern. Rohstoffe könnten innerhalb Afrikas besser und vermehrt weiterverarbeitet werden. Somit würde ein größerer Teil des Wertsteigerungsprozesses in Afrika liegen. Die Weltbank schätzt, dass Afrikas Wirtschaftsleistung so in 15 Jahren um 335 Milliarden Euro steigen könnte. 30 Millionen Menschen könnten so aus extremer Armut gehoben werden.  

Allerdings ist der Transport von Gütern innerhalb Afrikas durch eine schlecht ausgebaute Infrastruktur eingeschränkt und die fehlenden Sozialleistungen können die zu erwartenden Folgen des verschärften Wettbewerbs durch das Freihandelsabkommen nicht abfedern.  

Durch die Corona-Pandemie wurde das Vorhaben des Aufbaus des größten Binnenmarktes der Welt abgebremst. Doch gerade die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie machen das Freihandelsabkommen nötig. 

Weitere Informationen: 

L. Chinenye Iroulo, Afrikas Freihandelszone gerät in die Corona-Falle in “Welternährung” am 09.06.2020 

C. Selz, Emanzipation für Afrikas Kapital in “Neues Deutschland” am 29.12.2020 

C. Hoffmann, Große Chance für Afrika in “Tagesschau” am 31.12.2020 


Entführte Schulkinder aus Nigeria wieder frei

Die 344 entführten Jungen in Nigeria wurden wieder freigelassen.

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Entführte Schulkinder aus Nigeria wieder frei

Im Dezember 2020 wurden 344 Jungen aus einer Oberschule in Nigeria, von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, entführt. Die Terroristen begründen die Entführung, mit der islamfeindlichen Erziehung der Jungen.  

Die Terrorgruppe Boko Haram entführte schon in der Vergangenheit Kinder und Lehrkräfte aus Schulen, viele von ihnen tauchten nie wieder auf. Umso erfreulicher ist die Meldung, dass diese Jungen wieder zuhause bei ihren Familien sind.  

Verhandlungen sollen zu der Einigung zwischen der nigerianischen Regierung und der Terrorgruppe geführt haben. Nun sollen mehr Sicherheitskräfte in Nigerias Schulen eingesetzt werden.  

Weitere Informationen: 

Erleichterung in Nigeria: Entführte Jungen wieder frei DW, 18.12.2020 


Die große grüne Mauer der Sahelzone

Mauern sind meistens das Symbol von Unfreiheit und Trennung. Doch nicht im Falle der “Great Green Wall”! Die Initiative aus 11 Sahelstaaten und 10 weiteren afrikanischen Staaten hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen 100 Megahektar großen Streifen Land quer durch Afrika neu zu bepflanzen und wieder landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

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Great Green Wall

Die große grüne Mauer der Sahelzone

Die Sahelzone ist eine Region in Afrika, die besonders vom Klimawandel betroffen ist, immer wieder gibt es Dürreperioden und es kommt zu Hungersnöten. Auch die politische und wirtschaftliche Situation ist in den meisten Ländern instabil. Dies sorgt immer wieder für Konflikte, weshalb viele Menschen aus den Regionen fliehen.  

2007 beschloss die African Union deshalb den “Bau” der Great Green Wall. Diese sollte 7.700 km lang und mindestens 15 km breit werden. Der Grünstreifen sollte mit Bäumen bepflanzt werden und es sollten verschiedene Formen der nachhaltigen Landwirtschaft entstehen.  

Mit internationaler Unterstützung konnten bis heute 178.000 Quadratkilometer Land gewonnen werden. Bis 2030 hat sich die Initiative das Ziel von 1.000.000 Quadratkilometern gesetzt, das entspricht etwa der Größe von Frankreich und Deutschland zusammen.  

Durch die Great Green Wall wurden bis heute 335.000 Jobs geschaffen und etwa 500.000 Menschen profitierten direkt von ihr. Da die Desertifikation (Ausbreitung der Wüste) durch die Bäume aufgehalten wird und Regenwasser besser in den Boden eindringen kann, wird das Land für die Menschen in der Sahelzone wieder besser nutzbar.  

Dadurch wird Nahrungsmittelsicherheit geschaffen und die extreme Armut der ländlichen Bevölkerung in der Sahelzone kann bekämpft werden.  

Die Great Green Wall kann für 15 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ein Lösungsansatz sein. In der Zeit bis 2020 wurden fast 18% des Zieles verwirklicht. Um das Projekt bis 2030 erfolgreich zu beenden, braucht es viel internationale finanzielle Unterstützung.  

Das Projekt ist ein wichtiger Schritt gegen die Folgen des Klimawandels und ist somit für die ganze Welt relevant. 

Weitere Informationen:

UNCCD, 2020 The Great Green Wall Implementation Status and Way ahead to 2030

CARE-Schreibwettbewerb 2021: Glück gehabt?!

Unsere Mitgliedsorganisation CARE richtet einen Schreibwettbewerb unter dem Titel “Glück gehabt?!” aus – habt Ihr Lust mit zu machen?

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CARE-Schreibwettbewerb 2021: Glück gehabt?!

Ungerechtigkeit, Zufall, Glück…? 

Dass Menschen von extremer Armut betroffen sind oder von Katastrophen aus ihrem normalen Leben gerissen werden, ist ungerecht. Die stärksten Auswirkungen des Klimawandels, wie Überschwemmungen oder Wirbelstürme treten vermehrt im Globalen Süden auf. Dabei sind Menschen im Globalen Süden für weitaus weniger Treibhausgase, die den Klimawandel vorantreiben, verantwortlich als Menschen im Globalen Norden. 

Menschen in Europa und Nordamerika können sich billige Kleidung und Elektrogeräte kaufen, weil Menschen in anderen Regionen wie Afrika, Asien und Südamerika ausgebeutet werden.  

Wo ein Mensch geboren wird ist Zufall – oder Glück? Wo und in welchen Verhältnissen man groß wird, ist oft ausschlaggebend für Bildungsgrad, Lebenserwartung und das spätere Einkommen. 

Infos zum Schreibwettbewerb 

Unter dem Titel „Glück gehabt?!“ richtet CARE nun zum bereits achten Mal einen Schreibwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren aus. 

Im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres wird es dann auch eine Preisverleihung geben, bei der die Gewinnerinnen und Gewinner ihre Texte live vor Publikum vortragen und gebührend gefeiert werden. 

Die Teilnehmenden können ihre Ideen, Kurzgeschichten, Dramen, Essays oder Songtexte zu diesen Fragen an CARE schicken: 

  • Was bedeutet es, Glück zu haben? 
  • Warum haben einige Menschen mehr Glück, andere weniger? 
  • Verdoppelt sich das Glück sogar, wenn wir es teilen? 
  • Und kann ich mehr Glück als Verstand haben? 

Die Kreativität der Teilnehmenden ist gefragt und ein globaler Bezug wird gerne gesehen. Texte mit bis zu 1.000 Wörtern können hier bis zum 31. Januar 2021 eingeschickt werden. 

Weitere Informationen findet ihr hier. Die Texte der letzten Jahre könnt Ihr hier nachlesen. 

Unsere Mitgliedsorganisation CARE Deutschland setzt sich mit über 100 Projekten auf 7 Ländern der Erde für Menschen, die in extremer Armut leben oder Opfer von anderen Katastrophen werden ein. 

Spannende Online-Kurse im November

GEMEINSAM FÜR AFRIKA-Referentin Anna Lena Johannsen lädt im November mit der Volkshochschule Göttingen zu kostenlosen Online-Kursen ein.

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Spannende Online-Kurse im November

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie bringt viele Veranstaltungen ins Internet. Auch im November gibt es interessante Online-Kurse. Die Referentin Anna Lena Johannsen gibt vom 9.11. bis 25.11. zahlreiche Kurse zu verschiedenen Themen mit Afrikabezug.

Informationen zu den Kursen

Kinderrechte & Corona in Ländern des Globalen Südens 
Inwiefern beeinflusst die Corona-Pandemie die Rechte von Kindern in den Ländern des globalen Südens? Die Referentin bietet Einblicke in die aktuelle Situation und spricht über das Thema Kindesarmut in Bezug auf die Corona-Pandemie.
Wann? Mo 23.11.2020 von 17-19 Uhr, nähere Infos und Anmeldung: hier

Europe meets Africa
Das Training unter dem Titel „Europe meets Africa“ ermöglicht den Teilnehmenden das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen. Der Kurs bietet Denkanstöße zum Kolonialismus, zu verschiedenen Kulturkonzepten und der Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent.
Wann? Di 24.11.2020 von 17-19 Uhr, nähere Infos und Anmeldung: hier

Meine Welt – deine Welt – unsere Welt: Interkulturelle Kompetenzen
Das interkulturelle Training macht auf Zusammenhänge zwischen Menschen verschiedenen Kulturen innerhalb einer Gesellschaft aufmerksam und hilft dabei, das eigene interkulturelle Verständnis zu hinterfragen und zu schulen.
Wann? Mi 25.11.2020 von 17-19 Uhr, nähere Infos und Anmeldung: hier

Hier geht es zum Programm, weiteren Informationen und der Anmeldung.

Legen Sie den gewünschten Kurs einfach in den Warenkorb und checken Sie als Einzelteilnehmer/in aus.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Kurse finden über die Videoplattform ZOOM statt.

Welttoilettentag 2020: Das Toiletten-Tabu

In der Doku “Das Toiletten-Tabu" (Arte) werden die neuesten Entwicklungen und Erfindungen im Sanitärbereich vorgestellt. Pünktlich zum Toiletten-Tag, welcher jedes Jahr am 19. November stattfindet.

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Welttoilettentag

Welttoilettentag 2020: Das Toiletten-Tabu

Die lange Geschichte der Toilette 

Die Toilette hat eine lange Geschichte: Schon im alten Rom saßen die Menschen auf der Toilette, anders als heute allerdings in geselliger Gemeinschaft. Auch im Mittelalter war das Thema Stuhlgang kein Tabu. Immerhin haben die meisten Menschen ihre Ausscheidungen einfach auf die Straße geworfen. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es in Europa und den USA Wassertoiletten und Kanalisationen, das Thema war aus den Augen und so auch aus dem Sinn.  

Toiletten-Kultur in Japan 

Das Thema “Toilette” wurde immer mehr zum Tabu und auch die Entwicklung blieb stehen. In Japan hingegen gibt es eine regelrechte Toiletten- bzw. Hygiene-Kultur. Dort werden Toiletten stehts weiterentwickelt und verbrauchen so nur noch 3,8 Liter Wasser beim Spülen statt ca. 9 Liter wie in Europa. Die japanische Firma Toto entwickelt sogar Toiletten, die den Urin des Nutzenden testen und Aussagen über den Gesundheitszustand oder Menstruationszyklus geben können.  

Das hört sich vielleicht etwas übertrieben an, doch auch wirklich wichtige Probleme der Wasserspültoilette werden gelöst. Die Verringerung des Wasserverbrauchs und Toiletten, die ohne Abwassersystem funktionieren können, sind ein großer Teil der weltweiten Forschung.  

Wasser und Energie aus Kot? 

Das Team von Dr. Alison Parker von der Cranfield University entwickelte eine Toilette, die ohne Wasser oder Strom auskommt und Kot zu Energie und Wasser verwertet.  

Die Bill und Melinda Gates Stiftung förderte die Entwicklung einer Aufbereitungsanlage. In Dakar im Senegal verarbeitet und verwertet der Omniprozessor Exkremente aus 100 Toiletten. Zwölf Tonnen werden täglich zu Asche. Die Exkremente werden stark erhitzt, dabei entstehen Asche und Wasserdampf. Der Wasserdampf treibt Turbinen an, welche für das Erhitzen der Exkremente sorgen. Die Asche kann als Dünger verwendet werden. Und der Wasserdampf, welcher die Turbinen antreibt, kondensiert im Anschluss zu destilliertem Wasser. 

Laut der Weltbank haben 637 Millionen Menschen keine andere Möglichkeit als sich im Freien zu erleichtern. 2019 hatten laut UNICEF und WHO sogar 4,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer Toilette, bei der das Abwasser sicher entsorgt wird! Wachsende Bevölkerungen und überlastete Abwassersysteme sind große Herausforderungen. Wenn Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben, müssen sie ihr Geschäft im Freien erledigen. Dies führt zu verunreinigtem Wasser. Vor allem Durchfallerkrankungen stellen ein Problem dar. Aber auch Frauen, die keinen geschützten Ort haben, um ihre Binden zu wechseln, sind gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Hoffentlich werden solche oder ähnliche Entwicklungen helfen, 2030 allen Menschen einen Zugang zur Toilette zu ermöglichen! 

Weiter Informationen: 

Arte Das Toiletten-Tabu (07.11.2020)

Das wilde Polio-Virus wurde in Afrika ausgerottet

Nach jahrzehntelangem Kampf wurde das wilde Polio-Virus nun im August in Afrika ausgerottet. Es ist nach den Pocken erst das zweite Virus, welches auf dem Kontinent als ausgerottet gilt. Das Risiko, dass das Virus aus anderen Ländern importiert wird, besteht weiterhin und auch das Impf-Polio stellt eine Gefahr dar – trotzdem ist die Ausrottung ein riesiger Erfolg.

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Das wilde Polio-Virus wurde in Afrika ausgerottet

Was ist Polio? 

Polio oder Kinderlähmung ist eine durch den Polio-Virus übertragene, hochansteckende Infektionskrankheit. Polio kann, anders als der Name vermuten lässt, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu dauerhaften Lähmungen führen. Vor allem sind jedoch Kleinkinder im Alter von 3-8 Jahren gefährdet, zu erkranken. Das Virus kann über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Häufiger kommt allerdings eine „fäkal-orale“-Übertragung durch mit Kot verunreinigtem Wasser oder Lebensmittel vor. 

Polio als weltweite Bedrohung 

Polio war früher weltweit verbreitet, 1988 beschloss die Weltgemeinschaft, das Virus auszurotten. Durch große Impfkampagnen konnte Amerika 1994 für poliofrei erklärt werden, der westpazifische Raum ist seit 2000 frei von dem Virus, Europa seit 2002 und Südostasien seit 2014. 

Polio in Afrika 

In Afrika gab es viele große Herausforderungen: eine schlechte Infrastruktur, Konflikte, geflüchtete Menschen und Misstrauen gegenüber Impfungen verlangsamten die Ausrottung des Virus. 

Noch 1996 lähmte das wilde Polio-Virus laut der World Health Organisation (WHO) 75.000 Menschen in Afrika. Im August 2020 gab die unabhängige Africa Regional Certification Comission (ARCC) bekannt, dass das wilde Polio-Virus in allen 47 Ländern der Afrika-Region der WHO ausgerottet sei.  

Nach 40 Jahren wurde nach den Pocken nun Polio als das zweite Virus überhaupt auf dem afrikanischen Kontinent ausgerottet.  

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wurden viele Impfprogramme durch Hygienevorschriften behindert. Umso wichtiger ist der Erfolg im Kampf gegen die Kinderlähmung. 

Die Gefahr ist noch nicht gebannt 

In Afghanistan und Pakistan gab es dieses Jahr insgesamt noch über 100 Fälle. In diesen Ländern halten sich Gerüchte, dass Kinder durch die Polio-Impfung sterilisiert werden würden. Durch die ausgesetzten Impfprogramme aufgrund der Corona-Pandemie wurden in Pakistan schätzungsweise 40 Millionen Kinder nicht geimpft. 

Auch das so genannte Impf-Polio könnte weiterhin ein, wenn auch geringes, Risiko für Kinder in Afrika darstellen. In 15 Ländern Afrikas wurden dieses Jahr laut WHO ca. 350 Fälle von Impf-Polio gemeldet. Es handelt sich um ein Polio-Virus, der in seltenen Fällen aus der Schluckimpfung mutieren kann. Das liegt daran, dass die Schluckimpfung ein Lebendimpfstoff ist. Sie enthält abgeschwächte Viren. Es gibt auch Totimpfungen, diese enthalten nur abgetötete Erreger, Bruchstücke oder deren Gift. 

Lebend- und Totimpfungen haben beide Vor- und Nachteile. Nach der Lebendimpfung kann das Polio-Virus nicht mehr an andere übertragen werden, außerdem übersteht er große Hitze, ist billig und einfach zu verabreichen. Bei einer Todimpfung werden geimpfte Kinder zwar nicht krank, können das Polio-Virus allerdings weiterhin ausscheiden und so andere infizieren. 

Trotzdem ein Erfolg 

Doch der Erfolg des Polio-Programms in Afrika bringt einen zusätzlichen Gewinn mit sich: die Impfprogramme sind in Sachen Infrastruktur, Expertise und Personal die größten Gesundheitsprogramme auf dem Kontinent. Nun werden Helfer und Infrastruktur für den Kampf gegen die Corona-Pandemie eingesetzt. 

Weiter Informationen: 

DAZ.online Afrika ist frei von Polio-Wildtyp (26.08.2020)

Amberger J. / Deutschlandfunk Rückschlag nach der Auslöschung des Poliovirus (16.10.2020)

Online-Veranstaltung: „Western consumer behaviour and effects on the African continent towards achieving the SDGs”

Die Online-Veranstaltung zeigt Zusammenhänge unseres Konumsverhaltens und Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent. Sie findet am Dienstag, den 27.10.2020 statt.

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Online-Veranstaltung: „Western consumer behaviour and effects on the African continent towards achieving the SDGs”

Einladung zur Online-Veranstaltung

Welche Auswirkungen hat mein individuelles Konsumverhalten auf Länder des globalen Südens und speziell auf den afrikanischen Kontinent? Eine Frage, die wir uns regelmäßig beim Kauf von Lebensmitteln, Smartphones, Kleidung, aber auch anderen Gebrauchsgegenständen stellen sollten. Antworten darauf geben die Sprecherinnen und Sprecher der Online-Veranstaltung „Western consumer behaviour and effects on the African continent towards achieving the SDGs”. Die Online-Veranstaltung findet im Rahmen des Programms Chat der Welten statt. Expertinnen und Experten aus Uganda und Deutschland werden verschiedene Perspektiven des Themas beleuchten und spannende Einblicke geben.

Die Einladung zur Online-Veranstaltung finden Sie hier. Über die darin angegebene E-Mail-Adresse können Sie sich direkt für die Online-Veranstaltung anmelden.

Informationen zur Veranstaltung

  • Datum: Am Dienstag, den 27.10.2020
  • Uhrzeit: 17 – 19:30 Uhr
  • Wo: Über Zoom
  • Sprache: Englisch
  • Technische Ausstattung: Internetfähiges Endgerät, Zoom
  • Wer kann teilnehmen: Jede und jeder
  • Anmeldung: Per E-Mail an Dorothy Kidza-Zentler (siehe Einladung)

Speaker

Die drei Speaker Dorothy Kidza-Zentler, Jeremiah Ssekabira und James Iga moderieren die Veranstaltung. Jeremiah Ssekabira ist Koordinator für den Chat mit Uganda und Dorothy Kidza-Zentler ist Referentin für Globales Lernen bei Chat der Welten, Globale Vermittlerin bei BtE – EpiZ Reutlingen und Future Fashion DEAB Stuttgart. James Iga ist Referent für Globales Lernen bei BtE- EPiZ Reutlingen. Dorothy Kidza-Zentler und James Iga sind außerdem ReferentInnen bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Neben den drei Specherinnen und Sprechern wird es noch weitere Expertinnen und Experten geben, die wichtige Einblicke ins Thema geben werden.

Weltmädchentag 2020

Der heutige Weltmädchentag (International Day of the Girl) bietet eine großartige Gelegenheit den Blick auf Mädchen in afrikanischen Ländern zu werfen. Welche Hürden müssen sie tagtäglich überwinden? Welche wunderbaren Lösungen werden für Probleme entwickelt?

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Weltmädchentag 2020

Mädchen und Corona in Afrika

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf viele Bereiche aus. Mädchen und junge Frauen leiden in vielen Ländern am stärksten unter den Folgen der Pandemie. Die Corona-Pandemie führte dazu, dass viele Mädchen im Süden Afrikas schwanger wurden. Denn viele Mädchen und junge Frauen erlebten und erleben sexuelle Gewalt. Diese stieg im Zuge der Schulschließungen und der weltweiten Lockdowns an. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Teenager-Schwangerschaften ist, dass viele Mädchen und Frauen nicht wissen, wie sie richtig verhüten können und oft auch die finanziellen Mittel dazu fehlen.

Mädchen und Frauen sind weltweit von Gewalt und sexueller Ausbeutung bedroht. Ungleichheiten in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft erschweren Mädchen den Zugang zu Bildung und den Einstieg in die Berufswelt. Freizeit und andere alltägliche Aufgaben unterscheiden sich teilweise enorm von denen der Jungen.

Zwangsheirat

Mädchen werden häufig zwangsverheiratet. Niger liegt weltweit auf Platz 1 in Sachen Kindesheirat.  Eltern können aufgrund von Armut oft nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen und sehen eine Zwangsheirat als einzige Chance, um die Töchter zu versorgen. Der Wohnraum ist zu klein für die Familie, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Kinder können nicht zur Schule gehen, da sich die Eltern die Gebühren nicht leisten können. An dieser Stelle starten Organisationen Eingliederungsmaßnahmen, um jungen Mädchen eine Chance auf Schuldbildung zu geben und diese zu schützen.

In Benin arbeitet unsere Mitgliedsorganisation „Kinderrechte Afrika“ mit einem lokalen Partner an einem Projekt, das Mädchen den Rücken stärkt. Auf einer Ausbildungsfarm erlernen Mädchen biologische Anbaumethoden. Das Projekt schützt die jungen Mädchen vor Ausbeutung und schafft Zukunftsaussichten.

500.000 Mädchen mehr in Zwangsehen im Jahr 2020

Die Zwangsheirat ist ein weiterer Grund für den Anstieg von Teenager-Schwangerschaften während der Corona-Pandemie. Man geht davon aus, dass im Jahr 2025 rund 61 Millionen Kinder zwangsverheiratet sein werden.

„Allein im Jahr 2020 dürften eine halbe Million Mädchen mehr zwangsverheiratet werden, schätzt die Organisation in ihrem Bericht „Global Girlhood – Wie COVID-19 den Fortschritt in Gefahr bringt“.“

Sierra Leone setzt Schulverbot für schulpflichtige Mütter außer Kraft

Schwangere Mädchen und junge Frauen werden im Falle einer Schwangerschaft häufig aus der Gesellschaft und von der Schule ausgeschlossen. In anderen Ländern, wie in Sierra Leone, bemüht sich die Regierung, Mädchen eine Chance auf Bildung zu ermöglichen, insbesondere um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. [4] In Sierra Leone wurde im Frühjahr 2020 das Schulverbot für schulpflichtige werdende Mütter außer Kraft gesetzt. Der westafrikanische Staat geht mit gutem Beispiel voran.

Nichtsdestotrotz bedeutet eine Schwangerschaft meist das Bildungsaus für die Mehrheit der Mädchen. „Bis zu einer Million Mädchen könnten in Afrika vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, weil sie während der Corona-Schließungen schwanger geworden sind.“ Dies prognostiziert ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Organisation World Vision.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass gemeinsam gegen die geschlechterbasierten Ungerechtigkeiten gekämpft wird. Unsere Unterrichtsmaterialien liefern spannende Informationen und Handlungsanweisungen zu diesem Thema. Weitere Beiträge zu Frauen und interessanten Beispielen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit findet ihr außerdem in unserer Infothek.

Weitere Informationen unter:

World Vision Der Staat verbietet schwangeren Mädchen die Schulbildung (26.08.2020)

UN My Voice, Our Equal Future (2020)

Deutsche Welle Corona treibt Hunderttausende Mädchen in Zwangsehe (01.10.2020)

World Vision Der Staat verbietet schwangeren Mädchen die Schulbildung (26.08.2020)

RND Corona: Wegen Schwangerschaft droht eine Million Mädchen Schulverbot (21.08.2020)

World Vision Covid-19 Aftershocks: Access denied (2020)

Der innovative Pflege-Roboter aus Senegal

Zwei Studierende an der Universität Ecole Superieure Polytechnique in Dakar, entwickelten einen Krankenhausroboter um den Kontakt zwischen medizinischem personal und Covid-19-Patientinnen und Patienten zu verringern.

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Krankenhaus

Der innovative Pflege-Roboter aus Senegal

Der innovative Pflege-Roboter aus Senegal

Junge Gründerinnen und Erfinder aus Afrika zeigen, wie technische Lösungen unterstützend im Kampf gegen Covid-19 eingesetzt werden können. Lamine Mouhamed Kébé und Mohamed Gueye sind Studenten an der Universität Ecole Superieure Polytechnique in Dakar, Senegal. Sie waren gerade dabei Schließfächer mit WLAN zu entwickeln, als die Corona-Pandemie Afrika erreichte.[1] Im April 2020 startete die Universität dann die Entwicklung des Roboters namens „Docteur Car“.

Medizinische Versorgung neu gedacht

Der Krankenhaus-Roboter teilt Essen und Medikamente aus. Außerdem ist er mit einer internen Kamera ausgestattet. Die Kontrolle läuft über eine dazugehörige App.

Die moderne Ausstattung ermöglicht dem medizinischen Personal über den Roboter mit den Patientinnen und Patienten zu kommunizieren. Denn „Docteur Car“ spricht vier Sprachen: Englisch, Französisch, Pulaar und Wolof.[2] Wolof ist die Muttersprache von rund 4,6 Millionen Senegalesen und gilt für zusätzliche 7,8 Millionen als Lingua franca, insbesondere in Dakar. Pulaar wird von den Fulani gesprochen, einem ehemaligen Nomadenvolk Westafrikas, welches heute sesshaft ist.

Diese Sprachfunktion ist insbesondere für die Behandlung von Menschen in sehr abgelegenen Regionen interessant. Denn viele Menschen in ländlichen Gebieten haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. So könnte die Erfindung auch unabhängig der Corona-Pandemie vielen Menschen helfen, nicht nur in Senegal!

Corona-Situation in Senegal

Obwohl Senegal im Vergleich zu europäischen Staaten oder den USA weniger Corona-Fälle aufweist, stellt das Coronavirus weiterhin eine Bedrohung für die Senegalesen und ihr Gesundheitssystem dar. Die Folgen der Ausbreitung sind in Ländern mit schwächerer Infrastruktur deutlich schwerer. Es mangelt oft an der notwendigen Ausstattung, um eine flächendeckende Ausbreitung zu bekämpfen. Das Virus wird teilweise durch das Krankenhauspersonal übertragen, da diese dem Virus täglich ausgesetzt sind.[3]

Vision

Ziel der Erfindung ist es, den Kontakt zwischen dem medizinischen Personal und Covid-19-Patientinnen und Patienten zu verringern. Dies würde die Zahl der Neuinfektionen senken und das medizinische Personal schützen.

Derzeit arbeiten die jungen Erfinder der senegalesischen Universität an Verbesserungen, um zukünftig auch medizinische Tests von ihrem Roboter durchführen zu lassen. Die Innovation hat folglich viele positive Auswirkungen auf den Klinikalltag. Zusätzlich zum Schutz des Personals werden die Kosten für teure Ausstattung und Schutzausrüstung gesenkt. Denn nach einmaliger Nutzung müssen diese entsorgt werden. Der Roboter benötigt dies nicht.

Weitere Informationen unter:

[1] Bonn Sustainability Portal (2020) GIZ | „Gute Besserung“: Studenten aus Senegal entwickeln sprechenden Pflege-Roboter

[2] Emergency Live (2020) Senegal: Docteur Car fights COVID-19, Polytechnic Institut of Dakar presents the robot with anti-COVID innovations

[3] France 24 (2020) Senegal’s engineering students design machines to fight Covid-19

Corona: Bildungskrise durch Schulschließungen

Vor der Corona-Pandemie gingen bereits 258 Millionen Kinder weltweit nicht zur Schule. Durch Schulschließungen und fehlendem Zugang zu Fernunterricht hatten in den vergangenen Monaten 463 Millionen Kinder keine Möglichkeit zu lernen.

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Corona: Bildungskrise durch Schulschließungen

Laut UNICEF waren 1,5 Milliarden Kinder auf der Welt während der Corona-Pandemie von Schulschließungen betroffen. Mindestens jedes Dritte dieser Kinder hatten keine Möglichkeit ihre Schulbildung durch Fernunterricht zuhause fortzusetzen. Das sind mindestens 463 Millionen Kinder. Monatelang hatten diese Kinder keine Lernmöglichkeiten. Die UN warnen vor diesem Hintergrund vor einer globalen Bildungskrise. Die Folgen könnten, laut UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore, noch Jahrzehnte lang in Wirtschaft und Gesellschaft bemerkbar sein.

Afrika ist besonders stark betroffen

Der Bericht „The Remote Learning Reachability” zeigt die Herausforderungen und tiefen Ungleichheiten beim Zugang zu alternativen Lernmöglichkeiten auf. UNICEF prüfte die Verfügbarkeit von verschiedenen Fernbildungsangeboten in 100 Ländern. Untersucht wurden die technologischen Voraussetzungen und die Anwendungen, die für den Unterricht von Zuhause benötigt werden. Der Zugang zu sowie die Verfügbarkeit von Schulmaterialien in Online-Kursen und Bildungssendungen in Radio und Fernsehen wurden analysiert. 

Die Ergebnisse zeigen starke Unterschiede zwischen Regionen. Kinder in Subsahara-Afrika sind am stärksten betroffen: 49 Prozent der der Schulkinder dort hatten Zuhause keinen Zugang zu Unterrichtsmaterialien. Im Vergleich sind in Südasien 38 Prozent und in Osteuropa und Zentralasien 34 Prozent der Schulkinder betroffen. Die meisten Kinder haben in Lateinamerika und in der Karibik Zugriff auf Fernbildungsangebote, hier konnten 91% die Angebote nutzen. Die meisten der Kinder ohne alternative Lernmöglichkeiten leben in ländlichen Gegenden, in armen Haushalten ohne Internetverbindung oder Stromversorgung.  

Situation noch schlimmer als befürchtet

Die Zahlen sind bereits alarmierend, doch geht UNICEF davon aus, das die Realität noch schlimmer ist. Denn selbst wenn Kinder den Zugang zu Radio, Fernsehen oder sogar einem Computer mit Internetverbindung haben, kommen andere Störfaktoren hinzu: Viele Kinder müssen im Haushalt helfen, werden zur Arbeit gezwungen oder leben in einer Umgebung, in der es zu laut und unruhig ist, um sich zu konzentrieren. 

In nur sechs der 29 Länder in Afrika südlich der Sahara sind die Schulen inzwischen wieder ganz geöffnet. Einige Länder haben beschlossen, die Schulen erst ab Januar 2021 wieder zu öffnen. Es wird damit gerechnet, dass 25 Prozent aller Kinder nach den Schließungen nicht ins Klassenzimmer zurückkehren. Die Bildungswege einer ganzen Generation sind in Gefahr.

Die Verluste durch Schulschließungen gehen auch weit über das Lernen hinaus. In der Schule bekommen auch viele Kinder ihre einzige warme Mahlzeit am Tag. Sie haben erwachsene Ansprechpersonen und ein wichtiges stützendes soziales Netzwerk. Die Schule bietet gerade für Mädchen Schutz vor sexueller Gewalt, Frühverheiratung und Schwangerschaften, von denen derzeit wieder vermehrt Schülerinnen betroffen sind. 

Forderungen von UNICEF und der WHO

UNICEF und die WHO fordern nun die afrikanischen Regierungen auf, die sichere Wiedereröffnung von Schulen zu fördern und gleichzeitig Maßnahmen zur Begrenzung der Verbreitung des Virus zu ergreifen. Wenn Geschäfte wieder geöffnet werden können, sollten auch Schulen wieder öffnen. Es ist wichtig die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften zu gewährleisten. Dazu sollten Sicherheitsmaßnahmen wie Abstandsregelungen streng befolgt werden.

Falls eine Wiedereröffnung nicht möglich ist, sollten die Regierungen an Alternativen für Schülerinnen und Schüler arbeiten. Bei der Anpassung der Bildungssysteme müsse insbesondere an ohnehin marginalisierte Kinder gedacht werden. Schulsysteme sollten außerdem für weitere Krisen gewappnet sein, so UNICEF.

Quellen:

‚Education emergency‘ as third of world’s children lack remote learning‚ –  Nita Bhalla, news.trust.org, 27.08.2020 

COVID-19: JEDES DRITTE SCHULKIND HATTE KEINEN ZUGANG ZU FERNUNTERRICHT– UNICEF, 27.08.2020

Corona-Schließungen in Kenia: Droht eine verlorene Generation?‚– Berliner Zeitung, 31.08.2020

Veranstaltungstipp: KENAKO Afrika Festival

Das KENAKO Afrika Festival 2020 goes digital – vom 5. bis 26. September erwarten Dich spannende Vorträge, Konzerte und mehr.

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Bühnenquiz@KENAKO2018_© AfrikaMedienZentrum

Veranstaltungstipp: KENAKO Afrika Festival

Die letzten Jahre war GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit dem Vernetzungsspiel auf dem KENAKO Afrika Festival auf dem Alexanderplatz in Berlin am Start. Auf einer sechs mal drei Meter großen Plane verdeutlichte das Spiel den Besucherinnen und Besuchern, wie eng die eigene Lebenswelt mit der vieler afrikanischer Länder verbunden ist. Jedes Jahr von Neuem war es ein wirklich gelungenes Festival und auch unser Spiel kam immer gut an.

Dieses Jahr ist alles anders und super spannend

Aufgrund der Corona-Pandemie kann das diesjährige KENAKO Afrika Festival in der sonst üblichen Form nicht stattfinden. Eine Veranstaltung in der Größenordnung ist auf dem Berliner Alexanderplatz in diesem Jahr leider nicht möglich. Doch muss nicht gänzlich auf das Festival verzichtet werden: Digital – und zum Teil in kleinen Runden auch analog – werden in der Zeit vom 05.09. bis zum 26.09.2020 zahlreiche interessante Veranstaltungen angeboten. So fällt nicht die ganze Planung ins Wasser und es hat sogar den Vorteil, dass Interessierte auch von außerhalb Berlins teilnehmen können. 

Der thematische Schwerpunkt liegt auf Errungenschaften, die auf dem afrikanischen Kontinent schon lange vor der Kolonialzeit hervorgebracht wurden. Neben Podiumsdiskussionen zur deutschen Kolonialgeschichte und Rassismus in Deutschland, gibt es Vorträge und Lesungen sowie einen Workshop zu Critical Whiteness und zahlreiche digitale Konzerte afrikanischer Künstler und Künstlerinnen.

Wir freuen uns darauf! Das genaue Programm und Links zur Teilnahme findest Du hier.

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Pinke Taxen in Kinshasa: Frauen auf dem Fahrersitz

Die Unternehmerin Patricia Nzolantina ist Gründerin des kongolesischen Taxiunternehmens Ubizcabs, das ausschließlich Frauen einstellt, obwohl in der Demokratischen Republik Kongo Taxifahren als „männlicher“ Beruf gilt.

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Pinke Taxen in Kinshasa: Frauen auf dem Fahrersitz

In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, leitet Patricia Nzolantina das Taxiunternehmen „Ubizcabs“. Patricia ist Gründerin des Unternehmens, ihre hundertprozentige Frauenquote macht das Unternehmen zu etwas Besonderem. Doch nicht nur das, sie zahlt ihren Fahrerinnen Gehälter, die weit über dem kongolesischen Durchschnitt liegen. Zusätzlich bekommt jede Frau ein eigenes Konto mit eigener Kreditkarte, um ihr Geld selbst verwalten zu können.

In Kinshasa ist das Taxifahren ein von Männern dominiertes  Arbeitsfeld, Patricia hingegen stellt nur Frauen als Fahrerinnen ein. In ihren luxuriösen pinken Taxen gibt es Getränke und WLAN, allerdings kostet eine Fahrt auch 15 Dollar – ein hoher Preis für Kinshasa!

Video über Ubizcabs auf Englisch:

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Die Unternehmerin Patricia Nzolantina

Ubizcabs ist nicht Patricias erstes Unternehmen, auch wenn ihr Hauptsitz an ein Start-Up erinnert: hinter einem pinken Tor verteilen sich offene Büros auf drei Etagen und an den Wänden hängen Bilder von afrikanischen Unternehmerinnen und inspirierende Zitate.

Nach ihrem Studium in Kinshasa, Stanford und Harvard gründete Patricia Nzolantina ihre erste Marketingfirma, welche sie später in die Holdinggesellschafft „Bizzoly“ umwandelte. Eine Holdinggesellschaft ist ein Unternehmen, welches sich mit Geld an anderen Unternehmen beteiligt. Bizzoly ist unter anderem an mehreren Start-Ups von Frauen, an der Produktion eines Magazins und  von Mineralwasser beteiligt. Das Leitprinzip ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und kongolesische Frauen zu stärken.

Neue Projekte stehen in den Startlöchern

Patricia sagt, dass sie viele Opfer bringen musste, um erfolgreich zu sein. Banken gaben ihr zunächst keine Kredite und sie musste ihr Privatleben hinten anstellen. Doch sie bereue nichts, denn tief in ihrem Inneren wisse sie, dass sie vielen Familien ein gutes Leben ermöglicht, indem sie Frauen gut bezahlt und fördert. Patricia entwickelt ihr Taxiunternehmen stetig weiter und bildet auch Frauen aus. Seit neuestem bietet das Unternehmen einen Lieferdienst auf Motorrädern an: „Ubizdelivery“. Obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie einige von Patricias Projekten bremste, ist sie voller Zuversicht und Selbstvertrauen für die Zukunft.

Weitere Informationen:

Dubois, J. / Le Monde A Kinshasa, le taxi se décline au féminin

Dubois, J. / France24 DR Congo taxi service puts women in the driver’s seat

Helden gegen COVID-19 im August

Das nigerianische Unternehmen "KeMaTim Concepts" entwickelte, anlässlich der aktuellen Corona-Pandemie, ein vollautomatisches Handwaschsystem.

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Helden gegen COVID-19 im August

Auf der Webseite theAfricanDream.net werden die „Heldinnen und Helden von COVID-19“ gekürt. Einzelpersonen oder Organisationen, die sich mit ihren Aktionen für andere stark machen, werden geehrt.

Im August 2020 wird das Unternehmen „KeMaTim Concepts“ gefeiert, welches die Zwillingsbrüder Marvelous Taye Ayodele und Innocent Kehinde Ayodele gegründet haben. Das nigerianische Unternehmen entwickelt und produziert innovative Technologien.

Vollautomatisches Handwaschgerät

Das Unternehmen entwickelte als Antwort auf die andauernde Corona-Pandemie ein vollautomatisiertes, mobiles Handwaschgerät. Beim Händewaschen mit diesem Gerät muss man weder den Wasserhahn, den Seifenspender oder den Desinfektionsspender berühren. Dadurch verringert sich die Übertragungswahrscheinlichkeit von Viren erheblich.

Heldenhafter Einsatz

Wirklich heldenhaft wurde diese Innovation allerdings erst, als sich das Unternehmen dazu entschied, ihr Pionierprodukt an die „Presidental Task Force“ gegen COVID-19 zu spenden. Das Handwaschgerät soll nun in der geschäftigen Hauptstadt von Nigeria, Abuja, zum Einsatz kommen.

Das aufstrebende Technologieunternehmen engagiert sich so in der Corona-Pandemie für die Gesundheit der Menschen und setzt damit ein Zeichen der Solidarität.

Innovative Jugend Nigerias

Innocent Ayodele erklärte außerdem, dass sie mit dem Gerät und der Spende Aufmerksamkeit auf die innovative Jugend Nigerias lenken wollen. Afrika sei voller junger Frauen und Männer mit großartigen Talenten, großer Leidenschaft und viel Potential, welches mit den richtigen Ressourcen gefördert werden könne, so Ayodole.



Weitere Informationen:

Ofori, O. / theAfricanDream.net Heroes of COVID-19: Kematim Concepts Donates Pioneer Nigeria Made Automated Handwash Device

Kenia: Ballons bringen Hochgeschwindigkeits-Internet in abgelegene Gebiete

Seit April 2020 fliegen riesige Ballons in der Stratosphäre über Kenia und sorgen für eine stabile Internetverbindung in Gegenden, die früher schlechten oder gar keinen Zugang zum Netz hatten.

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Kenia: Ballons bringen Hochgeschwindigkeits-Internet in abgelegene Gebiete

Hoch in den Lüften Kenias schweben neuerdings riesige Ballons. Ausgestattet mit modernster Technologie kann mit diesen Ballons Hochgeschwindigkeits-Internet empfangen werden. Das „Projekt Loon“ entstand in Zusammenarbeit von Googles Muttergesellschaft Alphabet und dem kenianischen Telekommunikationsanbieter „Telkom Kenya“ und ist das erste seiner Art. Es ist das erste Ballonbetriebene Internet in Afrika und das erste, welches nicht speziell in Katastrophengebieten eingesetzt wird.

Genaue Flugruten durch intelligente Systeme

Die Ballons bestehen aus Polyethylen-Kunststoffteilen in der Größe eines Tennisplatzes. Sie sind mit allem ausgestattet, was in einem Mobilfunkmastmast am Boden steckt und enthalten zusätzlich Solarzellen, welche die Energiezufuhr der Ballons sicherstellen und eine Software, welche die Ballons steuert.

Die lichtdurchlässigen Ballons starten ihren Flug in den USA und gelangen durch Windströme und ein intelligentes Flugsystem nach Kenia. Je mehr Erfahrung die Flugsysteme in der Stratosphäre über Kenia sammeln, desto mehr Ballons können eingesetzt werden.

„Diese Technologie wird es ermöglichen, dass selbst die abgelegenen Gegenden Kenias einen konstant guten Internetzugang haben werden“, sagt der CEO von Telkom Kenia Mugo Kibati. Loon plant bald 35 oder mehr Ballons in einer Höhe von 20 km über der Erde in der Stratosphäre schweben zu lassen und jeweils 50.000 Quadratkilometer Landfläche mit 4G- oder LTE-Netz versorgen zu können.

Vor Projektbeginn in Kenia wurden die Ballons bisher nur in Katastrophengebieten eingesetzt, in denen die Internetverbindung abbrach. Beispielsweise in Puerto Rico, nachdem Hurricane Maria das mobile Netzwerk zerstörte.

Corona treibt Entwicklung voran

Die starken Einschränkungen überall auf der Welt während der Corona-Pandemie führten dazu, dass viele Menschen von Zuhause aus arbeiten mussten. Eine stabile Internetverbindung ist dafür meist unabdingbar. Das zeigte, dass die Infrastruktur dafür ausgebaut werden müsse und trieb so auch das „Loon Projekt“ voran.

In einer Fernsehansprache im März sagte der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta, dass die Ballons es Kenia ermöglichen werden, den Wettbewerbsvorteil in Informations- und Kommunikationstechnik auf dem Kontinent aufrecht zu halten.

Nur 28% der 1,3 Milliarden Menschen in Afrika haben laut einer Studie der „Alliance for Affordable Internet“ einen Zugang zum Internet. Das „Loon-Projekt“ und die Telkom Kenya hoffen diesen Anteil zu vergrößern.

Weitere Informationen:

Feleke, B. / CNN Google launches balloon-powered internet service in Kenya

Corona Update: Infektionszahlen in Afrika steigen weiter an

Die frühzeitigen Vorsichtsmaßnahmen in vielen Ländern Afrikas, haben die Ausbreitung des Virus verzögert. Doch ist die Zahl der Neuinfektionen auf dem afrikanischen Kontinent inzwischen höher als die in Europa.

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Corona Update: Infektionszahlen in Afrika steigen weiter an

In Afrika könnte nun die kritische Phase der Pandemie beginnen meint Michael Ryan, Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Afrika verzeichnet zurzeit um die 20.000 Neuinfektionen täglich – mehr als in Europa und doppelt so viele wie im letzten Monat. Das Virus hat sich nun auch auf alle 55 Ländern des Kontinents ausgebreitet.

Sterberate in Afrika

Am stärksten betroffen ist Südafrika, das Land verzeichnete bisher nun mehr als eine halbe Millionen Infektionen und 8153 Tote. In Afrika insgesamt sind 20.444 Menschen (Stand 04.08.2020) in Folge von einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Sterberate ist in afrikanischen Ländern geringer als in Europa, zurückzuführen ist dies vermutlich auf das geringe Durchschnittsalter von 19,5 Jahren (zum Vergleich in Europa: 43 Jahren). Aufgrund weniger Testungen als in europäischen Ländern sind die Zahlen allerdings auch weniger aussagekräftig. In Südafrika war beispielsweise die Sterblichkeitsrate zwischen dem 6. Mai und dem 14. Juli um 59% höher als im Vorjahr, was auf eine höhere Zahl von tatsächlichen Covid-19-Opfern hinweist. 

Unzureichende Versorgung

Viele Länder Afrikas haben für zusätzliche Krankenhausbetten gesorgt, Beatmungsgeräte gekauft, Sensibilisierungskampagnen durchgeführt und Warnsysteme aufgebaut um sich auf die Ausbreitung des Virus vorzubereiten. Trotzdem bleibt zu befürchten, dass viele Länder Afrikas eher schlecht auf eine Pandemie vorbereitet sind, da viele Gesundheitssysteme unterfinanziert sind. Krankenhäuser vieler Staaten Afrikas fehlt es an medizinischer Schutzausrüstung, weshalb sich bereits über 10.000 Ärztinnen und Ärzte und Krankenpflegerinnen und -pfleger angesteckt haben.

Folgen des Lockdown

Viele Länder Afrikas haben verhältnismäßig früh einen nationalen Lockdown ausgerufen und den Flugverkehr unterbrochen, doch die meisten Länder lockern nun trotz steigender Neuinfektionen die Schutzmaßnahmen wieder. Noch schlimmer als die Angst vor dem Virus ist für die allermeisten Menschen die Sorge um das tägliche Überleben. 85% der in Afrika lebenden Menschen arbeiten laut ILO (2018) im informellen Sektor. Ein Lockdown bedeutete für diese Menschen den Wegfall all ihrer Einnahmen und Armut und Hunger als Folge. Die Gewalt an Frauen und Mädchen stieg an und Schulschließungen brachten vielfältige Herausforderungen mit sich.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort

Vielerorts sind die Menschen auf eine gesundheitliche Versorgung von internationalen Hilfsorganisationen angewiesen. Auch unsere Mitgliedsorganisationen sind unter diesen erschwerten Bedingungen weiterhin vor Ort und leisten wichtige Beiträge zur gesundheitlichen Versorgung Afrikas. Das ist in der aktuellen Krise wichtiger denn je! ADRA Deutschland beispielsweise unterstützt mit Spenden die Beschaffung von medizinisch-hygienischen Hilfsgütern in Krisengebieten und action medeor unterstützt den Versand von Medikamenten weltweit. Die Stiftung Menschen für Menschen leistet mit ihren Hygieneprojekten in Äthiopien einen wichtigen Beitrag bei der Eindämmung von Infektionen.

Rund um die Uhr arbeiten unsere Mitgliedsorganisationen nicht nur daran, die Ansteckungsgefahr zu verringern, sondern auch den Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Ernährungssituation entgegenzuwirken. Sie verteilen unter anderem Lebensmittelpakete, ermöglichen E-Learning-Kurse, nehmen Straßenkinder auf und erhöhen die Angebote für Hilfe bei geschlechtsspezifischer Gewalt.

Um unsere Mitgliedsorganisationen auch weiterhin mit Spenden zu unterstützen, bitten wir Sie in dieser schwierigen Situation, Ihren Blick für die humanitäre Lage über die eigenen Grenzen hinaus nicht zu verlieren und sich solidarisch zu zeigen, soweit es Ihnen möglich ist.

Helfen Sie mit einer Spende. Wenn wir alle zusammen stehen, werden wir diese Krise gemeinsam überwinden!

Welttag gegen den Menschenhandel

Bei Sklaverei denken viele Menschen an das 19. Jahrhundert, doch menschenrechtsverletzende Taten, wie Menschenhandel und moderne Sklaverei sind noch immer aktuell. Anlässlich des internationalen Tages gegen Menschenhandel möchten wir daher über einige Fakten zu moderner Sklaverei und Menschenhandel auf dem afrikanischen Kontinent aufklären.

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Symbolbild Menschenhandel

Welttag gegen den Menschenhandel

Definition von Menschenhandel

Menschenhandel umfasst die Rekrutierung, Unterbringung, Beförderung und Beschaffung einer Person für Arbeit oder Dienstleistungen, durch Anwendung von Gewalt, Betrug, oder Zwang zum Zwecke der Unterwerfung unter unfreiwillige Knechtschaft, Schuldknechtschaft und Sklaverei. Ein Opfer muss nicht physisch von einem Ort zum anderen transportiert werden, damit das Verbrechen unter diese Definition fällt.

Zahlen zum  Menschenhandel auf dem afrikanischen Kontinent

9,24 Millionen Menschen wurden 2018 in Afrika versklavt, 7,8 Millionen von ihnen in Ländern südlich der Sahara. 9,24 Millionen machen 19% der Menschen aus, die der modernen Sklaverei weltweit zum Opfer fallen. Die häufigsten Formen moderner Sklaverei in Afrika sind erzwungene körperliche Arbeit und Zwangsheirat.

Jede Sekunde sind 3,5 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner von Menschenhandel betroffen. In Westafrika werden  99% der Opfer in ihrer eigenen Region ausgebeutet, in Ostafrika sind es 90%, in Nordafrika 83% und in Subsahara-Afrika 62%. In 12 Ländern Afrikas gibt es zurzeit bewaffnete Konflikte. Durch diese Konflikte wurden 25 Millionen Menschen vertrieben und sind besonders gefährdet von Menschenhandel.

Die Opfer von Menschenhandel

Menschenhändler suchen gezielt nach verletzlichen und schutzlosen Personen. Häufig betrifft das Menschen, die auf Grund von gewaltsamen Konflikten, oder aus ökonomischen Gründen zur Flucht gezwungen wurden.

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass nur junge Frauen Opfer von Menschenhandel werden und ausschließlich zur Prostitution gezwungen werden. In Wahrheit werden die meisten Opfer von Sklaverei und Menschenhandel in den Ländern Afrikas jedoch zu Feldarbeit, Hausarbeit und Produktionsarbeit gezwungen.

Es gibt große regionale Unterschiede, was das Alter und das Geschlecht der Opfer von Menschenhandel in Afrika betrifft. Insgesamt sind mehr Frauen als Männer betroffen. In Nordafrika ist die größte Gruppe der Opfer Jungen, die häufig zum Betteln gezwungen werden. In Westafrika hingegen besteht die größte Gruppe aus Mädchen, welche zu Hausarbeiten gezwungen werden. Mehr als 50% der Opfer von Menschenhandel in Afrika südlich der Sahara sind Kinder.

Schlechte ökonomische Voraussetzungen, gewaltsame Konflikte, humanitäre Krisen und Umweltkrisen sind die häufigsten Ursachen für Menschenhandel und moderne Sklaverei auf dem afrikanischen Kontinent.

Viele Menschen hierzulande sind sich nicht darüber bewusst, unter welchen Bedingungen Produkte unseren alltäglichen Konsums hergestellt werden – und welch hohen Preis Menschen in Afrika zum Beispiel für unsere billige Schokolade zahlen. Andere Menschen werden ausgebeutet, damit wir hier möglichst billig unsere Bedürfnisse befriedigen können. Sich selbst zu informieren und zu wissen, welche Produkte unter menschenrechtsverletzenden Umständen hergestellt werden, ist deshalb wichtig für einen fairen und menschlichen Konsum. Hier haben wir zusammengefasst, was jede und jeder einzelne gegen moderne Sklaverei tun kann.

Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich gegen moderne Sklaverei ein, in dem sie die Lebensbedingungen vor Ort verbessern, um Armut zu bekämpfen und Bildungschancen, Perspektiven und Arbeitsplätze zu schaffen. Auch bieten sie beispielsweise Menschen auf der Flucht sichere Anlaufstellen, um sie so vor Menschenhandel zu schützen.

Weitere Informationen

Fedele, A. / African Sisters Education Collaborative Human Trafficking Trends in sub-Saharan Africa

Teile dieses Beitrags sind eine übersetzte Zusammenfassung des Artikels Myths about Human Trafficking in Africa vom Africa Center for Strategic Studies, welcher am 26.06.2019 veröffentlicht wurde.

Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen

Gute Bildung ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt und zu nachhaltiger Entwicklung weltweit. Darauf will die UNESCO am 15. Juli aufmerksam machen - dem Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen. Schulschließungen während der Covid-19-Pandemie stellen das Bildungswesen in afrikanischen Ländern vor besondere Herausforderungen.

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Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen

Afrika ist demographisch der jüngste Kontinent der Erde. Fast 20 Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner kommen laut BMZ* jedes Jahr neu auf den afrikanischen Arbeitsmarkt. 2030 werden fast ein Drittel aller jungen Arbeitskräfte weltweit aus Afrika stammen. Um einen guten Job finden und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, ist eine gute Aus- und Weiterbildung besonders wichtig.

Mangelnde digitale Infrastruktur als Hürde

Während der andauernden Covid-19-Pandemie können 1,2 Milliarden Kinder auf der Welt nicht zur Schule gehen, allein in Afrika sind es 297 Millionen. Im Gegensatz zum globalen Norden ist es in Ländern Afrikas oftmals nicht so einfach auf Homeschooling [Hausunterricht] umzusteigen.

Die digitale Bildung in Afrika boomt: 2019 gab es 200 Start-Ups im E-Learning-Bereich. An innovativen Ideen fehlt es also nicht. Allerdings an Ausrüstung, laut UNESCO haben 89% der Schülerinnen und Schüler in afrikanischen Ländern südlich der Sahara keinen Zugang zu einem Computer und 82% keinen Zugang zum Internet. Der Gebrauch digitaler Medien nimmt zu, doch für die Umstellung auf Online-Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler reicht es somit bei Weitem nicht. Damit sie dennoch an Online-Kursen teilnehmen konnten, brachten einige Eltern ihre Kinder in Internet-Cafés. Diese waren aber oft überfüllt und bargen so ein hohes Ansteckungsrisiko.

Rückgriff auf Fernsehen und Radio

Einige afrikanische Länder setzen auf traditionelle Medien: Im Fernsehen werden beispielsweise Bildungsprogramme für die Grundschule und auch für die Sekundarstufe 1 und 2 zum Teil schon seit Jahrzehnten ausgestrahlt. Diese Technik hat zum Vorteil, dass mehrere Familien darauf zugreifen können und sich Familien nicht erst in Online-Angebote einarbeiten müssen. Aber auch bei dieser Möglichkeit zeigen sich Schwierigkeiten. Nur 42% aller Haushalte (102 Millionen) in Afrika südlich der Sahara besitzen einen Fernseher.

Die zugänglichste Technologie stellt immer noch das Radio dar, in 80 bis 90% der Haushalte in Ländern Afrikas südlich der Sahara ist es vorhanden. In vielen dieser Länder laufen Bildungssendungen deshalb auf dem weitverbreiteten Rundfunkgerät. Auch hier gibt es Sendungen für verschiedene Altersgruppen und verschiedene Fächer. Beim Radio gibt es zwar keine visuelle Unterstützung der Lerninhalte, mit Aufgaben und Spielen kann die Aufmerksamkeit der Zuhörenden dennoch erfolgreich geweckt werden.

Lernen über SMS

Eine weitere Methode stellt ein SMS-System dar, welches in Kenia entwickelt wurde: Eneza Education. Schon seit 2011 stellt das Unternehmen Lerninhalte, Frage-Antwort-Spiele, den Zugang zu einer Enzyklopädie und vieles mehr über den SMS-Service bereit. Eigentlich kostet das Eneza Education Paket 20 US-Dollar pro Jahr, während Corona stellten sie ihren Dienst aber kostenlos zur Verfügung.

Mit diesen vielfältigen Möglichkeiten wird versucht, das Lernen während der herausfordernden Covid-19-Pandemie in afrikanischen Ländern aufrecht zu erhalten und den Kompetenzerwerb junger Menschen zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass die Regierungen weiter in digitale Bildung investieren, aber auch dass die Schulen bald wieder öffnen können, denn eine lange Unterbrechung des Lernens kann die Jobaussichten und eine sicherere Zukunft für Jugendliche gefährden.

Weitere Informationen

Da Silva, I. / TRT World (2020) Covid-19 reveals digital divide as Africa struggles with distance learning

Burns, M. / Global Partnership for Education (2020) School, interrupted: 4 options for distance education to continue teaching during COVID-19

Kuwonu, F. / Africa Renewal (2020) Radio lessons: In Africa schools are closed, but learning goes on

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*Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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Der Mode-Koffer von GEMEINSAM FÜR AFRIKA_©Ralf Rebmann/ GEMEINSAM FÜR AFRIKA

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Internationaler Afrikatag 2020 – Straßenaktion in Zeiten von Corona

Mit provokanten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen macht GEMEINSAM FÜR AFRIKA seit Jahren auf die humanitären Herausforderungen und Missstände auf dem afrikanischen Kontinent aufmerksam. Wir bringen diese Themen ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit und rufen zur Unterstützung der Menschen vor Ort auf. Die Corona-Pandemie verstärkt bestehende Probleme, deshalb rückt GEMEINSAM FÜR AFRIKA diese Themen am diesjährigen Internationalen Afrikatag noch einmal in den Fokus.

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Afrikatag 2020 - Strassenaktion in Zeiten von Corona

Internationaler Afrikatag 2020 – Straßenaktion in Zeiten von Corona

Zum ersten Mal seit Jahren ist GEMEINSAM FÜR AFRIKA aufgrund der Corona-Pandemie am diesjährigen Internationalen Afrikatag nicht auf der Straße präsent. Mit provokanten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen machen wir normalerweise um diesen Tag herum auf die humanitären Herausforderungen und drängenden Probleme unserer Zeit aufmerksam. Wir machen mobil, um die Menschen in Deutschland aufzurütteln und um Politik und Öffentlichkeit zur Unterstützung der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent aufzurufen. Diesen Anspruch verfolgen wir auch und vor allem jetzt während der Corona-Pandemie. Denn die Missstände, auf die wir mit unseren bundesweiten Straßenaktionen jedes Jahr aufmerksam machen, sind präsenter und relevanter denn je.

Flucht, Hunger, bewaffnete Konflikte, Ausbeutung und Armut gewinnen als Folge der Corona-Pandemie sogar noch an Schärfe. Die strengen Ausgangsbestimmungen und Sicherheitsvorkehrungen der afrikanischen Regierungen, eigentlich zum Schutz der Bevölkerung, treffen die ohnehin benachteiligten und geschwächten Bevölkerungsgruppen besonders stark. Sie werden nach nur wenigen Tagen Ausgangssperre Ihrer Existenzgrundlage beraubt und können ihre Familien nicht mehr ernähren. Das führt zu Armut und Hunger. Vielen Menschen bleibt da nur die Flucht.

Legale Migration ist derzeit allerdings keine Option. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, schlossen weltweit Regierungen die Grenzen. Menschenhändler und -schmuggler sehen auch jetzt ihre Chance und bringen Notleidende über gefährliche Routen an ihr Ziel. Das bezahlen viele Flüchtende mit ihrem Leben.

Menschen ohne Perspektiven sind zudem viel anfälliger für ausbeuterische und menschenunwürdige Beschäftigungsverhältnisse. Moderne Sklaverei in Form von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Kinderehen nimmt in Folge der Corona-Krise wieder zu.

Auf diese Missstände hat GEMEINSAM FÜR AFRIKA bereits vor der Corona-Krise mit öffentlichkeitsstarken Straßenaktionen aufmerksam gemacht – schauen Sie sich dazu unser neues Video an:

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GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich für die notleidenden Menschen ein

Gerade jetzt in der Corona-Krise ist es besonders wichtig, dass wir nicht wegschauen und uns unserer Verantwortung bewusst sind. Die Hilfsorganisationen unseres Bündnisses setzen sich in hunderten Projekten in Afrika für Menschen in Not ein:

  • Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA arbeiten in ihren Projekten daran, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, um so Armut zu bezwingen sowie Bildungschancen, Perspektiven und Arbeitsplätze zu schaffen.  
  • Dadurch bekämpfen sie Fluchtursachen und vermeiden, dass Menschen in Situationen extremer Not geraten, die sie zu einfachen Opfern moderner Sklaverei machen.
  • Unsere Mitgliedsorganisationen leisten Nothilfe gegen den Hunger. Aber sie fördern die Ernährungssicherheit auch nachhaltig und langfristig durch Bildungsprojekte und die Stärkung von Frauen als Wirtschaftsakteurinnen.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA schafft Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in den Medien zu Themen wie Hungersnot, Flucht und Existenz moderner Sklaverei. Wir wenden uns mit Petitionen und Forderungen an die deutsche Politik, um beispielsweise ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik zu bewirken oder Rüstungsexporte in afrikanische Krisengebiete zu stoppen.

In Deutschland leisten wir umfassenden Aufklärungs- und Bildungsarbeit für Schülerinnen und Schüler zu Themen wie Krieg, Frieden, Flucht und Kindersoldaten sowie Rohstoffe und Fairer Handel.

Wir rufen jede Einzelne und jeden Einzelnen dazu auf, einen Beitrag zu leisten, um die Situation notleidender oder ausgebeuteter Menschen zu verbessern. Denn mit verantwortungsvollem Konsum, überlegtem Handeln, dem eigenen Engagement für und dem Unterstützen von Hilfsorganisationen über eine Spende kann jede und jeder Einzelne viel bewegen.

Moderne Sklaverei – durch Corona präsenter denn je

Moderne Sklaverei existiert immer noch und weltweit! Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, veranstaltete GEMEINSAM FÜR AFRIKA deshalb am 25. Mai 2018 bundesweit einen symbolischen Sklavenmarkt. Die Corona-Pandemie verstärkt soziale Ungleichheiten zusätzlich und somit die Gefahr, daß benachteiligte und geschwächte Menschen vermehrt ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Formen moderner Sklaverei ausgesetzt sind.

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_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA /Steffen Junghans

Moderne Sklaverei – durch Corona präsenter denn je

Straßenaktion 2019: Moderne Sklaverei

Sklaverei ist kein Phänomen vergangener Zeiten, sie existiert immer noch weltweit. Die moderne Sklaverei hat verschiedene Gesichter wie etwa Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Kinderehen, Kindersoldaten oder sexuelle Ausbeutung. Weltweit gibt es schätzungsweise über 40 Millionen Menschen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten, 21 Millionen davon sind Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter. Darauf machte GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 25. Mai 2018 mit einer bundesweiten Straßenaktion aufmerksam. Denn auch in Deutschland stecken hinter vielen verschiedenen Alltagsprodukten Formen der Sklaverei. Das können Handys, Textilien, Schokolade oder Obst und Gemüse sein. Damit wir diese Produkte hier zu Tiefstpreisen kaufen können, muss anderswo jemand dafür für einen extrem geringen Lohn und unter ausbeuterischen Bedingungen schuften. Um diese Problematik ins Bewusstsein zu rücken und zu zeigen, dass auch Konsumenten eine Verantwortung tragen, veranstalteten wir einen Sklavenmarkt in sieben deutschen Städten und stellten reale Einzelschicksale vor.

Menschen, die sich in dieser Lage befinden, werden auch von der aktuellen Corona-Krise besonders schlimm getroffen. „Covid-19 has the potential to negatively affect everyone, but it does not affect everyone equally. Poor people are more sharply affected by Covid-19 than people who are rich“, so der britische Menschenrechtsverein Anti-Slavery International.

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Menschen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten, fehlt ausreichender Schutz

Corona hat das Potenzial, Menschen, die ausbeuterische Arbeit verrichten, mehr zu tangieren als andere. Sie haben durch ihre Anstellung keinerlei soziale Sicherungen und keine angemessene Gesundheitsversorgung. In der aktuellen Situation besteht die Möglichkeit, dass sich dieser Zustand sogar noch verschärft und der Zugang zu medizinischer Behandlung weiter erschwert wird, da die Systeme oft vollkommen überlastet sind. Wenn die Arbeitenden krank sind, erscheinen sie wahrscheinlich dennoch auf der Arbeit. Denn die fehlenden Arbeitsstunden und das Defizit im Einkommen würden zu einem zu hohen Verlust führen. Folglich findet im Fall einer Erkrankung mit dem Virus keine Isolation statt und Menschen im Umfeld stecken sich schneller an. Eine fehlende Aufklärung oder Angst vor Abschiebung könnten außerdem zu einem Verzicht auf einen Test führen, so Serena Grant, Geschäftsführerin der Walk Free Initiative, welche jährlich den Global Slavery Index herausgibt. Das Risiko einer schnellen Verbreitung ist also sehr viel höher.

Auch in den Anforderungen an ihre Anstellungen kann sich die Situation für Betroffene noch verschlimmern. Während die Nachfrage nach kommerziellem Sex aufgrund der sozialen Distanzen derzeit schwindet, nimmt die Ausbeutung von Kindern im Internet zu. Auch Bedienstete in der Hausarbeit werden momentan stärker als sonst beansprucht und sind einem größeren Risiko der Gewalt ausgesetzt.

Die aktuelle Corona-Krise verstärkt Ungleichheiten

Viele Menschen an der Armutsgrenze laufen nun zusätzlich Gefahr, in ausbeuterische Verhältnisse zu gelangen, auch wenn sie sich vorher dort nicht befunden haben. Weltweit entstehen Wirtschaftskrisen und Arbeitslosenraten steigen bereits jetzt stark an. Infolgedessen sind Betroffene anfälliger für Versklavung und Ausbeutung. Sie haben keine andere Wahl, weil sie ihre Verdienstmöglichkeit verloren haben, und akzeptieren daher schneller sklavenähnliche Arbeitsbedingungen. Sie befinden sich in einer äußerst verwundbaren Lage. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihrer Arbeit aufgrund der Ausgangsbeschränkungen derzeit nicht nachgehen können, sind dieser Gefahr ausgesetzt.

Heimische Unternehmen könnten zudem nach der Lockerung der Wirtschaftsbeschränkungen ihre Produktion wieder so schnell wie möglich ankurbeln wollen. Aufträge werden darum schneller an unethische Produzenten gegeben und die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften stiege in dem Fall schnell an.

Der GFEMS (Global Fund to End Modern Slavery) geht außerdem von einem Anstieg der Zwangsehen aus. Kinderehen werden tendenziell eher in Notsituationen geschlossen, um die Zukunft des Kindes abzusichern. Katalysatoren für frühe Eheschließungen dieser Art können beispielsweise Einkommensverluste oder eingeschränkter Zugang zu Bildung sein. Kinderehen werden in solchen Situationen oft als Ausweg oder Lösung des Problems gesehen. Kinder, die in der Schule aussetzen, sind außerdem besonders gefährdet, in diese auch zukünftig nicht zurückzukehren. Die fehlende Bildung macht sie wiederum besonders gefährdet für ausbeuterische Arbeit.

Gefahr des Rückgangs des Einsatzes gegen moderne Sklaverei

Organisationen wie die Delta 8.7 Plattform sorgen sich derzeit, dass Regierungen aufgrund der Auslastung durch die aktuelle Corona-Krise ihr Engagement gegen Versklavung zurückschrauben. NGOs befürchten zudem, in diesen Zeiten nicht mehr ausreichend finanzielle Unterstützung zu bekommen. Einbrechende Spendenbereitschaft kann zu erheblichen Einschränkungen der Arbeit führen. Doch im Kampf gegen Ausbeutung und Armut muss die Unterstützung zur Beendigung der Sklaverei weiterhin fortgeführt werden.

Engagement unserer Mitgliedsorganisationen für Bildung und Selbstbestimmung

Der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben ist Bildung. Doch nicht jeder hat gleichen Zugang dazu. Ohne Bildung ist die Chance größer, in ausbeuterische Verhältnisse zu gelangen. Deswegen ist die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen jetzt und nach der Krise besonders wichtig, um gerade Kindern aber auch Erwachsenen langfristig eine Perspektive zu bieten.

Unsere Mitgliedsorganisation Menschen für Menschen setzt sich beispielsweise für handwerkliche Ausbildungskurse und Entwicklungsprogramme für Bauernfamilien ein. Denn so können sie in Zukunft ihre Existenzen sichern und geraten nicht in die Abhängigkeit anderer.

Auch CARE setzt sich in vielen Projekten für Gleichberechtigung ein und stärkt vor allem Frauen und Mädchen. Im Kampf der Hilfsorganisation gegen Kinderehen steigert sie die Chancen der Mädchen auf Bildung und auf eine gesunde Entwicklung!

Weitere Informationen:

Anti-Slavery ( April 2020): Leaving Noone Behind. Guidance for policymakers, donors and business leaders to ensure that responses to Covid-19 reach victims of modern slavery and people vulnerable to slavery

Angharad Smith und James Cockayne, Delta 8.7 (27.03.20): The Impact of COVID-19 on Modern Slavery

Girls not Brides (April 2020): COVID-19 and Child, Early and Forced Marriage: An Agenda for Action

Walk Free Minderoo Foundation (April 2020): Report: Protecting people in a pandemic: urgent collaboration needed to protect vulnerable workers and prevent exploitation

Women and Foreign Policy Program, cfr.org (28.04.20): COVID-19 and Modern Slavery: Challenges, Opportunities, and the Future of the Fight

Menschen für Menschen (2020): Schwerpunkte unserer Arbeit. Integrierte ländliche Entwicklung

Care (2020): Gemeinsam Frauen und Mädchen stärken


Drohende Hungersnot durch Corona-Pandemie

Mit einer bundesweiten Straßenaktion machte GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 2. Juni 2017 auf die damalige verheerende Hungersnot in Afrika aufmerksam und rief gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier zu Spenden für die hungernden Menschen auf. Die Zahlen von damals waren alarmierend, doch durch die weltweite Corona-Krise drohen nun Folgen ungeahnten Ausmaßes. Fehlende Einkommensmöglichkeiten, wirtschaftliche Rezession, ein Einbruch der Landwirtschaft sowie steigende Nahrungsmittelpreise bringen die Bevölkerung an ihre Grenzen.

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_©Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Drohende Hungersnot durch Corona-Pandemie

Straßenaktion 2017: Gemeinsam gegen die Hungersnot

Menschen überall auf der Welt leiden an Hunger. Ganz besonders Teile der Bevölkerung Afrikas sind betroffen. Über 20 Millionen Menschen sind dort akut vom Hungerstod bedroht. Gründe dafür sind vielfältig: anhaltende kriegerische Konflikte, durch den Klimawandel ausgelöste Dürren sowie Wirtschaftskrisen waren laut UN Report die Hauptauslöser für die große Hungersnot in 2017.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA rief darum am 2. Juni 2017 in sieben deutschen Großstädten zu einem Aktionstag auf. Gemeinsam mit unserem Schirmherrn, dem Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier machten wir auf die dramatischen Zustände in unserem Nachbarkontinent aufmerksam. Anhand riesiger Afrika-Europa-Karten verdeutlichten wir, wie dramatisch die Lage in den am schlimmsten betroffenen Ländern war um zu unbürokratischer und schneller Hilfe für die Betroffenen aufzurufen.

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Doch das Problem hat sich seither nicht gelöst. Im Gegenteil: Infolge der Entwicklungen der Corona-Pandemie müssen wir mit schlimmeren Zahlen als je zuvor rechnen.

Aktuelle Zahlen der vom Hunger Betroffenen steigen an

Im Juli 2019 veröffentlichten die Vereinten Nationen ihren letzten Welthungerreport. Dieser präsentiert weiterhin erschreckende Zahlen. Weltweit leiden mehr als 820 Millionen Menschen unter Hunger. In Afrika liegt die Zahl bei 156,1 Millionen, dort sind die Anteile der hungernden Bevölkerung nach wie vor am größten. Am schlimmsten ist Ostafrika betroffen: Fast ein Drittel der Bevölkerung ist hier unterernährt. In vielen afrikanischen Ländern nimmt die Zahl der hungernden Menschen zu und auch weltweit wurde in den letzten Jahren wieder ein Anstieg verzeichnet.

Im Rahmen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) sollen Hunger und Armut bis zum Jahr 2030 verschwinden. Doch viele afrikanische Länder sind stark von Kriegen und Konflikten betroffen und haben mit Extremen der Natur zu kämpfen – auch infolge des Klimawandels. Hinzu kommt aktuell die Corona-Pandemie, welche neue, ungeahnte Gefahren hervorbringt und die Situation verschlimmert.

Tagelöhner verlieren aufgrund der Corona-Krise ihre kompletten Einkommensquellen

Weltweit haben die Regierungen zur Eindämmung des Coronavirus Ausgangssperren beschlossen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sitzen nun im Homeoffice und müssen sich an ganz neue Arbeitsumstände gewöhnen. Doch viele Menschen, besonders in afrikanischen Ländern, haben einhergehend mit den Lockdown-Bestimmungen überhaupt keine Möglichkeiten mehr, Geld zu verdienen. Tagelöhnern, die sich nun an eine Ausgangssperre halten müssen, fehlt das gesamte Einkommen. Während sie Zuhause festsitzen, verschwinden ihre letzten Ersparnisse und sie können ihre Familien nicht mehr ernähren. Das ist besonders dramatisch auf einem Kontinent, auf dem über 80 % der Bevölkerung im informellen Sektor arbeitet.

Viele Teile der Bevölkerung sind zudem abhängig von Überweisungen Familienangehöriger aus dem Ausland. Auch diese haben nun nicht mehr die Möglichkeit, Geld zu verdienen und Angehörige finanziell zu unterstützen.

Durch Stillstand der Transportketten steigen Lebensmittelpreise

Doch auch wer noch Reserven hat, kann sich nicht zwangsläufig auf lange Sicht genügend Nahrung leisten. Globale Transportketten kommen aufgrund der Pandemie zum Stillstand, Lieferketten werden unterbrochen. Das erschwert nicht nur, Produkte überhaupt erst an ihr Ziel zu bringen, sondern treibt auch die Preise in die Höhe. Durch die Schließungen der Flughäfen und Beschränkungen des Im- und Exports werden Nahrungsmittel immer teurer, auch in Afrika. Städte müssen nun über umständlichere Routen als sonst versorgt werden. Auch Straßenverkäuferinnen und -verkäufer müssen bei anhaltenden Ausgangssperren ihre Arbeit einstellen was dazu führt, dass Menschen nun in teureren Supermärkten einkaufen müssen. Dabei sind die Lebensmittelpreise besonders in Ostafrika schon aus einem anderen Grund gestiegen.

Erschwerte Bedingungen im Kampf gegen die Heuschreckenplage

Bereits seit Ende 2019 ist das östliche Afrika mit riesigen Heuschreckenschwärmen geplagt. Diese machen komplette Ernten zunichte und hinterlassen leere Felder. Bäuerinnen und Bauern verlieren so ihre komplette Lebensgrundlage. Die Hungersnot drohte also bereits aus anderen Gründen – Jetzt verschärft sich die Situation durch die Corona-Krise sogar noch.

Für die Bekämpfung der Schwärme solcher Größenordnungen werden Schutzkleidung, Sprühflugzeuge und Sprühgeräte benötigt, doch diese müssen oft erst noch beschafft werden. Pestizide kommen großteils aus Marokko, Japan oder den Niederlanden. Durch den Wegfall vieler Flüge sind diese allerdings eine teure Fracht geworden. Die Einschränkungen der Bekämpfungsmöglichkeiten durch die Pandemie machen die Heuschreckenplage zu einer noch größeren Bedrohung, als sie ohnehin schon ist.

CARE gibt alarmierende Warnung vor Hungersnot heraus

Auch unsere Mitgliedsorganisation CARE gab am 21.04.2020 gemeinsam mit sieben weiteren Hilfsorganisationen eine alarmierende Warnung aus: 50 Millionen Menschen in Westafrika könnten als Folge der Corona-Pandemie bald von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung betroffen sein. Dort sei die Ernährungssituation ohnehin schon besonders instabil und die Vorräte aus der vorigen Ernte nähern sich dem Ende. Ganz besonders die Landwirtschaft, die für 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung die größte Einkommens- und Lebensgrundlage darstellt, ist von der Pandemie stark betroffen. Viehfutter, Saat und Düngemittel sind in Folge der Krise teurer geworden und schwerer zu beschaffen.

CARE und weitere Organisationen fordern daher Solidarität und Hilfe internationaler und regionaler Regierungen. Preise sollen stabil gehalten werden und die Familienbetriebe brauchen Unterstützung, vor allem durch Lebensmittel. Zudem müssen Maßnahmen zur sozialen Sicherung getroffen werden,  um in diesen schweren Zeiten Leben zu retten.

Weitere Informationen:

WHO (15.07.19): World hunger is still not going down after three years and obesity is still growing – UN report

Christoph Hein, faz.net (22.04.20): UN warnt: Auf Corona folgt der Hunger

Dr. Bernhard Walter, Brot für die Welt (02.04.20): Steigt wegen Corona die Zahl der Hungernden?

Andrea Böhm, Zeit.de (03.05.20): Hungersnot: Die andere Pandemie

bbc.com (25.04.20): How do you fight a locust invasion amid coronavirus?

Stefan Brand, care.de (21.04.20): 50 Millionen Menschen in Westafrika durch COVID-19 vom Hunger bedroht


Flucht und Menschenrechte in der Corona-Krise

Die Flüchtlingskrise 2015 stellte die Menschen vor ungeahnte Herausforderungen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA machte bereits damals mit einer bundesweiten Straßenaktion auf das Thema Flucht und Menschenrechte aufmerksam. In Zeiten der Corona-Pandemie wird dieses Thema wieder relevanter denn je werden, denn aus den Folgen der Krise entstehen Hunger und Armut: Auslöser für riesige Flüchtlingsbewegungen.

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_©Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Pablo Ruiz Holst

Flucht und Menschenrechte in der Corona-Krise

Flucht und Menschenrechte – Straßenaktion 2015

Jedes Jahr verlassen Menschen ihre Heimat und begeben sich dabei in lebensgefährliche Situationen. Gründe dafür können z. B. Krieg, Verfolgung, Armut, Hunger oder eine mangelnde Gesundheitsversorgung sein. Nicht jeder überlebt diese lange, gefährliche Reise. Besonders auf dem Weg über das Meer ertrinken jährlich Tausende Menschen. Gemeinsam für Afrika machte bereits am 21. Mai 2015 mit einer bundesweiten Straßenaktion auf das Thema Flucht und Menschenrechte aufmerksam. Es war das Jahr, in dem sich die Flüchtlingskrise der EU zuspitzte. Über eine Millionen Menschen flüchteten damals über das Mittelmeer, über 16.000 sind seit 2015 auf diesem Wege ertrunken. In sieben deutschen Städten legten unsere Aktivistinnen und Aktivisten darum insgesamt 237 Leichensäcke nieder und protestierten damit für ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik. Unbürokratische, schnelle Hilfe ist nach wie vor gefordert, um den Betroffenen zu helfen. Das gilt in Zeiten der Corona-Krise mehr denn je.

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Corona-Krise: Illegale Migrationsrouten werden wieder mehr genutzt

Die Corona-Pandemie bringt neue Herausforderungen mit sich. Auch wenn die Grenzen derzeit geschlossen sind, sind die Gründe, die Menschen antreiben, zu flüchten, nach wie vor vorhanden. Wer sich gezwungen sieht, seine Heimat zu verlassen, sucht auch in diesen Zeiten einen Weg. Legale Migration ist derzeit allerdings keine Option. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, schlossen weltweit Regierungen die Grenzen. Was als Option bleibt, sind illegale Routen. Menschenhändler und – schmuggler sehen auch jetzt ihre Chance und bringen Notleidende über gefährliche Routen an ihr Ziel. Das bezahlen viele Flüchtende mit ihrem Leben.

Große Fluchtbewegungen als Folge der Pandemie

Doch warum wollen viele genau jetzt ihre Heimat verlassen? Die Corona-Krise ist für viele Menschen nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern vor allem auch eine Wirtschaftskrise. Weltweit verlieren Menschen ihre Anstellungen. Vor allem in den Ländern Afrikas, wo es viele Tagelöhner gibt. Diese können durch die strengen Ausgangsverbote ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen und werden ihrer Existenzgrundlage beraubt. Betroffene haben oft keine Sozialversicherungen und können sich teilweise nicht einmal mehr Nahrungsmittel leisten. Das stürzt sie in Armut und führt unweigerlich zu Elend und Hunger, Auslöser für große Fluchtbewegungen. Entwicklungsminister Gerd Müller äußerte diese Bedenken bereits in einem Interview mit „Cicero“. Diese Leiden seien außerdem ein guter Nährboden für Unruhen und Terrorismus, welche ebenfalls Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Anschläge gab es erst im März diesen Jahres im Tschad und in Nigeria.

Geflüchtete suchen den Weg zurück in ihre Heimat

Die Flucht findet jedoch auch auf umgekehrtem Wege statt. Geflüchtete, die bereits den gefährlichen Weg über das Meer auf sich genommen haben, suchen nun den Weg zurück in ihre Heimat. Schlepper verlangen für den Weg von Spanien nach Afrika derzeit hohe Summen und Menschen begeben sich erneut in große Gefahren. Diesen Weg scheinen bislang mehrere Boote in Richtung Marokko und Algerien auf sich genommen zu haben. Doch wer zurückkommt, darf nicht automatisch auch wieder einreisen und sitzt nun erst einmal fest.

Die Gründe für die umgekehrte Flucht sind unter anderem die eingebrochenen Aussichten auf Arbeit. Tagelöhner haben aufgrund der strikten Beschränkungen keine Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Im Falle einer Corona-Infektion hätten sie zudem keinen Anspruch auf eine Behandlung.

Das Virus verschlimmert die Lage in afrikanischen Flüchtlingscamps

In Flüchtlingscamps herrschen oft ungenügende hygienischen Bedingungen. Die Geflüchteten leben auf engstem Raum zusammen – Social Distancing ist hier so gut wie unmöglich. Sie haben zudem oft nicht genügend fließendes Wasser, um den Hygienebestimmungen gerecht zu werden, die nötig wären, um sich ausreichend vor Ansteckung zu schützen. Im Falle einer Ansteckung ist die medizinische Versorgung oft unzureichend. Überfüllte Camps und Auffanglager sind jedoch auch ohne das Virus ein großes Risiko und bieten beste Voraussetzungen für die Verbreitung von Krankheiten. In der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi in Uganda leben beispielsweise über 220.000 Menschen dicht an dicht. Es ist eines der größten Flüchtlingslager weltweit.

Auch auf griechischen Inseln sind Flüchtlinge aus afrikanischen Staaten wie etwa Marokko, Tunesien und Algerien in komplett überfüllten Flüchtlingscamps untergebracht. Die Hygienebedingungen sind hier ebenso katastrophal, die angespannte Lage sorgt zudem für Unruhen. Erste Lager wurden bereits wegen positiven Coronatests abgeriegelt.

Doch die Ansteckungsgefahr stellt für viele Menschen nur eine der Sorgen dar. Durch die Krise gibt es viele Versorgungsengpässe und Menschen in Unterbringungen müssen mit der Angst leben, bald zu hungern. Entwicklungshelferinnen und -helfer sind derzeit mit dieser besonders großen Herausforderung konfrontiert.

Die UNO Flüchtlingshilfe und der UNHCR zeigen unermüdlichen Einsatz

Unsere Mitgliedsorganisation UNO Flüchtlingshilfe und das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR sind daher weiterhin in unermüdlichem Einsatz. Sie stärken vor allem Gesundheitszentren und stellen hygienische Hilfsgüter zur Verfügung, damit Geflüchtete sich ausreichend schützen können. Dazu gehören auch der Ausbau der sanitären Anlagen und die Sicherstellung des Zugangs zu fließendem Wasser. Prävention ist das A und O. Der UNHCR bildet außerdem Personal aus und schult es in der Infektionskontrolle. Informationskampagnen stellen sicher, dass Menschen für den Umgang mit der Situation sensibilisiert werden und wichtige Hygienemaßnahmen kennen.

Spenden können helfen, Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen sowie die nötigste Versorgung sicherzustellen.

Flüchtlinge brauchen jetzt besondere Hilfe und Schutz. Solidarität zu zeigen, ist in dieser weltweiten Krise wichtiger denn je. Corona macht keinen Halt vor Grenzen oder Religion. Um das Virus einzudämmen, darf keiner außer Acht gelassen werden – insbesondere nicht die Schwächeren und Benachteiligten.

Weitere Informationen:

dpa, Sueddeutsche.de (07.05.20): Durch Corona-Schließungen steigt der Migrationsdruck

ntv.de (24.04.20): Illegale fliehen aus Spanien nach Afrika

Cicero (04.05.20): Flucht und Corona: Interview mit Gerd Müller

Hans-Christian Rössler, faz.net (02.05.20): Menschenschmuggler bringen Migranten zurück nach Hause

Antonio Cascais, dw.com (09.04.20): Corona als Zeitbombe in Afrikas Flüchtlingscamps

tagesschau.de(05.04.20): Corona in Griechenland: Zweites Flüchtlingslager abgeriegelt

UNO Flüchtlingshilfe (02.04.20): Q&A: Wie hilft der UNHCR in Zeiten von COVID19?

Corona-Krise in Afrika: Ein Überblick der Deutschen Afrika Stiftung

Die Deutsche Afrika Stiftung hat am 7. Mai in der „Afrikapost aktuell“ eine umfangreiche Momentaufnahme zum derzeitigen Zustand, den ergriffenen Maßnahmen und zu erwarteten Zukunftsszenarien Afrikas in Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise veröffentlicht.

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Symbolbild: Corona in Afrika

Corona-Krise in Afrika: Ein Überblick der Deutschen Afrika Stiftung

Afrikanische Länder ergriffen schnelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise

Die Zahlen der Corona-Infizierten sind in vielen afrikanischen Ländern nach wie vor gering. Nord- und Westafrika ist bislang stärker vom Virus betroffen als der restliche afrikanische Kontinent. Die gesundheitliche Krise steht jedoch nicht im Vordergrund. Es sind die wirtschaftlichen und politischen Einschnitte, welche derzeit schlimme Folgen hinterlassen. Viele Menschen sind in ihrem Alltag betroffen und müssen mit großen Einbußen oder dem kompletten Wegfall ihrer Einnahmen leben. Auch die Wirtschaft leidet bereits sehr unter den Einschränkungen.

Während es in vielen Ländern des globalen Nordens länger dauerte, bis Maßnahmen getroffen wurden, reagierte Afrika vergleichsweise schnell. Beschränkungen im öffentlichen Leben und des Flugverkehrs gibt es fast überall. In 37 der 54 afrikanischen Länder wurde inzwischen sogar der Ausnahme- oder Katastrophenzustand ausgerufen.

Viele Länder verhängten nächtliche Ausgangssperren und Schulschließungen. Versammlungsbeschränkungen oder –verbote und Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs wurden in unterschiedlichem Ausmaße durchgesetzt. Südafrika beschloss eine der strengsten Ausgangsperren, die das Militär und die Polizei durchsetzen. Trotz der enormen wirtschaftlichen Folgen gibt es bisher nur bedingt Diskussionen zur Lockerung der strengen Bestimmungen, darunter nächtliche Ausgangsverbote und Maskenpflicht.

Unter den Schulschließungen, die mittlerweile in fast allen Ländern durchgesetzt werden, leiden vor allem die Kinder aus einkommensschwachen Familien. Während teure Privatschulen ihren Schülern online Unterricht anbieten können, müssen die Kinder in ländlichen, strukturschwachen Regionen wochenlang ohne Schulunterricht ausharren. Durch den Wegfall des Mittagessens in den Ganztagsschulen ist sogar die Ernährung von Millionen Schülerinnen und Schülern in Gefahr.

Regierungen beschließen Hilfen und Notfallpläne

Die Staaten wollen im Rahmen von Notfallplänen sowohl gezielt die Gesundheitssysteme unterstützen als auch die ökonomischen Folgen der Krise auffangen. Für wirtschaftliche Unterstützung gibt es verschiedene Ansätze wie etwa Steuererleichterungen, Verlängerung von Zahlungsfristen oder Fonds zum Abfedern von Einkommensverlusten. In manchen Ländern, wie z. B. Botsuana, Marokko, Simbabwe oder Togo, wird der informelle Sektor ebenfalls unterstützt. Als einen Akt der Solidarität verzichten einige Regierungen auf Teile ihrer Gehälter.

In vielen Staaten sind auch die Wahlen betroffen und mussten verschoben werde. Das betraf in Äthiopien die Parlamentswahlen, die Kommunalwahlen in Tunesien sowie einzelne Nachwahlen, etwa in Nigeria, Kenia und Simbabwe,

Wirtschaftsinstitute prognostizieren Rezession

Für die Zukunft prognostizieren McKinsey, die Afrikanische Union und die Weltbank ein eher düsteres Bild für die Wirtschaft Afrikas. Vor dem Ausbruch der Pandemie erwarteten diese Institutionen für Afrika 2020 ein Wirtschaftswachstum von über 3 %. Inzwischen gehen jedoch sieben der acht dargestellten Szenarien von einem starken Abschwung aus. Das bestmögliche Szenario von McKinsey sagt + 0,4 % hervor, das schlimmste Szenario der Weltbank – 8,3 %. Die Gründe dafür sind vor allem der Wegfall von Importen und Exporten, die Folgen der staatlichen Maßnahmen und der Verfall des Ölpreises.

17 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Angela Merkel, forderten ein Wirtschaftspaket in Höhe von 100 Milliarden USD, um Afrika in dieser Krise finanziell zu unterstützen. Wenngleich dieses Paket noch nicht verabschiedet wurde, stellten Institute wie die Weltbank, der IWF, die EU und die Afrikanische Entwicklungsbank bereits Hilfsgelder und Kredite in Milliardenhöhe zur Verfügung. Der IWF befreite außerdem 23 Länder teilweise von Schulden, darunter 19 afrikanische.

Nicholas Opiyo, ugandischer Menschenrechtler, gibt im Interview einen detaillierten Einblick zur Lage in Uganda. Die Menschen seien sehr besorgt, es gebe ein richtiges Gefühl der Angst. Corona sei außerdem auch eine Herausforderung auf menschenrechtlicher Ebene. Opiyo sagt, dass Aufgabe auch für die Zukunft sein wird, sich stärker mit den globalen Ungerechtigkeiten auseinander zu setzen.

Dieser Artikel ist eine übersetzte Zusammenfassung des Artikels „Covid-19: Wie stark ist Afrika betroffen? Daten, Gegenmaßnahmen, Szenarien” der Deutschen Afrika Stiftung e.V. Der Artikel wurde am 07.05.2020 in der Afrikapost aktuell veröffentlicht.


Namibia: Ein freies Land für Journalisten

Die Organisation Reporter ohne Grenzen erstellt jährlich eine Rangliste zur Pressefreiheit aller Länder. Namibia hat auf dem afrikanischen Kontinent nun Platz 1 belegt, im Weltindex liegt es auf Platz 23. Eine der Begründungen ist, dass die Pressefreiheit verfassungsrechtlich geschützt ist und Gerichte die Pressefreiheit oft gegen andere Interessen des Staates verteidigen.

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Namibia: Ein freies Land für Journalisten

So auch im Jahr 2019. Der namibische Geheimdienst NCIS klagte, da er die Offenlegung von Recherchergebnissen durch die Zeitung „The Patriot” für rechtswidrig hielt. Sie enthielten Informationen, die die nationale Sicherheit gefährden würden. Das Oberste Gericht entschied allerdings, dass die Offenlegung dieser Informationen im öffentlichen Interesse seien. Das stärkte die Pressefreiheit des Landes nachhaltig.

Ghana steht im afrikanischen Ranking auf dem zweiten Platz, hat allerdings im globalen Index drei Plätze verloren. Man erklärt den Abfall unter anderem mit einem Vorfall 2019. Investigative Journalisten drehten eine Dokumentation über Korruption im Ghanaischen Fußball. Infolgedessen wurde einer der Journalisten, Ahmed Hussein-Suale, auf offener Straße erschossen. Die Untersuchungen stellte man inzwischen ein.

Eritrea belegt auf dem afrikanischen Kontinent den letzten Platz, somit gilt es nach wie vor als besonders gefährlich für Reporterinnen und Reporter. Auch weltweit belegt das Land nur Platz 178 von insgesamt 180.


Dieser Artikel ist eine übersetzte Zusammenfassung des Artikels „ Namibia remains Africa’s freest country for journalists” von Isaac Kaledzi. Der Artikel wurde am 21.04.2020 auf africafeeds.com veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Mark Springer, AZ (15.04.2019): Justiz wertet Pressefreiheit auf. Oberstes Gericht verteidigt Zeitung gegen Revisionsklage von Geheimdienst
Zeit Online (17.01.2019): Ghana. Investigativer Journalist erschossen

COVID-19: 50 Millionen Menschen in Westafrika von Hunger bedroht

Unsere Mitgliedsorganisation CARE hat zusammen mit sieben weiteren regionalen und internationalen Hilfsorganisationen eine Medieninformation zum Hunger in Westafrika veröffentlicht. Darin erklären sie, warum Menschen in Westafrika durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie von Hunger und Unterernährung bedroht sind und was jetzt zu tun ist.

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_©CARE / Sabine Wilke

COVID-19: 50 Millionen Menschen in Westafrika von Hunger bedroht

Acht regionale und internationale Hilfsorganisationen, darunter CARE, Aktion gegen den Hunger, Oxfam und Save the Children, warnen anlässlich des beginnenden Ramadans vor den Auswirkungen des Corona-Virus in Westafrika. Die Vorräte aus der vergangenen Ernte gehen langsam zu Neige, Konflikte dauern an und die Pandemie bedeutet für die westafrikanische Bevölkerung gerade in der Zeit des Fastens und Teilens eine zusätzliche Belastung. Laut der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) könnte die Zahl der Menschen, die von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung bedroht sind, zwischen Juni und August 2020 von 17 Millionen auf 50 Millionen Menschen steigen. Die Hilfsorganisationen fordern Maßnahmen, um besonders gefährdete Personen zu schützen und die Nahrungsmittelproduktion in der Region sicherzustellen.

Die Corona-Krise verschärft die Instabilität der Märkte und trifft mit voller Wucht auf eine bereits sehr fragile Ernährungssituation. Der Zugang zu Lebensmitteln ist trotz Bemühungen der Regierungen sowohl in den Hauptstädten der Region wie auch in ländlichen Gebieten erschwert, denn die Preise steigen und viele Grundnahrungsmittel sind kaum verfügbar. Grund hierfür sind die restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, wie Ausgangssperren und Grenzschließungen, sowie Unsicherheiten in bestimmten Gebieten. In Burkina Faso oder Niger deckt die humanitäre Hilfe nicht den Nahrungsmittelbedarf von Tausenden Binnenvertriebenen.

Amadou Hamadoun Dicko, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Viehbestands in der Sahelzone und in der Savanne (APESS), beschreibt die Situation in Burkina Faso: „In wenigen Tagen ist der Preis für einen 100-Kilogramm-Sack Hirse von 16.000 auf 19.000 CFA gestiegen und die Kosten für einen Liter Speiseöl haben sich verdoppelt. Auch Viehzüchter zahlen mehr für die Fütterung ihrer Tiere. Zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Unsicherheiten kommt nun noch das Virus. Ich frage mich, wie dieses Jahr der Ramadan gelebt werden kann.“

Landwirtschaft sichert drei Viertel der Bevölkerung die Lebensgrundlage

Die landwirtschaftliche Saison beginnt gerade erst. Doch Produzenten sowie Bauern sind bereits jetzt wirtschaftlich stark von der Krise betroffen und haben Schwierigkeiten, hochwertiges Saatgut und Düngemittel zu beschaffen. Die Landwirtschaft macht 30,5 Prozent der westafrikanischen Wirtschaft aus. Für 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung ist sie die größte Einkommens- und Lebensgrundlage, hauptsächlich für Frauen, die von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen sind. „Wir haben 75 Prozent unseres Marktes durch die Sperrung der Stadt Bobo Dioulasso verloren“, sagt Toe Hazara, die in der Molkerei Café Rio in Burkina Faso arbeitet. „Die Situation ist unerträglich, denn wir können weder unsere 13 Mitarbeiter noch unsere Lieferanten bezahlen“, sagt sie.

Nomadische Viehzüchter, die bereits stark mit den Auswirkungen der Klimakrise und anderen Unsicherheiten zu kämpfen haben, trifft die Corona-Krise ebenfalls hart, weil die Schließung von Grenzen und Regionen die Wanderung ihrer Herden unmöglich macht und Konflikte zwischen Hirten und Bauern verschärft. „Die Ausgangssperren schränken die Möglichkeit ein, den Tieren nachts Wasser zu geben, mit der Folge, dass die Wasserstellen tagsüber überfüllt sind“, sagt Ismael Ag, Mitglied der Vereinigung Billital Maroobé Network (RBM).

Um diese Krise zu überwinden, bauen Bauern, Hirten, Fischer und Lebensmittelproduzenten auf die Unterstützung der regionalen Regierungen. Ibrahima Coulibaly, Präsident des Netzwerks der Bauern- und Erzeugerorganisationen Westafrikas (ROPPA), erklärt: „Wir hoffen, dass politische Entscheidungsträger und Bürger sich der Notwendigkeit bewusst werden, die lokale Produktion und den lokalen Verbrauch zu fördern. Das ist heute wichtiger denn je.“

Corona-Krise verlangt internationale Solidarität

Die lokalen Bauernorganisationen und internationalen NGOs fordern alle Regierungen auf, die Preise stabil zu halten, die Versorgung mit Lebensmitteln von Familienbetrieben sicherzustellen und den grenzüberschreitenden Warenverkehr zu gewährleisten. Zudem sind dringend Maßnahmen zur sozialen Sicherung und zum Schutz besonders gefährdeter Menschen erforderlich.  

Diese globale Krise verlangt regionale und internationale Solidarität. Um sie zu bewältigen, brauchen westafrikanische Staaten, Bauernorganisationen und die lokale Zivilgesellschaft dringend die Unterstützung von Gebern.

Die unterzeichnenden Organisationen sind Aktion gegen den Hunger, APESS, Care, Oxfam, RBM, ROPPA, Solidarités International, Save the Children.

Dieser Text stammt von der Website unserer Mitgliedsorganisation CARE und ist dort am 21.04.2020 unter dem Titel „50 Millionen Menschen in Westafrika durch COVID-19 vom Hunger bedroht“ von Stefan Brand veröffentlicht worden.

Unser Virtuelles Klassenzimmer verbindet Spaß und Wissen – probieren Sie es aus!

Die Corona-Krise zwingt uns alle umzudenken und kreativ zu werden, auch was das Thema Lernen betrifft. Besonders Schulen stehen jetzt vor der großen Herausforderung weiterhin Wissen an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln und den Sprung vom physischen ins virtuelle Klassenzimmer zu schaffen. E-Learning ist den meisten zwar bereits ein Begriff, aber auch hier gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten zu […]

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Unser Virtuelles Klassenzimmer verbindet Spaß und Wissen – probieren Sie es aus!

Die Corona-Krise zwingt uns alle umzudenken und kreativ zu werden, auch was das Thema Lernen betrifft. Besonders Schulen stehen jetzt vor der großen Herausforderung weiterhin Wissen an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln und den Sprung vom physischen ins virtuelle Klassenzimmer zu schaffen. E-Learning ist den meisten zwar bereits ein Begriff, aber auch hier gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten zu entdecken. Auf unserer Website stellen wir kostenloses Lernmaterial für Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler und alle Interessierten zur Verfügung. 

Schaffen Sie es, den Highscore unseres Online-Quiz zu knacken? Fordern Sie Freunde zum Duell heraus! 

Spurensuche und Spiele

Über die Infothek gelangen Sie direkt in unser virtuelles Klassenzimmer: Eine E-Learning-Plattform, auf der ein breites Angebot an verschiedenen Unterrichtsmaterialien wartet. Neben dem umfangreichen Bildungsangebot, interaktiven Online-Spielen und der Bestellfunktion von digitalen Lehrmaterialien, enthält sie Aktions- und Projekttipps, sowie weitere Lernangebote der Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.  

Unsere weiterführenden Angebote bieten eine vertiefende Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themenkomplexen über den klassischen Unterricht hinaus und ermöglichen aus vielen Fachbereichen einen Zugang zu Themen des Globalen Lernens. Lehrkräfte haben so die Möglichkeit, das virtuelle Klassenzimmer für die Erweiterung Ihrer Unterrichtseinheiten zu nutzen, aber auch Schülerinnen und Schüler können über unsere E-Learning-Plattform in das virtuelle Klassenzimmer eintreten und sich selbstständig informieren, z.B. für Referate und Projekttage, oder auch spielerisch durch Online-Quizze ihr Wissen testen. Beim Stöbern sind Ihnen keine Grenzen gesetzt – die übersichtliche Aufteilung des E-Learning-Angebots nach Kategorien erleichtert die Themensuche und gibt einen umfangreichen Überblick. 

Erfahren Sie hier alles rund um Globales Lernen:

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Spielen, Entdecken und Lernen! 

Corona – wie gut ist Afrika gewappnet?

Das Corona-Virus ist vergleichsweise verspätet nun auch in Afrika angekommen. Auch wenn die Zahlen verhältnismäßig gering sind, so kann es hier allerdings besonders gefährlich werden: Viele Länder haben ein geschwächtes Gesundheitssystem und dort Lebende können gebietsweise ohnehin schon nur unzureichend versorgt werden. Die medizinische Versorgung kommt hier schnell an ihre Grenzen, die Ausbreitung des Virus beschleunigt sich möglicherweise außerordentlich schnell.

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Corona – wie gut ist Afrika gewappnet?

Mangelnde allgemeine Gesundheitsversorgung

Fehlende Technik, fehlendes Personal und viel zu geringe Kapazitäten in den Krankenhäusern sorgen dafür, dass viele afrikanische Länder besonders schlecht auf das Virus Sars-CoV-2 vorbereitet sind. Die mangelnde medizinische Grundversorgung stellt afrikanische Länder vor eine besondere Herausforderung im Umgang mit dem Virus.

Im gesamten afrikanischen Raum gibt es laut WHO derzeit etwa 250 Fälle, mit 93 befinden sich die meisten davon in Ägypten, an zweiter Stelle ist Südafrika mit 38 Fällen. Innerhalb von 24 Stunden sind sieben neue afrikanische Länder hinzugekommen, welche von offiziell bestätigten Fällen berichten (Stand: 15.03.20). Allerdings gibt es Grund zur Annahme, dass die Dunkelziffer bereits viel höher ist: Es gibt nur begrenzte Testmöglichkeiten, da nicht genügend Labore den Virus nachweisen können. Wer krank ist, weiß also noch nicht unbedingt davon – weil ihm die Möglichkeiten fehlen, es in Erfahrung zu bringen, oder weil die Symptome bislang noch nicht aufgetreten sind. Es ist also damit zu rechnen, dass die Zahlen zeitnah rasant ansteigen werden und wir uns derzeit noch weit vor den tatsächlichen Werten befinden.

Afrika bereitet sich auf Corona vor

Inzwischen gibt es 39 Labore, die geschult und entsprechend ausgestattet sind, anfangs waren es nur zwei. Die Maßnahmen der Regierungen zum Schutz der Bevölkerung sind – durch die Erfahrungen im Umgang mit Seuchen wie Ebola – routinierter und entschlossener als europäische. Viele verfügen schon ab dem ersten bestätigten Corona-Fall, teilweise sogar schon vorher, drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens. An Flughäfen finden verstärkte Gesundheitskontrollen statt und der Flugverkehr, insbesondere zu Risikogebieten, wird eingeschränkt bzw. ganz unterbrochen. In Ländern wie Namibia, Südafrika und Madagaskar schließen bereits Schulen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, das Virus einzudämmen, oder es zumindest in seiner Ausbreitung zu verlangsamen, ist neben entsprechender hygienischer Vorsorge und medizinischer Versorgung außerdem die Transparenz: Gerade China stellt ein Negativbeispiel dafür dar, wie Vertuschung und fehlende Aufklärung zu rasanter Verbreitung führen können.

Ebola-Medikament soll im Kampf gegen Corona getestet werden

Derzeit laufen Medikamententests auf Hochtouren. Unter anderem wird momentan auch ein Ebolamittel getestet, welches die Vermehrung des Erbguts bestimmter Viren, zu denen auch das Coronavirus zählt, ausbremsen soll (Stand: 13.03.20).

Die letzte Ebola-Epidemie fand zwischen 2014 und 1016 hauptsächlich im westafrikanischen Raum statt und gilt mit ihrem Ausmaß als eine der schlimmsten seit ihrer erstmaligen Diagnose 1976. Damals wurden mit dem Medikament Remdesivir bereits Menschen behandelt, die an Ebola erkrankt waren, es erfüllte jedoch nicht die Erwartungen. Nun wird es im Kampf gegen Corona geprüft.

Welchen Beitrag leisten unsere Mitgliedsorganisationen?

Unsere Mitgliedsorganisationen leisten wichtige Beiträge zur gesundheitlichen Versorgung Afrikas. Das ist in der aktuellen Krise wichtiger denn je! ADRA Deutschland beispielsweise unterstützt mit Spenden die Beschaffung von medizinisch-hygienischen Hilfsgütern in Krisengebieten und action medeor unterstützt Hilfsprojekte und den Versand von Medikamenten weltweit. Die Stiftung Menschen für Menschen leistet mit ihren Hygieneprojekten in Äthiopien einen wichtigen Beitrag bei der Eindämmung von Infektionen.

Um unsere Mitgliedsorganisationen auch weiterhin mit Spenden zu unterstützen, bitten wir Sie in dieser schwierigen Situation, Ihren Blick für die humanitäre Lage über die eigenen Grenzen hinaus nicht zu verlieren und sich solidarisch zu zeigen, soweit es Ihnen möglich ist.

Leisten Sie mit ihrer Spende einen Beitrag und helfen Sie bei der Schaffung von Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten der Virus-Erkrankung in Afrika!

Quellen und weitere Informationen:

Aktueller Überblick der WHO zur Ausbreitung des Corona-Virus

Interview vom Spiegel zur Lage des Corona-Virus in Afrika

Artikel des Ärzteblattes zur Studie mit Ebola-Medikament

Artikel der Westdeutschen Zeitung zur Corona-Situation in Afrika

TAZ-Artikel zum Umgang Afrikas mit der Corona-Situation

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Riesige Heurschreckenschwärme breiten sich weiter in Ostafrika aus und vernichten ganze Ernten. Die Folgen sind veheerend. Die betroffenen Länder kämpfen gegen die Plage an.

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_©picture alliance / AP Images

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Milliarden Heuschrecken fressen die Felder leer

Milliarden Heuschrecken ziehen in riesigen Schwärmen durch Ostafrika und verwüsten ganze Landstriche. Sie fressen in nur wenigen Stunden die Felder leer und vernichten damit die Nahrung von hunderttausenden Menschen. Vor allem Somalia, Äthiopien, Kenia, Eritrea sowie Teile des Sudans und Ugandas sind besonders geplagt. Große Teile der Ernten sind dort bereits zerstört.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Heuschreckenschwärme bis Juni um das 500-fache ansteigen und sich die Plage auf weitere Länder ausweiten könnte. Dann droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Da die meisten Menschen in der Region von der Landwirtschaft leben, hätte das verheerende Folgen auf die Ernährungssituation in ganz Ostafrika. Bis zu 13 Millionen Menschen sind dann von Hunger bedroht.

Auswirkungen in Kenia und Somalia

Für Kenia wäre das die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Somalia hat bereits Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dort leiden schon jetzt 6,7 Millionen Menschen unter akuter Mangelernährung. Denn in vielen der betroffenen Gebiete haben in den letzten Jahren bereits Dürren und Überschwemmungen die Ernten vernichtet.

Uganda setzt Armee ein

Uganda setzt im Kampf gegen die Heuschrecken sogar seine Armee ein. 2.000 Soldaten wurden in die betroffenen Gebiete im Osten des Landes verlegt und zwei Flugzeuge wurden angeschafft, um die Schwärme aus der Luft mit Insektiziden zu bekämpfen. Das ist laut Experten auch die einzige wirksame Gegenmaßnahme.

Auch Äthiopien geht mittlerweile mit Luft- und Bodeneinsätzen gegen die Heuschreckenschwärme vor.

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Mittlerweile breiten sich die Schwärme auch außerhalb Afrikas in Richtung Osten aus, wo laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jetzt auch die Arabische Halbinsel, die Küste des Persischen Golfs in Kuwait, Bahrain und Katar betroffen sind.

„Die Heuschreckenschwärme treffen auf eine Region, in der Millionen Kinder bereits mangelernährt sind“, erklärt Sid Johann Peruvemba, Vorstand von action medeor, und macht den Ernst der Lage in Ostafrika deutlich: „Die Menschen stehen vor dem Nichts.“

Unsere Mitgliedsorganisationen versuchen das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit den lokalen Partnern plant beispielsweise action medeor in Somalia Bargeldhilfen, Lebensmittelverteilungen und Rehabilitationsmaßnahmen wie Saatgutverteilungen für eine spätere Nachsaat.

Quellen und weitere Informationen

https://www.agrarheute.com/tier/heuschreckenplage-bedroht-staaten-565307

http://www.fao.org/emergencies/fao-in-action/stories/stories-detail/en/c/1263522/

https://www.tagesschau.de/ausland/heuschreckenplage-103.html

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

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Eine spannende Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Die Schülerin Flora Will hat zwei Wochen lang das Team von GEMEINSAM FÜR AFRIKA als Schülerpraktikantin unterstützt. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

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Eine spannende Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hallo, ich bin Flora Will, 16 Jahre alt und habe für zwei Wochen vom 10.02.2020 bis 21.02.2020 ein wundervolles Praktikum bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA gemacht. Der Kontinent Afrika interessiert mich schon länger, vor allem seine Vielfältigkeit. Durch das Interesse bin ich dann auf GEMEINSAM FÜR AFRIKA gestoßen. Und als dann ein Schülerpraktikum bei mir angesagt war, hatte ich Interesse, in die Arbeit einer Organisation, die auch am besten etwas mit Bildung zu tun hat, reinzuschauen.

Während meiner Praktikumszeit habe ich einen tollen Einblick in die verschiedensten Aufgaben bekommen. In die Bildungsarbeit, Kampagnenarbeit, Administration, Start und Ende eines Projektes.

Ich habe in meiner Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Bildungsmaterialen getestet, und darüber viele neue Sachen über Afrika gelernt zum Beispiel woher manche Rohstoffe aus deinem Handy kommen oder welche Verbindungen es zwischen Afrika und Europa gibt, in welchen Dingen Europa oder Afrika weiter entwickelt ist. Weitere Aufgaben, die ich für GEMEINSAM FÜR AFRIKA erledigt habe, hatten mit Recherche zutun. Ich sollte herausfinden, was für Events es rund um Afrika in Deutschland gibt, Innovationen aus Afrika raussuchen und welche Themen in verschiedenen afrikanischen Ländern gerade aktuell sind. Zudem habe ich mir die GEMEINSAM FÜR AFRIKA-Webseite angeschaut und Verbesserungsvorschläge vermerkt. Ich durfte auch einen  Artikel für die Webseite verfassen, mit einem selbst ausgesuchten Thema. Dabei habe ich gelernt, wie man so etwas schreibt und nachher formatiert. Diese Aufgabe war für mich besonders erfüllend.

Ein großes Projekt von GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist die Straßenaktion am internationalen Afrika-Tag. Und ich war genau in dem Zeitraum da, wo es darum ging, ein Thema für die Straßenaktion zu finden. So durfte ich Themen vorschlagen, die mich interessieren und Vorschläge machen, wie man dieses Thema sinnbildlich, provokant und interessant für die Presse und die Bürgerinnen und Bürger darstellen könnte. Diese haben wir dann auch besprochen und ich konnte so mitnehmen, auf was es ankommt und worauf man achten muss bei einer solchen Straßenaktion.

Zur Abwechslung der ganzen Computerarbeit habe ich mit einer Kollegin den Dachboden, der als Lager für die Bildungsmaterialien dient, neu strukturiert und einen Überblick bekommen, welche Materialien vorhanden sind.

Ich konnte sehr selbständig arbeiten nachdem ich Arbeitsaufträge bekommen habe, was mir das Gefühl von Vertrauen in meine Arbeit gegeben hat. Meine Kolleginnen haben sich am Anfang Zeit genommen, mir alles über GEMEINSAM FÜR AFRIKA in Ruhe zu erklären und mich umfassend eingeführt. Zudem gab es eine sehr entspannte Arbeitsatmosphäre und ein herzliches Team, was mich sehr gut aufgenommen hat, so dass ich mich sehr wohl gefühlt habe. Dadurch, dass ich nach meiner Meinung zu den verschiedensten Themen gefragt wurde, hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur Praktikantin zu sein. Dieses Praktikum war eine sehr aufregende, spannende, informative und erfahrungsreiche Zeit.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA kann nur vereinzelt und auf direkte Anfrage Schülerpraktika anbieten, sofern zeitliche Kapazitäten vorhanden sind, da uns eine gute und angemessene Betreuung sehr wichtig ist.

Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Das Horn Afrikas bereitet sich auf die schwerste Heuschreckenplage seit 25 Jahren vor. Somalia ist davon besonders betroffen. Der somalische Landwirtschaftsminister Said Hussein Iid erklärte, die Heuschrecken stellen eine große Bedrohung neben der bereits vorherrschenden Ernährungsunsicherheit Somalias dar.

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Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Heuschrecken bedrohen 6,7 Millionen Menschen

6,7 Millionen Menschen sind in Somalia schon jetzt von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Die Heuschrecken verschärfen die Lage zusätzlich. Denn eine Heuschrecke kann im Laufe eines Tages so viel fressen, wie sie selbst auf die Waage bringt. Die Schwärme können zudem große Strecken innerhalb kürzester Zeit zurücklegen – bis zu 150 km pro Tag. Die Schwärme fliegen von Nordsomalia Richtung Süden und breiten sich auch in den angrenzenden Ländern aus. In Kenia droht sogar die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren.

Schlechte Voraussetzungen in der Schädlingsbekämpfung

Im Somalia sind allerdings die Voraussetzungen, um die Plage in den Griff zu bekommen, besonders schlecht. Die Sicherheitssituation am Boden lässt es nicht zu, dass Flugzeuge von der Luft aus Mittel gegen die Insekten einsetzen können. Al-Shabaab-Kämpfer sowie weitere bewaffnete Gruppen könnten die Flugzeuge abschießen. Es bleiben den Menschen nur wenige effektive Mittel. Wenn die Schwärme nicht unter Kontrolle gebracht werden können, droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Denn in wenigen Monaten – spätestens im April – startet die Erntesaison. Nun ist internationale Unterstützung gefragt. Die Lagebeurteilung der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ähnelt der des somalischen Landwirtschaftsministers: Die Heuschreckenplage stelle eine noch nie dagewesene Bedrohung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage der Menschen in der Region dar.

Heuschrecken aus Jemen

Die Heuschreckenschwärme stammen ursprünglich aus Jemen. Aufgrund der für die Heuschrecken besonders günstigen Wetterbedingungen konnten sie sich dieses Jahr besonders stark vermehren.

Quellen und weitere Informationen

http://www.fao.org/emergencies/resources/photos/photo-detail/en/c/1250886/

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

https://www.dw.com/de/heuschrecken-fressen-ostafrika-kahl/a-52116420

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

Krisen in Afrika erhielten 2019 die wenigste mediale Aufmerksamkeit – das zeigt der neue Bericht 'Suffering in Silence' unserer Bündnisorganisation CARE.

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

In ihrem neuen globalen Bericht ‚Suffering in Silence‘ macht unsere Bündnisorganisation CARE auf die zehn humanitären Krisen aufmerksam, die 2019 trotz desaströser Verhältnisse die wenigste internationale Medienberichterstattung erhielten. Das vierte Jahr in Folge präsentiert die Hilfsorganisation die vergessenen Krisen und beobachtet einen besorgniserregenden Trend: Im Jahr 2019 fanden inzwischen neun von zehn Krisen auf dem afrikanischen Kontinent statt.

Hungernd und vergessen: Madagaskar auf Platz 1

In Madagaskar litten Ende 2019 2,6 Millionen Menschen an den Auswirkungen chronischer Dürren. Ein gutes Viertel der Bevölkerung (über 916.000 Menschen) ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Denn die meisten Madegassen können von ihrem Einkommen nicht leben: Drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als 1.70 Euro pro Tag.

Madagaskar hat die weltweit vierthöchste Rate an chronischer Unterernährung und jedes zweite Kind unter fünf Jahren ist unterentwickelt. Dies birgt eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer kognitiven und körperlichen Gesundheit und erhöht das Risiko, krank zu werden: Anfang 2019 gab es einen besonders großen Masernausbruch mit mehr als 127.000 bestätigten Fällen und gleichzeitig das saisonale Auftreten der Pest. Vor allem Kinder waren davon betroffen.

So schwer die Auswirkungen der Lage in Madagaskar ist, so wenig wird sie in der internationalen Öffentlichkeit wahrgenommen: CARE listete den Inselstaat auf Platz 1 der Krisen, die kaum Schlagzeilen produzierten.

Klimaveränderungen verstärken humanitäre Krisen enorm

„Wir beobachten seit Langem einen Zusammenhang zwischen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung und der Länge und Komplexität von humanitären Krisen“, erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, bei der Veröffentlichung am vergangenen Dienstag der Studie im Auswärtigen Amt in Berlin. „Obwohl das gesteigerte öffentliche Bewusstsein für die Klimakrise Mut macht, ist es gleichzeitig schockierend, wie wenig über ihre Auswirkungen im globalen Süden berichtet wird.“

Mehr Berichterstattung liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Medien: „Krisen, über die am wenigsten berichtet wird, sind oft auch diejenigen, die die geringste Finanzierung erhalten. Das müssen wir ändern“, sagt Peter Felten, Leiter des Referats für Multilaterale Gestaltung der Humanitären Hilfe im Auswärtigen Amt. „Es ist unsere Aufgabe, auch dorthin zu schauen, wo es keine Medienschlagzeilen und keine einfachen Antworten gibt. Als einer der größten Geber für humanitäre Hilfe weltweit ist sich Deutschland der Verantwortung bewusst, auch chronische und klimabedingte Krisen mit Nachdruck auf die Agenda zu bringen.“

Die Konsequenzen der vergessenen Krisen sind hoch: Um im Jahr 2020 humanitäre Hilfe für knapp 109 Millionen Menschen in Krisenregionen weltweit zu leisten, werden laut den Vereinten Nationen rund 26 Milliarden Euro benötigt.

Den ganzen Bericht lesen Sie hier. Mehr über die Arbeit unserer Bündnisorganisation CARE erfahren sie hier. In Madagaskar führt CARE eines ihrer wichtigen Projekte zum Schutz vor Klimawandel, wiederkehrenden Naturkatastrophen und daraus resultierenden Hungerkrisen durch. Mehr dazu lesen sie hier.

Suffering in Silence – Top 10 der vergessenen Krisen

  1. Madagaskar – 2,6 Millionen Menschen leiden durch die klimatischen Veränderungen an Hunger
  2. Zentralafrikanische Republik – Ein brutaler Konflikt im Herzen Afrikas: Etwa 2,6 Millionen Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe
  3. Sambia – Wiederholt fallen Ernten aus. Etwa 2,3 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe
  4. Burundi – 1,7 Millionen Menschen haben nicht genug Mittel, um ihre Familien zu ernähren
  5. Eritrea – Schwere Dürre: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung
  6. Nordkorea – Ein Land in Isolation: 10,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  7. Kenia – Überschwemmungen und Dürren: Mehr als 1,1 Millionen Menschen hungern
  8. Burkina Faso – Bewaffnete Konflikte und Gewalt: 5,2 Millionen Menschen sind betroffen
  9. Äthiopien – Naturkatastrophen, Mangelernährung und Vertreibung: 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen
  10. Tschadsee-Region – Konflikte, Vertreibung und Hunger: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe

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Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Die UNO-Flüchtlingshilfe macht zum Tag der Menschenrechte auf die zahlreichen Menschen aufmerksam, die auf der Flucht Verletzungen ihrer grundlegenden Rechte oft schutzlos ausgeliefert sind.

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Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Jedem Menschen sollten dadurch die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert sein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status.

71 Jahre später sind weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht: für unsere Bündnisorganisation UNO-Flüchtlingshilfe ein trauriger Rekord, der im krassen Widerspruch zur Intention der Menschrechtscharta steht. Aufgrund ihrer prekären Situation bleibt vielen Geflüchteten der Zugang zu grundlegenden Rechten verwehrt, oft sind sie Menschenrechtsverletzungen schutzlos ausgeliefert. Sie werden wegen ihrer Religion, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, der politischen Gesinnung oder sexueller Neigung verfolgt, bedroht oder diskriminiert. In einigen Ländern der Welt droht zum Beispiel Homo- und Transsexuellen die Todesstrafe. In vielen weiteren werden diese Menschen mit langen Haftstrafen bestraft.

„Menschenrechtsverletzungen werden tagtäglich, weltweit und millionenfach begangen. Wir dürfen uns damit nicht abfinden. Und wenn wir vielleicht als Einzelpersonen diese Taten nicht verhindern können, so kann jede und jeder zumindest die Opfer unterstützen“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Fehlen Gesundheitsvorsorge, ein Bildungssystem oder die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, wird ein Leben in Würde unmöglich. Kommen politische Verfolgung, Diskriminierung und Folter einzelner Gruppen wie ethnischer oder religiöser Minderheiten hinzu, sehen viele Menschen nur den Ausweg der Flucht, um für sich und ihre Familien eine neue Zukunft aufzubauen.

Beispiel Demokratische Republik Kongo

Bereits seit 1999 ist die Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stationiert. Der Krieg ist seit 2003 beendet – doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die Menschen leiden unter der Gewalt, marodierenden Banden, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch, Folter und Mord. Die Flüchtlingskrise in der DR Kongo hat inzwischen ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Insgesamt 5,4 Millionen Kongolesen sind durch die Gewalt im Land entwurzelt worden: 4,5 Millionen Menschen leben als Vertriebene im eigenen Land und fast 900.000 Kongolesen als Flüchtlinge in verschiedenen afrikanischen Ländern. Gleichzeitig leben über eine halbe Million Flüchtlinge aus anderen Ländern in der DR Kongo.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner unterstützt, hilft Geflüchteten weltweit: Der UNHCR unterhält Depots für Material, das im Notfall benötigt wird, registriert, informiert und berät Menschen auf der Flucht, kämpft für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen, Vertriebenen und Staatenlosen.