Kongo: Vergewaltigungskindern helfen, Versöhnung ermöglichen

07.02.2018 In der Demokratischen Republik Kongo engagiert sich unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. für Kinder von Vergewaltigungsopfern.
Kinder in Kanyola (Kongo) erhalten durch ChildFund Deutschland e.V. die Chance auf einen Schulbesuch._©ChildFund Deutschland e.V.

Kongo: Vergewaltigungskindern helfen, Versöhnung ermöglichen

Kongos Segen ist auch sein Fluch. Der Rohstoffreichtum ist zum Treibstoff eines Dauerkriegs zwischen Rebellen, Nachbarstaaten und Regierung geworden. Das Land ist verwüstet, es gibt über 5,5 Mio. Tote und Hunderttausende Flüchtlinge. Die Zivilbevölkerung steht zwischen den Fronten; nichts ist vor der Gewalt sicher. Besonders perfide: Alle Seiten setzen Vergewaltigungen als Waffe ein. Die Folgen: Traumatisierte Frauen, zerstörte Familien – und Kinder, die niemand haben will. Im Ort Kanyola setzt sich unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. für diese Vergewaltigungskinder ein. Mit Sicherung von Ernährung und Unterkunft, Integration in die Familien und sozialer Rehabilitation.

Rohstoffreichtum Fluch und Segen zugleich

Trotz reicher Vorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer oder dem für die Halbleiterindustrie wichtigen Erz Coltan gilt die DR Kongo als zweitärmstes Land der Welt. Das Versagen des Staates und der Griff der Nachbarstaaten nach den Schätzen in den östlichen Grenzprovinzen Nord- und Süd-Kivu haben einen Dauerkrieg verursacht, der ganze Landstriche verwüstet und entvölkert hat. Seit 1994 streifen Rebellen in wechselnden Allianzen durch den Dschungel und terrorisieren die Bevölkerung. Wer die Minen kontrolliert, hat Geld und Macht. Menschen gelten da nichts mehr, eine Grausamkeit folgt der nächsten.

„Afrikas Weltkrieg“ hat die meisten Todesopfer seit 1945 gefordert; Dutzende Seiten sind darin verstrickt. Der Terror, mit dem dabei die Bevölkerung überzogen wird, schreckt selbst vor Schulen, Krankenhäusern und Flüchtlingscamps nicht zurück. Zehntausende Frauen, Mädchen und auch Männer wurden vergewaltigt: ob im Gewaltrausch, aus Rache oder zur Zerstörung sozialer Strukturen. Was bleibt, sind Scham, soziale Ächtung und zerstörte Familien. Und Vergewaltigungskinder, deren Zahl keiner kennt. Sie werden verstoßen, leben außerhalb der Gesellschaft, sind nicht registriert und gehen nicht zur Schule.

Kinder brauchen eine echte Chance

In Kanyola, einem Ort nahe Bukavu, der gleich mehrfach Ziel von brutalen Überfällen war, kann unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. 57 dieser Kinder helfen. Derzeit leben sie unter der Obhut einer mutigen Frau, deren Familie ermordet und die selbst vergewaltigt wurde. Als die Kinder gefunden wurden, waren viele unterernährt oder krank; es fehlte einfach an allem. ChildFund organisierte daraufhin eine erste Soforthilfe bestehend aus Nahrung, Betten, Kleidung, Medikamente und einem Arzt. So konnte zunächst die schlimmste Not gelindert werden. Doch weitere Hilfe ist dringend nötig. Denn die Kinder von Kanyola brauchen viel mehr als ein Bett und genug zu essen. Sie brauchen eine echte Chance.

Gesundheit, Bildung und ein kindgerechtes Umfeld

Für die betroffenen Kinder wird durch ChildFund Deutschland e.V. ein kindgerechtes Umfeld geschaffen. Dazu gehört die Ausstattung der Unterkunft mit Möbeln, Hygienevorrichtungen, Geschirr sowie die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und der Erwerb von Spiel- und Fördermaterialien. Zudem liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung. Die Behandlung von Krankheiten, dringende operative Eingriffe und die Vorsorge durch regelmäßige Untersuchungen gehört genauso zur Versorgung, wie die wichtige psychologische Betreuung der oft traumatisierten Kinder.

Um die Chancen der Kinder in der Gesellschaft zu verbessern, wird außerdem die Bildung gefördert. Hierzu gehört zunächst einmal die offizielle Registrierung der Kinder, die dann einen Schulbesuch möglich macht. Anschließend werden die Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet und mit Schulranzen, Büchern, Heften und Materialien ausgestattet.

Ein weiterer wichtiger Bereich in dem sich ChildFund Deutschland e.V. engagiert, ist die Versöhnung mit den Familien und Dorfbewohnern. Diese soll zur Folge haben, dass die Stigmatisierung der Vergewaltigungskinder überwunden wird. Zudem finden eine psychologisch begleitete Wiedereingliederung der Kinder in die Familien und eine soziale Rehabilitation statt.

 

 

Foto© & Quelle: ChildFund Deutschland e.V.

Nigeria: Schutz und Hilfe für Binnenvertriebene

26.01.2018 Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria. Nothilfekoordinator René Fechner gibt im Interview einen Einblick in die derzeitige Lage.
Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria._© ADRA Deutschland

Nigeria: Schutz und Hilfe für Binnenvertriebene

Selbstmordanschläge, Entführung, Terror – Fundamentalistische Gruppen sorgen für großes Leid in Nigeria und zwingen Menschen zur Flucht. René Fechner, Nothilfekoordinator unserer Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland, spricht im Interview über die Nöte der Betroffenen und wie ADRA sie dabei unterstützt, ihr Leben neu aufzubauen.

Welches Leben führen die Binnenvertriebenen?

Im Nordosten Nigerias befinden sich über 2 Millionen Binnenvertriebene. Größere Städte wie Maiduguri sind von Binnenvertrieben überlaufen, die Mieten sind extrem gestiegen. Vertriebene, die aufs Land fliehen, bauen dort ihre eigenen Hütten. Sie haben sehr wenig Geld, kaum Nahrung, einen schlechten Zugang zu sanitären Anlagen und Hygieneartikeln, Wasser und auch medizinischer Versorgung. Diese Umstände führen bei manchen zu negativen Bewältigungsstrategien.

Welche negativen Strategien sind das?

Manche Erwachsene verzichten auf Mahlzeiten, um sie ihren Kindern zu geben. Andere verkaufen ihren gesamten Viehbestand, um kurzfristig an Geld zu kommen, jedoch verlieren sie damit ihre Lebensgrundlage. Viele Vertriebene sind so hungrig, dass sie sogar Saatgut essen. Junge Frauen unter 18 werden verheiratet, damit die Familien über den Brautpreis an Geld kommen und sie ein Familienmitglied weniger haben, das ernährt werden muss.

Gibt es trotzdem so etwas wie Alltag?

Das Leben geht weiter. Wenn die Vertriebenen länger an einem Ort bleiben, versuchen sie, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken, so etwas wie Alltag zu schaffen. Beispielsweise werden innerhalb von Vertriebenen-Camps Märkte aufgebaut.

Der Krieg ist nicht omnipräsent. Das heißt, es gibt zwar gewaltsame Konflikte, aber sie finden nicht permanent statt. Die Menschen versuchen, sich mit den Umständen zu arrangieren und einen Weg zu finden, mit dem Konflikt umzugehen.

Wo und wie setzt sich ADRA für die Binnenvertriebenen ein?

Der Konflikt findet im Nordosten des Landes statt. ADRA unterstützt hauptsächlich die Vertriebenen im ländlichen Bereich. ADRA versorgt jedoch nicht nur die Vertriebenen, sondern auch Menschen der Aufnahmegesellschaft mit Bargeld. Über Bedarfsanalysen, die gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft erarbeitet werden, wird dann auf die Nöte der Menschen eingegangen. Der Fokus liegt auf Familien, die andere Menschen aufgenommen haben, auf alleinstehende Frauen mit Kindern, auf Waisenkindern und auf älteren Menschen. Wichtig ist hierbei, Konflikte zu vermeiden. Das Gespräch mit Leuten, die als nicht bedürftig eingestuft werden, ist für ein friedliches Zusammenleben unabdingbar.

Wieso hilft ADRA vor Ort mit der Ausgabe von Bargeld?

Im Nordosten Nigerias funktionieren trotz des Konflikts viele Märkte, sprich, es gibt Güter auf dem Markt. Die Ausgabe von Bargeld, also CASH, hat den Vorteil, dass sich die Betroffenen speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet versorgen können und außerdem dadurch die Märkte am Laufen halten. Die Menschen kaufen sich von dem Geld hauptsächlich Nahrung und Hygieneartikel. Die Höhe des Geldes ist nach den lokalen Standards berechnet und wird einmal im Monat an die Betroffenen ausgezahlt. Es muss gewährleistet sein, dass die Empfänger sich von dem Geld täglich ausreichend ernähren können. Der entsprechende Betrag richtet sich danach, wie viele Mitglieder zu einer Familie gehören.

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria._© ADRA Deutschland

Welche Gefahren birgt die Vergabe von Bargeld für die Empfänger, aber auch für lokalen ADRA-Mitarbeiter?

Für die Begünstigten besteht das Risiko, nach der Bargeldausgabe auf dem Weg nach Hause überfallen und ausgeraubt zu werden. Deshalb ist es bei solchen Verteilungen wichtig, alle beteiligten Akteure miteinzubeziehen und zu sensibilisieren. In diesem Fall sind dies vor allem die Dorfgemeinschaft sowie der Dorfälteste.

Die Mitarbeiter müssen ebenso sensibilisiert werden. Beispielsweise tragen sie stets ein Satellitentelefon mit sich, damit sie regelmäßig Bescheid geben können, wo sie sich gerade befinden und ob es ihnen gut geht. Außerdem erhalten sie Trainings in denen sie mitunter lernen, wie sie sich im Fall einer Entführung verhalten müssen.

Wie wird sich ADRA weiterhin für die Binnenvertriebenen im Nordosten des Landes einsetzen?

Das Wichtigste ist, dass die Betroffenen neue Strategien finden und entwickeln, um ihr Leben neu aufzubauen. Viele der Vertriebenen haben früher in der Landwirtschaft gearbeitet, durch die Flucht haben sie alles verloren. ADRA führt die Menschen zurück in die Landwirtschaft, indem sie dabei unterstützt werden, wieder ein kleines Stück Land zu erhalten. Ein weiterer Schritt ist die Ausgabe von Dünger, Saatgut und Wasserpumpen für die Trockenzeit. So kann das neu erhaltene Land bestellt und durch den Ertrag Einkommen generiert werden.

 

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland ist zudem in weiteren Ländern und Projekten in Afrika tätig. Im Südsudan wird beispielsweise die Ernährungsunsicherheit von Binnenvertriebenen bekämpft.

 

 

Fotos: ADRA Deutschland e.V.

Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

22.01.2018 Projekt von Kinderrechte Afrika e.V. zur Verbesserung des Schutzes gegen Kindesmissbrauch und Kinderhandel startet in Benin.
Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. schult Peer Educators in Benin._© Kinderrechte Afrika e.V.

Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

Seit vielen Jahren setzt sich unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. für Kinder in Not ein. Dabei werden vor allem Kinder in West- und Zentralafrika unterstützt, die Opfer von Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel oder sexuellem Missbrauch wurden. Auch Kinder in Gefängnissen und Polizeigewahrsam, diskriminierte Kinder – sogenannte „Hexenkinder“ – sowie Kinder mit Behinderungen werden von unserer Mitgliedsorganisation und deren lokalen Partner unterstützt. Im westafrikanischen Benin startet nun ein weiteres Projekt, das vor allem die Stärkung der Familien und lokalen Institutionen vorsieht, um einen verbesserten Schutz gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und jegliche Form des Kinderhandels zu erreichen.

Missbrauch und sexuelle Belästigung enttabuisieren

In Benin wurde in den letzten Jahren der rechtliche Rahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt gestärkt. Kinderrechte Afrika e.V. unterstützte diese Entwicklung in den vergangenen Jahren durch die Erarbeitung und Verbreitung eines Verhaltenskodexes an Schulen. Durch verschiedene Sensibilisierungsaktionen konnte in der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die Gefahren und den Schutz vor Missbrauch geschärft werden, sodass das Thema immer weniger ein Tabu-Thema ist und sexuelle Belästigung sowie – Übergriffe immer häufiger gemeldet und angezeigt werden.

Projekt schützt Kinder in Grenzregion

Trotz der großen Fortschritte erfahren weiterhin viele Kinder, vor allem Mädchen, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Zwangsheirat und Kinderhandel zur wirtschaftlichen oder sexuellen Ausbeutung. Im beninischen Departement Ouémé, einer Grenzregion zu Nigeria, ist der transnationale Kinderhandel besonders verbreitet. Hier werden Kinderrechte Afrika e.V. und der lokale Partner CIPCRE-Benin in den kommenden Jahren eine gezielte Projektarbeit durchführen, um jegliche Formen sexueller Gewalt und des Kinderhandels einzudämmen.

Hilfe für mehr als 250.000 Jungen und Mädchen

Da sexuelle Gewalt in Benin in und um Schulen und Ausbildungsstätten besonders verbreitet ist, legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Schüler*innen und Auszubildenden. Dabei liegt ein Fokus auf der gezielten Schulung von sogenannten „Peer Educators“ im Ausbildungsbereich. „Peer Educators sind Jugendliche, die bereits Leitungsrollen in Schul-AGs oder Vereinen übernehmen und mit ihren Mitschüler*innen über den Schutz vor sexueller Gewalt sprechen. Die Peer Educators können somit sehr viele Kinder und Jugendliche aufklären. Diese erhalten damit die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen über Sexualität, Gesundheit, ihre Rechte und Schutzmechanismen auszutauschen. Dabei können sie ihre Gedanken und Befürchtungen meist offener teilen, als im Austausch mit Erwachsenen“, so Luise Hoffmann von Kinderrechte Afrika e.V..

Im Zuge der Projektarbeit wird darüber hinaus die Gründung von Kinderschutzkommitees oder auch die Einführung eines Verhaltenskodexes zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Bildungseinrichtungen in Süd- und Zentral-Benin realisiert. Zudem unterstützt das Projekt die Kommunen bei der Umsetzung der nationalen Kinderschutzpolitik und betreut hunderte Kinder, die als besonders gefährdet gelten oder in mittelosen Familien leben. Mit den genannten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren mehr als 250.000 Jungen und Mädchen erreicht werden.

Konkrete Projektziele bis Ende 2020

Bis Ende Oktober 2020 werden unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. sowie der lokale Partner CIPCRE-Benin daran arbeiten, folgende Ziele zu erreichen:

  • Kinder und insbesondere Mädchen im Projektgebiet finden im Schul- und Ausbildungsbereich zunehmend ein Umfeld vor, das sie vor sexueller Gewalt sowie Kinderhandel schützt.
  • Kinder, insbesondere Mädchen, in sechs Kernkommunen kennen ihre Rechte und Pflichten, sind in Bezug auf Sexualität und Familienplanung aufgeklärt, sind sich der Risiken, denen sie ausgesetzt sind, bewusst und die am stärksten gefährdeten Kinder erhalten geeignete Schutzmaßnahmen.
  • Ein Verhaltenskodex zur Bekämpfung sexueller Gewalt wird an den Bildungseinrichtungen Süd- und Zentral-Benins eingeführt und die staatlichen Akteure arbeiten wirksam zum Schutz des Kindeswohls zusammen.

 

 

Foto: © Elisabeth Munsch für Kinderrechte Afrika e.V.

Obstkörbe für sauberes Trinkwasser

15.01.2018 fruiton liefert Obstkörbe ins Büro oder in die Kita, und unterstützt so gleichzeitig den Zugang zu sauberem Trinkwasser in afrikanischen Ländern.
fruiton engagiert sich für GEMEINSAM FÜR AFRIKA._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Obstkörbe für sauberes Trinkwasser

Wer sich frisches Obst ins Büro, in die Schule oder in die Kita liefern lassen möchte, um eine gesundheitsbewusste und vitaminreiche Ernährung bei sich selbst und bei seinen Mitmenschen zu fördern, denkt vermutlich direkt an fruiton. Das Unternehmen liefert bereits seit 2005 saisonale Früchte von regionalen Erzeugern an Obstliebhaber*innen und solche die es werden möchten. Seit einigen Jahren unterstützt fruiton auch GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Mit der Aktion „1 Obstkorb = 100l Wasser“ werden die Trinkwasserprojekte unserer Mitgliedsorganisationen gefördert und ausgebaut. Dabei gilt, pro verkauftem 6kg Obstkorb werden 100l Trinkwasser in Afrika aufbereitet. So kamen im vergangenen Jahr durch das Engagement der einzelnen Niederlassungen von fruiton in München, Berlin und Köln mehr als 26.000 Euro Spenden zusammen.

fruiton unterstützt GEMEINSAM FÜR AFRIKA und fördert somit Trinkwasserprojekte

Engagement für sauberes Trinkwasser

fruiton und GEMEINSAM FÜR AFRIKA wissen, Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins und seit 2010 gibt es sogar das Menschenrecht auf Wasser – doch weltweit haben immer noch Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang dazu. Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich daher in vielen unterschiedlichen Projekten dafür ein, Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Durch die Unterstützung von fruiton kann beispielsweise die Fassung von Quellen und der Bau von Pumpbrunnen oder sogar von ganzen Wasserversorgungssystemen für Dörfer oder Kleinstädte gefördert werden.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei fruiton ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung!

 

 

Fotos: fruiton & GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

CrispyRob und Manniac sammeln Spenden

09.01.2018 Die YouTuber CrispyRob und Manniac teilen ihre Eindrücke aus Sambia, ihre Communities solidarisieren sich und spenden für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen.
Die YouTuber CrispyRob & Manniac starten Spendenaktion für GEMEINSAM FÜR AFRIKA._© CrispyRob & Manniac

CrispyRob und Manniac sammeln Spenden

Zusammen mit fünf YouTuber*innen reisten wir im vergangenen November nach Sambia, um vor Ort Projekte unserer Mitgliedsorganisationen zu besuchen und die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) bekannter zu machen. Wieder zu Hause angekommen, teilten die YouTuber*innen ihre Eindrücke von Land, Menschen und Projekten in Video-Dokumentationen mit ihren Zuschauer*innen. Was folgte war eine außergewöhnliche Solidarität mit der Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen und den betroffenen Menschen vor Ort. Bereits Anfang Dezember starteten die YouTuberinnen Ischtar Isik und einfach inka großartige Spendenaktionen. Mitte Dezember veröffentlichten dann auch die YouTuber CrispyRob und Manniac ihre Videos und riefen zur Unterstützung der Projekte auf.

„Server down“ wegen beeindruckender Solidarität

Am Abend der Veröffentlichung der Video-Dokumentation von CrispyRob, der normalerweise seine Zuschauer*innen mit Videos zum Thema Essen, Lifestyle oder „Pranks“ unterhält, konnte unser Server der hohen Belastung nicht mehr standhalten und war kurzzeitig nicht mehr erreichbar. Tausende Zuschauer*innen unterstützen an diesem Abend und in den Folgetagen GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer Spende. In kürzester Zeit wurden Tausende Kommentare unter das Video geschrieben und mehr als 16.000 Euro für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen gespendet. Zwischenzeitlich lag der Spendenstand sogar weit über 200.000 Euro. Leider stellte sich jedoch heraus, dass sich einige Wenige einen Spaß erlaubt hatten und sogenannte „Fake-Spenden“ abgaben. Der Spendenstand wurde mittlerweile korrigiert.

 

Animationen für die gute Sache

Auch der Animator und Comedian Manniac, der uns ebenfalls nach Sambia begleitet hatte, veröffentlichte kurz vor Weihnachten seine Video-Dokumentation zur Reise. Dabei stechen besonderes die liebevoll gestalteten Erklär-Animationen und Illustrationen hervor. Auch die Zuschauer*innen von Manniac erkannten die Wichtigkeit der Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen und unterstützen aktuell unsere Projekte über eine gemeinsame Spendenaktion.

 

Unterstützung kommt Hilfsprojekten zu Gute

Durch das großartige Engagement der YouTuber*innen und der hohen Anteilnahme ihrer Communities, werden Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, gestärkt und ausgebaut.

Die YouTuber CrispyRob und Manniac sammeln für die Hilfsprojekte von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

 

Hier könnt ihr die Aktionen der YouTuber*innen unterstützen oder sogar ganz eigene Spendenaktionen starten.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA dankt allen Spenderinnen und Spendern und den YouTuber*innen für die wertvolle Unterstützung!

 

Fotos: CrispyRob & Manniac

YouTuber*innen starten beeindruckende Spendenaktion

13.12.2017 YouTuber*innen starten Spendenaktionen für die Hilfsprojekte von GEMEINSAM FÜR AFRIKA - ihre Zuschauer*innen überwältigen uns!
Die YouTuberinnen Ischtar Isik & Einfach Inka starten Spendenaktionen zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

YouTuber*innen starten beeindruckende Spendenaktion

Im November 2017 waren wir mit fünf YouTuber*innen in Sambia. Wir besuchten Projekte unserer Mitgliedsorganisationen und informierten über die nachhaltigen Entwicklungsziele, die durch die Arbeit vor Ort erreicht werden. Ischtar Isik und einfach inka, zwei der YouTuber*innen, die uns auf der Reise begleitet hatten, veröffentlichten Anfang Dezember Video-Dokumentationen zu unserer Sambia-Reise auf ihren YouTube-Kanälen, in denen sie eindringlich über die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen berichteten (Ischtars Video und Inkas Video). Im Anschluss überwältigten uns ihre Zuschauer*innen mit einem großartigen Engagement.

Spendenaktion zugunsten unserer Hilfsprojekte

Im Anschluss ihrer Video-Dokumentationen zur Reise riefen die beiden YouTuber*innen zur Unterstützung unserer Projekte auf. Mit einer überwältigenden Anteilnahme solidarisierten sich unzählige Zuschauer*innen mit der Aktion und unterstützten GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer gemeinsamen Spendenaktion, die von den YouTuber*innen hier auf unserer Bündnis-Webseite initiiert wurde. Bis Mitte Dezember kamen so bereits mehr als 13.000 Euro für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen zusammen.

Die YouTuberinnen Ischtar Isik & Einfach Inka starten Spendenaktionen zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Durch dieses großartige Engagement werden unsere Mitgliedsorganisationen gestärkt, um für die notleidenden Menschen in den aktuellen Hungergebieten in Somalia, Nigeria, Kenia, Äthiopien, dem Tschad sowie dem Südsudan Nothilfe zu leisten. Aber auch, um langfristig angelegte Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, fortzuführen und auszuweiten.

Hier könnt ihr die Aktionen der YouTuber*innen unterstützen oder sogar ganz eigene Spendenaktionen starten.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern für die wertvolle Unterstützung!

 

 

Fotos: einfach inka & Ischtar Isik

Run for help: Gesamtschule Niederaula mit großartiger Spendenaktion

01.12.2017 9000 Euro für notleidende Menschen - Die Gesamtschule Niederaula in Hessen unterstützt unser Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer großartigen Spendenaktion.
Gesamtschule Niederaula startet den "Run for help" zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Run for help: Gesamtschule Niederaula mit großartiger Spendenaktion

Am 27. November fand in der Großsporthalle der Gesamtschule Niederaula im Beisein von mehr als 700 engagierten Schüler*innen eine große Spendenübergabe zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA statt. Im September hatte die Schule aus dem nordöstlichen Hessen einen beeindruckenden Sponsorenlauf sowie im November ein Benefiz-Gospelkonzert organisiert. Stefan Ewers, Vorstandsmitglied des GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V. durfte nun bei einer feierlichen Zeremonie eine Gesamtspende von 9000 Euro entgegennehmen. „Solch eine Spendenaktion ist beeindruckend. Dass so viele Schülerinnen und Schüler sich für notleidende Menschen auf dem afrikanischen Kontinent einsetzen, Aufmerksamkeit für die Not erzeugen und gleichzeitig Hoffnung für mehr Solidarität schenken, ist Inspiration für uns alle. GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich für dieses großartige Engagement.“, so Stefan Ewers.

„Nicht den Blick für andere verlieren“

Die Gesamtschule Niederaula (GSN) handelt nach dem Leitbild: Gemeinsam gestalten, sozialverträglich miteinander umgehen und nachhaltig lernen. Vor diesem Hintergrund engagieren sich Lehrer*innen und Schüler*innen seit Jahren mit den unterschiedlichsten Projekten für eine gerechtere Welt. In diesem Jahr feierte die Gesamtschule ihren 40. Geburtstag. Dieses runde Jubiläum sollte mit ganz besonderen und vielfältigen Aktionen einhergehen. So schmiedete man den Plan einer Projektwoche, einem Schulfest und natürlich einer offiziellen Feierstunde. In dem Bewusstsein, dass es vielen Menschen auf unserem Planeten deutlich schlechter geht, wollte sich die GSN im Rahmen ihres Jubiläums erneut für andere Menschen einsetzen. So startete die Fachschaft Sport, die bereits in der Vergangenheit 5 Sponsorenläufe durchführte, auch in diesem Jahr ihren bekannten „Run for help“, denn „Schule ist mehr als alltägliches, gemeinsames Lernen. Schule verbindet, Schule wird gelebt. Neben den fachlichen Inhalten sollen unsere Schülerinnen und Schüler ebenfalls lernen, angemessen miteinander umzugehen und nicht den Blick für andere zu verlieren.“ – Gesamtschule Niederaula.

Gesamtschule Niederaula: Spendenaktion für GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Sponsorenlauf „Run for Help“ und Aktionstag

Am 29. September startete der „Run for help“. In der Vergangenheit wurde dieser noch im heimischen Fuldatal auf Radwegen durchgeführt. Mittelwelle laufen die Schüler*innen jedoch auf einem Rundkurs mit ca. 600 Metern Länge am Schulgelände. So ist es den Organisatoren nun auch möglich, die jungen Läuferinnen und Läufer mit Musik und Verpflegung zu unterstützen. Der diesjährige „Run for help“ sollte zudem nur ein Teil eines größeren Aktionstags zum Thema „Armut in Afrika“ sein. So wurden darüber hinaus Filme zum Thema gezeigt und Schulmaterialen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA integriert sowie Workshops mit unserer Referentin Christiane Schwittek durchgeführt.

Doch im Mittelpunkt sollte an diesem Tag natürlich die Laufstrecke stehe. Fast alle der 715 Schüler*innen der Gesamtschule versammelten sich am Startgelände, um anschließend in drei Zeitblöcken auf die Laufstrecke zu gehen. Im Vorfeld des Laufes hatten sich die Schüler*innen jedoch noch Sponsoren für ihren Lauf gesucht. Die Geldgeber waren dabei vor allem Eltern, Großeltern und Freunde, die mit ihrer finanziellen Unterstützung jede einzelne Runde der engagierten Schüler*innen finanzierten. So kamen allein durch die geleistete Rundenanzahl mehr als 7000 Euro an Spenden zusammen.

Gesamtschule Niederaula startet den "Run for help" zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Gospelkonzert

Doch mit dem Sponsorenlauf sollte die diesjährige Spendenaktion der GSN noch nicht ihr Ende gefunden haben. So fand am 12. November das von der Schule organisierte Gospelkonzert des Chores „Inspiration“ in der evangelischen Kirche in Niederaula statt. Etwa 250 Gäste erfreuten dabei sich an den Liedern des Chores, die unter dem Motto „Music for Joy and Inspiration“ standen. Auch im Rahmen des Konzertes wurden Spenden für GEMEINSAM FÜR AFRIKA gesammelt.

Spendenübergabe und Ehrung für die Läufer*innen

Am Montag, dem 27. November, fanden sich schließlich alle fleißigen Spendersammler*innen, Organisatoren sowie die gesamte Lehrerschaft in der Großsporthalle der Schule zusammen. Jochen Schäfer, Schulleiter der Gesamtschule Niederaula, führte die Anwesenden mit einem Rückblick durch das Jubiläumsjahr der Schule und ließ die spannenden Veranstaltungen der vergangenen Monate nochmals Revue passieren. Außerdem erhielten die Schüler*innen, die im Rahmen des „Run for help“ die meisten Runden gelaufen waren, ein Dankeschön in Form einer Urkunde, einem T-Shirt und einem Gutschein. Auch die Klassen mit der durchschnittlich größten Rundenzahl wurden mit einer Urkunde sowie einem Gutschein für ein gemeinsames Frühstück ausgezeichnet.

Im Anschluss berichtete Stefan Ewers mit einer Präsentation und eindrucksvollen Bildern von seiner letzten Reise nach Ghana. Doch der Höhepunkt der Veranstaltung sollte dann die Übergabe der großartigen Spende werden. Unter großem Beifall übergaben Schuleiter Jochen Schäfer und Helmut Hopf, Organisator und Sportlehrer der Gesamtschule Niederaula, die insgesamt 9000 € aus dem „Run for help“ und dem Gospelkonzert an GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

Gesamtschule Niederaula: Spendenübergabe an GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Mit dieser großzügigen Spende werden die Möglichkeiten unserer Mitgliedsorganisationen gestärkt, um für die notleidenden Menschen in den aktuellen Hungergebieten in Somalia, Nigeria, Kenia, Äthiopien, dem Tschad sowie dem Südsudan Nothilfe zu leisten. Aber auch, um langfristig angelegte Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, fortzuführen und auszuweiten.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei allen Beteiligten für ihr außergewöhnliches Engagement!

 

> Startet eine eigene Spendenaktion oder Schulaktion!

 

Fotos: Gesamtschule Niederaula

Sambia-Reise: Brunnenprojekt und Ernährungssicherheit

28.11.2017 An den letzten beiden Tagen unserer Sambia-Reise besuchten wir zusammen mit den YouTuber*innen Projekte zur Ernährungssicherheit und Trinkwasserversorgung.
Sambia-Reise: Brunnenprojekt in Mukuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Brunnenprojekt und Ernährungssicherheit

Am 5. und 6. Tag unserer Sambia-Reise mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv führte unser Weg weiter in Richtung Livingstone. Halt machten wir zunächst in Kalomo, um ein Projekt zur Bekämpfung von Mangelernährung unserer Mitgliedsorganisation CARE zu besuchen. Später führte uns unsere Reise ins kleine Dorf Mukuni. Dort wollten wir ein aktuelles Brunnenprojekt zur Trinkwasserversorgung unserer Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care anschauen und uns erneut darüber informieren, welche der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt werden.

Unter- und Mangelernährung vielfältig entgegenwirken

24.11. Kalomo –  Am frühen Morgen setzte sich unser 16-Sitzer-Bus erneut in Bewegung, um von Choma in Richtung Kalomo aufzubrechen. In der umliegenden Region des kleinen Städtchens führt unsere Mitgliedsorganisation CARE in Kooperation mit der sambischen Regierung ein Projekt zur Verbesserung der Ernährungssituation von Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern durch. Grund hierfür ist, dass trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Sambias in den vergangenen Jahren insbesondere in ländlichen Regionen die Unter- und Mangelernährung bei Kleinkindern und schwangeren Frauen noch immer ein gravierendes Problem ist.

Ziel des Projektes ist es, der Unter- und Mangelernährung durch den gezielten Aufbau von Kompetenzen und Wissen, die Förderung des Anbaus, der Zubereitung und der Zufuhr vielfältiger Nahrung entgegenzuwirken sowie die Ernährungssituation multisektoral durch die Verknüpfung von nachhaltiger Landwirtschaft, Gesundheit und WASH (WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) zu verbessern. Dies geschieht zum einen über eine enge Zusammenarbeit mit dem „Programme Against Malnutrition“ (PAM) und den zuständigen sambischen Ministerien. Dabei schult CARE staatliche Gesundheitshelfer sowie Freiwillige in den Gemeinden in gesunden Ernährungspraktiken und Hygieneinfrastruktur, um anschließend Ernährungs- und Hygieneberatung sowie Sensibilisierungskampagnen in den Gemeinden durchzuführen. Zum anderen werden auf Gemeinde- und Haushaltseben gezielte Trainingsmaßnahmen zu klimagerechter Landwirtschaft, angepasste Anbaumethoden (z.B. „home gardens“) und Bewässerungssysteme, Viehzucht, Nahrungsverarbeitung sowie diversifizierter Ernährung durchgeführt, um positive Verhaltens- und Ernährungsänderungen zu bewirken.

Angebaut werden beispielsweise Tomaten, Kohl, Rettich, Okra oder Kürbis und Süßkartoffeln. Beliebte Obstbäume sind unter anderem Mango-, Orangen-, oder Guavenbäume. Auf künstliche Düngemittel und Pestizide wird weitgehend verzichtet, weil sie der Umwelt schaden und teuer sind. Außerdem erhalten mehrere Familien Ziegen. Bekommen die Ziegen Junge, werden diese an andere Familien weitergegeben.

Im Zuge der nationalen Woche der Kindergesundheit hat die sambische Regierung mit Unterstützung von CARE mittlerweile mehrere Gesundheitsposten eingerichtet, an denen das Wachstum der Kinder in der Gegend um Choma und Kalomo überwacht wird (siehe Bild).

Sambia-Reise: Unter- und Mangelernährung bekämpfen. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Die Reisegruppe besuchte einen dieser Gesundheitsposten im abgelegenen Dorf Sipatunyana. Zusammen mit drei CARE-Mitarbeitern – Eddie, Chad und Mweemba – machten wir uns in einem kleinen Pick-Up auf die Fahrt hinaus aufs Land. In Sipatunyana angekommen fanden wir sehr viele Frauen mit ihren Kindern vor. Hier werden das Gewicht, das Alter und der Armumfang der Kinder mit einem speziellen sogenannten MUAC-Messband aufgenommen und dokumentiert. Auch unabhängig von der nationalen Gesundheitswoche für Kinder werden diese Daten in der gesamten Region monatlich aufgezeichnet, um die Entwicklung des Ernährungszustands über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Auf diese Weise werden die Regionen identifiziert, in denen der Prozentsatz der Unterernährung besonders hoch ist. Dort werden dann die landwirtschaftlichen Aktivitäten im besonderen Maße unterstützt. Zusätzlich werden die Kinder an den Gesundheitsposten mit Vitamin A versorgt und erhalten Tabletten zur Entwurmung – einem häufigen Problem in der Region, das die Aufnahme von Nährstoffen stark einschränkt. Zudem werden hier Impfungen überprüft und bei Bedarf aufgefrischt. Alle Kinder haben eine Gesundheitskarte, in der alle Impfungen und anderen Behandlungen aufgeschrieben werden. Aktuell werden mit den genannten Maßnahmen mehr als 3.500 unterernährte Kinder erreicht.

Das besuchte Projekt „Ernährungssicherheit für Frauen und Kleinkinder“ unserer Mitgliedsorganisation CARE trägt dazu bei, das Ziel Nr. 2 (kein Hunger) und das Ziel Nr. 3 (Gesundheit & Wohlergehen) der SDGs zu unterstützen!

Nach den vielen Eindrücken in Kalomo und der Erkenntnis, dass die Bekämpfung von Hunger langfristig möglich ist, machten wir uns zusammen mit den YouTuber*innen auf in Richtung Livingstone. Dort sollte am folgenden Tag bereits der nächste Projektbesuch auf uns warten. Unsere Mitgliedsorganisation, das Kinderhilfswerk Global-Care hatte uns dazu eingeladen, in das Dorf Mukuni in der Nähe von Livingstone zu kommen. Dort hat Global-Care in Kooperation mit dem BMZ das aktuellste Brunnenprojekt für eine saubere Trinkwasserversorgung realisiert.

Wasser ist Leben – Mehr als 20.000 Menschen profitieren von Brunnenprojekt

25.11. Mukuni – Früh am Morgen holten uns Kirk und Joseph vom Kinderhilfswerk Global-Care in unserem Hotel ab und fuhren zusammen mit uns ins Dorf Mukuni, etwas außerhalb von Livingstone, ganz im Süden Sambias, fast an der Grenze zu Simbabwe.

Auf dem Weg nach Mukuni machten wir einen kurzen Stopp an dem Fluss, an dem die Menschen in der Umgebung früher Wasser geholt haben. Wir sind entsetzt, das Flusswasser sieht sehr unappetitlich aus, schlammig und voller Algen. Hier trinken auch die Nutztiere und Wildtiere, sogar Elefanten kommen hierher. Danach geht es weiter nach Mukuni. Auf der Fahrt wird uns bewusst, welch lange Strecke – mehr als 4 Kilometer – die Dorfbewohner in der Vergangenheit zum Wasserholen zurücklegen mussten. In Mukuni angekommen, wurde uns zuerst der neue Brunnen vorgeführt. Die Wasserstelle ist eingezäunt, damit Tiere nicht zu nah herankommen und verschmutzen können. Um das Wasser zum Fließen zu bekommen, muss gepumpt werden. Damit die Gummis der Pumpe nicht so schnell kaputtgehen, müssen regelmäßig Ruhezeiten eingehalten werden. Deshalb ist die Pumpe täglich von 5:30 – 11 Uhr und von 13 – 18 Uhr geöffnet.

Jede Familie bezahlt pro Monat 2 Kwacha, das sind umgerechnet 0,18 Euro. Ein Wasserkomitee ist für das Einsammeln der Beiträge und die Instandhaltung der Pumpe und des Brunnens zuständig. Das Komitee hat drei Vorsitzende, die auch für das verschließen des Brunnens zu den Ruhezeiten verantwortlich sind. Um die Instandhaltung zu erleichtern, wurden in Sambia überall die gleichen Pumpen installiert, so dass die Ersatzteile leicht zu bekommen sind.

Hier in Mukuni wurde für den Brunnen 70 Meter tief gebohrt, die Wasserpumpe reicht 45 Meter tief. Pumpen, die tiefer gehen, sind schwer zu bedienen. In dieser Gegend Sambias, einem Ausläufer der Kalahari-Region, ist es sehr trocken und nicht einfach Brunnen zu bohren, die langfristig erhalten werden können, da sie schnell versanden oder das Wasser salzig ist. Insgesamt kostet eine Brunnenbohrung mit der Installation der Pumpe 5.000 – 6.000 Euro. Dazu kommen dann noch Workshops zur Instandhaltung und Hygiene sowie der Sanitärversorgung. Momentan sind dreiviertel der Dorfbewohner von dem einen Brunnen abhängig, das sind 1883 Menschen. Viele Dorfbewohner*innen müssen jedoch auch aktuell noch das Wasser weit nach Hause tragen. Ein weiterer Brunnen wird daher dringend benötigt. Insgesamt hat Global-Care im Rahmen des Brunnenprojekts in Kooperation mit dem BMZ 41 Brunnen mit Handpumpe in 41 Dörfern installiert. Jeder Brunnen kann mindestens 10 Liter Wasser pro Person am Tag das ganze Jahr fördern. Das Wasser hat eine gute Qualität und steht für ca. 20.500 Menschen zur Verfügung.

Sambia-Reise: Brunnenprojekt in Mukuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Der Lebensstandard vieler Menschen in den Projektgebieten hat sich deutlich erhöht. Sauberes Wasser steht in ausreichender Menge zur Verfügung und die persönliche Hygiene wurde verbessert. Laut den Aussagen der Dorfältesten haben Magen- und Darmerkrankungen speziell bei Kindern bereits drastisch abgenommen. Besonders für Frauen und Kinder hat der reduzierte Zeitaufwand, der zur Wasserversorgung aufgewendet werden musste, für mehr Lebensqualität gesorgt. Die Zeitersparnis fördert die Chancen der Kinder zum Schulbesuch. Der Anbau von Agrarprodukten konnte verbessert werden. Für kleinere Gärten tragen die Brunnen zur Bewässerung bei.

Beindruckt von diesen Fortschritten in der Wasserversorgung wir anschließend mit einigen Familien im Dorf in einen intensiven Austausch gehen. Wir wurden auf ihre Grundstücke eingeladen und die Menschen zeigten uns ihre Häuser. Viele von ihnen betreiben kleine Werkstätten, in der sie Alltagsgegenstände oder Kunsthandwerk anfertigen. Da die Gegend hier sehr trocken ist, wird vergleichsweise wenig Landwirtschaft betrieben. Die meisten Dorfbewohner leben von ihrem Kunsthandwerk. Auf einem nahe gelegenen Markt verkaufen sie ihre Produkte – wie zum Beispiel Schnitzereien, Schmuck und aus Draht gefertigte Spielzeuge.

Nach den Gesprächen mit den Menschen vor Ort, besuchten wir noch ein neues Ausbildungszentrum im Ort. Aktuell wird hier ein Computerraum eingerichtet und es sollen Werkstätten für eine berufliche Ausbildung und Lehrerwohnungen entstehen. Lehrerwohnungen sind daher wichtig, weil der öffentliche Transport in abgelegene Gegenden wie Mukuni sehr beschwerlich ist.

Das besuchte „Brunnenprojekt“ unserer Mitgliedsorganisation, dem Kinderhilfswerk Global-Care, trägt dazu bei, das Ziel Nr. 6 (sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen) der SDGs zu unterstützen!

Hier in Mukuni sollte an diesem Tag auch unsere Projektreise zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv zu Ende gehen. Die Eindrücke und Erkenntnisse in den vergangenen Tagen waren uns allen anzumerken. In unseren Köpfen überlegten wir uns bereits, wie wir all diese Erfahrungen zu den Projekten und den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) mit den Menschen in Deutschland teilen könnten. Unsere Projekt- und Reiseberichte in den vergangenen Tagen sollten nur ein Anfang gewesen sein:

  • Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen ausführliche Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite alle Ereignisse nochmals auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

24.11.2017 In der Nähe der sambischen Stadt Choma besuchen wir mit den YouTuber*innen ein Projekt der Kindernothilfe zur Armutsreduzierung.
Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

Nach dem gestrigen Besuch der „Radioschule“, führte uns unser Weg am 4. Tag unserer Sambia-Reise mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv in die Nähe von Choma. Dort besuchten wir das Projekt „Armutsreduzierung durch die Gründung von Selbsthilfegruppen“ unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe. Wir wollten uns ein Bild von der Arbeit machen und schauen, welches der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt wird.

Hunderte Frauen verwirklichen sich und finden den Weg aus der Armut

23.11. Choma – Noch sehr überwältigt von den bisherigen Projekten, die wir und die YouTuber*innen im Laufe der vergangenen Tage besucht hatten, machten wir uns am frühen Donnerstagmorgen auf in Richtung Choma. In der Nähe der Kleinstadt mit ca. 46.000 Einwohnern in der Südprovinz Sambias, sollte erneut ein beeindruckendes Projekt auf uns warten. Vor Ort angekommen, wurden wir von einer Gruppe Frauen herzlichen begrüßt. Von einer Gruppe Frauen, die über eine selbstorganisierte Gemeinschaft den Weg aus der Armut gefunden hat. Über die Gründung von sogenannten Selbsthilfegruppen, die von der Kindernothilfe unterstützt werden, finden die Frauen und ihre Kinder den Ausweg aus der bitteren Armut und erlangen zugleich eine sinnstiftende Perspektive für die Zukunft. Aber nun noch einmal ganz von vorn:

Die Grundidee des Selbsthilfegruppen-Ansatzes (SHG) ist, die ärmsten Mitglieder einer Dorfgemeinschaft oder eines Stadtteils (bevorzugt Frauen) zu Gruppen von 15-20 Mitgliedern zusammenzuführen. Jede SHG hält wöchentliche Treffen ab, bei denen alle Mitglieder einen kleinen Betrag in einen Gruppenspartopf zahlen. Dieser Betrag wird nach einiger Zeit als Kredit an die Teilnehmer*innen verliehen, die ihn sinnvoll in den Aufbau nachhaltiger Einkommensquellen (wie z.B. Hühnerzucht oder Gemüseanbau) investieren. Dadurch verbessert sich die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Mitglieder und ihrer Familien. So können die SHG-Mitglieder ihren Kindern eine sichere Ernährungsgrundlage, Gesundheitsversorgung und Bildung bieten. Freiwillige, die zuvor geschult werden, begleiten die Teilnehmer*innen und vermitteln Ihnen das notwendige Wissen, dass sie benötigen, um sinnvoll sparen und investieren zu können.

Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Damit der Einfluss der SHGs größer wird, werden in einem zweiten Schritt übergeordnete Interessenvertretungen, sogenannte Cluster Level Associations (CLAs) gegründet. Diese vernetzen die SHGs miteinander und kümmern sich um die Anliegen, die die Gruppen identifiziert haben, aber nicht alleine angehen können. Dies kann die Einrichtung eines Kindergartens sein oder die Organisation einer Kampagne zur Aids-Aufklärung. Jede SHG wählt zwei Vertreter/innen in die CLA, jede CLA vertritt zehn SHGs, also mindestens 150-200 Frauen und deren Familien.

Als übergeordnete Vereinigung ist zu einem späteren Zeitpunkt der Zusammenschluss von CLAs zu Föderationen geplant. Auf dieser Ebene beginnt vor allem die politische Lobbyarbeit. Eine Föderation schließt mindestens 10 CLAs zusammen. Sie repräsentiert also 100 Selbsthilfegruppen mit 1.000 bis 2.000 Mitgliedern und ihren Familien.

Bis zum Jahr 2012 entstanden im Projektgebiet bereits 76 Selbsthilfegruppen und drei sogenannte Cluster Level Associations. In den folgenden Jahren wurden diese weiter gestärkt, so dass sie selbstständig weiteragieren konnten. Des Weiteren werden die drei Cluster Level Associations pro Jahr je 12 weitere Selbsthilfegruppen gründen. Der Ansatz wird so breitenwirksam. 2016 existierten somit bereits 148 Selbsthilfegruppen, 14 Cluster Level Associations und eine Föderation.

Sambia-Reise: Ischtar Isik über die Selbsthilfegruppe in Choma.

 

Im Zuge unseres Besuches wurde die gesamte Reisegruppe von der Kraft und Leidenschaft dieser Community überwältigt. Wir konnten persönliche Gespräche mit den Frauen führen und einen Blick dafür bekommen, welche Projekte sie im Rahmen ihrer Selbstverwirklichung und im Kampf gegen die Armut initiierten. Besonders von Peggy Chiyota (Bild: unten links) und Eva Hanyemu (Bild: unten rechts) Verwirklichungen waren wir beeindruckt. Peggy konnte sich mit der Unterstützung der Selbsthilfegruppen ein kleines Steinproduktion-Unternehmen aufbauen, das dafür sorgt, Fundamentmaterial für den Hausbau bereitzustellen. Eva hingegen hat sich ihre eigene Hühnerfarm aufgebaut, um die Menschen in der Community mit Eiern zu versorgen – diese möchte sie schon bald ausbauen.

Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Bevor wir uns von den Frauen verabschiedeten, hatten wir noch ein wenig die Möglichkeit mit den Menschen in der Community in Kontakt zu kommen. Ob beim Fußballspielen mit den Kleinsten, oder das Gespräch im halbwegs kühlen Schatten, der intensive Austausch vor Ort machte uns große Hoffnung, dass zukünftig mehrerer solcher Projekte dazu führen, die Armut weltweit zu reduzieren. Am Abend dieses Tages, gingen wir mit vielen tollen Erfahrungen und Gedanken in die Aufbereitung der gesammelten Informationen, in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen in Deutschland von diesem Projekt erfahren.

Das besuchte Projekt „Armutsreduzierung durch die Gründung von Selbsthilfegruppen“ trägt im hohen Maße dazu bei, das Ziel Nr. 1 (keine Armut) der SDGs zu unterstützen!

Weiter geht’s…

Natürlich, wie immer war die Nacht kurz. Am 5. Tag in Sambia machte sich die Reisegruppe auf den Weg nach Kalomo. Unsere Mitgliedsorganisation CARE fördert dort mehrere Projekte zur Ernährungssicherheit von Frauen und Kleinkindern.

Fortsetzung folgt!

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Radioschule in Chikuni

23.11.2017 Auf unserer Sambia-Reise besuchen wir eine Radioschule. Diese ermöglichen einen Schulunterricht in ländlichen Gegenden mit Lehrermangel.
Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Radioschule in Chikuni

Nach den Besuchen in der „Klinik auf Ränder“ und in dem Lusaka Eye Hospital machten wir uns am 3. Tag unserer Reise durch das südliche Sambia auf den Weg nach Monze. In der Nähe der Kleinstadt mit ca. 60.000 Einwohner*innen wollten wir zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv das Projekt „Radioschule“ unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe besuchen und erfahren, welche der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt werden.

Zugang zu Bildung durch Radioschulen

22.11. Monze/Chikuni – Da wir uns bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg von Lusaka nach Monze machten, fand unsere Reisegruppe glücklicherweise noch ein wenig Schlaf in unserem 16-Sitzer-Bus. Isaac, unser Fahrer, hatte jedoch bereits das Ziel, die Chikuni Gemeinde in der Nähe von Monze, fest im Blick. Vor Ort angekommen machten wir uns nach einer herzlichen Begrüßung auch schon direkt auf den Weg in eines der umliegenden Dörfer, um eine der sogenannten „Radioschulen“ zu besuchen. Da es in Sambia einen großen Lehrermangel gibt, werden insbesondere in ländlichen Gegenden Unterrichtsstunden zu allen wichtigen Fächern, wie Mathematik, Englisch, Tonga oder Naturwissenschaften per Radio vermittelt. Grund dafür ist auch die weite Entfernung zur nächsten Schule. Teilweise sind die staatlichen Schulen bis zu 50 Kilometer weit entfernt – ein Fußmarsch, den die Kinder nicht zurücklegen können. Zudem lebt ein Großteil der Kinder in bitterer Armut und muss bereits in jungen Jahren in der Landwirtschaft Geld verdienen und somit zum Familieneinkommen beitragen. Daraus folgt, dass 80 Prozent der Mädchen und Jungen in der ländlichen Gemeinde Chikuni keine Möglichkeit haben, eine reguläre Schule zu besuchen.

Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Um dem Lehrprogramm der Radioschulen zu folgen, versammeln sich die Schüler*innen in einem Schulgebäude, wenn vorhanden, oder unter einem Baum, und erhalten die Unterrichtsstunden dann per Radio vermittelt. Den Unterricht begleiten Mentoren, die regelmäßig Fortbildungen erhalten. Die von uns besuchte Schule wurde von Mentor Severin Chisangano betreut. Die Mentoren erklären Inhalte konkreter und begleiten den Unterricht mit Tafelanschriften. Die Unterrichtseinheiten sind zudem nach Klassen unterteilt. Insgesamt können die Kinder den Unterricht an den Radioschulen bis zur 7. Klasse besuchen. Danach haben sie die Möglichkeit – bei guten Noten – eine weiterführende Schule zu besuchen. Da die Chikuni Mission eng mit dem Bildungsministerium von Sambia zusammen arbeitet, absolvieren die Kinder die staatlichen Prüfungen am Ende eines jeden Schuljahres. Viele Chikuni-Radioschüler*innen erreichen bei den staatlichen Tests gute Ergebnisse, manche sogar landesweit herausragende.

Neben den normalen Schulfächern werden die Schüler*innen in den von der Kindernothilfe geförderten Projekten ebenfalls in land-und forstwirtschaftlichen Themen fortgebildet. Eine sehr wichtige Komponente ist, dass die Kinder das neue Wissen sofort praktisch umsetzen. Daher hat jede Radioschule einen Garten, in dem die Schüler*innen die verschiedenste Gemüse- und Obstsorten sowie andere Nutzpflanzen anbauen und lernen, wofür sie genutzt werden können und wie man sie pflegt. So lernen die Schüler*innen gleich, wie wichtig die Vielfalt an Gemüse und Obst für eine ausgewogene Ernährung ist, da in Sambia Mangelernährung und die damit verbundenen Folgen, wie Wachstumshemmungen bei Kindern, ein weitverbreitetes Problem sind. Durch das Kennenlernen der diversen Sorten von Pflanzen und das integrieren dieser in die heimische Landwirtschaft, wird der Mangelernährung entgegengewirkt. Gedüngt wird nur auf natürlicher Basis, z.B. mit dem Sud der Blätter des Gliricidia-Baums.

Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

In den Einrichtungen der Radioschulen erhalten die Schüler*innen ein tägliches Mittagessen. Dieses wird über die Gemeinde finanziert und mit Hilfe des eigens angebauten Gemüses zubereitet. Überschüssiges Gemüse wird im Rahmen von Einkommen schaffenden Maßnahmen auf dem lokalen Markt verkauft. Die Reisegruppe wurde an diesem Tag übrigens herzlich von den Schüler*innen zum Mittagessen eingeladen. Es gab das sambische Nationalgericht Nechima (traditioneller Maisbrei) mit Blattgemüse und Hühnchen.

Gesättigt und mit wunderbaren Eindrücken von der Radioschule und seinen Schüler*innen, machten wir uns anschließend auf den Weg zur Radiostation, von wo aus das Bildungsprogramm an die einzelnen Schulen in der Region gesendet wird. Die moderne Radiostation, in der auch „normales“ Programm produziert und gesendet wird, ist sozusagen der Knotenpunkt des Bildungssystems der ländlichen Regionen. Mit diesem abschließenden Erlebnis beendeten wir unseren Projektbesuch und machten uns auf den Weg ins Hotel, wo wir unsere Erfahrungen des Tages für die Menschen in Deutschland aufbereiteten, bevor es schließlich müde zu Bett ging.

Das besuchte Projekt „Radioschulen“ trägt dazu bei, das Ziel Nr. 4 (hochwertige Bildung) sowie Ziel Nr. 2 (kein Hunger) der SDGs zu unterstützen!

Weiter geht’s…

Die Nacht war kurz und nach einem kleinen Frühstück machte sich die Reisegruppe am 4. Tag in Sambia auf den Weg nach Choma. Unsere Mitgliedsorganisation die Kindernothilfe fördert dort ein Projekt mit dem Selbsthilfeansatz – insbesondere für Frauen und Kinder.

Fortsetzung folgt! –> Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka

22.11.2017 Nach unserer Ankunft in Sambia besuchten wir zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juiane von Jung&naiv die ersten Projekte unserer Mitgliedsorganisationen.
Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka.

Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka

Bereits am Flughafen von Berlin waren wir alle sehr aufgeregt und zu gleich wahnsinnig gespannt auf die bevorstehenden Tage. Schließlich sollte es für eine Woche zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv auf eine Sambia-Reise gehen.

Nach 14 Stunden Flug sind wir endlich in Lusaka angekommen. Am Flughafen wurden wir von Lizzie Tigere, der Länderkoordinatorin unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe, herzlich empfangen.

Ankunft in Sambia & SDG-Schulung für YouTuber*innen

20.11. Lusaka – Nachdem wir alle Geld gewechselt und abgehoben und uns mit Wasser eingedeckt hatten – schließlich sind wir vom nassen Berliner Herbst direkt im heißen Sambia gelandet – ging es zunächst einmal los Richtung Hotel. Isaac, unser ortskundige Fahrer, der uns mit einem 16-Sitzer-Bus behutsam durch die Straßen Lusakas lenkte, machte auf dem Weg einen kurzen Stopp an einem Store von MTN, einer der großen sambischen Telekommunikationsanbieter. Dort verbrachten wir die nächsten eineinhalb Stunden, um die gesamte Reisegruppe mit sambischen Sim-Cards und Datenvolumen auszustatten.

Nach einem anschließenden kurzen Snack starteten wir schließlich im Hotel mit unserem Programm zu den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs). Im Rahmen eines interaktiven Workshops haben wir die mitreisenden YouTuber*innen mit den 17 Zielen näher vertraut gemacht und gemeinsam überlegt, welchen Beitrag wir leisten können oder müssen, damit die 17 Ziele bis 2030 umgesetzt werden können.

Zum Abschluss des ersten Tages trafen wir uns noch mit Dr. Frank Hofmann, dem WZ-Referenten der Deutschen Botschaft in Sambia zu einem gemeinsamen Abendessen. Er hat uns eine allgemeine Einführung zu Sambia, zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit und zur Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft im Land gegeben und uns von Herausforderungen und Erfolgen in der Zusammenarbeit erzählt. Nach dem Essen ging es für uns alle zurück ins Hotel, wo wir nach einer langen Anreise und ersten inhaltlichen Stunden erschöpft ins Bett fielen.

Sambia-Reise: Ankunft & SDG-Schulung.

Klinik auf Rädern leistet medizinische Versorgung für die Ärmsten

21.11. Lusaka – An unserem zweiten Tag der Reise besuchten wir nun endlich das erste Projekt – eine mobile Ambulanz. Diese Ambulanz, die auch als „Klinik auf Rändern“ bezeichnet werden kann, wird von unserer Mitgliedsorganisation action medeor gefördert und dient hunderten von Menschen am Tag als Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Dabei wird von den Schwestern der DMI Mission regelmäßig eine Gesundheitsstation in verschiedenen Randbezirken Lusakas betrieben. Heute war die mobile Ambulanz auf dem Gelände der St. Litizio Kirche im Mandevu, einem sehr armen Slum-Bezirk, stationiert.

An diesem Standort ist stets Dr. Patrick als behandelnder Arzt dabei. Er kennt die Patienten und führt die Untersuchung durch und stellt Diagnosen. Alle Patienten erhalten ein Heft, in dem ihre wichtigsten Gesundheitsdaten festgehalten werden. Bei nicht so schwerwiegenden Krankheiten, Atemwegserkrankungen oder Durchfall erhalten die Patienten direkt vor Ort Medikamente und Verbandsmaterial, um kleinere Wunden zu versorgen. Patienten, bei denen eine schwerere Krankheiten diagnostiziert wird, wie beispielsweise Tuberkulose, Malaria oder HIV werden an ein Krankenhaus überwiesen.

Neben der basismedizinischen Versorgung werden die Patienten zudem über HIV/Aids aufgeklärt und haben die Möglichkeit, direkt einen Test zu machen. Nach dem Erhalt des Ergebnisses bekommen die Patienten eine sofortige Beratung, wie sie mit der Infektion umzugehen haben. Für die medikamentöse und längerfristige Behandlung werden sie darüber hinaus ans öffentliche Krankenhaus überwiesen.

Im Durchschnitt werden in der „Klinik auf Rädern“ zwischen 80 und 200 Patienten am Tag behandelt. Vor allem Frauen nehmen den kostenlosen Gesundheitsdienst in Anspruch. Organisiert wird die mobile Ambulanz von den 3 Schwestern Sister Molly, Sister Vijaya und Sister Suganya, die uns sehr herzlich empfangen hatten. Nachdem wir und die YouTuber*innen die beeindruckende Arbeit für die Menschen in Deutschland dokumentiert hatten, gingen wir zusammen mit den Schwestern der DMI Mission noch ein wenig durch die umliegenden Straßen, um einen besseren Eindruck von der Situation der Menschen in den Slums von Lusaka zu erhalten.

Sambia-Reise: Klinik auf Rändern in Lusaka.

22.000 Patienten profitieren im Jahr vom Lusaka Eye Hospital

Nach den bemerkenswerten Eindrücken, die wir von der „Klinik auf Rändern“ erhalten hatten, ging es für unsere Reisegruppe direkt weiter zum Lusaka Eye Hospital. Die Augenklinik wurde im Jahr 2000 von unserer Mitgliedsorganisation, dem Hilfswerk der Deutschen Lions, initiiert und durch Spenden- und Fördergelder aufgebaut. Die Einrichtung trägt mittlerweile im hohen Maße dazu bei, die augenmedizinische Versorgung der Menschen in Lusaka und dem Umland zu verbessern.

Hier konnten wir ausführlichen Einblick in die Arbeit eines modernen Krankenhauses bekommen. Neben den üblichen Untersuchungen der Sehstärke werden hier vor allem Operationen gegen den grauen und grünen Star durchgeführt. Auch Schielen und Augenkrebs werden hier behandelt. Außerdem gibt es einen integrierten Optiker und ein Brillengeschäft. Die meisten Patienten aus Lusaka kommen ambulant in die Klinik. Die Kosten für die Behandlung tragen die Patienten in der Regel selbst, es gibt zwei Kostenmodelle, je nach Einkommen. Die Klinik hat viele Patienten und trägt sich inzwischen finanziell selbst. Hin und wieder werden für bedürftige Patienten kostenlose Operationen durchgeführt.

Um auch Menschen in den ländlichen Gebieten zu erreichen, gibt es immer wieder sogenannten Outreach-Aktionen, bei denen auf dem Land Aufklärungsarbeit und eine erste augenmedizinischen Versorgung geleistet werden. Für intensivere Behandlungen werden betroffene Menschen im Lusaka Eye Hospital untergebracht und versorgt.

Vor Ort haben wir neben einer Führung durch das Gebäude vor allem mit Dr. Celestte gesprochen, der uns viel über die verbreiteten Augenkrankheiten in der Region erzählt und die jeweiligen Behandlung erläutert hat. Mittlerweile erhalten im Lusaka Eye Hospital etwa 22.000 Patienten pro Jahr eine augenmedizinischen Behandlung bzw. Versorgung. Zudem werden jährlich etwa 1000 lichtbringende „Grauer Star (Katarakt)-Operationen“ im Jahr durchgeführt. Das Lusaka Eye Hospital ist damit ein gelungenes Beispiel eines Projekts, das nach Ende der Projektlaufzeit selbstständig und ohne weitere Fremdfinanzierung arbeitet und damit einen wichtigen Baustein der Gesundheitsversorgung in Sambia bildet.

Die beiden besuchten Projekte, die „Klinik auf Rädern“ sowie das Lusaka Eye Hospital, tragen dazu bei, das Ziel Nr. 3 (Gesundheit & Wohlergehen) der SDGs zu unterstützen!

Austausch mit sambischer Bloggerin Nancy Handabile

Im Anschluss der ersten Projektbesuche, die bei allen in der Reisegruppe einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, fuhren wir zunächst zurück ins Hotel, um die Erfahrungen des Tages zu verarbeiten. Dazu gehörte das Schreiben dieses Blogs, die Auswertung von Bildmaterial, aber auch das Schneiden des ersten Impressions-Videos, das mittlerweile auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter & Instagram) anzuschauen ist.

Nach getaner Arbeit trafen wir uns am Abend schließlich mit der sambischen Bloggerin und Aktivistin Nancy Handabile, um in einen Austausch über die Chancen und Herausforderungen ihrer Arbeit als Bloggerin und Journalistin in Sambia zu starten. Auch die sambische Filmindustrie sowie LGBT-Themen wurden thematisiert. manniac startete kurzer Hand über seinen Twitter-Kanal eine kleine Fragerunde mit seiner Community, bei der Fragen an Nancy Handabile gerichtet werden konnten.

Weiter geht’s…

Nach diesen ersten großartigen Erlebnissen in Sambia, fand die Reisegruppe am späten Abend ihre Bettruhe. Diese war auch dringend notwendig, denn bereits um 6 Uhr morgens sollte es weitergehen in Richtung Chikuni Mission, um das dortige Projekt „Radioschulen“ unserer Mitgliedsorganisationen der Kindernothilfe zu besuchen.

Fortsetzung folgt! –> Besuch einer Radioschule in Chikuni

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Was kann ich tun, um die 17 Ziele zu unterstützen?

Mit kleinen Schritten und überschaubaren Entscheidungen im Alltag können wir uns alle für eine gerechtere Welt einsetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Leben nachhaltiger zu gestalten. Hier haben wir einige Anregungen für den Alltag zusammengestellt.
17 Ziele - Was kann ich tun?

Was kann ich tun, um die 17 Ziele zu unterstützen?

Um die Welt wieder zu einen nachhaltig lebenswerten Ort für alle Menschen zu machen, wurde 2015 die Agenda 2030 mit den 17 Zielen verabschiedet. Neben Staaten und Organisationen kann auch jede*r Einzelne einen Beitrag leisten, die 17 Ziele umzusetzen. Grundlegend dafür ist, sich der Auswirkungen des eigenen Lebensstils und der Konsumgewohnheiten bewusst zu werden. Wir haben uns angewöhnt, viele Produkte und Lebensweisen als selbstverständlich anzusehen und dabei vergessen, welche negativen Folgen das für Umwelt, Klima und die Menschen weltweit hat.

Mit kleinen Schritten und überschaubaren Entscheidungen im Alltag können wir uns alle für eine gerechtere Welt einsetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Leben nachhaltiger zu gestalten und zum Beispiel Firmen zu unterstützen, die unter fairen, ökologischen Bedingungen produzieren und damit für mehr Gerechtigkeit einstehen, statt die Schere zwischen Arm und Reich weiter zu vergrößern und den Klimawandel zu befeuern. Je mehr Menschen einen Beitrag leisten, desto schneller und wahrscheinlicher können die 17 Ziele erreicht werden.

Hier haben wir einige Anregungen für den Alltag zusammengestellt:

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel bewusster und nachhaltiger Einkaufen.

 

  • Bevorzugt Produkte aus dem Fairen Handel kaufen:
  • Fairer Handel bedeutet für viele Menschen im globalen Süden ein Ausweg aus dem Armutskreislauf. Denn der klassische Welthandel ist alles andere als fair. Der Lohn der Menschen, die am Ende der Lieferkette arbeiten, reicht kaum zum Überleben, für Bildung und Gesundheitsfürsorge bleibt selten etwas übrig.
  • Mit bewussten Konsumentscheidungen übt jede*r Verbraucher*in Einfluss auf Unternehmen aus.
  • Produkte von z.B. GEPA oder andere Konsumgüter mit einem FairTrade-Siegel, wie zum Beispiel vom Verein TransFair e.V., unterstützen den Fairen Handel.
  • Fleischkonsum reduzieren:
  • Viehzucht beschleunigt den Klimawandel, besonders Kühe, die bei der Verdauung 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen ausstoßen.
  • Viehzucht und der Anbau der Futtermittel benötigen 8 Prozent des weltweiten Wasserkonsums.
  • Saisonal, regional und ökologisch produzierte Lebensmittel einkaufen:
  • Lange Lieferwege und Kühlung von Lebensmitteln belasten die Umwelt.
  • Ökologische Landwirtschaft schont die Böden, und kommt ihne den Einsatz von giftigen Pestiziden aus.
  • In der ökologischen Landwirtschaft haben Bauer*innen und Konsument*innen Einfluss auf die Produktion, nicht multinationale Großkonzerne, wie in der konventionellen Nahrungsmittelproduktion.
  • Ökologische Landwirtschaft unterstützt die Erhaltung der Artenvielfalt und passt sich den wandelnden klimatischen und ökonomischen Bedingungen an.
  • Verzichte auf Plastiktüten:
  • Habt einfach einen Stoff-Beutel beim Einkaufen dabei.
  • Klamottenkauf bewusster gestalten:
  • Auch hier kann jeder auf Siegel für faire Arbeitsstandards und umweltfreudliche Produktion achten (z.B. GOTS, Fair Wear Foundation).
  • Auf Qualität statt Quantität setzen. Hochwertige Produkte sind oft teurer, bleiben aber in der Regel viel länger in Form.
  • Öfter mal auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden stöbern – hier finden sich oft tolle Unikate und nebenbei spart ihr natürliche Ressourcen.
  • Klamotten mit Freunden tauschen – so spart ihr Geld und habt trotzdem immer mal was Neues im Schrank.

Hinweis: Um Euch in der Vielfalt der Siegel besser zurechtzufinden, schaut hier nach: www.siegelklarheit.de

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel Müll vermeiden.

 

  • Alleine in Deutschland landet ungefähr ein Drittel der Lebensmittel im Müll – das sind 18 Millionen Tonnen jährlich:
  • 61 Prozent davon werden in Privathaushalten weggeworfen.
  • Großverbraucher wie Gaststätten und Kantinen sowie die Industrie entsorgen jeweils rund 17 Prozent Lebensmittel in den Müll (Quelle: WWF).
  • Dabei werden wertvolle Ressourcen wie Böden und Wasser praktisch umsonst verbraucht und die Umwelt verschmutzt – durch Düngung, über den Transport, die Lagerung, die Kühlung, die Weiterverarbeitung bis hin zur Entsorgung. Das wiederum beschleunigt den Klimawandel.
  • Das Paradoxe ist, dass weltweit ausreichend Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen satt zu machen.

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel Energie sparen und auf Ökostrom umsteigen.

 

  • Wir sind es gewohnt ausreichend Energie zur Verfügung zu haben. Wir machen uns daher nur selten Gedanken darüber, wie einfach es ist, energiesparend zu leben:
  • Kennt jede*r und spart tatsächlich viel Energie: Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt, Stand-by-Funktion bei Elektrogeräten vermeiden, beim Kochen einen Topfdeckel verwenden und rechtzeitig herunterschalten.
  • Beim Kauf von neuen Elektrogeräten auf die Energieeffizienzklasse achten (A+bis A+++).
  • Richtig heizen: Wenn die Raumtemperatur um ein Grad sinkt, spart ihr 5-10 Prozent Heizenergie, das sind ca. 200 KG CO2 und 70€ pro Haushalt. Empfohlen wird ein Wohnklima mit Temperaturen von 16-18°C im Schlafzimmer, 20°C in den Wohnräumen und 15°C im Flur.
  • Das Auto auch mal stehen lassen und mit öffentliche Verkehrsmittel oder dem Fahrrad fahren.
  • Reisen mit dem Flugzeug minimieren oder sogar ganz vermeiden.
  • Stromanbieter wechseln: auf Strom aus erneuerbaren, nicht-endlichen Energieressourcen wie Sonne, Wind und Wasser umsteigen und dadurch Treibhausemmissionen wie bei Kohlekraftwerken vermeiden und Ressourcen schonen.

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel politisch engagieren.

 

  • Sich für die 17 Ziele politisch engagieren kann z.B. bedeuten:
  • An Demonstrationen für die Umsetzung der 17 Ziele teilnehmen oder sie sogar selbst organiseren.
  • Auf regionaler Ebene Unternehmen & Staat zu mehr Umweltschutz auffordern. Zum Beispiel durch die Gründung einer Bürgerinitiative.
  • Online kreativ werden! Zum Beispiel durch eine eigene Kampagne um die 17 Ziele bekannt zu machen – Durch Videos auf YouTube oder Grafiken auf Social Media Kanälen.
  • In der Schule dem Lehrer eine Projektwoche vorschlagen, in der die 17 Ziele behandelt werden.

 

Wir hoffen, wir konnten euch ein wenig dazu inspirieren, euren Konsum und euer Handeln zu überdenken, um die 17 Ziele zuerreichen.


 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA | Vereinte Nationen

Video: 17Ziele.de

Wir reisen nach Sambia – mit fünf YouTuber*innen!

Zusammen mit den bekannten YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv reisen wir vom 20. - 26. November nach Sambia.
Fünf YouTuber reisen nach Sambia. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Wir reisen nach Sambia – mit fünf YouTuber*innen!

Wir reisen nach Sambia – und nehmen Verstärkung mit! Vom 20. bis 26. November reisen wir zusammen mit den bekannten YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv in den Binnenstaat im südlichen Afrika.

Thema unserer Reise werden die #17Ziele sein, die so genannten Sustainable Development Goals (SDG), die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Bis 2030 sollen sie die Welt zu einem nachhaltig lebenswerten Ort machen. Doch was sind die #17Ziele und warum sind sie so wichtig?
Wir wollen verstehen, welche Bedeutung diese #17Ziele gerade für die Menschen haben, die am stärksten von Armut betroffen sind und diese theoretischen Begriffe mit persönlichen Geschichten und Erfahrungen greifbar machen. Mit Unterstützung von Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane, möchten wir ein stärkeres Bewusstsein dafür schaffen, dass jede*r Einzelne von uns seinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten kann.

 

Wieso reisen wir mit YouTuber*innen?

Mit ihren Videos erreichen die YouTuber*innen Millionen von Menschen – Menschen, die wir als GEMEINSAM FÜR AFRIKA aus eigener Kraft nie erreichen würden. Umso mehr freuen wir uns über die Begleitung der YouTuber*innen, die mit ihren Videos die erfolgreiche Projektarbeit unserer Mitgliedsorganisationen bekannt machen und uns dabei helfen, ein größeres Bewusstsein für die Verantwortung jedes Einzelnen zu schaffen.

Gehen Sie mit uns auf Reisen, folgen Sie unseren Berichten und den Beiträgen der YouTuber: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia. Auf unserer Webseite finden Sie zusätzlich wichtige Hintergrundinformationen zu den 17 Nachhaltigkeitsszielen und Sambia.

Die Reiseroute

Sambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 64 Prozent der 14 Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze von 1,90 US$ am Tag, die Ernährungssituation ist laut dem Welthungerindex 2017 „sehr ernst“. Viele unserer Mitgliedsorganisationen sind seit vielen Jahren vor Ort und unterstützen die Menschen dabei, sich von Hunger und Armut zu befreien.

Auf unserer Reise werden wir Projekte unserer Mitgliedsorganisationen action medeor, des Hilfswerk der Deutschen Lions, der Kindernothilfe, von CARE Deutschland-Luxemburg und dem Kinderhilfswerk Global Care besuchen. Im Fokus stehen Projekte, die sich mit den ersten, elementarsten Nachhaltigen Enwicklungszielen befassen, wie der Kampf gegen Hunger und Armut, Geschlechter-Gleichberechtigung, Zugang zu sauberem Wasser sowie Bildung und Gesundheitsfürsorge.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube und erfahren Sie mehr über Land, Menschen und Projekte.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

George Weah für Liberia? Odinga tritt von Kandidatur zurück!

13.10.2017 Liberia hat gewählt und wartet auf das Ergebnis – ein ehemaliger Weltfußballer gilt als Favorit. Und Kenia bereitet sich auf Neuwahlen vor – dann wohl aber ohne den Oppositionskandidaten Raila Odinga.
Odinga nimmt nicht an Neuwahlen in kenia Teil. Liberia sucht Nachfolger von Johnson Sirleaf.

George Weah für Liberia? Odinga tritt von Kandidatur zurück!

In den zurückliegenden zwei Monaten wurde auf dem afrikanischen Kontinent viel Wahlkampf betrieben. In Angola und Ruanda wurden neue Parlamente und Staatsoberhäupter gewählt und in Kenia musste die erste demokratische Wahl auf afrikanischem Boden offiziell annulliert werden. Neuwahlen sind für Ende Oktober angesetzt, diese werden allerdings wohl ohne Raila Odinga stattfinden. Dieser zog seine Kandidatur überraschend zurück. Auch im westafrikanischen Liberia sollten die Bürgerinnen und Bürger am 10. Oktober 2017 an die Wahlurne treten, um einen Nachfolger für die amtierende Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf zu bestimmen. Im Fokus steht dabei ein ehemaliger Weltfußballer.  

Kenia wartet auf Neuwahlen

Nach den kenianischen Präsidentschaftswahlen vom 8. August wurde dem amtierenden Staatsoberhaupt Uhuru Kenyatta von Oppositionsführer Raila Odinga Wahlbetrug vorgeworfen. Odinga und seine Partei National Super Alliance (Nasa) zogen vor das Oberste Gericht und beschuldigten die politische Konkurrenz das Wahlsystem gehackt zu haben. Tatsächlich annullierte das Gericht Anfang September die Wahl. Als Grund nannte die Justiz schwerwiegende Fehler der Wahlkommission IEBC. Demnach wurde dem Gericht der Zugang zum elektronischen Wahlsystem verweigert. Der Vorsitzende Richter David Maraga kam zu der Erkenntnis, dass das Ergebnis nicht nachzuvollziehen ist und man sich gezwungen fühle, den Vorwürfen der Opposition Glauben zu schenken. Neuwahlen wurden für Ende Oktober angekündigt.

Odinga tritt von Kandidatur zurück

Am vergangenen Dienstag hat nun Oppositionsführer Raila Odinga überraschend seine Kandidatur für die geplante Neuwahl am 26.10. zurückgezogen. Als Grund nannte Odinga, dass nötige Reformen von der Wahlkommission nicht umgesetzt wurden. Zudem hatte die Regierung nach der Annullierung der Wahl vom 8. August ein neues Wahlgesetz mit der vorhandenen Mehrheit im Parlament durchgesetzt. Dieses beschneidet das Oberste Gericht in seiner Kompetenz Wahlannullierungen vorzunehmen. Außerdem wurde mit dem neuen Gesetz die Unabhängigkeit der Wahlkommission beschnitten. „Alles deutet darauf hin, dass die Wahl am 26. Oktober schlimmer wird als die vergangene Wahl“, so Odinga zu seiner Entscheidung. Nun ist unklar, ob die Neuwahlen überhaupt kurzfristig umgesetzt werden können. Die Oppositionspartei National Super Alliance forderte die Wahlkommission dazu auf, die geplante Wahl abzusagen und zunächst neue Nominierungen zuzulassen. Daraufhin verkündete die Wahlkommission, dass man die neuen Entwicklungen begutachte, garantierte in einem veröffentlichten Brief an die Oppositionspartei jedoch gleichzeitig, dass für die korrekte Durchführung der Wahl alle nötigen Maßnahmen ergriffen wurden.

Liberia wählt Nachfolger für Nobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf

Am 10. Oktober waren in Liberia mehr als zwei Millionen Menschen dazu aufgerufen, einen Nachfolger für die scheidende Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf zu bestimmen. Die Friedensnobelpreisträgerin, die als erste gewählte Frau an der Spitze eines afrikanischen Staates stand, verkündete bereits frühzeitig, dass nach zwölf Jahren Amtszeit Schluss sei. Im Gegensatz zu einigen anderen afrikanischen Staatsoberhäuptern, die ihre Amtszeiten durch Gesetzesänderungen verlängerten, stellte Johnson-Sirleaf somit die Weichen für einen friedlichen und demokratischen Machtwechsel.

Ehemaliger Weltfußballer George Weah gilt als Favorit

Insgesamt 20 Kandidaten stellten sich für das höchste Amt Liberias zur Wahl. Dabei wurden dem derzeitigen Vizepräsident Joseph Boakai von der regierenden Unity Party, Charles Brumskine (Liberty Party) sowie dem ehemaligen Weltfußballer und heutigen Senator George Weah von der Oppositionspartei Congress for Democratic Change die besten Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Nach aktuellen Hochrechnungen (Stand: 13. Oktober) liegt der ehemalige Star von Paris St. Germain und dem AC Mailand vorn. Bereits 2005 war Weah zur Wahl angetreten. Damals verlor er nur knapp bei der Stichwahl gegen Johnson-Sirleaf. Dem 51-Jährigen werden jedoch immer wieder Kontakte zum verurteilten Kriegsverbrecher und ehemaligen liberischen Militärmachthaber Charles Taylor nachgesagt. Weah bestreitet dies jedoch.

Wahlergebnis in Liberia wird mit Spannung erwartet

Die offiziellen Ergebnisse der Wahl werden jedoch erst für den 25. Oktober erwartet. Die Bürgerinnen und Bürger des westafrikanischen Landes, das seit längerem unter einer Rezession leidet und noch immer mit den Folgen der Ebola-Epidemie, die zwischen 2013 und 2015 etwa 4.000 Todesopfer forderte, zu kämpfen hat, müssen sich somit noch ein wenig gedulden. Zudem gilt: Sollte keiner der Kandidaten 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird eine Stichwahl entscheiden – dies gilt als sehr wahrscheinlich. Die Stichwahl soll am 7. November stattfinden.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hungersnot in Afrika: Aktuelle Entwicklungen (Oktober 2017)

10.10.2017 Die Nothilfeeinsätze unserer Mitgliedsorganisationen haben bereits viel bewirkt, doch weiterhin sind Millionen Menschen dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen
Gemeinsam gegen die Hungersnot. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hungersnot in Afrika: Aktuelle Entwicklungen (Oktober 2017)

Im Juni dieses Jahres rief unser Schirmherr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürgerinnen und Bürger zu Spenden für die Betroffenen der Hungerkrise am Horn von Afrika und Jemen auf. Diesem Aufruf folgten viele Spenden und unsere Mitgliedsorganisationen konnten damit Tausende Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgen sowie eine medizinischen Grundversorgung gewährleisten.

Wir möchten Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung danken!  Doch leider sind aufgrund der anhaltenden Hungersnot weiterhin viele Menschenleben bedroht. Wir möchten Ihnen einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in den unterschiedlichen Ländern sowie über die Hilfsmaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen geben:

Aktuelle Situation am Horn von Afrika und Gründe für Hungersnot

  • Die Lage am Horn von Afrika ist immer noch sehr angespannt. Über 22 Millionen Menschen sind weiterhin von extremem Hunger bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation nach wie vor in Nigeria, Kenia, Somalia, Äthiopien, im Südsudan, im Tschad und auch in einigen Teilen Ugandas. Obwohl unsere Mitgliedsorganisationen die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser und Saatgut unterstützen, bleiben die Ursachen für die Hungersnot bestehen und in manchen Gebieten spitzt sich die Situation sogar weiter zu.
  • Schuld daran ist unter anderem die laut den Vereinten Nationen schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Niederschläge bleiben teilweise ganz aus oder weit hinter den erforderlichen Mengen zurück. In einigen Regionen hat es seit Jahren nicht geregnet. Komplette Ernten sind seit 2015 vertrocknet, andere reichen aufgrund der extremen Wasserknappheit nicht aus. Die Vorräte werden vielerorts immer weniger oder sind inzwischen ganz aufgebraucht. Auch die Nutztiere leiden stark unter der Dürre, sie finden kaum Nahrung und Wasser. Viele Familien mussten einen großen Teil ihres Viehs verenden sehen oder verkaufen. Sie haben damit ihre Nahrungsgrundlage verloren. Auch die Menschen, die vor ein paar Monaten noch genug zum Überleben hatten, sind gegen die anhaltende Dürre machtlos.
  • Eine weitere Ursache ist der Bürgerkrieg in Somalia und dem Südsudan, der für die Menschen in Gebieten mit bewaffneten Konflikten das Bestellen der Felder sehr erschwert oder ganz unmöglich macht. Viele sind in benachbarte Regionen oder Länder geflohen, doch da überall die Nahrungsmittel knapp werden, sind die Geflüchteten oft auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen. Solange kein Frieden einkehrt, werden die Menschen weiter leiden.
  • In Nigeria, insbesondere im Norden des Landes, wurden über eine Million Menschen von terroristischen Gruppierungen vertrieben und flüchten innerhalb ihres Landes. Aufgrund der immer angespannteren wirtschaftlichen Lage sowie den Vertreibungen sind derzeit rund 4,5 Millionen BewohnerInnen Nigerias auf Ernährungshilfe angewiesen.

Die Situation in den Ländern

  • Kenia: Regenfälle führten im Oktober/Dezember 2016 zu Dürre und massiven Ernteausfällen, zur Austrocknung von Wasserquellen und verminderter Viehweidewirtschaft; auch in Kajiado County. Kürzlich wurde eine gemeinsame Erhebung zur Ernährungssituation von den lokalen Gesundheitsbehörden, UNICEF und neun Hilfsorganisationen durchgeführt. Besonders gefährdet sind demnach Kinder unter fünf Jahren, schwangere und stillende Frauen. Knapp 73.000 Kinder sind in Kenia akut unterernährt. Sie müssen umgehend mit Spezialnahrung versorgt werden, sonst droht ihnen der Hungertod. Fast 40.000 schwangere und stillende Frauen in ganz Kenia sind ebenfalls unterernährt – das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Menschen haben nicht mehr als eine Mahlzeit am Tag und selbst diese können sich immer weniger leisten, entweder weil es einfach keine Nahrungsmittel gibt oder weil die Preise so stark angestiegen sind, dass sich selbst finanziell besser gestellte Haushalte keine drei Mahlzeiten am Tag mehr leisten können.
  • Äthiopien: Das Land erholt sich nur sehr langsam von den Auswirkungen der verheerenden Dürre im Jahr 2016, wo über 4,5 Mio. Menschen auf eine Humanitäre Hilfe angewiesen waren. In der Gurage Zone ist die Ernährung in 12 Kommunen des Bezirks Ezha besonders sehr mangelhaft, einseitig und kalorienarm. Das führt zu chronischer Mangelernährung und einem geschwächten Immunsystem, insbesondere bei Frauen und Kindern.
  • Nigeria: Der Konflikt zwischen Boko Haram und dem nigerianischen Militär im Nordosten von Nigeria trägt zur Vertreibung von 1,8 Millionen Menschen bei und zerstört die Lebensgrundlage von weiteren Millionen von Menschen.Die anhaltende humanitäre Krise hat verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit in der Region, die in einigen Gebieten zur einer extremen Hungersnot führt.
  • Somalia: Die humanitäre Situation in Somalia verschlechtert sich zusehends. Hungersnot herrscht in vielen Teilen des Landes. Die letzten drei Regenzeiten sind nahezu ausgefallen. Die Anzahl der Menschen die humanitäre Hilfe benötigen hat sich in den letzten Monaten von 6,2 Mio. auf 6,7 Mio. erhöht.

Nothilfemaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen

Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort und leisten Nothilfe in den am schlimmsten betroffenen Regionen. Einige konkrete Beispiele stellen wir Ihnen hier vor:

  • Kenia:
  • Die Johanniter verteilen in zwei Gemeinden der Turkana-Region im Nordwesten Kenias Nahrungsmittel und liefern sauberes Trinkwasser. Zudem haben sie seit Anfang des Monats eine Schulspeisung für mehr als 2900 Schüler an sechs Schulen in Turkana West ins Leben gerufen. Zusätzlich sollen rund 200 Straßenkinder Zugang zu regelmäßigen Mahlzeiten und sauberem Trinkwasser erhalten. Dadurch soll auch die Ausbreitung wasserbedingter Krankheiten verhindert werden, die oft die Ursache für akute Unterernährung sind. Eine Krankenschwester wird parallel die Gesundheitsversorgung vor Ort unterstützen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • In Kenia tut auch ChildFund alles, um die Not der Menschen zu lindern –unter anderem verteilen sie Nahrungsmittel und Spezialnahrung für mangelernährte Kinder und sichern die Wasserversorgung mit Wasserfiltern und der Bohrung und Instandsetzung von Brunnen. Zudem statten sie Gesundheitsstationen aus und bauen Kinderschutzzentren mit pädagogischer und psychologischer Betreuung aus. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA unterstützt im kenianischen Bisil ein Schul- und Zufluchtszentrum mit Internat für Mädchen, die vor weiblicher Genitalverstümmelung und Frühverheiratung fliehen. Hier ist die Versorgung mit täglichen Mahlzeiten garantiert, aber wenn die Mädchen in den Ferien nach Hause gehen wollen, mangelt es an Nahrungsmitteln in Dürrezeiten. Deshalb wurden an 115 Haushalte, an besonders gefährdeten Familien der Mädchen, über die gesamten Schulferien hinweg Lebensmittelpakete verteilt. Zudem möchte ADRA in Kürze in der Region Mwingi Central die Lebensgrundlage von 3.000 Haushalten durch die Stärkung der Resilienz und Anpassungsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel verbessern, die Ernährungssicherheit erhöhen und empfindliche Ökosysteme sanieren. Das Projekt ist in den ärmsten Dörfern im County Kitui angesiedelt, die sich bislang in einem Kreislauf aus Hunger, Armut und Unterernährung bewegen. Für 3.000 Haushalte wird mithilfe von Bewässerungsfeldwirtschaft und durch den Schutz von Umwelt und Ökosystemen die Ernährungssicherheit wiederhergestellt. Für 1.000 Haushalte wird der Zugang zum Markt das Einkommen erhöhen.
  • Äthiopien:
  • Die Stiftung Menschen für Menschen verteilt beispielsweise in der Region Agarfa im Süden von Äthiopien die dringend benötigten Nahrungsmittel an aktuell 24.840 Kinder, Frauen und Männer. Die Menschen erhalten pro Monat 15 Kilogramm Getreide, 1,5 Kilogramm Hülsenfrüchte, 0,5 Liter Speiseöl sowie das Nahrungsergänzungsmittel Famix für Kleinkinder, schwangere Frauen und stillende Mütter. Spezialnahrung, wie Famix, ist wichtig, damit die Kinder keine bleibenden Schäden von der Mangelernährung davon tragen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Das Hilfswerk der Deutschen Lions unterstützt die Menschen in Bisidimo, Äthiopien, mit Nahrungsmitteln und Saatgut. Inzwischen ist das Saatgut aufgekommen und für diesen Oktober/November werden wieder Ernten erwartet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA vermittelt in 75 von Frauen geführten Haushalten praktische Kenntnisse über: die richtige Aussaatzeit für verschiedene Gemüse- und Obstsorten, die Vorbereitung des Bodens, die Auswahl des Saatguts einschließlich Lagerung und zu effektiven Pflanzenschutzmethoden. So werden die Erträge der Grundnahrungsmittel um 50 % gesteigert und alle Haushalte verfügen ganzjährig und täglich ausreichend über abwechslungs- und kalorienreiche Mahlzeiten. Der produzierte Überschuss wird auf dem Markt verkauft.
  • Nigeria:
  • ADRA unterstützt Ernährungssicherung in dieser Region und 1.200 Haushalte erhalten Lebensmittel für 5 Monate; 600 Haushalte erhalten Lebensmittelpakete und die anderen 600 Haushalte Lebensmittelgutscheine. Alle 1.200 Haushalte erhalten ein Training zur Verbesserung der Ernährung, Hygiene und zur Bewusstseinsbildung von Schutzbedürftigen und Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Somalia:
  • action medeor betreibt seit Anfang April in Somalia zwei mobile Kliniken zur Gesundheitsversorgung und Prävention von Krankheiten und Mangelernährung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA leistet Hilfe für 1.800 von Dürre betroffenen Haushalte durch Nahrungsmittelsicherung und Versorgung mit Trinkwasser, um übertragbaren Krankheiten durch verunreinigtes Wasser zu verhindern. Schulungen in Hygiene und Verteilung von Gutscheinen sowie Bargeldtransfers für Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern gehören zum Hilfsangebot.
  • Südsudan:
  • Auch im Südsudan in der Provinz Bahr el Ghazal haben die Johanniter ihre Nothilfe ausgeweitet. Sie versorgen Geflüchtete mit ausreichenden Mengen an Sorghum-Hirse, Bohnen, Speiseöl und Salz. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Im Südsudan unterstützt zudem das Hilfswerk der Lions Lieferungen von therapeutischen Nahrungsmitteln, Medikamenten gegen Unterernährung sowie Vitaminen und Spurenelementen für Kinder und Schwangere. Rund 4.500 Haushalte, insbesondere Familien, die sich selbst nicht versorgen können, werden mit Nahrungsmittelpaketen ausgestattet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Uganda:
  • Das Kinderhilfswerk Global Care unterstützt die Flüchtlinge, vorwiegend aus dem Südsudan, in den Camps im Norden des Landes mit Hilfsgütern. Es werden Nahrungsmittel verteilt sowie Wasserkanister und Töpfe, damit die Familien Essen kochen können. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

Neben diesen Nothilfeeinsätzen betreuen alle Organisationen auch langfristige Entwicklungsprojekte, die nachhaltig für eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser sorgen.

Weitere Informationen zur Hungerkrise finden Sie hier.

Unterstützen Sie die Arbeit der Organisationen mit Ihrer Spende.

 

Foto: GEMEINAM FÜR AFRIKA

Frauen stärken. Spielend einfach!

Veranstalten Sie eine Spielerunde mit Ihren Freunden und unterstützen Sie Frauen in Afrika.

Frauen stärken. Spielend einfach!

Am 24.09.2017 startet die Mitmachaktion Frauen stärken. Spielend einfach! unserer Mitgliedsorganisation Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW). Bis zum 31.10.2017 ruft sie bundesweit dazu auf, FreundInnen, KollegInnen, NachbarInnen oder Verwandte einzuladen. Egal ob Kartenspiele, Gesellschaftsspiele oder Spiele im Freien – veranstalten Sie eine Spielrunde und unterstützen Sie damit Frauen in Afrika.

Wie das funktioniert, können Sie hier ansehen:

Frauen sind stark. Sie ernähren ihre Familien, führen Unternehmen, leisten einen großen Beitrag in der Gesellschaft. Sie spielen eine Schlüsselrolle in wichtigen Entwicklungsprozessen, werden aber vielfach diskriminiert und benachteiligt. In vielen Ländern Afrikas besitzen sie nur wenige Rechte und müssen unbedingt gestärkt werden. Die ASW hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Frauen zu fördern und zu unterstützen. Unsere Frauenprojekte kämpfen für Ernährungssicherheit, Arbeits- und Landrechte für Frauen, schaffen neue Verdienstmöglichkeiten, vernetzen und eröffnen Bildungschancen. Die Stärkung von Frauen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gerechten Gesellschaft.

Mitmachen und kostenloses Aktionspaket bestellen

Wenn Sie mitmachen möchten, ist es ganz einfach: Bestellen Sie das kostenlose Aktionspaket mit dem Spiel „Mensch ändere die Welt“, einer kleinen Spieletasche, Aktionsleitfaden und weiteren Informationen. Laden Sie MitspielerInnen ein und spielen Sie ein Spiel Ihrer Wahl. Alle geben eine Teilnahmegebühr als Spende, die Sie nach der Spielerunde an die ASW überweisen.

Hier können Sie das Aktionspaket bestellen und weitere Informationen erhalten: www.ASWnet.de

Schreiben Sie eine E-Mail an mitmachen@aswnet.de oder rufen Sie an unter 030 – 99 29 69 535.

 

Foto: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.

Bundestagswahl 2017: Die Parteien und ihre Entwicklungs- und Afrika-Politik

18.09.2017 Wir schauen in die Wahlprogramme und gehen der Frage nach: Welche Afrika-Politik und Vorhaben für die Entwicklungszusammenarbeit versprechen die Parteien?
Bundestagswahl 2017: Parteien und ihre Afrikapolitik

Bundestagswahl 2017: Die Parteien und ihre Entwicklungs- und Afrika-Politik

Am 24. September ist Bundestagswahl. Die Afrika-Politik hat in den letzten beiden Jahren stark an Bedeutung gewonnen, nun geht es nicht mehr nur um Entwicklungspolitik, sondern darum, Fluchtursachen zu bekämpfen. Wir werfen einen Blick auf die Wahlprogramme und schauen uns an, welche Positionen die Parteien bezogen auf den afrikanischen Kontinent sowie die Entwicklungszusammenarbeit vertreten.

Genauer angesehen haben wir uns dazu die aktuellen Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, AfD und DIE LINKE:

 

Positionen von Bündnis 90/ Die Grünen

  • Die Grünen möchten die Instrumente der internationalen Zusammenarbeit „effizienter und wirksamer“ gestalten und fordern eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO).
  • Eine Koppelung von Entwicklungshilfe an Abkommen zur Rückübernahme von Geflüchteten lehnen die Grünen ab.
  • Die Grünen wollen sich für Geschlechtergerechtigkeit, für Frauenrechte und gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBTIQ) einsetzen.
  • Das Recht auf Nahrung soll konsequent umgesetzt werden. Dafür fordern die Grünen eine „faire europäische Handels- und Agrarpolitik“, die Stärkung bäuerlicher Strukturen weltweit und eine bessere Regulierung der Finanzmärkte, um Nahrungsmittelspekulationen einzudämmen.
  • Die Grünen wollen ebenfalls das Ziel, 0.7% des Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen, bis 2021 umsetzen, indem die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und internationalen Klimaschutz jährlich um zwei Milliarden erhöht werden. Auch danach soll weiter in den Klimaschutz investiert werden. Ausgaben für Flüchtlinge innerhalb Deutschland werden nicht dazugerechnet.
  • Außerdem fordern die Grünen einen „Rat für Frieden, Nachhaltigkeit und Menschenrechte“, der prüft, inwiefern die Entscheidungen der Regierung den Nachhaltigen Entwicklungszielen“ entsprechen und Anpassungen vorschlägt.

 

Positionen von DIE LINKE

  • Die Partei DIE LINKE möchte sich für eine „Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit“ einsetzen, die sich „an den Interessen und Bedürfnissen der unterstützten Länder ausrichtet“. Damit soll die eigenständige und souveräne Entwicklung der unterstützten Länder gefördert werden.
  • Die Entwicklungszusammenarbeit soll für DIE LINKE ein „Instrument globaler Umverteilung im Sinne sozialer Gerechtigkeit“ sein und darf weder von Geberländern noch von internationalen Konzernen genutzt werden, begünstigte Länder unter Druck zu setzen.
  • Außerdem spricht sich DIE LINKE dagegen aus, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in sicherheitspolitische Konzepte einzubinden oder die „Entwicklungsgelder […] mit Maßnahmen des Grenzschutzes oder der Migrationskontrolle“ zu verknüpfen.
  • Bei der Umsetzung der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SGDs) bzw. der Agenda 2030 soll für DIE LINKE die Verantwortung des globalen Nordens im Zentrum stehen.
  • Zudem möchte DIE LINKE für eine öffentliche Entwicklungsfinanzierung auf allen Ebenen eintreten.
  • Ebenfalls möchte DIE LINKE das Ziel erreichen, dass 0,7% des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit aufgebracht wird.
  • Die LINKE fordert außerdem auf UN-Ebene einen „Kompensationsfonds für die Folgen von Klimawandel und Kolonialismus“, der von den Industriestaaten finanziert werden soll.

 

Positionen der AfD

  • Die AfD fordert einen grundsätzlichen Strategiewechsel in der Entwicklungspolitik und tritt für einen weiter gefassten Ansatz ein, welcher auch deutschen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen Rechnung trägt.
  • Die AfD möchte, dass die Entwicklungsländer gerechter in das internationale Handelssystem einbezogen werden, mit Erleichterungen für deren Ausfuhren in die Industrieländer und einem angemessenen Schutz für den Aufbau der eigenen Wirtschaftsentwicklung. Marktwirtschaftliche Strukturen in allen Bereichen sollen gefördert werden. Das bedeutet eine weitgehende Beteiligung der Privatwirtschaft an Entwicklungsprojekten.
  • Das Asylrecht in seiner heutigen Form will die AfD abschaffen. Andernfalls sei mit sozialen Spannungen in Deutschland zu rechnen, sagte Spitzenkandidatin Alice Weidel. Auch steige durch die Einreise von vielen Menschen ohne Papiere die Terrorgefahr. Der zweite Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte, die Entwicklungshilfe sollte sich in Zukunft auf „Leuchtturmprojekte“ in ausgewählten Staaten beschränken. Für Entwicklungspolitik sollte das Auswärtige Amt zuständig sein.
  • Die AfD möchte zudem deutsche Unternehmer dabei unterstützen, in Entwicklungsländer zu investieren und dortige Unternehmer bei der Professionalisierung ihrer Tätigkeit fördern.

 

Positionen der FDP

  • Die FDP möchte in der Entwicklungszusammenarbeit vor allem auf Kooperationen mit der Privatwirtschaft setzen. Dabei sollen vor allem die ärmsten Länder Afrikas im Fokus stehen.
  • Die Freien Demokraten sehen zudem Bildung, Ausbildung, Qualifikation und eine wirtschaftliche Perspektive für jeden als Grundlage der Armutsbekämpfung.
  • Sie lehnen die Diskriminierung von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBTIQ) weltweit ab und fordern die Kürzung der Entwicklungshilfe bei Strafverschärfungen.
  • Die FDP ist der Meinung, dass eine „nachhaltige internationale Sicherheit“ nur erreicht werden kann, wenn Außen-, Verteidigungs- und Entwicklungspolitik zusammen gedacht werden.
  • Die Freien Demokraten unterstützen die Umsetzung der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SGDs) und somit die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die Ziele möchte die FDP mit einem kohärenten Ansatz erreichen, der sich aus Wirtschafts-, Außen- und Entwicklungspolitik in Abstimmung mit der EU gestaltet.
  • Die FDP möchte außerdem „die Möglichkeiten, die sich durch Innovationen, Digitalisierung und neue Technologien bieten“, in Entwicklungsländern stärker in den Fokus nehmen und fördern.

 

Positionen der SPD

  • Die SPD will ihr Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit steigern und neben Unternehmen auch mit anderen Partnern zusammenarbeiten, wie Gewerkschaften, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen.
  • Ein wesentliches Ziel im Wahlprogramm bleibt die Überwindung von Hunger und Armut. Die SPD möchte vor allem die ärmsten Länder unterstützen. Einen zentralen Baustein sieht sie in der ländlichen Entwicklung, vor allem in der Förderung von Kleinbauern, zum Beispiel durch Investitionen in die Infrastruktur, die Schaffung von Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen.
  • Zudem möchte sich die SPD für das Menschenrecht auf Gesundheit einsetzen. Sie fordert eine Mittelaufstockung des Globalen Fonds gegen Aids/HIV, Tuberkulose und Malaria. Wichtig sind ihr zudem der Zugang zu medizinischer Versorgung, Medikamenten, einer Basiskrankenversicherung und Bildung, für alle, auch für Frauen und Mädchen.
  • Die SPD möchte sich darüber hinaus für den fairen Handel stark machen. Alle Wirtschaftspartnerschaftsabkommen sollen mit Regeln zu menschenrechtlicher, ökologischer, verbraucherpolitischer und sozialer Standards ausgestattet werden.
  • Laut des Wahlprogramms verfolgt die SPD zudem das Ziel, mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen – unabhängig von Ausgaben für in Deutschland aufgenommene Flüchtlinge. (Deutschland erreichte 2016 das erste Mal seit 1970 das UNO-Ziel von 0,7% des BNE für Entwicklungszusammenarbeit, und stellte damit deutlich mehr Geld für Entwicklungshilfe bereit als zuvor, fast die Hälfte der Mehrausgaben flossen jedoch in die Flüchtlingshilfe in Deutschland selbst. Diese Gelder werden bislang mit in den Gesamtetat eingerechnet).
  • Die Sozialdemokraten wollen sich außerdem für eine bessere europäische Entwicklungszusammenarbeit einsetzen, „die eine klare Aufgabenteilung zwischen der EU und den Mitgliedsstaaten verwirklicht“.
  • Die SPD möchte sich zudem für „einen gerechten Zugang zu Land, Wasser und Fischgründen für die lokale Bevölkerung einsetzen und die Sozialdemokraten wollen „landgrabbing“ sowie „die zunehmende Monopolisierung des Saatguthandels durch einige wenige Agro-Business-Konzerne nicht akzeptieren.“
  • Auch zum Erreichen der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SGDs) bzw. der Agenda 2030 bekennt sich die SPD. Hier möchte sich die Partei für „eine ambitionierte Verwirklichung der Agenda 2030“ einsetzen. Deutschland müsse „bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine international deutlich wahrnehmbare Vorreiterrolle einnehmen“, so die SPD. „Zudem muss Deutschland verstärkt die Länder des Globalen Südens bei ihren Anstrengungen für nachhaltiges Wachstum unterstützen und die SDGs zur Praxis in den multinationalen Organisationen machen.“

 

Positionen der CDU/CSU

  • Zunächt einmal ist die Union der Meinung, dass der afrikanische Kontinent Unterstützung benötigt, um Probleme wie Hunger, berufliche Bildung, Klimawandel und den Aufbau von Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit zu bewältigen.
  • Die Union unterstützt daher den im Rahmen der G20-Präsidentschaft formulierten „Compact with Africa“, durch welchen die Union „für mehr Engagement auf dem afrikanischen Kontinent“ im wirtschaftlichen Sektor werben will.
  • Zudem plädieren CDU/CSU für einen „Marshallplan mit Afrika“, der Privatinvestitionen und die wirtschaftliche Entwicklung von unten fördern sowie den fairen Handel und die Eigenverantwortung im unternehmerischen Sinne stärken soll.
  • Die Entwicklungszusammenarbeit soll stärker mit der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik vernetzt werden. Daher soll der Verteidigungshaushalt parallel zur Erhöhung der Entwicklungsgelder steigen, bis das Ziel von 0,7% des Bruttoinlandseinkommens für Entwicklungszusammenarbeit erreicht ist.
  • Die Union bekennt sich zur Agenda 2030 und somit zum Erreichen der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SGDs). Als einzige Partei erwähnt die CDU/CSU zudem die sogenannte „Nationale Nachhaltigkeitsstrategie“ in ihrem Wahlprogramm, um die Umsetzung der SDGs zu fördern.
  • Um der Migration nach Europa entgegenzuwirken, möchten CDU/CSU Verträge mit afrikanischen Ländern abschließen, nach dem Vorbild des EU-Türkei-Abkommens.

 

Quelle: VENRO: Was wollen die Parteien?

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Ngozi – Erste afrikanische Superheldin im Marvel-Universum

08.09.2017 Das legendäre Comic-Label Marvel bekommt Zuwachs vom afrikanischen Kontinent. Die Autorin Nnedi Okorafor erschafft die nigerianische Superheldin Ngozi im neuen Comic "Blessing in Disguise".
Das nigerianische Mädchen Ngozi wird zu Superheldin im Marvel-Universum. Foto: Marvel Comics

Ngozi – Erste afrikanische Superheldin im Marvel-Universum

Wer kennt sie nicht?! Die Superhelden aus der Comic-Schmiede Marvel begeistern seit vielen Jahrzehnten Jung und Alt gleichermaßen. Ob Spiderman, Hulk, Wolverine, Thor oder Iron Man, die Charaktere mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten sind weltweit bekannt und für viele Menschen das Sinnbild für den Kampf gegen das Böse. Mit dem Charakter Ngozi bekommt das Marvel-Universum nun zum ersten Mal eine afrikanische Superheldin als Zuwachs – genauer gesagt, eine Superheldin aus Nigeria.

Ngozi bedeutet „Wohltat“

Die Superheldin Ngozi, deren Namen aus der Sprache Igbo übersetzt „Wohltat“ oder „Segen“ bedeutet, stammt aus der nigerianischen Hauptstadt Lagos. Ngozi ist ein Teenager mit einer Gehbehinderung. Ihre Superkräfte erlangt sie nach dem Kontakt mit der außerirdischen Spezies der „Symbionte“. Diese Kreaturen haben vor allem durch ihre berühmteste Inkarnation, dem Spider-Man-Bösewicht Venom, Bekanntheit über die eingefleischte Marvel-Fanszene hinaus erlangt.

Science-Fiction Autorin Nnedi Okorafor erweckt Ngozi zum Leben

Geschaffen wurde die Superheldin Ngozi von der nigerianisch-amerikanischen Schriftstellerin Nnedi Okorafor. Okorafor, die auch als Professorin für kreatives Schreiben an der University of Buffalo lehrt, ist bekannt für Veröffentlichungen, die vor allem dem Science-Fiction und Fantasy Genre zuzuordnen sind. Auch benutzt Okorafor immer wieder Elemente aus dem Afrofuturismus und verwendet in ihren Geschichten häufig die westafrikanische Mythologie. Zudem sind ihre Arbeiten oftmals mit postkolonialer Kritik verknüpft. 

Durch die Chibok-Mädchen inspiriert

In einem Interview verriet Okorafor, dass der Charakter Ngozi von den Chibok-Mädchen, die von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Jahr 2014 entführt wurden, inspiriert ist. „Ihr Gleichnis basiert auf einem der Chibok-Mädchen, das war mir wichtig. Ich wollte bereits seit einer Weile eine Geschichte über die Chibok-Mädchen schreiben, das ist schon seit einiger Zeit in meinem Kopf herumgegangen. Als nun diese Gelegenheit aufkam, war mir klar, das wird ein Mädchen, das ihren Alltag normal lebt und dann in eine Situation geriet, in der sich plötzlich alles ändert. Meine Gedanken waren direkt bei diesen Mädchen“, so Okorafor.

Ngozi, die Superheldin des Marvel-Comics „Blessing in Disguise“

Der 8-seitige Marvel-Comic namens „Blessing in Disguise“, was so viel bedeutet wie „Glück im Unglück“, wird in der bevorstehenden Marvel „Venomverse Anthologie“ im September 2017 erscheinen. Ngozi wird in dieser Geschichte nicht nur die erste afrikanische Superheldin sein, auch wird zum ersten Mal eine Marvel-Geschichte ausschließlich auf afrikanischem Boden stattfinden.

 

Foto: Marvel Comics

Plastiktütenverbot: Kenia macht Ernst!

06.09.2017 Der kenianische Staat wird mit einem neuen Gesetz verschärft gegen Produzent*innen und Verteiler*innen von Plastiktüten vorgehen.
Eine Plastiktüte schwimmt im Meer. 13 Millionen Tonnen Plastikmüll kommen jährlich hinzu. Ein Plastiktütenverbot soll helfen. Foto: MichaelisScientists

Plastiktütenverbot: Kenia macht Ernst!

Die Weltmeere sind voll davon – Plastikmüll. Die Zeichen der Zeit wurden größtenteils erkannt. Immer mehr Länder treten dem Plastikwahn entgegen. Unter ihnen sind auch einige afrikanische Staaten, die mit neuen Vorschriften versuchen, die Plastikflut und die verheerenden Umweltfolgen abzumildern. Neben Ruanda, Eritrea und Uganda ist es nun vor allem Kenia, das mit einem der weltweit schärfsten Gesetze gegen Plastiktüten vorgehen wird. Bereits im vergangenen März wurde das Gesetz angekündigt. Nun macht Kenia Ernst, das Plastiktütenverbot ist da.

Hohe Strafen für Plastiksünder

Im Fokus stehen Plastiktüten. Wer diese in Kenia zukünftig produziert oder anbietet, muss laut dem am 28. August 2017 in Kraft getretenen Gesetz hohe Strafen in Kauf nehmen. So drohen Hersteller*innen, Verkäufern und sogar Benutzer*innen von Plastiktüten Geldbußen in Höhe von 40.000 Dollar oder sogar Haftstrafen von bis zu vier Jahren. Die kenianische Umweltministerin Judy Wakhungu betonte jedoch bereits, dass es vor allem darum ginge, Produzent*innen und Verteiler*innen von Plastiktüten an den Kragen zu gehen. Den „normalen Leuten“, die Plastiktüten benutzen, würde nichts geschehen, sagte sie. Grundsätzlich könne die Polizei auf der Grundlage des neuen Gesetzes jedoch auch gegen jene Bürger*innen vorgehen, die eine Plastiktüte benutzen bzw. mit sich tragen.

100 Millionen Plastiktüten pro Jahr

Das neue und zugleich strenge Gesetz soll ein wichtiger Schritt in Kenias Umweltpolitik sein. Laut dem UN-Umweltprogramm (UNEP) werden allein in kenianischen Supermärkten jährlich bis zu 100 Millionen Plastiktüten verteilt. Im ganzen Land sind Straßen und Bäume oft mit abgelegten Plastiktüten bedeckt. Zudem verstopft der Plastikmüll Abflüsse und Wild- und Viehbeständen werden durch Erstickungen bedroht. Zudem ist die kenianischen Küste von Kunststoffmüll befallen.

Plastiktüten gefährden Umwelt

Die Transporthilfe, die häufig nur als Einwegprodukt genutzt wird und zu oft zu schnell den Weg in die nächstgelegene Straßenecke findet, baut sich nur sehr schwer ab. Der Prozess der natürlichen Zersetzung kann über einen jahrhundertelangen Zeitraum dauern. Laut der Umweltorganisation Greenpeace gelangen jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll über Flüsse, durch Wind, Abwässer, Sturmfluten oder Hochwasser von Land aus ins Meer. Dort hätten sich laut Schätzungen bereits mehr als 150 Millionen Tonnen angesammelt. Diese Plastikrückstände gefährden massiv Seevögel, Meeresschildkröten und andere Tiere und Organismen der Weltmeere. Darüber hinaus können Plastikrückstände auch als Mikroplastik in die Nahrungskette von Tieren und Menschen gelangen – mit bisher noch wenig erforschten, aber nicht ungefährlichen Folgen. Habib El-Habr, der mit dem UN-Umweltprogramm in Kenia zusammenarbeitet und als Experte für Abfälle im Meer gilt, unterstreicht mit seiner Aussage die Notwendigkeit solcher Gesetze: „Wenn wir so weitermachen, werden wir bis 2050 mehr Plastik im Ozean haben als Fisch“.

 

 

Foto: MichaelisScientists | CC BY-SA 4.0

Wahlen in Afrika

31.08.2017 Im Laufe der vergangenen Wochen wurden auf dem afrikanischen Kontinent fleißig Wahlzettel angekreuzt – in Kenia, Angola und Ruanda wurde gewählt.
Menschenschlange vor dem Wahlbüro in Kenia - Foto Susanne Raukamp

Wahlen in Afrika

In Deutschland wird am 24. September ein neuer Bundestag gewählt. Der Wahlkampf der konkurrierenden Parteien läuft bereits auf Hochtouren. Doch nicht nur in Deutschland stehen in diesen Tagen demokratische Wahlen im Fokus. In Ruanda und Angola wurden in den zurückliegenden Wochen bereits neue Parlamente und Staatsoberhäupter gewählt. Eine Wendung gab es im Zuge der Wahlen in Kenia. Am 1. September 2017 wurde das Wahlergebnis nachträglch annulliert. In Liberia und dem Somaliland stehen die Wahlen noch aus.      

Präsidentenwahl in Kenia durch Supreme Court annulliert (Update 01.09.2017)

In Kenia fand am 8. August die Präsidentenwahl statt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Uhuru Kenyatta – ältester Sohn von Kenias erstem Präsidenten Jomo Kenyatta – und seinem Herausforderer Raila Odinga wurde bereits im Vorfeld erwartet. Nach gravierenden Tumulten im Zuge der Wahlen im Jahr 2007, bei denen mehr als 1000 Menschen ums Leben kamen, sollten die Kenianerinnen und Kenianer auch in diesem Jahr mit einem mulmigen Gefühl an die Wahlurne treten. Insbesondere nachdem kurz vor der Wahl der IT-Chef der Wahlkommission, Christopher Msando, ermordet aufgefunden wurde. Odinga, der auch 2007 und 2013 kandidierte und verlor, behauptete anschließend, dass Kenyattas Jubilee-Partei die Identität des ermordeten Wahlkommissars zur Wahlmanipulation nutze.

Neben dem Präsidenten wurden zudem die beiden Kammern des Parlaments sowie neue Gouverneure und Regionalvertretungen vom kenianischen Volk bestimmt. Dabei erhielt Uhuru Kenyatta und seine Jubilee Party of Kenya 8,203,290 Stimmen (54.27 Prozent). Raila Odinga und die National Super Alliance sollten hingegen lediglich 6,762,334 Stimmen (44.74 Prozent) erhalten. Uhuru Kenyatta galt somit als alter sowie neuer Präsident Kenias. Entgegen aller Befürchtungen verliefen die Wahlen vergleichsweise friedlich. Vereinzelt kam es dennoch zu Unruhen, bei denen mehere Menschen zu Tode kamen. Wie bereits im Jahr 2013 kündigte Wahl-Verlierer Odinga allerdings an, das Ergebnis gerichtlich anzufechten. Aufgrund der Beschwerde der Opposition wurde die Wahl Ende August am Obersten Gerichtshof Kenias überprüft. Odinga hatte den Wahlsieg Kenyattas angezweifelt und sprach im Rahmen des Beschwerdeverfahrens von Hacker-Angriffen auf die Wahlcomputer und eine möglichen Manipulation der Ergebnisse. Am 1. September 2017 gab der Supreme Court of Kenya der Opposition recht. Die Wahl vom 8. August wird annulliert. Die Wahlkommission hat nun 60 Tage Zeit eine Wiederholung des Wahlgangs vorzubereiten.

Angola wählt wie erwartet

Nach über 38 Jahren im Amt kündigte der langjährige Staatschef Eduardo dos Santos bereits im Vorfeld der angolanischen Parlamentswahlen an, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehe. In Angola sollte somit neben den Parlamentsabgeordneten auch ein neuer Präsident bestimmt werden. Ein Sieg der Regierungspartei „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“ (MPLA) galt jedoch bereits im Zuge des Wahlkampfes als sicher. Der amtierende Verteidigungsminister João Lourenço, der Zugleich als Nachfolger von dos Santos in den Wahlkampf einzog, galt als Favorit auf einen Wahlsieg. Die Opposition ging davon aus, dass die Wahlen nicht frei verlaufen sollten. Es wurde vor allem kritisiert, dass oppositionelle Parteien keinen gleichwertigen Zugang zu Medien haben und die amtierenden Behörden regelmäßig die Arbeit der politischen Gegner der regierenden MPLA behindern würden. Aufgrund dessen sollte sich auch Amnesty International im Vorfeld der Wahlen einschalten. „Der systematischen Missbrauch staatlicher Einrichtungen gegen Oppositionelle müsse gestoppt werden“, so Deprose Muchena, Regionaldirektor der Menschrechtsorganisation. Schlussendlich kam es jedoch wie erwartet: Laut der Wahlkommission kommt die MPLA auf 150 von 220 parlamentarischen Sitzen in der Nationalversammlung und kann somit die geforderte Zweidrittelmehrheit aufbringen, um den neuen Präsidenten zu stellen. Als stärkste Oppositionspartei wird UNITA, die 26,7 Prozent der Stimmen erhielten, im Parlament vertreten sein. Damit wird João Lourenço (MPLA) neuer Präsident Angolas.

Paul Kagame gewinnt Wahl in Ruanda deutlich

Paul Kagame, Parteichef der Ruandischen Patriotischen Front (RPF), ist im Zuge der Präsidentschaftswahl in Ruanda am 4. August als deutlicher Sieger hervorgegangen. Kagame, der bereits seit 17 Jahren der offizielle Staatschef Ruandas ist, kam nach der Wahlauszählung der nationalen Wahlbehörde auf mehr als 98 Prozent der Stimmen. Kagame war gegen die unabhängigen Kandidaten Philippe Mpayima und Frank Habineza von der oppositionellen Grünen Partei angetreten. Mpayima konnte 0,72, Habineza 0,45 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Kagame erlangte in den vergangenen 20 Jahren internationale Anerkennung für die Stabilität und die wirtschaftliche Entwicklung Ruandas, die er seit dem Völkermord 1994 erreichen konnte. Damals waren schätzungsweise 800.000 Menschen getötet worden. Gleichzeit steht Kagame jedoch in der Kritik, einen autoritären Einparteienstaat zu führen sowie Menschenrechte und die Pressefreiheit zu beschränken.

Wahlen in Liberia und Somaliland stehen noch aus

Die Amtszeit der Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf, der ersten demokratisch gewählten weiblichen Präsidentin Afrikas, geht nach zehn Jahren zu Ende. Am 10. Oktober wird im westafrikanischen Liberia somit ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Und auch im Somaliland wird 2017 noch der Gang an die Wahlurne anstehen. Am 13. November finden in dem ostafrikanischen Land, das sich 1991 für unabhängig erklärte, international bis heute jedoch kein anerkannter Staat ist, demokratische Wahlen statt.

 

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung/Susanne Raukamp | CC BY-SA 2.0

Hoffnung für Vertriebene im Südsudan

29.08.2017 Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland wirkt dem Hunger im Südsudan entgegen. Dawit Mehari, Länderkoordinator für Äthiopien und den Südsudan, berichtet über die aktuelle Arbeit.
Vertriebene südsudanesische Bäuerinnen und Bauern Foto: ADRA Deutschland

Hoffnung für Vertriebene im Südsudan

Der Südsudan gewann im Jahr 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan, doch bereits zweieinhalb Jahre später brach der Bürgerkrieg aus. Dabei steht der schwer umkämpfte Bundesstaat Upper Nile besonders im Zentrum der humanitären Hilfe. Seit Beginn des Bürgerkrieges sind tausende Frauen, Männer und Kinder in die Bezirke Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors geflohen und haben sich dort angesiedelt. Der Länderkoordinator für Äthiopien und den Südsudan unserer Mitgliedsorganisation ADRA, Dawit Mehari, war vor Ort und schildert, wie dem Hunger in der Region entgegengewirkt wird.

Wie ist die Lage in der Projektregion aktuell?

„Im Gegensatz zu anderen Regionen im Südsudan, ist die Lage in den Bezirken Nasir und Ulang relativ stabil, aber dennoch zeitweise fragil. Sporadisch kommt es in diesem Gebiet zu kämpferischen Auseinandersetzungen und ethnischen Konflikten. Das Zusammenleben mit den Gastkommunen verläuft dagegen friedlich. Derzeit ist Regenzeit und die Menschen bestellen ihre Felder.“

Was sind die größten Probleme für Vertriebene und Gastkommunen?

„Alle Binnenvertriebenen müssen ganz von vorne beginnen, denn durch den Bürgerkrieg wurden ihre Dörfer zerstört und sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ihnen fehlt das eigene Land, Produktionsmittel und Vieh, um sich selbst versorgen zu können. Des Weiteren reichen ihre landwirtschaftlichen Kenntnisse, die auf traditionellen Methoden beruhen, nicht aus, um eine höhere Produktivität zu erzielen. Dies ist aber erforderlich, um Überschüsse zu erwirtschaften, damit sie Rücklagen und Vorräte bilden können. Wiederholt kommt es zu Ernteverlusten durch saisonal bedingte Überflutungen und Schädlingsbefall. Ein weiteres Problem ist die Tiersterblichkeit, die aufgrund von Krankheiten und fehlenden präventiven Impfungen recht hoch ist. Insgesamt führen alle diese Faktoren letztendlich zu chronischem Hunger und Mangelernährung.“

Wie hilft ADRA den Hunger bzw. die chronische Ernährungsunsicherheit zu bekämpfen?

„Alle Maßnahmen von ADRA sind darauf ausgerichtet, dass sich die Menschen langfristig selbst helfen können. Nachhaltigkeit ist uns ein Anliegen. Deshalb werden Produktionsmittel für Landwirtschaft und Fischerei an die Menschen verteilt, damit sie ihre Lebensgrundlage wieder aktiv mitgestalten können. Um das bestehende Potential voll auszuschöpfen, erhalten sie Schulungen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Techniken einschließlich Fischerei. Neben der Landwirtschaft und Fischerei ist die Viehhaltung für die Menschen von essentieller Bedeutung. Abgesehen vom Besitz des Viehs, dient die Milch der Ernährung, während Dung ein wesentlicher Bestandteil der organischen Landwirtschaft ist. Den Menschen werden tiermedizinische Kenntnisse vermittelt und es werden tiermedizinische Dorfhelfer ausgebildet, welche in Zusammenarbeit mit Veterinärmedizinischen Fachkräften (von ADRA) Behandlungen von Tieren durchführen.“

Welche Projektaktivitäten gibt es noch?

„Darüber hinaus werden Workshops zur Führung von Kleinstunternehmen durchgeführt, damit die Begünstigten lernen, wie sie ihre Erzeugnisse vermarkten und Rücklagen bilden können. Zu diesem Zweck werden auf Dorfebene „Spar- und Kleinkreditgruppen“ geschult, die ähnlich einer Bank Geld ansparen und für Investitionen verleihen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Aufbau von Saatgutbanken. So wird sichergestellt, dass ausreichend Saatgut der wichtigsten und resistenten Kulturarten und einheimischen Getreidesorten erhalten bleiben, die den Bauern für die nächste Aussaat zur Verfügung stehen und nicht im Fall von Hungersnöten verzehrt werden.“ 

Was hat ADRA seit Beginn des Projekts im November 2015 in der Projektregion erreicht?

„Mit den Hilfsmaßnahmen hat ADRA insgesamt 10.000 Haushalte erreicht und in der Land- und Viehwirtschaft, Fischerei und Einkommensförderung unterstützt. Die Begünstigten konnten sehr gute Erfolge erzielen. Sie haben Überschüsse an Getreide und Gemüse sowie aus dem Fischfang erwirtschaftet und einen beträchtlichen Teil auf den lokalen Märkten verkauft. Zum Teil werden die Fische getrocknet und sogar über die Landesgrenze hinaus verkauft. Von dem Verkaufserlös haben die Menschen Rücklagen gebildet, auf die sie in schweren Zeiten zurückgreifen oder in ihre Produktion reinvestieren können. Außerdem ist die Tiersterblichkeit erheblich zurückgegangen und die Rinder produzieren deutlich mehr Milch als vorher. Die Milch dient den Menschen als Lebensmittel und trägt zu einem zusätzlichen Einkommen bei.“

Was sind die langfristigen Ziele von ADRA im Südsudan?

„Um Nachhaltigkeit zu erreichen, brauchen die Menschen noch weiterhin Unterstützung, deshalb strebt ADRA an, den Projektzeitraum zu verlängern. Nur so kann die Eigenständigkeit der Menschen langfristig sichergestellt werden. Außerdem soll das Projekt durch weitere Komponenten ergänzt werden, wie zum Beispiel durch die Einrichtung von dörflichen Tierapotheken und solarbetriebenen Bewässerungssystemen sowie Schulungen zu verbesserten Fischtrocknungsmethoden.“

 

Foto: ADRA Deutschland e.V.

#freeiuventa – Rettung ist kein Verbrechen!

16.08.2017 Unter dem Hashtag #freeiuventa und dem Slogan „Stoppt das Sterben, nicht die Rettung!“ bzw. „Seenotrettung is not a crime!“ wird gegenwärtig um Unterstützung gebeten.
Petition Seenotrettung: GEMEINSAM FÜR AFRIKA unterstützt #freeiuventa

#freeiuventa – Rettung ist kein Verbrechen!

Aktueller Anlass für die Petition #freeiuventa – Rettung ist kein Verbrechen ist der Versuch die Seenotrettung von Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu kriminalisieren und zu diffamieren. Dazu gehört auch die Beschlagnahmung des Seenotrettungsschiffes  „Iuventa“ der Organisation Jugend Rettet.

Stoppt das Sterben, nicht die Rettung!

In den vergangenen Monaten haben NGOs tausenden Menschen das Leben gerettet, die andernfalls ertrunken wären. Bereits 2015 forderte GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit der Kampagne #JedesLebenzählt eine ausreichende, gemeinsame europäische Seenotmission, die nicht vorrangig dem Grenzschutz, sondern der Lebensrettung dient. Zudem fordert GEMEINSAM FÜR AFRIKA legale und gefahrenfreie Wege zur Einreise in die Länder der EU, damit Geflüchtete nicht den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nehmen müssen. Die Forderungen der Petition der Initiative „Seenotrettung is not a crime!“ decken sich mit unseren Anliegen.

Daher bitten wir Sie, unterzeichnen Sie die Petition > Stoppt das Sterben, nicht die Rettung! #freeiuventa.

Hintergrund: Der Fall „Iuventa“

Am 31. Juli wurde das Schiff „Iuventa“ der Seenotrettungsorganisation Jugend Rettet von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Der NGO wird eine mögliche Zusammenarbeit mit libyschen Schleppern vorgeworfen. Die nicht bewiesenen Vorwürfe gegen die NGO werden allerdings von Fachleuten angezweifelt und von der Hilfsorganisation scharf zurückgewiesen. Zudem ereignete sich die Beschlagnahmung kurz nachdem sich die kleine Berliner NGO wie auch Ärzte ohne Grenzen, Save the Children u.a. weigerten, den kürzlich vorgelegten Kodex des italienischen Innenministeriums zu unterzeichnen. Mit diesem Kodex sollen die NGOs u.a. gezwungen werden, bewaffnete Polizisten an Bord zu nehmen. Laut Ärzte ohne Grenzen widerspricht der sogenannte Code of Conduct für die Seenotrettung, wie er vom italienischen Innenministerium formuliert wurde, den humanitären Prinzipien der Hilfsorganisationen. Er stehe zudem im Konflikt mit dem Völkerrecht. Des Weiteren sollen kleinere Schiffe keine geretteten Menschen mehr an größere Schiffe übergeben dürfen. „Wenn das Umsteigen von Geretteten von einem Rettungsschiff auf ein anderes nicht mehr erlaubt ist, werden weniger Schiffe vor Ort sein können, um Leben zu retten“, befürchten die NGOs. „Der in weiten Teilen rechtswidrige Verhaltenskodex ist eine verzweifelte Reaktion Italiens. Anstatt Lösungsansätze zu entwickeln, werden diejenigen in die Mangel genommen, die einspringen, wo staatliche Strukturen versagen […]“, kritisiert z.B. die Seenotrettungsorganisation Seawatch. Auch laut des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages verstößt der italienische Kodex gegen das humanitäre Völkerrecht.

 

Foto: Seenotrettung is not a crime!

Außenminister Gabriel besucht Uganda und den Südsudan

11.08.2017 Außenminister Sigmar Gabriel besucht Krisenregionen in Uganda und dem Südsudan. Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort und leisten Nothilfe.
Südsudanesische Flüchtlinge erhalten Zuflucht in Uganda. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Außenminister Gabriel besucht Uganda und den Südsudan

In dieser Woche reiste Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Uganda und in den Südsudan. Nicht ohne Grund! Seit ca. 4 Jahren erleben die Südsudanesen in ihrem noch sehr jungen Staat einen Bürgerkrieg fürchterlichen Ausmaßes. Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar. Im angrenzenden Uganda erhalten viele Menschen, die Ihre Heimat im Südsudan verlassen mussten, Zuflucht. Gabriel, begleitet von GEMEINSAM FÜR AFRIA Botschafter Wolfgang Niedecken, besuchte das Rhino Camp im Norden Ugandas und traf den südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir sowie den ugandischen Präsidenten Yoweri Kaguta Museveni zu Gesprächen.

Uganda zeigt Größe in der Krise

Mehr als eine Million Menschen sind seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Südsudan nach Uganda geflüchtet. Aktuell kommen täglich ca. 2000 Menschen hinzu. Im Norden Ugandas entwickelte sich so eine ganze Region zu einem der größten Flüchtlingsaufnahmeräume der Welt. Allein das „Bidi Bidi“ beherbergt mittlerweile mehr als 270.000 Menschen. Im Zuge dieser Krise zeigt Uganda eine schier grenzenlose Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. „Dass ein Land wie Uganda, das selber arm ist, seine Grenzen für Menschen öffnet, die vor dem Bürgerkrieg im Südsudan fliehen, das ist schon beeindruckend“, so Außenminister Gabriel während seiner Anwesenheit im Rhino Camp, das aktuell ca. 50.000 geflüchteten Menschen ein neues zuhause bietet.

Beispiellose Integration der Geflüchteten

Uganda ist nicht nur bereit eine große Anzahl an vertriebenen Menschen aufzunehmen. Auch die Integration der Menschen ist beispiellos. Die Erstaufnahme und Registrierung der Geflüchteten findet zwar in Aufnahmezentren statt, anschließend dürfen sich die Menschen jedoch frei im Land bewegen und arbeiten. Zudem werden den Geflüchteten Perspektiven zur Selbsthilfe eröffnet. In den Regionen mit riesigen Flüchtlingscamps bekommen die Menschen oftmals ein Stück Land zugeteilt, auf dem sie mit Starthilfen – wie zum Beispiel Setzlingen – ihre eigene neue Lebensgrundlage aufbauen können. GEMEINSAM FÜR AFRIKA besuchte im November 2016 Uganda, um sich ein Bild von der Situation der südsudanesischen Flüchtlinge in Adjumani im Norden des Landes zu machen.

„Nachbarländer, die Flüchtlingen helfen, dürfen nicht allein gelassen werden“

Gabriel betonte während seines Besuchs in Uganda jedoch nicht nur die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft des Landes, sondern machte eindringlich darauf aufmerksam, dass Länder wie Uganda in solchen Situationen nicht allein gelassen werden dürfen. Staatlich unterstützte Entwicklungsprojekte und die humanitäre Hilfe – Deutschland hat in diesem Jahr Hilfsgelder von mehr als 60 Millionen Euro für Uganda bereitgestellt – sollen zukünftig noch besser abgestimmt werden, um so gezielter Gemeinden zu erreichen, die viele Flüchtlinge aufnehmen.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA Botschafter Wolfgang Niedecken begleitet Außenminister

Begleitet wurde Gabriel auf seiner Uganda Reise von unserem langjährigen Botschafter Wolfgang Niedecken. Der gebürtige Kölner und BAP-Frontmann setzt sich seit vielen Jahren mit seinem Projekt „Rebound“ für das Wohlergehen ehemaliger Kindersoldaten in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo ein. Das Projekt ermöglicht es Betroffenen, den Weg zurück in ein freies und selbstbestimmtes Leben zu finden. Laut Unicef werden im südsudanesischen Bürgerkrieg aktuell 17.000 Kindersoldaten – auf Seiten der Rebellen, aber auch bei den Regierungstruppen – eingesetzt. Kinder und Jugendliche, die der Zwangsrekrutierung entkommen, benötigen nicht nur Zuflucht, sondern darüber hinaus eine psychologische Betreuung.  

Fluchtursachen bekämpfen: Gabriel trifft südsudanesischen Präsident Salva Kiir

Nachdem Gabriel in der ugandischen Hauptstadt Kampala bereits Präsident Museveni zu Gesprächen traf und Uganda sowie die Nachbarländer Kenia, Ruanda und Tansania dazu ermutigte im Südsudan-Konflikt zu vermitteln, reiste der Außenminister am Donnerstag weiter in die südsudanesische Hauptstadt Juba. „Südsudan hat es wirklich verdient, nach so vielen Jahren des Krieges endlich Frieden zu finden“, betonte Gabriel nach seiner Ankunft. Im Gespräch mit dem südsudanesischen Präsident Salva Kiir sagte Gabriel, dass es nun wichtig sei, Regierung und bewaffnete Opposition wieder an einen Tisch zu bekommen, um über die Umsetzung des bereits 2015 ausgehandelten Friedensabkommens zu sprechen. Eigene Machtinteressen sollten zum Wohle der Menschen, deren Sehnsucht nach Frieden immer größer wird, in den Hintergrund rücken.

Erste Zusagen seitens der südsudanesischen Regierungen sollen dabei gemacht wurden sein. So habe Präsident Kiir versprochen, zukünftig die Rekrutierung von Kindersoldaten als Verbrechen zu ächten. Im Südsudan bestehen für die humanitäre Hilfe zudem erschwerte Bedingungen, die notleidenden Menschen zu erreichen. „Es ist hier oft lebensgefährlich für die Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen“, so Gabriel. Erst im vergangenen März wurden sechs humanitäre Helfer ermordert. Der Außenminister forderte im Gespräch mit Kiir daher mehr Sicherheit für humanitäre Hilfeleistungen. Vor dem Hintergrund der Zehntausenden Opfer sowie knapp 4 Millionen Flüchtlinge, die dieser Bürgerkrieg bereits forderte, rief Gabriel die südsudanesische Regierung und die bewaffnete Opposition zum Einlenken auf: „Das ist nicht nur eine Aufgabe der Rebellen, sondern auch der Regierung und des Präsidenten selber“.

Am Rande der Hungerkatastrophe: Mitgliedsorganisationen sind vor Ort

Neben dem kriegerischen Konflikt hat der Südsudan zudem mit einer langanhaltenden Dürre zu kämpfen. Ernteausfälle und unterdurchschnittliche Niederschläge machen dem jungen Staat seit Monaten zu schaffen. Gegenwertig sind mehr als 6 Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Einige Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA sind aktuell im Südsudan tätig, um Nothilfe zu leisten und der Hungerkatastrophe sowie weiteren Auswirkungen des Bürgerkriegs entgegenzuwirken. So schickt beispielweise action medeor regelmäßig Sendungen mit medizinischen Hilfsgütern in den Südsudan. „Die Lage im Südsudan ist katastrophal. Der andauernde Bürgerkrieg hat eine große Hungerkrise ausgelöst und die Gesundheitsversorgung im Land fast zusammenbrechen lassen“, berichtet Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor.

Um den notleidenden Menschen vor Ort ausreichend helfen zu können, sind unsere Mitgliedsorganisationen auf Ihre Unterstützung angewiesen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende! 

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Erfolgreiche Bekämpfung von Mangelernährung in Simbabwe

04.08.2017 Unsere Mitgliedsorganisation CARE engagiert sich in Simbabwe in verschiedenen Projekten, um der Mangelernährung in Teilen der Bevölkerung entgegenzuwirken.
CARE bekämpft Mangelernährung in Simbabwe Foto: Alana Holmberg

Erfolgreiche Bekämpfung von Mangelernährung in Simbabwe

Aktuell ist unsere Mitgliedsorganisation CARE in 14 afrikanischen Ländern aktiv, um die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. Insbesondere in Katastrophenregionen, die vor allem in Somalia, Kenia, im Südsudan und im Tschad liegen, geht es nun darum, durch schnelle Soforthilfen Leben zu retten. Doch auch langfristig angelegte Projekte unserer Mitgliedsorganisation – wie beispielweise in Simbabwe – zeigen, wie Mangelernährung erfolgreich überwunden werden kann.

Mangelernährung: Die Situation in Simbabwe

Lange Zeit war Simbabwe vor allem für eine verhältnismäßig starke Landwirtschaft bekannt. Zudem kann das Land auf reiche Bodenschätze zurückgreifen. Doch der Raubbau an den natürlichen Ressourcen, wie beispielsweise die Abholzung von Wäldern oder die Überweidung fruchtbaren Ackerlandes haben die Landwirtschaft in Teilen zum Erliegen gebracht und das Land in eine Ernährungskrise gestürzt. Hinzukommen der Landraub größerer Unternehmen sowie die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño, die sich aufgrund des Klimawandels in Form von immer größeren Dürreperioden bemerkbar machen. Insbesondere in den ländlichen Regionen beklagen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen massive Ernteausfälle, die in jüngerer Vergangenheit immer wieder zu Nahrungsmittelengpässen und drohenden Hungersnöten führten. Mittlerweile leiden aufgrund dieser Umstände ein Drittel der unter Fünfjährigen an chronischem Hunger und die Mangel- und Unterernährung breitete sich in Teilen der Bevölkerung immer weiter aus.

CARE in der Region Chivi aktiv

Auch im Süden Simbabwes, in der Region Chivi, ist ein Großteil der Menschen von der Landwirtschaft sowie der Viehzucht abhängig. Aufgrund der sich verschlechternden Bedingungen wurde CARE 2013 in der Region aktiv und wirkt seither Mangelernährung entgegen und fördert gleichzeitig Gleichstellungsmaßnahmen, um Frauen und Mädchen zu entlasten.

Verbesserte Anbaumethoden und dürreresistentes Saatgut

Um die Bedingungen langfristig zum Positiven zu verändern, ist es von Nöten, verschiedene Entwicklungsmaßnahmen anzuwenden. Dabei schult CARE beispielweise Gemeinden in umweltschonenden und ertragreichen Anbaumethoden. Damit steigern sich nicht nur dauerhaft die Ernteerträge der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, sondern die Ernährung wird zudem langfristig gesünder. Um den Dürreperioden entgegenzuwirken, wird darüber hinaus für den Anbau dürreresistentes Saatgut verwendet. Erfolge haben sich bereits eingestellt.

Geschulte Kleinbauern als Multiplikatoren

Natürlich ist es das Ziel, möglichst viele Menschen an den verbesserten Anbaumethoden teilhaben zu lassen. Vor diesem Hintergrund setzt CARE auf die Weitergabe des Knowhows durch die geschulten Kleinbauern und Kleinbäuerinnen selbst. So werden jene Personen, die bereits über das neuerlangte Wissen verfügen, zu Ausbildern und Ausbilderinnen geschult. Diese können anschließend in Nachbargemeinden ihr Wissen weitergeben.

Starthilfen und Nahrungsmittelverteilung

Neben der Weitergabe des Wissens über verbesserte Anbaumethoden ist es vor allem das Ziel, Kreisläufe zu durchbrechen, die eine Verbesserung der Lebenssituation kaum möglich machen. So werden zum einen Starthilfen vergeben, um alternative Einkommen zu ermöglichen. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen können beispielsweise Hühner kaufen und somit eine Kleintierhaltung starten. Die Eier der Hühner können als Nahrungsquelle dienen oder auf dem Markt angeboten werden. Zum anderen verteilt CARE Nahrungsmittel an Familien, die nicht in der Lage sind ihre Kinder zu ernähren. Hierbei geht es nicht nur um die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung der Menschen, sondern auch um einen ganz wichtigen Nebeneffekt: Ohne die Lebensmittel würden Kinder zu Hause arbeiten müssen, anstatt zur Schule gehen zu können.

Arbeitsteilung verbessert die Situation der Frauen und steigert den Ernteertrag

In Zeiten der Ernte sind es vor allem die Frauen, die eine doppelte Verantwortung tragen. Denn sie übernehmen den Großteil der Erntearbeiten und kümmern sich gleichzeitig um die Versorgung der Kinder und des Haushaltes. Unsere Mitgliedsorganisation CARE ist dabei behilflich, diese Doppelbelastung abzumildern. Dabei werden Männer und Jungen darin geschult, wie sie die Frauen und Mädchen bei der Arbeit auf den Feldern unterstützen können, so dass die Frauen entlastet und die Ernteerträge gleichzeitig gesteigert werden.

Mit Ihrer Spende können Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisation unterstützten.

 

 

Foto: CARE | Alana Holmberg

Vier Kulturtipps für Afrika-Begeisterte im August

28.07.2017 In unserer August-Ausgabe der Kulturtipps haben wir kulturelle Highlights herausgepickt, die Sie begeistern werden und Afrika in verschiedensten Facetten zeigen.
Amadou & Miriam - Musicians Cambridge Festivals 2001-2014

Vier Kulturtipps für Afrika-Begeisterte im August

Tipp 1: Das Orchestra Baobab kommt nach Deutschland und spielt in der Elbphilharmonie

Das Orchestra Baobab wurde 1970 von dem Saxophonisten Baro N’Diaye ins Leben gerufen. Die Band verbindet afrokubanische Rhythmen und Harmonien und verbindet diese mit traditionellen senegalesischen und anderen westafrikanischen Musikstilen. Im Laufe der Jahrzehnte wechselte zwar immer mal wieder die Besetzung, doch der Klang blieb bis heute unverwechselbar. Nach Produktionen mit Musikgrößen wie Youssou N’Dour gilt das Orchestra mittlerweile als der Buena Vista Social Club Westafrikas. In diesem Frühjahr erschien das von Nick Gold produzierte und von der Kritik hoch gelobte Album „Tribute to Ndiouga Dieng“. Hören Sie doch mal rein. Wann: 12. August 2017, 20 Uhr. Wo: Elbphilharmonie Hamburg.

Tipp 2: „Als Paul über das Meer kam“ kommt in die Kinos

Im Dokumentarfilm „Als Paul über das Meer kam“, der von der Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet wurde, begleitet Regisseur Jakob Preuss den Kameruner Paul Nkamani auf seinem beschwerlichen Weg von Marokko bis nach Berlin. Der Film schafft es dem Thema Migration durch Paul Nkamani ein Gesicht zu geben und Fluchtursachen sowie das Leben im Transit und die Gefahren einer Mittelmeerüberquerung eindrucksvoll und vor allem real zu thematisieren. Den Trailer zum Film finden Sie hier. Filmstart in den Kinos ist der 31. August 2017.

Tipp 3: MitAfrika präsentiert Musik, Tanz und Theater

Ab dem 11. August veranstaltet der Mama Afrika e.V. das dreitägige multikulturelle Festival „MitAfrika“. Musikerinnen und Musiker aus Gambia, Niger, Uganda, Togo, Burkina Faso, Mozambique und vielen anderen Ländern Afrikas werden ihre Künste zum Besten geben. Das musikalische Rahmenprogramm wird durch Tanz- und Theatervorführungen erweitert. Außerdem werden afrikanische Geschichtenerzähler (Griots) sowie ein afrikanischer Marktplatz, Trommel- und Tanzworkshops und kulinarische Spezialitäten das Festival abrunden. Das Festival startet am 11. und endet am Sonntagabend, den 13. August. Hier bekommen Sie weitere Infos.

Tipp 4: Amadou & Mariam geben Konzert in Frankfurt

Vor über 30 Jahren starteten Amadou & Mariam eine außergewöhnliche Geschichte, die von der Musik und der Liebe gleichermaßen geprägt werden sollte. In der Blindenschule von Bamako/Mali begann ihr gemeinsamer Weg und führte sie bis heute in unzählige Länder und Konzertsäle. Als musikalische Botschafter ihres Heimatlandes Mali begeistern sie Fans weltweit. In ihrer Musik mischen sie traditionelle malische Melodien mit Rockgitarren, Violine, Trompete, der arabischen Längsflöte Ney, Posaune, dogonischen Perkussionsinstrumenten und gelegentlich der indischen Tabla und dem indischen Streichinstrument Sarangi. Ihre bunte Mischung wird oft als „Afro-Blues“ bezeichnet. Mit ihrem neuen Album „La Confusion“, das am 22. September erscheint, zeigen sie gekonnt, wie sie ihren musikalischen Horizont erweitern und zugleich ihren Wurzeln treu bleiben. Am 22. August sind Amadou & Miriam um 20 Uhr im Palmengarten – Musikpavillon in Frankfurt zu sehen und zu hören und vorab bereits hier.

 

Foto: Bryan Ledgard | CC BY 2.0

Südsudan: Ana Taban – Kunst in Zeiten des Krieges

25.07.2017 Der Südsudan ist seit Jahren vom Bürgerkrieg gebeutelt. Die Bewegung „Ana Taban“ fordert Frieden mit den Werkzeugen der Kunst.
Mitglieder von Ana Taban posieren für ein Foto im September 2016

Südsudan: Ana Taban – Kunst in Zeiten des Krieges

Die Menschen im Südsudan sind müde, müde vom Krieg. Seit nunmehr 4 Jahren herrscht im noch jungen Staat, der im Jahr 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangte, ein Bürgerkrieg fürchterlichen Ausmaßes. Millionen von Menschen wurden bereits ihrer Heimat beraubt. In der südsudanesischen Hauptstadt Juba hat sich nun vor einigen Monaten eine Bewegung formiert, die mit ihrer Kunst eine Forderung nach Frieden ins Land schreit.

Ana Taban: „Ich bin müde“

„Ana Taban“, so nennt sich eine Bewegung, die von südsudanesische Aktivisten ins Leben gerufen wurde. Sie bedient sich unterschiedlicher Kunstformen wie Musik, Poesie, Theater, Komödie, Tanz und Mode, um der Bevölkerung des Südsudan Hoffnung und Toleranz zu vermitteln, die in Zeiten des Krieges abhanden gekommen sind. „Ana Taban“ ist Arabisch und bedeutet übersetzt: „Ich bin müde“. Viele der Menschen im Südsudan können sich mit diesem Slogan identifizieren. Viele von ihnen haben Familie, Freunde, Hab und Gut verloren.

In regelmäßigen Auftritten, zumeist unter freiem Himmel, präsentieren junge Musiker und Schauspieler, Modedesigner und Dichter, Rapper und Maler ihr Kunst und Kultur, um Frieden in ihrer Heimat zu fordern und ihre Mitbürger für die Notwendigkeit einer gewaltfreien Lösung des Konflikts zu sensibilisieren. Die hellen Wandmalereien mit positiven Botschaften, die den Frieden fordern, sind zum regelrechten Symbol der Bewegung geworden und zieren mittlerweile dutzende Wänden in der südsudanesischen Hauptstadt Juba.

Ana Taban Musiker L.U.A.L und Crazy Fox posieren vor einer Ana Taban Street Art

Ana Taban Musiker L.U.A.L und Crazy Fox posieren vor einer Ana Taban Street Art. Foto: Own Work | CC BY-SA 4.0

Hintergrund: Der politische Konflikt

Der Südsudan gewann im Jahr 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan, doch bereits zweieinhalb Jahre später brach der Bürgerkrieg aus. Im Mittelpunkt des Konfliktes stehen bis heute der ehemalige Rebellenführer der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) und jetzige Präsident des Südsudan, Salva Kiir, sowie sein früherer Vizepräsident, Riek Machar. Diesen enthob Kiir im Juli 2013 seines Amtes und entfachte damit eine Abspaltung von Abtrünnigen der Regierung und der Streitkräfte, die fortan unter dem Befehl von Machar handelten. Da Kiir und Machar unterschiedlichen Ethnien angehören, dauerte es nicht lang, bis sich der Konflikt auch auf die Zivilbevölkerung übertrug. Besonders die schwer umkämpfte Region Upper Nile rückte im Mai 2014 in den Fokus, als Amnesty International von massiven Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten an Frauen und Kinder während der Unruhen berichtete. Doch auch in anderen Regionen des Landes sowie in der Hauptstadt Juba kommt es trotz zwischenzeitlicher Waffenruhen immer wieder zu schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen der unterschiedlichen Parteien und Bevölkerungsgruppen.

Laut Human Rights Watch und Ärzte ohne Grenzen kam es dabei auch in den vergangenen Monaten immer wieder zu Folterungen und Vergewaltigungen an der Zivilbevölkerung. Seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges haben laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk mittlerweile rund 4 Millionen Menschen ihre Heimat verloren. Viele Südsudanesen fanden Zuflucht in angrenzenden Ländern wie Äthiopien oder auch im größten Flüchtlingscamp der Welt – im Bidi Bidi im Norden Ugandas. Knapp 2 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen. Hinzukommt die aktuelle Dürre, die in vielen Regionen des Landes Ernteausfälle verursacht hat und dazu führte, dass mittlerweile mehr als 5,5 Millionen Menschen im Südsudan akut mangel- und unterernährt sind.

Weltweite Solidarität im Internet

„Ana Taban“ versucht vor allem die Zivilbevölkerung im Südsudan zu erreichen. Viele Südsudanesen haben sich in den vergangenen Bürgerkriegsjahren instrumentalisieren lassen. Sie wurden von den beiden Kriegsparteien gegeneinander ausgespielt und aufgewiegelt. Unterstützer beider Seiten agieren auch aus dem Internet heraus. Hier sind vor allem Südsudanesen, die im Ausland leben, aktiv. Nicht selten treffen so die unterschiedlichen Parteien im World Wide Web aufeinander, um Propaganda und Hass zu verbreiten. Die Aktivisten von „Ana Taban“ haben die Bewegung daher auch ins Internet getragen. Über den Hashtag #Anataban verbreiten die Aktivisten seit Monaten Neuigkeiten und Bilder der Bewegung. Dabei erhalten sie weltweite Unterstützung in den sozialen Netzwerken.

„Wir sind darauf ausgerichtet, das Land zusammenzubringen und Menschen zusammenzubringen. Wir sind neutral, wir sind unparteiisch“, sagt der 28-jährige Jacob Bul Bior, der „Ana Taban“ unter anderem als Theaterschauspieler unterstützt. Hier gibt es mehr Bilder zur Bewegung „Ana Taban“.

 

 

Foto (1): Own Work | Mitglieder von Ana Taban posieren für ein Foto im September 2016 | CC BY-SA 4.0

Foto (2): Own Work | Ana Taban Musiker L.U.A.L und Crazy Fox posieren vor einer Ana Taban Street Art | CC BY-SA 4.0

Kenia: Kostenlose Damenbinden für Schülerinnen

20.07.2017 Kenia startet kostenlose Verteilung von Damenbinden an Schulen. Das ist gut für die Schülerinnen und ihre Bildungschancen.
Kenia kostenlose Damenbinden für Schülerinnen - Foto: Laura Pannack Oxfam

Kenia: Kostenlose Damenbinden für Schülerinnen

In einigen afrikanischen Ländern ist die Menstruation bei Frauen und Mädchen sowie die Benutzung von Damenbinden ein Tabuthema. Darüber hinaus können sich viele Familien die Mehrausgaben für Damenbinden schlichtweg nicht leisten. So ist es kein Einzelfall, dass Schülerinnen während ihrer Monatsblutung einen Großteil des Unterrichts verpassen. In Kenia soll sich das nun ändern. Damenbinden sollen an Schulen zukünftig kostenlos erhältlich sein.

Kostenlose Damenbinden per Gesetz

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta unterschrieb im vergangenen Juni ein Gesetz, das die Verteilung von kostenlosen Damenbinden an Schulen realisieren soll. Mehr noch, das Gesetz „verpflichtet“ die Schulen des Landes dazu, für jedes in der Schule registrierte Mädchen „freie, ausreichende und qualitativ hochwertige Damenbinden“ zur Verfügung zu stellen. Das Gesetz trägt somit zum Tabubruch bei und entlastet ärmere Familien finanziell. Damenbinden zählen in einigen afrikanischen Ländern als kostspieliges Luxusprodukt, auf das nicht selten – zu Ungunsten von Frauen und Mädchen – im Rahmen des monatlichen Haushaltsbudgets verzichtet wird. Das neue Gesetz wurde von vielen Kenianerinnen und Kenianern positiv aufgenommen. Regierungssprecher Eric Kiraithe sagte im Zuge der neuen Gesetzgebung: „Wir behandeln den Zugang zu sanitären Pads als grundlegendes Menschenrecht.“.

Höhere Bildungschancen für Schülerinnen

Während der Menstruation können Frauen, die keine Damenbinden zur Verfügung haben, kaum das Haus verlassen oder ihrer Arbeit nachkommen. Junge Frauen und Mädchen können deshalb häufig in dieser Zeit nicht in die Schule gehen. Laut der Education Agency der Vereinten Nationen verpasst mindestens eins von zehn Mädchen in Afrika südlich der Sahara den Schulunterricht während der Menstruation. Durch diesen Umstand geht einigen Schülerinnen mehr als 20 Prozent ihrer schulischen Ausbildung verloren. Schlussendlich erhöht sich für die betroffenen Mädchen die Gefahr, den Schulabschluss nicht zu schaffen. Hinzukommen eine starke Stigmatisierung der Mädchen und Frauen sowie eine gesundheitliche Gefährdung durch die verminderte Hygiene während der Monatsblutung. Durch den kostenlosen Zugang zu Damenbinden verbessert sich für die betroffenen Schülerinnen des ostafrikanischen Landes nun jedoch die Situation erheblich und die Bildungschancen steigen.

Crowdfunding und Workshops von Aktivisten, Menstruationstassen als Alternative

Zwar ist die Bereitstellung von kostenlosen Monatsbinden immer mal wieder Wahlkampfthema in verschiedenen afrikanischen Ländern, doch im Nachhinein scheitern gewählte Regierungen oftmals an der Finanzierung ihrer Versprechen. Auch in Uganda fehlen staatliche Maßnahmen, um insbesondere die ärmsten Familien in Bezug auf den Zugang zu Damenbinden zu unterstützen. Hier sind es vor allem Nichtregierungsorganisationen und Aktivisten, die sich daran beteiligen Gratis-Binden und andere Hygienemittel für Schülerinnen über Spenden und Crowdfunding-Aktionen bereitzustellen oder Workshops anzubieten, in denen junge Frauen und Mädchen lernen Monatsbinden selber herzustellen. Als Alternative zu den herkömmlichen Einweg-Damenbinden zählen auch in afrikanischen Ländern die sogenannten Menstruationstassen. Diese sammelt das Menstruationsblut in der Vagina der Frau und kann bis 12 Stunden getragen werden. Die Menstruationstasse, die zumeist aus medizinischem Silikon besteht, kann anschließend in der Toilette entleert werden. Zudem sind Menstruationstassen langfristig gesehen nicht nur kostengünstiger, sondern auch umweltfreundlicher, da sie eine Nutzungszeit von bis zu 10 Jahren haben können.

Umsetzung und Probleme

In Kenia stellt die Regierung für die Umsetzung der kostenlosen Verteilung von Damenbinden nun jährlich 500 Millionen Schilling (rund 4,3 Millionen Euro) zur Verfügung. Ob das Beispiel aus Kenia jedoch als Inspiration für andere Länder dienen kann, wird auch damit zusammenhängen, inwieweit das neue Gesetz tatsächlich in der Realität umgesetzt wird und wie die in der Vergangenheit aufgetretenen Hindernisse bewältigt werden können. Denn an Schulen, die bereits vor dem Gesetz auf freiwilliger Basis Damenbinden ausgegeben hatten, kam es immer wieder zu Diebstählen oder junge Mädchen trauten sich nicht gegenüber dem männlichen Lehrpersonal nach Binden zu fragen. Hier werden vor allem die jeweiligen Schulleitungen Lösungen finden müssen, die mit der Verantwortung des Kaufs und der Verteilung der kostenlosen Damenbinden beauftragt sind.

 

Foto: Laura Pannack/Oxfam | CC BY 2.0

Mangel- und Unterernährung in Kenia nimmt zu

14.07.2017 Die Lage in Kenia wird dramatischer. Immer mehr Menschen sind mangel- und unterernährt. Unsere Mitgliedsorganisation, die Johanniter-Unfall-Hilfe, weitet ihre Nothilfe aus.
Johanniter-Unfall-Hilfe Kenia Nothilfe GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Mangel- und Unterernährung in Kenia nimmt zu

Nach aktuellen Angaben unserer Mitgliedsorganisation, der Johanniter-Unfall-Hilfe, spitzt sich die Hungersnot in Kenia weiter zu. Immer mehr Menschen sind mangel- und unterernährt. Besonders die Provinz Turkana hat unter der aktuellen Dürrekatastrophe zu leiden.

Frauen und Kinder besonders von Mangel- und Unterernährung betroffen

Basierend auf einer aktuellen Untersuchung, die von der kenianische Regierung sowie UN- und Nichtregierungsorganisationen durchgeführt wurde, haben die akuten Unterernährungsraten in der Provinz Turkana ein kritisches Level erreicht. „Diese Entwicklung ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu den Erhebungen vom Juni 2016 oder Januar 2017“, so die Untersuchungskommission.

Die Johanniter sind besonders aufgrund der drastisch steigenden Zahlen der hungernden Frauen und Kinder alarmiert. „Laut den Daten sind in einigen Teilen der nordwestlichen Provinz Turkana bis zu 12 Prozent der Kinder unter fünf Jahren stark unterernährt. Das ist sechsmal so hoch wie der Grenzwert für starke Unterernährungsraten der Weltgesundheitsorganisation, ab dem man von einer Notsituation spricht“, sagt Philippe Carrette, Johanniter-Länderbüroleiter in Kenia. Zudem zeigt die Untersuchung auf, dass mittlerweile acht von zehn Frauen in Turkana unter Mangelernährung leiden.

Gründe für Hungersnot in Kenia

Vor allem die seit vielen Monaten anhaltende Dürre macht den Menschen sowie ihrer Landwirtschaft zu schaffen. „Die dritte Regenzeit in Folge ist ausgefallen. Die nächste Regenzeit wird erst für Oktober erwartet. Bis dahin gibt es keine andere Lösung, als die Bevölkerung weiter mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu unterstützen“, berichtet Carrette. Milch, Mais und Bohnen – die Grundnahrungsmittel der Turkana-Bewohner – stehen der Bevölkerung kaum noch zur Verfügung. Darüber hinaus sind bereits 70 Prozent der Nutztiere verendet. Jene Tiere, die bis hierher überlebt haben, finden nun kaum noch Nahrung und Wasser und können somit keine Milch mehr produzieren.

Die Johanniter unterstützen die Not leidenden Menschen

Seit mehr als 6 Jahren ist unsere Mitgliedsorganisation, die Johanniter-Unfall-Hilfe, in Kenia tätig. Mit verschiedenen Projekten wird die Bevölkerung dabei unterstützt, Nahrungsmittel zu produzieren. Zum Beispiel konnten dank dem speziellen Anbau von Sorghum-Hirse die Menschen trotz ausgefallener Regenzeit eine Ernte einfahren. Seit mehreren Monaten versorgt unsere Mitgliedsorganisation in Nothilfeeinsätzen mehr als 4.000 Menschen mit Wasser und Grundnahrungsmitteln. Als Reaktion auf die aktuellen Ergebnisse wird die Johanniter-Unfall-Hilfe ihre Maßnahmen aufstocken und anpassen. „Wichtig ist jetzt die zügige Verteilung von proteinreichen Nahrungsmitteln, vor allem an Frauen und Kinder”, sagt Carrette.

So helfen unsere Mitgliedsorganisationen

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA wirken der Hungerkatastrophe entgegen. Sie leisten Soforthilfe durch die Verteilung von Nahrungsmitteln, Saatgut und Trinkwasser und helfen mit grundlegender medizinischer Versorgung.

In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden und Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen vor Ort und helfen Sie dabei Leben zu retten!

 

Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe

Hunger hat viele Gründe

Noch immer sind in Afrika 23 Millionen Menschenleben bedroht: Vor allem Frauen und Kinder leiden. Neben der Nothilfe hilft das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA durch Bildungsprojekte und stärkt Frauen als Wirtschaftsakteure.
Frauen und Kinder GEMEINSAM FÜR AFRIKA_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Trappe

Hunger hat viele Gründe

Sechs Millionen Menschen sind im Südsudan dem Hunger schutzlos ausgeliefert. In Kenia, Somalia und Äthiopien brauchen insgesamt mehr als 17 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe, darunter mehr als 680.000 Schwangere. Sie gehören gemeinsam mit Kindern, alleinerziehenden Müttern oder älteren Menschen zur gefährdetsten Gruppe und leiden besonders unter der extremen Dürre. Am häufigsten sterben Mütter bei der Entbindung, wenn sie nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus kommen. Neben Klimawandel oder bewaffneten Konflikten ist der Hunger auch durch wirtschaftliche und soziale Probleme bedingt. Wer kann, der flieht.

Frauenförderung bringt die gesamt Gemeinschaft voran

„Die Gründe für Flucht sind Verfolgung, Krieg, Perspektivlosigkeit und letztlich Hunger. Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich neben der akuten Nothilfe auch mit langfristigen Maßnahmen für die notleidenden Menschen ein, etwa durch Bildungsarbeit oder Projekte, die Frauen als Wirtschaftsakteure stärken“, so Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. „Denn Frauen zu fördern, bedeutet die Familie und letztlich die gesamte Gemeinschaft voran zu bringen.“ Mehr als 20 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen haben sich im Verbund zusammengeschlossen und unterstützen durch nachhaltig angelegte Projekte insbesondere Frauen und Kinder in den betroffenen Gebieten, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Durch Bildung, Aufklärung oder neue wirtschaftliche Perspektiven in Form von Mikrokrediten wird den Frauen und ihren Familien der Rücken gestärkt.

„Das Hauptproblem für die Menschen sind sicherlich Armut und Mangelernährung. 380 Millionen Menschen in Afrika müssen von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben“, berichtet Susanne Anger.  „Aber auch die patriarchale Gesellschaft trägt ihren Teil bei.“ Viele Kinder zu haben, ist in vielen Regionen Afrikas auch eine Altersvorsorge. Ein funktionierendes Pensions- und Sozialsystem existiert meist nicht. Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau in Afrika bei 4,7. Das ist zwar um ein Drittel weniger als in den 1970er-Jahren – aber immer noch doppelt so hoch wie im weltweiten Schnitt. In Kenia etwa liegt das Verhältnis zwischen Geburten und Todesfällen bei 34 zu 8.

Die aktuelle Arbeit einiger unserer Mitgliedsorganisationen im Bereich Bildungsarbeit und Frauenrechte:

Aktion Canchanabury setzt sich vor allem für Bildung und den Kampf gegen AIDS ein. So unterstützt beispielsweise eine Selbsthilfegruppe im Südsudan Aids-Waisen.

Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt fördert Frauenrechte und eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft. So bietet etwa ein Ausbildungszentrum in Burkina Faso jungen Frauen eine Berufsausbildung und damit eine Lebensperspektive.

AWO International investiert besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser und den Aufbau von sozialer Infrastruktur und fördert Geschlechtergerechtigkeit. Aktuell unterstützt die Organisation südsudanesische Flüchtlinge in vier Flüchtlingscamps in Uganda.

CARE Deutschland-Luxemburg unterstützt Frauen und Mädchen in ihrem Kampf für umfassende und gleiche Menschenrechte. Denn Frauen sind oftmals der Schlüssel für den Wandel einer ganzen Gemeinschaft. Im Westen Kenias hilft CARE, die Sterblichkeitsrate unter Kleinkindern, Schwangeren und entbindenden Müttern zu senken.

ChildFund setzt sich in Äthiopien für eine Zukunft ohne Hunger ein. Die Schwerpunkte ihres Engagements liegen darin, Frauen und Familien zu stärken, Ernährung zu sichern und den Menschen nachhaltige Erwerbsmöglichkeiten anzubieten.

Don Bosco Mondo fördert junge Menschen am Rande der Gesellschaft. So fördert die Organisation etwa Mädchen in Uganda. Don Bosco verteilt derzeit außerdem Lebensmittelpakete an tausende Familien in Kenia, Somalia und Äthiopien.

Das Hunger Projekt arbeitet daran, Familien südlich der Sahara ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Die Organisation führt Programme gegen HIV/AIDS durch und fördert Kleinunternehmen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe kümmert sich derzeit vor allem um unterernährte Mütter und Kinder im Südsudan und klärt über Hygiene auf.

Kinder Afrikas leistet Hilfe zur Selbsthilfe in der Landwirtschaft, durch Schulprojekte und Mikrokredite für Frauen und beugt somit Hunger vor.

Kinderhilfswerk Global-Care ist in acht Staaten im östlichen und südlichen Afrika tätig und hilft den Kleinsten durch Kinderpatenschaften.

Kindernothilfe konzentriert sich auf Kinder im östlichen und südlichen Afrika und sorgt dafür, dass sie eine Chance auf Zukunft bekommen. Hunger, Genitalverstümmelung, mangelnde Bildungschancen – das sind nur einige Probleme, denen die Kindernothilfe entgegenwirkt.

Kinderrechte Afrika unterstützt Kinder in Not in West- und Zentralafrika, deren Grundrechte aufs Gröbste verletzt werden: Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel, sexuellem Missbrauch, bewaffneten Konflikte oder Gefängnis – all das bedroht Kinder in der Region.

Quäker-Hilfe Stiftung: In Kenia unterstützt die Stiftung Frauen durch ein Kleinkredit-Programm, fördert die ländlichen Entwicklung und sichert den Zugang zu Trinkwasser. Im Flüchtlingslager Dadaab bietet die Organisation Trauma-Bewältigung für Flüchtlinge aus Somalia an.

Welthaus Bielefeld: Die Organisation hilft in Äthiopien, Burundi, Mosambik und Südafrika besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz. In Äthiopien etwa sorgt Lehrmaterialen für bessere Schuldbildung.

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzen sich unermüdlich für bessere Lebensbedingungen in Afrika ein. Ostafrika ist aufgrund der aktuellen Dürrekatastrophe eine Schwerpunktregion für viele Hilfsprojekte.

 

Spendenkonto GEMEINSAM FÜR AFRIKA:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE83 3702 0500 0001 2738 00
BIC: BFSWDE33XXX
Online Spenden unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spenden/

Pressekontakt: Ulla Rüskamp, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel.: 030 2977 24 31,
E-Mail: rueskamp@gemeinsam-fuer-afrika.de

 

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA | Stefan Trappe

 

G20-Gipfel mit und doch ohne Afrika

11.07.2017 Der G20 Gipfel sollte den afrikanischen Kontinent in den Fokus rücken. Am Ende sind die Ergebnisse überschaubar, vage und doch bieten sie Chancen.
G20 und der "Compact with Africa"

G20-Gipfel mit und doch ohne Afrika

Im Dezember 2016 verkündete die Bundesregierung, der afrikanische Kontinent solle im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft besonders im Mittelpunkt stehen. Diese Ankündigung wurde bereits zur Bekanntgabe kritisch beäugt, sollten beim eigentlichen G20-Gipfel in Hamburg doch kaum afrikanische Staatenvertreter anwesend sein. Kanzlerin Merkel war sich diesem Umstand bewusst und organisierte daher bereits im Juni 2017 einen Afrika-Gipfel in Berlin, zu dem insbesondere afrikanische Regierungen sowie hochrangige Vertreter der G20-Staaten eingeladen waren.

Der Austausch wurde begleitet von der Konkretisierung des „Compact with Africa“ (CWA), der in den vorangegangenen Monaten bereits vorbereitet wurde. Angelehnt wurde dieser an den bereits im Februar 2017 formulierten „Marshallplan mit Afrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Initiative „Pro!Afrika“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Der Konsens aller Überlegungen ist, die bisherige staatliche Entwicklungshilfe zu überdenken und eine private Investitionskultur einzuführen und zu fördern. Im Klartext bedeutet dies: Die afrikanischen Staaten werden dazu angehalten für ein positives Investitionsklima zu sorgen und im Gegenzug werden die „Industrieländer“ private Unternehmen dazu ermutigen, durch staatliche Zuschüsse, in afrikanische Staaten zu investieren.

Resultate des G20-Gipfels

Auf dem G20-Gipfel in Hamburg wurde der „Compact with Africa“ von Kanzlerin Merkel wieder auf die Agenda gesetzt. Im Zuge dessen sprachen sich die anwesenden Nationen dafür aus, sich für mehr Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent einzusetzen. Das langfristige Ziel: Mehr Beschäftigung! Diese soll zugleich Armut und Ungleichheit bekämpfen. Die CDU/CSU Fraktion des deutschen Bundestages formulierte die Resultate des G20-Gipfels bezogen auf das Thema Afrika wie folgt: „Die führenden Industrienationen müssen jetzt das Bekenntnis zu einem stärkeren Afrika-Engagement konkret umsetzen. Der sogenannte „Compact with Africa“, der von den G20 mit wichtigen afrikanischen Staats- und Regierungschefs vereinbart wurde, ist eine starke Selbstverpflichtung, die nun auch erfüllt werden muss. Dieser umfassende Plan wird die afrikanische Wirtschaft ankurbeln und vor Ort für Arbeitsplätze, Wachstum und nachhaltige Entwicklung sorgen. Afrika will stärker als „Kontinent der Chancen“ wahrgenommen werden.“

Die gemeinsame Erklärung der G20 zum „Compact with Africa“ ist jedoch unverbindlich. Welche Bemühungen die einzelnen Staaten tatsächlich aufzeigen werden, um die wirtschaftlichen Strukturen auf dem afrikanischen Kontinent zu verbessern, wird die Zukunft zeigen. Zudem wird der Erfolg auch davon abhängig sein, in welchem Umfang sich private Investoren für den CWA begeistern lassen.

Bedenken der afrikanischen Vertreter?

Vertreten wurde Afrika auf dem G20-Gipfel lediglich von Alpha Condé, Präsident der Afrikanischen Union (AU), Südafrikas Präsident Jacob Zuma und Macky Sall, Präsident des Senegal und CEO der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD), ein Entwicklungsprogramm der AU. Die anwesenden Delegationen kamen jedoch kaum zu Wort und die Hauptthemen Terrorismus und Handelspolitik sowie die Zusammenkünfte zwischen Deutschland und der Türkei oder den USA und Russland dominierten schlussendlich den Gipfel. Bereits am Abend des zweiten Gipfeltages formulierte NEPAD in einem Statement, dass man der G20-Präsidentschaft für den „Compact with Africa“ zwar danke, formulierte im gleichen Atemzug jedoch die berechtigten Fragen: „Wie genau lassen sich Investoren für Afrika begeistern?“ und „Welche Mechanismen begleiten die erhofften Investitionen?“. Das Statement zeigt, dass noch einige wichtige Fragen angesichts der vagen und unverbindlichen Formulierungen der G20 im Rahmen des „Compact with Africa“ zu klären sind.

NGOs bewerten G20-Ergebnisse

Mehrere Nichtregierungsorganisationen bewerteten in den vergangenen Tagen die Ergebnisse des G20-Gipfel, darunter auch unsere Mitgliedsorganisation die Kindernothilfe. „Das Versprechen der G20 von einem ’nachhaltigen Wachstum für alle‘ bleibt eine zynische Phrase“, sagte Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. Ohne milliardenschwere Hilfen und Investitionen sei der Weg beispielsweise aus der Hungerkrise am Horn von Afrika, aus Elend und sozialer Ungleichheit versperrt.

„Die afrikanischen Länder benötigen jede Unterstützung. Daher ist auch der „Compact mit Afrika“ zu begrüßen, der zum Ziel hat, unternehmerische Aktivitäten auf dem Kontinent zu fördern. Allerdings wird hier der Fokus in erster Linie auf die schon entwickelten Länder in Afrika gelegt. Die ärmsten Länder bleiben außen vor“, so die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision.

Oxfam Deutschland kritisiert den CWA hingegen deutlich: „Die Initiative “Compact with Africa” baut auf dem irrigen Glauben auf, dass Privatinvestitionen schon irgendwie die Lebenssituation von Menschen in Armut verbessern werden. Damit Privatinvestitionen tatsächlich dazu beitragen, Armut zu reduzieren, müssen sie politisch gestaltet werden, im Dialog mit den Menschen und heimischen Unternehmen vor Ort, so dass alle profitieren, insbesondere Frauen. Dies sieht die Initiative jedoch weiterhin nicht vor. Stattdessen ist das Risiko groß, dass die Wünsche von Konzernen und Investoren im Vordergrund stehen. Der Ansatz, Vereinbarungen mit einzelnen afrikanischen Ländern zu vereinbaren, erschwert zudem die regionale Integration der afrikanischen Wirtschaft und treibt afrikanische Regierungen in einen ruinösen Wettbewerb um die Gunst ausländischer Investoren.“

Afrika und die USA

US-Präsident Donald Trump gab bezüglich des Engagements in Afrika auf dem G20-Gipfel bekannt, 639 Millionen US-Dollar für Nigeria, Somalia, dem Südsudan und dem Jemen bereitzustellen, um der aktuellen Hungerkatastrophe entgegenzuwirken. 331 Millionen US-Dollar gingen dabei an das „World Food Programme“ der UNO. Ein Großteil der NGOs begrüßten zwar das Umdenken der USA, doch ebenso wie einige Medien befürchtet man, dass die spontane Nothilfe als Ablenkungsmanöver im Zuge der geplanten massiven Milliarden-Kürzungen des Etats für „internationale Hilfen“ im US-Haushalt dienen könnte. Zudem hatten bereits im Mai parteiübergreifende Forderungen von Kongressabgeordneten das Weiße Haus erreicht, um endlich der schrecklichen Hungersnot entgegenzuwirken. Gehandelt wurde daraufhin bedauerlicherweise nicht.

Hungersnot als Randnotiz

Obwohl die deutsche G20-Präsidentschaft Afrika als wichtiges Thema bestimmt hatte, blieb beim diesjährigen G20-Gipfel die dramatische Hungersnot in Teilen Afrikas eher eine Randnotiz. Neben den USA sagten zwar auch andere G20-Staaten Nothilfen zu, diese blieben jedoch weitestgehend undefiniert und ebenfalls unverbindlich.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Christian Molke neuer Vorstandsvorsitzender des GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V.

06.07.2017 In eigener Sache: GEMEINSAM FÜR AFRIKA hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Ganz herzlich heißen wir Christian Molke in seinem neuen Amt willkommen.
Christian Molke - GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Christian Molke neuer Vorstandsvorsitzender des GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V.

Christian Molke, Geschäftsführender Vorstand unserer Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland e.V., ist bei der letzten Mitgliederversammlung im Juni zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Vereins GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V. gewählt worden. Christian Molke steht ADRA Deutschland bereits seit dem Jahre 2012 vor und wird GEMEINSAM FÜR AFRIKA in den kommenden Jahre mit all seiner Erfahrung im Rahmen seines neuen Amtes begleiten.

Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt

Zudem wurde auf der Mitgliederversammlung der Vorstand komplementiert. Stefan Ewers (Vorstandsmitglied von Care Deutschland-Luxemburg e.V.) als Schatzmeister und Anne Schmidt (Mitarbeiterin Fundraising bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.) als Schriftführerin wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Christoph Dehn verabschiedet

Zuvor war Christoph Dehn, Vorstandsmitglied der Kindernothilfe, fünf Jahre erfolgreich und leidenschaftlich in dem Amt des Vorstandsvorsitzenden tätig. Für diese langjährige Zusammenarbeit und das große Engagement möchte das gesamte Team von GEMEINSAM FÜR AFRIKA sowie die teilnehmenden Organisationen ein herzliches Dankeschön aussprechen. Für den nahenden Ruhestand wünschen wir Herrn Dehn alles erdenklich Gute.

Mit großer Freude heißen das Team von GEMEINSAM FÜR AFRIKA und die 22 teilnehmenden Organiationen den neuen Vorstand ganz herzlich willkommen. Wir  freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Auf viele weitere erfolgreiche Jahre GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

 

Foto: ADRA Deutschland

Klimawandel führt zu Hunger

Durch anhaltende Dürre in großen Teilen Afrikas bleibt die Ernte aus, Weideflächen sind zerstört. Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA fordert im Vorfeld des G20-Gipfels die internationale Gemeinschaft auf, stärker dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Afrika

Klimawandel führt zu Hunger

Berlin, 03.07.2017 – Hunger ist eine der Folgen des Klimawandels, wodurch derzeit 23 Millionen Menschenleben in Afrika bedroht werden. In großen Teilen der Sahelzone, im Süden und Osten Afrikas regnet es immer weniger. Klima, Energie und Wachstum stehen nun auf der Agenda des G20-Gipfels, der  am 7. und 8. Juli in Hamburg stattfinden wird. Doch die Vertreter des afrikanischen Kontinents, die diese Themen am schmerzlichsten betreffen, sind schwach vertreten. Südafrika ist Teilnehmer, als Gäste sind geladen: Die Afrikanische Union und die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD).

„Es kann uns nicht egal sein, was in Afrika geschieht, denn wir sind für diese Hungersnot mitverantwortlich. Der Klimawandel ist von uns verursacht und nicht von den Menschen, die jetzt darunter leiden“, appelliert Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses GEMEINSAM FÜR AFRIKA, an die internationale Gemeinschaft. Zwar wurde bereits bei der G20 Africa Partnership Conference in Berlin Mitte Juni afrikanischen Ländern eine Plattform geboten, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken. Doch müsse diese Initiative über den deutschen G20-Vorsitz hinaus fortgesetzt werden und langfristige und faire Lösungen für die Folgen des Klimawandels in afrikanischen Ländern bieten, so Anger.

Nahrungsmittel werden knapp

Viele der mehr als 20 Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA engagieren sich bereits seit Jahren mit Projekten, die die Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen, oder alternative landwirtschaftliche Methoden anbieten. Denn die nomadisch lebende Bevölkerung im Osten Afrikas leidet besonders unter der Dürre. Bereits in den letzten Jahren hat es immer weniger geregnet. Auslöser ist der vom Menschen provozierte Klimawandel. Die Menschen finden dadurch kaum noch Weideflächen für ihre Herden, Pflanzen gedeihen nicht mehr, die Ernte bleibt aus. Die verheerende Folge für die Menschen: Hunger.

Laut Atlas des Klimawandels und der Umweltgefahren ist es in den Ländern Afrikas südlich der Sahara, zunehmend schwer, die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu garantieren. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich die Anzahl wetterbedingter Katastrophen, wie Hochwasser und Dürre, verdoppelt. Die Folgen sind weltweit spürbar. Eine mögliche Erklärung der Meteorologen: Durch die veränderte Temperatur bringt die Meeresströmung El Niño Rhythmus und Stärke der Regenzeiten weltweit durcheinander. Auch eine längere Regenzeit kann schwerwiegende Auswirkungen haben. In weiten Teilen Ugandas leiden vor allem Kinder und alte Menschen darunter, dass Malaria sich stark ausgebreitet hat.

Dem Klimawandel entgegenwirken

Die Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA leisten Hilfe in den betroffenen Gebieten. Sie verteilen Wasser, Nahrung und Hygienepakete und setzen Brunnen instand. Im Folgenden haben wir für Sie die aktuelle Arbeit der Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA zusammengefasst, die Wasserprojekte und solchen, die dem Klimawandel entgegenwirken, umsetzen.

ADRA unterstützt 4.300 kleinbäuerliche Haushalte in Kenia bei der nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln. In Somalia stärkt die Organisation Menschen im Umgang mit Wetterextremen und wetterbedingten Krisen und arbeitet in weiteren Hilfsprojekten in Afrika daran, die Nahrungsmittelversorgung zu stabilisieren und die Lebensbedingungen an den Klimawandel anzupassen.

Aktion Canchanabury arbeitet etwa an der Verbesserung der Versorgung mit Trinkwasser und setzt sich vor allem für Bildung und Aufklärung ein.

arche noVa hat das Thema Wasser zum Schwerpunkt seiner Afrika-Projekte gemacht und hilft derzeit vor allem in Äthiopien und Somalia in Nothilfe-Einsätzen, um die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen.

AWO International investiert besonders in den Bereichen Wasser, Bildung, Gesundheit und den Aufbau von sozialer Infrastruktur. Aktuell unterstützt die Organisation südsudanesische Flüchtlinge in vier Flüchtlingslagern in Uganda.

ChildFund setzt sich in Äthiopien und Kenia für eine Zukunft ohne Hunger ein. Die Schwerpunkte ihres Engagements liegen darin, Frauen und Familien zu stärken, Ernährung und Wasser zu sichern und den Menschen nachhaltige Erwerbsmöglichkeiten anzubieten.

Don Bosco Mondo fördert junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Don Bosco leistet Nothilfe in Kenia, Somalia und Äthiopien. Nahrungsmittel werden verteilt und Wasserpumpen sowie große Wassertanks aufgebaut. Die Versorgung mit Medikamenten und Gesundheitsschulungen sind weitere Schwerpunkte.

Helvetas Deutschland engagiert sich in zahlreichen Projekten zur Trinkwasserversorgung, nachhaltiger Landwirtschaft, Bildung und Demokratie, sowie Bekämpfung des Klimawandels. Aktuell hilft Helvetas den Bauern in Äthiopien, trotz Wassermangels zu überleben.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe kümmert sich derzeit vor allem um unterernährte Mütter und Kinder im Südsudan und bietet ein Programm zur besseren Eigenversorgung mit Nahrung an. In Kenia unterstützt die Organisation mit Trinkwasser und hilft den Bauern beim Anbau von Sorghum-Hirse, die auch unter harten klimatischen Bedingungen gedeiht.

Die Stiftung Menschen für Menschen wirkt in Äthiopien den Folgen des Klimawandels entgegen. Aktuell geschieht dies beispielsweise durch Auffortstungs- und „Grüne Öfen-Projekte“ in ländlichen Regionen Äthiopiens.

Welthaus Bielefeld: Die Organisation hilft in Äthiopien, Burundi, Mosambik und Südafrika besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz. In Äthiopien etwa sorgt Lehrmaterialen für bessere Schuldbildung.

Spendenkonto GEMEINSAM FÜR AFRIKA:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE83 3702 0500 0001 2738 00
BIC: BFSWDE33XXX
Online Spenden unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spenden/

Pressekontakt: Ulrike Scheurer, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel.: 030 2977 24 31,
E-Mail: scheurer@gemeinsam-fuer-afrika.de

Foto: arche noVa

G20: „Klimawandel entgegenwirken!“

03.07.2017 Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg das Treffen der G20 statt. Deutschland hat die Präsidentschaft inne. Afrika und der Klimawandel werden u.a. Themen sein!
Der Klimawandel ist mit verantwortlich für Dürre und Hunger._©arche noVa

G20: „Klimawandel entgegenwirken!“

In wenigen Tagen treffen in Hamburg die Staatschefs der 20 „wichtigsten“ Industrie- und Schwellenländer aufeinander, um unter anderem die zentralen Finanz- und Wirtschaftsfragen im Zuge der internationalen Zusammenarbeit zu besprechen. Der G20-Gipfel in der Hansestadt ist der Höhepunkt der deutschen G20-Präsidentschaft. Bereits im Dezember 2016 verkündete die Bundesregierung, dass unter ihrer Leitung „eine vernetzte Welt gestaltet“ werden soll – Afrika stehe im Fokus. Das Motto wurde im Laufe der vergangenen Monate konkretisiert. Betont wurde vor allem, dass die Auswirkungen der Globalisierung für alle zum Nutzen gemacht werden solle. Zu den negativen Auswirkungen gehört der Klimawandel. Die Folgen? Vermehrter Hunger!

Klimawandel führt zu Hunger

Durch anhaltende Dürre in großen Teilen Afrikas bleibt die Ernte aus, Weideflächen sind zerstört. Unser Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA fordert im Vorfeld des G20-Gipfels die internationale Gemeinschaft auf, stärker dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Hunger ist eine der Folgen des Klimawandels, wodurch derzeit 23 Millionen Menschenleben in Afrika bedroht werden. In großen Teilen der Sahelzone, im Süden und Osten Afrikas regnet es immer weniger. Klima, Energie und Wachstum stehen nun auf der Agenda des G20-Gipfels. Doch die Vertreter des afrikanischen Kontinents, die diese Themen am schmerzlichsten betreffen, sind schwach vertreten. Südafrika ist Teilnehmer, als Gäste sind geladen: Die Afrikanische Union und die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD).

„Es kann uns nicht egal sein, was in Afrika geschieht, denn wir sind für diese Hungersnot mitverantwortlich. Der Klimawandel ist von uns verursacht und nicht von den Menschen, die jetzt darunter leiden“, appelliert Susanne Anger, Sprecherin unseres Bündnisses GEMEINSAM FÜR AFRIKA, an die internationale Gemeinschaft. Zwar wurde bereits bei der G20 Africa Partnership Conference in Berlin Mitte Juni afrikanischen Ländern eine Plattform geboten, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken. Doch müsse diese Initiative über den deutschen G20-Vorsitz hinaus fortgesetzt werden und langfristige und faire Lösungen für die Folgen des Klimawandels in afrikanischen Ländern bieten, so Anger.

Nahrungsmittel werden knapp

Viele der mehr als 20 Mitgliedsorganisationen unserer Bündniskampagne engagieren sich bereits seit Jahren mit Projekten, die die Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen, oder alternative landwirtschaftliche Methoden anbieten. Denn die nomadisch lebende Bevölkerung im Osten Afrikas leidet besonders unter der Dürre. Bereits in den letzten Jahren hat es immer weniger geregnet. Auslöser ist der vom Menschen provozierte Klimawandel. Die Menschen finden dadurch kaum noch Weideflächen für ihre Herden, Pflanzen gedeihen nicht mehr, die Ernte bleibt aus. Die verheerende Folge für die Menschen: Hunger.

Laut Atlas des Klimawandels und der Umweltgefahren ist es in den Ländern Afrikas südlich der Sahara, zunehmend schwer, die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu garantieren. Im Laufe der letzten 25 Jahre hat sich die Anzahl wetterbedingter Katastrophen, wie Hochwasser und Dürre, verdoppelt. Die Folgen sind weltweit spürbar. Eine mögliche Erklärung der Meteorologen: Durch die veränderte Temperatur bringt die Meeresströmung El Niño Rhythmus und Stärke der Regenzeiten weltweit durcheinander. Auch eine längere Regenzeit kann schwerwiegende Auswirkungen haben. In weiten Teilen Ugandas leiden vor allem Kinder und alte Menschen darunter, dass Malaria sich stark ausgebreitet hat.

Dem Klimawandel entgegenwirken

Die Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA leisten Hilfe in den betroffenen Gebieten. Sie verteilen Wasser, Nahrung und Hygienepakete und setzen Brunnen instand. Im Folgenden haben wir für Sie die aktuelle Arbeit der Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA zusammengefasst, die Wasserprojekte und solchen, die dem Klimawandel entgegenwirken, umsetzen.

So helfen unsere Mitgliedsorganisationen

  • Aktion Canchanabury arbeitet etwa an der Verbesserung der Versorgung mit Trinkwasser und setzt sich vor allem für Bildung und Aufklärung ein.
  • arche noVa hat das Thema Wasser zum Schwerpunkt seiner Afrika-Projekte gemacht und hilft derzeit vor allem in Äthiopien und Somalia in Nothilfe-Einsätzen, um die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen.
  • AWO International investiert besonders in den Bereichen Wasser, Bildung, Gesundheit und den Aufbau von sozialer Infrastruktur. Aktuell unterstützt die Organisation südsudanesische Flüchtlinge in vier Flüchtlingslagern in Uganda.
  • ChildFund setzt sich in Äthiopien und Kenia für eine Zukunft ohne Hunger ein. Die Schwerpunkte ihres Engagements liegen darin, Frauen und Familien zu stärken, Ernährung und Wasser zu sichern und den Menschen nachhaltige Erwerbsmöglichkeiten anzubieten.
  • Don Bosco Mondo fördert junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Don Bosco leistet Nothilfe in Kenia, Somalia und Äthiopien. Nahrungsmittel werden verteilt und Wasserpumpen sowie große Wassertanks aufgebaut. Die Versorgung mit Medikamenten und Gesundheitsschulungen sind weitere Schwerpunkte.
  • Helvetas Deutschland engagiert sich in zahlreichen Projekten zur Trinkwasserversorgung, nachhaltiger Landwirtschaft, Bildung und Demokratie, sowie Bekämpfung des Klimawandels. Aktuell hilft Helvetas den Bauern in Äthiopien, trotz Wassermangels zu überleben.
  • Die Johanniter-Unfall-Hilfe kümmert sich derzeit vor allem um unterernährte Mütter und Kinder im Südsudan und bietet ein Programm zur besseren Eigenversorgung mit Nahrung an. In Kenia unterstützt die Organisation mit Trinkwasser und hilft den Bauern beim Anbau von Sorghum-Hirse, die auch unter harten klimatischen Bedingungen gedeiht.
  • Die Stiftung Menschen für Menschen wirkt in Äthiopien den Folgen des Klimawandels entgegen. Aktuell geschieht dies beispielsweise durch Auffortstungs- und „Grüne Öfen-Projekte“ in ländlichen Regionen Äthiopiens.
  • Welthaus Bielefeld: Die Organisation hilft in Äthiopien, Burundi, Mosambik und Südafrika besonders in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz. In Äthiopien etwa sorgt Lehrmaterialen für bessere Schuldbildung.

 

Foto: arche noVa

Hungersnot hält an

Die Hungerkrise am Horn von Afrika, in Nigeria und dem Tschad spitzt sich weiter zu. Das Leben von mehr als 23 Millionen Menschen ist akut bedroht. Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA hilft.
GEMEINSAM FÜR AFRIKA: Hungersnot hält an

Hungersnot hält an

Berlin, 29.06.2017 – Seit Anfang Juni geht GEMEINSAM FÜR AFRIKA immer wieder bundesweit auf die Straße, um die Bürgerinnen und Bürger in einem eindringlichen Appell auf die dramatische Hungerkatastrophe aufmerksam zu machen und zum Spenden aufzurufen. Es ist die schlimmste Hungerkatastrophe seit 30 Jahren. Hunger und Mangelernährung treffen wie so oft die Schwächsten am härtesten. Vor allem schwangere Frauen und Kinder leiden unter der extremen Dürre.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA: nachhaltige Projekte in den Krisengebieten

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA leisten akut Hilfe in den betroffenen Gebieten. Sie verteilen Trinkwasser, Nahrungsmittel, Saatgut und stellen eine medizinische Grundversorgung zur Verfügung. Sie versorgen unterernährte Kinder mit Spezialnahrung, damit diese wieder zu Kräften kommen. In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden und Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen.

So helfen die Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA aktuell vor Ort

Die Hilfsorganisationen haben ihre Nothilfe angesichts der dramatischen Entwicklung  hochgefahren, um der Hungersnot entgegenzuwirken. Hier einige Beispiele:

action medeor betreibt seit Anfang April in Somalia zwei mobile Kliniken zur Gesundheitsversorgung und Prävention von Krankheiten und Mangelernährung. Im Südsudan ist action medeor im Bereich der Medikamentenhilfe aktiv. Seit 2011 hat die Organisation bereits 8,6 Tonnen Medikamente und medizinisches Material in den Südsudan geliefert.

ADRA unterstützt 4.300 kleinbäuerliche Haushalte in Kenia bei der nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln, um der klimabedingten Hungersnot entgegenzuwirken. Durch die Entwicklung von Frühwarnsystemen und Bewältigungsstrategien will ADRA die Menschen in Somalia im Umgang mit Wetterextremen und wetterbedingten Krisen stärken.

ChildFund engagiert sich vor allem in Äthiopien und Kenia, um die Not der Menschen zu lindern – gerade die der Kinder, die an Mangelernährung leiden und aufgrund der Wasserknappheit Infektionen ausgeliefert sind. Um das Überleben der Menschen zu sichern, verteilt die Organisation Lebensmittel, hält die Wasser- und Sanitärversorgung aufrecht, stattet Gesundheitsstationen aus, die sich um Kleinkinder und Schwangere kümmern und hilft mit Krediten und Saatgut.

Das Hunger Projekt begleitet die Menschen mit ihrer Epizentrum-Strategie in den ländlichen Regionen von Ost-, West- und im südlichen Afrika über fünf Jahre von einem Leben in Resignation und Apathie hin zu Eigenständigkeit und Selbstbestimmung.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ermöglicht seit über zwei Jahren den Menschen im Südsudan mit einem Programm zur Ernährungssicherung eine bessere Eigenversorgung. In Kenia konnten Menschen dank dem Anbau von Sorghum-Hirse, den die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt, trotz ausgefallener Regenzeit eine Ernte einfahren.

Das Kinderhilfswerk Global-Care unterstützt die aus dem Südsudan nach Uganda geflohenen Menschen mit Hilfsgütern. Um der Hungersnot und der anhaltenden Gewalt zu entkommen, fliehen Millionen Menschen aus dem Südsudan in das Nachbarland.

Kindernothilfe konzentriert sich auf Kinder im östlichen und südlichen Afrika und sorgt dafür, dass sie eine Chance auf Zukunft bekommen. Hunger, Genitalverstümmelung, mangelnde Bildungschancen – das sind nur einige Probleme, unter denen Kinder etwa in Äthiopien leiden. Auch in Somaliland setzt sich die Kindernothilfe seit Jahren für die Wahrung von Kinder- und Menschenrechten ein.

Die Stiftung Menschen für Menschen hat aktuell die Verteilung von Nothilfe-Paketen im Norden und Osten Äthiopiens verstärkt. Getreide, Hülsenfrüchte und Speiseöl sichern den Menschen das Überleben. Kinder bekommen außerdem proteinreiche Ergänzungsnahrung. Seit November 2015 verteilt Menschen für Menschen regelmäßig Nahrungsmittel an bis zu 32.500 Menschen in der Region Agarfa in Äthiopien. Aktuell benötigen noch ca. 16.500 Menschen Unterstützung.

Spendenkonto GEMEINSAM FÜR AFRIKA:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE83 3702 0500 0001 2738 00
BIC: BFSWDE33XXX
Online Spenden unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spenden/

Pressekontakt: Ulrike Scheurer, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel.: 030 2977 24 31,
E-Mail: scheurer@gemeinsam-fuer-afrika.de

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Jonas Walter

Literaturpreis für Kongolesen Fiston Mwanza Mujila

30.06.2017 Der kongolesische Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila erhält für sein Werk „Tram 83“ den Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt.
Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila

Literaturpreis für Kongolesen Fiston Mwanza Mujila

Für viele Buchwürmer mit einem Interesse an Literatur, die Afrika relevante Themen aufgreift, ist der kongolesische Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila in den vergangenen 3 Jahren ein Begriff geworden. Der 1981 im kongolesischen Lubumbashi geborene französischsprachige Schriftsteller veröffentlichte 2014 mit „Tram 83“ seinen Debütroman, für den Mwanza Mujila sowie die Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller nun mit dem Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt geehrt werden. Dabei bezeichnet die Jury „Tram 83“ als „radikalen Bericht postkolonialen afrikanischen Lebens in einer auf unermesslichen Bodenschätzen brodelnden Stadt“.

„Alle Wege führen ins Tram 83“

Mwanza Mujilas Roman handelt von den unterschiedlichsten Protagonisten, die ihr Dasein im Schatten des Diamantenrausches irgendwo in einer fiktiven kongolesischen Bergbaustadt fristen. Grubenarbeiter, Straßenräuber, Waffenhändler, Ex-Kindersoldaten, Studenten, Touristen, Prostituierte oder Militärs, sie alle begegnen sich in einer Atmosphäre die von Kriegen, Korruption und Globalisierung gebeutelt ist. Der Ort der Zusammenkunft ist die Bordellbar „Tram 83“. Hier kreuzen sich auch die Leben der Hauptfiguren: Lucien, Requiem und Ferdinand. Der eine Schriftsteller, auf der Flucht vor Erpressung und Zensur, der andere ein Gauner, der sich durchs Leben schleicht und der Verleger mit düsterer Vergangenheit.

„Der Autor blickt wie durch ein Brennglas auf diesen fiktiven Ort des moralischen Verfalls und beschreibt ihn derart lebendig, dass man ihn für genauso real hält wie die drei Hauptfiguren […]“, so der NDR über die Intensität der Darstellung.

Fiston Mwanza Mujila: Schriftsteller und Lehrender

Fiston Mwanza Mujila lebt seit 2009 im österreichischen Graz, wo er zudem an der dortigen Universität afrikanische Literatur lehrt. Neben seinem Debütroman „Tram 83“, der zudem für den renommierten Man Booker International Prize nominiert war, schreibt Mwanza Mujila ebenso Theaterstücke, Gedichte und Kurzprosa. Seine Werke sind meist von den Folgen der kongolesischen Unabhängigkeit geprägt.

Literaturpreis für außergewöhnliche internationale Literatur

Der Internationale Literaturpreis wird seit dem Jahr 2009 von der Stiftung Elementarteilchen und dem Haus der Kulturen der Welt (HKW) vergeben. Die Preisträger, zu denen neben dem Autor auch die Übersetzerinnen zählen, werden für einen „herausragenden fremdsprachigen Titel der internationalen Gegenwartsliteraturen und seine deutsche Erstübersetzung“ ausgezeichnet. Die Jury des Preises, die aus namhaften Literaturkritikern und Literaturwissenschaftlern besteht, möchte zum einen weltweite literarische Stimmen in den Fokus rücken und zum anderen die Kunst der Vermittlungsleistungen durch die Übersetzungen würdigen.

 

Foto: Hps-poll | Der Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila im Stadtgarten Köln, September 2016 | CC BY-SA 4.0

Grüne Energie für Afrika

28.06.2017: Im Rahmen des „Marshallplans mit Afrika“ möchte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent „grüne Energie“ fördern.
Grüne Energie für Afrika

Grüne Energie für Afrika

„Der Aufbau von dezentralen Energiestrukturen in ländlichen Regionen mit Hilfe von Kommunen, Genossenschaften und privatwirtschaftlichen Investitionen“. So lautet eines der primären Ziele einer neuen Energieinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die langfristig im Rahmen des „Marshallplans mit Afrika“ umgesetzt werden und vor allem eine „grüne“ und somit erneuerbare Energieversorgung auf dem afrikanischen Kontinent hervorbringen soll. Die Energieinitiative des BMZ ist somit ein weiterer Baustein, der den „Marshallplan mit Afrika“ konkretisiert.

Bürgerenergie für Afrika

Unter dem Namen „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ soll die Energieinitiative, die Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf dem Energiekongress des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) nun vorgestellt hat, mit dazu beitragen, dass mehr Menschen auf dem afrikanischen Kontinent eine Stromversorgung erhalten. Aktuell hat mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung keinen direkten Zugang zu einer konstanten Stromquelle. Die Initiative hat sich die 850 Energiegenossenschaften in Deutschland zum Vorbild genommen. Über 180.000 Menschen organisieren sich derweil in Kommunen und Städten für eine Energieversorgung jenseits der großen Konzerne, zum Beispiel über lokale Stadtwerke oder private Initiativen. Im Rahmen der Energieinitiative sollen unter anderem 100 Bürgerenergiepartnerschaften gegründet werden, bei denen deutsche Bürger und Kommunen ihr Wissen mit afrikanischen Partnern teilen können. Über dezentrale Energielösungen könnten auch in entlegeneren Dörfern Medikamente und Lebensmittel gekühlt werden, Handwerksbetriebe ihre Produktivität steigern oder Landwirte solarbetriebene Pumpen für die Bewässerung ihrer Felder einsetzen.

Grüne Energie im Fokus der Förderung

Das BMZ bezeichnet in ihrem Positionspapier Bioenergiedörfer, energieautarke Kommunen, Stadtwerke in Bürgerhand und Bürger, die selbst Energie erzeugen, als Rückgrat der Energiewende hierzulande und betont, dass die Mehrheit der erneuerbaren Energieanlagen in Deutschland Einzelpersonen, Kommunen und Landwirten gehöre. Die gesammelten Erfahrungen in diesen Bereichen sollen nun von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Ländern Afrikas partnerschaftlich angeboten werden und so eine Bewegung für „Grüne Bürgerenergie in Afrika“ starten. „Der enorme Energiebedarf stellt Afrika vor große Herausforderungen. Wir sollten ihn allerdings auch als Chance begreifen, in grüne Energie zu investieren. Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt“, so Bundesentwicklungsminister Gerd Müller.

Marshallplan mit Afrika

Der Marshallplan wurde vergangenen Februar unter der Federführung des BMZ auf den Weg gebracht und soll vor allem Kooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Akteuren auf Augenhöhe realisieren. Dabei stehen Investitionen aus der privaten Wirtschaft besonders im Fokus. Hier sollen Anreize geschaffen werden, um ein Engagement in afrikanische Länder attraktiver zu gestalten. Langfristig sollen so Ausbildungsperspektiven für junge Afrikanerinnen und Afrikaner geschaffen und die Wertschöpfungskette vor Ort gestärkt werden. Aus Wirtschaft und Politik gab es jedoch bereits Kritik am Konzept: Deutsche Interessen würden zu sehr im Mittelpunkt stehen und die Lösungsvorschläge für Problemlagen wären nicht individuel genug auf die unterschiedlichen afrikanischen Länder zugeschnitten. Detaillierte Informationen zum „Marshallplan mit Afrika“ erhalten Sie hier.

 

Foto: Pixabay | CC0 Public Domain 

Hilfe durch Verbesserung der Wasser- und Hygieneversorgung in Somalia

21.06.2017 Die aktuelle Hungersnot in Teilen Afrikas verursacht eine ausgeweitete Binnenmigration. Unsere Mitgliedsorganisation arche noVa kümmert sich um viele tausende Menschen in Somalia.
Wasserversorgung in Somalia Flüchtlinge

Hilfe durch Verbesserung der Wasser- und Hygieneversorgung in Somalia

Die Binnenmigration in Somalia ist seit vielen Jahren aufgrund langanhaltender Bürgerkriegskonflikte sehr groß, doch vor dem Hintergrund der aktuellen Hungersnot verschlimmert sich die Lage für Millionen von Menschen im ostafrikanischen Land. Unsere Mitgliedsorganisation arche noVa versorgt aktuell mehrere tausend Menschen in den betroffenen Regionen.

Sanitäranlagen und Wasserversorgung

Das primäre Ziel in der aktuellen Notlage besteht darin, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, Hygienemittel zur Verfügung zu stellen, Sanitäranlagen und Wasserabgabestationen zu installieren sowie die betroffenen Notleidenden darin zu schulen, die Installationen eigenständig zu warten und instand zu setzen. In der kenianischen Transitstadt Mandera konnten durch die Arbeit von arche noVa mittlerweile – mit der Hilfe der genannten Maßnahmen – die Lebensbedingungen der Menschen erheblich verbessert werden. In anderen Regionen, wie beispielsweise in Belet Amin, Bulo-ajuran und Bulo-jaron, werden aktuell Sanitäranlagen und Wasserabgabestationen installiert und eingerichtet.

Müllentsorgung soll Krankheiten vorbeugen

Ein großes Problem in den Flüchtlingscamps ist der Ausbruch von Cholera oder Durchfallerkrankungen. Durch die vorhandene Mangel- und Unterernährung der Menschen, sind diese für erwähnte Krankheiten besonders anfällig. Vor allem für Kinder kann eine Erkrankung zum schnellen Tod führen. Um Krankheiten und Ansteckungen vorzubeugen, ist es von essentieller Bedeutung die Hygiene in den Siedlungen zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, verteilt arche noVa nicht nur Hygieneartikel und sorgt für eine ausreichende Wasserversorgung, sondern organisiert zudem Müllentsorgungskomitees. Im Zuge dessen werden Bewohnerinnen und Bewohner der Camps in den Fragen „Welche Sorten Müll gibt es?“, „Wie kann man Müll vermeiden?“ und „Wie ist er zu entsorgen?“ geschult. Die Müllentsorgungskomitees erhalten zudem eine nötige Ausrüstung, um die Müllentsorgung zu verbessern und so die Hygiene für alle Betroffenen zu verbessern.

Hintergründe: Binnenflüchtlinge durch politische Instabilität

Die politische Lage in Somalia ist seit dem Beginn der 1990er Jahre instabil. Nach dem Umsturz der autoritären Regierung unter Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 entwickelten sich unzählige lokale Konflikte zwischen konkurrierenden Warlords, radikaler religiöser Gruppierungen und regionaler Clans. Weite Teile des Landes leiden seither unter den Folgen der anhaltenden Bürgerkriege. Millionen von Somalis mussten in den vergangenen 25 Jahren notgedrungen ihre Heimatorte verlassen und wurden somit vor eine unsichere Zukunft gestellt. Viele der Geflüchteten siedelten sich in Grenzregionen des Landes oder der Nachbarländer an. Im Laufe der Zeit entstanden so riesige Flüchtlingscamps, wie zum Beispiel in der Grenzregion zwischen Kenia und Somalia, wo aktuell mehr als 240.000 Binnenflüchtlingen eine neue jedoch prekäre Heimat gefunden haben. Die kenianische Region Dadaab erlangte so in den vergangenen Jahren eine traurige Bekanntheit und beherbergte zwischenzeitlich knapp eine halbe Millionen Menschen. Trotz der demokratischen Fortschritte in den vergangenen Monaten, bleibt die politische Lage in Somalia brisant uns instabil. Vor diesem Hintergrund arbeiten seit Jahren verschiedene Hilfsorganisationen an einer Verbesserung der Lebenssituation der vertriebenen Menschen – so auch unsere Mitgliedsorganisationen arche noVa.

Hungersnot verschlimmert die Lage

In weiten Teilen Somalias hat es bereits seit vielen Monaten nicht mehr geregnet. Die Bestellung der Felder und somit die Sicherstellung der Ernährung ist für einen Großteil der Menschen in Somalia nicht mehr möglich. Dieser Umstand, gepaart mit den politischen Konflikten, führt dazu, dass mittlerweile mehr als 6 Millionen Menschen dringende humanitäre Hilfe benötigen.

Nothilfe auf Spenden angewiesen

Die durchgeführten lebenswichtigen Maßnahmen unserer Mitgliedsorganisation werden unter anderem durch wertvolle Spendengelder finanziert. Daher bitten wir Sie, unterstützen Sie die Arbeit der Hilfsorganisation mit Ihrer Spende. Ihre Spende rettet Leben!

 

Foto: arche noVa | Somalia, Region Gedo – Camps und Gastgemeinden bei Belet Xawa

Johanniter erhalten WHO-Klassifizierung für internationale Soforthilfe

Unsere Mitgliedsorganisation die Johanniter-Unfall Hilfe wurden von der Weltgesundheitsorganisation als erstes mobiles Nothilfe-Team klassifiziert.
WHO_Klassifizierung_EATeam_c-Johanniter-Unfall-Hilfe-StefanGrazioli

Johanniter erhalten WHO-Klassifizierung für internationale Soforthilfe

Wir sagen „Herzlichen Glückwunsch!“. Die Johanniter-Auslandshilfe ist das erste Soforthilfe-Team weltweit, das als „Emergency Medical Team 1 mobile“ (EMT 1 mobil) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert wurde. Weiterlesen

Mit dem Bundespräsidenten gegen die Hungersnot

Anlässlich der dramatischen Situation in vielen Ländern Afrikas ruft Bundespräsident Steinmeier zur Hilfe gegen die Hungersnot auf.
Screenshot Videobotschaft Bundespraesident

Mit dem Bundespräsidenten gegen die Hungersnot

Wir haben es geschafft! Dank des Spendenaufrufes des Bundespräsidenten findet die Hungerkatastrophe in vielen afrikanischen Ländern wieder Eingang in den Medien.

Der Aufruf des Bundespräsidenten ist eindringlich: „Ohne unsere Hilfe werden noch mehr Frauen, Männer und Kinder verhungern“. Angesichts der dramatischen Hungerkatastrophe in den Ländern Ostafrikas und Nigeria, appellierte der Bundespräsident am Freitag, den 9. Juni in einer Videobotschaft an die deutsche Bevölkerung: „Ich bitte Sie: Helfen Sie mit Ihrer Spende. Unterstützen Sie die Hilfsorganisationen, die „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ aufrufen. Mit Ihrer Hilfe können Sie Menschenleben retten!“.

Wir freuen uns sehr, dass nun auch der Bundespräsident die deutsche Bevölkerung zum Spenden aufruft. Denn die erschreckenden Zahlen in den einzelnen Ländern machen deutlich: Es muss jetzt schnell und unbürokratisch geholfen werden. Bereits über 23 Millionen Männer, Frauen und vor allem Kinder sind derzeit in den Ländern Ostafrikas und Nigeria vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen warnen vor der größten humanitären Krise seit 1945.

Mahnwache vor dem Brandenburger Tor

Damit es nicht dazu kommt, ist das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 9. Juni erneut auf die Straße gegangen. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin setzen wir ein deutliches Zeichen gegen die Hungernot! Unsere Botschaft „Gemeinsam können wir den Not leidenden Menschen helfen!“

[ngg_images source=“galleries“ container_ids=“124″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_thumbnails“ override_thumbnail_settings=“0″ thumbnail_width=“100″ thumbnail_height=“75″ thumbnail_crop=“1″ images_per_page=“20″ number_of_columns=“0″ ajax_pagination=“0″ show_all_in_lightbox=“0″ use_imagebrowser_effect=“0″ show_slideshow_link=“0″ slideshow_link_text=“[Show as slideshow]“ template=“/html/gfa/wp-content/plugins/nextgen-gallery/products/photocrati_nextgen/modules/ngglegacy/view/gallery-carousel.php“ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″]

Die Aktion zeigt Wirkung

Das Hamburger Abendblatt schreibt: „[Der Appell] ist gerade deshalb jetzt und in dieser Form so wichtig, weil die Krisen in Afrika und im Jemen es schwer haben, in die Schlagzeilen zu kommen“. Dank des Spendenaufrufes des Bundespräsidenten schaffte es die Hungerkrise in großen Teilen Afrikas am Freitag endlich wieder in die Hauptnachrichten. Große und bekannte Medien wie ZDF heute und viele mehr teilten den Aufruf des Bundespräsidenten und berichteten über unseren Aktion in Berlin.

Vielen Dank an alle, die dabei geholfen haben, noch mehr Menschen über die dramatische Situation in Somalia, Südsudan, Äthiopien, Nigeria, Kenia und dem Tschad zu informieren. Gemeinsam können wir den Menschen vor Ort helfen!

Folgen Sie dem Aufruf des Bundespräsidenten. Unterstützen Sie die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA bei ihrer Arbeit in den betroffenen Regionen. Sie leisten Nothilfe durch sauberes Wasser, Nahrungsmittel und eine grundlegende medizinische Versorgung. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie die Arbeit unserer Organisationen.

 

 

Foto: © GEMEINSAM FÜR AFRIKA | Jonas Walter

GEMEINSAM FÜR AFRIKA demonstriert für die Hungernden

Bundespräsident Steinmeier appelliert in einem Spendenaufruf „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ an die deutsche Bevölkerung, die Hilfsorganisationen zu unterstützen.
Pressefoto Mahnwache Gemeinsam fuer Afrika

GEMEINSAM FÜR AFRIKA demonstriert für die Hungernden

Berlin, 9. Juni 2017 – Mit einer beeindruckenden Mahnwache vor dem Berliner Brandenburger Tor machte das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA heute auf die Hungerkatastrophe vor allem in Ostafrika und Nigeria, aufmerksam. Mehr als 23 Millionen Menschen seien derzeit akut vom Hungertod bedroht, darunter hunderttausende Kinder. Angesicht dieser Dramatik rief das Bündnis am heutigen 9. Juni 2017 erneut bundesweit zu Aktionen und zu Spenden unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ auf.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wendet sich heute in einem Spendenaufruf an die deutsche Bevölkerung: „Ohne unsere Hilfe werden noch mehr Frauen, Männer und Kinder verhungern!“. In seinem Aufruf appelliert der Bundespräsident: „Unterstützen Sie die Hilfsorganisationen, die ,Gemeinsam gegen die Hungersnot‘ aufrufen. Mit Ihrer Spende können Sie Menschenleben retten! Mit Ihrer Hilfe können wir die Hungerkatastrophe lindern.“

Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA, ein Zusammenschluss von 22 deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Steinmeier, warnt eindringlich vor der größten humanitären Katastrophe seit Gründung der Vereinten Nationen. Ohne Hilfe sei ein Massensterben unausweichlich, sorgt sich GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

Die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA leisten bereits seit Monaten in den betroffenen Regionen wichtige Soforthilfe. Sie verteilen Nahrungsmittel und Trinkwasser an Tausende Notleidende und versorgen unterernährte Säuglinge und Kleinkinder mit kalorienreicher Spezialnahrung. Sie setzen Brunnen instand, leisten medizinische Hilfe und fördern Hygienemaßnahmen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Langfristige Hilfsmaßnahmen tragen zudem dazu bei, die Menschen besser auf Dürre vorzubereiten.

Die Ursachen der schweren Hungersnot sind vielfältig. Eine schwere Dürre, extremes Klima und anhaltende Gewalt sind maßgebliche Gründe. In manchen Regionen wie in Äthiopien oder Kenia hat es in Folge von El Niño seit mehr als drei Jahren nicht mehr geregnet. Felder und Weideland sind verdorrt, die Ernten fallen aus, es fehlt an Saatgut für den Anbau, Tausende Nutztiere verenden. In anderen Gegenden wie im Südsudan und in Somalia hindern zudem bewaffnete Konflikte und Vertreibung die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen und ihr Vieh zu versorgen.

Zur Unterstützung der lebensrettenden Arbeit der Hilfsorganisationen ruft das Bündnis unter www.gemeinsam-für-afrika.de/spenden zu Spenden auf.

Mit unserem Aktionstag möchten wir die deutsche Bevölkerung zur Unterstützung mobilisieren. Über unsere Social Media-Kanäle und unsere Website sowie vielfältige Aktionen wie z.B. die Mahnwache vor dem Brandenburger Tor rufen wir zu Spenden auf.

Bildmaterial finden Sie als Download unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/presse/pressefotos

Pressekontakt: Ulla Rsskamp, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel.: 030 2977 24 31, E-Mail: rueskamp@gemeinsam-fuer-afrika.de

 

Gemeinsam gegen die Hungersnot! Bundesweite Straßenaktion von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Mit bundesweiten Straßenaktionen machte das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA eindringlich auf die dramatische Hungerkatastrophe in Afrika aufmerksam und rief zu Spenden auf.

Gemeinsam gegen die Hungersnot! Bundesweite Straßenaktion von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Mit bundesweiten Straßenaktionen machte das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA eindringlich auf die dramatische Hungerkatastrophe in Afrika aufmerksam und rief zu Spenden auf.

Über 23 Millionen Männer, Frauen und vor allem Kinder sind in Afrika akut vom Hungertod bedroht. Die UNO warnt vor einem Massensterben. In Ländern wie Somalia, Äthiopien, Kenia, Südsudan, Tschad und Nigeria droht die schlimmste Hungersnot seit 30 Jahren. Zu den Ursachen zählen die anhaltende Dürre durch den Klimawandel und die andauernde Gewalt in einigen Ländern.

Um auf die außerordentliche Not der Menschen aufmerksam zu machen, haben die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA an zentralen Plätzen in ganz Deutschland, u.a. am Berliner Reichstag, vor dem Kölner Dom,  und an der Frankfurter Hauptwache mit einer riesigen Afrika-Karte plakativ das Ausmaß der Hungerkatastrophe demonstriert.

Denn die erschreckenden Zahlen machen deutlich: Es muss schnell und unbürokratisch geholfen werden, um unzählige Menschen auf unserem Nachbarkontinent vor dem Hungertod zu bewahren. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, mit ihrer Spende die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA zu unterstützen und damit Leben zu retten.

Hintergrundinformationen und Pressefotos zur Aktion können Sie hier herunterladen: https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/presse/pressefotos

Hungerkatastrophe in Afrika

Über 20 Millionen Menschen sind derzeit in Afrika vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen warnen vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung.
Hungerkatastrophe in Afrika

Hungerkatastrophe in Afrika

Über 20 Millionen Menschen in Afrika sind derzeit akut vom Hungertod bedroht, darunter zahllose Kinder. In manchen Regionen hat es seit Jahren nicht mehr geregnet. In anderen Gegenden hindern bewaffnete Konflikte und Vertreibung die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen.

Durch die extreme Dürre, ausgelöst durch den Klimawandel, und die anhaltende Gewalt in Ländern wie Südsudan und Somalia, sind nach UN-Angaben rund 5,3 Milliarden Euro notwendig, um eine Katastrophe zu verhindern. Etwa 4,1 Milliarden Euro werden bereits bis Mitte des Jahres dringend benötigt.

Besonders schlimm betroffen sind der Südsudan, Kenia, Äthiopien, Nigeria, Somalia und der Tschad.

Südsudan

Ernteausfälle und überdurchschnittliche Regenfälle in den südwestlichen Gebieten, vor allem aber der seit Jahren anhaltende Bürgerkrieg gefährden massiv die Ernährungssicherheit. 5,5 Millionen Menschen werden bis Juli akut mangel- und unterernährt sein.

Projektbeispiel: Seit über zwei Jahren ermöglicht die Johanniter-Unfall-Hilfe den Menschen mit einem Programm zur Ernährungssicherung eine besser Eigenversorgung.

Projektbeispiel: action medeor hat seit 2011 bereits 8,6 Tonnen Medikamente und medizinisches Material in den Südsudan geliefert.

Projektbeispiel:  Um der Hungersnot und anhaltenden Gewalt im Südsudan zu entkommen, fliehen Millionen Menschen in das Nachbarland Uganda. Das Kinderhilfswerk Global-Care steht dort bereit, um die geflüchteten Menschen in Uganda mit Hilfsgütern zu versorgen.

Kenia

Eine anhaltende Dürre und die Folgen des Wetterphänomens El Niño prägen die aktuelle Situation in wichtigen landwirtschaftlichen Gegenden in Kenia. 333.000 Kinder leiden bereits an einer akuten Mangelernährung. Krankheiten wie Cholera werden somit aktuell zur Todesbedrohung. Insgesamt sind 2,6 Millionen Menschen in Kenia mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: Um das Überleben der Menschen zu sichern, verteilt ChildFund u.a. Lebensmittel, hält die Wasser- und Sanitärversorgung aufrecht oder stattet Gesundheitsstationen aus.

Projektbeispiel: Dank dem Anbau von Sorghum-Hirse, den die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt, konnten die Menschen trotz ausgefallener Regenzeit eine Ernte einfahren.

Projektbeispiel: Um der klimabedingten Hungersnot entgegenzuwirken unterstützt ADRA 4.300 kleinbäuerliche Haushalte bei der nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln.

Äthiopien

Bereits Ende 2015 waren Teile Äthiopiens von der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren betroffen, deren Folgen sich bis heute fortsetzen. Die aktuelle Dürre gefährdet zusätzlich bedeutende landwirtschaftliche Regionen. 5,7 Millionen Menschen sind bereits mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: ChildFund unterstützt Kinder, die an Mangelernährung leiden und aufgrund der Wasserknappheit Infektionen ausgeliefert sind.

Projektbeispiel: Seit November 2015 verteilte die Stiftung Menschen für Menschen in der Region Agarfa regelmäßig Nahrungsmittel an bis zu 32.500 Menschen.

Nigeria

Steigende Nahrungsmittelpreise sowie die vielen Tausend Menschen, die vor dem Terror der Boko Haram im Norden Nigerias flüchten, tragen zur Unterbrechung der Lebensmittelversorgung der Märkte bei. 5,2 Millionen Menschen werden bis August akut mangel- und unterernährt sein.

Projektbeispiel: Mit Hilfe ihrer Epizentrum-Strategie unterstützt das Das Hunger Projekt Millionen von Menschen in Ost-, West-, und im südlichen Afrika dabei, selbstständig Hunger und Armut zu überwinden.

Somalia

Seit über einem Jahr bestehen aufgrund anhaltender Dürren erhebliche Ernteausfälle in Somalia. Bürgerkriegskonflikte, Binnenflüchtlinge und der Ausbruch von Cholera verschärfen die Situation. Die Hälfte der Bevölkerung Somalias – 6,2 Millionen Menschen – braucht humanitäre Hilfe. Fast 3 Millionen Menschen sind bereits mangel- und unterernährt.

Projektbeispiel: action medeor betreibt seit Anfang April zwei mobile Kliniken zur Gesundheitsversorgung und Prävention von Krankheiten und Mangelernährung.

Projektbeispiel: Die Kindernothilfe arbeitet seit Jahren in Somaliland und setzen sich für die Wahrung von Kinder- und Menschenrechten ein.

Projektbeispiel: Durch die Entwicklung von Frühwarnsystemen und Bewältigungsstrategien stärkt ADRA die Menschen in Somalia im Umgang mit Wetterextremen und wetterbedingten Krisen.

Tschad

Der Tschad leidet seit Jahren unter den Auswirkungen des Klimawandels und des Wetterphänomens El Niño. Etwa 11,7 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind aufgrund einer chronischen Mangelernährung unterentwickelt. Insgesamt sind aktuell mehr als 1,5 Millionen Menschen mangel- und unterernährt.

So helfen unsere Mitgliedsorganisationen

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA wirken der Hungerkatastrophe entgegen. Sie leisten Soforthilfe durch die Verteilung von Nahrungsmitteln, Saatgut und Trinkwasser und helfen mit grundlegender medizinischer Versorgung.

In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden und Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen.

Straßenaktion von GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 2. Juni 2017

Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen ging GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 2. Juni 2017 bundesweit auf die Straße, um die Bürgerinnen und Bürger dazu aufzurufen, sich solidarisch mit den betroffenen Menschen zu zeigen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA ruft bundesweit auf, für die Hungernden in Afrika zu spenden. Mehr Informationen zu unserer Straßenaktion finden Sie hier.

Unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen mit Ihrer Spende und retten Sie Leben.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA, R.Maro/version-foto

 

Aurora-Preis für außergewöhnliches humanitäres Engagement

29.05.2017 Der Mediziner Dr. Tom Catena, Projektpartner unserer Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury, erhält für sein außergewöhnliches humanitäres Engagement den "Aurora Preis".
Tom Catena Aktion Canchanabury Aurora Preis

Aurora-Preis für außergewöhnliches humanitäres Engagement

Die Nuba-Berge im Sudan stehen als Grenzregion seit der Unabhängigkeit des Südsudans im Fokus der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den sudanesischen Regierungstruppen und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung. Unzählige Binnenflüchtlinge, die Bombardierung von Krankenhäusern und der Zivilbevölkerung gehören zu den traurigen Ereignissen der vergangenen Jahre. In Mitten dieser Kriegsregion arbeitet Dr. Tom Catena. Seit Jahren kümmert sich der amerikanische Mediziner, der Projektpartner unserer Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury ist, rund um die Uhr im “Mother of Mercy” Hospital um die Not leidende Bevölkerung. Für sein außergewöhnliches humanitäres Engagement erhielt Dr. Catena nun den Aurora-Preis, der am 28. Mai im armenischen Jerewan verliehen wurde.

Dr. Catena – Anlaufstelle für zahllose Notleidende

In den Nuba-Bergen haben ca. 750.000 Menschen ihr Zuhause. Dr. Catena ist jedoch der einzige Arzt in der Region, der dauerhaft vor Ort ansässig ist und eine medizinische Versorgung bereitstellt. Die nötigen Ressourcen, die der engagierte Chirurg für seine Arbeit im “Mother of Mercy” Hospital Tag für Tag benötigt, erhält er unter anderem von unserer Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury, die mittlerweile seit 7 Jahren Hilfsgutlieferungen bereitstellt.

Aurora-Preis – Fördermittel für humanitäres Engagement

Der Aurora-Preis wurde im Jahr 2016 zum ersten Mal von der Charitable Foundation Initiatives for Development of Armenia vergeben. Die Auszeichnung steht im Namen der Überlebenden des Völkermordes an den Armeniern und in Dankbarkeit gegenüber ihren Rettern. Der Aurora-Preis wird nun jährlich an Menschen überreicht, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Rettung von Menschenleben geleistet haben und sich für humanitäre Ziele einsetzen. Der Preis ist mit 100.000 Dollar dotiert. Doch viel bedeutender ist die Tatsache, dass der Preisträger oder die Preisträgerin darüber hinaus Fördermittel in Höhe von einer Million Dollar an Hilfsorganisationen seiner bzw. ihrer Wahl vergeben kann. Unsere Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury wird einen Teil dieser Fördermittel erhalten, um Dr. Tom Catena auch zukünftig bei seiner wertvollen Arbeit unterstützen zu können. Darüber hinaus kann beispielsweise die psychosoziale und medizinische Unterstützung von stark traumatisierten Bürgerkriegs- und AIDS-Waisen in Gulu, Uganda, ausgebaut werden.

Im folgenden Filmbeitrag erhalten Sie weitere Informationen Dr. Tom Catena seine Arbeit.

 

Foto: Aktion Canchanabury

Bundespräsident Steinmeier neuer Schirmherr von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

18.05.2017: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist neuer Schirmherr unserer Bündniskampagne GEMEINSAM FÜR AFRIKA.
Bundespräsident Steinmeier Schimrherr von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Bundespräsident Steinmeier neuer Schirmherr von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Es freut uns sehr mitteilen zu dürfen, dass der am 22. März 2017 vereidigte zwölfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, die Schirmherrschaft unserer Bündniskampagne GEMEINSAM FÜR AFRIKA übernommen hat. Seit vielen Jahren ist Frank-Walter Steinmeier durch seine politischen Ämter und vor allem durch das Ausüben des Amtes als Bundesaußenminister eng mit dem afrikanischen Kontinent verbunden. Allein in den vergangenen 3 Jahren besuchte unser neuer Schirmherr 18 afrikanische Länder – darunter Äthiopien, Tansania, Angola, Nigeria, Kenia, Mosambik, Uganda oder auch Sambia, das zuvor 40 Jahre lang von keinem deutschen Außenminister mehr besucht wurde.

Wir danken unserem neuen Schirmherrn sehr für das Vertrauen, das er unserer Bündniskampagne und damit auch dem Engagement der Mitgliedsorganisationen entgegenbringt.

 

Menschenrechtler Opiyo erhält Deutschen Afrika-Preis

12.05.2017: Der ugandische Jurist Nicholas Opiyo, der sich seit vielen Jahren für die Durchsetzung der Menschenrechte in Uganda einsetzt, erhält für sein außergewöhnliches Engagement den Afrika-Preis der Deutschen Afrika Stiftung.
Nicholas_Opiyo_Deutscher_Afrika_Preis_2017

Menschenrechtler Opiyo erhält Deutschen Afrika-Preis

Nicholas Opiyo ist ein Herzblut-Menschenrechtler. Aufgewachsen im Norden Ugandas, während der Auseinandersetzungen zwischen der damaligen Regierung und der Widerstandsbewegung Lord’s Resistance Army (LRA), die Ende der 80er Jahre unter der Führung von Joseph Kony für ihre brutalen Menschenrechtsverletzungen gegen die ugandische Zivilbevölkerung unrühmliche Bekanntheit erlangte. Seit 2005 setzt sich Opiyo nun mittlerweile dafür ein, dass Menschrechte in seinem Heimatland geschützt und durchgesetzt werden. Für dieses Engagement erhält er nun den Deutschen Afrika-Preis.

Auszeichnung für das Engagement für Menschenrechte

Der Deutsche Afrika-Preis wird jährlich vergeben und findet mittlerweile zum 25. Mal einen Preisträger. Mit dem Hauptpreis ehrt die Deutsche Afrika Stiftung e.V. herausragende afrikanische Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Der gebürtige Togoer Maître Yawovi Agboyibo wurde 1993 als Erster für seinen steten Einsatz für Menschenrechte und demokratische Werte ausgezeichnet.

Einsatz für Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung

Aus der Menschenrechtsbewegung in Uganda ist Nicholas Opiyo mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren war Opiyo maßgeblich daran beteiligt, wichtige die Menschenrechte betreffende Gesetzgebungen in Uganda mitzugestalten. So war er beispielweise federführend daran beteiligt, dass das Anwenden von Folter zur Straftat erklärt wurde. Zudem hat Opiyo bereits mehrere entscheidende Verfassungsklagen nicht nur initiiert, sondern auch gewonnen. Zu der Wichtigsten zählte das ugandische Anti-Homosexuellen-Gesetz aus dem Jahr 2013. Durch Opiyos Klage wurde das diskriminierende Gesetz 2014 abgeschafft. Der Menschenrechtler setzt sich zudem in seinem Heimatland auch immer wieder unentgeltlich für regierungskritische Aktivisten der Anti-Korruptions- und der Demokratiebewegung ein. Aktuell verteidigt Opiyo die ugandische Universitätsdozentin Stella Nyanzi, die sich aufgrund des vorgeworfenen „Cyber-Harassment“ gegen die Regierung seit vergangenen April in Gefangenschaft befindet.

Gefährliches Engagement – unermüdlicher Menschenrechtler

Nicht jeder in Uganda ist glücklich über das Engagement von Nicholas Opiyo. Für seinen Einsatz, die Rechte von LGBT-Personen zu stärken, erhielt der Menschenrechtler nicht nur Beschimpfungen, sondern auch schon Morddrohungen. Doch Opiyo lässt sich nicht unterkriegen. Unermüdlich geht er seinen Weg im Namen der Menschenrechte und gründete 2013 die Organisation Chapter Four, in der sich mittlerweile 14 weitere Mitarbeiter dafür einsetzen, die Menschenrechte und ihre Aktivisten zu verteidigen.

 

 

Foto: Nicholas Opiyo | Twitter

Mädchen aus Boko Haram Gefangenschaft befreit

08.05.2017: Vor drei Jahren wurden im nigerianischen Chibok mehr als 270 Mädchen von der Terrororganisation Boko Haram entführt. Unter dem Slogan „Bring Back Our Girls“ wurde die Entführung weltweit bekannt. Am 6. Mai kamen nun mehr als 80 Mädchen frei.
Nigeria Bring Back Our Girls Freilassung von Mädchen

Mädchen aus Boko Haram Gefangenschaft befreit

Vor mehr als 3 Jahren, in der Nacht vom 14. auf den 15. April 2014, wurden in der Government Secondary School in der nigerianischen Stadt Chibok mehr als 270 Schuldmädchen gewaltsam von der islamistischen Terrororganisation Boko Haram verschleppt. Die Massenentführung erlangte eine weltweite Aufmerksamkeit und hunderttausende Menschen solidarisierten sich mit den Opfern. Unter dem Slogan „Bring Back Our Girls“ gingen Menschen in dutzenden Städten auf die Straße und starteten im Internet unter dem gleichnamigen Hashtag #BringBackOurGirls Aktionen, um für die Freilassung der Mädchen zu demonstrieren. Auch die ehemalige First-Lady der USA, Michelle Obama, engagierte sich im Rahmen der Solidaritätskampagne.

82 Mädchen im Austausch freigelassen

Am vergangenen Samstag verkündete die nigerianische Regierung nun, dass 82 der ursprünglich 276 entführten Mädchen durch intensive Verhandlungen mit Boko Haram befreit werden konnten. Im Austausch wurden Personen, die als Boko-Haram-Unterstützer verdächtigt und inhaftiert waren, freigelassen. Nach Angaben der Regierung wurden die Mädchen am Sonntag in die nigerianische Hauptstadt Abuja gebracht, wo sie von Präsident Muhammadu Buhari in Empfang genommen wurden. Zudem bedankte sich die Regierung bei allen beteiligten Akteuren, die sich für den Prozess der Freilassung eingesetzt hatten. Hierzu zählen auch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes sowie lokale und internationale NGOs.

Mehr als 100 Mädchen weiterhin vermisst

Bereits während der damaligen Entführung konnten knapp 50 Mädchen im Getümmel fliehen. Im Oktober 2016 wurden weitere 21 Geiseln aufgrund ähnlicher Verhandlungen, wie sie nun zur Befreiung von 82 Personen führten, freigelassen. Darüber hinaus wurden immer wieder vereinzelt Mädchen durch das nigerianische Militär befreit. Nach aktuellen Angaben der Behörden werden weiterhin 113 Mädchen vermisst. Bereits im April hatte sich Präsident Buhari anlässlich des Jahrestages der Entführungen dahingehend geäußert, dass die Regierung sich stetig dafür einsetze, die Freilassung der Mädchen zu erwirken.

Als Terrorhelfer und Ehefrauen missbraucht

Seit dem Jahr 2009 terrorisiert Boko Haram Teile des nördlichen Nigerias, um einen so genannten islamistischen Staat zu errichten. Tausende Menschen fielen der Miliz bereits zum Opfer, viele weitere hundert Menschen wurden verschleppt. Es wird davon ausgegangen, dass die Entführungen vor allem zweckdienlich arrangiert werden. Mädchen und Jungen werden als Sexsklaven missbraucht oder als Terrorhelfer rekrutiert. Zudem werden junge Mädchen dazu gezwungen zum Islam zu konvertieren und Boko-Haram-Kämpfern als Ehefrauen zu dienen. Nigeria und Nachbarstaaten haben derweil den Kampf gegen die Terrororganisation ausgeweitet. In den vergangenen Monaten konnten ehemals von Boko Haram besetzte Gebiete zurückerobert werden.

 

 

Foto: Cee-Hope Nigeria | CC BY-SA 4.0

Kinder in Kamerun aus Haft entlassen

04.05.2017: Krieg, Terror, Hunger, Flucht - vor allem Kinder sind unter den genannten Bedingungen oftmals vollständig hilflos und werden in ihrer Notlage missbraucht. In Kamerun konnte nun unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. zusammen mit ihrem Partner ALDEPA einen wichtigen Erfolg erzielen.
Kinder aus Haft entlassen Kinderrechte Kamerun

Kinder in Kamerun aus Haft entlassen

In einigen Krisenregionen Afrikas, in denen Rebellengruppen und Terrormilizen aktiv sind, werden auch häufig Kinder als Soldaten oder Terrorhelfer missbraucht. Terrororganisationen zwangsrekrutieren die Minderjährigen, um sie beispielsweise für gezielte Anschläge einzusetzen. Aufgrund des vermehrten Aufkommens dieser Zwangsrekrutierungen, besonders im äußersten Norden von Kamerun, laufen Kinder und Jugendliche immer wieder Gefahr unter Generalverdacht gestellt zu werden. Besonders Kinder und Jugendliche, die aus Nigeria stammen, stehen dabei im Fokus. Der bloße Verdacht, dass ein Kind einen Kontakt zu einer Terrorgruppe haben könnte, reicht aus, um es für viele Monate zu inhaftieren – ohne gerichtlichen Prozess. Somit befinden sich seit Jahren Kinder in Gefängnissen, einhergehend mit groben Menschenrechtsverletzungen und der Missachtung jeglicher Kinderrechte.

Juristischer Erfolg bedeutet Erfolg für Kinderrechte

Unsere Bündnisorganisation Kinderrechte Afrika e.V., die sich zusammen mit ihrer afrikanischen Partnerorganisation ALDEPA in Kamerun für minderjährige Inhaftierte einsetzt, hat in den vergangenen Wochen Erfolge für die Stärkung und Durchsetzung von Kinderrechten erzielen können. Durch die Mobilisierung lokaler Akteure der Justiz konnte für aktuell betroffene Kinder und Jugendliche ein Rechtsbeistand organisiert werden. Darüber hinaus wurden Haftprüfungsanträge arrangiert. Anfang April kamen dann die ersten Freisprüche für 23 Minderjährige, die sich seit 2014 und 2015 im Gefängnis von Maroua befanden. Aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Situation in der Region ist dies ein herausragender juristischer Erfolg.

Ausbeutung in Gefängnissen

Dieser Erfolg gewinnt besonders an Bedeutung, betrachtet man die katastrophalen Haftbedingungen in den oftmals heruntergekommenen Gefängnissen. Minderjährige Inhaftierte genießen keinen besonderen Schutz. Der Grad der Ausbeutung, des sexuellen Missbrauchs und der sonstigen Übergriffe auf Kinder durch erwachsene Mithäftlinge ist hoch. Die Essensversorgung ist für alle Insassen unzureichend und eine ausreichende medizinische Betreuung fehlt.

Soziale Betreuung der Minderjährigen

Unter den 23 minderjährigen Häftlingen befanden sich kamerunische sowie nigerianische Kinder und Jugendliche. Zunächst wurden die aus Kamerun stammenden Inhaftierten freigelassen. Normalerweise werden ehemalige ausländische Häftlinge in ihre Heimat zurückgeschickt. Dort werden sie jedoch zumeist nicht mehr in die Gesellschaft integriert sondern als Kriminelle geächtet. In ihrer Heimat Nigeria könnte so ein Teufelskreislauf beginnen, der mit einer erneuten Inhaftierung sowie einer schlechten Behandlung einhergehen würde. Kinderrechte Afrika e.V. und ALDEPA konnten mit der Hilfe von lokalen Vertretern des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) sowie des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) erreichen, dass die Minderjährigen vorerst im Land bleiben durften. Alle 23 ehemaligen Inhaftierten wurden der staatlichen Sozialeinrichtung in Maroua überstellt und sollten daraufhin wieder in die Gesellschaft und in ihre Familien eingegliedert werden. Kinderrechte Afrika e.V. und ALDEPA unterstützen einen solchen Prozess mit intensiven Workshops für die Betroffenen, in denen vor allem die zivilgesellschaftliche Teilhabe, Friedensprozesse und das Zusammenleben in der Gemeinschaft sowie Zukunftsvorstellungen und -perspektiven der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Das kamerunische Sozialministerium stellte zudem vier Sozialarbeiter bereit, um eine psychosoziale Betreuung zu gewährleisten.

Wiedereingliederung in die Familien

Für unsere Bündnisorganisation Kinderrechte Afrika e.V. und der Partnerorganisation ALDEPA ist die Arbeit nach der Freilassung und der anschließenden sozialen Erstbetreuung der Kinder und Jugendlichen jedoch noch nicht beendet. Mit Hilfe einer ausgeweiteten Recherche wird darüber hinaus die Familienzusammenführung angestrebt, um die Minderjährigen langfristig in ein möglichst gesichertes Umfeld einbinden zu können. Es stellte sich bereits heraus, dass einige der nigerianischen Familien in Flüchtlingsunterkünften an der Grenze von Kamerun zu Nigeria leben. Anfang Mai 2017 war die Suche nach den Familien nun endgültig erfolgreich. Fast alle nigerianischen Kinder und Jugendlichen werden nun bis zum 10. Mai zu ihre Familien zurückkehren können. Auch in diesem Prozess besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Partnerorganisation von Kinderrechte Afrika e.V. und dem kamerunischen Sozialministerium. ALDEPA bereitet dabei die Familien auf die Rückkehr der Kinder vor, währenddessen das Ministerium die Wiedereingliederung auf administrativer Seite begleitet.

Die Arbeit unserer Mitgliedsorganisation

Seit vielen Jahren setzt sich Kinderrechte Afrika e.V. mit Hilfe seiner afrikanischen Partnerorganisationen dafür ein, Kindern in Not ihre Grundrechte zu ermöglichen. Mehr über die unermüdliche Arbeit unserer Mitgliedsorganisation erfahren sie hier.

 

Foto: © Jacky Naegelen/Reuters | Kinderrechte Afrika e.V.

Hungersnot: Gabriel besucht Somalia

02.05.2017: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) besuchte am 1. Mai als erster deutscher Außenminister das ostafrikanische Somalia. Das Land am Horn von Afrika leidet seit Wochen unter einer fürchterlichen Dürre. Eine Hungersnot bedroht Millionen von Menschenleben.
Somalia Hungersnot Ostafrika Flüchtlingscamp

Hungersnot: Gabriel besucht Somalia

Das Leben von Millionen von Menschen am Horn von Afrika wird aktuell von zahlreichen Ereignissen bedroht. Bürgerkriege, Terror und vor allem die anhaltende Dürre und die damit einhergehende Hungersnot zerren an mehr als 20 Millionen Menschenleben. Mitte April formulierte Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller den „Berliner Appell“, der die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufruft. Nun reiste Gabriel als erster deutscher Außenminister am 1. Mai persönlich nach Somalia, dem Land, das besonders stark unter der aktuellen Situation leidet, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

„Die Lage hier ist katastrophal“

Nach Gesprächen mit dem somalischen Premierminister Hassan Ali Khaire, traf Gabriel in der Hauptstadt Mogadischu Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und der Vereinten Nationen, um zu beraten, wie die humanitäre Hilfe verbessert werden kann. Im Südwesten des Landes besuchte der Bundeaußenminister das Flüchtlingscamp Hilac, indem aktuell viele tausende Familien in selbstgebauten Unterkünften ohne medizinische Versorgung leben. „Die Lage hier ist katastrophal. Was wir dringend brauchen ist mehr internationale Hilfe“, so Gabriel über die derzeitige Situation. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Somalia aktuell ca. sechs Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dies ist etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Nothilfen werden ausgeweitet

Deutschland wird die bisherige Nothilfe von 70 Millionen Euro für Somalia auf mindesten 140 Millionen erhöhen. Auch die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA sind aktuell vor Ort und haben ihre Hilfeleistungen in den betroffenen Gebieten bereits ausgeweitet. Sie leisten Nothilfe durch sauberes Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie die Arbeit unserer Organisationen.

Helfen Sie uns zu helfen und spenden Sie jetzt!

Foto: Agata Gryzbowska | CC BY-ND 2.0

Pro!Afrika: Wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe

26.04.2017: In jüngerer Vergangenheit sind im Zusammenhang mit dem verstärkten Zustrom von Geflüchteten jene Stimmen lauter geworden, die eine nachhaltige Fluchtursachenbekämpfung auf dem afrikanischen Kontinent ins Auge fassen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie möchte nun im Rahmen der Initiative "Pro!Afrika" die wirtschaftlichen Beziehungen mit Ländern in Afrika auf Augenhöhe ausbauen.
Pro!Afrika Wirtschaftliche Beziehungen Deutschland Afrika

Pro!Afrika: Wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe

Unsere Bündniskampagne weist bereits seit Jahren daraufhin, dass es für eine nachhaltige positive wirtschaftliche Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent unabdinglich ist, wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe mit Unternehmen aus Afrika einzugehen. Dabei geht es vor allem darum, deutsche und afrikanische Unternehmen zu vernetzen sowie Chancen und Potenziale aufzuzeigen und zu nutzen.

Perspektiven fördern, Chancen nutzen, Wirtschaft stärken

Das Ministerium für Wirtschaft und Energie hat nun die Initiative „Pro!Afrika“ ins Leben gerufen, mit der Unternehmenskooperationen und privatwirtschaftliches Engagement gefördert werden soll. Darüber hinaus wird angestrebt, Beschäftigungsperspektiven auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Für erste strukturelle Maßnahmen, wie beispielsweise der Ausbau der Außenhandelskammern, die Förderung von betrieblicher Ausbildung durch ein Fachkräfteprogramm sowie der Aufbau eines Startup-Finanzierungsfonds, der dazu beitragen soll, lokale afrikanische Unternehmer mit deutschen Unternehmen zu vernetzen, sollen zunächst 100 Millionen Euro bereitgestellt werden. Außerdem ist vorgesehen, im Ministerium einen so genannten „Afrika-Lotsen“ zu installieren, der deutschen Unternehmen, die in Afrika tätig werden möchten, beratend zur Seite steht. Des Weiteren sollen Hermes-Bürgschaften, mit denen der Bund Exportkredite absichert, attraktiver gestaltet und Wirtschaftskommissionen, in denen deutsche sowie afrikanische Unternehmen vertreten sind, eingerichtet werden. Das Programm der Initiative „Pro!Afrika“ soll in dieser Woche mit Spitzenverbänden der Wirtschaft beraten und anschließend offiziell vorgestellt werden.

Chancenregion Afrika

Bereits im Februar reiste die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries (SPD), mit einer Unternehmerdelegation nach Kenia. In Nairobi eröffnete sie am 9. Februar den German African Business Summit (GABS) der Subsahara-Afrika Initiative der deutschen Wirtschaft (SAFRI) mit mehreren Hundert Teilnehmern aus der Region. Im Rahmen dessen sagte die Ministerin: „Für die deutsche G20-Präsidentschaft hat die Bundesregierung Afrika und nachhaltiges, inklusives Wachstum zu Schwerpunktthemen gemacht. Die Chancenregion Afrika, die bis zum Jahr 2050 zwei Milliarden Bewohner zählen dürfte, ist ein Markt, der gerade erst dabei ist, sein volles Potential zu entfalten. Der Investitionsbedarf dort ist enorm, Know-how ‚Made in Germany‘ sehr gefragt und deutsche Unternehmen bereit, in die jungen Menschen in Afrika zu investieren und technologischen Wissenstransfer zu fördern. Meine erste Delegationsreise geht daher nach Afrika, als ein Signal, dass wir die Bedeutung der Region ernst nehmen und gemeinsam mit unseren Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten wollen.“

 

 

Foto: MEAACT | Public Domain Mark 1.0

Uganda: „Bidi Bidi“ nun weltweit größtes Flüchtlingscamp

18.04.2017: Der Bürgerkrieg im Südsudan sowie die zunehmende Hungersnot vertreiben immer mehr Menschen aus dem Land. Das angrenzende Uganda nimmt im Norden des Landes tausende Geflüchtete auf. Das Flüchtlingscamp "Bidi Bidi" ist nun zum Größten der Welt aufgestiegen und löst somit das in Kenia liegende "Dadaab" ab.
Uganda Flüchtlingslager Adjumani

Uganda: „Bidi Bidi“ nun weltweit größtes Flüchtlingscamp

Seit Monaten überqueren tausende Südsudanesen täglich die Grenze zwischen dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Südsudan und dem Norden Ugandas. Allein in der ugandischen Region Yumbe siedelten sich so in einem geringen Zeitraum mehr als 270.000 Menschen an. Die Regierung Ugandas stellte einen ganzen Landstrich bereit, der heute unter dem Namen „Bidi Bidi“ eine traurige Bekanntheit erlangt, um den Menschen eine Zuflucht zu ermöglichen. Derweil löste „Bidi Bidi“ das kenianische „Dadaab“, welches laut UNHCR aktuell ca. 245.000 Menschen beheimatet, als weltweit größtes Flüchtlingscamp ab. Das Ausmaß von „Bidi Bidi“, das von der Bevölkerungszahl her in Deutschland mittlerweile als Großstadt betitelt werden könnte, stellt die ugandische Regierung sowie die Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen. Hierzu zählen vor allem die Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung sowie die medizinische Betreuung der Menschen, die jedoch nicht nur in „Bidi Bidi“ unterkommen, sondern in vielen weiteren Flüchtlingscamps, die über den gesamten Norden Ugandas verteilt sind. In den sogenannten „Settlements“, wie die Flüchtlingscamps genannte werden, sind zudem Krankheiten die größte Gefahr für die Bewohner. Cholera und Malaria sind weitverbreitet und müssen von den Hilfsorganisationen zusätzlich bekämpft werden.

Flüchtlingscamps benötigen Hilfsgelder

Für die Umsetzung der aufgezählten Maßnahmen sind Hilfsgelder unabdinglich. Laut der Deutschen Afrika Stiftung forderte Ugandas Regierung die internationale Staatengemeinschaft unlängst dazu auf, die bereits zugesagten Hilfsgelder in Höhe von ca. 780 Millionen USD zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zur Verfügung zu stellen. Bisher wurden jedoch lediglich acht Prozent der versprochenen Summe für das laufende Jahr bereitgestellt. Die USA, die im vergangenen Jahr allein 86 Millionen USD als Unterstützung bereitstellten, denken indes unter der neuen Regierung über eine drastische Kürzung der Hilfegelder nach.

Vorbildliche Flüchtlingspolitik

Unter afrikanischen Staaten gilt die Flüchtlingspolitik Ugandas als sehr liberal. Die Geflüchteten bekommen nach ihrer Ankunft und Registrierung in den Aufnahmezentren ein kleines Stück Land zugewiesen. Hier können sich die Geflüchteten mit der Hilfe von bereitgestellten Materialien und Werkzeugen Unterkünfte errichten. Zudem werden Nahrungsmittelpakete und Wasserkanister an die Geflüchteten ausgeteilt. Mehr als 800.000 Menschen, die in den vergangenen Jahren aufgrund des Bürgerkriegs und der Hungersnot aus dem Südsudan fliehen mussten, konnten so von einer dringend benötigten Erstversorgung in den verschiedenen Flüchtlingscamps profitieren. In einigen „Settlements“ werden zudem nachhaltige Strukturen gefördert. Im weitläufigen Flüchtlingscamp im ugandischen Adjumani beispielweise, bekommen die Geflüchteten die Möglichkeit einen eigenen landwirtschaftlichen Anbau zu starten, um langfristig dazu beizutragen, eine Eigenversorgung zu generieren. Hier werden von den Behörden zusätzlich zum Grundstück Setzlinge zur Verfügung gestellt.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA besuchte im November 2016 unter anderem das „Settlement“ in Adjumani, um sich selbst ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Die GfA-Reise nach Uganda wurde von uns in einem Film (siehe unten) dokumentiert.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA