Unser Virtuelles Klassenzimmer verbindet Spaß und Wissen – probieren Sie es aus!

Die Corona-Krise zwingt uns alle umzudenken und kreativ zu werden, auch was das Thema Lernen betrifft. Besonders Schulen stehen jetzt vor der großen Herausforderung weiterhin Wissen an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln und den Sprung vom physischen ins virtuelle Klassenzimmer zu schaffen. E-Learning ist den meisten zwar bereits ein Begriff, aber auch hier gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten zu […]

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Unser Virtuelles Klassenzimmer verbindet Spaß und Wissen – probieren Sie es aus!

Die Corona-Krise zwingt uns alle umzudenken und kreativ zu werden, auch was das Thema Lernen betrifft. Besonders Schulen stehen jetzt vor der großen Herausforderung weiterhin Wissen an Schülerinnen und Schüler zu vermitteln und den Sprung vom physischen ins virtuelle Klassenzimmer zu schaffen. E-Learning ist den meisten zwar bereits ein Begriff, aber auch hier gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten zu entdecken. Auf unserer Website stellen wir kostenloses Lernmaterial für Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler und alle Interessierten zur Verfügung. 

Schaffen Sie es, den Highscore unseres Online-Quiz zu knacken? Fordern Sie Freunde zum Duell heraus! 

Spurensuche und Spiele

Über die Infothek gelangen Sie direkt in unser virtuelles Klassenzimmer: Eine E-Learning-Plattform, auf der ein breites Angebot an verschiedenen Unterrichtsmaterialien wartet. Neben dem umfangreichen Bildungsangebot, interaktiven Online-Spielen und der Bestellfunktion von digitalen Lehrmaterialien, enthält sie Aktions- und Projekttipps, sowie weitere Lernangebote der Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.  

Unsere weiterführenden Angebote bieten eine vertiefende Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themenkomplexen über den klassischen Unterricht hinaus und ermöglichen aus vielen Fachbereichen einen Zugang zu Themen des Globalen Lernens. Lehrkräfte haben so die Möglichkeit, das virtuelle Klassenzimmer für die Erweiterung Ihrer Unterrichtseinheiten zu nutzen, aber auch Schülerinnen und Schüler können über unsere E-Learning-Plattform in das virtuelle Klassenzimmer eintreten und sich selbstständig informieren, z.B. für Referate und Projekttage, oder auch spielerisch durch Online-Quizze ihr Wissen testen. Beim Stöbern sind Ihnen keine Grenzen gesetzt – die übersichtliche Aufteilung des E-Learning-Angebots nach Kategorien erleichtert die Themensuche und gibt einen umfangreichen Überblick. 

Erfahren Sie hier alles rund um Globales Lernen:

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Spielen, Entdecken und Lernen! 

Corona – wie gut ist Afrika gewappnet?

Das Corona-Virus ist vergleichsweise verspätet nun auch in Afrika angekommen. Auch wenn die Zahlen verhältnismäßig gering sind, so kann es hier allerdings besonders gefährlich werden: Viele Länder haben ein geschwächtes Gesundheitssystem und dort Lebende können gebietsweise ohnehin schon nur unzureichend versorgt werden. Die medizinische Versorgung kommt hier schnell an ihre Grenzen, die Ausbreitung des Virus beschleunigt sich möglicherweise außerordentlich schnell.

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Corona – wie gut ist Afrika gewappnet?

Mangelnde allgemeine Gesundheitsversorgung

Fehlende Technik, fehlendes Personal und viel zu geringe Kapazitäten in den Krankenhäusern sorgen dafür, dass viele afrikanische Länder besonders schlecht auf das Virus Sars-CoV-2 vorbereitet sind. Die mangelnde medizinische Grundversorgung stellt afrikanische Länder vor eine besondere Herausforderung im Umgang mit dem Virus.

Im gesamten afrikanischen Raum gibt es laut WHO derzeit etwa 250 Fälle, mit 93 befinden sich die meisten davon in Ägypten, an zweiter Stelle ist Südafrika mit 38 Fällen. Innerhalb von 24 Stunden sind sieben neue afrikanische Länder hinzugekommen, welche von offiziell bestätigten Fällen berichten (Stand: 15.03.20). Allerdings gibt es Grund zur Annahme, dass die Dunkelziffer bereits viel höher ist: Es gibt nur begrenzte Testmöglichkeiten, da nicht genügend Labore den Virus nachweisen können. Wer krank ist, weiß also noch nicht unbedingt davon – weil ihm die Möglichkeiten fehlen, es in Erfahrung zu bringen, oder weil die Symptome bislang noch nicht aufgetreten sind. Es ist also damit zu rechnen, dass die Zahlen zeitnah rasant ansteigen werden und wir uns derzeit noch weit vor den tatsächlichen Werten befinden.

Afrika bereitet sich auf Corona vor

Inzwischen gibt es 39 Labore, die geschult und entsprechend ausgestattet sind, anfangs waren es nur zwei. Die Maßnahmen der Regierungen zum Schutz der Bevölkerung sind – durch die Erfahrungen im Umgang mit Seuchen wie Ebola – routinierter und entschlossener als europäische. Viele verfügen schon ab dem ersten bestätigten Corona-Fall, teilweise sogar schon vorher, drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens. An Flughäfen finden verstärkte Gesundheitskontrollen statt und der Flugverkehr, insbesondere zu Risikogebieten, wird eingeschränkt bzw. ganz unterbrochen. In Ländern wie Namibia, Südafrika und Madagaskar schließen bereits Schulen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, das Virus einzudämmen, oder es zumindest in seiner Ausbreitung zu verlangsamen, ist neben entsprechender hygienischer Vorsorge und medizinischer Versorgung außerdem die Transparenz: Gerade China stellt ein Negativbeispiel dafür dar, wie Vertuschung und fehlende Aufklärung zu rasanter Verbreitung führen können.

Ebola-Medikament soll im Kampf gegen Corona getestet werden

Derzeit laufen Medikamententests auf Hochtouren. Unter anderem wird momentan auch ein Ebolamittel getestet, welches die Vermehrung des Erbguts bestimmter Viren, zu denen auch das Coronavirus zählt, ausbremsen soll (Stand: 13.03.20).

Die letzte Ebola-Epidemie fand zwischen 2014 und 1016 hauptsächlich im westafrikanischen Raum statt und gilt mit ihrem Ausmaß als eine der schlimmsten seit ihrer erstmaligen Diagnose 1976. Damals wurden mit dem Medikament Remdesivir bereits Menschen behandelt, die an Ebola erkrankt waren, es erfüllte jedoch nicht die Erwartungen. Nun wird es im Kampf gegen Corona geprüft.

Welchen Beitrag leisten unsere Mitgliedsorganisationen?

Unsere Mitgliedsorganisationen leisten wichtige Beiträge zur gesundheitlichen Versorgung Afrikas. Das ist in der aktuellen Krise wichtiger denn je! ADRA Deutschland beispielsweise unterstützt mit Spenden die Beschaffung von medizinisch-hygienischen Hilfsgütern in Krisengebieten und action medeor unterstützt Hilfsprojekte und den Versand von Medikamenten weltweit. Die Stiftung Menschen für Menschen leistet mit ihren Hygieneprojekten in Äthiopien einen wichtigen Beitrag bei der Eindämmung von Infektionen.

Um unsere Mitgliedsorganisationen auch weiterhin mit Spenden zu unterstützen, bitten wir Sie in dieser schwierigen Situation, Ihren Blick für die humanitäre Lage über die eigenen Grenzen hinaus nicht zu verlieren und sich solidarisch zu zeigen, soweit es Ihnen möglich ist.

Leisten Sie mit ihrer Spende einen Beitrag und helfen Sie bei der Schaffung von Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten der Virus-Erkrankung in Afrika!

Quellen und weitere Informationen:

Aktueller Überblick der WHO zur Ausbreitung des Corona-Virus

Interview vom Spiegel zur Lage des Corona-Virus in Afrika

Artikel des Ärzteblattes zur Studie mit Ebola-Medikament

Artikel der Westdeutschen Zeitung zur Corona-Situation in Afrika

TAZ-Artikel zum Umgang Afrikas mit der Corona-Situation

Wasserversorgung neu gedacht – Innovationen aus Kenia und Burkina Faso

Wasser ist wichtiger Bestandteil des Lebens – das ist unbestreitbar. Dennoch ist der Zugang dazu für viele Menschen nicht selbstverständlich. Besonders Afrika ist immer wieder von extremen Dürreperioden betroffen, die die Versorgung der dort Lebenden zu einer unglaublichen Hürde machen und die zudem große Hungersnot nach sich ziehen. Die folgenden Innovationen zwei junger Frauen aus Kenia und Burkina Faso schenken Hoffnung und haben Potenzial, das Leben vieler Menschen zu verbessern.

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_©Kenya Climate Innovation Center (KCIC)

Wasserversorgung neu gedacht – Innovationen aus Kenia und Burkina Faso

 

Majik Water aus Kenia für sauberes Wasser

In Kenia ist Wasser ein knappes Gut – das musste Beth Koigi am eigenen Leib erfahren. Denn selbst wenn es einen Zugang zu Wasser gab, dann war es aufgrund von Verunreinigungen und Bakterien oft nicht trinkbar. Diese Umstände inspirierten die Kenianerin zu ihrer ersten Innovation, einem Wasserfilter, der ganze 50 Liter pro Stunde filtern kann. So ermöglichte sie sich und ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen während ihres Studiums den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Doch was tun, wenn man kein Wasser hat, welches man filtern kann? Flüsse sind oft weite Fußmärsche entfernt und Dürren sorgen dafür, dass die Ressource, die sich sowieso schon rar gemacht hat, noch knapper wird.

Die Antwort lautet „Majik Water“. Majik Water transformiert Luft in sauberes Trinkwasser. Denn es gibt insgesamt etwa sechs Mal mehr Wasser in der Atmosphäre gemessen an der gesamten Menge aller Flüsse der Welt. Das funktioniert hauptsächlich mithilfe von zwei Methoden: Die Nutzung von hygroskopischem Material, welches durch Hitze Wasser aus der Luft absorbieren kann, und Kondensation – der Verdichtung von Gas zu Flüssigkeit. Durch die Kombination beider Methoden können mit Majik Water derzeit bis zu 50 Liter Liter Wasser am Tag gewonnen werden – mit Aussicht auf zukünftig noch größere Mengen.

 

SolarKoodo aus Burkina Faso zur Bewässerung in der Landwirtschaft

 

Baumwolle ist ein bedeutendes Export-Produkt für Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Welt. Umso wichtiger ist es, dass die Baumwollplantagen mit ausreichend Wasser versorgt werden können.  Die Wasserknappheit im Land stellt ein ganz besonderes Hindernis für die Landwirtschaft dar. Besonders Kleinbauern und Familienbetriebe, denen es oft an entsprechenden Bewässerungsmöglichkeiten mangelt, sehen sich mit dieser Aufgabe konfrontiert.

Safiatou Nana hat sich diesem Problem angenommen: Mit der Gründung von SolarKoodo entwickelte sie ein solarbetriebenes Pumpensystem, welches Wasser aus Bohrlöchern zieht. Der Clou daran: Es ist mobil und nicht an einen festen Ort gebunden, somit können es sich mehrere Farmer teilen. Hinzu kommt, dass so auch Farmer an Wasser gelangen, die normalerweise durch einen sehr geringen Grundwasserspiegel eingeschränkt sind. SolarKoodo kann darüber hinaus sogar Häuser mit Strom versorgen.

 

Einfallsreiche Innovationen können zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensumstände vieler Menschen führen, das zeigen Frauen wie Beth Koigi und Safiatou Nana. Viele Länder Afrikas sind durch extreme Umstände der Natur und starke Armut gezeichnet. Das lässt kluge Köpfe erfinderisch werden und führt zu beeindruckenden Kreationen, welche Problemen die Stirn bieten, von denen viele Menschen betroffen sind.

 

Quellen und weitere Informationen:

Ted-Talk von Beth Koigi über Majik Water (11.07.2019)

Artikel über Majik Water bei Nairobi Business Monthly (03.08.18)

Blog-Beitrag von One.org über afrikanische Innovationen (28.08.19)

Anwärterliste für den Africa Prize for Engineering Innovation 2019

Website von Majik Water

Website von SolarKoodo

 

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„Ask Without Shame“: eine Aufklärungs-App aus Uganda

Das Thema Sex ist in vielen afrikanischen Ländern ein Tabuthema. Dadurch ist das Sprechen über alles, was damit zu tun hat, schwierig und fundiertes Wissen über Geschlechtskrankheiten nur eingeschränkt vorhanden. Mit dem Problem der mangelnden Aufklärung hatte auch Ruth Nabembezi in Uganda zu kämpfen und entwickelte deshalb eine App, über die man anonym Informationen rund um das Thema Sexualität und Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten bekommen kann.

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„Ask Without Shame“: eine Aufklärungs-App aus Uganda

Ruth Nabembezi  kommt aus Uganda und ist dort in einem Waisenhaus aufgewachsen, da ihre Eltern früh an den Folgen von Aids gestorben sind. Ihre Schwester wurde mit HIV geboren und als Ruth in die High School kam, erkrankte auch ihre Schwester an Aids. Sie verlor Gewicht, ihr fielen die Haare aus, sie bekam Hautausschlag und starb.

„Sie wäre wahrscheinlich noch am Leben, wenn sie über HIV aufgeklärt worden wäre“, so Ruth Nabembezi. Damals war ihre HIV-Infektion nicht diagnostiziert worden, sodass sie nicht die entsprechende Behandlung bekommen hat und letztendlich an den Folgen davon starb.

Nach dem Verlust ihrer Schwester war sich Ruth sicher, dass sie die Menschen über  HIV und Aids aufklären wollte. Mit dieser Intention ging sie zur Social Innovation Academy (SINA), einer  Stiftung, die benachteiligte Menschen vornehmlich in Uganda und Ostafrika ausbildet und sie dabei unterstützt, Lösungen für die Probleme ihrer Community zu finden und diese umzusetzen. Dort beschäftigte Ruth Nabembezi sich mit dem Problem des Stigmas und der Scham rund um das Thema Sexualität und entwickelte 2015 eine App namens „Ask Without Shame“. Über diese App können Menschen anonym Fragen rund um das Thema Sexualität stellen, werden über Themen wie HIV und AIDS aufgeklärt und ihnen wird Hilfe bei individuellen Fragen und Problemen angeboten. Dadurch schafft sie es, eine schamfreie Sexualaufklärung für Jugendliche zwischen 12 und 35 Jahren zu ermöglichen und hilft, weitere HIV-Infektionen durch Aufklärung zu verhindern. Im Jahre 2015 waren 1,5 Millionen Menschen in Uganda mit HIV infiziert, 2018 waren es 1,4 Millionen Menschen.

Wie funktioniert die App

Man kann sich  anonym in die App einloggen und sich  über  Themen wie Sex, Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft, Verhütung und HIV informieren. Außerdem erfährt man wie man Hilfe in Situationen sexuellen Missbrauchs oder Vergewaltigung erhält und kann auch persönliche Fragen stellen. Medizinische Expertinnen und Experten stehen den Nutzenden rund um die Uhr zur Verfügung. Wenn man kein Smartphone hat, kann man auch per SMS oder Anruf Fragen stellen. Die App kann außerdem Verbindungen zu Kliniken oder Ärzten herstellen.

Die App Heute

Ca. 57%  der Bevölkerung in Afrika besitzen ein Mobiltelefon. Im Jahr 2016 benutzten in Afrika 294 Millionen Menschen ein Smartphone und es wird prognostiziert, dass es 2021 schon 900 Millionen Nutzende sein werden. Im Jahr 2017 benutzten bereits 35.000 Menschen diese App und es werden rund 200 Fragen pro Tag gestellt. Mit der Zeit hat sich um „Ask without Shame“ herum ein Unternehmen gegründet, welches eine Klinik mit Ärzten, Psychologen, Beratungsdiensten und Betreuungsdiensten betreibt. Mittlerweile führen sie auch kleine Operationen durch und bieten Familienberatung sowie diverse Labordienstleistungen an. Außerdem leiten sie Schulungen an Schulen, Universitäten und Gemeinden und klären über die Themen auf.

So haben Ruth Namembezi und ihr Team einen Raum geschaffen, in dem das Thema Sexualität offen und ohne Scham behandelt werden kann.

Quellen und weitere Informationen

Link zur Webseite:  https://startup.info/askwithoutshame/

Ein Link zur App:  https://play.google.com/store/apps/details?id=com.askwithoutshame7

https://askwithoutshame.org/#our-inspiration

https://socialinnovationacademy.org/enterprise/ask-without-shame/

https://reset.org/blog/ask-without-shame-aufklaerung-app-02082017

https://askwithoutshame.org/

https://www.vodafone-institut.de/f-lane/ask-without-shame-sexual-education-africa-via-app/

https://startup.info/askwithoutshame/

https://www.avert.org/professionals/hiv-around-world/sub-saharan-africa/uganda

https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/smartphone-nutzung-in-afrika

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217457/umfrage/anteil-mobiler-endgeraete-an-allen-seitenaufrufen-weltweit/

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Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Riesige Heurschreckenschwärme breiten sich weiter in Ostafrika aus und vernichten ganze Ernten. Die Folgen sind veheerend. Die betroffenen Länder kämpfen gegen die Plage an.

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_©picture alliance / AP Images

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Milliarden Heuschrecken fressen die Felder leer

Milliarden Heuschrecken ziehen in riesigen Schwärmen durch Ostafrika und verwüsten ganze Landstriche. Sie fressen in nur wenigen Stunden die Felder leer und vernichten damit die Nahrung von hunderttausenden Menschen. Vor allem Somalia, Äthiopien, Kenia, Eritrea sowie Teile des Sudans und Ugandas sind besonders geplagt. Große Teile der Ernten sind dort bereits zerstört.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Heuschreckenschwärme bis Juni um das 500-fache ansteigen und sich die Plage auf weitere Länder ausweiten könnte. Dann droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Da die meisten Menschen in der Region von der Landwirtschaft leben, hätte das verheerende Folgen auf die Ernährungssituation in ganz Ostafrika. Bis zu 13 Millionen Menschen sind dann von Hunger bedroht.

Auswirkungen in Kenia und Somalia

Für Kenia wäre das die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Somalia hat bereits Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dort leiden schon jetzt 6,7 Millionen Menschen unter akuter Mangelernährung. Denn in vielen der betroffenen Gebiete haben in den letzten Jahren bereits Dürren und Überschwemmungen die Ernten vernichtet.

Uganda setzt Armee ein

Uganda setzt im Kampf gegen die Heuschrecken sogar seine Armee ein. 2.000 Soldaten wurden in die betroffenen Gebiete im Osten des Landes verlegt und zwei Flugzeuge wurden angeschafft, um die Schwärme aus der Luft mit Insektiziden zu bekämpfen. Das ist laut Experten auch die einzige wirksame Gegenmaßnahme.

Auch Äthiopien geht mittlerweile mit Luft- und Bodeneinsätzen gegen die Heuschreckenschwärme vor.

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Mittlerweile breiten sich die Schwärme auch außerhalb Afrikas in Richtung Osten aus, wo laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jetzt auch die Arabische Halbinsel, die Küste des Persischen Golfs in Kuwait, Bahrain und Katar betroffen sind.

„Die Heuschreckenschwärme treffen auf eine Region, in der Millionen Kinder bereits mangelernährt sind“, erklärt Sid Johann Peruvemba, Vorstand von action medeor, und macht den Ernst der Lage in Ostafrika deutlich: „Die Menschen stehen vor dem Nichts.“

Unsere Mitgliedsorganisationen versuchen das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit den lokalen Partnern plant beispielsweise action medeor in Somalia Bargeldhilfen, Lebensmittelverteilungen und Rehabilitationsmaßnahmen wie Saatgutverteilungen für eine spätere Nachsaat.

Quellen und weitere Informationen

https://www.agrarheute.com/tier/heuschreckenplage-bedroht-staaten-565307

http://www.fao.org/emergencies/fao-in-action/stories/stories-detail/en/c/1263522/

https://www.tagesschau.de/ausland/heuschreckenplage-103.html

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

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Eine spannende Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Die Schülerin Flora Will hat zwei Wochen lang das Team von GEMEINSAM FÜR AFRIKA als Schülerpraktikantin unterstützt. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

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Eine spannende Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hallo, ich bin Flora Will, 16 Jahre alt und habe für zwei Wochen vom 10.02.2020 bis 21.02.2020 ein wundervolles Praktikum bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA gemacht. Der Kontinent Afrika interessiert mich schon länger, vor allem seine Vielfältigkeit. Durch das Interesse bin ich dann auf GEMEINSAM FÜR AFRIKA gestoßen. Und als dann ein Schülerpraktikum bei mir angesagt war, hatte ich Interesse, in die Arbeit einer Organisation, die auch am besten etwas mit Bildung zu tun hat, reinzuschauen.

Während meiner Praktikumszeit habe ich einen tollen Einblick in die verschiedensten Aufgaben bekommen. In die Bildungsarbeit, Kampagnenarbeit, Administration, Start und Ende eines Projektes.

Ich habe in meiner Zeit bei GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Bildungsmaterialen getestet, und darüber viele neue Sachen über Afrika gelernt zum Beispiel woher manche Rohstoffe aus deinem Handy kommen oder welche Verbindungen es zwischen Afrika und Europa gibt, in welchen Dingen Europa oder Afrika weiter entwickelt ist. Weitere Aufgaben, die ich für GEMEINSAM FÜR AFRIKA erledigt habe, hatten mit Recherche zutun. Ich sollte herausfinden, was für Events es rund um Afrika in Deutschland gibt, Innovationen aus Afrika raussuchen und welche Themen in verschiedenen afrikanischen Ländern gerade aktuell sind. Zudem habe ich mir die GEMEINSAM FÜR AFRIKA-Webseite angeschaut und Verbesserungsvorschläge vermerkt. Ich durfte auch einen  Artikel für die Webseite verfassen, mit einem selbst ausgesuchten Thema. Dabei habe ich gelernt, wie man so etwas schreibt und nachher formatiert. Diese Aufgabe war für mich besonders erfüllend.

Ein großes Projekt von GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist die Straßenaktion am internationalen Afrika-Tag. Und ich war genau in dem Zeitraum da, wo es darum ging, ein Thema für die Straßenaktion zu finden. So durfte ich Themen vorschlagen, die mich interessieren und Vorschläge machen, wie man dieses Thema sinnbildlich, provokant und interessant für die Presse und die Bürgerinnen und Bürger darstellen könnte. Diese haben wir dann auch besprochen und ich konnte so mitnehmen, auf was es ankommt und worauf man achten muss bei einer solchen Straßenaktion.

Zur Abwechslung der ganzen Computerarbeit habe ich mit einer Kollegin den Dachboden, der als Lager für die Bildungsmaterialien dient, neu strukturiert und einen Überblick bekommen, welche Materialien vorhanden sind.

Ich konnte sehr selbständig arbeiten nachdem ich Arbeitsaufträge bekommen habe, was mir das Gefühl von Vertrauen in meine Arbeit gegeben hat. Meine Kolleginnen haben sich am Anfang Zeit genommen, mir alles über GEMEINSAM FÜR AFRIKA in Ruhe zu erklären und mich umfassend eingeführt. Zudem gab es eine sehr entspannte Arbeitsatmosphäre und ein herzliches Team, was mich sehr gut aufgenommen hat, so dass ich mich sehr wohl gefühlt habe. Dadurch, dass ich nach meiner Meinung zu den verschiedensten Themen gefragt wurde, hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur Praktikantin zu sein. Dieses Praktikum war eine sehr aufregende, spannende, informative und erfahrungsreiche Zeit.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA kann nur vereinzelt und auf direkte Anfrage Schülerpraktika anbieten, sofern zeitliche Kapazitäten vorhanden sind, da uns eine gute und angemessene Betreuung sehr wichtig ist.

Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Das Horn Afrikas bereitet sich auf die schwerste Heuschreckenplage seit 25 Jahren vor. Somalia ist davon besonders betroffen. Der somalische Landwirtschaftsminister Said Hussein Iid erklärte, die Heuschrecken stellen eine große Bedrohung neben der bereits vorherrschenden Ernährungsunsicherheit Somalias dar.

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Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Heuschrecken bedrohen 6,7 Millionen Menschen

6,7 Millionen Menschen sind in Somalia schon jetzt von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Die Heuschrecken verschärfen die Lage zusätzlich. Denn eine Heuschrecke kann im Laufe eines Tages so viel fressen, wie sie selbst auf die Waage bringt. Die Schwärme können zudem große Strecken innerhalb kürzester Zeit zurücklegen – bis zu 150 km pro Tag. Die Schwärme fliegen von Nordsomalia Richtung Süden und breiten sich auch in den angrenzenden Ländern aus. In Kenia droht sogar die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren.

Schlechte Voraussetzungen in der Schädlingsbekämpfung

Im Somalia sind allerdings die Voraussetzungen, um die Plage in den Griff zu bekommen, besonders schlecht. Die Sicherheitssituation am Boden lässt es nicht zu, dass Flugzeuge von der Luft aus Mittel gegen die Insekten einsetzen können. Al-Shabaab-Kämpfer sowie weitere bewaffnete Gruppen könnten die Flugzeuge abschießen. Es bleiben den Menschen nur wenige effektive Mittel. Wenn die Schwärme nicht unter Kontrolle gebracht werden können, droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Denn in wenigen Monaten – spätestens im April – startet die Erntesaison. Nun ist internationale Unterstützung gefragt. Die Lagebeurteilung der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ähnelt der des somalischen Landwirtschaftsministers: Die Heuschreckenplage stelle eine noch nie dagewesene Bedrohung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage der Menschen in der Region dar.

Heuschrecken aus Jemen

Die Heuschreckenschwärme stammen ursprünglich aus Jemen. Aufgrund der für die Heuschrecken besonders günstigen Wetterbedingungen konnten sie sich dieses Jahr besonders stark vermehren.

Quellen und weitere Informationen

http://www.fao.org/emergencies/resources/photos/photo-detail/en/c/1250886/

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

https://www.dw.com/de/heuschrecken-fressen-ostafrika-kahl/a-52116420

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

Krisen in Afrika erhielten 2019 die wenigste mediale Aufmerksamkeit – das zeigt der neue Bericht 'Suffering in Silence' unserer Bündnisorganisation CARE.

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

In ihrem neuen globalen Bericht ‚Suffering in Silence‘ macht unsere Bündnisorganisation CARE auf die zehn humanitären Krisen aufmerksam, die 2019 trotz desaströser Verhältnisse die wenigste internationale Medienberichterstattung erhielten. Das vierte Jahr in Folge präsentiert die Hilfsorganisation die vergessenen Krisen und beobachtet einen besorgniserregenden Trend: Im Jahr 2019 fanden inzwischen neun von zehn Krisen auf dem afrikanischen Kontinent statt.

Hungernd und vergessen: Madagaskar auf Platz 1

In Madagaskar litten Ende 2019 2,6 Millionen Menschen an den Auswirkungen chronischer Dürren. Ein gutes Viertel der Bevölkerung (über 916.000 Menschen) ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Denn die meisten Madegassen können von ihrem Einkommen nicht leben: Drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als 1.70 Euro pro Tag.

Madagaskar hat die weltweit vierthöchste Rate an chronischer Unterernährung und jedes zweite Kind unter fünf Jahren ist unterentwickelt. Dies birgt eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer kognitiven und körperlichen Gesundheit und erhöht das Risiko, krank zu werden: Anfang 2019 gab es einen besonders großen Masernausbruch mit mehr als 127.000 bestätigten Fällen und gleichzeitig das saisonale Auftreten der Pest. Vor allem Kinder waren davon betroffen.

So schwer die Auswirkungen der Lage in Madagaskar ist, so wenig wird sie in der internationalen Öffentlichkeit wahrgenommen: CARE listete den Inselstaat auf Platz 1 der Krisen, die kaum Schlagzeilen produzierten.

Klimaveränderungen verstärken humanitäre Krisen enorm

„Wir beobachten seit Langem einen Zusammenhang zwischen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung und der Länge und Komplexität von humanitären Krisen“, erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, bei der Veröffentlichung am vergangenen Dienstag der Studie im Auswärtigen Amt in Berlin. „Obwohl das gesteigerte öffentliche Bewusstsein für die Klimakrise Mut macht, ist es gleichzeitig schockierend, wie wenig über ihre Auswirkungen im globalen Süden berichtet wird.“

Mehr Berichterstattung liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Medien: „Krisen, über die am wenigsten berichtet wird, sind oft auch diejenigen, die die geringste Finanzierung erhalten. Das müssen wir ändern“, sagt Peter Felten, Leiter des Referats für Multilaterale Gestaltung der Humanitären Hilfe im Auswärtigen Amt. „Es ist unsere Aufgabe, auch dorthin zu schauen, wo es keine Medienschlagzeilen und keine einfachen Antworten gibt. Als einer der größten Geber für humanitäre Hilfe weltweit ist sich Deutschland der Verantwortung bewusst, auch chronische und klimabedingte Krisen mit Nachdruck auf die Agenda zu bringen.“

Die Konsequenzen der vergessenen Krisen sind hoch: Um im Jahr 2020 humanitäre Hilfe für knapp 109 Millionen Menschen in Krisenregionen weltweit zu leisten, werden laut den Vereinten Nationen rund 26 Milliarden Euro benötigt.

Den ganzen Bericht lesen Sie hier. Mehr über die Arbeit unserer Bündnisorganisation CARE erfahren sie hier. In Madagaskar führt CARE eines ihrer wichtigen Projekte zum Schutz vor Klimawandel, wiederkehrenden Naturkatastrophen und daraus resultierenden Hungerkrisen durch. Mehr dazu lesen sie hier.

Suffering in Silence – Top 10 der vergessenen Krisen

  1. Madagaskar – 2,6 Millionen Menschen leiden durch die klimatischen Veränderungen an Hunger
  2. Zentralafrikanische Republik – Ein brutaler Konflikt im Herzen Afrikas: Etwa 2,6 Millionen Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe
  3. Sambia – Wiederholt fallen Ernten aus. Etwa 2,3 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe
  4. Burundi – 1,7 Millionen Menschen haben nicht genug Mittel, um ihre Familien zu ernähren
  5. Eritrea – Schwere Dürre: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung
  6. Nordkorea – Ein Land in Isolation: 10,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  7. Kenia – Überschwemmungen und Dürren: Mehr als 1,1 Millionen Menschen hungern
  8. Burkina Faso – Bewaffnete Konflikte und Gewalt: 5,2 Millionen Menschen sind betroffen
  9. Äthiopien – Naturkatastrophen, Mangelernährung und Vertreibung: 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen
  10. Tschadsee-Region – Konflikte, Vertreibung und Hunger: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe

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Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Die UNO-Flüchtlingshilfe macht zum Tag der Menschenrechte auf die zahlreichen Menschen aufmerksam, die auf der Flucht Verletzungen ihrer grundlegenden Rechte oft schutzlos ausgeliefert sind.

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Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Jedem Menschen sollten dadurch die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert sein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status.

71 Jahre später sind weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht: für unsere Bündnisorganisation UNO-Flüchtlingshilfe ein trauriger Rekord, der im krassen Widerspruch zur Intention der Menschrechtscharta steht. Aufgrund ihrer prekären Situation bleibt vielen Geflüchteten der Zugang zu grundlegenden Rechten verwehrt, oft sind sie Menschenrechtsverletzungen schutzlos ausgeliefert. Sie werden wegen ihrer Religion, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, der politischen Gesinnung oder sexueller Neigung verfolgt, bedroht oder diskriminiert. In einigen Ländern der Welt droht zum Beispiel Homo- und Transsexuellen die Todesstrafe. In vielen weiteren werden diese Menschen mit langen Haftstrafen bestraft.

„Menschenrechtsverletzungen werden tagtäglich, weltweit und millionenfach begangen. Wir dürfen uns damit nicht abfinden. Und wenn wir vielleicht als Einzelpersonen diese Taten nicht verhindern können, so kann jede und jeder zumindest die Opfer unterstützen“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Fehlen Gesundheitsvorsorge, ein Bildungssystem oder die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, wird ein Leben in Würde unmöglich. Kommen politische Verfolgung, Diskriminierung und Folter einzelner Gruppen wie ethnischer oder religiöser Minderheiten hinzu, sehen viele Menschen nur den Ausweg der Flucht, um für sich und ihre Familien eine neue Zukunft aufzubauen.

Beispiel Demokratische Republik Kongo

Bereits seit 1999 ist die Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stationiert. Der Krieg ist seit 2003 beendet – doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die Menschen leiden unter der Gewalt, marodierenden Banden, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch, Folter und Mord. Die Flüchtlingskrise in der DR Kongo hat inzwischen ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Insgesamt 5,4 Millionen Kongolesen sind durch die Gewalt im Land entwurzelt worden: 4,5 Millionen Menschen leben als Vertriebene im eigenen Land und fast 900.000 Kongolesen als Flüchtlinge in verschiedenen afrikanischen Ländern. Gleichzeitig leben über eine halbe Million Flüchtlinge aus anderen Ländern in der DR Kongo.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner unterstützt, hilft Geflüchteten weltweit: Der UNHCR unterhält Depots für Material, das im Notfall benötigt wird, registriert, informiert und berät Menschen auf der Flucht, kämpft für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen, Vertriebenen und Staatenlosen.

 

Zusammen mit fünf Social Media Stars unterwegs in Kenia

Im November waren wir mit fünf Social Media Stars in Kenia. Die Reise führte uns von Projekten unserer Mitgliedsorganisationen in der Hauptstadt Nairobi bis hin zu nachhaltigen und innovativen Textilfabriken mitten im Tsavo Nationalpark.

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Zusammen mit fünf Social Media Stars unterwegs in Kenia

Im November waren wir mit fünf Social Media Stars in Kenia. Die Reise führte uns von Projekten unserer Mitgliedsorganisationen in der Hauptstadt Nairobi bis hin zu nachhaltigen und innovativen Textilfabriken mitten im Tsavo Nationalpark.

Die Kanga – mehr als ein Kleidungsstück

Wer in Ostafrika, besonders in Tansania und Kenia, unterwegs ist, wird die als „Kanga“ bezeichneten bunten Tücher nicht übersehen können, denn sie sind allgegenwärtig. Ein guter Grund, sich einmal näher mit dem Kleidungsstück, seiner sozio-kulturellen Bedeutung und Geschichte auseinander zu setzen.

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_©GFA

Die Kanga – mehr als ein Kleidungsstück

_©GfA, Adaption der Grafik „Orthographic map of Africa“ von Martin23230 (wikipedia.org), CC 3.0

„Kernländer“ um die großen Seen in Ostafrika, in denen die Kanga hauptsächlich getragen wird

In Tansania, Kenia und anderen ostafrikanischen Ländern um die großen Seen sieht man immer wieder Menschen, ganz besonders Frauen, die in farbenfrohe Tücher gekleidet sind. Diese heißen „Kanga“ und werden im Alltag, aber auch zu besonderen Anlässen verwendet und getragen. Die Tücher sind 1.5 Meter mal 1 Meter groß und werden meist als Paar verkauft. Es gibt die Tücher in den verschiedensten Farben und Mustern, aber eines haben alle Kangas gemeinsam (und dadurch unterscheiden sie sich von anderen Materialien in Ostafrika, aus denen Kleidung gemacht wird): Sie haben eine dreiteilige Aufgliederung.

_©Mark Dingemanse, CC 2.5 Generic

Jede Kanga hat einen Rahmen (pindo) (1) mit einem Muster. Der zentrale Teil innerhalb des Rahmens (mji) (2) kann ein Muster oder ein Bild sein und sticht dem Betrachter zuerst ins Auge. An der unteren Seite des zentralen Musters ist ein Spruchband (jina) (3) auf Kisuaheli gedruckt – und das ist es eigentlich, was die Kanga besonders und leicht von anderen Stoffen unterscheidbar macht. Dieses Spruchband übermittelt dem Betrachter bzw. der Betrachterin eine Nachricht. Oft handelt es sich um ein Sprichwort oder einen Wunsch, es kann aber auch eine politische oder gesellschaftskritische Botschaft sein. Dadurch kann die Kanga auch einen emanzipatorischen Aspekt haben bzw. Mittel des (politischen) Widerstands sein, denn Frauen können so Botschaften übermitteln, die sie nie öffentlich verbalisieren. Aber auch im Alltag können Botschaften so indirekt übermittelt werden ohne etwas „sagen“ zu müssen – die beteiligten Personen verstehen dies jedoch. Ein Beispiel:

„Frau Hafswa bekam von ihrer Nachbarin Frau Yasmin eine Kanga geschenkt mit der Aufschrift „Ataka yote hukosa yote“ (Wer alles will, verliert normalerweise alles). Darüber ärgerte sich Frau Hafswa sehr und konfrontierte Frau Yasmin, indem sie sie fragte, warum sie ihr ausgerechnet diese Kanga geschenkt habe. Aber Frau Yasmin verweigerte das Gespräch indem sie sagte, dass sie nicht lesen kann und damit die Bedeutung des Spruches gar nicht verstanden hat. Das glaubte Frau Hafswa ihr nicht, denn es ist allgemein bekannt, dass auch Frauen, die nicht lesen und schreiben können, an der Kommunikation über die Kanga teilnehmen. Aber sie musste es dabei belassen und mit ihren Gefühlen der Wut und Entwürdigung klar kommen. Dieser Zwischenfall ereignete sich kurz bevor Frau Hafswa sich von ihrem Ehemann, einem sehr etablierten Mann in der Gemeinschaft, trennte. Mit diesem Geschenk der Kanga hatte sie das Gefühl, für das Scheitern der Ehe verantwortlich gemacht zu werden und dass die Menschen über sie lästerten. Sie empfand das Geschenk als ungerechtfertigte Einmischung in ihre privaten Angelegenheiten und Verletzung ihrer Privatsphäre. Außerdem sah sie die Aktion der Nachbarin als Ausdruck von Eifersucht und ihrer heimlichen Freude über das Scheitern der Ehe.“

Übersetzung aus dem Englischen aus: Ambiguous signs: The role of the Kanga as a medium of communication, Rosemarie Beck (2001)

Kommunikation über Tabuthemen

Durch die Kommunikation über die Kanga können also Bereiche des alltäglichen Lebens angesprochen werden, die normalerweise mit Tabus und Sprechverboten belegt sind. Dazu gehören z. B. größere Konflikte, Neid, Eifersucht, Unzufriedenheit (negative Höflichkeit), aber auch Sexualität und zu einem gewissen Grad auch Ratschläge (positive Höflichkeit). Solche Sprechverbote gelten für alle Mitglieder der muslimischen Gesellschaften der ostafrikanischen Küste, insbesondere aber für Frauen. Diese Themen werden als besonders brisant angesehen, da sie die Privatsphäre der Menschen betrifft, welche in den Gesellschaften einen sehr hohen Stellenwert hat. Der Verlust der Privatsphäre oder ihre Verletzung wird gleichgesetzt mit dem Verlust der Ehre (heshima). Auf der kommunikativen Ebene erzeugt die Kanga eine interessante Situation, da über die Themen kommuniziert, nicht aber gesprochen wird. In der oben beschriebenen Situation zwischen Frau Hafswa und Frau Yasmin wird dies durch Frau Yasmin deutlich indem sie das Gespräch verweigert und den Konflikt nicht verbalisieren möchte. Der Konflikt selbst wird damit nicht besprochen, sondern die Kommunikation zwischen den beiden Frauen dreht sich ersteinmal darum, ob es überhaupt eine Kommunikation über einen Konflikt mit dem Mittel der Kanga gab oder nicht.

An der ostafrikanischen Küste, die von der Swahili-Kultur geprägt ist, wird eine soziale Hierarchie zwischen Personen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Herkunft wahrgenommen. In Kontexten mit negativer Höflichkeit, wie in der Geschichte beschrieben, wird die Kanga oft „von unten nach oben“ als Kommunikationsinstrument genutzt (Frau Yasmin gibt an, nicht lesen zu können, was ihren niederen sozialen Status gegenüber Frau Hafswa betont). Das heißt, dass beispielsweise junge Frauen mit niedrigerem sozial-ökomonischen Status älteren Frauen mit höherem sozial-ökonomischem Status eine kritische Botschaft mittels der Kanga übermitteln können. Eine positive Höflichkeit wie ein Ratschlag hingegen wird meistens „von oben nach unten“ kommuniziert.

Augen auf beim Verschenken einer Kanga

Heute werden Kangas gerne zu allen möglichen Anlässen verschenkt – auch z. B. Gäste in Projekten bekommen oft eine Kanga als Willkommens- oder Abschiedsgeschenk überreicht. Verschenkt man eine Kanga, sollte man sich vorher immer genau darüber informieren, was der Spruch genau bedeutet. Denn verschenkt man eine Kanga mit einem freudigen Spruch für eine Hochzeit zum Anlass einer Beerdigung, kann dies die Beziehungen stark und nachhaltig beschädigen. Bei besonderen Ereignissen, wie z. B. der Wahl von Barack Obama 2009 zum ersten schwarzen Präsidenten oder dem 50. Jahrestag der Universität Dar es Salaam, werden oft spezielle Kangas gedruckt, die sich auf diese Ereignisse beziehen.

Kanga, die an das 50jährige Bestehen der Universität Dar es Salaam erinnert (1961 – 2011)

Kanga mit Glückwünschen (Hongera) für den neu gewählten Präsidenten Barack Obama

„Ahsante“ bedeutet „Danke“

Sozial-geschichtlicher Hintergrund

Die Kanga ist vermutlich in den 1880er Jahren auf Sansibar „erfunden“ worden. Sie spielte eine wichtige Rolle in der Emanzipation der Sklaven und ihrer Integration in die muslimische Swahili-Gesellschaft an der ostafrikanischen Küste. Als Symbol für ihre Emanzipation wies sie sowohl auf ihren „neuen“ Status als Mitglied der Gesellschaft hin als auch auf ihre Herkunft aus der Bevölkerungsgruppe der Sklaven. Die Muster beispielsweise sind inspiriert von der handgefertigten Kleidung reicher Frauen. Durch das Tragen einer solchen Kanga drückte die Frau ihr Wissen über kulturell wichtige Muster aus und bekräftigte ihr Zugehörigkeitsgefühl als Mitglied der Gesellschaft. Auf der anderen Seite waren diese Tücher nicht „das Original“, da die Muster auf die Stoffe maschinell aufgedruckt und nicht durch Handarbeit aufgenäht waren. Dies verwies auf ihren Status am Ende der sozialen Hierarchie in der Gesellschaft. Mit der Zeit werden neue Formen und Muster aufgenommen (zum Beispiel Muster, die neue Erfindungen wie Uhren und Flugzeuge symbolisieren) und in dem Kleidungsstück verarbeitet, sodass Kangas sowohl Innovation als auch Konservativismus ineinander vereinen können.

Das Wort „Kanga“ kommt wahrscheinlich von dem Kisuaheli-Wort „kukanga“, das auf Deutsch „wickeln“ heißt. Und das Tuch kann auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen gewickelt werden. Dadurch kann es in vielen Lebenslagen verwendet werden: Als Rock, als Baby-Tragetuch, als Kopfbedeckung, als Handtuch… es ist unglaublich praktisch, nicht nur für die indirekte Kommunikation.

_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA I Jannik Stützenberger

_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA I Jannik Stützenberger

Quelle: Ambiguous signs: The role of the Kanga as a medium of communication, Rosemarie Beck (2001)

Junge Schreibtalente gesucht!

Im diesjährigen Schreibwettbewerb mit dem Titel "Es wird einmal..." lädt unsere Bündnisorganisation CARE junge Schreibtalente ein, sich kritisch und kreativ mit den Herausforderungen unserer Zeit zu beschäftigen.

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_©CARE

Junge Schreibtalente gesucht!

Die Welt ist im Wandel: Wir befinden uns mitten in einer Klimakrise, die Digitalisierung schreitet in rasendem Tempo voran und wir sehen überall auf der Welt Diskriminierung und Ungleichheit. Unter dem Titel „Es wird einmal…“ richtet unsere Bündnisorganisation CARE dieses Jahr zum siebten Mal einen Schreibwettbewerb aus und fragt junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren:

Wie sieht die Zukunft für dich aus?
Wird einmal alles gut?
Wird es einmal ganz böse enden?
Oder wird einmal doch alles ganz anders?

Egal ob Kurzgeschichte, Gedicht oder Songtext, das Ziel ist es junge Menschen dazu anregen, sich kritisch und kreativ mit den Herausforderungen unserer Zeit zu beschäftigen.

Was hat das mit CARE zu tun?

CARE Deutschland e.V. setzt sich für Armutsbekämpfung und Katastrophenhilfe in über 30 Ländern der Welt ein. Mit dem Schreibwettbewerb will CARE junge Menschen dazu aufrufen, sich kritisch und kreativ mit globalen Fragestellungen auseinander zu setzen. Das diesjährige Thema „Es wird einmal…“ soll zum Nachdenken und Träumen anregen, zum Überlegen, was die Zukunft bringen könnte.

Jury & Preisverleihung

Wie in jedem Jahr wird eine prominente Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medien, Kunst und Kultur die eingereichten Texte bewerten.

Bei der Preisverleihung im März 2020, die im Rahmen des renommierten Literaturfestivals lit.COLOGNE in Köln stattfinden wird, werden die Gewinnerinnen und Gewinner natürlich auch angemessen gefeiert! Ralph Caspers („Wissen macht Ah!“ und „Die Sendung mit der Maus“) wird die Moderation übernehmen und durch die Veranstaltung führen.

Die ausgewählten Gewinnerbeiträge werden dann in dem jährlich erscheinenden Sammelband des Schreibwettbewerbs „Best of CARE-Schreibwettbewerb“ veröffentlicht.

Mitmachen und Losschreiben! 

Teilnehmen dürfen alle, die zwischen 14 und 25 Jahre alt sind, die Einsendungen werden dann in den Altersgruppen 14 – 18 Jahre und 19 – 25 Jahre bewertet. Der Text sollte eine Länge von 1.000 Wörtern nicht überschreiten. Schicke deinen Text bis zum 12. Januar 2020 per E-Mail an schreibwettbewerb(at)care.de oder postalisch an:

CARE Deutschland e.V.
SCHREIBWETTBEWERB
Siemensstraße 17
53121 Bonn

Bei Fragen erreichst Du das CARE-Schreibwettbewerbsteam unter schreibwettbewerb(at)care.de oder telefonisch unter 0228-975 63 63.

Weitere Informationen zum Schreibwettbewerb findest Du hier.

Erstes Smartphone „Made in Africa“ auf dem Markt

Das Unternehmen Mara Group in Ruanda hat große Ambitionen. So hofft es, Ruanda zu einem regionalen Technologiezentrum machen zu können, und ist diesem Ziel nun einen Schritt näher gekommen. Denn im September 2019 hat Mara zwei Smartphones auf den Markt gebracht, die ausschließlich in Afrika hergestellt wurden.

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Erstes Smartphone „Made in Africa“ auf dem Markt

Zwar werden auch Smartphones in afrikanischen Ländern wie Ägypten, Algerien oder Südafrika hergestellt, doch bei dieser Herstellung handelt es sich lediglich um den Zusammenbau importierter Komponenten. Das Unternehmen Mara geht einen neuen Weg: In einer neu gebauten High-Tech-Fabrik in Ruanda stellt es Smartphones vom Motherboard bis zur Verpackung her. Lediglich einzelne Chips müssen die Hersteller importieren, alles andere stellt das Unternehmen direkt vor Ort her. Damit tragen die Smartphones der Mara Group als erste weltweit den Zusatz „Made in Africa“.

Technische Details und Preis

Mara startet erst einmal mit zwei Modellen auf den Markt: Das Mara X ist mit 16 Gigabyte Speicher ausgestattet, das Mara Z mit 32 Gigabyte. Ansonsten laufen beide Modelle auf dem Google Android Betriebssystem und sind mit einer 13-Megapixel-Kamera und einem 5,7 Zoll großen 720p-Display ausgestattet.

Das Mara X kostet umgerechnet 130 Dollar, das Mara Z-Modell liegt bei 190 Dollar. Damit sind beide Versionen etwas teurer als viele chinesische Smartphones mit vergleichbarer Ausstattung. Der Hersteller ist aber zuversichtlich, dass genügend Kundinnen und Kunden die Herkunft der Geräte zu schätzen wissen und daher auch etwas höhere Preise akzeptieren.

Ruandas Plan für die Zukunft: High-Tech-Hotspot werden

Ruanda arbeitet daran, zu einem wichtigen Standort der Technologie-Branche zu werden und so sagte Ruandas Präsident Paul Kagame bei der Eröffnung der neuen Produktionsstätte: „Die neue Fabrik reiht sich in eine steigende Zahl von Hightech-Produkten ein, die in unserem Land produziert werden.“ Das Land hat sich mittlerweile zu einem wirtschaftlichen Innovationsführer in der Region entwickelt. Im Mai 2018 richtete Ruanda das Weltwirtschaftsforum für Afrika aus und die Hauptstadt Kigali soll schon bald zur Innovation City werden – mit Innovationslaboren und finanzieller Unterstützung von Technologieunternehmen.

Quellen und weitere Informationen:

Rwanda just released the first smartphone made entirely in Africa (Fastcompany.com, 10.09.2019)

Mara aus Ruanda: Erste komplett in Afrika gebaute Smartphones (winfuture.de, 11.10.2019)

Made in Afrika:Ruanda baut das unwahrscheinlichste Smartphone des Jahres (sueddeutsche.de, 12.10.2019)

 

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Weltmädchentag 2019

Anlässlich des Weltmädchentages weist GEMEINSAM FÜR AFRIKA darauf hin, dass Mädchen weltweit noch immer mit Barrieren und vielen Arten der Diskriminierung zu kämpfen haben.

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Weltmädchentag 2019

GEMEINSAM FÜR AFRIKA möchte den Weltmädchentag am 11. Oktober dafür nutzen, um auf die Situation von Mädchen weltweit aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit von Veränderungen zu verdeutlichen, denn: Von einer Gleichberechtigung der Geschlechter sind wir noch weit entfernt. In vielen Ländern des globalen Südens ist der Alltag von Mädchen und Frauen von Diskriminierung geprägt.

Bildung ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben

Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule.[1] Mädchen in Afrika sind davon besonders betroffen. Denn gemäß der UNESCO, ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die keine Schule besuchen, in Sub-Sahara Afrika im globalen Vergleich am höchsten.[2] Oftmals spielen religiöse Überzeugungen sowie kulturelle und soziale Konventionen dabei eine Rolle. Der Zugang zu Bildung wird durch Barrieren wie Frühverheiratung und -schwangerschaften, geschlechterbasierter Gewalt und Genitalverstümmelung erschwert. Auch die Tabuisierung der Periode sowie die Notwendigkeit, zu Hause zu helfen, hindert Mädchen daran, zur Schule zu gehen. Mehr Mädchen als Jungen können aus diesen Gründen nicht lesen und nicht schreiben, berufliche Perspektiven und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bleiben ihnen verwehrt.

„Jedes Mädchen, das zur Schule geht, lernt für eine bessere Zukunft. Kein Mädchen darf daher von Bildung ausgeschlossen werden, denn sie bedeutet Schutz und Perspektive gleichermaßen“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, der Geschäftsführer unserer Bündnisorganisation der UNO-Flüchtlingshilfe.

Die UNO-Flüchtlingshilfe engagiert sich besonders für den Zugang von geflüchteten Mädchen zu Bildung, sodass in den Jahren 2019 bis 2021 Kampagnen und Aktivitäten speziell darauf abzielen: Im Südsudan werden 12.000 Mädchen von diesem Engagement profitieren. Im Dadaab Camp in Kenia werden über 4.600 Mädchen unterstützt. Durch den Schulbesuch werden diese Mädchen gestärkt, weil sie mehr über ihre Rechte erfahren und wissen, wie sie diese in Anspruch nehmen können. Zudem schützt Bildung viele Mädchen vor Ausbeutung, sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt und ungewollter Schwangerschaft im Teenageralter und Kinderheirat.

Gleichberechtigung als Schlüssel zur Armutsbekämpfung

Viele Mädchen und Frauen weltweit werden daran gehindert, ihre Rechte wahrzunehmen. Die Benachteiligung im Zugang zu Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten sowie Ressourcen führen dazu, dass Mädchen und Frauen auch von Armut besonders stark betroffen sind.

Nachhaltig bekämpft werden kann Armut deshalb nur mit einer rechtlichen Gleichstellung. Von einem gleichberechtigten Zugang aller Menschen zu sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen profitieren nicht nur Mädchen und Frauen. Es hätte eine starke positive und nachhaltige Auswirkung auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung der Länder des globalen Südens.

Mädchen können viel bewegen – wenn wir sie lassen. Sie müssen gestärkt und der Zugang zu Bildung und Entscheidungsprozessen ermöglicht werden. Nur so steigen ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Die Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA sind in unterschiedlichen Projekten auf dem afrikanischen Kontinent tätig, um diese Ziele zu verfolgen.

 

[1] UNESCO Institute for Statistics (UIS Stat.): http://data.uis.unesco.org/,Bereich „Education 7 Out of school children“.

[2] Über ein Fünftel der Kinder in Subsahara Afrika zwischen 6 und 11 Jahren gehen nicht zur Schule. Bei den Kindern zwischen 12 und 14 ist es ein Drittel, bei den Jugendlichen zwischen 15 und 17 sind es 60 Prozent. UNESCO, Education in Africa http://uis.unesco.org/en/topic/education-africa

 

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Neue Unterrichtsmaterialien: Jetzt bestellen!

Es ist wieder so weit: Wir können Ihnen heute drei neue Unterrichtsmaterialien präsentieren! Zwei weitere Unterrichtsmodule und ein spannendes Quiz für die Grundschule sind ab sofort kostenlos bei uns erhältlich.

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Spurensuche – Mit Storch Korongo durch Afrika

SpielkarteFür unser beliebtes Spurensuche-Spiel gibt es nun die Erweiterung „Spurensuche – Mit Storch Korongo durch Afrika“ für die Grundschule.

Worum geht’s?

Zusammen mit Ihrer Klasse begleiten Sie Storch Korongo auf seiner Reise durch den afrikanischen Kontinent. Auf dem Weg löst Ihre Klasse gemeinsam knifflige Fragen und lernt dabei spielerisch, was uns in Deutschland mit den Menschen in Afrika verbindet. Es geht von Mauretanien über Burkina Faso, die Elfenbeinküste, die Zentralafrikanische Republik, Äthiopien, Uganda und Tansania bis nach Südafrika. Hat die Klasse am Ende gemeinsam genügend Punkte gesammelt, kann sie wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Für welche Lernziele und Kompetenzen

Das Spiel in Form eines Textadventures spricht durch seine unterschiedlichen Spielphasen Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Ebenen an: Es fördert die Vorstellungskraft und Kreativität ebenso wie die kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Länder kennen, erfahren von der Vielfalt des afrikanischen Kontinents und erkennen, dass es viele Verbindungen zwischen dem Leben in den afrikanischen Ländern und ihrem eigenen Alltag gibt. Das Textadventure kann z. B. in den Fächern Erdkunde, Sachkunde und Deutsch, aber auch fächerübergreifend bei Projekttagen und – wochen eingesetzt werden. Die weiterführenden Links ermöglichen eine Vertiefung der Themen.

Weitere Informationen zum Spiel und das Bestellformular finden Sie hier: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spurensuche-korongo-grundschule

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!

 

Unterrichtsmodule

Wir haben die flexiblen Unterrichtsmodule für die Sekundarstufe um zwei spannende Themenfelder erweitert:

1. Mode und die SDG #17 Ziele

Modul Mode und SDG SEK_©GEMEINSAM FÜR AFRIKADieses Modul behandelt das Thema Mode mit dem Fokus auf menschenwürdige Arbeit und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“, kurz: SDG). Unter diesem Gesichtspunkt werden die Arbeitsbedingungen in zwei afrikanischen Ländern erläutert, die eine wichtige Rolle spielen in globalen textilen Wertschöpfungsketten. Die Arbeitsblätter regen durch Aufgaben und Fragen darauf bezugnehmend zur Reflexion des persönlichen Kleiderkonsums an. Zudem thematisieren sie die globalen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und veranschaulichen den Produktionsprozess sowie die Kostenverteilung eines gewöhnlichen T-Shirts.

Weitere Informationen zum Modul „Mode und die SDG #17 Ziele“ sowie das Bestellformular finden Sie hier: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/unterrichtsmaterial-mode-und-sdg-sek

 

2. Colonialism: Unser erstes Modul auf Englisch!

Modul Colonialism SEK_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Das beliebte Modul „Kolonialismus“ haben wir auf Englisch übersetzt, sodass es nun auch im Sprachunterricht benutzt werden kann.

Das Modul befasst sich mit der Bedeutung von Kolonialismus und führt die Schülerinnen und Schüler anhand des Hintergrundtexts in Deutschlands Kolonialgeschichte ein. Auch die Ursprünge des Rassismus während der Kolonialzeit werden thematisiert. Um zu zeigen, dass der Kolonialismus bis heute nachwirkt und auch Auswirkungen auf unsere Gegenwart hat, können die Schülerinnen und Schüler anhand eines der Arbeitsblätter im Supermarkt auf Spurensuche gehen oder Straßennamen und Erinnerungsorte unter die Lupe nehmen. Role Model Hendrik Witbooi wird vorgestellt. Er kämpfte im 19. Jahrhundert gegen die deutsche Besatzung und ist noch immer Sinnbild des Freiheitskampfes in Namibia.

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Initiativen für Klimaschutzmaßnahmen in Afrika

Der Klimawandel schreitet voran und seine Folgen sind bereits heute für viele Menschen spürbar, besonders in Ländern des Globalen Südens. Deshalb gibt es weltweit unzählige kleine und große Initiativen, die sich für Klimaschutzmaßnahmen einsetzen und aktiv etwas gegen den Klimawandel unternehmen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige vorstellen, die in Afrika aktiv sind.

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Initiativen für Klimaschutzmaßnahmen in Afrika

Fridays for Future: Klimastreik international

Seit Monaten streiken freitags weltweit Schülerinnen, Schüler und Studierende für umfassende und sofortige Klimaschutzmaßnahmen. Mit ihrem Streik möchten sie die Regierungen sowie die Gesellschaft unter Druck setzen und zum Handeln zwingen. Weltweit beteiligen sich junge Menschen an dem Streik – teilweise unter schwierigen Bedingungen.

In Kenia beispielsweise gingen junge engagierte Menschen im Frühjahr 2019 trotz verschärfter Sicherheitsbedingungen und bürokratischer Schwierigkeiten auf die Straße, um zu demonstrieren. Bei den Vorbereitungen der Demonstration zeigte sich, dass die angespannte Sicherheitslage Hürden mit sich bringt, die beispielsweise bei den Protesten in Deutschland keine Rolle spielen. Die regionale Polizei in Nairobi erteilte keine Genehmigung für den Protest, welcher ursprünglich im Karura Forest, direkt neben der UN-Vollversammlung, stattfinden sollte. Rebecca Freitag, UN-Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung, berichtete anschließend auf der Klimakonferenz in Nairobi von den Schwierigkeiten bei der Vorbereitung, durch die  sich die Schülerinnen und Schüler allerdings nicht von ihrem Vorhaben abbringen ließen. Am 15. März 2019, dem ersten globalen Klimastreik, kamen schließlich zahlreiche Aktive in der Hauptstadt zusammen. Der Protest in Nairobi war einer der ersten und markiert den Kick-Off der Fridays for Future Bewegung innerhalb Afrikas, an der sich mittlerweile tausende Menschen beteiligen.

Am 20. September 2019 riefen die jungen Menschen zu einem erneuten globalen Klimastreik auf, an dem sich auch Organisationen und erwachsene Menschen beteiligen sollten. GEMEINSAM FÜR AFRIKA folgte dem Aufruf und schloss sich den Protestierenden an. Weltweit streikten Millionen Menschen an diesem Tag und die Bewegung scheint immer größer zu werden, auch in den Ländern Afrikas.

Great Green Wall: 8000 Kilometer Bäume

Währenddessen verfolgen afrikanische Länder seit 2007 ein ehrgeiziges Projekt zur Aufforstung von Gebieten, die von fortschreitender Wüstenbildung betroffen sind. Die Bäume sollen nicht nur die Wüstenbildung verhindern, sondern gleichzeitig als Speicher des vom Menschen erzeugten CO2 dienen. Diese „Great Green Wall“ soll sich 8000 Kilometer weit vom Senegal im Westen Afrikas bis nach Dschibuti im Osten Afrikas erstrecken. Die gepflanzten Baumarten unterscheiden sich je nach Region. Die Initiative in der Sahelzone treibt sozialen und ökologischen Fortschritt voran, doch bis zur Fertigstellung des Projekts bedarf es allerdings noch viel Arbeit, denn derzeit sind erst 15% der Zielgröße erreicht.

Weltrekord: Äthiopien pflanzt an einem Tag Millionen Bäume

Im Juli 2019 hat das ostafrikanische Land Äthiopien einen neuen Weltrekord aufgestellt: Es pflanzte 353.633.660 Bäume. Die Regierung rief die Menschen in den sozialen Medien zur Beteiligung auf und nach nur zwölf Stunden war dem Land der Weltrekord sicher. Aktionen wie diese können die von Menschen verursachten CO2 Emissionen nicht vermeiden, aber teilweise ausgleichen.

Quellen und weitere Informationen

Global climate strike: Afrika roundup live, Luisa von Richthofen, Andrew Wasike, Uwais Abubakar Idris (Deutsche Welle, 20.09.2019)

Äthiopien bricht Weltrekord im Bäumepflanzen (Spiegel Online, 30.07.2019)

Die Zeichen stehen auf Wandel (Deutsche Afrika Stiftung, Pressespiegel 13.09.-20.09.2019)

Über „Fridays for Future“ in Kenia, Rebecca Freitag (enorm magazin, 06.09.2019)

Freiwillige CO2-Kompensation(Umwelt Bundesamt, 23.07.2019)

The Great Green Wall – offizielle Website

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UNITED FOR AFRICA auf der Love World Peace Parade in Berlin

Am 21. September findet anlässlich des UN-Weltfriedenstages und inspiriert durch die frühere Loveparade die erste Love World Peace Parade in Berlin statt. GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist mit einem eigens gestalteten UNITED FOR AFRICA-Truck am Start.

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UNITED FOR AFRICA auf der Love World Peace Parade in Berlin

Zusammen mit ReggaeInBerlin.de feiern wir mit guter Reggae Musik und tollen Live-Acts wie Mal Élevé und Ganjaman auf der historischen Strecke zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. Der UNITED FOR AFRICA-Truck startet um 13 Uhr am Brandenburger Tor.

Lasst uns auf die Straße gehen um gemeinsam ein starkes Zeichen für den Frieden zu setzen! Die Parade in Berlin ist eine von weltweit 160 Initiativen, die im Rahmen der Partnerships for Peace Coalition zum Weltfriedenstag der UN auf vielfältigste Art und mit den unterschiedlichsten Aktionen daran erinnern, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und Krieg immer noch traurige Realität unzähliger Menschen ist.

Warum wir mit einem Truck auf die Straße gehen

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit! Vor allem Kinder in Konfliktgebieten erleben täglich hautnah Hass, Gewalt, Unsicherheit und Tod. Besonders bedroht ist das Leben der Kinder in Afrika. Auf die Gesamtzahl der Todesopfer betrachtet, sterben allein auf dem afrikanischen Kontinent 28 Kinder stündlich an den Folgen bewaffneter Konflikte. Das entspricht stündlich einer Schulklasse, die ums Leben kommt. Das Leid von Kindern in Kriegen ist gegenwärtig so dramatisch wie nie zuvor in den letzten 20 Jahren. Deshalb geht GEMEINSAM FÜR AFRIKA am 21. September bei der Love World Peace Parade auf die Straße. Wir demonstrieren für den Frieden und erinnern an das oft vergessene Schicksal der rund 420 Millionen Mädchen und Jungen, die weltweit in Konfliktgebieten aufwachsen.

Was hat das alles mit der Loveparade zu tun?

Nicht nur die historische Strecke zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule erinnert an die vor 13 Jahren letztmalig in Berlin ausgerichtete Loveparade. Denn bevor diese kommerziell vereinnahmt wurde, war sie 1989 ebenfalls mit einem Friedensmotto als politische Demonstration gestartet. Was damals die Forderungen nach Abrüstung, Völkerverständigung und gerechter Nahrungsmittelverteilung waren, sind heute die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der UN, in deren Zeichen die Love World Peace Parade steht und für die sich GEMEINSAM FÜR AFRIKA in seiner Arbeit einsetzt.

UNITED FOR AFRICA-Truck auf der Love World Peace Parade

 

Weitere Infos zur Love World Peace Parade finden Sie hier

Hier gehts zur Veranstaltung auf Facebook

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Periode als Tabu

Die Menstruation gehört zur Realität einer jeden Frau. Dennoch werden in vielen Ländern Afrikas menstruierende Frauen und Mädchen noch immer stigmatisiert. Erst kürzlich nahm sich ein Schulmädchen in Kenia das Leben, weil sie aufgrund ihrer Periode in der Schule gedemütigt wurde.

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_©action medeor Sierra Leone

Periode als Tabu

Vor wenigen Tagen berichteten kenianische Medien und die BBC über ein 14-jähriges Mädchen aus Kabiangek im Westen der kenianischen Hauptstadt Nairobi: Das Mädchen beging Selbstmord nachdem sie in der Schule dafür gedemütigt wurde, dass sie ihre Periode hatte und ihre Uniform befleckte. Laut ihrer Mutter bezeichnete der Lehrer sie als ‚schmutzig‘ und schmiss sie aus dem Klassenzimmer. Zu Hause erzählte sie von dem Vorfall und gab anschließend vor, Wasser holen zu gehen – doch stattdessen nahm sie sich das Leben.

In vielen afrikanischen Ländern ist die weibliche Menstruation negativ behaftet. Es ist ein Tabuthema und menstruierende Mädchen und Frauen gelten oftmals als ‚unrein‘ und werden ausgegrenzt. Hinzu kommt, dass sich viele Mädchen schlichtweg keine Binden oder Tampons leisten können. Sie helfen sich mit Notlösungen wie Lumpen, Blättern oder Watte. Das birgt nicht nur eine hohe Gefahr für Infektionen, auch die Saugfähigkeit ist meist nicht ausreichend. Diejenigen, die Hygieneartikel besitzen, werden wiederum gehindert, diese zu wechseln, da es an vielen Schulen an Waschmöglichkeiten mangelt. Aus Angst, ihre Schuluniform zu verschmutzen und von Mitschülerinnen und Mitschülern für ihre Periode gehänselt zu werden, bleiben viele Schülerinnen deshalb zu Hause.

Jeden Monat verpassen diese Mädchen aus Not und Scham den Unterricht. Laut eines Berichts der UNESCO geht mindestens eines von zehn Mädchen in Afrika südlich der Sahara während ihrer Periode nicht zur Schule. Einige versäumen dadurch mehr als 20 Prozent ihrer schulischen Ausbildung, nicht wenige brechen aus diesem Grund frustriert die Schule ab.

Kenia als Vorreiter

Eigentlich gilt Kenia im globalen Süden als ein Vorreiter darin, dieses Problem anzugehen: 2011 wurde die Steuer auf Binden und Tampons erlassen und 2017 verabschiedete die kenianische Regierung ein Gesetz, das die Schulen des Landes dazu verpflichtet, kostenlose Damenbinden für Schülerinnen zur Verfügung zu stellen. Doch der Vorfall des 14-jährigen Mädchens aus Kabiangek löste Proteste weiblicher Abgeordneter in Kenia aus und lenkte Aufmerksamkeit auf die mangelhafte Umsetzung des Gesetzes. So wird kritisiert, dass das Budget deutlich erhöht werden müsse, um wirklich alle Schulmädchen mit ausreichend Binden versorgen zu können. Der Fall macht außerdem deutlich, dass das Stigma und die daraus folgende Scham der Mädchen und Frauen durch das Gesetz von 2017 nicht überwunden ist.

Ein verbesserter Zugang zu Hygieneartikeln und das brechen des Schweigens über weibliche Menstruation ist notwendig, um Mädchen und Frauen in Afrika eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen und ist damit ein wichtiges Anliegen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

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Friedensabkommen in Mosambik

Die Regierung von Mosambik und die bewaffnete Oppositionspartei RENAMO haben ein Friedensabkommen geschlossen. Nach jahrelanger Gewalt soll nun endlich Frieden in das ostafrikanische Land einkehren.

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Friedensabkommen in Mosambik

Das Friedensabkommen unterschrieben Präsident Filipe Nyusi, der seit 2014 im Amt ist, und RENAMO-Anführer Ossufo Momade auf einer entlegenen Militärbasis im Bergmassiv Gorongosa. Momade ist seit dem Tod des langjährigen RENAMO-Chefs Afonso Dhlakama 2018 Anführer der größten Oppositionspartei. Die Einigung zwischen den zwei Parteien sieht unter anderem die Entwaffnung der RENAMO-Kämpfer vor.

Außerdem sollen REANAMO-Mitglieder in die Streitkräfte, die Polizei und Sicherheitskräfte des Landes integriert werden. Anderen sollen finanzielle Unterstützungen helfen, ins zivile Leben zurückzukehren und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Alle bisherigen Vereinbarungen waren daran gescheitert, dass RENAMO nie alle Waffen abgegeben hatte und einige seiner Kämpfer in den bewaldeten Bergen ließ.

Hintergrund: Gewalttätige Konflikte seit den 1980er Jahren

In den 1980er Jahren herrschte in Mosambik ein blutiger Bürgerkrieg, der fast eine Million Opfer forderte. Damals bekämpften sich die vom Apartheidsregime in Südafrika gesponserte RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana) und die von den Ländern des Warschauer Pakts unterstützte Regierungspartei FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique). Die jahrelange Gewalt hinterließ eine traumatisierte Gesellschaft, eine weitestgehend zerstörte Infrastruktur und eine Volkswirtschaft, die auf Zuwendungen westlicher Länder angewiesen war.

1992 gab es einen ersten Waffenstillstand zwischen FRELIMO und RENAMO, durch den sich die Lage etwas stabilisierte und der Bürgerkrieg für beendet erklärt wurde. Doch ab 2012 war es erneut zu Spannungen gekommen, und erst ein Waffenstillstand 2016 beruhigte die Lage. Seitdem unterhielten die Konfliktparteien Friedensgespräche, die nun in einem Friedensabkommen verschriftlicht wurden.

Im Oktober soll es in Mosambik Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geben. Nyusi und Momade wollen jeweils für ihre Parteien kandidieren.

Weitere Hintergrundinformationen zum Bürgerkrieg, den Konfliktparteien und die Auswirkungen der Gewalt auf Wirtschaft und Gesellschaft finden Sie hier: Rückkehr des Bürgerkriegs? Johannes Plagemann, GIGA Hamburg (2013) https://www.giga-hamburg.de/de/system/files/publications/gf_afrika_1310.pdf

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Volle Kraft voraus – Kenia nimmt Afrikas größten Windpark in Betrieb

Am Turkanasee im Norden Kenias ist ein riesiger Windpark in Betrieb genommen worden. Er soll 17 Prozent von Kenias Strombedarf decken.

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Lake Turkana Wind Power Ltd. _©Lake Turkana Wind Power Ltd.

Volle Kraft voraus – Kenia nimmt Afrikas größten Windpark in Betrieb

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta hat die nach eigenen Angaben größte Windenergieanlage Afrikas in Betrieb genommen. Das Projekt Lake Turkana wurde bereits 2018 an das Stromnetz angeschlossen und soll nun 17 Prozent des Energiebedarfs abdecken.
Kenyatta erklärte, sein Land werde das einzige in Afrika sein, das 75 Prozent seines Strombedarfs mit erneuerbaren Energien erzeugt. Die Regierung hofft auch darauf, dass günstige Strompreise Kenia für Investoren interessant macht.

Der Turkana-Windpark ist ein Rekordprojekt

Es ist ein Projekt mit Symbolwirkung: Der Lake Turkana-Windpark in Kenia ist Afrikas größter Windpark südlich der Sahara. Und das, obwohl die Leistungen der insgesamt 365 Turbinen mit 850 kW pro Turbine vergleichsweise gering ist. Der Windpark bricht auch in anderen Bereichen Rekorde. Er ist bis dato das größte Investitionsprojekt aus privater Hand in Kenia. Dabei liegt der Standort mitten im dünn besiedelten Bezirk Marsabit im Norden des Landes, 600 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. Der Lake Turkana Windpark entstand auf einer Landfläche, die am südöstlichen Ufer des Turkana-Sees beginnt und zwischen den Bergen Mt. Kulal und Mt. Nyiru endet. Dort herrschen außerordentlich hohe durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 11,1 Metern pro Sekunde – und damit höher als an den meisten Offshore-Standorten. Die Energieausbeute am Standort ist demzufolge überdurchschnittlich hoch, der Kapazitätsfaktor soll bei 68 Prozent liegen. Möglich ist dies durch den „Turkana Korridorwind“, einem Druckgefälle zwischen Indischem Ozean und Sahara, der für konstant gute Windbedingungen sorgt.

Erfolgreiche Investition in saubere Energie

Kenia hat in den letzten Jahren erfolgreich in erneuerbare Energiequellen investiert und will seinen Anteil an der Windenergie bis 2030 auf über 2000 Megawatt ausbauen. Geplant ist ein Anteil der erneuerbaren Energien von 60 Prozent am Strommix bis 2020. Bis dahin kann dann hoffentlich auch das Netz mithalten. Denn eines der größten Herausforderungen des Lake Turkana Projektes ist der Netzanschluss. Die Leitungen mussten erst aufwendig in den unerschlossenen Norden des Landes gelegt werden. Trotzdem besteht die Gefahr, dass das relativ kleine Stromnetz des Landes mit der Menge an Energie überfordert sein könnte. Bislang hatte das Land vor allem auf Wasserkraft gesetzt. Wegen des Klimawandels schwinden allerdings die Wasserressourcen.

Lokale Bevölkerung profitiert noch nicht von der Windanlage

Von den 47 Millionen Kenianern verfügen längst nicht alle über Strom. Paradoxerweise gilt das trotz des neuen Windparks auch für die Fischer vom Turkanasee. Sie hatten sich mehr von dem Park erhofft. Starre Strukturen verhindern, dass die Betreiberfirma den Strom direkt an die dörflichen Gemeinschaften abgeben kann und die Fischer ans Stromnetz angeschlossen werden. Es ist aber hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die lokale Bevölkerung vom sauberen Strom der Windkraftanlage profitiert.

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UN-Report: Weltweit hungern 821 Millionen Menschen

Laut einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen litt 2018 jeder neunte Mensch an Hunger – das sind fast 821 Millionen Menschen weltweit. 2017 waren es schätzungsweise noch 811 Millionen Menschen.

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_© R.Maro/version-foto.de

UN-Report: Weltweit hungern 821 Millionen Menschen

Dem letzte Woche in New York veröffentlichten UN-Report „Die Situation der Nahrungssicherheit und Ernährung in der Welt” zufolge, ist die Zahl der Hungernden damit das dritte Jahr in Folge angestiegen.

Hunger ist in nahezu allen Regionen Afrikas auf dem Vormarsch

Ein Großteil der weltweit hungernden Menschen lebt mit 256,1 Millionen (31%) auf dem afrikanischen Kontinent. Der Anteil der chronisch Hungernden blieb in den letzten drei Jahren unverändert hoch – bei fast 11% weltweit. Die prozentual am stärksten von Unterernährung betroffene Region ist dabei weiterhin Afrika: Dort hungern fast 20% der Bevölkerung. „Hunger ist in nahezu allen Regionen Afrikas auf dem Vormarsch“, so der Bericht. Besonders ernst ist die Lage in Ostafrika. Dort sind knapp ein Drittel der Bevölkerung (30,8%) unterernährt. Neben dem Klimawandel und diversen Konflikten sind laut UN auch Konjunkturabschwächungen und -rückgänge ein Grund für den Anstieg.

Nachhaltige Entwicklungsziele in Gefahr

Angesichts dieser Trends sei der Sieg gegen den Hunger bis 2030 eine „gewaltigen Herausforderung“, so die UN-Organisationen. Bei dem Ziel, die Anzahl der chronisch mangelernährten Kinder zu halbieren und die Anzahl der Kinder mit zu geringem Geburtsgewicht zu reduzieren, seien die Fortschritte zu langsam. Dadurch rücke auch die Umsetzung der globalen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) zu Ernährung in weitere Ferne.

„Wir müssen entschlossener handeln, um diese besorgniserregenden Trends anzugehen“, schreiben die Leiter der UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO), des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), des Kinderhilfswerk UNICEF, des Welternährungsprogramms (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem gemeinsamen Vorwort zu dem Report.

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Jubiläum: Ein Jahr mit unserer Botschafterin Ischtar Isik

Seit nun genau einem Jahr unterstützt die Influencerin Ischtar Isik die Arbeit unseres Bündnisses als Botschafterin. Zum Jubiläum blicken wir zurück auf ein Jahr, in dem wir gemeinsam viel erlebt und bewegt haben.

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Influencerin Ischtar Isik ist seit Juli 2018 Botschafterin für GEMEINSAM FÜR AFRIKA. _© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Jubiläum: Ein Jahr mit unserer Botschafterin Ischtar Isik

 

Gemeinsam in Sambia

Der Grundstein für die Zusammenarbeit wurde bereits im November 2017 gelegt. Zusammen mit Influencern und Youtuberinnen reisten wir nach Sambia – mit dabei: Ischtar Isik. Wir besuchten verschiedene Projekte unserer Bündnisorganisationen, um uns ein direktes Bild davon zu machen, welch wertvolle Arbeit von unseren Organisationen und ihren lokalen Partnern auf den Weg gebracht wird. Auf der Reise nahmen wir auch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) unter die Lupe und zeigten auf, was wir tun können, um diese zu erreichen.

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Dem Kakao auf der Spur in Ghana

Neues Jahr – neue Reise: Im November 2018 begeleitete Ischtar Isik uns auf unserer #SpurensucheKakao in Ghana. Wir wollten wissen: Mit welchen Hindernissen haben die Kakaobäuerinnen und Kakaobauern vor Ort zu kämpfen? Unter welchen Bedingungen wird der Kakao, der die Basis unserer geliebten Schokolade darstellt, eigentlich angebaut und geerntet? Und wie können wir in Deutschland dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Menschen in den Herkunftsländern des Kakaos vor dem Hintergrund der 17 Ziele verbessern?

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Wir sind mit Afrika verbunden!

Für unsere Videotrilogie Was verbindet dich mit „Afrika“? machten wir zum Jahreswechsel 2018/19 direkt noch einmal gemeinsame Sache: In drei kurzen Videos haben wir aufgezeigt, wie eng unsere Lebenswelten hier im globalen Norden mit denen von Menschen im globalen Süden verbunden sind. Anhand von drei alltäglichen Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen haben wir deutlich gemacht, dass unsere Art und Weise zu leben, zu wirtschaften und zu konsumieren direkten Einfluss auf das Leben von Menschen in afrikanischen Länder hat – positiv wie negativ. Dabei haben wir auch Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die jede und jeder ganz einfach anwenden und so direkt einen kleinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten kann.

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Auf der Grünen Woche

Anfang 2019 begleitete Ischtar Isik uns auf die Internationale Grüne Woche in Berlin, wo auch unsere Reise-Doku auf großer Leinwand einem breiten Publikum präsentiert wurde. Hier kam es unter anderem auch zu einem kurzen Treffen unserer Botschafterin mit Entwicklunsminister Müller (CSU).

Coming soon …

Auch für 2019 haben wir gemeinsam große Pläne. Die Vorbereitungen für unsere nächste Aktion laufen bereits auf Hochtouren. In wenigen Wochen ist es soweit.

Worum es dabei geht? Seid gespannt!

© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

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Afrikanische Union bringt „größte Freihandelszone der Welt“ auf den Weg

Gut 17 Jahre haben sich die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen AfCFTA hingezogen. Mit der so wichtigen Unterschrift Nigerias am vergangenen Wochenende soll die Freihandelszone jetzt endlich Wirklichkeit werden.

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Ein LKW auf den Straßen Algeriens.

Afrikanische Union bringt „größte Freihandelszone der Welt“ auf den Weg

Mit Nigeria hatte sich das wirtschaftlich stärkste Land des Kontinents mit seiner Unterschrift lange Zeit gelassen. Die Regierung hatte befürchtet, dass ausländische Billigprodukte den nigerianischen Markt ungehindert überschwemmen und heimischen Unternehmen schaden könnten. Der größte Ölexporteur des Kontinents hat eine Bevölkerung von rund 200 Millionen Menschen und ist vor Südafrika die größte Volkswirtschaft Afrikas.
Letztlich unterzeichnete der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari aber das wegweisende Abkommen auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Niger am vergangenen Wochenende. Da auch Benin am Ende seine Zustimmung gab, sind nun 54 der insgesamt 55 Mitgliedstaaten der AU dem Abkommen beigetreten – nur Eritrea ist nicht dabei. 

Große Hoffnung auf eine florierende Zukunft

Der Präsident von Niger, Mahmadou Issoufou, sprach von einem historischen Moment: „Der Start der afrikanischen Freihandelszone ist das wichtigste Ereignis auf unserem Kontinent seit der Gründung der UN und der Afrikanischen Union. Es ist ein Ereignis, das Hoffnung gibt, ein geeintes und florierendes Afrika zu schaffen.“

Bisher liegt der Anteil des Handels zwischen den afrikanischen Staaten bei nur etwa 15 Prozent. Gehandelt wird stattdessen mit den einstigen europäischen Kolonialmächten sowie China. Perspektivisch soll durch die „Afrikanische Freihandelszone“ ein panafrikanischer Binnenmarkt nach EU-Vorbild entstehen – mit freiem Waren- und Personenverkehr sowie der Liberalisierung von Dienstleistungen. Zum Vergleich: Der Anteil des Handels zwischen Ländern Europas liegt bei knapp 70 Prozent.
Ab sofort sollen die Mitgliedsstaaten bestehende Handelshemmnisse, wie z. B. hohe Einfuhrzölle oder bürokratische Hürden, abbauen und so den innerafrikanischen Handel ankurbeln. Handelsstreitigkeiten sollen künftig untereinander nach gemeinsamen Regeln geklärt werden. Das Fernziel der AU: Bis zum Jahr 2063 soll Afrika geeint und wohlhabend sein.

 

Es gibt auch Sorge und Kritik

Allerdings gibt es auch Sorgen und Kritik, dass der steigende Wettbewerbsdruck gerade den besonders schwachen Ländern zu schaffen machen könnte: Kleine Produzenten in Industrie und Landwirtschaft würden Gefahr laufen, einen Preiskampf gegen Billigimporte aus Nachbarländern zu verlieren. Die Wirtschaftsstruktur vieler afrikanischer Länder ist eher schwach. Sie produzieren selbst wenig, viele Länder sind von Rohstoffexporten abhängig.

Albert Muchanga, Kommissar für Handel und Industrie der Afrikanischen Union, sieht die größte Herausforderung aber in der kulturellen Vermittlung des Projektes. „Es gibt einige Leute, die noch immer glauben, dass dieses Projekt zu groß, zu ambitioniert sei, es könne nicht realisiert werden. Aber das Problem ist, dass es notwendig ist. Afrika hat keine andere Wahl“, erklärt Muchanga. „Wenn man den globalen Handel betrachtet, dann ist die Nachfrage nach Rohstoffen nicht mehr gesichert.“ Es müssten also die internen Möglichkeiten und Potenziale ausgeschöpft werden, um die Entwicklung des Kontinents voranzutreiben.

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In Ghana kommen Medikamente jetzt per Drohne

Bereits seit 2016 werden in Ruanda Drohnen des kalifornischen Start-ups Zipline zur Auslieferung von Blutprodukten eingesetzt. Seit April operiert das Unternehmen nun auch Ghana.

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Zipline Lieferung per Drohne _© Zipline

In Ghana kommen Medikamente jetzt per Drohne

Fast 15.000 Lieferungen hat Zipline bereits in Ruanda per Drohne durchgeführt und so nach eigenen Angaben schon tausende Leben gerettet. Seit Kurzem liefern die Drohnen des Unternehmens auch in Ghana lebensrettende Impfstoffe, Blutprodukte und Medikamente an Patienten aus. Am 24. April diesen Jahres hob die erste Zipline-Drohne ab. Mit an Bord: eine Lieferung von Impfstoffen gegen Gelbfieber. Drei weitere Verteilerzentren, von denen aus die Drohnen starten, sollen folgen.

Mediziner vor Ort können ganz einfach telefonisch, über Whatsapp, per E-Mail oder SMS eine Bestellung aufgeben, wenn ihre Vorräte an Medikamenten und Impfstoffen zur Neige gehen. Die Drohnen fliegen dann von einem der Verteilerzentren zum Zielort und lassen die Lieferung mit winzigen Fallschirmen fallen. „Der Plan ist, dass von den vier Verteilerzentren aus 600 Flüge am Tag stattfinden. Mit der Zeit soll die Zahl der Flüge dann bis zu 2000 (pro Tag) steigen.“, erklärt Seth Berkley, Geschäftsführer der Impfallianz Gavi. Dann will Zipline insgesamt 2000 Gesundheitseinrichtungen und rund 12 Millionen Menschen mit Arzneimitteln versorgen.

Geschwindigkeit kann Leben retten

Das Ziel soll sein, dass die Sendungen innerhalb von 30 Minuten an ihrem Bestimmungsort ankommen. So sollen insbesondere wichtige Notfall-Medikamente – wie z.B. Antivenine gegen Schlangenbisse oder Tollwut-Impfungen – rechtzeitig ankommen, um Leben zu retten. Bis zu 12 Routine- und Notfallimpfstoffe sollen künftig verfügbar sein – darunter Gelbfieberimpfungen, Polioimpfungen, Masernimpfungen, Meningitis und Tetanus sowie 148 Blutprodukte und andere wichtige Arzneimittel. Dafür sollen 120 Drohnen permanent im Einsatz sein, die komplett autonom fliegen und bis zu 1,8 kg Fracht transportieren können.

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Bereits 2018 führten der Drohnenhersteller Wingcopter, DHL und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein erfolgreiches Pilotprojekt zur Lieferung von Medikamenten per Drohne in Tansania durch.

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Botswana entkriminalisiert Homosexualität

Nachdem im Februar bereits Angola Gesetze abgeschafft hatte, mit denen homosexuelle Handlungen bestraft werden konnten, folgte das Oberste Gericht in Bostwana nun diesem Beispiel.

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Botswana entkriminalisiert Homosexualität © Photo by Peter Hershey on Unsplash / edit by GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Botswana entkriminalisiert Homosexualität

Der Jubel der Aktivistinnen und Aktivisten im Gerichtssaal war groß: Es ist ein hart erkämpfter Sieg für die LGBTQ-Community in Botswana, wo das Oberste Gericht am vergangenen Dienstag (11.06.) das gesetzliche Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex abgeschafft hat.

Das Strafgesetzbuch, das noch unter britischer Kolonialherrschaft verfasst wurde, enthielt einen Paragraphen, der „Geschlechtsverkehr mit jeder Person gegen die Ordnung der Natur“ mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestrafte. „Unanständige Praktiken zwischen Personen“ in der Öffentlichkeit sowie im Privaten wurden mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet.

 

„Diskriminierung hat auf dieser Welt keinen Platz. Alle Menschen sind gleich geboren. Homosexualität ist eine Form der Sexualität, die seit Jahren unterdrückt wird“, sagte Richter Michael Leburu. „Eine demokratische Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die Toleranz, Vielfalt und Aufgeschlossenheit umfasst.“

Noch ein weiter Weg zu gehen

Kürzlich hatte der Oberste Gerichtshof in Kenia die auch dort seit der Kolonialzeit bestehenden Anti-Homosexualitäts-Gesetzte bestätigt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen können in Kenia weiterhin mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Von den Vereinten Nationen so wie Menschenrechtsaktivisten weltweit wurde diese Entscheidung massiv kritisiert.

Noch immer sind gleichgeschlechtliche Beziehungen in mehr als 70 Ländern weltweit illegal. Fast die Hälfte dieser Länder befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent, wo Homosexualität oft noch immer als Tabu-Thema gilt und die Verfolgung homosexueller Menschen weit verbreitet ist. Das Strafmaß reicht mancherorts bis zu lebenslanger Haft oder gar zur Todesstrafe.

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Fast jedes zehnte Kind auf der Welt wird zur Arbeit gezwungen

Noch immer müssen weltweit 152 Millionen Mädchen und Jungen arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

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Kinder verkaufen Lebensmittel auf einem Markt in der Elfenbeinküste_© UNICEF/Frank Dejongh

Fast jedes zehnte Kind auf der Welt wird zur Arbeit gezwungen

Anlässlich des heutigen Welttags gegen Kinderarbeit fordern das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Kinderschutzorganisation Terre des Hommes zu mehr Engagement gegen Kinderarbeit auf. Regierungen, Zivilgesellschaft und Unternehmen müssten die Ursachen von Kinderarbeit – wie extreme Armut, fehlende Bildungschancen und die Diskriminierung von Mädchen – stärker bekämpfen.

Kinder auf dem afrikanischen Kontinent besonders betroffen

Zwar gehe die Zahl der arbeitet Kinder zurück, diese Entwicklung habe sich zuletz aber stark verlangsamt. „Wenn der Fortschritt lediglich im aktuellen Tempo weitergeht, werden auch im Jahr 2025 noch 121 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen sein“, so die UN-Organisation. 152 Millionen Mädchen und Jungen – also fast jedes zehnte Kind auf der Welt – sind laut dem Kinderarbeitsreport 2019 von Terre des Hommes von Kinderarbeit betroffen. Fast die Hälfte von ihnen (73 Millionen) leidet unter gefährlichen oder ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Die meisten von Kinderarbeit betroffenen Jungen und Mädchen leben in Afrika (72 Millionen), gefolgt von Asien (62 Millionen). Über 70 Prozent der arbeitenden Mädchen und Jungen sind in der Landwirtschaft tätig.

Die Lebensbedingungen der Kinder müssen sich ändern

Es würde nicht reichen, Kinderarbeit zu verurteilen und offziell zu verbieten, sagte UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider. „Um Kinder wirksam vor Ausbeutung zu schützen, müssen sich die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder ändern: Erstens müssen Kinder, die gezwungen sind zu arbeiten, aus ihrer Lage befreit werden. Zweitens sind mehr Investitionen in Bildung, aber auch in faire Arbeitsmöglichkeiten für Eltern sowie in Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme nötig. Neben den Regierungen tragen deshalb auch Unternehmen eine große gesellschaftliche Verantwortung, die über ein striktes Verbot von Kinderarbeit in ihrer globalen Lieferkette weit hinausgeht.“

Fast alle Staaten der Welt haben im Rahmen der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ beschlossen, alle Formen der Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 vollständig abzuschaffen. Den Worten müssen jetzt Taten folgen.

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Eine Welt Camp 2019 – wir waren dabei!

Vom 29. Mai bis zum 02. Juni fand das Eine Welt Camp 2019 statt: Eine gute Gelegenheit, um die Bildungsarbeit von GEMEINSAM FÜR AFRIKA zu präsentieren und mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Kontakt zu kommen.

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_© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Eine Welt Camp 2019 – wir waren dabei!

Besonders junge Erwachsene, die einen Freiwilligendienst in einem Land des Globalen Südens absolviert haben, kommen während des alle zwei Jahre stattfindenden Camps zusammen. Thematisch drehte sich dieses Jahr alles um das Thema „In der Welt zu Haus“: Wie wohne ich und wie wohnen andere? Gibt es auch andere, solidarische Möglichkeiten? Wie gestalten wir gutes Zusammenleben? In Workshops, freien Angeboten und dem „Markt der Möglichkeiten“ wurden den Teilnehmenden Handlungsoptionen für eine gerechtere Welt aufgezeigt.

Die Teilnehmenden informierten sich an unserem Stand über die Bildungsarbeit von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Besonders die vielen Unterrichtsmodule zu afrikaspezifischen Themen sowie die Möglichkeit, als Referent*in an Schulen für Gemeinsam für Afrika tätig zu werden, stießen dabei auf große Begeisterung.

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Das Eine Welt Camp auf dem Jakobsberg bei Bingen gibt es seit mehr als 25 Jahren und wird von einem Team aus jungen Frauen und Männern vorbereitet und organisiert. Mit dabei sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft MaZ der Orden, des Klosters Jakobsberg, von missio und den zurückgekehrten Missionar*innen auf Zeit.

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Das war unsere Protestaktion gegen #KinderImKrieg

Um auf das oft vergessene Schicksal von Kindern im Krieg aufmerksam zu machen, haben wir am Freitag, den 24. Mai 2019, in sieben deutschen Großstädten eine bundesweite Awareness-Aktion durchgeführt.

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Das war unsere Protestaktion gegen #KinderImKrieg

Mit hunderten verlassenen Kinderschuhen haben wir in sieben deutschen Städten ein Zeichen für das Leid der zahlreichen Kinder gesetzt, die täglich durch Kriege und bewaffnete Konflikte ihr Leben verlieren. Wir haben mit der Aktion klar gemacht, dass der Schutz von Kindern eine zentrale Herausforderung unserer Zeit ist, die jeden etwas angeht.

Hintergrundinformationen, unsere 10 Forderungen sowie Tipps dazu, was man selbst tun kann, finden Sie HIER (klick).

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Hier gibts die besten Bilder der Aktion aus allen Städten:

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Stündlich stirbt eine Schulklasse durch Krieg

GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt mit hunderten verlassenen Kinderschuhen in sieben deutschen Städten ein eindrucksvolles Zeichen.

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© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Stündlich stirbt eine Schulklasse durch Krieg

Berlin, 24. Mai 2019 – Hunderte verlassene Kinderschuhe auf zentralen Plätzen in Berlin, Frankfurt/Main, Köln, Hamburg, München, Stuttgart und Leipzig stehen symbolisch für hunderte Kinder, die in Kriegen und bewaffneten Konflikten ihr Leben lassen müssen. Mit dieser Demonstration erinnerte das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA an das tägliche Sterben von Kindern im Krieg.

„In dem Jahr, in dem die UN-Kinderrechtskonvention 30 Jahre alt wird, dürfen wir das Leid von Kindern nicht vergessen, auch wenn es weit weg von uns geschieht“, mahnte GEMEINSAM FÜR AFRIKA zeitgleich in den sieben Städten Deutschlands mit dem großflächigen Aufstellen hunderter verlassener Kinderschuhe und dem Schriftzug „Jede Stunde stirbt eine Schulklasse durch Krieg“.

Besonders bedroht sei das Leben der Kinder in Afrika. „Auf die Gesamtzahl der Todesopfer betrachtet, sterben allein auf dem afrikanischen Kontinent 28 Kinder stündlich an den Folgen bewaffneter Konflikte. Das entspricht einer Schulklasse“, erklärte Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses. Immer häufiger würden Kinder auch gezielt getötet und verletzt, zum Beispiel durch bewusste Anschläge auf Schulen. Das Ausmaß an Gewalt und Angst sowie die indirekten Auswirkungen, wie Hunger, schlechtes Trinkwasser oder fehlende medizinische Versorgung, führten dazu, dass Kindern in Konfliktgebieten oftmals die ersten Opfer würden. Das Leid von Kindern in Kriegen sei gegenwärtig so dramatisch wie nie zuvor in den letzten 20 Jahren. „Rund 420 Millionen Jungen und Mädchen auf der Welt wachsen in einem Konfliktgebiet auf. Das ist fast jedes fünfte Kind“, kritisierte Anger und forderte die strikte Einhaltung des Artikel 38 der UN-Kinderrechtskonvention, in dem es heißt: „Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz bei kriegerischen Auseinandersetzungen“.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA fordert zum Schutz von Kindern in Kriegen insbesondere die Sicherung von Schulen in Konfliktgebieten, eine konsequente Strafverfolgung von Verantwortlichen sexualisierter Gewalt als auch einen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte in Konfliktregionen Afrikas.

 

Infografiken, Hintergrundinformationen, Pressefotos und ein Interview mit Susanne Anger zur Aktion können Sie hier herunterladen: https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/ueber-uns/presse/

Bitte Beachten Sie das Copyright der Fotos: © GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Steffen Junghanß

Weitere Informationen zum Thema „Kinder im Krieg“ finden unter https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/KinderImKrieg.

Gerne vermitteln wir Ihnen auch ein Interview mit Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Zusammenschluss von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, die sich für bessereLebensbedingungen in Ländern Afrikas einsetzen. Wir bündeln unsere Kräfte, um gemeinsam in der deutschen Öffentlichkeit ein realistisches Bild des afrikanischen Kontinents zu vermitteln – einschließlich seiner Potenziale und Stärken. Das Bündnis möchte ein größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge und die Notwendigkeit der weltweiten Armutsbekämpfung schaffen. Der Schirmherr der Kampagne ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos finden Sie unter https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/ueber-uns/.

Pressekontakt: Julia Masannek, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel. 030 / 2977 24 17, E-Mail: presse@gemeinsam-fuer-afrika.de

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Aktion zum Afrikatag: Kinder im Krieg

Am 24. Mai verleihen wir mit unserer bundesweiten Straßenaktion in sieben deutschen Großstädten unseren Forderungen zum Schutz von Kindern in Kriegen Nachdruck.

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© Pierre Holtz / CC BY-SA 2.0

Aktion zum Afrikatag: Kinder im Krieg

Jedes Paar Kinderschuhe steht symbolisch für ein totes Kind. Am 24. Mai setzen wir auf zentralen Plätzen in sieben deutschen Städten mit hunderten Kinderschuhen ein Zeichen – für die vielen Kinder, die tagtäglich in Kriegen und bewaffneten Konflikten ihr Leben lassen müssen.

„Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz bei kriegerischen Auseinandersetzungen“, heißt es in Artikel 38 der UN-Kinderrechtskonvention, die vor 30 Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Doch das Leid von Kindern in Kriegen ist heute so dramatisch wie nie zuvor in den letzten 20 Jahren. Auf die Gesamtzahl der Todesopfer betrachtet, sterben allein auf dem afrikanischen Kontinent 28 Kinder stündlich an den Folgen bewaffneter Konflikte – das entspricht einer Schulklasse!

Wir, das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA, werden am Vortag des Internationalen Afrikatages mit unserer bundesweiten Aktion in sieben Großstädten unseren Forderungen zum Schutz von Kindern in Kriegen Nachdruck verleihen. Hunderte Kinderschuhe auf zentralen Plätzen in jeder Stadt erinnern an das Leid der unschuldigen Opfer und rufen dazu auf, sich für die Rechte von Kindern stark zu machen.

  • Berlin – Pariser Platz am Brandenburger Tor, 11:00 – 12:00 Uhr
  • Köln – Roncalliplatz am Kölner Dom, 12:00 – 13:00 Uhr
  • Hamburg – Flaggenplatz am Jungfernstieg, 12:00 – 13:00 Uhr
  • Leipzig – Augustusplatz, 12:00 – 13:00 Uhr
  • München – Max-Joseph-Platz, 12:00 – 13:00 Uhr
  • Frankfurt am Main – An der Hauptwache, 12:00 – 13:00 Uhr
  • Stuttgart – Schlossplatz, 12:00 – 13:00 Uhr

Das Schicksal von Kindern im Krieg geht uns alle an! Darauf machen wir am 24. Mai mit unserer diesjährigen Straßenaktion aufmerksam!

#KinderImKrieg

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„Fahrrad first“: Kenia fördert nicht-motorisierten Verkehr

Ein Großteil der Wege in Kenia wird zu Fuß oder auf dem Rad zurückgelegt. Nur 15 Prozent des Verkehrs entfallen auf private PKW, größtenteils in der Hauptstadt Nairobi. Bislang entsprach die Lage auf den Straßen allerdings nicht den Bedürfnissen der Mehrheit.

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„Fahrrad first“: Kenia fördert nicht-motorisierten Verkehr

Jahrzehntelang hat die Verkehrsplanung in Kenias Städten nur teilweise Rücksicht auf die Bedürfnisse von nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern genommen. Eine geeignete Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger wurde beim Neu- und Ausbau von Straßen nur teilweise berücksichtigt.

Nach der Ausarbeitung einer nicht-motorisierten Verkehrspolitik im Jahr 2015 – einer gemeinsamen Initiative des „Share the Road“-Programms des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und des Stadtbezirks Nairobi – hat die Regierung jedoch bemerkenswerte Fortschritte dabei gemacht, ein besseres Umfeld für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Auch wurden vermehrt Investitionen in den nicht-motorisierten Verkehr angestoßen. Im Verwaltungsbezirk Nairobi fließen nun gut 20 Prozent des Budgets für den Straßenbau in die Infastruktur für den nicht-motorisierten Verkehr. So ist nun auch vorgeschrieben, dass alle neuen und erneuerten Straßen Komponenten für den nicht-motorisierten Verkehr aufweisen müssen. Vertreter der Zivilgesellschaft, wie zum Beispiel die „Kenya Alliance for Residence Association (KARA)“, haben die Regierung kontinuierlich dazu aufgefordert, die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern zu priorisieren.

Kenia kann auf internationale Förderung bauen

Der nicht-motorisierte Verkehr hat auch bei den Entwicklungspartnern großes Interesse hervorgerufen. Im Jahr 2016 finanzierte die Weltbank zwei Programme: das „Kenya Municipal Programme“ und das „Kenya Informal Settlements Improvement Project“, bei dem der Bau der Sosiani-Fußgängerbrücke als eine der vielen nicht-motorisierten Transportanlagen im Bezirk Uasin Gishu erfolgte. In Eldoret wurden mehr als 80 Kilometer Fußwege und Radwege angelegt. Infolgedessen hat die nicht-motorisierte Verkehrsinfrastruktur viele Einwohner in Eldoret zum Gehen oder Radfahren inspiriert und damit zur Verbesserung ihrer Gesundheit beigetragen. Die Lebensbedingungen von landesweit über 6,5 Millionen Stadtbewohnern wurden durch diese Projekte nachhaltig verbessert.

Die Europäische Union und die Regierung von Kenia haben gemeinsam die Projekte „Missing Link Roads“ und „Non-Motorized Transport Facilities“ in Nairobi finanziert, das von der Kenya Urban Roads Authority umgesetzt wird. Im Oktober 2018, im Vorfeld des Weltstädtetags, fand ein Aufklärungstag zur Sensibilisierung für nicht-motorisierte Mobilität und Verkehrssicherheit statt.

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Zyklon „Kenneth“: Regen, Flut und knappe Nahrung (Update)

Nur knapp sechs Wochen nachdem Zyklon „Idai“ in Mosambik schwere Überschwemmungen verursacht und Hunderte Menschen das Leben gekostet hat, traf jetzt ein weiterer Zyklon das südostafrikanische Land. Helfer berichten von schweren Überschwemmungen und starken Verwüstungen – und besonders die starken Regenfälle bereiten Sorge.

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Zyklon „Kenneth“: Regen, Flut und knappe Nahrung (Update)

Update vom 29.04.2019

Tausende Menschen haben in Mosambiks nördlichster Provinz Cabo Delagado ihr Zuhause verloren. Der Wirbelsturm „Kenneth“ hatte am Donnerstag das Land erreicht und schwere Verwüstungen angerichtet. In der Hafenstadt Pemba sind Straßen und Brücken überflutet. In einigen Vierteln steht das Wasser bereits hüfthoch. Die Stromversorgung ist in einigen der betroffenen Gebiete zusammengebrochen. Andernorts drohen Schlammlawinen und bis zu vier Meter hohe Flutwellen. Nach vorläufigen Angaben der mosambikanischen Katastrophenschutzbehörde sind bis zu 700.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, davon allein 200.000 in Pemba. Laut der Behörde wurden bis Sonntag 35.000 Menschen obdachlos und 23.000 Häuser zerstört. Ganze Dörfer sollen wie ausgelöscht sein. Mindestens fünf Menschen starben.

Behörden warnten vor Überschwemmungen

Der tropische Wirbelsturm bildete sich nördlich von Madagaskar und zog bereits mit Kategorie vier von maximal fünf über den Inselstaat der Komoren, wo etwa 760.000 Menschen leben. Drei Menschen sollen dabei ihr Leben verloren haben. In Mosambik traf „Kenneth“ im Norden in der Provinz Cabo Delgado auf Land. Die Vereinten Nationen hatten bereits im Vorfeld des Sturms vor Sturzfluten und Überschwemmungen gewarnt. Die Katstrophenschutzbehörde hatte rechtzeitig 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht, Lebensmittel waren im Norden des Landes deponiert worden. Flüge wurden gestrichen und Schulen blieben geschlossen. Ninja Taprogge von unserer Bündnisorganisation CARE warnte, für die Folgen eines zweiten Sturms in Mosambik seien „schlichtweg nicht genügend Ressourcen verfügbar“.

Die Hilfsorganisationen arbeiten am Limit

Für die kommenden Tage sind weitere Gewitter und starke Regenfälle vorhergesagt, sodass nicht mit einer Entspannung der Lage zu rechnen ist. Das World Food Programme (WFP) hat damit begonnen, Lebensmittel auszugeben. Wie lange das nötig sein wird, ist noch unklar. Denn noch immer ist Mosambik auch damit beschäftigt, mit den Folgen von Zyklon „Idai“ klarzukommen, der sechs Wochen vorher gewütet hatte – und die Hilfsorganisationen vor Ort arbeiten bereits an Limit.

 

Ihre Spende ermöglicht dringende Nothilfe. Bitte helfen Sie jetzt!

 

Wirbelsturm Idai hat In Mosambik, Simbabwe und Malawi für Verwüstung gesorgt. Hunderttausende Menschen haben alles verloren! So helfen Sie mit Ihrer Spende!

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60 Jahre im Einsatz für Kinder – die Kindernothilfe feiert Jubiläum

Seit 1959 unterstützt die Kindernothilfe benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben.

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60 Jahre im Einsatz für Kinder – die Kindernothilfe feiert Jubiläum

Unter dem Motto „Kinderrechte dürfen keine Träume bleiben“ feiert unsere Bündnisorganisation Kindernothilfe e.V. dieses Jahr ihren 60. Geburtstag.

Auch wenn bereits viel für benachteiligte Kinder und ihre Familien erreicht wurde, gibt es weiterhin viel zu tun. Denn noch immer leben überall auf der Welt zu viele Kinder in Angst, Hunger und Not. Ob Straßenkinder, Waisen, Kinder mit Behinderungen oder geflüchtete Kinder – sie alle träumen von einer Welt, in der sie geschützt sind, faire Chancen bekommen und die sie mitgestalten können. Sie träumen davon, dazuzugehören und teilzuhaben.

Die Träume Realität werden lassen

Diesen Träumen widmet die Kindernothilfe ihr Jubiläumsjahr – um durch ihren nimmermüden Einsatz diese Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Sie möchte dazu so viele Menschen wie möglich dafür gewinnen, bei der Verwirklichung der Kinderrechte zu helfen. Möglichkeiten mitzumachen gibt es viele: Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen sind an verschiedenen Orten in ganz Deutschland im Jubiläumsjahr geplant. Auch freiwillige Helfer sucht die Kindernothilfe fortlaufend – als einmalige Unterstützer bei den Events oder auch im Rahmen eines dauerhaften ehrenamtlichen Engagements. Die aktuelle Jubiläumsausgabe des Kindernothilfe-Magazins erzählt von den Träumen der Kinder in den Projekten vor Ort und wie sich Partner, ehrenamtliche Mitarbeiter, Stifter, Botschafter und viele mehr dafür einsetzen, dass diese Träume auch in Erfüllung gehen

 

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Nachdem Zyklon Idai sind hunderttausende Menschen auf Nahrung, sauberes Trinkwasser und Obachdach angewiesen. Die Zahl der Todesopfer und Cholera-Erkrankungen steigt weiter.

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Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen verteilen UNHCR-Helfer lebensrettende Güter an die Überlebenden des Zyklons in Mosambik, Simbabwe und Malawi. _© UNHCR / David Banda

Wirbelsturm „Idai“: Nach der Flut droht jetzt der Hunger (Update)

(Update vom 16.04.2019)

In Mosambik, Simbabwe und Malawi bleibt die Lage auch einen Monat nach dem Zyklon „Idai“ weiter angespannt. Rund 5500 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit dem Durchzug des Zyklons Mitte März an Cholera erkrankt. Um die Gefahr einer weiteren Ausbreitung einzudämmen, wurden im April bereits etwa 745.000 Menschen in der mosambikanischen Hafenstadt Beira sowie den am meisten gefährdeten Camps und Regionen gegen die Durchfallerkrankung geimpft.  Zahlreiche Behandlungszentren wurden dazu eingerichtet. Die meisten Kranken erholen sich, wenn sie schnell behandelt werden, innerhalb weniger Tage. Unbe­handelt kann die Erkrankung tödlich enden – sechs Menschen sind seit Durchzug des Wirbelsturms bereits daran gestorben. Auch Hunderttausende imprägnierte Moskitonetze wurden von den Helfern verteilt, um einen Anstieg der Malaria-Erkrankungen zu bremsen – circa 7.500 Fälle habe es schon gegeben.

Nach den direkten Folgen des Sturms und den Krankheiten droht jetzt die nächste Notlage. Die Überschwemmungen haben laut Regierung unmittelbar vor der Ernte mehr als 700.000 Hektar Ackerland zerstört. Etwa eine halbe Million Kleinbauern und deren Familien haben zum Teil ihre Lebensgrundlage verloren. Angesichts der angespannten Ernährungslage warnt die Welthungerhilfe bereits vor einer „Katastrophe nach der Katastrophe“.

Der Tropensturm Idai hatte Mitte März das südostafrikanische Mosambik sowie die Nachbarstaaten Malawi und Simbabwe verwüstet. Es kam zu verheerenden Zerstörungen und Überflutungen, in Folge derer mindestens 1000 Menschen ums Leben gekommen sind. Rund 3,5 Millionen Menschen sind durch den Verlust ihrer Häuser, durch Krankheiten, zerstörte Infrastruktur und Ernteverluste von Hunger und Tod bedroht.

Wie unsere Bündnisorganisationen vor Ort helfen, können Sie hier nachlesen.

 

Um die Soforthilfe für die Menschen vor Ort auszubauen, benötigen wir Ihre Unterstützung.

Daher unsere dringende Bitte: Helfen Sie uns mit Ihrer Spende

 

 

Wirbelsturm Idai hat In Mosambik, Simbabwe und Malawi für Verwüstung gesorgt. Hunderttausende Menschen haben alles verloren! So helfen Sie mit Ihrer Spende!

 

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Wirbelsturm „Idai“: Die Folgen sind dramatisch – Erster Todesfall durch Cholera (Update)

Hunderttausenden Menschen auf dringende Nothilfe angewiesen – Unsere Bündnisorganisationen sind im Einsatz – Ihre Unterstützung dringend notwendig

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_© Siphiwe Sibeko/Ritzau Scanpix

Wirbelsturm „Idai“: Die Folgen sind dramatisch – Erster Todesfall durch Cholera (Update)

*UPDATE vom 01.04.2019*

Auch Tage nachdem der Wirbelsturm Idai über Mosambik, Simbabwe und Malawi hinweg fegte, ist das Ausmaß der Katastrophe kaum fassbar. Auf den heftigen Sturm folgte anhaltender Starkregen. Die Wasserfluten haben allein in Mosambik mehr als 3.000 Quadratkilometer Landfläche unter Wasser gesetzt. Ganze Dörfer und Städte wurden weitgehend zerstört, überlebensnotwendige Ernten gingen verloren und hunderttausende Menschen sind obdachlos. Nach aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen sind mittlerweile rund 3 Millionen Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen. Die offizielle Zahl der Toten in Mosambik ist auf 518 gestiegen. Insgesamt verloren nach bislang vorliegenden Zahlen mehr als 700 Menschen ihr Leben in Mosambik, Simbabwe und Malawi. Noch immer werden viele Menschen vermisst, weshalb die Zahl der Opfer weiter steigen dürfte.

 

Die Folgen des Wirbelsturms Idai sind dramatisch!

Krankheiten verschlimmern die Not der Menschen

Nach den ersten überstandenden Tagen droht den Notleidenden nun die nächste Katastrophe: der Ausbruch von Krankheiten. Da es aktuell kaum sauberes Trinkwasser gibt, drohen Seuchen wie Cholera weiträumig auszubrechen. In den kleinen Notunterkünften stehen derzeit nur wenige Toiletten zur Verfügung. In vielen Gebieten müssen die Menschen verunreinigtes Wasser trinken, in dem Fäkalien und anderer Unrat schwimmen. Das Risiko eines Epidemie-Ausbruchs steigt – die Zahl der Cholera-Erkrankungen in Mosambik hat sich seit Donnerstag von 139 auf nun 271 bestätigte Fälle fast verdoppelt. Am Montag wurde nun der erste Todesfall als Folge der Durchfallerkrankung bekannt. Das bestätigte das Gesundheitsministerium in Mosambik. Schon jetzt ist absehbar, dass die Zahl der Menschen, die eine medzinischen Versorgung benötigen werden, in den kommenden Wochen massiv ansteigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits 900.000 Dosen eines Cholera-Impfstoffs nach Mosambik geliefert.

Luftbrücke für Soforthilfe eingerichtet

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), Partner unserer Bündnisorganisation UNO-Flüchtlingshilfe, hat zugunsten der Opfer des Wirbelsturms „Idai“ eine Luftbrücke gestartet: Ein Flugzeug mit Hilfsgütern landete am frühen Mittwochmorgen (27.03) in Mosambiks Hauptstadt Maputo (01:00 Uhr Ortszeit). An Bord der Maschine waren Familienzelte, Plastikplanen, Schlafmatten, Decken, Moskitonetze, Solarlaternen, Kochsets, Kanister und andere Hilfsgüter. Die Maschine war eine der ersten drei Flüge, die rund 30.000 Menschen in Mosambik, Simbabwe und Malawi mit lebensrettenden Gütern versorgen sollen. Weitere Hilfsflüge sind geplant.

 

Die Folgen des Wirbelsturms Idai sind dramatisch!

Unsere Bündnisorganisationen sind im Einsatz

Neben der UNO-Flüchtlingshilfe sind weitere Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA im Einsatz: Das Medikamentenhilfswerk action medeor hat bereits erste Hilfspakete in den Süden Malawis verschickt – die Hilfe nach Mosambik und Simbabwe wurde ebenfalls ausgeweitet. Die Kindernothilfe hat in ersten Nothilfemaßnahmen in Simbabwe Lebensmittel, Sanitätsartikel und Tabletten zur Wasseraufbereitung für 2.500 Kinder und ihre Eltern bereitgestellt. Auch die Kinderhilfswerke Childfund Deutschland und Global-Care sind vor Ort und versorgen die Notleidenden mit dem Nötigsten. Islamic Relief hat sich sofort vor Ort begeben und beteiligt sich an der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und richtet Nothilfe ein. Auch Nothilfe-Teams unserer Bündnisorganisation CARE sind im Katastrophengebiet im Einsatz und haben Lastwagen mit dringend benötigten Hilfsgütern beladen: darunter 500 Zelte, 2.800 Überlebens-Pakete für Familien und 2.000 Hygiene-CARE-Pakete, gefüllt mit Wasserkanistern, Moskitonetzen, Planen und Decken, um der größten Not zu begegnen. „Die CARE-Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr, um die am schwersten zu erreichenden Menschen zu unterstützen“, berichtet CARE-Helferin Jennifer Bose aus Beira. „Eines unserer wichtigsten Anliegen ist jetzt, den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Deswegen sorgen wir dafür, dass zudem Seife und Wasserreinigungstabletten in den Hygiene-Paketen enthalten sind.“

 

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Wirbelsturm Idai hat In Mosambik, Simbabwe und Malawi für Verwüstung gesorgt. Hunderttausende Menschen haben alles verloren! So helfen Sie mit Ihrer Spende!

 

Quelle: UNO-Flüchtlingshilfe | CARE Deutschland e.V.

 

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Nothilfe: Zyklon-Opfer in Südostafrika benötigen Unterstützung

Wirbelsturm Idai sorgte in Südostafrika für Verwüstung. Die Lage vor Ort verschärft sich - dringende Soforthilfe ist notwendig.

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Wirbelsturm Idai hat In Mosambik, Simbabwe und Malawi für Verwüstung gesorgt. Hunderttausende Menschen haben alles verloren! _© care.de/Josh Estey

Nothilfe: Zyklon-Opfer in Südostafrika benötigen Unterstützung

vor wenigen Tagen ist der Wirbelsturm Idai mit 160 Kilometern pro Stunde an der mosambikanischen Küstenstadt Beira auf Land getroffen – mit furchtbaren Folgen: 1,7 Millionen Menschen im Katastrophengebiet sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Mehr als 400.000 Menschen sind obdachlos, hunderte Tote wurden bereits geborgen. Verletzte Menschen, zerstörte Dörfer, überflutete Landstriche und verlorene Ernten prägen derzeit das Bild in den betroffenen Regionen.

Die Verwüstung, die der Wirbelsturm in Mosambik, Simbabwe, und Malawi angerichtet hat, ist enorm. Allein in Mosambik stehen aktuell mehr als 3.000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Hilfsorganisationen vor Ort gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter steigt und sich Krankheiten ausbreiten.

Die Bündnisorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA sind im Einsatz und leisten Soforthilfe! 

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Große Verwüstung – Hunderttausende Menschen sind betroffen

Das Ausmaß der Zerstörung durch den Wirbelsturm Idai wird nach und nach ersichtlich. Die Schäden in Mosambik, Simbabwe und Malawi sind enorm. „Die Straßen, die zu den betroffenen Gebieten führen, sind komplett von Schutt und umgestürzten Bäumen blockiert“, berichtet Länderdirektor Marc Nosbach von unserer Bündnisorganisation CARE Deutschland e.V. aus Mosambik. „Wir erhalten erste Berichte von erheblichen Schäden an Krankenhäusern und Schulen, zudem gab es einen kompletten Stromausfall in der Stadt Beira.“ Tausende Menschen haben alles verloren und sind obdachlos. Viele Gebiete sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in Mosambik sind Schätzungen zufolge 400.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen.

Besonders betroffen ist auch das Flüchtlingslager Tongogara in Simbabwe, in dem mehr als 19.000 Menschen leben, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo und Mosambik. Der Zyklon hat die Unterkünfte von mehr als 800 im Lager lebenden Flüchtlingen vollständig zerstört, auch hier ist die Tendenz steigend. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinen Nationen (UNHCR) verlegt derzeit betroffene Flüchtlingsfamilien in sichere Unterkünfte und stellt stabile Zelte auf, um die Menschen unterzubringen. Die Notunterkünfte sind jedoch bereits überfüllt, und Dutzende von Familien leben unter einem Dach. Die schweren Stürme und Überschwemmungen haben die Stromversorgung, Bohrlöcher und Latrinen beschädigt, wodurch die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Durchfall besteht.

Soforthilfe dringend notwendig!

Die UNO-Flüchtlingshilfe, Bündnisorganisation von GEMEINSAM FÜR AFRIKA und der nationale Partner des UNHCR, berichtet von ersten Direktmaßnahmen vor Ort: Mindestens 300 Familienzelte sollen jetzt nach Tongogara gebracht werden, dazu 12.000 Quadratmeter Plastikplanen, um beschädigte Unterkünfte zu reparieren und um Gemeinschaftsräume wie Küchen und Latrinen zu schützen. „Wie so oft treffen diese verheerenden Umweltkatastrophen Menschen, die bereits Not leiden: Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, die Menschen brauchen nun unsere Unterstützung. Wir benötigen Unterstützung für Frischwassertanks und Wasserreinigungstabletten, um die betroffenen Familien mit sauberem Wasser zu versorgen und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Je schneller wir handeln, desto schneller können wir weitere Schäden und Katastrophen verhindern.„, appelliert Peter-Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.“

 

Ihre Spende ermöglicht dringende Nothilfe

 

Wirbelsturm Idai hat In Mosambik, Simbabwe und Malawi für Verwüstung gesorgt. Hunderttausende Menschen haben alles verloren! So helfen Sie mit Ihrer Spende!

 

Stand: 25.03.2019 11:35 Uhr | Aktualisierungen folgen

Quelle: UNO-Flüchtlingshilfe & CARE Deutschland e.V. | Foto: © care.de/Josh Estey

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Wirbelsturm Idai trifft auf Mosambik: CARE vor Ort im Einsatz

Infolge eines starken tropischen Wirbelsturms und heftigen Regenfällen sind in Mosambik, Malawi und Simbabwe bislang mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Das komplette Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen.

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_© NASA Worldview, Earth Observing System Data and Information System (EOSDIS)

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Angola entkriminalisiert Homosexualität und stärkt LGBT-Rechte

Angola schafft Gesetze ab, mit denen homosexuelle Handlungen bestraft werden konnten. Ein großer Erfolg für die Menschenrechte und im Kampf gegen Homophobie.

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In Angola wird Homosexualität entkriminalisiert. Ein großer Erfolg für die Menschenrechte und im Kampf gegen Homophobie. © Photo by Peter Hershey on Unsplash / edit by GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Angola entkriminalisiert Homosexualität und stärkt LGBT-Rechte

Von 55 afrikanischen Staaten hatten bis zum Beginn des Jahres 2019 lediglich 24 Länder Homosexualität entkriminalisiert. Vor wenigen Wochen hat nun auch Angola die Bestrafung aufgrund einer homosexuellen Orientierung abgeschafft.

Erfolg für die Durchsetzung von Menschenrechten

Für viele Menschen in Angola, die sich über Jahre hinweg für gleiche Rechte von Homosexuellen eingesetzt haben, ist dies ein großer Erfolg und ein Meilenstein in der Durchsetzung von Menschenrechten im südwestafrikanischen Land. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Organisation „Associação Íris Angola“ – deren Mitglieder sich seit 2013 für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) in Angola einsetzen – offiziell anerkannt und der rechtlichen Status verliehen.

Kampf gegen Homophobie

In Angola wurde durch die neue Gesetzeslage nicht nur das Verbot von Homosexualität abgeschafft. Nach der Gesetzesänderung durch das angolanische Parlament wurde zudem die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung unter Strafe gestellt. So drohen beispielsweise Personen, die es ablehnen, Bewerber*innen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu beschäftigen, bis zu zwei Jahre Gefängnis. Carlos Fernandes, Leiter von Iris Angola, sagte im Interview mit DW Deutsche Welle zur neuen Gesetzeslage: „Ich glaube, jetzt gibt es eine rechtliche Grundlage, um homophobe Verbrechen zu ahnden.“

Koloniales Erbe

Gesetzliche Verankerungen, die gleichgeschlechtliches Verhalten verbieten und die Diskriminierung von Homosexualität befeuern, stammen in vielen afrikanischen Ländern noch aus der Kolonialzeit und wurden im Zuge der Unabhängigkeit in die Strafgesetzbücher übernommen –  so auch in Angola. Die homosexuellenfeindlichen Gesetze unterstützten über Jahrzehnte hinweg die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten stillschweigend und führten zu einem Klima der Straflosigkeit.

 

Quellen: Allafrica; DW

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#Spurensuche-QUIZ jetzt mit zwei Erweiterungen

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#Spurensuche-QUIZ jetzt mit zwei Erweiterungen

Werde selbst zum Quiz-Master!

Ab jetzt kannst du auch eigene Fragen erstellen und damit deine Mitspieler*innen herausfordern. Nach Prüfung durch unsere Redaktion werden diese Fragen in das Quiz aufgenommen und damit auch für alle anderen Nutzer*innen spielbar. Wann immer andere Spieler*innen deine Fragen zum ersten Mal beantworten, bekommst du dafür zusätzliche Punkte auf dein Konto und verbesserst deinen Highscore.

English, please!

Die Konkurrenz um den Highscore nimmt zu, denn ab jetzt können auch deine englischsprachigen Freunde mitspielen. Lade sie ein, deinen Score zu knacken! Das englischsprachige #Spurensuche-Quiz eignet sich auch hervorragend für den Einsatz im Englischunterricht in der Schule. Spiele mit den Schüler*innen zusammen und führe so z. B. in das Thema Kolonialismus ein.

Um die Sprache auf Englisch zu wechseln, klicke einfach auf „English“ ganz rechts oben in der Navigationsleiste.

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Wachsende Not in Simbabwe: Medikamente werden knapp

Im Januar lösten ernorme Preissteigerungen für Benzin Unruhen in Simbabwe aus. Auch Medikamente werden knapp.

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Medikamente in Simbabwe werden knapp. Unsere Mitgliedsorganisation action medeor ist im Einsatz._©action medeor

Wachsende Not in Simbabwe: Medikamente werden knapp

Im Januar lösten ernorme Preissteigerungen für Benzin Unruhen in Simbabwe aus. Immer mehr Medikamentenregale in Simbabwe bleiben leer. Unsere Mitgliedsorganisation action medeor ist im Einsatz und bereitet aktuell weitere Hilfslieferungen vor.

Krankenhäuser müssen bereits Patienten abweisen

Die Preise für Benzin steigen auf Rekordhöhen, Lebensmittel werden unbezahlbar, Unruhen breiten sich aus: die Lage für die Bevölkerung im südafrikanischen Simbabwe verschärft sich zunehmend. Auch die Versorgung mit Medikamenten und medizinischem Material verschlechtert sich von Tag zu Tag. Die action medeor Mitarbeiterin Mareike Illing reiste Mitte Januar nach Simbabwe, um Gesundheitseinrichtungen im Land zu besuchen und erlebte die Eskalation hautnah mit. „Die Regale in den Apotheken sind leer. Krankenhäuser müssen bereits Patienten abweisen, weil keine Medikamente für die Versorgung mehr verfügbar sind“ berichtet sie nach ihrer Rückkehr nach Tönisvorst.

Ausweitung der Hilfslieferungen an die Partner vor Ort

Mehrere Lieferungen mit Medikamenten und medizinischem Material für die Partner in Simbabwe stehen aktuell versandbereit im Medikamentenlager von action medeor. Eine weitere Sendung wird gerade vorbereitet. Empfängerin ist die aus Willich stammende Dominikaner-Schwester Christiana Ebel im Regina-Coeli Mission Hospital im Osten Simbabwes. Die Liste der Medikamente aus ihrer Bestellung ist lang: Schmerzmittel, Antibiotika, Vitamintabletten, Desinfektionsmittel und spezielle Sets zur Behandlung von Schlangenbissen. Auch wenn die Abwicklung der Hilfslieferungen durch die angespannte Situation und den Treibstoffmangel im Land weiter erschwert, läuft die Vorbereitung für weitere Hilfslieferungen bei action medeor auf Hochtouren. „Wir müssen jetzt eingreifen, um unsere langjährigen Partner zu unterstützen, denn eine Verbesserung der Lage scheint aktuell nicht absehbar. Als Notapotheke der Welt dürfen wir unsere Partner und die Bevölkerung in diesen schwierigen Zeiten nicht alleine lassen!“ sagt action medeor Vorstandssprecher Bernd Pastors.

In den vergangenen fünf Jahren hat action medeor Hilfslieferungen in einem Umfang von insgesamt 3,6 Millionen Euro an Gesundheitseinrichtungen in Simbabwe verschickt. Partner vor Ort sind in erster Linie christliche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen, die die ländliche Bevölkerung des Landes versorgen.

Weitere Informationen zur Lage in Simbabwe erhalten Sie hier im interessanten Podcast unserer Mitgliedsorganisation action medeor.

 

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Vier Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule

Menschen auf der Flucht brauchen zu allererst Schutz und Sicherheit. Doch wenn die Nothilfe geleistet und dieses Ziel erreicht ist, was dann?

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_© UNHCR / S.Rich

Vier Millionen Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule

Insbesondere für jüngere Menschen sind der Zugang zu Bildung und eine Perspektive entscheidend. Dass dies bislang noch nicht ausreichend gelingt, zeigen entsprechenden Zahlen aus einem Bericht des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR. Neben der lebensrettenden Nothilfe ist die Unterstützung von Bildungsprogrammen für Flüchtlinge ein Hauptanliegen unserer Mitgliedsorganisation, der UNO-Flüchtlingshilfe. Mit knapp drei Millionen Euro unterstützte sie 2018 internationale Bildungsprojekte. Fast 150.000 Euro gingen darüber hinaus an Bildungsprojekte in Deutschland für junge Geflüchtete.

„Wenn Menschen fliehen, geht es oft ums reine Überleben und darum, die Familie in Sicherheit zu bringen. Doch nach der Nothilfe muss Bildung wieder eine Rolle spielen. Es ist wichtig, dass gerade junge Flüchtlinge weiterlernen, damit sie für sich Perspektiven entwickeln und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Darum müssen wir insbesondere geflüchteten Kindern die Chance auf Bildung ermöglichen“, fordert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Die Zahlen aus einem Bericht (2018) des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR, dessen nationaler Partner die UNO-Flüchtlingshilfe ist, belegen die Herausforderungen: Nur 61 Prozent der Flüchtlingskinder besuchen die Grundschule, im Vergleich zu einem internationalen Durchschnitt von 91 Prozent, zudem sind nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder in einer Sekundarschule eingeschrieben.

Laut UNHCR-Bericht leben zudem rund 92 Prozent der Flüchtlingskinder in Entwicklungsländern. Die Mittel für die Förderung der Schulbildung sind entsprechend gering. Es fehlt an allem: Schulgebäude, Tische, Bänke und Tafeln, Lehrpersonal, Bücher und Hefte. Die Voraussetzungen für das Erlernen der Grundkenntnisse sind daher in den meisten Aufnahmeländern von Flüchtlingen sehr schlecht. Und die Situation wird mit zunehmendem Alter nicht besser: Nur ein Prozent der Flüchtlinge weltweit besucht die Universität.

UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt national und international

In 2018 hat der Verein beispielsweise Bildungsprogramme in Kenia mit knapp 1,9 Millionen Euro unterstützt, u.a. das Programm „Educate a child“: einem Projekt für Flüchtlingskinder im Grundschulalter in den Flüchtlingscamps in Kenia, durch das mehr Kinder Zugang zu Unterricht bekommen und gleichzeitig Lehrer gefördert werden, um einen besseren Unterricht zu ermöglichen. Und auch in Deutschland fördert der Verein Projekte: „Angekommen in Deiner Stadt Dortmund“ vom Träger Schul.inn.do e.V. begleitet jugendliche Flüchtlinge auf ihrem Bildungsweg und unterstützt die Berufskollegs in der Arbeit mit internationalen Förderklassen.

Denn heute wie morgen sind Bildung und der Zugang dazu unerlässlich für eine nachhaltige Entwicklung und die Chance auf eine Teilnahme an der Gesellschaft.

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Fairer geht‘s nicht? Warum einigen Start-ups der Faire Handel von Kakao noch nicht fair genug ist

Ist der Faire Handel mit zertifiziertem Kakao tatsächlich die beste und einzige aller Lösungen? Oder geht da vielleicht noch mehr? Junge Start-ups versuchen, den noch immer bestehenden Ungerechtigkeiten mit anderen Ansätzen zu begegnen.

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© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Fairer geht‘s nicht? Warum einigen Start-ups der Faire Handel von Kakao noch nicht fair genug ist

Immer mehr Menschen greifen bewusst zur Fair-Trade-Schokolade, um sich damit auch für fairere Bedingungen in der Kakao-Industrie stark zu machen. Denn noch immer lebt die Mehrheit der Kakaobäuerinnen und -bauern unter der Armutsgrenze (1). Im Schnitt verdient ein Kleinbauer oder eine Kleinbäuerin rund 0,76 Euro am Tag. Nach einer Schätzung von Fairtrade International liegt das Existenzminimum jedoch bei umgerechnet ca. 2,19 Euro am Tag.

In der herkömmlichen Wertschöpfungskette von Schokolade findet die komplette Weiterverabreitung nicht in den Erzeugerländern statt. Die Bohnen werden nach der Ernte exportiert, die Wertschöpfung in Ländern des Globalen Nordens, wie z. B. Deutschland verlagert. Zahlreiche Akteure verdienen daran – für die Kakaobäuerinnen und -bauern selbst bleiben am Ende nur zwischen 6 und 7 Prozent des Kaufpreises einer Tafel Schokolade. Unfair, oder?

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Fairer Handel ist ein erster, wichtiger Schritt

Die Qualitätsstandards, Siegel und Kampagnenarbeit haben dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen ein Bewusstein für einen Fairen Handel entwickelt haben und ihr Kaufverhalten ändern. Millionen von Produzent*innen wurde dadurch bereits zu einem besseren Leben verholfen. Aber ist Fairer Handel allein wirklich das bestmögliche und fairste System? Oder geht da noch mehr?

Mehr als fair

Das Start-up Fairafric beschreitet bei der Produktion seiner Schokolade einen anderen Weg. Von der Bohne bis zur fertig verpackten Tafel findet der Herstellungsprozess der fair und seit 2017 in Bio-Qualität produzierten Schokolade im westafrikanischen Ghana statt. Auf diese Weise verlegte das Unternehmen quasi die komplette Wertschöpfungskette in das Erzeugerland und schaffte damit vor Ort eine eigene Infrastruktur für die Schokoladenherstellung. Das bringt nicht nur viele qualifizierte Arbeitsplätze, sondern auch eine erhebliche Steigerung des Einkommens für die Kakaobäuerinnen und –bauern. Und natürlich eine Schokolade, die von sich behaupten kann, komplett „Made in Africa“ zu sein.

Künftig will Fairafric noch mehr für Kakaofarmer*innen und den Umweltschutz tun:

  • Durch eine Crowdfunding-Kampagne will Fairafric eine Stiftung ins Leben rufen, die im Namen der Kakaobäuerinnen und -bauern Anteile an dem Unternehmen hält. Dadurch sollen nicht nur die direkten Beziehungen verbessert werden, sondern die Kakaobäuerinnen und -bauern partizipieren direkt am Wachstum und Gewinn.
  • Um die Verpackung der Schokolade umweltfreundlicher zu gestalten, soll künfig anstatt Aluminumfolie eine kompostierbare Folie aus Holzzellulose verwendet werden.
  • Nachdem Fairafric bereits das Bio-Siegel erhalten hat, möchte man in einem nächsten Schritt die Schokolade komplett klimaneutral produzieren. Alle Treibhausgas-Emissionen, die in Verbindung zur Produktion, Vertrieb, etc. stehen, sollen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden.

Unabhängigkeit ist ein hohes Gut

Auch Priscilla und Kimberly Addison staunten nicht schlecht, als sie erfahren haben, dass Ghana zwar der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt ist, selbst aber kaum Schokolade produziert. „Wenn Länder wie die Schweiz oder Belgien ohne eine einzige Kakaoplantage zu einer Schokoladennation werden können, wie kann es sein, dass Ghana nur einen einzigen Produzenten hat?“, dachten sich die ghanaischen Schwestern, die besonders während des Besuches einer Schokoladenfabrik von Maison Callier in der Schweiz inspiriert wurden. Ohne jeglichen kulinarischen Hintergrund, geschweige denn Erfahrung in der Schokoladenherstellung, entschlossen die beiden sich im Jahr 2014 dazu, ihre eigene Schokolade „Made in Ghana“ zu produzieren.

Bevor sie 2016 ihre erste komplett handgemachte Schokolade auf den Markt brachten, besuchten sie diverse Kurse zur Schokoladenherstellung, lasen Fachliteratur, schauten YouTube-Tutorials, sprachen mit Kakaobäuerinnen und -bauern auf den Feldern und suchten Rat und Unterstützung bei Menschen, die bereits im Kakaosektor tätig waren. Die Rezepte für ihre Schokolade entwickelten sie durch Ausprobieren („trial and error“), mit ihren Freunden und ihrer Familie als „Vorkoster“.

Ein großer Ansporn für Priscilla und Kimberly Addison war und ist es, die Menschen in Ghana und anderen afrikanischen Ländern – insbesondere die Jugend – dazu zu ermutigen, nicht einfach nur die natürlichen Ressourcen und Rohstoffe des Landes zu verkaufen, sondern ihre Kreativtät und ihren Verstand zu nutzen, um daraus selbst großartige Produkte von hoher Qualität zu entwickeln und herzustellen.
Damit das Geld, das sie mit ihrer Schokolade erwirtschaften, auch im Land bleibt, arbeiten sie so gut wie möglich ohne importierte Zutaten und lassen auch die Verpackung vor Ort herstellen. So wollen sie langfristig die Wirtschaft des Landes stärken und Gleichgesinnte aus anderen Bereichen dazu inspirieren, einen ähnlichen Weg zugehen.

Nicht zufällig haben die Schwestern ihre Schokolade „’57 Chocolate“ genannt – die Zahl im Namen erinnert an die ghanaische Unabhängigkeit im Jahr 1957.

Quellen:
(1) Kakao-Barometer 2018 (PDF)

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Großartiger Erfolg: Schutz für minderjährige Haushaltshilfen in Mali

In der malischen Hauptstadt Bamako erhalten minderjährige Haushaltshilfen dank unserer Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. mehr Schutz vor Ausbeutung.

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Minderjährige Mädchen in Mali erhalten eine hauswirtschaftliche Grundausbildung. Diese führt zu besseren Arbeitsbedinungen, da die Mädchen auch ihre Rechte kennenlernen._©Kinderrechte Afrika e.V.

Großartiger Erfolg: Schutz für minderjährige Haushaltshilfen in Mali

Im Januar 2016 startete unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. in Mali ein neues Projekt zur Durchsetzung der Rechte minderjähriger Haushaltshilfen. Zwei Jahre später wird dieses Projekt nun mit tollen Ergebnissen abgeschlossen. Bereits seit vielen Jahren setzt sich der Verein Kinderrechte Afrika für das Wohl und die Rechte junger Menschen auf dem afrikanischen Kontinent ein – so auch in der malischen Hauptstadt Bamako.

Ausgangssituation: Mädchen schuften oft unter prekären Arbeitsverhältnissen und erfahren Missbrauch

Für unverheiratete Mädchen in der Projektregionen Ségou und Koulikoro in Mali ist die Beschäftigung als ungelernte Haushaltshilfe in der Stadt oft die einzige Perspektive, ihre eigene Aussteuer zu verdienen oder ihre Familien mit Geld zu unterstützen. Viele Mädchen, auf dem Weg in die Stadt, sind erst 12 Jahre alt. Im Jahr 2009 war in 288.176 Haushalten in Bamako mindestens ein minderjähriges Mädchen als Hilfe beschäftigt. In der Stadt schuften die Mädchen oft unter prekären Arbeitsverhältnissen. Grundlegende Arbeitnehmerrechte werden ihnen verwehrt, wie etwa ein Minimum an sozialer Sicherung, geregelte Arbeitszeiten oder Anspruch auf einen freien Tag pro Woche, geschweige denn Urlaub. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Mädchen geht in ca. 50% der Fälle mit sexuellem Missbrauch oder Gewalt einher. Ihre Ausbeutungssituation wird verstärkt, da sie ihre Rechte nicht kennen und ihnen ein soziales Umfeld fehlt. Erwarten die Mädchen ein Kind, so sind sie auf sich allein gestellt.

Schulungen, Ausbildungsprogramme und eine breite Öffentlichkeit

Um den Schutz minderjähriger Haushaltshilfen langfristig zu verbessern, hat unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. einen umfangreichen Programmplan umgesetzt. Hierzu gehörte zunächst die Schulung von staatlichen und zivilgesellschaftliche Akteuren, um den Schutz arbeitender Kinder und insbesondere minderjähriger Haushaltshilfen, der in Mali in nationalen und internationalen Gesetzen verankert ist, wirksamer umzusetzen.

Zudem wurden Ausbildungsprogramme initiiert. Mädchen, die in Bamako als Haushaltshilfen ausgebeutet und misshandelt wurden, konnten eine hauswirtschaftliche Grundausbildung beginnen. In dieser, sowie in Betreuungsangeboten und Treffen zum Erfahrungsaustausch erwarben die Mädchen, Kenntnisse und Fertigkeiten, um künftig qualifiziert einer Arbeit nachgehen und bessere Arbeitsbedingungen einfordern zu können. Die Mädchen konnten nach ihrer Ausbildung freie Tage in der Woche sowie einen erhöhten, den staatlichen Vorgaben entsprechenden Lohn aushandeln. „Früher wurden wir beleidigt und schlecht behandelt. Wir hatten keine festen Arbeits- und Pausenzeiten. Jetzt hat sich alles geändert“, berichten die Mädchen heute.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. setzt sich in Mali für den Schutz und die Rechte minderjähriger Haushaltshilfen ein.

Um eine breitere Öffentlichkeit über den Missstand, unter denen minderjährige Haushaltshilfen in Mali oftsmals leiden, zu informieren, wurden die Mädchen mobilisiert, um für ihre Rechte einzustehen. Am internationalen Tag der Arbeit demonstrierten die Hilfsorganisationen zusammen mit ca. 350 Mädchen dafür, dass minderjährige Haushaltshilfen in Mali einen formalisierten Arbeitsvertrag erhalten, der ihre Grundrechte beachtet. Verschiedene Medien in Mali berichteten über die Aktion. Kinderrechte Afrika e.V. veröffentlichte zudem ein Informations- und Aktionshandbuch, das die Rechte arbeitender Kinder in Mali anschaulich erklärt und praktische Handreichungen für deren Umsetzung gibt. Es wurde unter den staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren des Kinderschutzes in Mali verbreitet. Ihnen soll es künftig als Orientierung und Argumentationshilfe für den Schutz arbeitender Kinder z. B. vor Ausbeutung und Gewalt dienen.

Erfolgreiche Projektarbeit und nachhaltige Ergebnisse

Die Feierlichkeiten zum internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November 2018 wurde gleichzeitig eine gebührende Abschlussveranstaltung für das Projekt. Es gab vielseitiges Plädoyer für den Schutz der Rechte der minderjährigen Haushaltshilfen – von Seiten der Ministerien, von Kinderrechtsorganisationen sowie Künstler(inne)n und der Mädchen selbst: „Wir werden nicht mehr beleidigt und beschimpft und wir werden pünktlich bezahlt. Ich weiß, was ich erledigen soll und man gibt mir nicht ständig neue Aufgaben dazu. Meine Situation hat sich wirklich verbessert.“

 

Weitere Informationen zum Projekt unserer Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. erhalten Sie HIER.

 

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© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

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Folge 1: Kakao und Schokolade

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Folge 2: Elektroschrott

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Folge 3: Baumwolle

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Global Players: Hubschrauber aus Badelatschen in Chemnitz gelandet

Der Geschäftsführer des solaris-Unternehmensverbundes, Gert Gauder, eröffnete zusammen mit Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA, am 30. November im Solaristurm in Chemnitz die Ausstellung Global Players. Nachdem die Ausstellung knapp 10 Jahre durch Deutschland wandert, findet sie nun dauerhaft einen Platz im Solaristurm.

Spielzeuge aus Ländern Afrikas spiegeln Kindheitsträume

„Die Ausstellung ‚Global Players‘ präsentiert liebevoll gefertigte Spielzeuge, die die ARD-Korrespondentin Birgit Virnich während ihrer redaktionellen Reisen auf dem afrikanischen Kontinent gesammelt hat. Alle ausgestellten ‚Kunstwerke‘ wurden von Kindern gemacht und spiegeln ihre Lebensumstände und Träume wider: Mit Hubschraubern wollen sie dem Krieg entkommen, mit schwer beladenen Lastern quer durch ihr Land fahren, mit Bällen den großen Fußballstars nacheifern. Jedes Spielzeug erzählt die ganz persönliche Geschichte eines Kindes“ erklärte Susanne Anger. So ist eine beeindruckende Sammlung von Exponaten, Bildern und Geschichten entstanden, die in der Ausstellung „Global Players“ zusammenführt. Gert Gauder freute sich, dass diese ganz besonderen Kinderkunstwerke nun dauerhaft in Chemnitz zu sehen sind.

Vom 7.9. bis 27.9. ist unsere Global Players Ausstellung im Rathaus Kaltenkirchen zusehen.

Flug durch die Republik

Die Ausstellung „Global Players – Spielzeug aus Afrika“ wurde erstmals im Jahr 2009 im Deutschen Technikmuseum in Berlin zusammen mit dem Bundespräsidenten a. D. Horst Köhler und Wolfgang Niedecken, Botschafter von GEMEINSAM FÜR AFRIKA, eröffnet. Seitdem reiste die Ausstellung durch die ganze Bundesrepublik und war in Museen, Universitäten, Rathäusern, Schulen, Ministerien und vielen anderen Orten zu bewundern. GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist sich sicher, dass die Ausstellung nun in Chemnitz einen guten Ort für die nächsten Jahre gefunden hat und hofft auf viele kleine und große Besucher*innen, die in der Ausstellung erleben können, welche ganz einfachen Träume und Hoffnungen die kleinen Künstler*innen bewegen.

Schüler*innen basteln Armbänder aus Altpapier

Für die Ausstellungseröffnung waren Schüler*innen des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums anwesend, die voller Neugierde die verschiedenen Spielzeuge bewunderten und auch selbst kreativ werden konnten. In Recycling-Bastelworkshops der GEMEINSAM-FÜR-AFRIKA-Referentin Stefanie Adler wurden aus Altpapier Armbändern und aus Milchtüten Geldbörsen hergestellt.

Weitere Impressionen zu den Global Players finden Sie in unserem

Global Players Fotoalbum

 

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Schwarz auf weiß – unsere Arbeit im Tätigkeitsbericht 2016/2017

Unser ausführlicher Tätigkeitsbericht 2016/2017 steht zum Download bereit.

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Unser ausführlicher Tätigkeitsbericht 2016/2017 steht zum Download bereit.

Schwarz auf weiß – unsere Arbeit im Tätigkeitsbericht 2016/2017

Die letzten Jahre waren aufregend. 2017 war unsere Arbeit geprägt von der Hungerkatastrophe in mehreren Ländern Afrikas. Aufgrund der großen Spendenbereitschaft konnte das Schlimmste verhindert werden. Dank des Aufrufs unseres Schirmherrn, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wurden in Deutschland insgesamt weit mehr als 50 Millionen Euro für die hungernden Menschen gesammelt. GEMEINSAM FÜR AFRIKA begleitete den bundesweiten Aktionstag in sieben deutschen Städten.

2016 war geprägt durch die Flüchtlingskatastrophe. Weltweit waren 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Um mehr Toleranz für Geflüchtete in Deutschland zu erzeugen, machten wir mit Militärfahrzeugen und dramatischen Fotos auf die Schrecken des Krieges aufmerksam – denn niemand verlässt seine Heimat, Familie und Freunde ohne triftige Gründe! Wie Fluchtursachen bekämpft werden, haben wir uns auf unserer Reise nach Uganda angeschaut – dort waren wir erstmals mit YouTuber*innen unterwegs. Auf unserer Sambiareise haben wir gesehen, wie die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele vor Ort umgesetzt werden und dass auch wir Verantwortung in Europa dafür tragen.

Natürlich haben uns diese Themen auch bei der Entwicklung unserer neuen Unterrichtsmaterialien zu spannenden Themen wie Mode, Mobilität, Fairer Handel, Frieden und Flucht begleitet. Um den Zugang zu interessanten Inhalten einfacher und komfortabler zu gestalten, haben wir auf unserer Webseite mit der Infothek eine neue Informationsplattform geschaffen. Neu ist auch unser Spiel Spurensuche – Was verbindet dich mit Afrika?

Es wird deutlich – Afrika geht uns alle an!

Deshalb werden wir uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, die Lebensbedingungen in den Ländern Afrikas zu verbessern und in Deutschland mit Bildungs- und Kampagnenarbeit auf die Potenziale, Probleme und Missstände Afrikas aufmerksam zu machen.

Ganz herzlicher Dank gilt unseren Schirmherren (dem Bundespräsidenten A.D. Joachim Gauck und dem amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier), unseren Unterstützer*innen und ganz besonders unseren Spender*innen. Ohne Sie könnten wir unsere Arbeit nicht leisten.

Wir freuen uns, wenn Sie uns auch in den kommenden Jahren begleiten und unterstützen.

Herzlichst

Christian Molke, Vorstandsvorsitzender GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V.

 

 

Download des Tätigkeitsberichtes 2016/2017

 

Download weiterer Tätigkeitsberichte 2006 – 2015

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Zusammen mit YouTuber*innen auf einer Kakao-Spurensuche

Anfang November 2018 starteten wir zusammen mit einer Gruppe YouTuber*innen die #SpurensucheKakao. Unsere Reise führte uns von den entlegenen Kakaoanbaugebieten der Ghanaischen Central und Western Region bis hin zu einer Schokoladenfabrik im nordrheinwestfälischen Herford.

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Ischtar Isik war mit uns in Ghana. Vor Ort konnte Sie erfahren, welch harte Arbeit hinter dem Kakaoanbau und der Kakaoernte steckt._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA / Florian Oellers

Zusammen mit YouTuber*innen auf einer Kakao-Spurensuche

Zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, Manniac, einfach inka, Lisa Sophie Laurent und tommyviews wollten wir erfahren, mit welchen Hindernissen die Kakaobäuerinnen und Kakaobauern vor Ort zu kämpfen haben, welch harte Arbeit hinter dem Anbau und der Ernte von Kakao steckt und wie wir in Deutschland dazu beitragen können, die Lebensbedingungen der Menschen in den Herkunftsländern des Kakaos vor dem Hintergrund der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu verbessern. Dazu haben wir uns verschiedene von CARE Ghana unterstütze Projekte vor Ort angeschaut.

Für die Zukunft des Kakaos

Youtube-Reise Ghana 2018

Unsere Reiseguppe mit dem „Cocoa Club“ der Senior High School in Odoben.

Rund 20 Kakao-Kooperativen in 20 Gemeinschaften hat CARE Ghana bereits gefördert. In jeder Gemeinschaft wurden Führungskräfte ausgebildet. Auch die Schaffung einer Kakao-Gewerkschaft, die als Dachverwaltungsorgan für alle 20 gemeinschaftlichen Kooperativen dient, wurde initiiert. Die Gewerkschaft hält eine bedeutende Rolle inne: Bauern und Bäuerinnen werden mobilisiert sowie der Zugang zu Produktionsmitteln und Finanzierungen unterstützt. Auf sich alleine gestellt hätten viele Kleinbauern und Kleinbäuerinnen Schwierigkeiten, qualitativ hochwertige Produktionsmittel für ihre Anbaukulturen zu bekommen.

CARE möchte auch das Interesse von Jugendlichen für die Wertschöpfungskette des Kakaos gewinnen. In sogennanten „Cocoa Clubs“ sollen junge Ghanaer*innen dazu ermutigt werden, ihren möglichen Lebensweg im Kakaosektor zu finden. Momentan sind rund 266 Schüler*innen Mitglieder in Kakao-Clubs. Der wichtige Wirtschaftszweig in Ghana hat jungen Nachwuchs bitter nötig. Das Durchschnittsalter eines Ghanaischen Kakaobauern liegt bei 58 Jahren.

Doch in den Kakao-Clubs geht es nicht nur um eine fundierte Ausbildung rund um den Anbau und die Ernte des Kakaos. Das Fundament der Clubs ist der Community-Gedanke, der auch in den Kooperativen gelebt wird: Gemeinsam haben wir eine starke Stimme!

Das Leben auf den Plantagen verbessern

Bei unserem Projekt-Besuch auf der Plantage der nachhaltigen Kakao-Initiative WINCODA, konnten wir nicht nur mit eigenen Augen sehen, was für ein knochenharter Job die Kakao-Ernte ist, sondern durften es auch am eigenen Leib erfahren.

Mit einer Machete wird die Kakaofrucht geöffnet, um an die Bohnen zu gelangen.

Die Kakao-Früchte werden mit einer Machete vom Baum geschlagen und geöffnet, um an die Kakaobohnen zu gelangen. Das ist ganz schön gefährlich – man muss aufpassen, dass man sich dabei keinen Finger abschlägt. Aber die Arbeiter*innen auf den Plantagen sind natürlich Profis.

Die Kakaobohnen, noch von weißem, glitschigem Fruchtfleich umhüllt, werden anschließend auf großen Kochbananenblättern ausgebreitet,  zugedeckt und etwa eine Woche lang in der tropischen Hitze der Gärung ausgesetzt. Nach diesem Prozess der Fermentation werden die Bohnen gewaschen, ausgebreitet und getrocknet, bevor sie in Säcke verpackt und zum Abtransport vorbereitet werden.

Das WINCODA-Projekt stellt insbesondere die Entwicklungsbedürfnisse als auch die Optimierung der Kakaoproduktion durch eine Anpassung an Klimaveränderungen in den Vordergrund.  Auch möchte die Initiative Frauen eine Stimme geben, deren individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit stärken, Geschlechterverhältnisse verbessern und dabei alte Strukturen aufbrechen, die die Ungleichheiten der Geschlechter fördern.

Empowerment steht im Fokus

Das ist auch eines der Hauptziele des Projektes PROSPER, in dem über den Aufbau lokaler, gemeinschaftsorientierter Strukturen der Zugang zu Bildung (insbesondere für Minderjährige), Ernährungssicherung und Geschlechtergerechtigkeit ausgebaut und gesichert werden sollen.

Mit starker Stimme: Frauen in der Cocoa Community in Anhwiaso.

Bislang wurden Hunderte von Frauen mobilisiert und Kakao-Gruppen aufgebaut. Durch die Bildungen der verschiedenen Gruppen wurde vor allem den Frauen die Möglichkeit gegeben, ihre Stimmen zu erheben und ihre kollektive Identität zu stärken.

Frauen steuern über 70 Prozent zur Wertschöpfungskette im Agrarbereich bei. Nur wenige haben dabei die Möglichkeit, ihr volles Potenzial auszuschöpfen – aufgrund vorherrschender Ungleichheiten. CARE Ghana möchte dabei helfen, resistente Kakaoanbau-Gemeinschaften aufbauen, in der Frauen und Männer die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben, ihr jeweils eigenes Einkommen generieren und gleichsam aktiv in alle Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

In der Cocoa Community in Anhwiaso haben wir eine Gruppe von Frauen besucht, die sich zusammengeschlossen haben, um sich gemeinsam in Entscheidungsprozesse innerhalb der Gemeinschaft einmischen zu können und eine starke Stimme zu haben. Im Kollektiv entwickeln sie Business-Ideen, um neue Einkommensquellen neben dem Kakao für die Gemeinschaft zu erschließen.

Fairer Handel und die Rolle des Konsumenten

Schokolade von GEPA aus dem „Taste Fair Africa“-Sortiment.

Nachdem wir uns vor Ort, in einem Herkunftsland des Kakaos, ein umfassendes Bild über die Bedingungen beim Anbau und der Ernte machen konnten, führte uns unsere #SpurensucheKakao in Deutschland ins nordrheinwestfälische Herford.

In einer Schokoladenfabrik des Schokoladenherstellers „GEPA – The Fair Trade Company“ ging es für uns vor allem um das Thema „Fairer Handel“, welche Verarbeitungsschritte nötig sind, bis die rundum faire Schokolade fertig produziert ist und was das Besondere an der GEPA-Schokolade ist.

Wenn ihr mehr über unsere #SpurensucheKakao erfahren wollt, findet ihr hier bewegte Bilder in Form unserer Reise-Doku sowie die Videos der Youtuber*innen.

 

 

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Der Mann, der die Wüste stoppte

Yacouba Sawadogo ist der Mann, der die Wüste stoppte. Für seinen großen Einsatz wird ihm nun der Alternative Nobelpreis verliehen.

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Bauern in der Sahelzone_©CARE

Der Mann, der die Wüste stoppte

Das westafrikanische Land Burkina Faso ist immer wieder Dürren ausgesetzt. In vielen Gebieten sind die Böden unfruchtbar und hart. Yacouba Sawadogo stammt aus der Provinz Yatenga in Burkina Faso und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. In Mali besuchte er eine Koranschule. Leider erfolgslos – er lernte weder lesen noch schreiben. Sein Einkommen generierte er durch Verkäufe auf dem Markt. Nebenbei nahm sich Yacouba der Problematik der Dürre an. Er entwickelte das traditionelle Anbausystem „Zai“ weiter. Dadurch konnte er bereits 1980 ein fast 40 Hektar großes unwirtliches Areal in ein fruchtbares Waldgebiet umwandeln. Mittlerweile umfasst das Waldgebiet mehr als sechzig Baum- und Buscharten.

Right Livelihood Award – Der alternative Nobelpreis

Im Jahr 2018 wird Yacouba Sawadogo nun mit dem Alternativen Nobelpreis „Right Livelihood Award“ für seine Bekämpfung der Wüste ausgezeichnet. Das Preiskomitee lobte ihn „dafür, dass er es geschafft hat, unwirtliches Wüstenland in Wald zu verwandeln und Landwirten beibringt, ihre Böden mit einer innovativen Idee wiederherstellen zu können.“. Das Preisgeld hilft dabei weitere afrikanische Bauern und Bäuerinnen zu schulen. Doch Yacouba sagte einmal: „Wenn wir etwas nicht selbst ändern können, dann kann Geld es auch nicht.“ Der Weg von Yacouba Sawadogo zum Alternativen Nobelpreis war kein kurzer.

Am Anfang war die „Zai“-Methode

Vormals säten Familien traditionell Hirse in kleine Erdgruben. Damit der Wind die Saat nicht wegweht, wurden jeweils halbmondförmige Erdwälle um die Erdgrube gebaut. Das System setzte sich jedoch nicht durch, da der Wind die Saat weiterhin fortwehte. Yacouba beschloss die halbmondförmigen Erdwälle zu vergrößern sowie diese mit Kompost oder anderen organischen Abfällen zu mischen. Auch bedeckte er die Grube mit ein bisschen Erde. Durch die organischen Abfälle wurden Termiten angelockt, die den Boden durchgruben und in Folge lockerten. Wasser konnte nun besser gespeichert werden und die Wurzeln leichter zu den benötigten Nährstoffen gelangen. Dank der Weiterentwicklung der traditionellen Methode stiegen die Ernten der Familien um ein Vielfaches.

Doch Yacouba konnte noch einen weiteren Effekt beobachten: Neben der Hirse keimten auch Austriebe junger Bäume. Obwohl die Austriebe mit der Hirse konkurrierten, ließ Yacouba die jungen Bäume wachsen – glücklicherweise – denn die Bäume spendeten Schatten und hielten auch den Wind davon ab die Saat wegzuwehen. Herabgefallene Blätter schützten den Boden vor Austrocknung, sodass das Erdreich länger feucht blieb. Die Bäume dienten ebenfalls als Holzmaterial zum Kochen oder Bauen.

Grüne Haine in der Sahelzone

Zu Beginn seines Versuches die „Zai“-Methode weiterzuentwickeln, wurde Yacouba vielerorts als „verrückt“ bezeichnet. Sogar seine Felder wurden angezündet. Doch 30 Jahre nach seinem ersten Versuch benutzen heute viele Familien in Burkina Faso und auch Mali oder Niger die Anbaumethode. Yacouba ist viele Tage im Jahr unterwegs, um andere Bauern und Bäuerinnen über die weiterentwickelte Anbaumethode aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sie ihr Land wieder fruchtbar machen können. Mittlerweile sind in der Sahelzone wieder grüne Haine mit Heil- und Futterpflanzen zu finden. Der Grundwasserspiegel ist ebenfalls wieder angestiegen. Neben diesen direkten Effekten wurde die Zai-Methode auch zu einem wichtigen Instrument bei der Bekämpfung von Fluchtursachen und der Schaffung von dauerhaftem Frieden.

Algerien Gartenprojekt_©UNO Flüchtlingshilfe / D. Kappe

 

Ursachen der Desertifikation

Was würde passieren, wenn Yacouba nicht die Ausbreitung der Wüste (=Desertifikation) gestoppt hätte? Desertifikation stammt von dem lateinischen Ausdruck „desertus facere“ ab und wird mit „wüst machen“ oder „verwüsten“ übersetzt. Auch wird der Mensch als Verursacher der Desertifikation in den Vordergrund gestellt. Durch seine raumverändernden Handlungen in Verbindung mit klimatischen Bedingungen kommt es zu „man-made-desert“. Mehr als eine Milliarde Menschen leben in Trockengebieten und das zumeist in Armut. Stark betroffene afrikanische Regionen liegen in Nordafrika (Sahelzone) und auch im südlichen Afrika.

Desertifikation geschieht durch einen Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Hauptfaktor ist die Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen in Verbindung mit Bevölkerungsexplosionen. Die Überweidung von Flächen ist eines der größten Problemen. Durch Überweidung verliert der Boden seine schützende Vegetationsschicht und erodiert. Auch eine Übernutzung von Böden durch zum Beispiel falsche Anbautechniken oder kürzere Brachezeiten entziehen den Böden Nährstoffe und verringern den Pflanzenbewuchs. Auch hier kommt es zur Erosion des Bodens. Zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz, Ackerland oder Industrieflächen werden Wälder vernichtet, was den Baumbestand verringert und ganze Regionen veröden lässt. Wachsende Bevölkerung, landwirtschaftliche Bewässerung und Tourismus entziehen der Natur Wasserressourcen, die anderweitig fehlen.

Folgen der Desertifikation

Folgen der genannten Ursachen sind, dass die Regionen nicht mehr in der Lage sind, sich auf natürliche Weise zu regenerieren. Es entsteht eine flecken- bis flächenhafte Zerstörung der Vegetationsdecke, was zu Bodenerosionen führen kann, denn die Wurzeln der Pflanzen geben den fruchtbaren Bodenschichten keinen Halt mehr. So können Wanderdünen entstehen, aber auch Weidegründe, Anbauflächen und andere infrastrukturelle Flächen bedroht werden. Das ganze Ökosystem wird gefährdet. Durch die Erosionen und Austrocknung ist der Wasserhaushalt gestört. Um die Tiere und Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgen zu können, werden Tiefbrunnen genutzt. Die Tiefbrunnen reichen bis tief in das Erdreich bis hin zur wasserführenden Erdschicht. Zusammen mit dem Einsatz von Pumpen führen die Tiefbrunnen zum Absinken des Grundwasserspiegels, da nachsickerndes Wasser nicht genug Zeit hat nachzufließen, um das entnommene Wasser zu ersetzen. Auch die Vegetationsdecke, die nun flächenhaft zerstört ist, und eigentlich als Schutz vor Sonneneinstrahlung dient und Wasserverdunstung vermeiden soll, kann ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen. Der Boden trocknet aus, die Fruchtbarkeit lässt nach, noch mehr vegetationsfreie Flächen entstehen und die Artenvielfalt nimmt ab.

Gegenmaßnahmen

Im Jahr 1994 unterzeichneten 100 Staaten das „Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika“. So sollen Entwicklungsländer der Desertifikationsbekämpfung Priorität einräumen und Industrieländer die Bestrebungen im Rahmen der Entwicklunngszusammenarbeit unterstützen. Auch werden zusammen mit der lokalen Bevölkerung nationale Aktionsprogramme ausgearbeitete, die das landwirtschaftliche Potential der betroffenen Regionen beurteilt, bisherige Vorgehen anlaysiert und den Grad der Desertifikation bestimmt sowie Ziele, Maßnahmen und Projektvorschläge aufzeigt. Diese Programme werden dann lokal durchgeführt. Vor allem eine nachhaltigere Bodennutzung soll gewährleistet werden. So können längere Pachtverhältnisse die Bauern und Bäuerinnen dazu bringen nachhaltiger in den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu investieren. Auch Pflanzenhügel oder -dämme helfen dabei großflächige Erosion des Oberbodens durch Regenfälle zu verhinden. Wiederaufforstung kann ebenso die Vegetation wiederherstellen, den Boden schützen und agrarwirtschaftliche Nutzung verbessern sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Holz sichern. Vor allem sollen angepasste Anbaumethoden, wie die von Yacouba Sawadogo, eine nachhaltigere Bodennutzung fördern.

 

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Vorurteile gegen Flüchtlinge auf dem Prüfstand

Der Faktencheck der UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt Sie mit stichfesten Argumenten, um auf Vorurteile zu Flüchtlingsfragen zu reagieren.

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Eine Flüchtlingskind mit selbstgebastelter Herzbrille im Camp Osire, Angola. Eine Flüchtlingskind mit selbstgebastelter Herzbrille im Camp Osire, Angola._©UNHCR / Brandon Bannon

Vorurteile gegen Flüchtlinge auf dem Prüfstand

Hartnäckige Vorurteile in der Flüchtlingsfrage vergiften das politische Klima in Deutschland. Ohne einen diskriminierenden, rassistischen oder böswilligen Kommentar unter einem Online-Post über die Situation von Flüchtlingen ist kaum noch zu denken. Fast jeder hat schon einmal einen solchen Kommentar gelesen. Oft fühlen wir uns machtlos gegenüber dem Hass, der über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und hier in Deutschland Schutz suchen, ausgeschüttet wird. Doch wir sind die Mehrheit – allerdings erheben wir viel zu selten unsere Stimme und stehen für unsere Werte ein.

Sie können noch heute etwas tun, um Ihre Solidarität mit Menschen auf der Flucht zu zeigen. Denn niemand trifft die Wahl Flüchtling zu werden, aber wir haben die Wahl zu helfen.

Reagieren und Argumentieren mit dem Faktencheck

Oft möchten wir Behauptungen wie der obigen etwas entgegen setzen, aber manchmal fehlen uns einfach die Worte. Einige hilfreiche Argumente finden Sie im Faktencheck unserer Mitgliedsorganisation der UNO-Flüchtlingshilfe. Hier finden Sie adäquate Antworten auf Aussagen wie zum Beispiel „Wir in Deutschland können doch nicht alle aufnehmen!“, „Flüchtlinge sind kriminell!“ oder auch „Flüchtlinge sind ungebildet, belasten die deutsche Volkswirtschaft und nutzen uns nicht!“.

Hier geht’s zum Faktencheck

Unterzeichnen Sie die Petition der UNO-Flüchtlingshilfe

Sind auch Sie davon überzeugt, dass alle Flüchtlinge ein Leben in Sicherheit, die Möglichkeit auf Bildung sowie die selbstständige Versorgung der eigenen Familie verdienen?
Dann zeigen Sie mit dem Zeichnen der Petition unserer Mitgliedsorganisation der UNO-Flüchtlingshilfe, dass Sie daran glauben, dass wir alle zusammenarbeiten sollten, um eine bessere Zukunft für Flüchtlinge zu schaffen.

Ich möchte mit meiner Unterschrift helfen

Flüchtlingsprojekte unserer Mitgliedsorganisationen

Kriegerische Konflikte, politische Verfolgung aber auch Armut und Hunger, fehlender Zugang zu sauberem Wasser oder mangelnde Gesundheitsfürsorge versetzen Menschen in lebensbedrohliche Situationen, die sie dazu zwingen, ihre Familie und ihre Heimat zu verlassen. Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA unterstützen die Menschen in den Flüchtlingscamps vor Ort mit medizinischer Versorgung, Schulen und Ausbildungsprogrammen, sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Zudem arbeiten sie in Projekten in den Herkunftsländern daran, die Lebensbedingungen der Menschen langfristig zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, so dass Flucht nicht notwendig wird.

Beispielprojekte unserer Mitgliedsorganisationen:

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Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim unterstützt nachhaltige Produktion in Afrika

1:0 für Afrika: Bundesentwicklungsministerium und TSG Hoffenheim bauen Engagement für mehr Nachhaltigkeit in Afrika aus.

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Gemeinsames Engagement für Afrika (von links nach rechts): Tanja Gönner (Vorstandssprecherin der GIZ), Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim), Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister), Peter Görlich (TSG-Geschäftsführer) und Dietmar Hopp._©TSG 1899 Hoffenheim

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim unterstützt nachhaltige Produktion in Afrika

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und der Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim wollen sich künftig gemeinsam für die Entwicklung Afrikas engagieren. Schwerpunkte sind in Afrika fair produzierte Textilien sowie gemeinsame Sport- und Umweltprojekte. Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, unterzeichneten dazu eine Kooperationsvereinbarung am Rande des Heimspiels gegen Borussia Dortmund.

Nachhaltige Textilprodukte im Fußball

Die TSG Hoffenheim beabsichtigt, als erster Bundesligaverein eine in Afrika nachhaltig produzierte Textilmarke zu etablieren. Ein Anteil aus dem Verkaufsgewinn der nachhaltigen Vereinskollektion soll wiederum in die Finanzierung von Fußball- und Umweltbildungsprojekten im südlichen Afrika fließen. Das BMZ unterstützt die TSG und greift dabei auf die Erfahrungen des Bündnisses für nachhaltige Textilien zurück, das Minister Müller 2014 gegründet hatte. Das Bündnis umfasst knapp 130 Mitglieder, die rund 50 Prozent des deutschen Textil-Einzelhandels ausmachen. „Sport ist eine Sprache, die überall verstanden wird und Werte wie Fairplay, Toleranz und Verantwortung vermittelt. Respekt und Fairness brauchen wir aber nicht nur auf dem Spielfeld oder im Stadion, sondern weltweit. Auch unsere Fanprodukte müssen fair hergestellt werden. Die TSG Hoffenheim geht hier voran und wird in Afrika eine nachhaltige Textilmarke produzieren. So können die TSG-Fans mit ihrem Einkauf faire Produktion und neue Jobs in Afrika unterstützen. Gemeinsam werden wir zudem die Kraft des Sports nutzen und Kindern und Jugendlichen, die in Naturschutzgebieten leben, nach dem Training im Umweltschutz und Müllvermeidung schulen. Die Bundesliga braucht Vereine wie die TSG, die abseits des Fußballplatzes Verantwortung übernehmen und auf Nachhaltigkeit setzen“, so Bundesentwicklungsminister Müller.

Ein sichbares Zeichen für nachhaltiges Engagement

Weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit werden gemeinsame Projekte in Namibia sein. Vor allem in den Naturschutzgebieten im strukturschwachen Norden des Landes werden Kinder und Jugendliche über Fußballtrainings für Umweltschutz sensibilisiert. Die TSG Hoffenheim unterstützt in Namibia seit mehreren Jahren das Projekt „Gee Om“. Gee Om bedeutet sinngemäß „sich kümmern“. So werden zum Beispiel „Climate Kicks“ organisiert, Fußballspiele, die mit Umweltschutzaktionen verknüpft werden.

Das Entwicklungsministerium engagiert sich mit seinen Sportprogrammen mittlerweile in über 30 Entwicklungsländern und unterstützt über eine halbe Million benachteiligter Kinder und Jugendliche. So werden Trainerinnen und Trainer etwa darin ausgebildet, Sporteinheiten mit sozialer Verantwortung, Aids-Prävention und Konfliktlösung zu verbinden. Das Entwicklungsministerium kooperiert auch mit dem Deutschen Fußball Bund und dem Weltfußballverband FIFA und baut in Afrika über einhundert Sportplätze.

„Die gesellschaftliche Popularität des Fußballs wollen wir einsetzen, um die deutsche Öffentlichkeit und die Wirtschaft für Entwicklungsthemen zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Die Kooperation mit dem Entwicklungsministerium möchten wir nutzen, um unser bisheriges Engagement in Namibia auszuweiten und nachhaltig zu gestalten. Dafür bietet die deutsche Entwicklungspolitik die richtige Expertise. Außerdem wollen wir mit einer eigenen Textilmarke aus Afrika ein sichtbares Zeichen in der Bundesliga setzen“, erläutert Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim, die Zusammenarbeit.

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