Der Mann, der die Wüste stoppte

Yacouba Sawadogo ist der Mann, der die Wüste stoppte. Für seinen großen Einsatz wird ihm nun der Alternative Nobelpreis verliehen.
Bauern in der Sahelzone_©CARE

Der Mann, der die Wüste stoppte

Das westafrikanische Land Burkina Faso ist immer wieder Dürren ausgesetzt. In vielen Gebieten sind die Böden unfruchtbar und hart. Yacouba Sawadogo stammt aus der Provinz Yatenga in Burkina Faso und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. In Mali besuchte er eine Koranschule. Leider erfolgslos – er lernte weder lesen noch schreiben. Sein Einkommen generierte er durch Verkäufe auf dem Markt. Nebenbei nahm sich Yacouba der Problematik der Dürre an. Er entwickelte das traditionelle Anbausystem „Zai“ weiter. Dadurch konnte er bereits 1980 ein fast 40 Hektar großes unwirtliches Areal in ein fruchtbares Waldgebiet umwandeln. Mittlerweile umfasst das Waldgebiet mehr als sechzig Baum- und Buscharten.

Right Livelihood Award – Der alternative Nobelpreis

Im Jahr 2018 wird Yacouba Sawadogo nun mit dem Alternativen Nobelpreis „Right Livelihood Award“ für seine Bekämpfung der Wüste ausgezeichnet. Das Preiskomitee lobte ihn „dafür, dass er es geschafft hat, unwirtliches Wüstenland in Wald zu verwandeln und Landwirten beibringt, ihre Böden mit einer innovativen Idee wiederherstellen zu können.“. Das Preisgeld hilft dabei weitere afrikanische Bauern und Bäuerinnen zu schulen. Doch Yacouba sagte einmal: „Wenn wir etwas nicht selbst ändern können, dann kann Geld es auch nicht.“ Der Weg von Yacouba Sawadogo zum Alternativen Nobelpreis war kein kurzer.

Am Anfang war die „Zai“-Methode

Vormals säten Familien traditionell Hirse in kleine Erdgruben. Damit der Wind die Saat nicht wegweht, wurden jeweils halbmondförmige Erdwälle um die Erdgrube gebaut. Das System setzte sich jedoch nicht durch, da der Wind die Saat weiterhin fortwehte. Yacouba beschloss die halbmondförmigen Erdwälle zu vergrößern sowie diese mit Kompost oder anderen organischen Abfällen zu mischen. Auch bedeckte er die Grube mit ein bisschen Erde. Durch die organischen Abfälle wurden Termiten angelockt, die den Boden durchgruben und in Folge lockerten. Wasser konnte nun besser gespeichert werden und die Wurzeln leichter zu den benötigten Nährstoffen gelangen. Dank der Weiterentwicklung der traditionellen Methode stiegen die Ernten der Familien um ein Vielfaches.

Doch Yacouba konnte noch einen weiteren Effekt beobachten: Neben der Hirse keimten auch Austriebe junger Bäume. Obwohl die Austriebe mit der Hirse konkurrierten, ließ Yacouba die jungen Bäume wachsen – glücklicherweise – denn die Bäume spendeten Schatten und hielten auch den Wind davon ab die Saat wegzuwehen. Herabgefallene Blätter schützten den Boden vor Austrocknung, sodass das Erdreich länger feucht blieb. Die Bäume dienten ebenfalls als Holzmaterial zum Kochen oder Bauen.

Grüne Haine in der Sahelzone

Zu Beginn seines Versuches die „Zai“-Methode weiterzuentwickeln, wurde Yacouba vielerorts als „verrückt“ bezeichnet. Sogar seine Felder wurden angezündet. Doch 30 Jahre nach seinem ersten Versuch benutzen heute viele Familien in Burkina Faso und auch Mali oder Niger die Anbaumethode. Yacouba ist viele Tage im Jahr unterwegs, um andere Bauern und Bäuerinnen über die weiterentwickelte Anbaumethode aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sie ihr Land wieder fruchtbar machen können. Mittlerweile sind in der Sahelzone wieder grüne Haine mit Heil- und Futterpflanzen zu finden. Der Grundwasserspiegel ist ebenfalls wieder angestiegen. Neben diesen direkten Effekten wurde die Zai-Methode auch zu einem wichtigen Instrument bei der Bekämpfung von Fluchtursachen und der Schaffung von dauerhaftem Frieden.

Algerien Gartenprojekt_©UNO Flüchtlingshilfe / D. Kappe

 

Ursachen der Desertifikation

Was würde passieren, wenn Yacouba nicht die Ausbreitung der Wüste (=Desertifikation) gestoppt hätte? Desertifikation stammt von dem lateinischen Ausdruck „desertus facere“ ab und wird mit „wüst machen“ oder „verwüsten“ übersetzt. Auch wird der Mensch als Verursacher der Desertifikation in den Vordergrund gestellt. Durch seine raumverändernden Handlungen in Verbindung mit klimatischen Bedingungen kommt es zu „man-made-desert“. Mehr als eine Milliarde Menschen leben in Trockengebieten und das zumeist in Armut. Stark betroffene afrikanische Regionen liegen in Nordafrika (Sahelzone) und auch im südlichen Afrika.

Desertifikation geschieht durch einen Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Hauptfaktor ist die Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen in Verbindung mit Bevölkerungsexplosionen. Die Überweidung von Flächen ist eines der größten Problemen. Durch Überweidung verliert der Boden seine schützende Vegetationsschicht und erodiert. Auch eine Übernutzung von Böden durch zum Beispiel falsche Anbautechniken oder kürzere Brachezeiten entziehen den Böden Nährstoffe und verringern den Pflanzenbewuchs. Auch hier kommt es zur Erosion des Bodens. Zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz, Ackerland oder Industrieflächen werden Wälder vernichtet, was den Baumbestand verringert und ganze Regionen veröden lässt. Wachsende Bevölkerung, landwirtschaftliche Bewässerung und Tourismus entziehen der Natur Wasserressourcen, die anderweitig fehlen.

Folgen der Desertifikation

Folgen der genannten Ursachen sind, dass die Regionen nicht mehr in der Lage sind, sich auf natürliche Weise zu regenerieren. Es entsteht eine flecken- bis flächenhafte Zerstörung der Vegetationsdecke, was zu Bodenerosionen führen kann, denn die Wurzeln der Pflanzen geben den fruchtbaren Bodenschichten keinen Halt mehr. So können Wanderdünen entstehen, aber auch Weidegründe, Anbauflächen und andere infrastrukturelle Flächen bedroht werden. Das ganze Ökosystem wird gefährdet. Durch die Erosionen und Austrocknung ist der Wasserhaushalt gestört. Um die Tiere und Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgen zu können, werden Tiefbrunnen genutzt. Die Tiefbrunnen reichen bis tief in das Erdreich bis hin zur wasserführenden Erdschicht. Zusammen mit dem Einsatz von Pumpen führen die Tiefbrunnen zum Absinken des Grundwasserspiegels, da nachsickerndes Wasser nicht genug Zeit hat nachzufließen, um das entnommene Wasser zu ersetzen. Auch die Vegetationsdecke, die nun flächenhaft zerstört ist, und eigentlich als Schutz vor Sonneneinstrahlung dient und Wasserverdunstung vermeiden soll, kann ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen. Der Boden trocknet aus, die Fruchtbarkeit lässt nach, noch mehr vegetationsfreie Flächen entstehen und die Artenvielfalt nimmt ab.

Gegenmaßnahmen

Im Jahr 1994 unterzeichneten 100 Staaten das „Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika“. So sollen Entwicklungsländer der Desertifikationsbekämpfung Priorität einräumen und Industrieländer die Bestrebungen im Rahmen der Entwicklunngszusammenarbeit unterstützen. Auch werden zusammen mit der lokalen Bevölkerung nationale Aktionsprogramme ausgearbeitete, die das landwirtschaftliche Potential der betroffenen Regionen beurteilt, bisherige Vorgehen anlaysiert und den Grad der Desertifikation bestimmt sowie Ziele, Maßnahmen und Projektvorschläge aufzeigt. Diese Programme werden dann lokal durchgeführt. Vor allem eine nachhaltigere Bodennutzung soll gewährleistet werden. So können längere Pachtverhältnisse die Bauern und Bäuerinnen dazu bringen nachhaltiger in den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zu investieren. Auch Pflanzenhügel oder -dämme helfen dabei großflächige Erosion des Oberbodens durch Regenfälle zu verhinden. Wiederaufforstung kann ebenso die Vegetation wiederherstellen, den Boden schützen und agrarwirtschaftliche Nutzung verbessern sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Holz sichern. Vor allem sollen angepasste Anbaumethoden, wie die von Yacouba Sawadogo, eine nachhaltigere Bodennutzung fördern.

 

Vorurteile gegen Flüchtlinge auf dem Prüfstand

Der Faktencheck der UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt Sie mit stichfesten Argumenten, um auf Vorurteile zu Flüchtlingsfragen zu reagieren.
Eine Flüchtlingskind mit selbstgebastelter Herzbrille im Camp Osire, Angola. Eine Flüchtlingskind mit selbstgebastelter Herzbrille im Camp Osire, Angola._©UNHCR / Brandon Bannon

Vorurteile gegen Flüchtlinge auf dem Prüfstand

Hartnäckige Vorurteile in der Flüchtlingsfrage vergiften das politische Klima in Deutschland. Ohne einen diskriminierenden, rassistischen oder böswilligen Kommentar unter einem Online-Post über die Situation von Flüchtlingen ist kaum noch zu denken. Fast jeder hat schon einmal einen solchen Kommentar gelesen. Oft fühlen wir uns machtlos gegenüber dem Hass, der über Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und hier in Deutschland Schutz suchen, ausgeschüttet wird. Doch wir sind die Mehrheit – allerdings erheben wir viel zu selten unsere Stimme und stehen für unsere Werte ein.

Sie können noch heute etwas tun, um Ihre Solidarität mit Menschen auf der Flucht zu zeigen. Denn niemand trifft die Wahl Flüchtling zu werden, aber wir haben die Wahl zu helfen.

Reagieren und Argumentieren mit dem Faktencheck

Oft möchten wir Behauptungen wie der obigen etwas entgegen setzen, aber manchmal fehlen uns einfach die Worte. Einige hilfreiche Argumente finden Sie im Faktencheck unserer Mitgliedsorganisation der UNO-Flüchtlingshilfe. Hier finden Sie adäquate Antworten auf Aussagen wie zum Beispiel „Wir in Deutschland können doch nicht alle aufnehmen!“, „Flüchtlinge sind kriminell!“ oder auch „Flüchtlinge sind ungebildet, belasten die deutsche Volkswirtschaft und nutzen uns nicht!“.

Hier geht’s zum Faktencheck

Unterzeichnen Sie die Petition der UNO-Flüchtlingshilfe

Sind auch Sie davon überzeugt, dass alle Flüchtlinge ein Leben in Sicherheit, die Möglichkeit auf Bildung sowie die selbstständige Versorgung der eigenen Familie verdienen?
Dann zeigen Sie mit dem Zeichnen der Petition unserer Mitgliedsorganisation der UNO-Flüchtlingshilfe, dass Sie daran glauben, dass wir alle zusammenarbeiten sollten, um eine bessere Zukunft für Flüchtlinge zu schaffen.

Ich möchte mit meiner Unterschrift helfen

Flüchtlingsprojekte unserer Mitgliedsorganisationen

Kriegerische Konflikte, politische Verfolgung aber auch Armut und Hunger, fehlender Zugang zu sauberem Wasser oder mangelnde Gesundheitsfürsorge versetzen Menschen in lebensbedrohliche Situationen, die sie dazu zwingen, ihre Familie und ihre Heimat zu verlassen. Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA unterstützen die Menschen in den Flüchtlingscamps vor Ort mit medizinischer Versorgung, Schulen und Ausbildungsprogrammen, sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Zudem arbeiten sie in Projekten in den Herkunftsländern daran, die Lebensbedingungen der Menschen langfristig zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, so dass Flucht nicht notwendig wird.

Beispielprojekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim unterstützt nachhaltige Produktion in Afrika

1:0 für Afrika: Bundesentwicklungsministerium und TSG Hoffenheim bauen Engagement für mehr Nachhaltigkeit in Afrika aus.
Gemeinsames Engagement für Afrika (von links nach rechts): Tanja Gönner (Vorstandssprecherin der GIZ), Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim), Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister), Peter Görlich (TSG-Geschäftsführer) und Dietmar Hopp._©TSG 1899 Hoffenheim

Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim unterstützt nachhaltige Produktion in Afrika

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und der Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim wollen sich künftig gemeinsam für die Entwicklung Afrikas engagieren. Schwerpunkte sind in Afrika fair produzierte Textilien sowie gemeinsame Sport- und Umweltprojekte. Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, unterzeichneten dazu eine Kooperationsvereinbarung am Rande des Heimspiels gegen Borussia Dortmund.

Nachhaltige Textilprodukte im Fußball

Die TSG Hoffenheim beabsichtigt, als erster Bundesligaverein eine in Afrika nachhaltig produzierte Textilmarke zu etablieren. Ein Anteil aus dem Verkaufsgewinn der nachhaltigen Vereinskollektion soll wiederum in die Finanzierung von Fußball- und Umweltbildungsprojekten im südlichen Afrika fließen. Das BMZ unterstützt die TSG und greift dabei auf die Erfahrungen des Bündnisses für nachhaltige Textilien zurück, das Minister Müller 2014 gegründet hatte. Das Bündnis umfasst knapp 130 Mitglieder, die rund 50 Prozent des deutschen Textil-Einzelhandels ausmachen. „Sport ist eine Sprache, die überall verstanden wird und Werte wie Fairplay, Toleranz und Verantwortung vermittelt. Respekt und Fairness brauchen wir aber nicht nur auf dem Spielfeld oder im Stadion, sondern weltweit. Auch unsere Fanprodukte müssen fair hergestellt werden. Die TSG Hoffenheim geht hier voran und wird in Afrika eine nachhaltige Textilmarke produzieren. So können die TSG-Fans mit ihrem Einkauf faire Produktion und neue Jobs in Afrika unterstützen. Gemeinsam werden wir zudem die Kraft des Sports nutzen und Kindern und Jugendlichen, die in Naturschutzgebieten leben, nach dem Training im Umweltschutz und Müllvermeidung schulen. Die Bundesliga braucht Vereine wie die TSG, die abseits des Fußballplatzes Verantwortung übernehmen und auf Nachhaltigkeit setzen“, so Bundesentwicklungsminister Müller.

Ein sichbares Zeichen für nachhaltiges Engagement

Weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit werden gemeinsame Projekte in Namibia sein. Vor allem in den Naturschutzgebieten im strukturschwachen Norden des Landes werden Kinder und Jugendliche über Fußballtrainings für Umweltschutz sensibilisiert. Die TSG Hoffenheim unterstützt in Namibia seit mehreren Jahren das Projekt „Gee Om“. Gee Om bedeutet sinngemäß „sich kümmern“. So werden zum Beispiel „Climate Kicks“ organisiert, Fußballspiele, die mit Umweltschutzaktionen verknüpft werden.

Das Entwicklungsministerium engagiert sich mit seinen Sportprogrammen mittlerweile in über 30 Entwicklungsländern und unterstützt über eine halbe Million benachteiligter Kinder und Jugendliche. So werden Trainerinnen und Trainer etwa darin ausgebildet, Sporteinheiten mit sozialer Verantwortung, Aids-Prävention und Konfliktlösung zu verbinden. Das Entwicklungsministerium kooperiert auch mit dem Deutschen Fußball Bund und dem Weltfußballverband FIFA und baut in Afrika über einhundert Sportplätze.

„Die gesellschaftliche Popularität des Fußballs wollen wir einsetzen, um die deutsche Öffentlichkeit und die Wirtschaft für Entwicklungsthemen zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Die Kooperation mit dem Entwicklungsministerium möchten wir nutzen, um unser bisheriges Engagement in Namibia auszuweiten und nachhaltig zu gestalten. Dafür bietet die deutsche Entwicklungspolitik die richtige Expertise. Außerdem wollen wir mit einer eigenen Textilmarke aus Afrika ein sichtbares Zeichen in der Bundesliga setzen“, erläutert Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim, die Zusammenarbeit.

Äthiopien nimmt erste Müllverbrennungsanlage in Afrika in Betrieb

In Addis Abeba nahm im August 2018 die erste Müllverbrennungsanlage auf dem afrikanischen Kontinent ihren Betrieb auf.
Reppie - Afrikas erste Müllverbrennungsanlage in Addis Abeba, Äthiopien._©Cambridge Industries

Äthiopien nimmt erste Müllverbrennungsanlage in Afrika in Betrieb

In Addis Abeba, Äthiopien, wurde im August 2018 das erste Müllverbrennungskraftwerk – mit dem klangvollem Namen „Reppie“ – in Betrieb genommen und das aus gutem Grund, denn die immer größer werdenden Müllkippen, in denen der Abfall gar nicht weiter behandelt wird, nehmen nicht nur zunehmend Platz weg, sondern sind zudem auch gefährlich für die vor Ort lebende Bevölkerung. Äthiopiens größte Müllhalde „Koshe“ dient seit fast fünfzig Jahren als Sammelbecken für jeglichen Abfall der Millionenmetropole. Zudem war sie lange Zeit Zufluchts- und Wohnort für Hunderte Menschen. Das Sammeln, Aufbereiten und Weiterverkaufen von Müll gehörte zur täglichen Routine. 2017 starben jedoch mehr als 60 Menschen, nachdem es zu einem Erdrutsch auf der Müllhalde kam. Auch dieses traurige Ereignis trug dazu bei, dass die Abfallwirtschaft im ganzen Land revolutioniert werden sollte. Reppie macht nun den Anfang.

Das Reppie-Projekt – Bau einer Müllverbrennungsanlage

Es soll mehr Fläche für die Stadtentwicklung entstehen. Denn die Müllkippe, die eine Fläche von 36 Fußballfeldern besitzt, drohte immer größer zu werden. Durch die Verbrennungsanlage  Reppie, die direkt neben der größten Müllhalde Koshe gebaut wurde, kann die Vergrößerung gestoppt werden. Reppie ist Teil der “Climate Resilient Green Economy” der äthiopischen Regierung, einer im November 2011 gestarteten 150-Milliarden-Dollar-Strategie mit den Zielen, die Treibhausgasemissionen konstant zu halten und Äthiopien bis zum Jahr 2025 zu einer Wirtschaft mit mittlerem Einkommen zu machen.

Äthiopiens stellvertretender Repräsentant, Zerubabel Getachew, sagte bei den Vereinten Nationen in Nairobi im letzten Jahr: „Das Reppie-Projekt ist nur ein Bauteil der umfassenden Strategie Äthiopiens zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung und zur Einbeziehung erneuerbarer Energien in allen Wirtschaftssektoren. Wir hoffen, dass Reppie als Vorbild für andere Länder in der Region und auf der ganzen Welt dienen wird.”

Addis Abeba profitiert von Stromproduktion

Nicht nur Müll soll vernichtet werden, auch ist das Kraftwerk an die öffentliche Stromversorgung von Addis Abeba angeschlossen. Durch die Verbrennung des Mülls in der Brennkammer entsteht Wärme, die zum Kochen von Wasser verwendet wird und bis zur Verdampfung führt. Durch den Dampf wird ein Turbinengenerator angetrieben, der wiederum Elektrizität erzeugt. Bei vollem Betrieb sollen täglich 1.400 Tonnen Müll verbrannt werden – dadurch werden circa 30 Prozent des Elektrizitätsbedarf der Stadt gedeckt. Durch die Verbrennungsanlage wird nicht nur der Methanausstoß reduziert, der durch riesige Müllhalden entstehet, sondern auch weniger CO2 gelangt bei der Stromproduktion in die Atmosphäre.

Reppie - Afrikas erste Müllverbrennungsanlage in Addis Abeba, Äthiopien.

Europäische Standards und neue Arbeitsplätze

Die Anlage Reppie entspricht modernsten europäischen Standards und wurde in Zusammenarbeit mit dem „United Nations Environment Program (UNEP)“ errichtet. Der Müll wird nicht einfach verbrannt, sondern die durch die Verbrennung entstehenden Gase werden ebenso nachbehandelt. So gelangen weniger Schwermetalle und Feinstaubartikel in die Luft. Die Anlage trägt somit zur Verringerung der Luftverschmutzung bei und arbeitet innerhalb der Emissionsnormen der Europäischen Union.

Auch schafft die Müllverbrennungsanlage hunderte neuer Jobs für diejenigen, die zuvor auf der Müllkippe ihren Alltag verbachten. Ein großer Teil der Arbeiter*innen ist somit mit der Arbeit auf der Müllkippe sehr gut vertraut.

Eröffnung der Anlage

Am 19. August 2018 wurde die Anlage Reppie in Betrieb genommen. Bei der Eröffnungsveranstaltung sagte der äthiopische Präsident Mulatu Teshome, dass Investitionen in Energieprojekt entscheidend sind, wenn Äthiopien das Ziel bis 2025 erreichen will: „Äthiopien hat viel in Wasserkraft, Geothermie, Windenergie, Solarenergie und jetzt auch in Biomasse investiert, um den produzierenden Sektor mit sauberer, erneuerbarer Energie zu versorgen.”

 

Die Themen Müll, Müllvermeidung und Ressourcenverbrauch werden in unseren Unterrichtsmaterialien aufgebarbeitet. Wir bieten dieses Unterrichtsmaterial für Grundschulen als auch für die Sekundarstufe I und II an.

 

 

Quelle & Fotos: Campridge-Industries Ltd.

„Global Players – Spielzeug aus Afrika“ zu Gast in Schleswig-Holstein

Die Kunstwerke unserer Ausstellung "Global Players - Spielzeug aus Afrika" werden in Kaltenkirchen ausgestellt.
Vom 7.9. bis 27.9. ist unsere Global Players Ausstellung im Rathaus Kaltenkirchen zusehen._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

„Global Players – Spielzeug aus Afrika“ zu Gast in Schleswig-Holstein

Aufgepasst, es geht wieder los – unsere Ausstellung „Global Players – Spielzeug aus Afrika“ ist wieder live zu bestaunen. Ab Freitag, den 7. September 2018, ist unsere Ausstellung zu Besuch in Kaltenkirchen (Schleswig Holstein). Dort wird sie vom 07.09 bis zum 27.9 zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

Kreativität und Lebensmut auf eindrucksvolle Weise vermittelt

Die Spielzeugausstellung „Global Players“ zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise die Kreativität und den Lebensmut von Kindern aus den Ländern Afrikas. Viele von ihnen wachsen in schwierigen Verhältnissen auf, doch ihrer Lebensfreude und ihrem Ideenreichtum tut das keinen Abbruch. Aus Müll basteln sie wahre Kunstwerke – zum Beispiel Flugzeuge aus alten Saftpackungen, Klapperschlangen aus Kronkorken, Fahrzeuge aus Draht.

Dem Alltag entfliehen

Die Kunstwerke erzählen die Geschichten der kleinen Künstler. Sie zeugen von den Wünschen und Träumen der Kinder und bieten ihnen eine Möglichkeit, ihren oftmals schwierigen Lebensumständen zu entfliehen. Mit dem selbstgebastelten Flugzeug möchten sie der Armut entfliegen, die Autos und Laster aus Draht zeigen den Wunsch, irgendwann in die Fußstapfen des Vaters zu treten und Mechaniker zu werden. Jedes einzelne Exponat der Ausstellung „Global Players – Spielzeug aus Afrika“ ist ein Beweis für die Lebensfreude, das Potenzial und die Hoffnungen der jüngsten Generation unseres Nachbarkontinents.

Alle Ausstellungsstücke wurden von der mehrfach ausgezeichneten ARD-Auslandskorrespondentin Birgit Virnich auf einer ihrer vielen redaktionellen Reisen quer durch Afrika gesammelt. Diese führten sie zum Beispiel in die Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi oder zu den Straßensperren der Kindersoldaten in der Demokratischen Republik Kongo. „Die Kinder verwandelten Alltagsmüll in kleine Kunstwerke und zeigten mir damit eine Seite Afrikas, die fern ist von allen Klischees über den Kontinent als Verlierer und Versager“, so Birgit Virnich.

Vom 7.9. bis 27.9. ist unsere Global Players Ausstellung im Rathaus Kaltenkirchen zusehen.

Dauerbrenner Global Players

Bereits seit 2009 touren unsere Global Players erfolgreich quer durch die Bundesrepublik. Sie wurde bereits unter anderem im Deutschen Technikmuseum in Berlin, Nürnberger Spielzeugmuseum, Museum für Völkerkunde in Hamburg, Schokoladenmuseum Köln, im Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, im mondo mio! Kindermuseum in Dortmund und im Bademuseum in Norderney ausgestellt.

Kaltenkirchen für Afrika

Mit einer Reihe von kulturellen Veranstaltungen, Gottesdiensten, Kita- und Schulprojekten sowie einem großen abschließenden „Afrika-Fest“ soll das Thema „Afrika“ in das Zentrum der Aufmerksamkeit in der Stadt Kaltenkirchen gerückt werden. Ziel ist es, möglichst viele Spendengelder für ein Hilfsprojekt unserer Mitgliedsorganisation ChildFund in Sambia zu sammeln. Dabei wird unsere Ausstellung Teil der kulturellen Aktionstage in Kaltenkirchen sein.

Verschaffen Sie sich selber einen Eindruck von der Kreativität, die diese Exponate widerspiegeln und besuchen Sie unsere „Global Players“ Ausstellung vom 7.9. bis 27.9. im Rathaus Kaltenkirchen (Holstenstraße 14, 24568 Kaltenkirchen).

 

 

Weitere Impressionen zu den Global Players finden Sie in unserem

Global Players Fotoalbum

 

Schule – auch für mich!

GEMEINSAM FÜR AFRIKA arbeitet Tag für Tag daran, Kindern auf dem afrikanischen Kontinent einen besseren Zugang zu Bildung zu ermöglichen.
In Hunderte Projekten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent fördern die Hilfswerke, die sich zu GEMEINSAM FÜR AFRIKA zusammengeschlossen haben, Kinder und Jugendliche._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Schule – auch für mich!

In diesen Wochen sehen wir hierzulande überall strahlende Kinder, die als Schulanfänger stolz große Schultüten in den Armen halten. In vielen Ländern Afrikas können Kinder davon nur träumen. 15 Millionen Mädchen und Jungen zwischen 6 und 11 Jahren in Sub-Sahara Afrika besuchen niemals eine Schule.

Flüchtlingskinder sind besonders stark betroffen

Die Bildungssituation für Flüchtlingskinder hat sich im letzten Jahr drastisch verschlechtert. Nach dem im August 2018 veröffentlichten Bericht „Turn the Tide: Refugee Education in Crisis“ des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) haben vier Millionen Flüchtlingskinder nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Innerhalb von nur einem Jahr ist diese Zahl um eine halbe Million Kinder gestiegen. Laut der UNHCR-Studie besuchen lediglich 61 Prozent der Flüchtlingskinder eine Grundschule, weltweit sind es 92 Prozent. Bei älteren Kindern ist die Diskrepanz noch größer: Nur 23 Prozent der Flüchtlingskinder können auf eine weiterführende Schule gehen – gegenüber 84 Prozent der Kinder weltweit.

Allein in Kenia lebt die Mehrzahl der knapp 500.000 Flüchtlinge in Camps. Dadaab ist das größte von ihnen. Etwa 43 Prozent der Bevölkerung von Dadaab sind Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren. In den Schulen müssen sich die Flüchtlingskinder zu viert oder fünft ein Lehrbuch teilen. Der Lehrermangel ist dramatisch: Auf einen Lehrer kommen 56 Schüler. Um Abhilfe zu schaffen, hat unsere Mitgliedsorganisation die UNO-Flüchtlingshilfe die Bildungsprogramme seines Partners UNHCR in Kenia mit 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Bildung ist der Schlüssel

„Die aktuelle Situation ist alarmierend, weil immer mehr Kindern der Zugang zu Bildung verschlossen bleibt. Bildung ist jedoch der Schlüssel für die persönliche Entwicklung sowie Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und eine erfolgreiche Integration. Deshalb unterstützen wir Bildungsprojekte für Flüchtlingskinder – international genauso wie in Deutschland“, sagt der Geschäftsführer unserer Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind aktiv

GEMEINSAM FÜR AFRIKA weiß, Kinder brauchen vor allem eins für eine hoffnungsfrohe Zukunft: Eine gute Schulausbildung. Deshalb arbeiten wir Tag für Tag daran, Kindern auf dem afrikanischen Kontinent einen besseren Zugang zu Bildung zu ermöglichen. In Hunderten unserer Projekte wird nicht nur ein regelmäßiger Schulbesuch realisiert, sondern auch die Versorgung mit einer täglichen Mahlzeit und sauberem Trinkwasser sichergestellt. Nur durch eine Schulbildung haben Kinder überhaupt eine Chance, aus dem Teufelskreislauf der Armut auszubrechen und ein glücklicheres Leben zu führen.

 

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Kanzlerin Merkel reist nach Afrika

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht im Zuge ihrer Afrika-Reise im August 2018 Ghana, Nigeria und den Senegal.
Bundeskanzlerin Merkel besucht im August 2018 Ghana, Nigeria und den Senegal._©Thomas Liebenberg / CC BY-SA 3.0 DE

Kanzlerin Merkel reist nach Afrika

Vom 29. bis 31. August 2018 besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel den Senegal, Ghana und Nigeria. Auf ihrer Afrika-Reise wird die Kanzlerin unter anderem von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Dieses Signal unterstreicht den Fokus der Reise: wirtschaftliche Entwicklungen sowie die Umsetzung des „Compact with Africa“.

Zum ersten Mal im Senegal

In Dakar wird sich die Bundeskanzlerin mit dem Präsidenten Macky Sall über die wirtschaftliche Entwicklung des Senegal, außenpolitische Themen und die regionale Zusammenarbeit austauschen. Vor Ort wird Angela Merkel auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammentreffen.

„Compact with Africa“ in Ghana Thema

In Ghana wird Bundeskanzlerin Merkel mit Präsident Nana Akufo-Addo Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung, außenpolitische Themen sowie die bilaterale und regionale Zusammenarbeit erörtern. Ein weiterer Programmpunkt wird die Teilnahme von Bundeskanzlerin Merkel an einem von der deutschen Wirtschaft in Ghana veranstalteten Runden Tisch sein, bei dem Perspektiven und Fortschritte Ghanas im Rahmen der G20 „Compact-with-Africa“-Initiative sowie das Investitionsumfeld diskutiert werden. Zum Abschluss besichtigt Bundeskanzlerin Merkel einen Startup-Inkubator und trifft mit jungen ghanaischen Start-Up-Unternehmern zusammen.

Wirtschaftliche Entwicklungen in Nigeria im Fokus

Der erste Programmpunkt in Nigeria ist ein Besuch des Hauptquartiers der Economic Community of West African States (ECOWAS). Dort trifft sie den Präsidenten der ECOWAS Kommission, Jean-Claude Brou, um sich über aktuelle Entwicklungen der regionalen Integration in Westafrika und die Zusammenarbeit Deutschlands mit der ECOWAS austauschen. Anschließend wird die Kanzlerin zu einem Gespräch mit dem Präsidenten der Bundesrepublik Nigeria, General Muhammadu Buhari, zusammentreffen. Im Mittelpunkt werden die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Nigerias sowie die regionale Zusammenarbeit stehen. Zudem werden Merkel und Buhari an einem Wirtschaftsroundtable teilnehmen. Auch in Nigeria wird die Bundeskanzlerin ein Gespräch mit Vertretern der Zivilgesellschaft über aktuelle Entwicklungen im westafrikanischen Land führen.

Mit Wasser und Hygiene den Hunger bekämpfen

2,5 Milliarden Menschen müssen weltweit ohne eine gesundheitlich unbedenkliche sanitäre Versorgung mit sauberem Trinkwasser auskommen. Das hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und die Lebenssituation.
Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA fördern in Hunderten Projekten die Versorgung mit sauberem Trinkwasser._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Mit Wasser und Hygiene den Hunger bekämpfen

Mit Wasser, Sanitär und Hygiene den Hunger und die Armut bekämpfen – geht das? Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen haben, sind anfälliger für Krankheiten und den Verlust ihrer Leistungskraft. Regelmäßige Schulbesuche der Kinder und die Erwerbsfähigkeit von Erwachsenen sind gefährdet. Medikamente und medizinische Behandlungen kosten Geld. Diese Mittel fehlen dann zur Versorgung der Familie.

Erhöhte Krankheitsanfälligkeit

Im Vergleich zu Deutschland sind die meisten Einkommen in Ländern des globalen Südens geringer und Sozialversicherungen können sich die meisten Menschen nicht leisten. Fehlen die Mittel für Hygiene und eine ausgewogene Ernährung, kommt es langfristig zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit – es ist ein Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist.

Projekte, die nachhaltig wirken

Projekte, die beispielsweise unsere Mitgliedsorganisation ADRA im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene umsetzt, wirken nachhaltig gegen Armut und Hunger! Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Installation von Wasseraufbereitungsanlagen, saubere Lagerungsmöglichkeiten, sichere und umweltschonende Abwasserentsorgung und Hygieneschulungen fördern die Gesundheit und ermöglichen Millionen Menschen ein lebenswerteres Leben. (Quelle: ADRA)

 

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA fördern in Hunderten Projekten die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind mit Hunderten Projekten aktiv:

 

Weitere Projekte unserer Mitgliedsorganisationen finden Sie hier.

 

DR Kongo: Ebola-Ausbruch bedroht das Leben von 300.000 Kongolesen

09.08.2018 Ausbruch in der Grenzregion zu Uganda birgt Gefahr der schnellen Verbreitung. Gesundheitsstationen sind chronisch unterversorgt. Unsere Mitgliedsorganisation CARE ist im Einsatz.
Tausende von Flüchtlingen, die vor den Konflikten im Ostkongo fliehen, sind auf der ugandischen Seite des Albertsees angekommen._© CARE

DR Kongo: Ebola-Ausbruch bedroht das Leben von 300.000 Kongolesen

Unsere Mitgliedsorganisation CARE warnt, dass der jüngste Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo 300.000 Menschenleben bedroht. Bisher sind 37 Fälle der Viruserkrankung bekannt, 22 Menschen starben bereits. Es ist der zehnte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. „Wir sind besonders besorgt, weil die tödliche Krankheit in der Grenzregion zu Uganda ausgebrochen ist. Hier sind viele Menschen zwischen den beiden Staatsgebieten unterwegs, daher ist die Gefahr einer schnellen Ausbreitung sehr groß“, berichtet Tom Friedeberg, CARE-Länderdirektor der Demokratischen Republik Kongo.

Die vergessene humanitäre Krise

Nach wie vor gehört die Situation in der Demokratische Republik Kongo zu der Liste der 10 vergessenen Krisen weltweit und damit zu den humanitären Notsituationen, über die die Medien 2017 kaum berichteten. Dabei ist die Situation für die Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo, besonders für Frauen und Kinder, dramatisch. Neben Ebola bedrohen auch andauernde gewaltsame Auseinandersetzungen, vor allem im Osten, große Teile der Bevölkerung. Im gesamten Land sind rund 4,5 Millionen Menschen vertrieben und knapp acht Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe zum Überleben.

Schnelle Soforthilfe notwendig

„Wir müssen jetzt schnell handeln, um den Virus zu stoppen. Zwar haben die Menschen hier Erfahrung im Umgang mit Ebola, doch die Gesundheitsstationen sind chronisch unterversorgt. Es fehlt an Ausstattung, Personal und Medikamenten“, warnt Friedeberg. CARE hat aus seinem Nothilfe-Fond rund 200.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt, um die Ausbreitung des Ebola-Virus schnell einzudämmen. Aktuell überprüfen CARE-Teams die Situation in den örtlichen Gesundheitsstationen bei Mufwanga. Hygiene-CARE-Pakete mit Aquatabs zur Wasserreinigung, Seife und weiteren Hilfsgütern sollen so schnell wie möglich verteilt werden.

 

Kenia: Internetzugang durch Riesen-Ballon

07.08.2018 Tennisplatzgroße Ballons sollen in Kenia den Internetzugang verbessern. Insbesondere entlegene Regionen sollen von dem Projekt profitieren.
Der Loon Ballon beim Launch Event._© CC BY 2.0 by Doug Coldwell

Kenia: Internetzugang durch Riesen-Ballon

Ein Großteil der rund 49 Millionen Einwohner*innen Kenias ist über das Mobilfunknetz mit Internet versorgt. Doch insbesondere in ländlichen Regionen sind enorme Teile des Landes von Internetanbietern abgekoppelt. Ein Netz aus riesigen Ballons soll dies nun ändern.

Riesen Internet-Ballons in der Stratosphäre über Kenia

Nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase soll es nun endlich losgehen. Das Unternehmen „Loon“ hat in Partnerschaft mit dem Telekommunikationsanbieter „Telkom Kenya“ angekündigt, Internetverbindungen in abgelegenen Regionen Kenias zu ermöglichen. Dabei sollen von „Loon“ entwickelte Riesenballons eingesetzt werden. Die tennisplatzgroßen Ballons schweben hoch in der Stratosphäre, etwa 20 km über dem Meeresspiegel. Laut dem Unternehmen eine Höhe, die außerhalb des Bereichs von Luftverkehr, Stürme und Wildtiere liegt. Die ballonähnliche Konstruktion besteht aus Polyethylen, ist mit Helium gefüllt und soll von einem Solarpanel angetrieben werden. Die Ballons sind so konzipiert, dass sie monatelang in der Luft bleiben und sich durch das Surfen in Windkanälen bewegen.

Antennen übertragen Signal in entlegene Regionen

Jeder Ballon trägt eine Antenne mit sich. Diese leitet vom Boden übertragene Internet-Signale weiter. Durch den Einsatz des Ballon-Netzwerkes soll zunächst eine zusätzliche Reichweite von 5.000 Quadratkilometern erreicht werden. Im Zuge der neuen Partnerschaft wird „Telkom Kenya“ die Internet-Signale bereitstellen und „Loon“ diese mit Hilfe der neuen Ballon-Technologie in entlegene Gebiete von Kenia verbreiten. Ken Banks, Experte für afrikanische Konnektivität und Leiter der sozialen Auswirkungen bei „Yoti“ sagte zum bevorstehenden Projekt: „ Die Konnektivität ist in den ländlichen Gebieten ein Problem!“. Die Installation einer physischen Infrastruktur für Internetverbindungen und Mobilfunk in diesen Regionen sind mit größeren Hindernissen behaftet. Insbesondere die großen Entfernungen machen es unpraktisch Glasfaserkabel zu verlegen oder eine Reihe von mobilen Masten aufzustellen. Laut des Experten ist ausschließlich die neue Technologie von „Loon“ eine Option, der fehlenden Konnektivität entgegenzuwirken.

Experten warnen vor Kommunikationsmonopol

Doch trotz der vielen positiven Stimmen zum geplanten Projekt gibt es durchaus auch kritische Anmerkungen. Experten warnen, dass es im Zuge der neuen Partnerschaft zwischen „Telkom Kenya“ und „Loon“ zu einem Kommunikationsmonopol kommen könnte. Viele Menschen könnten besorgt sein, dass durch das Projekt eine Abhängigkeit von kommerzieller, ausländischer Technologie entstehe. Nutzer*innen des Netzwerkes wären zudem der Preisgestaltung und den Geschäftsbedingungen der neuen Partnerschaft ausgesetzt. „Das wäre vielleicht weniger ein Problem, wenn es mehr als einen Anbieter geben würde. So könnten Nutzer einfach das Netzwerk wechseln – aber wenn Loon und Telkom Monopole in diesen Bereichen haben, könnte das eine tickende Zeitbombe sein.“, so Ken Banks.

Internet auf dem afrikanischen Kontinent zu teuer

Laut dem Ziel der UN-Breitband-Kommission für Internet-Erschwinglichkeit, sollen ein Gigabyte mobile Daten zukünftig nicht mehr als 2% des Bruttonationaleinkommens pro Kopf kosten. Auf dem afrikanischen Kontinent ist man davon jedoch aktuell weit entfernt. Ein Gigabyte mobile Daten kosten derzeit durchschnittlich 18% des monatlichen Einkommens. Nanjira Sambuli von der World Wide Web Foundation betont daher: „Die Partnerschaft ist also ein guter Schritt, um die Konnektivität voranzutreiben. Es ist jedoch zwingend erforderlich, dass diese Partnerschaft nicht nur qualitativ hochwertige Konnektivität (4G) erreicht, sondern auch, dass sie erschwinglich und sinnvoll ist.“

 

 

Foto|Quelle: flickr|BBC

30 Millionen Menschen im südlichen Afrika von Ernährungsunsicherheit betroffen

Immer mehr Ernten bleiben aus. Unsere Mitgliedsorganisation CARE hilft den Menschen in den Ländern Malawi, Madagaskar, Mosambik, Sambia, Tansania und Simbabwe.
CARE trainiert Frauen und Männer in der Herstellung von Dünger aus Asche, Erde und organischen Blättern._© Timothy Buckley/CARE

30 Millionen Menschen im südlichen Afrika von Ernährungsunsicherheit betroffen

Rund 30 Millionen Menschen im südlichen Afrika sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, warnt unsere Mitgliedsorganisation CARE. Ohne eine langfristige Finanzierung des Winteranbaus und der Bekämpfung von Schädlingen droht sich die Situation für Millionen von Menschen in Ländern wie Madagaskar, Sambia und Malawi in den kommenden Monaten dramatisch zu verschlechtern.

Immer mehr Ernten bleiben aus

„Schon jetzt ist die Nahrungssituation im südlichen Afrika alarmierend, zudem bereitet uns die bevorstehende El Niño-Saison große Sorgen. Wir erwarten noch niedrigere Ernteerträge, die katastrophale Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung in der Region haben könnten“, erklärt Theresa Jeremias, Referentin für Ernährung und Ernährungssicherung bei CARE Deutschland. „Trotz der Bemühungen von Regierungen, Maßnahmen zur Ernährungssicherung umzusetzen, beobachten wir, dass aufgrund der Klimakrise immer mehr Ernten ausbleiben.“

Schnelles Handeln ist nun erforderlich!

Laut eines Berichtes der Southern Africa Development Community (SADC) sind mehr Menschen von Hunger bedroht als in den vergangenen Jahren. Gründe dafür sind Überschwemmungen, Dürren und die Ausbreitung von Pflanzenschädlingen. „Geringe Investitionen in Beratungsdienste für Landwirte werden nicht ausreichen, um den Schaden abzuwenden. Regierungen und nicht-staatliche Akteure müssen jetzt handeln, um Lebensmittelversorgungslücken zu schließen und damit das Überleben von vielen tausenden Familien zu sichern“, sagt Theresa Jeremias.

Unsere Mitgliedsorganisation ist im Einsatz

Unsere Mitgliedsorganisation CARE hilft Menschen in den Ländern Malawi, Madagaskar, Mosambik, Sambia, Tansania und Simbabwe mit Lebensmitteln und einem verbesserten Zugang zu Wasser. Familien in Dürregebieten werden dabei unterstützt, die Produktivität durch verbesserte Anbaumethoden zu erhöhen. Kleinspargruppen ermöglichen Dörfern alternative Einkommensmöglichkeiten und stärken sie gegen die Klimakrise und wiederkehrende Naturkatastrophen. Zudem zielen Ernährungsbildungsmaßnahmen darauf ab die Ernährung von Frauen und Kleinkindern unter 5 Jahren zu verbessern, da diese am meisten von Mangel- und Unterernährung bedroht sind.

 

Europas größte Müllhalde mitten in Afrika

Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken.
Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken._©Welcome to Sodom

Europas größte Müllhalde mitten in Afrika

„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur jene betreten, die unbedingt müssen. Die Deponie von Agbogbloshie ist Endstation für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausrangierte Computer, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus einer weit entfernten, elektrifizierten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher.

Giftiger Alltag für tausende Menschen

Die Nachfrage nach den neusten elektronischen Accessoires in der Ersten Welt explodiert. Hersteller melden regelmäßig Umsatzrekorde. Doch diese Lifestyle-Produkte sind oft schon nach kurzer Zeit wieder „out“ und damit Schrott. Hunderttausende davon landen in Ghana, wo Kinder und Jugendliche den Elektroschrott unter freiem Himmel zerkleinern. Durch das Schmelzen alter Kabel in pechschwarzen Rauchwolken werden neue Rohstoffe gewonnen. Für die einen ein „sauberes“ Geschäft, für die Anderen giftiger Alltag.

Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken._©Welcome to Sodom

 

Dein Smartphone ist schon hier

Der Dokumentarfilm WELCOME TO SODOM – DEIN SMARTPHONE IST SCHON HIER lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und portraitiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogbloshie wird wahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen! „Dieser Wahnsinnsfilm ist der Kommentar zu Weltwirtschaft und Wohlstandsgefälle in spektakulären Bildern. Mehr Kino geht nicht.“ (Amnesty Journal).

Ab 2.8.18 im Kino! Hier gibt es den Film-Trailer vorab zum anschauen:

Lokale Perspektiven auf globale Themen

Das Filmemacher-Team DRAUFSICHT aus Bamenda und Berlin zeigt eine neue Sicht auf das Thema nachhaltige Entwicklung.
Das DRAUFSICHT-Team beim Filme machen._©DRAUFSICHT

Lokale Perspektiven auf globale Themen

Filmemachen ist Teamarbeit. Und das DRAUFSICHT-Team in Berlin und Bamenda (Kamerun) ist ein ganz besonderes Team. Gemeinsam behandeln sie ungehörte Stimmen und ungesehene Perspektiven in ihren Sendungen und Filmen. Sie legen Machtstrukturen offen und nehmen auf globale Zusammenarbeit Bezug. Ihre Themen sind: Nachhaltigkeit, Gender, Rassismus und Ungleichheit.

Nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt

Die DRAUFSICHT-Filmemacher*innen haben gemeinsam im Kamerun, aber auch hier in Deutschland gedreht. Die jungen Filmemacher*innen lernten voneinander, schmiedeten Pläne und produzierten vor allem Filme. Im Mittelpunkt standen dabei die Sustainable Development Goals (SDGs), die sogenannten 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt von DRAUFSICHT steht insbesondere SDG Nr. 10 „Ungleichheit innerhalb, von und zwischen Staaten verringern“.

Für Frieden, Wohlstand und Einklang mit der Natur

Die Vereinten Nationen haben 2015 insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beschlossen, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Mit der Umsetzung der SDGs (Sustainable Development Goals) soll es allen Menschen möglich sein, in Einklang mit der Natur, in Frieden und Wohlstand zu leben. Mehr Informationen zu den SDGs finden Sie hier.

Film zu Ausbeutung in Kamerun

Im März 2018 war ein Team von DRAUFSICHT Bamenda zu Gast in Berlin, um die Filme zu zeigen, die das DRAUFSICHT-Team in Kamerun produziert hat: So wird z.B. die kolonialen Vergangenheit des Landes aufgearbeitet und der Einfluss von EU-Subventionen auf das Land beleuchtet. Denn Milch wird in Kamerun als Pulver importiert. Wälder werden gerodet, um Holz zu exportieren. Beide Formen der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen haben gravierenden Folgen für einkommensschwache Familien und die Natur.

Was heißt Armut? Deutschland vs. Kamerun

Der kamerunische Filmemacher Promise Nthe Viban und sein Team stellten sich zudem die Fragen: Was heißt eigentlich Armut? Warum gibt es überhaupt Obdachlose in Deutschland? Und macht der Sozialstaat die Menschen nicht faul? Das Filmemacher-Team hat versucht Armut in Deutschland durch die Augen eines jungen Filmemmachers aus Kamerun zu betrachten. Das gelungene Ergebnis der DRAUFSICHT Begegnungsreise in Berlin kann sich sehen lassen: Die Filme wurden im Filmrauschpalast Moabit gezeigt und sind auch online zu sehen:

 

YouTuberin Ischtar Isik wird neue Botschafterin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA!

16.07.2018 Seit Juli 2018 unterstützt YouTuberin Ischtar Isik die Arbeit unseres Bündnisses als neue Botschafterin.
Ischtar Isik ist Botschafterin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA._©Ischtar Isik

YouTuberin Ischtar Isik wird neue Botschafterin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA!

Wir könnten nicht glücklicher über so starke Unterstützung sein. Seit Juli 2018 ist YouTuberin Ischtar Isik offizielle Botschafterin unserer Bündniskampagne. Neben Rocklegende Wolfgang Niedecken, Reggaemusiker Gentleman und The Voice Of Germany Ivy Quainoo, wird nun auch Ischtar Isik ihre Bekanntheit dazu nutzen, diese Welt ein Stück gerechter zu machen!

Ungerechtigkeiten gemeinsam bekämpfen

Kennengelernt haben wir Ischtar Isik im November 2017. Gemeinsam mit ihr und anderen YouTuber*innen reisten wir im vergangenen Jahr nach Sambia, um vor Ort Projektgebiete unserer Mitgliedsorganisationen zu besuchen. Dort konnte sie hautnah miterleben, welch wertvolle Projekte von unseren Organisationen auf den Weg gebracht werden.

Beeindruckt von den vielen persönlichen Begegnungen und überzeugt von der Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen startete Ischtar zusammen mit ihrer großartigen YouTube-Community, die mittlerweile mehr als eine Million Abonnenten*innen umfasst, im Anschluss der Reise eine eigene Spendenaktion zugunsten der Projekte von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

Seit Anfang Juli ist sie nun offizielle Botschafterin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA und möchte ihre kommunikativen Kanäle auch in diesem und folgendem Jahr dafür nutzen, um sich für eine gerechte Welt einzusetzen und noch mehr Menschen den Kontinent, seine Länder und Menschen näher zu bringen.

Dass es viele Ungerechtigkeiten auf dieser Welt gibt, ist uns allen bewusst. Diese jedoch auch zu bekämpfen, ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Daher engagiere ich mich für GEMEINSAM FÜR AFRIKA.“, so die Berlinerin.

Ischtar Isik ist Botschafterin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA._©Ischtar Isik

Das ist Ischtar Isik

Vor 7 Jahren fing für Ischtar Isik alles mit einer kleinen Spielerei an. 2011 veröffentlichte die damals 15-Jährige ihr erstes Video auf YouTube. Mittlerweile gibt die 22-Jährige Bloggerin/Vloggerin regelmäßig in ihren Videos Tipps und Tricks zu den Themen Fashion und Lifestyle und teilt mit Tausenden Menschen Einblicke aus ihrem Leben. Die gebürtige Berlinerin interessiert sich jedoch nicht nur für Mode. 2017 interviewte Ischtar Isik Kanzlerin Angel Merkel im Zuge des Bundestagswahlkampfes zum Thema Feminismus und zur Bedeutung von Wahlen. Für ihre herzliche Art erntet Ischtar von ihrer Community in den Sozialen Medien regelmäßig virtuellen Applaus. Mehr als eine Million Menschen interessieren sich mittlerweile für ihre Arbeit, für die Ischtar 2018 mit dem „About You Award“ ausgezeichnet wurde.

Ischtar Isik mit GEMEINSAM FÜR AFRIKA in Sambia

 

„Insgesamt konnten wir 5,8 Millionen Menschen in Not erreichen“

06.07.2018 Die Hilfe unsere Mitgliedsorganisation action medeor erreicht immer mehr Menschen!
Die Medikamentenhilfe unserer Mitgliedsorganisation action medeor erreicht immer mehr Menschen._©action medeor/B. Breuer

„Insgesamt konnten wir 5,8 Millionen Menschen in Not erreichen“

Vier große Schwerpunkte bestimmten im vergangenen Jahr die Medikamentenhilfe unserer Mitgliedsorganisation action medeor: die Hungerkatastrophe in Ostafrika, die humanitäre Krise im Jemen und die von Krieg und Gewalt betroffenen Regionen im Irak und Syrien. Trotz logistischer Herausforderungen findet die Medikamentenhilfe von action medeor ihre Bestimmungsorte.

„Insgesamt konnten wir 5,8 Millionen Menschen in Not erreichen“

„Mehr Menschen denn je waren im vergangenen Jahr von Krisensituationen und Katastrophen betroffen und auf Hilfe angewiesen“, sagte Siegfried Thomaßen, Präsident von action medeor, auf der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung des Hilfswerks. Besonders im Fokus standen die humanitären Krisen in Syrien und im Jemen mit mehr als 35 Millionen betroffener Menschen, sowie über 30 Millionen Menschen, die in Ostafrika und in der Demokratischen Republik Kongo von Hunger und Konflikten bedroht sind.

Insgesamt konnte action medeor im vergangenen Jahr 24 Nothilfeprojekte und 31 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit im Wert von fast fünf Millionen Euro mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und des Auswärtigen Amtes umsetzen. Im Fokus der Nothilfe standen der Südsudan, Jemen, Somalia, die DR Kongo, der Irak und Syrien, in der Wiederaufbauhilfe Sierra Leone, Liberia, die Philippinen, Nepal und Haiti. „Teilweise wickeln Mitarbeiter vor Ort die Soforthilfe persönlich ab, und wir arbeiten eng mit Partnerorganisationen zusammen, die sowohl mit den besonders betroffenen Personengruppen vernetzt, als auch in die nationalen und internationalen Strukturen eingebunden sind“, führte Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor aus, „insgesamt konnten wir 5,8 Millionen Menschen in Not erreichen. Leider nehmen politische Krisen, verursacht durch Krieg, Staatsauflösung, die zunehmende soziale Ungleichheit und den Klimawandel, einen immer größeren Stellenwert im Vergleich zu Naturkatastrophen ein.“ Dadurch verschärfe sich der Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung für Menschen in Armutsregionen. „Die Folge ist, dass Gesundheitsstrukturen vollkommen zusammenbrechen, Verletzte und chronisch Kranke nicht versorgt werden können und einfach zu behandelnde Erkrankungen lebensgefährlich werden.“

Ausbildung für langfristige Wirkung

Neben der akuten und regelmäßigen Medikamentenversorgung von Gesundheitseinrichtungen weltweit, war die Ausbildung von pharmazeutischen Fachkräften im akademischen und nichtakademischen Bereich ein weiterer Schwerpunkt. „Dort, wo die Qualität der Ausbildung angehoben wird, wird der Gesundheitssektor insgesamt gestärkt“, erläutert Pastors, „und hier wird zukünftig der Fokus der action medeor-Stiftung liegen.“ Auch die Verbesserung der Arzneimittelproduktionen in den Ländern des Südens ist eine Aufgabe im Rahmen der pharmazeutischen Fachberatung von action medeor. Bis zu 30 Prozent des ostafrikanischen Arzneimittelmarkts werden von heimischen Herstellern bedient. Weil die Produktionsstandards sehr unterschiedlich sind, wurde action medeor von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit damit beauftragt, alle Arzneimittelhersteller zu besuchen, zu beraten und mit ihnen zusammen konkrete Schritte zu entwickeln, um die Produktionsbedingungen zu verbessern. „Unsere Pharmazeuten haben insgesamt 26 Betriebe in Tansania, Uganda und in Ruanda gemeinsam mit international erfahren Auditoren und den zuständigen Überwachungsbehörden des Landes inspiziert“, so Pastors, „dadurch wird die lokale Wirtschaft gestärkt und gleichzeitig werden die Patienten besser versorgt.“

„Man darf das eine nicht gegen das andere ausspielen“

Überall dort, wo lebenswichtige Arzneimittel und dringend benötigte Verbrauchsmaterialien fehlen, sind den Helfern die Hände gebunden. „Wir setzen uns mit allen Kräften dafür ein, dass sich dies ändert. Dafür benötigen wir die Unterstützung von privaten Spendern, von Unternehmen, von öffentlichen Geldgebern und von Stiftungen“, sagte Pastors. „Leider scheint im Moment die Bereitschaft sich für Entwicklungshilfe zu engagieren immer stärker hinterfragt zu werden. In der Vergangenheit konnten wir unser Anliegen gut erklären. Jetzt hören wir, dass man sich besser den Problemen hier in Deutschland zuwenden sollte. Ich glaube, man darf das eine nicht gegen das andere ausspielen. Menschen, die in Deutschland in Not sind, müssen Hilfe bekommen, genauso wie Menschen in Entwicklungsländern. Wir brauchen beides, das Engagement hier in Deutschland und die weltweite Hilfe durch action medeor.“

 

Unterstützen Sie GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer Spende und somit auch die wertvolle Arbeit unserer Mitgliedsorganisation action medeor.

Südsudan: Hoffnung auf Ende des Bürgerkriegs

Die Friedensgesprächen zwischen Salva Kiir und seinem Rivalen Riek Machar waren zunächst gescheitert - doch nun gibt es Hoffnung. Die Bevölkerung muss dennoch mit weiteren harten Zeiten rechnen.

Südsudan: Hoffnung auf Ende des Bürgerkriegs

Am 21.06.2018 haben sich der südsudanesische Präsident Salva Kiir und sein Rivale, der frühere Vizepräsident und aktuelle Rebellenführer Riek Machar zu Friedensgesprächen auf neutralem Boden in Äthiopien getroffen. Zu dem von allen erhofften Durchbruch kam es zunächst nicht – eine gemeinsame Erklärung sollte vorerst nicht zustande kommen und auch auf eine Übergangslösung konnte man sich nicht einigen.

Es war das erste Treffen seit 2016. Seit Dezember 2013 wurden mehr als zehntausend Menschen bei Kämpfen zwischen den Anhängern beider Rivalen getötet. Im Dezember vergangenen Jahres wurde eine Waffenruhe geschlossen – jedoch kommt es immer noch zu Kämpfen. Circa 4,5 Million Südsudane*innen befinden sich auf der Flucht. Knapp die Hälfte leben in Lagern im eigenen Land, die andere Hälfte in den Nachbarstaaten; großenteils in Uganda.

Frieden in Sicht – zweites Treffen macht Hoffnung

Ein zweites Treffen bringt Hoffnung auf Frieden zurück! Auch wenn das erste Gespräch zu keinem positiven Ergebnis führte, konnte am Mittwoch, dem 27. Juni, ein weiteres Treffen im Sudan einen Durchbruch in den Friedensgesprächen bewirken. Ziel war es, bis zum Gipfel der Afrikanischen Union am 1. Juli einen Friedensvertrag neu zu fomulieren, so dass dem langjährigen Krieg ein baldiges Ende gesetzt werden kann.

Die beiden Rivalen Salva Kiir, Präsident des Südsudan, und Rebellenführer Riek Machar unterschrieben in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum das langersehnte Abkommen. Dieses besagt unter anderem, dass binnen 72 Stunden ein Waffenstillstand in Kraft tritt. Zudem sieht das Abkommen vor, ein Übergangsregierung innerhalb der kommenden vier Monate zu bilden, die anschließend drei Jahre Zeit hat, um Neuwahlen zu organisieren. Weitere Details aus dem Abkommen, wie die Stationierung von internationalen Truppen zum Friedenserhalt, sind bisher noch nicht offiziell bestätigt. Vor dem Hintergrund früherer gescheiterter Friedensversuche ist die Skepsis aktuell jedoch groß, dass das neue Abkommen zum langfristigen Frieden führt.

Das Leiden hält weiter an

Trotz der politischen Fortschritte, hält das Leiden der Bevölkerung an. Besonders durch den Beginn der Regenzeit wird es immer bedrohlicher. Der Regen bringt Hunger, Krankheiten und Tod. Die meisten Geflüchtete finden Unterschlupf in elenden Unterkünften. Das Wasser dringt in die Zelte ein, die Bewohner*innen werden krank – Husten, Lungenentzündung, Masern und Hirnhautentzündungen sind keine Seltenheit. Dazu kommt, dass die medizinischen Vorräte fast aufgebraucht sind. Die Medikamente vor Ort sind entweder nicht zu bekommen oder extrem teuer.

Lebensmitteltransporte können viele Städte und Dörfer durch die aufgeschwemmten Böden nicht erreichen – sie bleiben stecken. Die Landwirtschaft ist fast vollständig zum Erliegen gekommen, weil sich die Menschen aufgrund von Plündereien nicht mehr auf die Felder trauen. Die Menschen im Südsudan stellen sich auf eine weitere schwierige Zeit ein, geprägt von Hunger und Nahrungsmittelknappheit.

Gefährliche Situationen für humanitäre Helfer

Auch für Helfende wird die Situation immer schwieriger und gefährlicher. Zum Einen ist der Südsudan pleite, eine Arbeitserlaubnis für Helfer*innen kostet Tausende von US-Dollar. Darüber hinaus werden humanitäre Helfer*innen immer wieder Ziel von Entführungen. Mehr als 100 Helfer*innen sind seit 2013 getötet worden. In der vergangenen Woche bezeichnete die UN den Südsudan als gefährlichstes Land für humanitäre Helfer*innen. „Viele internationale Hilfsorganisationen haben ihre Mitarbeiter evakuiert […].“, erläutert Martin J. Wilde, Geschäftsführer von unserer Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo. Weitere Hilfsorganisationen überlegen ebenfalls ihre Mitarbeiter*innen aus dem Südsudan herauszuholen. Das würde verherrende Auswirkungen für die Bevölkerung haben.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind aktiv

Ebenso leisten noch  viele Hilfsorganisationen Nothilfe – sowohl im Südsudan, als auch in den Nachbarländern, in denen geflüchtete Südsudanes*innen eine sichere Unterkunft finden. Auch die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA und ihre einheimischen Partner sind tagtäglich im Südsudan im Einsatz. Wir unterstützen die Geflüchteten dabei, langfristig wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Im Folgenden zeigen wir, in welchen Hilfsprojekten die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA im Südsudan tätig werden.

Unsere Mitgliedsorganisationen action medeor und Don Bosco Mondo liefern Medikamente in die betroffenen Regionen.

action medeor

Unsere Mitgliedsorganisation action medeor versorgt die Region rund um die Hauptstadt Juba, die am stärksten von den letzten Kämpfen betroffen war, mit medizinischem Material. In Kooperation mit anderen Partnern beliefert sie eine zentral gelegene Gesundheitsstation in Gumbo, nur acht Kilometer südöstlich von Juba, von der aus die Menschen der ganzen Region versorgt werden können. Weitere Informationen zum Hilfsprojekt von action medeor finden Sie hier.

action medeor und DON BOSCO MONDO

Um die Versorgung der notleidenen Bevölkerung zu unterstützen, bringen unsere Mitgliedsorganisationen action medeor und Don Bosco Mondo e.V. eine große Hilfssendung an Gesundheitseinrichtungen von Don Bosco in Wau, Gumbo, Maridi und Tonj auf den Weg. Die Hilfssendung umfasst dringend benötigte Medikamente, wie Malariamedikamente, Verbandsmaterial, Schmerzmittel und Antibiotika.

ADRA

Die chronische Ernährungsunsicherheit ist eine große Herausforderung für die Binnenflüchtlinge im Südsudan. Die Organisation für Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e. V. fördert die Ernährungssicherheit in den Bezirken Nasir und Ulang durch die Verteilung von Spezialnahrung, Schulungen zu verbesserten Anbaumethoden und durch das Anlegen von Saatgutbanken. Detaillierte Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Aktion Canchanabury

Unsere Mitgliedsorganisation Aktion Canchanabury setzt sich im Südsudan für HIV/Aids-Betroffene ein. Bereits vor dem Bürgerkrieg hatte sich die „Rainbow Community“ gegründet, die seinerzeit wohl erste und einzige Initiative für HIV/Aids-Betroffene im gesamten Südsudan. Zu den Mitgliedern zählen neben Betroffene auch Berater sowie freiwillige Helferinnen und Helfer. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig und berät und betreut andere HIV-Infizierte und Aids-Kranke. Näheres zum Projekt erfahren Sie hier.

CARE Deutschland-Luxemburg

Wegen der Dürre und der Vertreibung vieler Bäuerinnen und Bauern werden Lebensmittel im Land immer knapper und die Preise steigen enorm an. Ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Mangelernährung. Unsere Mitgliedsorganisation CARE hilft vor Ort mit Nahrungsmittelpaketen, medizinischer Kraftnahrung für Kinder, Schwangere und Stillende, sauberem Trinkwasser und Hygiene-Maßnahmen. Die Organisation unterstützt zahlreiche Gesundheitsstationen dabei, die medizinische Versorgung unter schwierigsten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Dabei legt CARE besonderen Wert auf die Versorgung von schwangeren Frauen und Kindern. Weitere Informationen zur Hilfe von CARE im Südsudan finden Sie hier.

DON BOSCO MONDO

Gemeinsam mit ihren Partnern bietet DON BOSCO MONDO in Einrichtungen Schutz für Vertriebene. Für ihre Versorgung hat das Mitglied von GEMEINSAM FÜR AFRIKA ein Nothilfe-Programm für Binnenvertriebene gestartet.

UNO Flüchtlingshilfe und UNHCR

Im Südsudan sind UNHCR-Helfer*innen Tag und Nacht im Einsatz und versorgen Flüchtlinge und Vertriebene mit dem Lebensnotwendigsten. Die UNO Flüchtlingshilfe sendet Hilfslieferungen in Flüchtlingslager und auch in abgelegene Gegenden, die aufgrund der schlechten Infrastruktur und schwierigen Witterungsbedingungen meist nur schwer zu erreichen sind. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

Dieser Artikel wurde am 29.06.2018 aufgrund neuer Entwicklungen aktualisiert.

Dramatische Entwicklung setzt sich fort: 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Ende 2017 gab es fast drei Millionen Flüchtlinge mehr als noch Ende 2016. 85 Prozent der Geflüchteten leben in armen Ländern, in Europa hingegen gehen die Flüchtlingszahlen zurück.
Eine Geflüchtete bekommt ein Versorgungspaket _©CARE/Frederic Courbet

Dramatische Entwicklung setzt sich fort: 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Ende des letzten Jahres waren 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt die am 19. Juni  veröffentlichte Jahresstudie „Global Trends“ des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Demnach gibt es fast drei Millionen Flüchtlinge mehr als noch Ende 2016 (65,6 Millionen). Die Zahl 68,5 Millionen bedeutet, dass es derzeit mehr Flüchtlinge gibt, als Frankreich oder England Einwohner haben.

Jeder 110. Mensch auf der Erde ist auf der Flucht.

Hauptursache für den dramatischen Anstieg waren die Krisen im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und die Flucht von über 670.000 Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Zwei Drittel der Flüchtlinge kommen nur aus fünf Ländern: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die Studie „Global Trends“ stellt darüber hinaus fest, dass die große Mehrheit der Flüchtlinge nicht in den reicheren Industrieländern des Nordens Schutz sucht, sondern hauptsächlich von armen Ländern aufgenommen wird. Dort leben 85 Prozent der Geflüchteten. In Europa gehen hingegen die Flüchtlingszahlen zurück. Nach Deutschland kamen im letzten Jahr 186.644 Asylsuchende, während es 2016 noch 280.000 waren. Und der Trend hält an: Im ersten Quartal von 2016 sank die Zahl erneut um fast 16 Prozent.

Nur jeder 7. Flüchtling sucht Schutz in einem reicheren Land.

„Diese Entwicklungen zeigen deutlich, wer die Hauptverantwortung für geflüchtete Menschen tragen muss. Entgegen der landläufigen Meinung kommen diese Menschen mehrheitlich nicht in die reicheren Länder, um ein besseres Leben zu haben. Es ist nur jeder siebte. Gerade jetzt, in der aktuellen Debatte, geht es auch um eine Versachlichung und einen angemessenen Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der unserer Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe.

Darauf macht die UNO-Flüchtlingshilfe heute mit ihrer Blog-Parade aufmerksam: #WithRefugees

Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich aktiv für Menschen auf der Flucht ein:

AWO International setzt sich in Uganda für Schulessen und Gesundheitsclubs für Geflüchtete ein; action medeor unterstützt die Versorgung von Flüchtlingen in der DR Kongo, die UNO-Flüchtlingshilfe leistet im Südsudan lebensrettende Nothilfe für Geflüchtete  und gibt Flüchtlingskindern im Tschad mit Bildungsprojekten eine Perspektive für die Zukunft.

Weitere Projekte finden Sie auf unserer Projektlandkarte.

Weitere Hintergrundinformationen zu den Themen Flucht und Menschenrechtsverletzungen finden Sie hier.

Die Geschichte einer Flucht vom Südsudan nach Uganda finden Sie hier.

Blogparade #WithRefugees: Gemeinsam gegen Hass und Gewalt im Netz

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni lädt unsere Mitgliedsorganisation zur Blogparade #WithRefugees ein.
Ein Flüchtlingsmädchen trägt einen Eimer Wasser auf dem Kopf_©UNHCR/Helene Caux

Blogparade #WithRefugees: Gemeinsam gegen Hass und Gewalt im Netz

Nach wie vor müssen täglich Menschen vor Krieg und Verfolgung flüchten. Das Leid ist geblieben. Doch die Berichterstattung über Flüchtlingskrisen hat nachgelassen, während Stimmen immer lauter werden, die sich gegen eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen wenden. Hassparolen und fremdenfeindliche Äußerungen haben Hochkonjunktur. Um gegen diese Besorgnis erregenden Tendenzen Flagge zu zeigen, lädt unsere Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni zur Blogparade #With Refugees ein.

Solidarität zeigen

„Solidarität zu zeigen, ist wichtiger denn je. Derzeit gibt es in Deutschland – vor allem im Netz – Stimmungsmache gegen Geflüchtete. Es werden Ängste geschürt. Wir wissen, dass die Mehrheit der Gesellschaft anders denkt. Die Bloggercommunity soll dazu beitragen, dass wir gemeinsam eine deutliche Antwort gegen Hass und Vorurteile geben„, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Blogparade #WithRefugees

Bei der Blogparade werden deshalb zwei Fragen in den Mittelpunkt gestellt: Warum eigentlich soll ich mich für Geflüchtete stark machen? Was kann die Bloggercommunity Hass und Hetze gegen Flüchtlinge im Netz entgegensetzen? Am 20. Juni sollen die Blogger die Antworten dazu posten und über die eigenen Social-Media-Kanäle verbreiten – möglichst mit dem #WithRefugees und unter Erwähnung unserer Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe.

Unter #WithRefugees hat der UNHCR eine Petition gestartet, die sich an die Regierungen der Welt richtet und so lange läuft, bis ein globaler Flüchtlingspakt (Global Compact) unterschrieben wird. Mit einer Unterschrift wird ein Zeichen für eine bessere Zukunft von Flüchtlingen gesetzt und für ein solidarisches internationales Vorgehen plädiert.

Jetzt Petition unterzeichnen

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit: Kinderarbeit findet noch immer statt

Jährlich findet am 12. Juni der Internationale Tag gegen Kinderarbeit statt. Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich für die Rechte von Kindern ein.
Ein Mädchen in der Schule _©Gemeinsam für Afrika

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit: Kinderarbeit findet noch immer statt

Kinder arbeiten in Minen, auf Kakao-, Baumwoll-, oder Kaffeeplantagen oder schuften von früh bis spät in fremden Haushalten. Weltweit müssen circa 168 Millionen Kinder arbeiten. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde im Jahr 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) der “Internationale Tag gegen Kinderarbeit“ ins Leben gerufen, der jährlich am 12. Juni stattfindet.

Drei Arten der Kinderarbeit

Laut ILO werden drei Arten von Arbeit unterschieden: Kinder in Beschäftigung, Kinderarbeit und gefährliche Arbeit.

Kinder in Beschäftigung umfasst all die Tätigkeiten, die ein Kind mehr als eine Stunde pro Woche innerhalb oder außerhalb des eigenen Haushaltes ausübt. Dabei sind sowohl die Herstellung von Ware, wie auch die Ausführung von Dienstleistungen einbezogen. Es macht keinen Unterschied, ob die Arbeit entlohnt wird, oder nicht.

Kinderarbeit beschreibt die Verrichtung von gefährlichen Formen von Arbeit als auch die Beschäftigung von Kindern unter dem Mindestalter.

Gefährliche Arbeit umschließt all die Arbeiten, die sich nachteilig auf die Gesundheit, Sicherheit und auch Entwicklung eines Kindes auswirkt, zum Beispiel durch lange Arbeitstage, Arbeit mit gefährlichen Maschinen oder Stoffen und Arbeit bei der Kinder Misshandlungen ausgesetzt sind.

Kinder als Zwangsarbeiter

Die Kinder, die zumeist als Zwangsabeiter*innen eingesetzt werden, besitzen oft keine Ausweise und werden ungehemmt ausgebeutet. Die Menschenrechtsorganisation Terre des Hommes schätzt, dass alleine in Mali circa 20.000 Jungen als Zwangsarbeiter, weit entfernt von ihren Eltern, festgehalten werden und auf Plantagen für Kakao, Kaffee, Baumwolle oder Bananen ackern müssen. Oftmals unter gefährlichen Bedingungen: Stundenlang und ohne ausreichend zu Essen und  zu Trinken.

Viele der arbeitenden Kinder sind von leeren Versprechungen angelockt worden und so in die Hände skrupelloser Menschenhändler geraten. Teilweise werden die Kinder auch von ihren verzweifelten Eltern für ein geringes Entgelt an Menschenhändler verkauft – auch diese wurden mit leeren Versprechungen gelockt, wie etwa, dass ihr Kind genügend Geld verdienen wird, um eine spätere Ausbildung absolvieren zu können und so eine Chance auf eine bessere Zukunft erhält (Spiegel Online).

So helfen wir

Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich aktiv gegen Kinderarbeit ein. So klärt Kinderrechte Afrika in Mali minderjährige Haushaltshilfen über ihre Rechte auf, wodurch ihre Situation und der Status verbessert werden; in Togo werden Kinder in ihren lokalen Sprachen über Kinderreche aufgeklärt; in Benin setzt sich Kinderrechte Afrika aktiv für die Prävention sexueller Gewalt und nachhaltigen Kinderschutz ein; und in Liberia gibt Kinder Afrikas e.V. Kindern die Chance auf eine finanzierte Schulausbildung.

Weitere Projekte unserer Mitgliedsorganisationen finden Sie hier.

Unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen hier.

ERFOLG! Medien berichten über moderne Sklaverei

Wir haben es geschafft! Dank unserer Protestaktion am 25. Mai berichteten mehrere deutsche Medien über das Problem moderner Sklaverei!
Moderne Sklaverei _©Gemeinsam für Afrika/Steffen Junghans

ERFOLG! Medien berichten über moderne Sklaverei

Am 25. Mai haben wir in sieben deutschen Städten einen Sklavenmarkt veranstaltet. Mit der Inszenierung eines Sklavenmarktes, auf dem Menschen versteigert und wahre Lebensgeschichten betroffener Personen erzählt wurden, haben wir auf die weltweite Existenz moderner Sklaverei aufmerksam gemacht und darauf, was wir dagegen tun können!

Auch heute sind über 21 Millionen Menschen weltweit Opfer von Zwangsarbeit. Fast 60 Sklav*innen arbeiten über viele Produktionsketten für einen jeden von uns. „Denn viele Produkte und Nahrungsmittel des täglichen Gebrauchs werden unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Hinter günstigen Lebensmitteln verbergen sich oft Ausbeutung und unreguläre Beschäftigungsverhältnisse. Zu den betroffenen Produkten zählen etwa Schnittblumen aus Kenia, Fleisch aus Deutschland oder Obst und Gemüse aus Südeuropa.“ (taz) Das sollte jede*r wissen!

Medien berichten über moderne Sklaverei

Unser Vorhaben ist uns gelungen – die Aktion war ein voller Erfolg! RTL, VOX, Deutsche Welle TV, TAZ, das Radio, SAT 1, WDR und viele mehr – in knapp 50 Online-Beiträgen, zahlreiche TV-und Radiobeiträgen sowie 52 Printartikeln berichten eine Reihe an deutschen Medien zum Teil sehr ausführlich über unsere Aktion und das Problem moderner Sklaverei bei der Produktion unserer Konsumgüter.

Hier unsere Highlights:

SAT1 Bayern (mit einem tollen Beitrag ‘‘Was kann ich als Konsument machen?‘‘ und Interview mit der Verbraucherzentrale): https://www.sat1.de/regional/bayern/videos/buendnis-gemeinsam-fuer-afrika-kaempft-gegen-sklaverei-clip

Deutsche Welle (Videobeitrag in Deutsch)

Deutsche Welle (Artikel und Videobeitrag in Englisch)

Kulturradio rbb 

SAT1 NRW

Sachsen Fernsehen

Taz

Der Tagesspiegel

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Weitere Berichterstattungen: 

WDR

Radio 1 rbb

Dom Radio (Video)

Junge Welt

Kölner Stadt-Anzeiger

Express

sozial.de

Neu-Isenburger Neue Presse

Höchster Kreisblatt

Tageszeitung Usingen

Nassaurische Nachrichten

Taunus Zeitung

scharf links

Leipziger Volkszeitung

Westfälische Rundschau

Potsdamer Neuste Nachrichten

merkur.de

tz

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgarter Zeitung Online

Tag24

Radio Bochum

Business On – Das regionale Wirtschaftsportal

Weitere Informationen zum Thema „Moderne Sklaverei“ finden Sie bei unseren Themen.

Unsere Protestaktion gegen moderne Sklaverei

Um auf das Problem moderner Sklaverei aufmerksam zu machen, haben wir heute, am 25. Mai 2018, in sieben deutschen Großstädten einen Sklavenmarkt veranstaltet. Hier finden Sie die besten Bilder der Aktion.
Sklavenmarkt in Berlin_©GEMEINSAMFÜRAFRIKA/Steffen Junghanß

Unsere Protestaktion gegen moderne Sklaverei

Heute, am 25. Mai 2018, habe wir um 12 Uhr in sieben deutschen Großstädten einen Sklavenmarkt veranstaltet. Mitbieten durfte jeder der noch eine günstige Arbeitskraft brauchte.

Wieso veranstalten wir einen Sklavenmarkt? Was wie ein Relikt aus Vergangenheit gilt, ist noch heute Realität. Sklaverei existiert – immer noch und weltweit. Schätzungsweise 21 Millionen  Menschen sind Opfer von Zwangsarbeit. Was viele Konsument*innen nicht wissen: Hinter vielen unserer Alltagsprodukten wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch oder auch Zucker oder Elektrogeräten, wie zum Beispiel unseren Smartphones, steckt die harte Arbeit von Zwangsarbeitern. Ca. 60 Sklav*innen arbeiten im Schnitt für jeden von uns! Darauf wollten wir heute mit unserem Schauspiel aufmerksam machen – denn viel zu wenige Menschen wissen davon, dass Sklaverei auch noch heute existiert und sie etwas dagegen tun können.

Wir sind glücklich! RTL, VOX, Deutsche Welle TV, TAZ, das Radio, SAT 1, WDR und viele mehr – alle waren da, um über unsere Protestaktion in Berlin, Köln, Bochum, Frankfurt, Leipzig, München und Stuttgart berichten. Wir hoffen, dass über die Berichterstattung möglichst viele Menschen von dem Problem moderner Sklaverei erfahren.

Während wir abwarten, was die Presse alles berichtet, möchten wir hier schon einmal ein paar Fotos mit Ihnen teilen.

 

Sklavenmärkte in sieben deutschen Städten

Berlin, 25. Mai 2018 – Mit der inszenierten Versteigerung von Sklaven und Sklavinnen an zentralen Plätzen in sieben deutschen Städten machte heute das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf die Existenz moderner Sklaverei aufmerksam und rief zum Umdenken auf.
Moderne Sklaverei. Sklaverei existiert - immer noch - und weltweit_©Luc De Leeuw

Sklavenmärkte in sieben deutschen Städten

Bundesweite Straßenaktionen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Berlin, 25. Mai 2018 – Mit der inszenierten Versteigerung von Sklaven und Sklavinnen an zentralen Plätzen in sieben deutschen Städten machte heute das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf die Existenz moderner Sklaverei aufmerksam und rief zum Umdenken auf.

„Wussten Sie, dass durchschnittlich 60 Sklaven und Sklavinnen für jeden von uns für die Produktion unserer Konsumgüter arbeiten?“ fragten die Aktivist*innen die Passant*innen in sieben deutschen Städten. „Die meisten arbeiten am Anfang der Lieferketten bei der Gewinnung der Rohstoffe, aber auch bei der Herstellung unserer Kleidung, Smartphones und Nahrungsmittel. Aktuell sind mindestens 21 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei – auch in Europa und Deutschland“, erläuterte Susanne Anger, die Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA:

Mit der Inszenierung der Sklavenmärkte auf denen Menschen versteigert und wahre Lebensgeschichten betroffener Personen erzählt wurden, will GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf die weltweite Existenz moderner Sklaverei und die Folgen für die betroffenen Menschen aufmerksam machen und jeden Einzelnen zum Handeln aufrufen.

‚‚Die erschreckenden Fakten zur modernen Sklaverei machen deutlich: Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Neben Tomaten gibt es viele weitere typische Konsumgüter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, unter anderen Metalle für Elektrogeräte, Billigfleisch aus Deutschland, Kakao aus Ghana. Jeder kann einen Beitrag leisten und zum Beispiel fair gehandelte Produkte kaufen‘‘, rät Susanne Anger.

In insgesamt sieben deutschen Städten hat das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA an zentralen Plätzen in Berlin, Frankfurt/Main, Köln, München, Leipzig, Stuttgart und Bochum mit seinen Aktionen gegen moderne Sklaverei protestiert.

Infografiken, Pressefotos und ein Interview mit Susanne Anger zur Aktion können Sie hier herunterladen: https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/ueber-uns/presse/

Fotos Copyright: GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Steffen Junghanß

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 20 Hilfsorganisationen, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt.

In Hunderten Projekten in Afrika schaffen wir Bildungsmöglichkeiten und Perspektiven für Menschen in großer Armut und bekämpfen Fluchtursachen, um zu vermeiden, dass Menschen in Situationen extremer Not geraten, die sie zu einfachen Opfern der Ausbeutung macht.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise moderne Sklaverei, und die Notwendigkeit der weltweiten Armutsbekämpfung schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit:

  • Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA, zur Aktion und zum Thema „Moderne Sklaverei“.
  • Andreas Böning, Geschäftsführer von Kinderrechte Afrika, zu Projekten zur Eindämmung von Sklaverei in den Ländern Afrikas.

Weitere Informationen zum Thema „Moderne Sklaverei“ finden Sie auf unserer Website: https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/moderne-sklaverei/

Pressekontakt: Nina Kollas, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel. 030 / 2977 24 16, E-Mail: info@gemeinsam-fuer-afrika.de

Sklavenmarkt um 12:00

Ein Sklavenmarkt in 7 deutschen Großstädten?! Protestieren Sie mit uns gegen moderne Sklaverei! Am 25. Mai in Berlin, Köln, Bochum, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und München.
In 7 deutschen Großstädten können Sie am 25. Mai Ihren eigenen Sklaven ersteigern!

Sklavenmarkt um 12:00

Wir laden Sie ein: Kommen Sie am 25. Mai um 12 Uhr zu unseren bundesweiten Sklavenmärkten und steigern Sie mit. Zu günstigen Preisen bieten wir fähige Arbeitskräfte, die nützliche Aufgaben in Ihrem Haushalt und Ihrem Garten übernehmen können. Jeder kann sich an der Versteigerung beteiligen.

  • Berlin – Pariser Platz
  • Köln – Bahnhofsvorplatz
  • Bochum – Dr. Ruer-Platz
  • Leipzig – Augustusplatz
  • München – Odeonsplatz
  • Frankfurt – An der Hauptwache
  • Stuttgart – Schlossplatz

Wie bitte!? Was soll das?! Sklaverei existiert – immer noch und weltweit! Und sie betrifft uns alle!
Darauf machen wir am 25. Mai mit unserem Schauspiel in 7 deutschen Großstädten aufmerksam. Erfahren Sie mehr.Moderne Sklaverei. Sklaverei existiert - immer noch - und weltweit_©Luc De Leeuw

Schulaktion zu den Themen Flucht, Fluchtursachen und -schicksale

04.05.2018 Unsere Mitgliedsorganisation, die UNO-Flüchtlingshilfe, startet Schulaktion zu den Themen Flucht, Fluchtursachen und -schicksale. Unterrichtsmaterialien stehen zum Download bereit.
Unsere Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe e.V. startet Schulaktion._©US Department of Education | CC BY 2.0

Schulaktion zu den Themen Flucht, Fluchtursachen und -schicksale

Unsere Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe e.V., der deutsche Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), hat alle Schulen in Nordrhein-Westfalen und Berlin dazu eingeladen, die Themen Flucht, Fluchtursachen und -schicksale im Unterricht zu besprechen. Im Mittelpunkt der Aktion steht der Weltflüchtlingstag am 20. Juni. Bereits in den letzten Jahren sind viele engagierte Schulen bei der Integration von Flüchtlingskindern in den deutschen Schulunterricht aktiv geworden.

Hinter dem Begriff Flüchtling verbergen sich Schicksale von Menschen

Mit dem Beginn der Schulaktion wird der Blick auch auf die 65,6 Millionen Flüchtlinge weltweit gerichtet, von denen die Hälfte Kinder sind. Hinter den anonymen Zahlen verbergen sich die persönlichen Schicksale zahlloser Menschen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden. Wie auch das Schicksal des 14- jährigen Irahoze, der vor der Gewalt in Burundi ins Flüchtlingscamp Nduta nach Tansania fliehen musste. Der Schulunterricht in diesem Camp findet im Freien und nur unter dem Schutz von Bäumen statt. Für ein Schulgebäude fehlt das Geld. Trotzdem freut sich Irahoze auf den Matheunterricht – auch ohne Frühstück, Bücher und eine stabile Schule. „Bildung gibt Kindern wie Irahoze Perspektiven, Stabilität und einen sicheren Ort, wo sie vor Kinderarbeit, Ausbeutung und sexuellem Missbrauch geschützt sind. Auch darauf wollen wir mit unserer Schulkampagne hinweisen“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO- Flüchtlingshilfe.

Verständnis für Migrationsfragen sollen gefördert werden

Sandra Scheeres, Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, ergänzt: „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Ohne Bildung gelingt die sprachliche Integration nicht, ohne Bildung haben Jugendliche keine Perspektiven auf eine Ausbildung. Berlin hat von Anfang an die Kinder und Jugendlichen aus geflüchteten Familien in seinen Schulen aufgenommen. Teilweise lernen bis zu 12.000 Schülerinnen und Schüler in unseren Willkommensklassen die deutsche Sprache, bevor sie in die Regelklassen wechseln. Dort treffen sie auf Schülerinnen und Schüler, die über Flüchtlingsursachen und –auswirkungen nur bedingt Bescheid wissen. Vor diesem Hintergrund sind die neuen Materialien der UNO- Flüchtlingshilfe eine gute didaktische Ergänzung für Unterrichtsinhalte, die das Verständnis für Migrationsfragen fördern.“

Unterrichtsmaterialien stehen ab sofort zum Download bereit

Ab sofort können Sie Materialien mit didaktischen Impulsen, Arbeitsblättern und Kopiervorlagen downloaden. Dabei finden sich Hintergrundinformationen für den Unterricht zu den Themen Flucht und Asyl, Grundbedürfnisse und kulturelle Vielfalt sowie Zahlen und Statistiken. Zusätzlich werden Anregungen gegeben, wie Schülerinnen und Schüler die Arbeit des UNHCR mit tollen Aktionen, wie Spendenläufe, Podiumsdiskussionen oder Kuchenverkäufen bei Schulfesten, unterstützen können.

Hier könne Sie die Materialien zum Download finden!

Hunger nachhaltig bekämpfen

27.04.2018 Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzen sich für eine langfristige und nachhaltige Ernährungssicherung für die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent ein.
Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzen sich für eine vielfältige Ernährung ein._©Rainer Kwiotek/Menschen für Menschen

Hunger nachhaltig bekämpfen

Aufgrund der dramatischen Dürre und der damit verbundenen Hungerkrise am Horn von Afrika stand unsere Arbeit im vergangenen Jahr im Zeichen der Nothilfe. Nun geht es darum, die langfristige Projektarbeit auszubauen, um den Hunger dauerhaft zu bekämpfen. Denn Christian Molke, Vorstandsvorsitzender von GEMEINSAM FÜR AFRIKA, warnt: „Mit dem Klimawandel werden die Wetterextreme in Zukunft zunehmen. Darum ist eine nachhaltige Ernährungssicherung wichtiger denn je und gehört zu den zentralen Eckpfeilern unserer Arbeit.“

Alternative Anbaumethoden, Bewässerungssysteme, Saatgut und optimale Lagerung

Unzuverlässige Regenfälle, ausgelaugte Böden und zunehmende klimatische Veränderungen durch den Klimawandel können zu langanhaltenden Dürren und damit einhergehenden Hungersnöten führen. Deshalb sind viele Menschen in den Projektgebieten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA darauf angewiesen, neue Methoden bei der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion anzuwenden.

Um eine langfristige Ernährungssicherheit zu erreichen, unterstützen die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Menschen vor Ort beispielweise durch Schul- und Fortbildung im Bereich von land-und forstwirtschaftlichen Themen. Zudem erhalten die Menschen in den betroffenen Regionen Saatgut und Setzlinge, die den klimatischen Bedingungen angepasst sind. Der Aufbau von Bewässerungsanlagen und Brunnen sorgt für eine ausreichende Wasserversorgung der Pflanzen während der Anbauzeit. Und auch die richtige Lagerung der Ernte spielt eine wichtige Rolle. Um Verluste zu vermeiden, werden spezielle Speicher angefertigt, um z.B. Getreide länger haltbar zu machen.

Bildung, klimabeständiges Saatgut, verbesserte Anbaumethoden und Bewässerung sowie eine effizente Ernte und Lagerung sichert Ernährung langfristig.

Bildung, klimabeständiges Saatgut, verbesserte Anbaumethoden und Bewässerung sowie eine effizente Ernte und Lagerung sichert Ernährung langfristig.

Projekte für eine nachhaltige Ernährungssicherung

Um den Hunger dauerhaft zu bekämpfen, sind unsere Mitgliedsorganisationen tagtäglich im Einsatz…

…zum Beispiel in:

Burkina Faso: Gemüsegärten zur Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA setzt sich für die Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit in Burkina Faso ein, indem sie Wassersammelbecken bauen, um so auch in der Trockenzeit die Bewässerung sichern zu können. Auch erhalten die Bauern Saatgut, welches an die klimatischen Schwierigkeiten angepasst wurde und werden in modernen Anbaumethoden (z.B. Tröpfchenbewässerung) geschult. Mehr Infos!

Äthopien: Wasser, Saatgut und Tiere für nachhaltige Hungerbekämpfung

Die Kindernothilfe e.V. verteilt hochwertiges Saatgut, gibt Schulungen zur Verbesserung des Bodens und baut Bewässerungskanäle, um die Ernteerträge zu erhöhen und somit eine langfriste Nahrungmittelsicherheit zu gewährleisten. Mehr Infos!

Mali: Kleinbäuerinnen verhandeln faire Preise

ADRA unterstützt Kleinbäuerinnen und- bauern durch verbesserte Anbautechniken, welche den Umgang mit schlechten Klimabedingungen erleichtern, ihre Sesamproduktion zu erhöhen und somit Armut und Hunger entgegenwirken. Zusätzlich werden berufliche Fortbildungskurse angeboten. Mehr Infos!

Senegal: ‚‚Unsere Ernährung ist vielfältiger geworden‘‘

Unsere Mitgliedsorganisation ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt fördert die ökologische Landwirtschaft, indem die Anbaumethoden verbessert sowie die Lagerung der Ernten neu geregelt werden. Dadurch können Ernteüberschüsse für Hungerszeiten gelagert und genutzt werden. Mehr Infos!

Kenia: Stärkung der Bevölkerung gegen den Klimawandel

Hier führt ADRA ein Projekt zur Stärkung der Resilienz und Anpassung an den Klimawandel durch. So soll eine nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln gewährleistet werden, indem Sanddämme gebaut und Bewässerungsanlagen errichtet werden. Auch wird Wiederaufforstung betrieben, um den Bodenerosionen entgegenzuwirken und das Ökosystem wiederherzustellen. Saatgut, Baumsetzlinge werden zur Verfügung gestellt sowie ein Fortbildungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft errichtet. Mehr Infos!

 

Hunger nachhaltig bekämpfen – bitte unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen!

Bereit, Malaria zu schlagen!

Heute ist Welt-Malaria-Tag. Gesa Gnegel berichtet im Interview über die Krankheit und den Kampf unserer Mitgliedsorganisation action medeor gegen Malaria.
Moskitonetzes ist ein wirksamer Schutz gegen Malaria._@action medeor

Bereit, Malaria zu schlagen!

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts leben 40% der Weltbevölkerung in Malaria-Endemiegebieten, in denen schätzungsweise 200 Millionen Menschen pro Jahr an der Infektionskrankheit erkranken. Circa eine halbe Million Menschen sterben weltweit jährlich an Malaria. Der afrikanische Kontinent ist dabei besonders betroffen, mehr als 80 % der Erkrankten leben dort. Aufgrund des großen globalen Einflusses der Krankheit begeht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einmal im Jahr den Welt-Malaria-Tag. Dieses Jahr unter dem Motto „Ready to beat Malaria – Bereit, Malaria zu schlagen“.

Für unsere Mitgliedsorganisation, das Medikamentenhilfswerks action medeor, ist der Kampf gegen Malaria seit seiner Gründung vor über 50 Jahren ein wichtiger Teil der Arbeit. „Obwohl wir deutliche Fortschritte im Kampf gegen Malaria gemacht haben, sterben immer noch 1.200 Menschen jeden Tag an der Krankheit“, sagt Bernd Pastors, Vorstandssprecher von action medeor. „Wir beobachten in verschiedenen Regionen einen Anstieg der Malariainfektionen. Deshalb ist es wichtig, in den Anstrengungen, Malaria zurückzudrängen, nicht nachzulassen.“

Interview: „Malaria ist eine der Erkrankungen mit den allermeisten Patienten weltweit…“

Im folgenden Interview beschreibt die angehende Apothekerin Gesa Gnegel sehr anschaulich Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und die Arbeit unserer Mitgliedsorganisation action medeor in einem Malaria-Projekt in der Demokratischen Republik Kongo. Gesa Gnegel hat nach ihrem Pharmaziestudium einen Teil ihres Praktischen Jahres bei action medeor absolviert.

Das Interview ist auch als Podcast aufgezeichnet worden:

 

Wo ist Malaria zu Hause und wie viele Menschen sind davon betroffen?

Malaria ist eine der Erkrankungen mit den allermeisten Patienten weltweit, die WHO geht von 216 Millionen Patienten im Jahr aus. Davon versterben rund 445.000. Malaria tritt vor allem in Nähe des Äquators auf. 91 Länder weltweit sind als Risikogebiet gekennzeichnet, die allermeisten Fälle (nämlich 80 Prozent) gibt es in Sub Sahara Afrika, aber auch in Südamerika und in China, Indien und den benachbarten Ländern haben wir einige Malariafälle zu verzeichnen.

Wie wird diese Infektionskrankheit Malaria übertragen und welche Formen gibt es?

Malaria wird nicht von einem Bakterium und auch nicht von einem Virus ausgelöst, sondern von einem Plasmodium. Ein Plasmodium ist ein Tier, allerdings besteht es nur aus einer einzigen Zelle, es ist also ein sehr kleines Tier. Die Übertragung erfolgt über die weibliche Anopheles Mücke. In den Sekreten dieser Mücke kann sich das Plasmodium vermehren und dann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Es gibt verschiedene Verlaufsformen der Malaria: die Malaria tertiana, quartana und tropica, die verschieden intensiv verlaufen. Der verschiedenen Verlaufs- und Erkrankungsformen werden dadurch ausgelöst, dass es ähnlich wie beim Hund nicht nur einen Hund gibt, sondern verschiedene Rassen. Das ist auch bei dem Plasmodium der Fall. Es gibt die Plasmodien vivax, ovale und malariae, die sind eher harmlos, und dann gibt es noch das Plasmodium falciparum.  Das ist gefährlich und führt auch zu dem schlimmsten Verlauf.

Die Diagnose Malaria ist gar nicht so einfach zu stellen, die Symptome sind nicht eindeutig. Welche Symptome kennt man?

Das wichtigste Symptom sind bei der Malaria Fieberschübe, abwechselnd mit Fieberpausen. Die Schübe kommen dadurch zustande, dass sich die Plasmodien in den roten Blutkörperchen des Menschen vermehren und dann aufplatzen. Immer wenn es zu so einem Platzen in den Blutkörperchen kommt, bekommt der Patient Fieberschübe. Weitere Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, häufig auch Übelkeit und auch Erbrechen. Die grippeähnlichen Symptome machen es sehr schwierig, Malaria von üblichen und ungefährlichen Erkrankungen abgrenzen. Zur Diagnose ist auf jeden Fall eine Blutuntersuchung nötig und die kann entweder mit dem Mikroskop oder durch ein biotechnologisches Verfahren erfolgen. Es gibt mittlerweile Malaria-Schnelltests, die funktionieren ein bisschen ähnlich wie ein herkömmlicher Schwangerschaftstest: da wird nur ein ganz kleiner Tropfen Blut benötigt und dann kann anhand der Streifen abgelesen werden, ob eine Malariainfektion vorliegt oder nicht. Ganz einfach, sehr zuverlässig.

Wie wird Malaria in aller Regel behandelt und welche Schwierigkeiten gibt es dabei in den Entwicklungsländern?

Malaria sollte auf jeden Fall medikamentös behandelt werden. Der Goldstandard ist dabei die sogenannte Artemisinin-basierte Kombinationstherapie, man verwendet also eine Kombination aus zwei verschiedenen Wirkstoffen. Die Therapie sollte so früh wie möglich beginnen, wird dann über drei Tage fortgeführt und kann in der Regel auch mit Tabletten erfolgen. Man verwendet zwei oder sogar drei Wirkstoffe aus zwei verschiedenen Gründen: erstens sind viele Erreger weltweit schon resistent geworden, und wenn man zwei Wirkstoffe gleichzeitig gibt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, den Erreger trotzdem zu „erwischen“. Außerdem wirken diese beiden Wirkstoffe in der Regel unterschiedlich schnell und unterschiedlich gut auf die verschiedenen Formen der Malaria.

Wie sieht die Malaria-Prophylaxe aus? Wie kann man eine Ansteckung verhindern?

Prophylaxe ist natürlich immer besser als die Therapie. Wir müssen hier unterscheiden zwischen der Prophylaxe von Menschen, die immer in den Risikogebieten leben und von Reisenden. In den Risikogebieten sollte vor allem in den Abend- und Nachtstunden auf langärmlige Kleidung geachtet werden –dann, wenn die Mücke aktiv ist – und Insektensprays verwendet werden. Sehr wichtig und sehr hilfreich sind Moskitonetze, unter denen geschlafen werden sollte – dabei muss man natürlich aufpassen, dass die Maschenweite klein genug ist, um die Mücke auch sicher abzuwehren und dass unter dem Netz keine Mücke miteingeschlossen wird.

Für Reisende kann man außerdem noch eine medikamentöse Vorsorgebehandlung durchführen.

action medeor engagiert sich sehr stark bei der Bekämpfung der Malaria. Wie sieht diese Arbeit aus, und welche Partner vor Ort gibt es?

Malaria ist in vielen unserer Projekte ein Thema – einfach weil es in so vielen Ländern der Welt ein Problem ist. Ein guter Ansatz ist zum Beispiel, dass unser Emergency Health Kit auch ein Malaria-Set enthält. Das sind die Medikamente, die im wirklichen Krisen- und Notfall ganz schnell und unkompliziert an den Einsatzort gebracht werden können. Außerdem haben wir im Moment z.B. ein spezielles Malaria-Projekt im Kongo mit einem besonderen Ansatz: es ist ein kombiniertes Projekt aus Ernährung und Malaria. Mangelernährte Menschen, insbesondere Kinder, haben ein sehr viel schwächeres Immunsystem und sind damit auch deutlich anfälliger für Malariaerkrankungen – und wenn sie diese bekommen, versterben sie auch sehr viel schneller daran.

Deshalb stehen in diesem Projekt der Ernährungszustand der Menschen und die Malaria-Situation im Fokus. Die Patienten im Kongo werden gratis behandelt – das ist wichtig, da im Kongo im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staaten die Malariatherapie noch nicht vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt wird. Die Patienten müssten die Kosten selber tragen und das ist für viele Menschen vor allem in ländlichen Regionen ein großes Problem. Außerdem werden Schulungen durchgeführt, in denen den Menschen nahegebracht wird, wie sie sich vor der Malaria schützen können: zum Beispiel wie sie das Malaria-Netz richtig aufhängen.

Dieses Engagement und die Hilfe kosten Geld, viel Geld. Gibt es dafür ein Beispiel?

Gemäß der WHO werden jedes Jahr 2,7 Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung von Malaria weltweit aufgewendet. Das Geld kommt nicht ausschließlich von action medeor, aber wir versuchen auch einen Teil beizutragen. Zum Beispiel das Projekt im Kongo, von dem ich gerade berichtet habe, hat ein Finanzierungsvolumen von 120.000 Euro. Jede kleine Spende ist willkommen.

Wie kann der Einzelne helfen?

Mit den Spenden können wir viel bewirken: Mit einem Euro können wir einen Menschen behandeln, mit fünf Euro können wir ein Malaria-Netz kaufen und dann an die Familien vor Ort verteilen.
Für Lehrer gibt es außerdem auf unserer Homepage Schulungsmaterialien in der Kategorie „Spenden und helfen“ unter „Bildungsangebote“ – „Unterrichtsmaterialien“ und dann „Malaria“.

Ist der Kampf gegen Malaria wie die Arbeit des griechischen Helden Sisyphus: sie endet nie. Oder haben Sie Hoffnung, dass man die Malaria eines Tages zumindest in den Griff bekommt?

Malaria ist tatsächlich eine sehr typische Erkrankung: das liegt daran, dass der Erreger Plasmodium verschiedene Lebensstadien durchläuft – ganz ähnlich wie aus der Kaulquappe irgendwann mal ein Frosch wird – so entwickelt sich auch Plasmodium im menschlichen Körper in verschiedenen Stationen in der Leber, im Blut und dann auch wieder in der Mücke. Dadurch ist er für das Immunsystem sehr schwer aufzuspüren und auch für die Medikamente schwer zugänglich. Außerdem wird so die Entwicklung eines Impfstoffes sehr erschwert. Tatsächlich gibt es im Moment zwar einige Forschungsansätze, aber noch keinen richtigen Durchbruch in der Impfstoffforschung. Hinzu kommt der Klimawandel. Dadurch, dass es in vielen Regionen der Welt wärmer wird, kann sich auch die Anopheles-Mücke (der Überträger) verbreiten und somit mehr Menschen gefährden.

Auf der anderen Seite muss man auch bedenken, dass die Anzahl der Malariatodesfälle in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen ist. Allerdings sind die Zahlen 2016 um fünf Millionen Fälle gegenüber 2015 wieder angestiegen.

 

Hinweis: Sie sind Lehrer*in und möchten mit Ihrer Klasse das Thema Malaria im Unterricht behandeln? Hier erhalten Sie die passenden Unterrichtsmaterialen!

 

Quelle & Bilder: action medeor

DR Kongo: Abwenden einer humanitären Katastrophe

Seit Jahren leiden die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo unter anhaltender Gewalt. Nun bahnt sich eine der größten Hungerkatastrophen des Landes an. Die Lage ist angespannt und unübersichtlich.
Flüchtlingsunterkünfte unserer Mitgliedsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe in der DR Kongo._©Herzau©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Andreas Herzau

DR Kongo: Abwenden einer humanitären Katastrophe

Bei der internationalen Kongo-Geberkonferenz in Genf am Freitag sollte endlich Hilfe für 13 Millionen Menschen (jeder sechste Einwohner), größtenteils Kinder, die sich in der DR Kongo in Not befinden, mobilisiert werden. Nahezu 7,5 Millionen Menschen hungern, Hunderte sterben an Cholera. Milizen ziehen durch den Osten des Landes und morden, foltern und vergewaltigen, Kinder werden weiterhin als Kindersoldaten rekrutiert. All dies löste laut der Vereinten Nationen eine große Flüchtlingsbewegung mit 4,5 Millionen Menschen aus – eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit findet statt.

Die Lage in der DR Kongo – Gewaltexzesse und drohende Hungerkatastrophe

Die DR Kongo besitzt eine Vielzahl an verschiedenen, kostbaren Ressourcen: Gold, Diamanten, Öl und das seltene Metall Kobalt. Jeder möchte einen Teil der Bodenschätze haben, wodurch es immer wieder zu brutalen Kämpfen kommt. Weitere Proteste und brutale Aufstände durch Oppositionelle und Rebellen werden aufgrund des Präsidenten Joseph Kabila ausgelöst. Kabila weigert sich den Weg für einen Nachfolger freizumachen und hält an seiner Position fest. Ganze Regionen werden heftig umkämpft, wobei mit großer Brutalität gegen die lokale Bevölkerung vorgegangen wird. Dörfer werden angegriffen, Häuser zerstört und niedergebrannt. Die lokale, zivile Bevölkerung, welche Opfer von diesen Gewaltexzessen und schweren Menschenrechtsverletzungen ist, flieht. Das eigentlich vorhandene fruchtbare Land, mitsamt den reichlich vorhandenen Bodenschätzen, kann durch die Flucht nicht genutzt werden  –  Felder werden nicht bestellt, Ernten fallen aus und die Nahrungsmittel werden knapp. Besonders im Osten des Landes droht eine Hungerkatastrophe. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Hungernden weiter steigen, wenn die politische Stabilität nicht wieder hergestellt wird und die Kämpfe aufhören.

Finanzielle Mittel für Nothilfe werden dringend benötigt

Bereits im November 2017 wurden 1,7 Milliarden US-Dollar zur Versorgung der Bevölkerung zugesagt. Tatsächlich wurden erst 6,4 Prozent gezahlt. Laut den Vereinten Nationen werden rund 1,4 Milliarden Euro Hilfsgelder benötigt, um das Überleben der Menschen im Kongo in 2018 zu sichern – viermal so viel, wie im vergangenen Jahr für die Nothilfe im Kongo zur Verfügung stand. Bei der Geberkonferenz in Genf am vergangenen Freitag wurden rund 430 Millionen Euro zugesagt – noch nicht mal halb so viel wie benötigt.

Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort

Von unserer Mitgliedsorganisation CARE berichtet eine Mitarbeiterin aktuell über die Lage in der Demokratischen Republik Kongo. „Die humanitäre Situation im Kongo ist sehr komplex”, berichtet Malgorzata Markert. „Aus finanziellen Gründen ist es uns derzeit nicht möglich, alle Menschen mit Nothilfe zu erreichen. Wir brauchen dringend Unterstützung, sonst können wir nicht garantieren, dass alle überleben. Zusätzlich appellieren wir an alle Konfliktparteien und die internationale Gemeinschaft, sich stärker für die Beendigung des Konfliktes zu engagieren.“

Auch unsere Mitgliedsorganisation die UNO-Flüchtlingshilfe ist aktiv vor Ort. Sobald die kongolesischen Flüchtlinge die Grenze zu einem der Nachbarländer erreichen, werden sie so schnell wie möglich ins Landesinnere gebracht, wo sie Lebensmittel, Unterkünfte und Hilfsgüter wie Matratzen, Decken, Kochutensilien und Seife erhalten und medizinisch versorgt werden. In den Zufluchtsländern hat UNHCR Flüchtlingslager errichtet und unterstützt die lokalen Gemeinden, die die Flüchtlinge großherzig aufnehmen und das Wenige, das sie haben, mit ihnen teilen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen vor Ort und helfen Sie dabei Leben zu retten!

 

Appell zum Weltgesundheitstag: Gesundheitsversorgung für alle Menschen weltweit

07.04.2018 - Zum diesjährigen Weltgesundheitstag fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) "Jeder Mensch sollte Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben – unabhängig von Ort, Zeit und finanzieller Lage." Ein Interview dazu mit Susanne Schmitz von unserer Mitgliedsorganisation action medeor.
Weltgesundheitstag: Gesundheitsstation in Uganda_©GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Stefan Trappe

Appell zum Weltgesundheitstag: Gesundheitsversorgung für alle Menschen weltweit

07.04.2018 – Zum diesjährigen Weltgesundheitstag  fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „Jeder Mensch sollte Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben – unabhängig von Ort, Zeit und finanzieller Lage.“ Diesen Appell tragen wir gerne weiter, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Hälfte der Menschen weltweit keinen umfassenden Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen hat.

Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich dafür ein, dass die Menschen in den Partnerländern auch in weit abgelegenen Gebieten medizinisch versorgt werden können und nicht an behandelbaren Krankheiten sterben müssen. In diesem Zusammenhang präsentieren wie hier ein Interview mit Susanne Schmitz, Teamleiterin unserer Mitgliedsorganisation action medeor, zum Weltgesundheitstag.

Interview mit Susanne Schmitz von action medeor zum Thema „Flächendeckende Gesundheitsversorgung weltweit“:

Gesundheit ist ein Menschenrecht und dies gilt für jeden Menschen auf dieser Welt. In den globalen Nachhaltigkeitszielen SDG ist das Ziel der flächendeckenden Gesundheitsversorgung festgeschrieben – das Motto des diesjährigen Weltgesundheitstages. Was bedeutet das?

Der Kern aller Ziele der globalen Nachhaltigkeits-Agenda (SDG) 2030, die die Weltgemeinschaft 2015 verabschiedet hat, ist das Leitmotiv „Leaving no one behind“. Und um wirklich keinen Menschen und keine benachteiligte Bevölkerungsgruppe zurückzulassen, gilt es, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu verwirklichen.

Dies bedeutet, dass alle Menschen Zugang zu hochwertigen grundlegenden Gesundheitsdiensten und zu bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen erhalten, ohne dadurch in eine finanzielle Notlage zu kommen oder sich gar hoch zu verschulden, weil sie die Leistungen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Denn aktuell leben über 100 Millionen Menschen wegen ihrer hohen Gesundheitskosten in extremer Armut.

Wie kann eine flächendeckende Gesundheitsversorgung erreicht werden?

Dazu müssen vor allem die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder gestärkt werden. Komponenten, um flächendeckende Gesundheitsversorgung zu erreichen, umfassen die Verbesserung der Gesundheits-Infrastruktur, die Qualität medizinischer Produkte und Medikamente einschließlich Impfstoffe sowie Technologien, das qualifiziert ausgebildete Personal, Informationssysteme sowie gute Versicherungssysteme und gesundheitspolitische Maßnahmen. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung muss nicht komplett kostenfrei sein, sondern in erster Linie erreichbar sein, von guter Qualität und gerecht, also an der Zahlungsfähigkeit der Patienten orientiert. Ein Ansatz, der in einigen unserer Partnerländer zu finden ist, sind sogenannte kostenfreie oder sehr günstige „minimum packages of health services“, diese beinhalten die Behandlung der häufigsten Krankheiten sowie Geburtshilfe einschließlich der Vor – und Nachsorge und Basismedikamente. Ein anderer Ansatz sind solidarische Versicherungssysteme.

Primäre Gesundheitsversorgung für alle wurde bereits vor 40 Jahren auf der Internationalen Konferenz in Alma Ata gefordert. Die WHO wird in diesem Jahr 70 Jahre – ihr Appell zielt in die gleiche Richtung.

In Alma-Ata (heute Almaty, Kasachstan) unterzeichneten die Mitgliedstaaten 1978 die Erklärung von Alma-Ata, in der sie dringende Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene zur Förderung der Gesundheit aller Menschen bekundeten. Zentral war die Erkenntnis, dass Armut und Gesundheit eng miteinander verknüpft sind, dass daher die krankheitsverursachenden Lebensbedingungen verbessert werden mussten und die dringendsten Gesundheitsprobleme der Mehrheit der Bevölkerung die höchste Priorität und die meisten Ressourcen erhalten sollten. Leider wurden die Erkenntnisse in den letzten 40 Jahren nicht immer in gesundheitspolitische Praxis umgesetzt. Für action medeor sind die Ziele von Alma Ata stets ein zentraler Bezugspunkt geblieben. In der weitläufigen Turkana-Region in Kenia hat action medeor zusammen mit ihrem lokalen Partner zehn Gesundheitsstationen eingerichtet.

Wie engagieren sich action medeor und ihre Partner, um die Gesundheitsversorgung in ihren Projektgebieten zu verbessern?

action medeor und ihre zivilgesellschaftlichen Partner engagieren sich in etwa 100 Ländern für diese Ziele. In ländlichen Regionen ermöglicht action medeor zum Beispiel Zugang zu Gesundheitsdiensten, ohne dass die Menschen für eine Behandlung oder für eine sichere Geburt oder für den Transport zur nächsten Gesundheitsstation hohe Summen aus eigener Tasche investieren müssen. action medeor setzt sich auch dafür ein, dass die Menschen über Gesundheitsprävention und über ihre Rechte im Bereich Gesundheit aufgeklärt sind und befähigt sie, diese von ihren Regierungen einzufordern.

Welche Projekte unterstützt action medeor aktuell?

In Haiti, Kenia und Somalia beispielsweise betreiben Partnerorganisationen von action medeor Krankenhäuser in Regionen, in denen die Menschen keinen Zugang zu staatlichen Gesundheitseinrichtungen haben. Um jedoch kein paralleles System zu schaffen, kooperieren sie eng mit den Gesundheitsbehörden.

Unsere Kollegin Eva Hall ist Ostersamstag aus Kenia zurückgekehrt, wo action medeor zehn abgelegene Gesundheitsstationen der Partnerorganisation African Inland Church (AIC) mit dem Bau von Entbindungsräumen und Wasser- und Stromversorgung unterstützt hat. Um flächendeckende Gesundheitsversorgung zu erreichen, muss es ausreichend qualifiziertes medizinisches und auch administratives Personal in allen Ländern geben. action medeor hat deshalb zum Beispiele in Sierra Leone zusammen mit seinem lokalen Partner, der Caritas der Diözese Bo, eine Hebammenschule gegründet, um die Zahl der ausgebildeten Hebammen im Land zu erhöhen.

Quelle: action medeor

Hier finden Sie weitere Projekte unserer Organisationen im Bereich der Gesundheitsfürsorge.

Universität setzt neue Standards für Hochschulbildung in Afrika

Welche Bildung wird auf dem afrikanischen Kontinent benötigt, um eine Verbesserung der Lebenssituation zu erreichen? Eine neue Universität versucht diese Frage für den Hochschulbereich zu beantworten.
Landkarte Afrika - CC BY 2.0 L'Afrique divisée en ses principaux états, Norman B. Leventhal Map Center, https://www.flickr.com/photos/normanbleventhalmapcenter/20748221221/

Universität setzt neue Standards für Hochschulbildung in Afrika

Landkarte Afrika - CC BY 2.0 L'Afrique divisée en ses principaux états, Norman B. Leventhal Map Center, https://www.flickr.com/photos/normanbleventhalmapcenter/20748221221/

Es wird Zeit, einen neuen Blick auf Afrika zu werfen – CC BY 2.0 L’Afrique divisée en ses principaux états, Norman B. Leventhal Map Center, www.flickr.com/photos/normanbleventhalmapcenter/20748221221/

 

„Unsere Mission ist es, ein wohlhabendes und friedlicheres Afrika zu schaffen, indem wir die nächste Generation zu ethischen und unternehmerischen afrikanischen Führungskräften ausbilden […]  – mit einer gemeinsamen Vision für ein besseres Afrika.“ – „African Leadership University“ Mauritius

Bildung ist ein Menschenrecht, so besagt es unter anderen Artikel 26 (1) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Bildung alleine macht zwar nicht satt, aber sie ist die Basis einer nachhaltigen Entwicklung jedes Einzelnen sowie der Gesellschaft. Bildung befähigt Menschen ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Doch welche Bildung hat das Potential diese Ziele zu erreichen?

Welche Bildung wird auf dem afrikanischen Kontinent benötigt, um eine Verbesserung der Lebenssituation zu erreichen? Eine neue Universität versucht diese Frage für den Hochschulbereich zu beantworten.

Universitätsbildung in Afrika allgemein

In Afrika gibt es in vielen Ländern erstklassige Universitäten. Allerdings kann sich oft nur ein kleiner, privilegierter Teil der Gesellschaft die Hochschulausbildung ihrer Kinder leisten; häufig sind es die Kinder bereits einflussreicher Personen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Diese Bildungselite zeichnet sich jedoch durch ein hohes politisches Engagement aus und beschäftigt sich intellektuell mit Fragen rund um Afrika, Kolonialismus und „Black Empowerment“. Auch das koloniale Erbe afrikanischer Universitäten wird daher in den letzten Jahren zunehmend hinterfragt.

Dekolonialisierung der Universitäten

Bis heute werden an Hochschulen weltweit vor allem Texte und Bücher von europäischen, weißen, intellektuellen Männern gelesen. Auch das Curriculum afrikanischer Universitäten orientiert sich an europäischen Mustern und Standards. Deshalb gibt es seit Jahren immer mehr (studentische) Initiativen und Akademiker*innen, die eine Entkolonialisierung von Bildung fordern. Dafür sollen unter anderen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von ethnischen Minderheiten und afrikanischen Wissenschaftler*innen als auch bisher wenig beachtete „Stimmen“ Gehör finden. Mit den Forderungen geht auch einher, dass die Lehrstühle mit Afrikaner*innen oder Menschen aus dem Globalen Süden besetzt werden, anstatt durch europäische Wissenschaftler*innen. Wie die Bildung aussieht, die Menschen dazu befähigt ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation zu verbessern, wird damit auch an afrikanischen Universitäten diskutiert.

Die „African Leadership University“ in Mauritius macht es anders

Eine neue Universität in Mauritius hat sich eben diesen Zielen verschrieben. So verpflichtet sich beispielsweise die sozialwissenschaftliche Fakultät unter anderen dazu, jede Woche einen nicht-englischen Text zu lesen. Dieser wird im Unterricht zusammengefasst und diskutiert, auch wenn die Studierenden nicht in der Lage sind den Text selbst zu lesen. So werden nicht nur Texte in Sprachen gelesen, die dort ihren Ursprung im Kolonialismus haben (Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch). Es wird auch Literatur diskutiert, die in anderen afrikanischen Sprachen geschrieben ist (isiZulu, Wolof oder Amharisch u.a.).

Auch bei Austauschprogrammen betritt die Universität im internationalen Vergleich Neuland: Im Durchschnitt finden Austauschprogramme im Verhältnis 10:1 statt – Zehn Europäer oder Nordamerikaner, die an einer afrikanischen Universität einen Austausch machen, stehen im Verhältnis zu einem Afrikaner, der in Europa oder Amerika ein Auslandssemester absolviert. An der neuen Universität in Mauritius gibt es hierfür die strikte Regel 1:1, um gleiche Bildungschancen zu gewähren. Denn interkulturelle Erfahrung ist zu einem wichtigen Kriterium geworden, um dem künftigen Arbeitgeber die eigene soziale Kompetenz in einer globalisierten Welt zu beweisen.

Universitätsmodell als Vorbild für den Kontinent

Die „Arican Leadership University“ versteht sich als Vorbild für den afrikanischen Kontinent. Momentan studieren Menschen aus 16 Ländern an der Universität, die 29 verschiedene Sprachen sprechen. Es gibt nicht oft die Möglichkeit eine Universität von Grund auf neu aufzubauen – architektonische und räumliche Entscheidungen genauso mit eingeschlossen wie die Frage nach Personal und Lehrpläne. Dekolonialisierung ist dabei zentrales Ziel für die Arbeit der „African Leadership University“. Dadurch setzt sie neue Standards für die Hochschulen in Afrika genauso wie die Universitätsbildung weltweit.

 

 

Quellen:

https://theconversation.com/what-a-new-university-in-africa-is-doing-to-decolonise-social-sciences-77181

https://www.alueducation.com/

Uganda: Bildungschancen für Frauen und Mädchen

Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo engagiert sich für eine berufliche Bildung für Mädchen in Uganda
Immer mehr Mädchen lernen in den Bildungszentren auch die männertypischen Berufen wie Schweißer oder Metallbauer._©Don Bosco Mondo

Uganda: Bildungschancen für Frauen und Mädchen

In den ländlichen Regionen Ugandas herrschen weiterhin traditionelle Geschlechterrollen vor: Frauen sind Hausfrau und Mutter. Sie werden früh verheiratet – ein Esser weniger in der Familie. Vielen Frauen ist dadurch der Weg zu Bildung und Beruf versperrt, sie werden diskriminiert und ihrer Perspektiven beraubt. Die Chance, sich ein selbständiges Leben aufzubauen oder sich selbst zu verwirklichen, haben sie nicht. Daher engagiert sich unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo im Ort Kamuli. Im Berufsbildungszentrum St. Joseph können junge Frauen und Mädchen dank Stipendien zur Schule gehen und einen Beruf erlernen. Denn Bildung ist der Schlüssel, damit sie sich selbst verwirklichen und sich und ihre Familien finanziell absichern können.

Bildung für eine selbstbestimmte Zukunft

„Als Schneiderin kann ich Geld verdienen und meine Familie unterstützen“, sagt Nafaika stolz. Sie ist die Älteste von sechs Geschwistern. Als ihr Vater starb wurde es immer schwieriger für die Familie, den Alltag zu meistern und die Schulgebühren aufzubringen. Eine weiterführende Schule oder Ausbildung war für Nafaika undenkbar. Sie musste zu Hause bleiben, der Mutter im Haushalt helfen und sich um ihre kleinen Geschwister kümmern. Dann gaben ihr die Salesianer Don Boscos ein Stipendium am Berufsbildungszentrum in Kamuli – und eröffneten Nafaika eine neue Zukunft. Nafaika ist hochmotiviert in die Ausbildung zur Schneiderin gegangen, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie meisterte die Ausbildung so gut, dass sie einen festen Arbeitsplatz am Zentrum bekommen hat. So kann sie ihre Fähigkeiten weiter ausbauen und gleichzeitig Geld verdienen, um ihre Familie zu unterstützen. „Sie ist ein Mädchen voller Freude und Optimismus“, berichtet Ordens-Bruder Njuguna, Leiter des Zentrums, begeistert.

Bildungsarbeit seit über 20 Jahren

1994 haben die Salesianer Don Boscos das St. Joseph Vocational Training Center in Kamuli übernommen und ausgebaut. Das Berufsbildungszentrum ermöglicht jungen Menschen eine Ausbildung für sehr geringe Schulgebühren. In 2009 startete das Förderprogramm für Mädchen. Voraussetzung ist die Herkunft aus armen Verhältnissen und der Abschluss der siebenjährigen Grundschule, die in Uganda kostenfrei ist. Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo ermöglicht jungen, benachteiligten Mädchen eines der wertvollsten Geschenke ihres Lebens: ein Vollstipendium für eine berufliche Ausbildung. Am Berufsbildungszentrum St. Joseph können sie Bürokauffrau, Friseurin, Installateurin, Elektrikerin, Schreinerin oder Caterer werden. Sie werden am Computer geschult und besuchen Kurse, die ihre körperliche, kreative und persönliche Entwicklung fördern. Viel wichtiger ist aber, dass die jungen Frauen selbstbewusst werden und sich den Respekt der Männer erarbeiten. So verändern sie die Wahrnehmung der Frauen im Land.

Unsere Mitgliedsorganisation Don Bosco mondo ermöglicht Unterricht für weiblichen Friseur-Auszubildende._©Don Bosco Mondo

Förderung der Persönlichkeitsentfaltung

Im Zuge der Arbeit setzt Don Bosco Mondo auf ein ganzheitliches Konzept der Pädagogik, denn sneben der Vermittlung fachlicher Fähigkeiten steht vor allem die Persönlichkeitsentwicklung auf dem Stundenplan. „Die Mädchen lernen, zielstrebig zu sein und sich in der Gesellschaft durchzusetzen. Außerschulische Aktivitäten, wie Sportwettkämpfe, dienen dabei der Stärkung des Selbstbewusstseins, dem Umgang mit Konkurrenzsituationen und schulen den Teamgeist“, erklärt Bruder Njunguna. Die Zahl der Stipendiatinnen steigt stetig an. Mit den ersten Fördermitteln konnten bereits 64 Frauen und Mädchen zwischen 16 und 24 Jahren ausgebildet werden.

Mehr zu der Arbeit unserer Mitgliedsorganisation Don Bosco Mondo erfahren Sie HIER.

 

 

©Fotos & Quelle: Don Bosco Mondo e.V.

Weltfrauentag: Flüchtlingsmädchen sind erheblich benachteiligt

08.03.2018 Unsere Mitgliedsorganisation die UNO-Flüchtlingshilfe möchte Flüchtlingsfrauen und -mädchen eine Zukunft geben.
Unsere Mitgliedsorganisation die UNO-Flüchtlingshilfe fördert den Schulbesuch für Flüchtlingsmädchen._©GEMEINSAM FÜR AFRIKA / Buenning

Weltfrauentag: Flüchtlingsmädchen sind erheblich benachteiligt

Zum Weltfrauentag machen das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und unsere Mitgliedsorganisation die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des UNHCR, auf die prekäre Situation der vielen Frauen und Mädchen aufmerksam, die vor Krieg und Gewalt flüchten mussten. Denn, Frauen und Mädchen, die fliehen müssen, sind in Gefahr Opfer von Diskriminierung, Ausbeutung und sexueller Gewalt zu werden. Flüchtlingsfrauen und -mädchen haben nicht selten weniger Möglichkeiten und Ressourcen sich frei zu entfalten, weniger Einfluss und Macht, so dass ihre Zukunftschancen begrenzt sind. Diejenigen, die allein sind, schwanger, älter oder eine Behinderung haben, stehen oftmals vor noch größeren Schwierigkeiten, zurechtzukommen.

Schulen für Mädchen auf der Flucht werden benötigt

Nach UNHCR-Angaben sind Flüchtlingsfrauen und -mädchen vor allem im Bildungsbereich erheblichen Benachteiligungen ausgesetzt. Das betont die im März 2018 veröffentlichte UNHCR-Studie „Her Turn“. Demnach können nur halb so viele Mädchen eine weiterführende Schule besuchen wie Jungen, obwohl sie weltweit die Hälfte der schulpflichtigen Flüchtlinge stellen. Vor allem in Ländern wie Uganda, wo die meisten Flüchtlinge in Afrika Aufnahme gefunden haben, in Kenia und Äthiopien werden dringend zusätzliche Schulen für Mädchen benötigt.

„Zugang zu Bildung ist ein Menschenrecht. Doch für die Millionen Frauen und Mädchen unter der stetig wachsenden Zahl von Flüchtlingen ist sie und noch lange keine Realität“, so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Initiativen für mehr Bildung

Die UNHCR-Studie zeigt auf, dass besonders soziale und kulturelle Konventionen den Schulbesuch von Mädchen verhindern. Jungen werden diesbezüglich bevorzugt. Außerdem sei es für Flüchtlingsfamilien oft nicht möglich, die Kosten für Bücher, Uniformen oder die Fahrt zur Schule aufzubringen. Um Abhilfe zu schaffen, hat der UNHCR Initiativen ins Leben gerufen, damit Flüchtlinge eine Arbeit bekommen: „Wenn Erwachsene einen Job haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit erheblich höher, dass die Kinder in der Schule bleiben können.“

Stöbern, suchen und finden – entdecken Sie unsere neue Infothek

06.03.2018 Unsere neue Infothek ist online. Afrika-relevante Themen aus verschiedenen Bereichen jetzt einfach zugänglich.
Stöbern, suchen und finden – entdecke unsere neue Infothek

Stöbern, suchen und finden – entdecken Sie unsere neue Infothek

06.03.2018 Unsere neue Infothek ist online. Afrika-relevante Themen aus verschiedenen Bereichen jetzt einfach zugänglich.

„Spurensuche Afrika“: Das neue Gruppenspiel von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Vielen Menschen in Deutschland ist nicht bewusst, wie eng ihre Lebenswelt mit der vieler afrikanischer Länder verbunden ist. Das wollen wir ändern.
Gruppenspiel Spurensuche: Foto von den Spielkarten_©Ralf Rebmann

„Spurensuche Afrika“: Das neue Gruppenspiel von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Beginnen wir mit einer Frage.
Für die Herstellung fast aller elektronischer Geräte wird das Erz Coltan verwendet. Aus welchem afrikanischen Land wird ein Großteil des Coltans gewonnen? Wissen Sie es?

Die Antwort auf die Frage ist nur eine von vielen Verbindungen, die uns mit dem afrikanischen Kontinent vernetzen. Doch immer noch ist vielen Menschen in Deutschland nicht bewusst, wie eng ihre Lebenswelt mit der vieler afrikanischer Länder verbunden ist. Das neue Gruppenspiel „Spurensuche“ veranschaulicht diese Verbindungen auf spielerische Art und Weise.

Reise mit Hindernissen

In eindrücklichen Kurzgeschichten reisen die Spieler*innen durch fünf Länder Afrikas und erfahren mehr über die Lebensrealität einiger Menschen vor Ort. Mit jeder Geschichte ziehen die Spieler*innen eine Verbindung zu ihrem eigenen Leben und bekommen wichtige Handlungsoptionen für ihr eigenes Leben an die Hand.

Am Ende einer jeden Geschichte steht eine Frage. Wer die Frage richtig beantwortet, darf eine Bonuskarte auswählen und noch mehr Verbindungen ziehen. Wer die Frage falsch beantwortet, muss einen Umweg gehen. Die richtigen Lösungen ergeben einen geheimen Code.

So schafft es das Spiel auf unterhaltsame Art und Weise wichtige Themen wie Fairtrade, lokale Produktionsbedingungen, Flucht und Migration oder unsere koloniale Vergangenheit anzusprechen.

Ziel des Spiels ist es, so viele Verbindungen wie möglich zu den Menschen und Ländern Afrikas zu finden.

Mitmachen und zehn Tafeln GEPA-Schokolade gewinnen

Die zehn besten Gruppen oder Spieler*innen, die bis Ende März mitmachen, gewinnen jeweils zehn Tafeln leckere Schokolade von GEPA, passend aus dem Sortiment „Taste Fair Africa“.

Wer mitmachen möchte, muss einfach ein Foto von seinem/ihrem Spielposter und folgenden Infos an info@gemeinsam-fuer-afrika.de schicken: Name/Gruppenname, Lösungscode, Anzahl der gefundenen Verbindungen, mögliche Zusatzpunkte und mindestens eine Verbindung die Ihre Stadt/Kommune mit einem afrikanischen Land hat.

Machen Sie mit! Bestellen Sie JETZT Ihr kostenloses Spiel: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spurensuche-gruppenspiel

Sie dürfen das Spiel behalten und müssen es nicht zurückschicken!

GEPA "Taste Fair Afrika" Schokolade_©GEPA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf der didacta 2018

Heute beginnt in Hannover Europas größte Bildungsmesse: Die didacta! Auch wir sind mit dabei!
Steffen Klemmt von Menschen für Menschen und Anna Ueberham von GEMEINSAM FÜR AFRIKA vor dem GfA Stand auf der didacta 2018 in Hannover ©Anna Ueberham/ GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf der didacta 2018

Steffen Klemmt von Menschen für Menschen und Anna Ueberham von GEMEINSAM FÜR AFRIKA vor dem GfA Stand auf der didacta 2018 in Hannover ©Anna Ueberham/ GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Steffen Klemmt von der Organisation Menschen für Menschen und Anna Ueberham von GEMEINSAM FÜR AFRIKA freuen sich auf Ihren Besuch! Sie finden uns in Halle 11, Standnummer: E01

Vom 20. bis zum 24. Februar werden wir von GEMEINSAM FÜR AFRIKA vor Ort auf der didacta sein, um unsere zahlreichen Bildungsmaterialien zu präsentieren.

Kommen Sie an unserem Stand vorbei (Halle 11, Standnummer: E01) und erfahren Sie mehr über unsere Bildungsangebote und wie die praktische Umsetzung des Globalen Lernens im Unterricht gelingen kann. Wir beraten Sie darin, wie Sie interessante und lehrreiche Unterrichtseinheiten zum Thema Afrika gestalten können, die ein differenzierteres und realistisches Bild des afrikanischen Kontinents vermitteln.

Was ist neu? 

In diesem Jahr haben wir tolle neue Produkte, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

NEUE UNTERRICHTSMODULE
Kommen Sie uns besuchen und erfahren Sie mehr über unsere neuen Unterrichtsmodule zu verschiedenen Themen wie Flucht, (Fairer-) Handel, Landwirtschaft und Kolonialismus. Die flexiblen Unterrichtsmodule für Afrika in der Schule umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, sowie ein Role Model das Handlungsoptionen für Schüler*innen aufzeigt und ein Projektbeispiel aus Afrika.

 

Gruppenspiel Spurensuche: Foto von den Spielmaterialien_©Ralf RebmannSPURENSUCHE AFRIKA: DAS GRUPPENSPIEL
Wie heißt das kleinste Land Afrikas und wo findet man die „Big five“?  Gehen Sie mit uns auf Spurensuche und finden Sie heraus, wie stark Ihre Lebenswelt mit der vieler afrikanischer Länder verbunden ist! Wenn Sie auf der didacta sind – kommen Sie vorbei und nehmen Sie sich ein kostenloses Exemplar unseres Gruppenspiels „Spurensuche“ mit. Oder bestellen Sie es einfach online. Jetzt bestellen.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA und das Globale Lernen

Das gesamte Lehr- und Lernangebot von GEMEINSAM FÜR AFRIKA verortet sich in der Pädagogik des Globalen Lernens. Globales Lernen versteht sich selbst als pädagogische Antwort auf die Globalisierung. Ziel des Globalen Lernens ist es, globale Zusammenhänge verständlich zu machen und globale Themen in den Unterricht zu holen. Globales Lernen ist klar werteorientiert und stellt die Frage nach globaler Gerechtigkeit und nach den wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten des Zusammenlebens auf der Erde. Dabei soll ein differenzierter Blick auf globale Zusammenhänge eingenommen werden. Die Schüler*innen erwerben durch das Prinzip „Erkennen – Bewerten – Handeln“ wichtige Kompetenzen, wobei alle Erfahrungsdimensionen der Teilnehmenden angesprochen werden sollen – Kopf, Herz und Hand.

Besuchen Sie uns auf der didacta!

Wir freuen uns auf Sie. Hier finden Sie uns auf der didacta:

Deutsche Messe,
Messegelände,
30521 Hannover

Stand von GEMEINSAM FÜR AFRIKA
Halle 11, Standnummer: E01

DR Kongo: Vergewaltigungskindern helfen, Versöhnung ermöglichen

07.02.2018 In der Demokratischen Republik Kongo engagiert sich unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. für Kinder von Vergewaltigungsopfern.
Rohstoffkonflikt: Kinder in Kanyola (Kongo) erhalten durch ChildFund Deutschland e.V. die Chance auf einen Schulbesuch._©ChildFund Deutschland e.V.

DR Kongo: Vergewaltigungskindern helfen, Versöhnung ermöglichen

Kongos Segen ist auch sein Fluch. Der Rohstoffreichtum ist zum Treibstoff eines Dauerkriegs zwischen Rebellen, Nachbarstaaten und Regierung geworden. Das Land ist verwüstet,die Konflikte um die Rohstoffe toben und es gibt über 5,5 Mio. Tote und Hunderttausende Flüchtlinge. Die Zivilbevölkerung steht zwischen den Fronten; nichts ist vor der Gewalt sicher. Besonders perfide: Alle Seiten setzen Vergewaltigungen als Waffe ein. Die Folgen: Traumatisierte Frauen, zerstörte Familien – und Kinder, die niemand haben will. Im Ort Kanyola setzt sich unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. für diese Vergewaltigungskinder ein. Mit Sicherung von Ernährung und Unterkunft, Integration in die Familien und sozialer Rehabilitation.

Rohstoffreichtum Fluch und Segen zugleich: Schwere Konflikte zerrütten das Land

Trotz reicher Vorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer oder dem für die Halbleiterindustrie wichtigen Erz Coltan gilt die DR Kongo als zweitärmstes Land der Welt. Das Versagen des Staates und der Griff der Nachbarstaaten nach den Schätzen in den östlichen Grenzprovinzen Nord- und Süd-Kivu haben einen Dauerkrieg verursacht, der ganze Landstriche verwüstet und entvölkert hat. Seit 1994 streifen Rebellen in wechselnden Allianzen durch den Dschungel und terrorisieren die Bevölkerung. Wer die Minen kontrolliert, hat Geld und Macht. Menschen gelten da nichts mehr, eine Grausamkeit folgt der nächsten.

„Afrikas Weltkrieg“ hat die meisten Todesopfer seit 1945 gefordert; Dutzende Seiten sind darin verstrickt. Der Terror, mit dem dabei die Bevölkerung überzogen wird, schreckt selbst vor Schulen, Krankenhäusern und Flüchtlingscamps nicht zurück. Zehntausende Frauen, Mädchen und auch Männer wurden vergewaltigt: ob im Gewaltrausch, aus Rache oder zur Zerstörung sozialer Strukturen. Was bleibt, sind Scham, soziale Ächtung und zerstörte Familien. Und Vergewaltigungskinder, deren Zahl keiner kennt. Sie werden verstoßen, leben außerhalb der Gesellschaft, sind nicht registriert und gehen nicht zur Schule.

Kinder brauchen eine echte Chance

In Kanyola, einem Ort nahe Bukavu, der gleich mehrfach Ziel von brutalen Überfällen war, kann unsere Mitgliedsorganisation ChildFund Deutschland e.V. 57 dieser Kinder helfen. Derzeit leben sie unter der Obhut einer mutigen Frau, deren Familie ermordet und die selbst vergewaltigt wurde. Als die Kinder gefunden wurden, waren viele unterernährt oder krank; es fehlte einfach an allem. ChildFund organisierte daraufhin eine erste Soforthilfe bestehend aus Nahrung, Betten, Kleidung, Medikamente und einem Arzt. So konnte zunächst die schlimmste Not gelindert werden. Doch weitere Hilfe ist dringend nötig. Denn die Kinder von Kanyola brauchen viel mehr als ein Bett und genug zu essen. Sie brauchen eine echte Chance.

Gesundheit, Bildung und ein kindgerechtes Umfeld

Für die betroffenen Kinder wird durch ChildFund Deutschland e.V. ein kindgerechtes Umfeld geschaffen. Dazu gehört die Ausstattung der Unterkunft mit Möbeln, Hygienevorrichtungen, Geschirr sowie die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und der Erwerb von Spiel- und Fördermaterialien. Zudem liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung. Die Behandlung von Krankheiten, dringende operative Eingriffe und die Vorsorge durch regelmäßige Untersuchungen gehört genauso zur Versorgung, wie die wichtige psychologische Betreuung der oft traumatisierten Kinder.

Um die Chancen der Kinder in der Gesellschaft zu verbessern, wird außerdem die Bildung gefördert. Hierzu gehört zunächst einmal die offizielle Registrierung der Kinder, die dann einen Schulbesuch möglich macht. Anschließend werden die Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet und mit Schulranzen, Büchern, Heften und Materialien ausgestattet.

Ein weiterer wichtiger Bereich in dem sich ChildFund Deutschland e.V. engagiert, ist die Versöhnung mit den Familien und Dorfbewohnern. Diese soll zur Folge haben, dass die Stigmatisierung der Vergewaltigungskinder überwunden wird. Zudem finden eine psychologisch begleitete Wiedereingliederung der Kinder in die Familien und eine soziale Rehabilitation statt.

 

 

Foto© & Quelle: ChildFund Deutschland e.V.

Nigeria: Schutz und Hilfe für Binnenvertriebene

26.01.2018 Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria. Nothilfekoordinator René Fechner gibt im Interview einen Einblick in die derzeitige Lage.
Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria._© ADRA Deutschland

Nigeria: Schutz und Hilfe für Binnenvertriebene

Selbstmordanschläge, Entführung, Terror – Fundamentalistische Gruppen sorgen für großes Leid in Nigeria und zwingen Menschen zur Flucht. René Fechner, Nothilfekoordinator unserer Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland, spricht im Interview über die Nöte der Betroffenen und wie ADRA sie dabei unterstützt, ihr Leben neu aufzubauen.

Welches Leben führen die Binnenvertriebenen?

Im Nordosten Nigerias befinden sich über 2 Millionen Binnenvertriebene. Größere Städte wie Maiduguri sind von Binnenvertrieben überlaufen, die Mieten sind extrem gestiegen. Vertriebene, die aufs Land fliehen, bauen dort ihre eigenen Hütten. Sie haben sehr wenig Geld, kaum Nahrung, einen schlechten Zugang zu sanitären Anlagen und Hygieneartikeln, Wasser und auch medizinischer Versorgung. Diese Umstände führen bei manchen zu negativen Bewältigungsstrategien.

Welche negativen Strategien sind das?

Manche Erwachsene verzichten auf Mahlzeiten, um sie ihren Kindern zu geben. Andere verkaufen ihren gesamten Viehbestand, um kurzfristig an Geld zu kommen, jedoch verlieren sie damit ihre Lebensgrundlage. Viele Vertriebene sind so hungrig, dass sie sogar Saatgut essen. Junge Frauen unter 18 werden verheiratet, damit die Familien über den Brautpreis an Geld kommen und sie ein Familienmitglied weniger haben, das ernährt werden muss.

Gibt es trotzdem so etwas wie Alltag?

Das Leben geht weiter. Wenn die Vertriebenen länger an einem Ort bleiben, versuchen sie, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken, so etwas wie Alltag zu schaffen. Beispielsweise werden innerhalb von Vertriebenen-Camps Märkte aufgebaut.

Der Krieg ist nicht omnipräsent. Das heißt, es gibt zwar gewaltsame Konflikte, aber sie finden nicht permanent statt. Die Menschen versuchen, sich mit den Umständen zu arrangieren und einen Weg zu finden, mit dem Konflikt umzugehen.

Wo und wie setzt sich ADRA für die Binnenvertriebenen ein?

Der Konflikt findet im Nordosten des Landes statt. ADRA unterstützt hauptsächlich die Vertriebenen im ländlichen Bereich. ADRA versorgt jedoch nicht nur die Vertriebenen, sondern auch Menschen der Aufnahmegesellschaft mit Bargeld. Über Bedarfsanalysen, die gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft erarbeitet werden, wird dann auf die Nöte der Menschen eingegangen. Der Fokus liegt auf Familien, die andere Menschen aufgenommen haben, auf alleinstehende Frauen mit Kindern, auf Waisenkindern und auf älteren Menschen. Wichtig ist hierbei, Konflikte zu vermeiden. Das Gespräch mit Leuten, die als nicht bedürftig eingestuft werden, ist für ein friedliches Zusammenleben unabdingbar.

Wieso hilft ADRA vor Ort mit der Ausgabe von Bargeld?

Im Nordosten Nigerias funktionieren trotz des Konflikts viele Märkte, sprich, es gibt Güter auf dem Markt. Die Ausgabe von Bargeld, also CASH, hat den Vorteil, dass sich die Betroffenen speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet versorgen können und außerdem dadurch die Märkte am Laufen halten. Die Menschen kaufen sich von dem Geld hauptsächlich Nahrung und Hygieneartikel. Die Höhe des Geldes ist nach den lokalen Standards berechnet und wird einmal im Monat an die Betroffenen ausgezahlt. Es muss gewährleistet sein, dass die Empfänger sich von dem Geld täglich ausreichend ernähren können. Der entsprechende Betrag richtet sich danach, wie viele Mitglieder zu einer Familie gehören.

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland unterstützt Binnenvertriebene in Nigeria._© ADRA Deutschland

Welche Gefahren birgt die Vergabe von Bargeld für die Empfänger, aber auch für lokalen ADRA-Mitarbeiter?

Für die Begünstigten besteht das Risiko, nach der Bargeldausgabe auf dem Weg nach Hause überfallen und ausgeraubt zu werden. Deshalb ist es bei solchen Verteilungen wichtig, alle beteiligten Akteure miteinzubeziehen und zu sensibilisieren. In diesem Fall sind dies vor allem die Dorfgemeinschaft sowie der Dorfälteste.

Die Mitarbeiter müssen ebenso sensibilisiert werden. Beispielsweise tragen sie stets ein Satellitentelefon mit sich, damit sie regelmäßig Bescheid geben können, wo sie sich gerade befinden und ob es ihnen gut geht. Außerdem erhalten sie Trainings in denen sie mitunter lernen, wie sie sich im Fall einer Entführung verhalten müssen.

Wie wird sich ADRA weiterhin für die Binnenvertriebenen im Nordosten des Landes einsetzen?

Das Wichtigste ist, dass die Betroffenen neue Strategien finden und entwickeln, um ihr Leben neu aufzubauen. Viele der Vertriebenen haben früher in der Landwirtschaft gearbeitet, durch die Flucht haben sie alles verloren. ADRA führt die Menschen zurück in die Landwirtschaft, indem sie dabei unterstützt werden, wieder ein kleines Stück Land zu erhalten. Ein weiterer Schritt ist die Ausgabe von Dünger, Saatgut und Wasserpumpen für die Trockenzeit. So kann das neu erhaltene Land bestellt und durch den Ertrag Einkommen generiert werden.

 

Unsere Mitgliedsorganisation ADRA Deutschland ist zudem in weiteren Ländern und Projekten in Afrika tätig. Im Südsudan wird beispielsweise die Ernährungsunsicherheit von Binnenvertriebenen bekämpft.

 

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

 

Fotos: ADRA Deutschland e.V.

Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

22.01.2018 Projekt von Kinderrechte Afrika e.V. zur Verbesserung des Schutzes gegen Kindesmissbrauch und Kinderhandel startet in Benin.
Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. schult Peer Educators in Benin._© Kinderrechte Afrika e.V.

Benin: Schutz vor sexueller Gewalt und Kinderhandel

Seit vielen Jahren setzt sich unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. für Kinder in Not ein. Dabei werden vor allem Kinder in West- und Zentralafrika unterstützt, die Opfer von Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel oder sexuellem Missbrauch wurden. Auch Kinder in Gefängnissen und Polizeigewahrsam, diskriminierte Kinder – sogenannte „Hexenkinder“ – sowie Kinder mit Behinderungen werden von unserer Mitgliedsorganisation und deren lokalen Partner unterstützt. Im westafrikanischen Benin startet nun ein weiteres Projekt, das vor allem die Stärkung der Familien und lokalen Institutionen vorsieht, um einen verbesserten Schutz gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und jegliche Form des Kinderhandels zu erreichen.

Missbrauch und sexuelle Belästigung enttabuisieren

In Benin wurde in den letzten Jahren der rechtliche Rahmen zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt gestärkt. Kinderrechte Afrika e.V. unterstützte diese Entwicklung in den vergangenen Jahren durch die Erarbeitung und Verbreitung eines Verhaltenskodexes an Schulen. Durch verschiedene Sensibilisierungsaktionen konnte in der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die Gefahren und den Schutz vor Missbrauch geschärft werden, sodass das Thema immer weniger ein Tabu-Thema ist und sexuelle Belästigung sowie – Übergriffe immer häufiger gemeldet und angezeigt werden.

Projekt schützt Kinder in Grenzregion

Trotz der großen Fortschritte erfahren weiterhin viele Kinder, vor allem Mädchen, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Zwangsheirat und Kinderhandel zur wirtschaftlichen oder sexuellen Ausbeutung. Im beninischen Departement Ouémé, einer Grenzregion zu Nigeria, ist der transnationale Kinderhandel besonders verbreitet. Hier werden Kinderrechte Afrika e.V. und der lokale Partner CIPCRE-Benin in den kommenden Jahren eine gezielte Projektarbeit durchführen, um jegliche Formen sexueller Gewalt und des Kinderhandels einzudämmen.

Hilfe für mehr als 250.000 Jungen und Mädchen

Da sexuelle Gewalt in Benin in und um Schulen und Ausbildungsstätten besonders verbreitet ist, legt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Schüler*innen und Auszubildenden. Dabei liegt ein Fokus auf der gezielten Schulung von sogenannten „Peer Educators“ im Ausbildungsbereich. „Peer Educators sind Jugendliche, die bereits Leitungsrollen in Schul-AGs oder Vereinen übernehmen und mit ihren Mitschüler*innen über den Schutz vor sexueller Gewalt sprechen. Die Peer Educators können somit sehr viele Kinder und Jugendliche aufklären. Diese erhalten damit die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen über Sexualität, Gesundheit, ihre Rechte und Schutzmechanismen auszutauschen. Dabei können sie ihre Gedanken und Befürchtungen meist offener teilen, als im Austausch mit Erwachsenen“, so Luise Hoffmann von Kinderrechte Afrika e.V..

Im Zuge der Projektarbeit wird darüber hinaus die Gründung von Kinderschutzkommitees oder auch die Einführung eines Verhaltenskodexes zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Bildungseinrichtungen in Süd- und Zentral-Benin realisiert. Zudem unterstützt das Projekt die Kommunen bei der Umsetzung der nationalen Kinderschutzpolitik und betreut hunderte Kinder, die als besonders gefährdet gelten oder in mittelosen Familien leben. Mit den genannten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren mehr als 250.000 Jungen und Mädchen erreicht werden.

Konkrete Projektziele bis Ende 2020

Bis Ende Oktober 2020 werden unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. sowie der lokale Partner CIPCRE-Benin daran arbeiten, folgende Ziele zu erreichen:

  • Kinder und insbesondere Mädchen im Projektgebiet finden im Schul- und Ausbildungsbereich zunehmend ein Umfeld vor, das sie vor sexueller Gewalt sowie Kinderhandel schützt.
  • Kinder, insbesondere Mädchen, in sechs Kernkommunen kennen ihre Rechte und Pflichten, sind in Bezug auf Sexualität und Familienplanung aufgeklärt, sind sich der Risiken, denen sie ausgesetzt sind, bewusst und die am stärksten gefährdeten Kinder erhalten geeignete Schutzmaßnahmen.
  • Ein Verhaltenskodex zur Bekämpfung sexueller Gewalt wird an den Bildungseinrichtungen Süd- und Zentral-Benins eingeführt und die staatlichen Akteure arbeiten wirksam zum Schutz des Kindeswohls zusammen.

 

 

Foto: © Elisabeth Munsch für Kinderrechte Afrika e.V.

Obstkörbe für sauberes Trinkwasser

15.01.2018 fruiton liefert Obstkörbe ins Büro oder in die Kita, und unterstützt so gleichzeitig den Zugang zu sauberem Trinkwasser in afrikanischen Ländern.
fruiton engagiert sich für GEMEINSAM FÜR AFRIKA._© GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Obstkörbe für sauberes Trinkwasser

Wer sich frisches Obst ins Büro, in die Schule oder in die Kita liefern lassen möchte, um eine gesundheitsbewusste und vitaminreiche Ernährung bei sich selbst und bei seinen Mitmenschen zu fördern, denkt vermutlich direkt an fruiton. Das Unternehmen liefert bereits seit 2005 saisonale Früchte von regionalen Erzeugern an Obstliebhaber*innen und solche die es werden möchten. Seit einigen Jahren unterstützt fruiton auch GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Mit der Aktion „1 Obstkorb = 100l Wasser“ werden die Trinkwasserprojekte unserer Mitgliedsorganisationen gefördert und ausgebaut. Dabei gilt, pro verkauftem 6kg Obstkorb werden 100l Trinkwasser in Afrika aufbereitet. So kamen im vergangenen Jahr durch das Engagement der einzelnen Niederlassungen von fruiton in München, Berlin und Köln mehr als 26.000 Euro Spenden zusammen.

fruiton unterstützt GEMEINSAM FÜR AFRIKA und fördert somit Trinkwasserprojekte

Engagement für sauberes Trinkwasser

fruiton und GEMEINSAM FÜR AFRIKA wissen, Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins und seit 2010 gibt es sogar das Menschenrecht auf Wasser – doch weltweit haben immer noch Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang dazu. Unsere Mitgliedsorganisationen setzen sich daher in vielen unterschiedlichen Projekten dafür ein, Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Durch die Unterstützung von fruiton kann beispielsweise die Fassung von Quellen und der Bau von Pumpbrunnen oder sogar von ganzen Wasserversorgungssystemen für Dörfer oder Kleinstädte gefördert werden.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei fruiton ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung!

 

 

Fotos: fruiton & GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

CrispyRob und Manniac sammeln Spenden

09.01.2018 Die YouTuber CrispyRob und Manniac teilen ihre Eindrücke aus Sambia, ihre Communities solidarisieren sich und spenden für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen.
Die YouTuber CrispyRob & Manniac starten Spendenaktion für GEMEINSAM FÜR AFRIKA._© CrispyRob & Manniac

CrispyRob und Manniac sammeln Spenden

Zusammen mit fünf YouTuber*innen reisten wir im vergangenen November nach Sambia, um vor Ort Projekte unserer Mitgliedsorganisationen zu besuchen und die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) bekannter zu machen. Wieder zu Hause angekommen, teilten die YouTuber*innen ihre Eindrücke von Land, Menschen und Projekten in Video-Dokumentationen mit ihren Zuschauer*innen. Was folgte war eine außergewöhnliche Solidarität mit der Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen und den betroffenen Menschen vor Ort. Bereits Anfang Dezember starteten die YouTuberinnen Ischtar Isik und einfach inka großartige Spendenaktionen. Mitte Dezember veröffentlichten dann auch die YouTuber CrispyRob und Manniac ihre Videos und riefen zur Unterstützung der Projekte auf.

„Server down“ wegen beeindruckender Solidarität

Am Abend der Veröffentlichung der Video-Dokumentation von CrispyRob, der normalerweise seine Zuschauer*innen mit Videos zum Thema Essen, Lifestyle oder „Pranks“ unterhält, konnte unser Server der hohen Belastung nicht mehr standhalten und war kurzzeitig nicht mehr erreichbar. Tausende Zuschauer*innen unterstützen an diesem Abend und in den Folgetagen GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer Spende. In kürzester Zeit wurden Tausende Kommentare unter das Video geschrieben und mehr als 16.000 Euro für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen gespendet. Zwischenzeitlich lag der Spendenstand sogar weit über 200.000 Euro. Leider stellte sich jedoch heraus, dass sich einige Wenige einen Spaß erlaubt hatten und sogenannte „Fake-Spenden“ abgaben. Der Spendenstand wurde mittlerweile korrigiert.

 

Animationen für die gute Sache

Auch der Animator und Comedian Manniac, der uns ebenfalls nach Sambia begleitet hatte, veröffentlichte kurz vor Weihnachten seine Video-Dokumentation zur Reise. Dabei stechen besonderes die liebevoll gestalteten Erklär-Animationen und Illustrationen hervor. Auch die Zuschauer*innen von Manniac erkannten die Wichtigkeit der Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen und unterstützen aktuell unsere Projekte über eine gemeinsame Spendenaktion.

 

Unterstützung kommt Hilfsprojekten zu Gute

Durch das großartige Engagement der YouTuber*innen und der hohen Anteilnahme ihrer Communities, werden Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, gestärkt und ausgebaut.

Die YouTuber CrispyRob und Manniac sammeln für die Hilfsprojekte von GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

 

Hier könnt ihr die Aktionen der YouTuber*innen unterstützen oder sogar ganz eigene Spendenaktionen starten.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA dankt allen Spenderinnen und Spendern und den YouTuber*innen für die wertvolle Unterstützung!

 

Fotos: CrispyRob & Manniac

YouTuber*innen starten beeindruckende Spendenaktion

13.12.2017 YouTuber*innen starten Spendenaktionen für die Hilfsprojekte von GEMEINSAM FÜR AFRIKA - ihre Zuschauer*innen überwältigen uns!
Die YouTuberinnen Ischtar Isik & Einfach Inka starten Spendenaktionen zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

YouTuber*innen starten beeindruckende Spendenaktion

Im November 2017 waren wir mit fünf YouTuber*innen in Sambia. Wir besuchten Projekte unserer Mitgliedsorganisationen und informierten über die nachhaltigen Entwicklungsziele, die durch die Arbeit vor Ort erreicht werden. Ischtar Isik und einfach inka, zwei der YouTuber*innen, die uns auf der Reise begleitet hatten, veröffentlichten Anfang Dezember Video-Dokumentationen zu unserer Sambia-Reise auf ihren YouTube-Kanälen, in denen sie eindringlich über die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen berichteten (Ischtars Video und Inkas Video). Im Anschluss überwältigten uns ihre Zuschauer*innen mit einem großartigen Engagement.

Spendenaktion zugunsten unserer Hilfsprojekte

Im Anschluss ihrer Video-Dokumentationen zur Reise riefen die beiden YouTuber*innen zur Unterstützung unserer Projekte auf. Mit einer überwältigenden Anteilnahme solidarisierten sich unzählige Zuschauer*innen mit der Aktion und unterstützten GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer gemeinsamen Spendenaktion, die von den YouTuber*innen hier auf unserer Bündnis-Webseite initiiert wurde. Bis Mitte Dezember kamen so bereits mehr als 13.000 Euro für die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen zusammen.

Die YouTuberinnen Ischtar Isik & Einfach Inka starten Spendenaktionen zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Durch dieses großartige Engagement werden unsere Mitgliedsorganisationen gestärkt, um für die notleidenden Menschen in den aktuellen Hungergebieten in Somalia, Nigeria, Kenia, Äthiopien, dem Tschad sowie dem Südsudan Nothilfe zu leisten. Aber auch, um langfristig angelegte Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, fortzuführen und auszuweiten.

Hier könnt ihr die Aktionen der YouTuber*innen unterstützen oder sogar ganz eigene Spendenaktionen starten.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern für die wertvolle Unterstützung!

 

 

Fotos: einfach inka & Ischtar Isik

Run for help: Gesamtschule Niederaula mit großartiger Spendenaktion

01.12.2017 9000 Euro für notleidende Menschen - Die Gesamtschule Niederaula in Hessen unterstützt unser Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer großartigen Spendenaktion.
Gesamtschule Niederaula startet den "Run for help" zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Run for help: Gesamtschule Niederaula mit großartiger Spendenaktion

Am 27. November fand in der Großsporthalle der Gesamtschule Niederaula im Beisein von mehr als 700 engagierten Schüler*innen eine große Spendenübergabe zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA statt. Im September hatte die Schule aus dem nordöstlichen Hessen einen beeindruckenden Sponsorenlauf sowie im November ein Benefiz-Gospelkonzert organisiert. Stefan Ewers, Vorstandsmitglied des GEMEINSAM FÜR AFRIKA e.V. durfte nun bei einer feierlichen Zeremonie eine Gesamtspende von 9000 Euro entgegennehmen. „Solch eine Spendenaktion ist beeindruckend. Dass so viele Schülerinnen und Schüler sich für notleidende Menschen auf dem afrikanischen Kontinent einsetzen, Aufmerksamkeit für die Not erzeugen und gleichzeitig Hoffnung für mehr Solidarität schenken, ist Inspiration für uns alle. GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich für dieses großartige Engagement.“, so Stefan Ewers.

„Nicht den Blick für andere verlieren“

Die Gesamtschule Niederaula (GSN) handelt nach dem Leitbild: Gemeinsam gestalten, sozialverträglich miteinander umgehen und nachhaltig lernen. Vor diesem Hintergrund engagieren sich Lehrer*innen und Schüler*innen seit Jahren mit den unterschiedlichsten Projekten für eine gerechtere Welt. In diesem Jahr feierte die Gesamtschule ihren 40. Geburtstag. Dieses runde Jubiläum sollte mit ganz besonderen und vielfältigen Aktionen einhergehen. So schmiedete man den Plan einer Projektwoche, einem Schulfest und natürlich einer offiziellen Feierstunde. In dem Bewusstsein, dass es vielen Menschen auf unserem Planeten deutlich schlechter geht, wollte sich die GSN im Rahmen ihres Jubiläums erneut für andere Menschen einsetzen. So startete die Fachschaft Sport, die bereits in der Vergangenheit 5 Sponsorenläufe durchführte, auch in diesem Jahr ihren bekannten „Run for help“, denn „Schule ist mehr als alltägliches, gemeinsames Lernen. Schule verbindet, Schule wird gelebt. Neben den fachlichen Inhalten sollen unsere Schülerinnen und Schüler ebenfalls lernen, angemessen miteinander umzugehen und nicht den Blick für andere zu verlieren.“ – Gesamtschule Niederaula.

Gesamtschule Niederaula: Spendenaktion für GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Sponsorenlauf „Run for Help“ und Aktionstag

Am 29. September startete der „Run for help“. In der Vergangenheit wurde dieser noch im heimischen Fuldatal auf Radwegen durchgeführt. Mittelwelle laufen die Schüler*innen jedoch auf einem Rundkurs mit ca. 600 Metern Länge am Schulgelände. So ist es den Organisatoren nun auch möglich, die jungen Läuferinnen und Läufer mit Musik und Verpflegung zu unterstützen. Der diesjährige „Run for help“ sollte zudem nur ein Teil eines größeren Aktionstags zum Thema „Armut in Afrika“ sein. So wurden darüber hinaus Filme zum Thema gezeigt und Schulmaterialen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA integriert sowie Workshops mit unserer Referentin Christiane Schwittek durchgeführt.

Doch im Mittelpunkt sollte an diesem Tag natürlich die Laufstrecke stehe. Fast alle der 715 Schüler*innen der Gesamtschule versammelten sich am Startgelände, um anschließend in drei Zeitblöcken auf die Laufstrecke zu gehen. Im Vorfeld des Laufes hatten sich die Schüler*innen jedoch noch Sponsoren für ihren Lauf gesucht. Die Geldgeber waren dabei vor allem Eltern, Großeltern und Freunde, die mit ihrer finanziellen Unterstützung jede einzelne Runde der engagierten Schüler*innen finanzierten. So kamen allein durch die geleistete Rundenanzahl mehr als 7000 Euro an Spenden zusammen.

Gesamtschule Niederaula startet den "Run for help" zugunsten von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Gospelkonzert

Doch mit dem Sponsorenlauf sollte die diesjährige Spendenaktion der GSN noch nicht ihr Ende gefunden haben. So fand am 12. November das von der Schule organisierte Gospelkonzert des Chores „Inspiration“ in der evangelischen Kirche in Niederaula statt. Etwa 250 Gäste erfreuten dabei sich an den Liedern des Chores, die unter dem Motto „Music for Joy and Inspiration“ standen. Auch im Rahmen des Konzertes wurden Spenden für GEMEINSAM FÜR AFRIKA gesammelt.

Spendenübergabe und Ehrung für die Läufer*innen

Am Montag, dem 27. November, fanden sich schließlich alle fleißigen Spendersammler*innen, Organisatoren sowie die gesamte Lehrerschaft in der Großsporthalle der Schule zusammen. Jochen Schäfer, Schulleiter der Gesamtschule Niederaula, führte die Anwesenden mit einem Rückblick durch das Jubiläumsjahr der Schule und ließ die spannenden Veranstaltungen der vergangenen Monate nochmals Revue passieren. Außerdem erhielten die Schüler*innen, die im Rahmen des „Run for help“ die meisten Runden gelaufen waren, ein Dankeschön in Form einer Urkunde, einem T-Shirt und einem Gutschein. Auch die Klassen mit der durchschnittlich größten Rundenzahl wurden mit einer Urkunde sowie einem Gutschein für ein gemeinsames Frühstück ausgezeichnet.

Im Anschluss berichtete Stefan Ewers mit einer Präsentation und eindrucksvollen Bildern von seiner letzten Reise nach Ghana. Doch der Höhepunkt der Veranstaltung sollte dann die Übergabe der großartigen Spende werden. Unter großem Beifall übergaben Schuleiter Jochen Schäfer und Helmut Hopf, Organisator und Sportlehrer der Gesamtschule Niederaula, die insgesamt 9000 € aus dem „Run for help“ und dem Gospelkonzert an GEMEINSAM FÜR AFRIKA.

Gesamtschule Niederaula: Spendenübergabe an GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Mit dieser großzügigen Spende werden die Möglichkeiten unserer Mitgliedsorganisationen gestärkt, um für die notleidenden Menschen in den aktuellen Hungergebieten in Somalia, Nigeria, Kenia, Äthiopien, dem Tschad sowie dem Südsudan Nothilfe zu leisten. Aber auch, um langfristig angelegte Projekte, die die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessern, fortzuführen und auszuweiten.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA bedankt sich bei allen Beteiligten für ihr außergewöhnliches Engagement!

 

> Startet eine eigene Spendenaktion oder Schulaktion!

 

Fotos: Gesamtschule Niederaula

Sambia-Reise: Brunnenprojekt und Ernährungssicherheit

28.11.2017 An den letzten beiden Tagen unserer Sambia-Reise besuchten wir zusammen mit den YouTuber*innen Projekte zur Ernährungssicherheit und Trinkwasserversorgung.
Sambia-Reise: Brunnenprojekt in Mukuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Brunnenprojekt und Ernährungssicherheit

Am 5. und 6. Tag unserer Sambia-Reise mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv führte unser Weg weiter in Richtung Livingstone. Halt machten wir zunächst in Kalomo, um ein Projekt zur Bekämpfung von Mangelernährung unserer Mitgliedsorganisation CARE zu besuchen. Später führte uns unsere Reise ins kleine Dorf Mukuni. Dort wollten wir ein aktuelles Brunnenprojekt zur Trinkwasserversorgung unserer Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care anschauen und uns erneut darüber informieren, welche der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt werden.

Unter- und Mangelernährung vielfältig entgegenwirken

24.11. Kalomo –  Am frühen Morgen setzte sich unser 16-Sitzer-Bus erneut in Bewegung, um von Choma in Richtung Kalomo aufzubrechen. In der umliegenden Region des kleinen Städtchens führt unsere Mitgliedsorganisation CARE in Kooperation mit der sambischen Regierung ein Projekt zur Verbesserung der Ernährungssituation von Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern durch. Grund hierfür ist, dass trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Sambias in den vergangenen Jahren insbesondere in ländlichen Regionen die Unter- und Mangelernährung bei Kleinkindern und schwangeren Frauen noch immer ein gravierendes Problem ist.

Ziel des Projektes ist es, der Unter- und Mangelernährung durch den gezielten Aufbau von Kompetenzen und Wissen, die Förderung des Anbaus, der Zubereitung und der Zufuhr vielfältiger Nahrung entgegenzuwirken sowie die Ernährungssituation multisektoral durch die Verknüpfung von nachhaltiger Landwirtschaft, Gesundheit und WASH (WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) zu verbessern. Dies geschieht zum einen über eine enge Zusammenarbeit mit dem „Programme Against Malnutrition“ (PAM) und den zuständigen sambischen Ministerien. Dabei schult CARE staatliche Gesundheitshelfer sowie Freiwillige in den Gemeinden in gesunden Ernährungspraktiken und Hygieneinfrastruktur, um anschließend Ernährungs- und Hygieneberatung sowie Sensibilisierungskampagnen in den Gemeinden durchzuführen. Zum anderen werden auf Gemeinde- und Haushaltseben gezielte Trainingsmaßnahmen zu klimagerechter Landwirtschaft, angepasste Anbaumethoden (z.B. „home gardens“) und Bewässerungssysteme, Viehzucht, Nahrungsverarbeitung sowie diversifizierter Ernährung durchgeführt, um positive Verhaltens- und Ernährungsänderungen zu bewirken.

Angebaut werden beispielsweise Tomaten, Kohl, Rettich, Okra oder Kürbis und Süßkartoffeln. Beliebte Obstbäume sind unter anderem Mango-, Orangen-, oder Guavenbäume. Auf künstliche Düngemittel und Pestizide wird weitgehend verzichtet, weil sie der Umwelt schaden und teuer sind. Außerdem erhalten mehrere Familien Ziegen. Bekommen die Ziegen Junge, werden diese an andere Familien weitergegeben.

Im Zuge der nationalen Woche der Kindergesundheit hat die sambische Regierung mit Unterstützung von CARE mittlerweile mehrere Gesundheitsposten eingerichtet, an denen das Wachstum der Kinder in der Gegend um Choma und Kalomo überwacht wird (siehe Bild).

Sambia-Reise: Unter- und Mangelernährung bekämpfen. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Die Reisegruppe besuchte einen dieser Gesundheitsposten im abgelegenen Dorf Sipatunyana. Zusammen mit drei CARE-Mitarbeitern – Eddie, Chad und Mweemba – machten wir uns in einem kleinen Pick-Up auf die Fahrt hinaus aufs Land. In Sipatunyana angekommen fanden wir sehr viele Frauen mit ihren Kindern vor. Hier werden das Gewicht, das Alter und der Armumfang der Kinder mit einem speziellen sogenannten MUAC-Messband aufgenommen und dokumentiert. Auch unabhängig von der nationalen Gesundheitswoche für Kinder werden diese Daten in der gesamten Region monatlich aufgezeichnet, um die Entwicklung des Ernährungszustands über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Auf diese Weise werden die Regionen identifiziert, in denen der Prozentsatz der Unterernährung besonders hoch ist. Dort werden dann die landwirtschaftlichen Aktivitäten im besonderen Maße unterstützt. Zusätzlich werden die Kinder an den Gesundheitsposten mit Vitamin A versorgt und erhalten Tabletten zur Entwurmung – einem häufigen Problem in der Region, das die Aufnahme von Nährstoffen stark einschränkt. Zudem werden hier Impfungen überprüft und bei Bedarf aufgefrischt. Alle Kinder haben eine Gesundheitskarte, in der alle Impfungen und anderen Behandlungen aufgeschrieben werden. Aktuell werden mit den genannten Maßnahmen mehr als 3.500 unterernährte Kinder erreicht.

Das besuchte Projekt „Ernährungssicherheit für Frauen und Kleinkinder“ unserer Mitgliedsorganisation CARE trägt dazu bei, das Ziel Nr. 2 (kein Hunger) und das Ziel Nr. 3 (Gesundheit & Wohlergehen) der SDGs zu unterstützen!

Nach den vielen Eindrücken in Kalomo und der Erkenntnis, dass die Bekämpfung von Hunger langfristig möglich ist, machten wir uns zusammen mit den YouTuber*innen auf in Richtung Livingstone. Dort sollte am folgenden Tag bereits der nächste Projektbesuch auf uns warten. Unsere Mitgliedsorganisation, das Kinderhilfswerk Global-Care hatte uns dazu eingeladen, in das Dorf Mukuni in der Nähe von Livingstone zu kommen. Dort hat Global-Care in Kooperation mit dem BMZ das aktuellste Brunnenprojekt für eine saubere Trinkwasserversorgung realisiert.

Wasser ist Leben – Mehr als 20.000 Menschen profitieren von Brunnenprojekt

25.11. Mukuni – Früh am Morgen holten uns Kirk und Joseph vom Kinderhilfswerk Global-Care in unserem Hotel ab und fuhren zusammen mit uns ins Dorf Mukuni, etwas außerhalb von Livingstone, ganz im Süden Sambias, fast an der Grenze zu Simbabwe.

Auf dem Weg nach Mukuni machten wir einen kurzen Stopp an dem Fluss, an dem die Menschen in der Umgebung früher Wasser geholt haben. Wir sind entsetzt, das Flusswasser sieht sehr unappetitlich aus, schlammig und voller Algen. Hier trinken auch die Nutztiere und Wildtiere, sogar Elefanten kommen hierher. Danach geht es weiter nach Mukuni. Auf der Fahrt wird uns bewusst, welch lange Strecke – mehr als 4 Kilometer – die Dorfbewohner in der Vergangenheit zum Wasserholen zurücklegen mussten. In Mukuni angekommen, wurde uns zuerst der neue Brunnen vorgeführt. Die Wasserstelle ist eingezäunt, damit Tiere nicht zu nah herankommen und verschmutzen können. Um das Wasser zum Fließen zu bekommen, muss gepumpt werden. Damit die Gummis der Pumpe nicht so schnell kaputtgehen, müssen regelmäßig Ruhezeiten eingehalten werden. Deshalb ist die Pumpe täglich von 5:30 – 11 Uhr und von 13 – 18 Uhr geöffnet.

Jede Familie bezahlt pro Monat 2 Kwacha, das sind umgerechnet 0,18 Euro. Ein Wasserkomitee ist für das Einsammeln der Beiträge und die Instandhaltung der Pumpe und des Brunnens zuständig. Das Komitee hat drei Vorsitzende, die auch für das verschließen des Brunnens zu den Ruhezeiten verantwortlich sind. Um die Instandhaltung zu erleichtern, wurden in Sambia überall die gleichen Pumpen installiert, so dass die Ersatzteile leicht zu bekommen sind.

Hier in Mukuni wurde für den Brunnen 70 Meter tief gebohrt, die Wasserpumpe reicht 45 Meter tief. Pumpen, die tiefer gehen, sind schwer zu bedienen. In dieser Gegend Sambias, einem Ausläufer der Kalahari-Region, ist es sehr trocken und nicht einfach Brunnen zu bohren, die langfristig erhalten werden können, da sie schnell versanden oder das Wasser salzig ist. Insgesamt kostet eine Brunnenbohrung mit der Installation der Pumpe 5.000 – 6.000 Euro. Dazu kommen dann noch Workshops zur Instandhaltung und Hygiene sowie der Sanitärversorgung. Momentan sind dreiviertel der Dorfbewohner von dem einen Brunnen abhängig, das sind 1883 Menschen. Viele Dorfbewohner*innen müssen jedoch auch aktuell noch das Wasser weit nach Hause tragen. Ein weiterer Brunnen wird daher dringend benötigt. Insgesamt hat Global-Care im Rahmen des Brunnenprojekts in Kooperation mit dem BMZ 41 Brunnen mit Handpumpe in 41 Dörfern installiert. Jeder Brunnen kann mindestens 10 Liter Wasser pro Person am Tag das ganze Jahr fördern. Das Wasser hat eine gute Qualität und steht für ca. 20.500 Menschen zur Verfügung.

Sambia-Reise: Brunnenprojekt in Mukuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Der Lebensstandard vieler Menschen in den Projektgebieten hat sich deutlich erhöht. Sauberes Wasser steht in ausreichender Menge zur Verfügung und die persönliche Hygiene wurde verbessert. Laut den Aussagen der Dorfältesten haben Magen- und Darmerkrankungen speziell bei Kindern bereits drastisch abgenommen. Besonders für Frauen und Kinder hat der reduzierte Zeitaufwand, der zur Wasserversorgung aufgewendet werden musste, für mehr Lebensqualität gesorgt. Die Zeitersparnis fördert die Chancen der Kinder zum Schulbesuch. Der Anbau von Agrarprodukten konnte verbessert werden. Für kleinere Gärten tragen die Brunnen zur Bewässerung bei.

Beindruckt von diesen Fortschritten in der Wasserversorgung wir anschließend mit einigen Familien im Dorf in einen intensiven Austausch gehen. Wir wurden auf ihre Grundstücke eingeladen und die Menschen zeigten uns ihre Häuser. Viele von ihnen betreiben kleine Werkstätten, in der sie Alltagsgegenstände oder Kunsthandwerk anfertigen. Da die Gegend hier sehr trocken ist, wird vergleichsweise wenig Landwirtschaft betrieben. Die meisten Dorfbewohner leben von ihrem Kunsthandwerk. Auf einem nahe gelegenen Markt verkaufen sie ihre Produkte – wie zum Beispiel Schnitzereien, Schmuck und aus Draht gefertigte Spielzeuge.

Nach den Gesprächen mit den Menschen vor Ort, besuchten wir noch ein neues Ausbildungszentrum im Ort. Aktuell wird hier ein Computerraum eingerichtet und es sollen Werkstätten für eine berufliche Ausbildung und Lehrerwohnungen entstehen. Lehrerwohnungen sind daher wichtig, weil der öffentliche Transport in abgelegene Gegenden wie Mukuni sehr beschwerlich ist.

Das besuchte „Brunnenprojekt“ unserer Mitgliedsorganisation, dem Kinderhilfswerk Global-Care, trägt dazu bei, das Ziel Nr. 6 (sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen) der SDGs zu unterstützen!

Hier in Mukuni sollte an diesem Tag auch unsere Projektreise zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv zu Ende gehen. Die Eindrücke und Erkenntnisse in den vergangenen Tagen waren uns allen anzumerken. In unseren Köpfen überlegten wir uns bereits, wie wir all diese Erfahrungen zu den Projekten und den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) mit den Menschen in Deutschland teilen könnten. Unsere Projekt- und Reiseberichte in den vergangenen Tagen sollten nur ein Anfang gewesen sein:

  • Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen ausführliche Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite alle Ereignisse nochmals auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

24.11.2017 In der Nähe der sambischen Stadt Choma besuchen wir mit den YouTuber*innen ein Projekt der Kindernothilfe zur Armutsreduzierung.
Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

Nach dem gestrigen Besuch der „Radioschule“, führte uns unser Weg am 4. Tag unserer Sambia-Reise mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv in die Nähe von Choma. Dort besuchten wir das Projekt „Armutsreduzierung durch die Gründung von Selbsthilfegruppen“ unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe. Wir wollten uns ein Bild von der Arbeit machen und schauen, welches der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt wird.

Hunderte Frauen verwirklichen sich und finden den Weg aus der Armut

23.11. Choma – Noch sehr überwältigt von den bisherigen Projekten, die wir und die YouTuber*innen im Laufe der vergangenen Tage besucht hatten, machten wir uns am frühen Donnerstagmorgen auf in Richtung Choma. In der Nähe der Kleinstadt mit ca. 46.000 Einwohnern in der Südprovinz Sambias, sollte erneut ein beeindruckendes Projekt auf uns warten. Vor Ort angekommen, wurden wir von einer Gruppe Frauen herzlichen begrüßt. Von einer Gruppe Frauen, die über eine selbstorganisierte Gemeinschaft den Weg aus der Armut gefunden hat. Über die Gründung von sogenannten Selbsthilfegruppen, die von der Kindernothilfe unterstützt werden, finden die Frauen und ihre Kinder den Ausweg aus der bitteren Armut und erlangen zugleich eine sinnstiftende Perspektive für die Zukunft. Aber nun noch einmal ganz von vorn:

Die Grundidee des Selbsthilfegruppen-Ansatzes (SHG) ist, die ärmsten Mitglieder einer Dorfgemeinschaft oder eines Stadtteils (bevorzugt Frauen) zu Gruppen von 15-20 Mitgliedern zusammenzuführen. Jede SHG hält wöchentliche Treffen ab, bei denen alle Mitglieder einen kleinen Betrag in einen Gruppenspartopf zahlen. Dieser Betrag wird nach einiger Zeit als Kredit an die Teilnehmer*innen verliehen, die ihn sinnvoll in den Aufbau nachhaltiger Einkommensquellen (wie z.B. Hühnerzucht oder Gemüseanbau) investieren. Dadurch verbessert sich die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Mitglieder und ihrer Familien. So können die SHG-Mitglieder ihren Kindern eine sichere Ernährungsgrundlage, Gesundheitsversorgung und Bildung bieten. Freiwillige, die zuvor geschult werden, begleiten die Teilnehmer*innen und vermitteln Ihnen das notwendige Wissen, dass sie benötigen, um sinnvoll sparen und investieren zu können.

Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Damit der Einfluss der SHGs größer wird, werden in einem zweiten Schritt übergeordnete Interessenvertretungen, sogenannte Cluster Level Associations (CLAs) gegründet. Diese vernetzen die SHGs miteinander und kümmern sich um die Anliegen, die die Gruppen identifiziert haben, aber nicht alleine angehen können. Dies kann die Einrichtung eines Kindergartens sein oder die Organisation einer Kampagne zur Aids-Aufklärung. Jede SHG wählt zwei Vertreter/innen in die CLA, jede CLA vertritt zehn SHGs, also mindestens 150-200 Frauen und deren Familien.

Als übergeordnete Vereinigung ist zu einem späteren Zeitpunkt der Zusammenschluss von CLAs zu Föderationen geplant. Auf dieser Ebene beginnt vor allem die politische Lobbyarbeit. Eine Föderation schließt mindestens 10 CLAs zusammen. Sie repräsentiert also 100 Selbsthilfegruppen mit 1.000 bis 2.000 Mitgliedern und ihren Familien.

Bis zum Jahr 2012 entstanden im Projektgebiet bereits 76 Selbsthilfegruppen und drei sogenannte Cluster Level Associations. In den folgenden Jahren wurden diese weiter gestärkt, so dass sie selbstständig weiteragieren konnten. Des Weiteren werden die drei Cluster Level Associations pro Jahr je 12 weitere Selbsthilfegruppen gründen. Der Ansatz wird so breitenwirksam. 2016 existierten somit bereits 148 Selbsthilfegruppen, 14 Cluster Level Associations und eine Föderation.

Sambia-Reise: Ischtar Isik über die Selbsthilfegruppe in Choma.

 

Im Zuge unseres Besuches wurde die gesamte Reisegruppe von der Kraft und Leidenschaft dieser Community überwältigt. Wir konnten persönliche Gespräche mit den Frauen führen und einen Blick dafür bekommen, welche Projekte sie im Rahmen ihrer Selbstverwirklichung und im Kampf gegen die Armut initiierten. Besonders von Peggy Chiyota (Bild: unten links) und Eva Hanyemu (Bild: unten rechts) Verwirklichungen waren wir beeindruckt. Peggy konnte sich mit der Unterstützung der Selbsthilfegruppen ein kleines Steinproduktion-Unternehmen aufbauen, das dafür sorgt, Fundamentmaterial für den Hausbau bereitzustellen. Eva hingegen hat sich ihre eigene Hühnerfarm aufgebaut, um die Menschen in der Community mit Eiern zu versorgen – diese möchte sie schon bald ausbauen.

Sambia-Reise: Selbsthilfegruppe in Choma. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Bevor wir uns von den Frauen verabschiedeten, hatten wir noch ein wenig die Möglichkeit mit den Menschen in der Community in Kontakt zu kommen. Ob beim Fußballspielen mit den Kleinsten, oder das Gespräch im halbwegs kühlen Schatten, der intensive Austausch vor Ort machte uns große Hoffnung, dass zukünftig mehrerer solcher Projekte dazu führen, die Armut weltweit zu reduzieren. Am Abend dieses Tages, gingen wir mit vielen tollen Erfahrungen und Gedanken in die Aufbereitung der gesammelten Informationen, in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen in Deutschland von diesem Projekt erfahren.

Das besuchte Projekt „Armutsreduzierung durch die Gründung von Selbsthilfegruppen“ trägt im hohen Maße dazu bei, das Ziel Nr. 1 (keine Armut) der SDGs zu unterstützen!

Weiter geht’s…

Natürlich, wie immer war die Nacht kurz. Am 5. Tag in Sambia machte sich die Reisegruppe auf den Weg nach Kalomo. Unsere Mitgliedsorganisation CARE fördert dort mehrere Projekte zur Ernährungssicherheit von Frauen und Kleinkindern.

Fortsetzung folgt!

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Radioschule in Chikuni

23.11.2017 Auf unserer Sambia-Reise besuchen wir eine Radioschule. Diese ermöglichen einen Schulunterricht in ländlichen Gegenden mit Lehrermangel.
Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch einer Radioschule in Chikuni

Nach den Besuchen in der „Klinik auf Ränder“ und in dem Lusaka Eye Hospital machten wir uns am 3. Tag unserer Reise durch das südliche Sambia auf den Weg nach Monze. In der Nähe der Kleinstadt mit ca. 60.000 Einwohner*innen wollten wir zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv das Projekt „Radioschule“ unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe besuchen und erfahren, welche der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vor Ort unterstützt werden.

Zugang zu Bildung durch Radioschulen

22.11. Monze/Chikuni – Da wir uns bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg von Lusaka nach Monze machten, fand unsere Reisegruppe glücklicherweise noch ein wenig Schlaf in unserem 16-Sitzer-Bus. Isaac, unser Fahrer, hatte jedoch bereits das Ziel, die Chikuni Gemeinde in der Nähe von Monze, fest im Blick. Vor Ort angekommen machten wir uns nach einer herzlichen Begrüßung auch schon direkt auf den Weg in eines der umliegenden Dörfer, um eine der sogenannten „Radioschulen“ zu besuchen. Da es in Sambia einen großen Lehrermangel gibt, werden insbesondere in ländlichen Gegenden Unterrichtsstunden zu allen wichtigen Fächern, wie Mathematik, Englisch, Tonga oder Naturwissenschaften per Radio vermittelt. Grund dafür ist auch die weite Entfernung zur nächsten Schule. Teilweise sind die staatlichen Schulen bis zu 50 Kilometer weit entfernt – ein Fußmarsch, den die Kinder nicht zurücklegen können. Zudem lebt ein Großteil der Kinder in bitterer Armut und muss bereits in jungen Jahren in der Landwirtschaft Geld verdienen und somit zum Familieneinkommen beitragen. Daraus folgt, dass 80 Prozent der Mädchen und Jungen in der ländlichen Gemeinde Chikuni keine Möglichkeit haben, eine reguläre Schule zu besuchen.

Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

Um dem Lehrprogramm der Radioschulen zu folgen, versammeln sich die Schüler*innen in einem Schulgebäude, wenn vorhanden, oder unter einem Baum, und erhalten die Unterrichtsstunden dann per Radio vermittelt. Den Unterricht begleiten Mentoren, die regelmäßig Fortbildungen erhalten. Die von uns besuchte Schule wurde von Mentor Severin Chisangano betreut. Die Mentoren erklären Inhalte konkreter und begleiten den Unterricht mit Tafelanschriften. Die Unterrichtseinheiten sind zudem nach Klassen unterteilt. Insgesamt können die Kinder den Unterricht an den Radioschulen bis zur 7. Klasse besuchen. Danach haben sie die Möglichkeit – bei guten Noten – eine weiterführende Schule zu besuchen. Da die Chikuni Mission eng mit dem Bildungsministerium von Sambia zusammen arbeitet, absolvieren die Kinder die staatlichen Prüfungen am Ende eines jeden Schuljahres. Viele Chikuni-Radioschüler*innen erreichen bei den staatlichen Tests gute Ergebnisse, manche sogar landesweit herausragende.

Neben den normalen Schulfächern werden die Schüler*innen in den von der Kindernothilfe geförderten Projekten ebenfalls in land-und forstwirtschaftlichen Themen fortgebildet. Eine sehr wichtige Komponente ist, dass die Kinder das neue Wissen sofort praktisch umsetzen. Daher hat jede Radioschule einen Garten, in dem die Schüler*innen die verschiedenste Gemüse- und Obstsorten sowie andere Nutzpflanzen anbauen und lernen, wofür sie genutzt werden können und wie man sie pflegt. So lernen die Schüler*innen gleich, wie wichtig die Vielfalt an Gemüse und Obst für eine ausgewogene Ernährung ist, da in Sambia Mangelernährung und die damit verbundenen Folgen, wie Wachstumshemmungen bei Kindern, ein weitverbreitetes Problem sind. Durch das Kennenlernen der diversen Sorten von Pflanzen und das integrieren dieser in die heimische Landwirtschaft, wird der Mangelernährung entgegengewirkt. Gedüngt wird nur auf natürlicher Basis, z.B. mit dem Sud der Blätter des Gliricidia-Baums.

Sambia-Reise: Radioschule in Chikuni. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

 

In den Einrichtungen der Radioschulen erhalten die Schüler*innen ein tägliches Mittagessen. Dieses wird über die Gemeinde finanziert und mit Hilfe des eigens angebauten Gemüses zubereitet. Überschüssiges Gemüse wird im Rahmen von Einkommen schaffenden Maßnahmen auf dem lokalen Markt verkauft. Die Reisegruppe wurde an diesem Tag übrigens herzlich von den Schüler*innen zum Mittagessen eingeladen. Es gab das sambische Nationalgericht Nechima (traditioneller Maisbrei) mit Blattgemüse und Hühnchen.

Gesättigt und mit wunderbaren Eindrücken von der Radioschule und seinen Schüler*innen, machten wir uns anschließend auf den Weg zur Radiostation, von wo aus das Bildungsprogramm an die einzelnen Schulen in der Region gesendet wird. Die moderne Radiostation, in der auch „normales“ Programm produziert und gesendet wird, ist sozusagen der Knotenpunkt des Bildungssystems der ländlichen Regionen. Mit diesem abschließenden Erlebnis beendeten wir unseren Projektbesuch und machten uns auf den Weg ins Hotel, wo wir unsere Erfahrungen des Tages für die Menschen in Deutschland aufbereiteten, bevor es schließlich müde zu Bett ging.

Das besuchte Projekt „Radioschulen“ trägt dazu bei, das Ziel Nr. 4 (hochwertige Bildung) sowie Ziel Nr. 2 (kein Hunger) der SDGs zu unterstützen!

Weiter geht’s…

Die Nacht war kurz und nach einem kleinen Frühstück machte sich die Reisegruppe am 4. Tag in Sambia auf den Weg nach Choma. Unsere Mitgliedsorganisation die Kindernothilfe fördert dort ein Projekt mit dem Selbsthilfeansatz – insbesondere für Frauen und Kinder.

Fortsetzung folgt! –> Besuch einer Selbsthilfegruppe zur Armutsreduzierung

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka

22.11.2017 Nach unserer Ankunft in Sambia besuchten wir zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juiane von Jung&naiv die ersten Projekte unserer Mitgliedsorganisationen.
Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka.

Sambia-Reise: Besuch der mobilen Ambulanz & Augenklinik in Lusaka

Bereits am Flughafen von Berlin waren wir alle sehr aufgeregt und zu gleich wahnsinnig gespannt auf die bevorstehenden Tage. Schließlich sollte es für eine Woche zusammen mit den YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv auf eine Sambia-Reise gehen.

Nach 14 Stunden Flug sind wir endlich in Lusaka angekommen. Am Flughafen wurden wir von Lizzie Tigere, der Länderkoordinatorin unserer Mitgliedsorganisation der Kindernothilfe, herzlich empfangen.

Ankunft in Sambia & SDG-Schulung für YouTuber*innen

20.11. Lusaka – Nachdem wir alle Geld gewechselt und abgehoben und uns mit Wasser eingedeckt hatten – schließlich sind wir vom nassen Berliner Herbst direkt im heißen Sambia gelandet – ging es zunächst einmal los Richtung Hotel. Isaac, unser ortskundige Fahrer, der uns mit einem 16-Sitzer-Bus behutsam durch die Straßen Lusakas lenkte, machte auf dem Weg einen kurzen Stopp an einem Store von MTN, einer der großen sambischen Telekommunikationsanbieter. Dort verbrachten wir die nächsten eineinhalb Stunden, um die gesamte Reisegruppe mit sambischen Sim-Cards und Datenvolumen auszustatten.

Nach einem anschließenden kurzen Snack starteten wir schließlich im Hotel mit unserem Programm zu den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs). Im Rahmen eines interaktiven Workshops haben wir die mitreisenden YouTuber*innen mit den 17 Zielen näher vertraut gemacht und gemeinsam überlegt, welchen Beitrag wir leisten können oder müssen, damit die 17 Ziele bis 2030 umgesetzt werden können.

Zum Abschluss des ersten Tages trafen wir uns noch mit Dr. Frank Hofmann, dem WZ-Referenten der Deutschen Botschaft in Sambia zu einem gemeinsamen Abendessen. Er hat uns eine allgemeine Einführung zu Sambia, zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit und zur Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft im Land gegeben und uns von Herausforderungen und Erfolgen in der Zusammenarbeit erzählt. Nach dem Essen ging es für uns alle zurück ins Hotel, wo wir nach einer langen Anreise und ersten inhaltlichen Stunden erschöpft ins Bett fielen.

Sambia-Reise: Ankunft & SDG-Schulung.

Klinik auf Rädern leistet medizinische Versorgung für die Ärmsten

21.11. Lusaka – An unserem zweiten Tag der Reise besuchten wir nun endlich das erste Projekt – eine mobile Ambulanz. Diese Ambulanz, die auch als „Klinik auf Rändern“ bezeichnet werden kann, wird von unserer Mitgliedsorganisation action medeor gefördert und dient hunderten von Menschen am Tag als Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Dabei wird von den Schwestern der DMI Mission regelmäßig eine Gesundheitsstation in verschiedenen Randbezirken Lusakas betrieben. Heute war die mobile Ambulanz auf dem Gelände der St. Litizio Kirche im Mandevu, einem sehr armen Slum-Bezirk, stationiert.

An diesem Standort ist stets Dr. Patrick als behandelnder Arzt dabei. Er kennt die Patienten und führt die Untersuchung durch und stellt Diagnosen. Alle Patienten erhalten ein Heft, in dem ihre wichtigsten Gesundheitsdaten festgehalten werden. Bei nicht so schwerwiegenden Krankheiten, Atemwegserkrankungen oder Durchfall erhalten die Patienten direkt vor Ort Medikamente und Verbandsmaterial, um kleinere Wunden zu versorgen. Patienten, bei denen eine schwerere Krankheiten diagnostiziert wird, wie beispielsweise Tuberkulose, Malaria oder HIV werden an ein Krankenhaus überwiesen.

Neben der basismedizinischen Versorgung werden die Patienten zudem über HIV/Aids aufgeklärt und haben die Möglichkeit, direkt einen Test zu machen. Nach dem Erhalt des Ergebnisses bekommen die Patienten eine sofortige Beratung, wie sie mit der Infektion umzugehen haben. Für die medikamentöse und längerfristige Behandlung werden sie darüber hinaus ans öffentliche Krankenhaus überwiesen.

Im Durchschnitt werden in der „Klinik auf Rädern“ zwischen 80 und 200 Patienten am Tag behandelt. Vor allem Frauen nehmen den kostenlosen Gesundheitsdienst in Anspruch. Organisiert wird die mobile Ambulanz von den 3 Schwestern Sister Molly, Sister Vijaya und Sister Suganya, die uns sehr herzlich empfangen hatten. Nachdem wir und die YouTuber*innen die beeindruckende Arbeit für die Menschen in Deutschland dokumentiert hatten, gingen wir zusammen mit den Schwestern der DMI Mission noch ein wenig durch die umliegenden Straßen, um einen besseren Eindruck von der Situation der Menschen in den Slums von Lusaka zu erhalten.

Sambia-Reise: Klinik auf Rändern in Lusaka.

22.000 Patienten profitieren im Jahr vom Lusaka Eye Hospital

Nach den bemerkenswerten Eindrücken, die wir von der „Klinik auf Rändern“ erhalten hatten, ging es für unsere Reisegruppe direkt weiter zum Lusaka Eye Hospital. Die Augenklinik wurde im Jahr 2000 von unserer Mitgliedsorganisation, dem Hilfswerk der Deutschen Lions, initiiert und durch Spenden- und Fördergelder aufgebaut. Die Einrichtung trägt mittlerweile im hohen Maße dazu bei, die augenmedizinische Versorgung der Menschen in Lusaka und dem Umland zu verbessern.

Hier konnten wir ausführlichen Einblick in die Arbeit eines modernen Krankenhauses bekommen. Neben den üblichen Untersuchungen der Sehstärke werden hier vor allem Operationen gegen den grauen und grünen Star durchgeführt. Auch Schielen und Augenkrebs werden hier behandelt. Außerdem gibt es einen integrierten Optiker und ein Brillengeschäft. Die meisten Patienten aus Lusaka kommen ambulant in die Klinik. Die Kosten für die Behandlung tragen die Patienten in der Regel selbst, es gibt zwei Kostenmodelle, je nach Einkommen. Die Klinik hat viele Patienten und trägt sich inzwischen finanziell selbst. Hin und wieder werden für bedürftige Patienten kostenlose Operationen durchgeführt.

Um auch Menschen in den ländlichen Gebieten zu erreichen, gibt es immer wieder sogenannten Outreach-Aktionen, bei denen auf dem Land Aufklärungsarbeit und eine erste augenmedizinischen Versorgung geleistet werden. Für intensivere Behandlungen werden betroffene Menschen im Lusaka Eye Hospital untergebracht und versorgt.

Vor Ort haben wir neben einer Führung durch das Gebäude vor allem mit Dr. Celestte gesprochen, der uns viel über die verbreiteten Augenkrankheiten in der Region erzählt und die jeweiligen Behandlung erläutert hat. Mittlerweile erhalten im Lusaka Eye Hospital etwa 22.000 Patienten pro Jahr eine augenmedizinischen Behandlung bzw. Versorgung. Zudem werden jährlich etwa 1000 lichtbringende „Grauer Star (Katarakt)-Operationen“ im Jahr durchgeführt. Das Lusaka Eye Hospital ist damit ein gelungenes Beispiel eines Projekts, das nach Ende der Projektlaufzeit selbstständig und ohne weitere Fremdfinanzierung arbeitet und damit einen wichtigen Baustein der Gesundheitsversorgung in Sambia bildet.

Die beiden besuchten Projekte, die „Klinik auf Rädern“ sowie das Lusaka Eye Hospital, tragen dazu bei, das Ziel Nr. 3 (Gesundheit & Wohlergehen) der SDGs zu unterstützen!

Austausch mit sambischer Bloggerin Nancy Handabile

Im Anschluss der ersten Projektbesuche, die bei allen in der Reisegruppe einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, fuhren wir zunächst zurück ins Hotel, um die Erfahrungen des Tages zu verarbeiten. Dazu gehörte das Schreiben dieses Blogs, die Auswertung von Bildmaterial, aber auch das Schneiden des ersten Impressions-Videos, das mittlerweile auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter & Instagram) anzuschauen ist.

Nach getaner Arbeit trafen wir uns am Abend schließlich mit der sambischen Bloggerin und Aktivistin Nancy Handabile, um in einen Austausch über die Chancen und Herausforderungen ihrer Arbeit als Bloggerin und Journalistin in Sambia zu starten. Auch die sambische Filmindustrie sowie LGBT-Themen wurden thematisiert. manniac startete kurzer Hand über seinen Twitter-Kanal eine kleine Fragerunde mit seiner Community, bei der Fragen an Nancy Handabile gerichtet werden konnten.

Weiter geht’s…

Nach diesen ersten großartigen Erlebnissen in Sambia, fand die Reisegruppe am späten Abend ihre Bettruhe. Diese war auch dringend notwendig, denn bereits um 6 Uhr morgens sollte es weitergehen in Richtung Chikuni Mission, um das dortige Projekt „Radioschulen“ unserer Mitgliedsorganisationen der Kindernothilfe zu besuchen.

Fortsetzung folgt! –> Besuch einer Radioschule in Chikuni

Hinweis: Auf unseren Social-Media-Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram & YouTube) und auf den Kanälen der YouTuber*innen erhalten Sie in den kommenden Tagen und Wochen Video-Dokumentationen und -Beiträge zu unserer Sambia-Reise und den einzelnen Projektbesuchen. Zudem bekommen Sie auf unserer Reise-Seite die aktuellen Ereignisse auf einen Blick: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia

 

 

Quelle & Fotos: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Was kann ich tun, um die 17 Ziele zu unterstützen?

Mit kleinen Schritten und überschaubaren Entscheidungen im Alltag können wir uns alle für eine gerechtere Welt einsetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Leben nachhaltiger zu gestalten. Hier haben wir einige Anregungen für den Alltag zusammengestellt.
17 Ziele - Was kann ich tun?

Was kann ich tun, um die 17 Ziele zu unterstützen?

Um die Welt wieder zu einen nachhaltig lebenswerten Ort für alle Menschen zu machen, wurde 2015 die Agenda 2030 mit den 17 Zielen verabschiedet. Neben Staaten und Organisationen kann auch jede*r Einzelne einen Beitrag leisten, die 17 Ziele umzusetzen. Grundlegend dafür ist, sich der Auswirkungen des eigenen Lebensstils und der Konsumgewohnheiten bewusst zu werden. Wir haben uns angewöhnt, viele Produkte und Lebensweisen als selbstverständlich anzusehen und dabei vergessen, welche negativen Folgen das für Umwelt, Klima und die Menschen weltweit hat.

Mit kleinen Schritten und überschaubaren Entscheidungen im Alltag können wir uns alle für eine gerechtere Welt einsetzen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Leben nachhaltiger zu gestalten und zum Beispiel Firmen zu unterstützen, die unter fairen, ökologischen Bedingungen produzieren und damit für mehr Gerechtigkeit einstehen, statt die Schere zwischen Arm und Reich weiter zu vergrößern und den Klimawandel zu befeuern. Je mehr Menschen einen Beitrag leisten, desto schneller und wahrscheinlicher können die 17 Ziele erreicht werden.

Hier haben wir einige Anregungen für den Alltag zusammengestellt:

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel bewusster und nachhaltiger Einkaufen.

 

  • Bevorzugt Produkte aus dem Fairen Handel kaufen:
  • Fairer Handel bedeutet für viele Menschen im globalen Süden ein Ausweg aus dem Armutskreislauf. Denn der klassische Welthandel ist alles andere als fair. Der Lohn der Menschen, die am Ende der Lieferkette arbeiten, reicht kaum zum Überleben, für Bildung und Gesundheitsfürsorge bleibt selten etwas übrig.
  • Mit bewussten Konsumentscheidungen übt jede*r Verbraucher*in Einfluss auf Unternehmen aus.
  • Produkte von z.B. GEPA oder andere Konsumgüter mit einem FairTrade-Siegel, wie zum Beispiel vom Verein TransFair e.V., unterstützen den Fairen Handel.
  • Fleischkonsum reduzieren:
  • Viehzucht beschleunigt den Klimawandel, besonders Kühe, die bei der Verdauung 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen ausstoßen.
  • Viehzucht und der Anbau der Futtermittel benötigen 8 Prozent des weltweiten Wasserkonsums.
  • Saisonal, regional und ökologisch produzierte Lebensmittel einkaufen:
  • Lange Lieferwege und Kühlung von Lebensmitteln belasten die Umwelt.
  • Ökologische Landwirtschaft schont die Böden, und kommt ihne den Einsatz von giftigen Pestiziden aus.
  • In der ökologischen Landwirtschaft haben Bauer*innen und Konsument*innen Einfluss auf die Produktion, nicht multinationale Großkonzerne, wie in der konventionellen Nahrungsmittelproduktion.
  • Ökologische Landwirtschaft unterstützt die Erhaltung der Artenvielfalt und passt sich den wandelnden klimatischen und ökonomischen Bedingungen an.
  • Verzichte auf Plastiktüten:
  • Habt einfach einen Stoff-Beutel beim Einkaufen dabei.
  • Klamottenkauf bewusster gestalten:
  • Auch hier kann jeder auf Siegel für faire Arbeitsstandards und umweltfreudliche Produktion achten (z.B. GOTS, Fair Wear Foundation).
  • Auf Qualität statt Quantität setzen. Hochwertige Produkte sind oft teurer, bleiben aber in der Regel viel länger in Form.
  • Öfter mal auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden stöbern – hier finden sich oft tolle Unikate und nebenbei spart ihr natürliche Ressourcen.
  • Klamotten mit Freunden tauschen – so spart ihr Geld und habt trotzdem immer mal was Neues im Schrank.

Hinweis: Um Euch in der Vielfalt der Siegel besser zurechtzufinden, schaut hier nach: www.siegelklarheit.de

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel Müll vermeiden.

 

  • Alleine in Deutschland landet ungefähr ein Drittel der Lebensmittel im Müll – das sind 18 Millionen Tonnen jährlich:
  • 61 Prozent davon werden in Privathaushalten weggeworfen.
  • Großverbraucher wie Gaststätten und Kantinen sowie die Industrie entsorgen jeweils rund 17 Prozent Lebensmittel in den Müll (Quelle: WWF).
  • Dabei werden wertvolle Ressourcen wie Böden und Wasser praktisch umsonst verbraucht und die Umwelt verschmutzt – durch Düngung, über den Transport, die Lagerung, die Kühlung, die Weiterverarbeitung bis hin zur Entsorgung. Das wiederum beschleunigt den Klimawandel.
  • Das Paradoxe ist, dass weltweit ausreichend Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen satt zu machen.

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel Energie sparen und auf Ökostrom umsteigen.

 

  • Wir sind es gewohnt ausreichend Energie zur Verfügung zu haben. Wir machen uns daher nur selten Gedanken darüber, wie einfach es ist, energiesparend zu leben:
  • Kennt jede*r und spart tatsächlich viel Energie: Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt, Stand-by-Funktion bei Elektrogeräten vermeiden, beim Kochen einen Topfdeckel verwenden und rechtzeitig herunterschalten.
  • Beim Kauf von neuen Elektrogeräten auf die Energieeffizienzklasse achten (A+bis A+++).
  • Richtig heizen: Wenn die Raumtemperatur um ein Grad sinkt, spart ihr 5-10 Prozent Heizenergie, das sind ca. 200 KG CO2 und 70€ pro Haushalt. Empfohlen wird ein Wohnklima mit Temperaturen von 16-18°C im Schlafzimmer, 20°C in den Wohnräumen und 15°C im Flur.
  • Das Auto auch mal stehen lassen und mit öffentliche Verkehrsmittel oder dem Fahrrad fahren.
  • Reisen mit dem Flugzeug minimieren oder sogar ganz vermeiden.
  • Stromanbieter wechseln: auf Strom aus erneuerbaren, nicht-endlichen Energieressourcen wie Sonne, Wind und Wasser umsteigen und dadurch Treibhausemmissionen wie bei Kohlekraftwerken vermeiden und Ressourcen schonen.

 

17 Ziele - Was kann ich tun? Zum Beispiel politisch engagieren.

 

  • Sich für die 17 Ziele politisch engagieren kann z.B. bedeuten:
  • An Demonstrationen für die Umsetzung der 17 Ziele teilnehmen oder sie sogar selbst organisieren.
  • Auf regionaler Ebene Unternehmen & Staat zu mehr Umweltschutz auffordern. Zum Beispiel durch die Gründung einer Bürgerinitiative.
  • Online kreativ werden! Zum Beispiel durch eine eigene Kampagne, um die 17 Ziele bekannt zu machen – Durch Videos auf YouTube oder Grafiken auf Social Media Kanälen.
  • In der Schule dem Lehrer eine Projektwoche vorschlagen, in der die 17 Ziele behandelt werden.

 

Wir hoffen, wir konnten euch ein wenig dazu inspirieren, euren Konsum und euer Handeln zu überdenken, um die 17 Ziele zu erreichen.


Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA | Vereinte Nationen

Video: 17Ziele.de

Wir reisen nach Sambia – mit fünf YouTuber*innen!

Zusammen mit den bekannten YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv reisen wir vom 20. - 26. November nach Sambia.
Fünf YouTuber reisen nach Sambia. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Wir reisen nach Sambia – mit fünf YouTuber*innen!

Wir reisen nach Sambia – und nehmen Verstärkung mit! Vom 20. bis 26. November reisen wir zusammen mit den bekannten YouTuber*innen Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane von Jung&naiv in den Binnenstaat im südlichen Afrika.

Thema unserer Reise werden die #17Ziele sein, die so genannten Sustainable Development Goals (SDG), die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Bis 2030 sollen sie die Welt zu einem nachhaltig lebenswerten Ort machen. Doch was sind die #17Ziele und warum sind sie so wichtig?
Wir wollen verstehen, welche Bedeutung diese #17Ziele gerade für die Menschen haben, die am stärksten von Armut betroffen sind und diese theoretischen Begriffe mit persönlichen Geschichten und Erfahrungen greifbar machen. Mit Unterstützung von Ischtar Isik, CrispyRob, einfach inka, manniac und Juliane, möchten wir ein stärkeres Bewusstsein dafür schaffen, dass jede*r Einzelne von uns seinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten kann.

 

Wieso reisen wir mit YouTuber*innen?

Mit ihren Videos erreichen die YouTuber*innen Millionen von Menschen – Menschen, die wir als GEMEINSAM FÜR AFRIKA aus eigener Kraft nie erreichen würden. Umso mehr freuen wir uns über die Begleitung der YouTuber*innen, die mit ihren Videos die erfolgreiche Projektarbeit unserer Mitgliedsorganisationen bekannt machen und uns dabei helfen, ein größeres Bewusstsein für die Verantwortung jedes Einzelnen zu schaffen.

Gehen Sie mit uns auf Reisen, folgen Sie unseren Berichten und den Beiträgen der YouTuber: www.gemeinsam-fuer-afrika.de/17ziele-sambia. Auf unserer Webseite finden Sie zusätzlich wichtige Hintergrundinformationen zu den 17 Nachhaltigkeitsszielen und Sambia.

Die Reiseroute

Sambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 64 Prozent der 14 Millionen Einwohner leben unter der Armutsgrenze von 1,90 US$ am Tag, die Ernährungssituation ist laut dem Welthungerindex 2017 „sehr ernst“. Viele unserer Mitgliedsorganisationen sind seit vielen Jahren vor Ort und unterstützen die Menschen dabei, sich von Hunger und Armut zu befreien.

Auf unserer Reise werden wir Projekte unserer Mitgliedsorganisationen action medeor, des Hilfswerk der Deutschen Lions, der Kindernothilfe, von CARE Deutschland-Luxemburg und dem Kinderhilfswerk Global Care besuchen. Im Fokus stehen Projekte, die sich mit den ersten, elementarsten Nachhaltigen Enwicklungszielen befassen, wie der Kampf gegen Hunger und Armut, Geschlechter-Gleichberechtigung, Zugang zu sauberem Wasser sowie Bildung und Gesundheitsfürsorge.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube und erfahren Sie mehr über Land, Menschen und Projekte.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

George Weah für Liberia? Odinga tritt von Kandidatur zurück!

13.10.2017 Liberia hat gewählt und wartet auf das Ergebnis – ein ehemaliger Weltfußballer gilt als Favorit. Und Kenia bereitet sich auf Neuwahlen vor – dann wohl aber ohne den Oppositionskandidaten Raila Odinga.
Odinga nimmt nicht an Neuwahlen in kenia Teil. Liberia sucht Nachfolger von Johnson Sirleaf.

George Weah für Liberia? Odinga tritt von Kandidatur zurück!

In den zurückliegenden zwei Monaten wurde auf dem afrikanischen Kontinent viel Wahlkampf betrieben. In Angola und Ruanda wurden neue Parlamente und Staatsoberhäupter gewählt und in Kenia musste die erste demokratische Wahl auf afrikanischem Boden offiziell annulliert werden. Neuwahlen sind für Ende Oktober angesetzt, diese werden allerdings wohl ohne Raila Odinga stattfinden. Dieser zog seine Kandidatur überraschend zurück. Auch im westafrikanischen Liberia sollten die Bürgerinnen und Bürger am 10. Oktober 2017 an die Wahlurne treten, um einen Nachfolger für die amtierende Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf zu bestimmen. Im Fokus steht dabei ein ehemaliger Weltfußballer.  

Kenia wartet auf Neuwahlen

Nach den kenianischen Präsidentschaftswahlen vom 8. August wurde dem amtierenden Staatsoberhaupt Uhuru Kenyatta von Oppositionsführer Raila Odinga Wahlbetrug vorgeworfen. Odinga und seine Partei National Super Alliance (Nasa) zogen vor das Oberste Gericht und beschuldigten die politische Konkurrenz das Wahlsystem gehackt zu haben. Tatsächlich annullierte das Gericht Anfang September die Wahl. Als Grund nannte die Justiz schwerwiegende Fehler der Wahlkommission IEBC. Demnach wurde dem Gericht der Zugang zum elektronischen Wahlsystem verweigert. Der Vorsitzende Richter David Maraga kam zu der Erkenntnis, dass das Ergebnis nicht nachzuvollziehen ist und man sich gezwungen fühle, den Vorwürfen der Opposition Glauben zu schenken. Neuwahlen wurden für Ende Oktober angekündigt.

Odinga tritt von Kandidatur zurück

Am vergangenen Dienstag hat nun Oppositionsführer Raila Odinga überraschend seine Kandidatur für die geplante Neuwahl am 26.10. zurückgezogen. Als Grund nannte Odinga, dass nötige Reformen von der Wahlkommission nicht umgesetzt wurden. Zudem hatte die Regierung nach der Annullierung der Wahl vom 8. August ein neues Wahlgesetz mit der vorhandenen Mehrheit im Parlament durchgesetzt. Dieses beschneidet das Oberste Gericht in seiner Kompetenz Wahlannullierungen vorzunehmen. Außerdem wurde mit dem neuen Gesetz die Unabhängigkeit der Wahlkommission beschnitten. „Alles deutet darauf hin, dass die Wahl am 26. Oktober schlimmer wird als die vergangene Wahl“, so Odinga zu seiner Entscheidung. Nun ist unklar, ob die Neuwahlen überhaupt kurzfristig umgesetzt werden können. Die Oppositionspartei National Super Alliance forderte die Wahlkommission dazu auf, die geplante Wahl abzusagen und zunächst neue Nominierungen zuzulassen. Daraufhin verkündete die Wahlkommission, dass man die neuen Entwicklungen begutachte, garantierte in einem veröffentlichten Brief an die Oppositionspartei jedoch gleichzeitig, dass für die korrekte Durchführung der Wahl alle nötigen Maßnahmen ergriffen wurden.

Liberia wählt Nachfolger für Nobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf

Am 10. Oktober waren in Liberia mehr als zwei Millionen Menschen dazu aufgerufen, einen Nachfolger für die scheidende Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf zu bestimmen. Die Friedensnobelpreisträgerin, die als erste gewählte Frau an der Spitze eines afrikanischen Staates stand, verkündete bereits frühzeitig, dass nach zwölf Jahren Amtszeit Schluss sei. Im Gegensatz zu einigen anderen afrikanischen Staatsoberhäuptern, die ihre Amtszeiten durch Gesetzesänderungen verlängerten, stellte Johnson-Sirleaf somit die Weichen für einen friedlichen und demokratischen Machtwechsel.

Ehemaliger Weltfußballer George Weah gilt als Favorit

Insgesamt 20 Kandidaten stellten sich für das höchste Amt Liberias zur Wahl. Dabei wurden dem derzeitigen Vizepräsident Joseph Boakai von der regierenden Unity Party, Charles Brumskine (Liberty Party) sowie dem ehemaligen Weltfußballer und heutigen Senator George Weah von der Oppositionspartei Congress for Democratic Change die besten Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Nach aktuellen Hochrechnungen (Stand: 13. Oktober) liegt der ehemalige Star von Paris St. Germain und dem AC Mailand vorn. Bereits 2005 war Weah zur Wahl angetreten. Damals verlor er nur knapp bei der Stichwahl gegen Johnson-Sirleaf. Dem 51-Jährigen werden jedoch immer wieder Kontakte zum verurteilten Kriegsverbrecher und ehemaligen liberischen Militärmachthaber Charles Taylor nachgesagt. Weah bestreitet dies jedoch.

Wahlergebnis in Liberia wird mit Spannung erwartet

Die offiziellen Ergebnisse der Wahl werden jedoch erst für den 25. Oktober erwartet. Die Bürgerinnen und Bürger des westafrikanischen Landes, das seit längerem unter einer Rezession leidet und noch immer mit den Folgen der Ebola-Epidemie, die zwischen 2013 und 2015 etwa 4.000 Todesopfer forderte, zu kämpfen hat, müssen sich somit noch ein wenig gedulden. Zudem gilt: Sollte keiner der Kandidaten 50 Prozent der Stimmen erhalten, wird eine Stichwahl entscheiden – dies gilt als sehr wahrscheinlich. Die Stichwahl soll am 7. November stattfinden.

 

Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hungersnot in Afrika: Aktuelle Entwicklungen (Oktober 2017)

10.10.2017 Die Nothilfeeinsätze unserer Mitgliedsorganisationen haben bereits viel bewirkt, doch weiterhin sind Millionen Menschen dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen
Gemeinsam gegen die Hungersnot. Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Hungersnot in Afrika: Aktuelle Entwicklungen (Oktober 2017)

Im Juni dieses Jahres rief unser Schirmherr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürgerinnen und Bürger zu Spenden für die Betroffenen der Hungerkrise am Horn von Afrika und Jemen auf. Diesem Aufruf folgten viele Spenden und unsere Mitgliedsorganisationen konnten damit Tausende Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgen sowie eine medizinischen Grundversorgung gewährleisten.

Wir möchten Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung danken!  Doch leider sind aufgrund der anhaltenden Hungersnot weiterhin viele Menschenleben bedroht. Wir möchten Ihnen einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in den unterschiedlichen Ländern sowie über die Hilfsmaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen geben:

Aktuelle Situation am Horn von Afrika und Gründe für Hungersnot

  • Die Lage am Horn von Afrika ist immer noch sehr angespannt. Über 22 Millionen Menschen sind weiterhin von extremem Hunger bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation nach wie vor in Nigeria, Kenia, Somalia, Äthiopien, im Südsudan, im Tschad und auch in einigen Teilen Ugandas. Obwohl unsere Mitgliedsorganisationen die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser und Saatgut unterstützen, bleiben die Ursachen für die Hungersnot bestehen und in manchen Gebieten spitzt sich die Situation sogar weiter zu.
  • Schuld daran ist unter anderem die laut den Vereinten Nationen schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Niederschläge bleiben teilweise ganz aus oder weit hinter den erforderlichen Mengen zurück. In einigen Regionen hat es seit Jahren nicht geregnet. Komplette Ernten sind seit 2015 vertrocknet, andere reichen aufgrund der extremen Wasserknappheit nicht aus. Die Vorräte werden vielerorts immer weniger oder sind inzwischen ganz aufgebraucht. Auch die Nutztiere leiden stark unter der Dürre, sie finden kaum Nahrung und Wasser. Viele Familien mussten einen großen Teil ihres Viehs verenden sehen oder verkaufen. Sie haben damit ihre Nahrungsgrundlage verloren. Auch die Menschen, die vor ein paar Monaten noch genug zum Überleben hatten, sind gegen die anhaltende Dürre machtlos.
  • Eine weitere Ursache ist der Bürgerkrieg in Somalia und dem Südsudan, der für die Menschen in Gebieten mit bewaffneten Konflikten das Bestellen der Felder sehr erschwert oder ganz unmöglich macht. Viele sind in benachbarte Regionen oder Länder geflohen, doch da überall die Nahrungsmittel knapp werden, sind die Geflüchteten oft auf die Verteilung von Nahrungsmitteln angewiesen. Solange kein Frieden einkehrt, werden die Menschen weiter leiden.
  • In Nigeria, insbesondere im Norden des Landes, wurden über eine Million Menschen von terroristischen Gruppierungen vertrieben und flüchten innerhalb ihres Landes. Aufgrund der immer angespannteren wirtschaftlichen Lage sowie den Vertreibungen sind derzeit rund 4,5 Millionen BewohnerInnen Nigerias auf Ernährungshilfe angewiesen.

Die Situation in den Ländern

  • Kenia: Regenfälle führten im Oktober/Dezember 2016 zu Dürre und massiven Ernteausfällen, zur Austrocknung von Wasserquellen und verminderter Viehweidewirtschaft; auch in Kajiado County. Kürzlich wurde eine gemeinsame Erhebung zur Ernährungssituation von den lokalen Gesundheitsbehörden, UNICEF und neun Hilfsorganisationen durchgeführt. Besonders gefährdet sind demnach Kinder unter fünf Jahren, schwangere und stillende Frauen. Knapp 73.000 Kinder sind in Kenia akut unterernährt. Sie müssen umgehend mit Spezialnahrung versorgt werden, sonst droht ihnen der Hungertod. Fast 40.000 schwangere und stillende Frauen in ganz Kenia sind ebenfalls unterernährt – das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Menschen haben nicht mehr als eine Mahlzeit am Tag und selbst diese können sich immer weniger leisten, entweder weil es einfach keine Nahrungsmittel gibt oder weil die Preise so stark angestiegen sind, dass sich selbst finanziell besser gestellte Haushalte keine drei Mahlzeiten am Tag mehr leisten können.
  • Äthiopien: Das Land erholt sich nur sehr langsam von den Auswirkungen der verheerenden Dürre im Jahr 2016, wo über 4,5 Mio. Menschen auf eine Humanitäre Hilfe angewiesen waren. In der Gurage Zone ist die Ernährung in 12 Kommunen des Bezirks Ezha besonders sehr mangelhaft, einseitig und kalorienarm. Das führt zu chronischer Mangelernährung und einem geschwächten Immunsystem, insbesondere bei Frauen und Kindern.
  • Nigeria: Der Konflikt zwischen Boko Haram und dem nigerianischen Militär im Nordosten von Nigeria trägt zur Vertreibung von 1,8 Millionen Menschen bei und zerstört die Lebensgrundlage von weiteren Millionen von Menschen.Die anhaltende humanitäre Krise hat verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit in der Region, die in einigen Gebieten zur einer extremen Hungersnot führt.
  • Somalia: Die humanitäre Situation in Somalia verschlechtert sich zusehends. Hungersnot herrscht in vielen Teilen des Landes. Die letzten drei Regenzeiten sind nahezu ausgefallen. Die Anzahl der Menschen die humanitäre Hilfe benötigen hat sich in den letzten Monaten von 6,2 Mio. auf 6,7 Mio. erhöht.

Nothilfemaßnahmen unserer Mitgliedsorganisationen

Unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort und leisten Nothilfe in den am schlimmsten betroffenen Regionen. Einige konkrete Beispiele stellen wir Ihnen hier vor:

  • Kenia:
  • Die Johanniter verteilen in zwei Gemeinden der Turkana-Region im Nordwesten Kenias Nahrungsmittel und liefern sauberes Trinkwasser. Zudem haben sie seit Anfang des Monats eine Schulspeisung für mehr als 2900 Schüler an sechs Schulen in Turkana West ins Leben gerufen. Zusätzlich sollen rund 200 Straßenkinder Zugang zu regelmäßigen Mahlzeiten und sauberem Trinkwasser erhalten. Dadurch soll auch die Ausbreitung wasserbedingter Krankheiten verhindert werden, die oft die Ursache für akute Unterernährung sind. Eine Krankenschwester wird parallel die Gesundheitsversorgung vor Ort unterstützen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • In Kenia tut auch ChildFund alles, um die Not der Menschen zu lindern –unter anderem verteilen sie Nahrungsmittel und Spezialnahrung für mangelernährte Kinder und sichern die Wasserversorgung mit Wasserfiltern und der Bohrung und Instandsetzung von Brunnen. Zudem statten sie Gesundheitsstationen aus und bauen Kinderschutzzentren mit pädagogischer und psychologischer Betreuung aus. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA unterstützt im kenianischen Bisil ein Schul- und Zufluchtszentrum mit Internat für Mädchen, die vor weiblicher Genitalverstümmelung und Frühverheiratung fliehen. Hier ist die Versorgung mit täglichen Mahlzeiten garantiert, aber wenn die Mädchen in den Ferien nach Hause gehen wollen, mangelt es an Nahrungsmitteln in Dürrezeiten. Deshalb wurden an 115 Haushalte, an besonders gefährdeten Familien der Mädchen, über die gesamten Schulferien hinweg Lebensmittelpakete verteilt. Zudem möchte ADRA in Kürze in der Region Mwingi Central die Lebensgrundlage von 3.000 Haushalten durch die Stärkung der Resilienz und Anpassungsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel verbessern, die Ernährungssicherheit erhöhen und empfindliche Ökosysteme sanieren. Das Projekt ist in den ärmsten Dörfern im County Kitui angesiedelt, die sich bislang in einem Kreislauf aus Hunger, Armut und Unterernährung bewegen. Für 3.000 Haushalte wird mithilfe von Bewässerungsfeldwirtschaft und durch den Schutz von Umwelt und Ökosystemen die Ernährungssicherheit wiederhergestellt. Für 1.000 Haushalte wird der Zugang zum Markt das Einkommen erhöhen.
  • Äthiopien:
  • Die Stiftung Menschen für Menschen verteilt beispielsweise in der Region Agarfa im Süden von Äthiopien die dringend benötigten Nahrungsmittel an aktuell 24.840 Kinder, Frauen und Männer. Die Menschen erhalten pro Monat 15 Kilogramm Getreide, 1,5 Kilogramm Hülsenfrüchte, 0,5 Liter Speiseöl sowie das Nahrungsergänzungsmittel Famix für Kleinkinder, schwangere Frauen und stillende Mütter. Spezialnahrung, wie Famix, ist wichtig, damit die Kinder keine bleibenden Schäden von der Mangelernährung davon tragen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Das Hilfswerk der Deutschen Lions unterstützt die Menschen in Bisidimo, Äthiopien, mit Nahrungsmitteln und Saatgut. Inzwischen ist das Saatgut aufgekommen und für diesen Oktober/November werden wieder Ernten erwartet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA vermittelt in 75 von Frauen geführten Haushalten praktische Kenntnisse über: die richtige Aussaatzeit für verschiedene Gemüse- und Obstsorten, die Vorbereitung des Bodens, die Auswahl des Saatguts einschließlich Lagerung und zu effektiven Pflanzenschutzmethoden. So werden die Erträge der Grundnahrungsmittel um 50 % gesteigert und alle Haushalte verfügen ganzjährig und täglich ausreichend über abwechslungs- und kalorienreiche Mahlzeiten. Der produzierte Überschuss wird auf dem Markt verkauft.
  • Nigeria:
  • ADRA unterstützt Ernährungssicherung in dieser Region und 1.200 Haushalte erhalten Lebensmittel für 5 Monate; 600 Haushalte erhalten Lebensmittelpakete und die anderen 600 Haushalte Lebensmittelgutscheine. Alle 1.200 Haushalte erhalten ein Training zur Verbesserung der Ernährung, Hygiene und zur Bewusstseinsbildung von Schutzbedürftigen und Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Somalia:
  • action medeor betreibt seit Anfang April in Somalia zwei mobile Kliniken zur Gesundheitsversorgung und Prävention von Krankheiten und Mangelernährung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • ADRA leistet Hilfe für 1.800 von Dürre betroffenen Haushalte durch Nahrungsmittelsicherung und Versorgung mit Trinkwasser, um übertragbaren Krankheiten durch verunreinigtes Wasser zu verhindern. Schulungen in Hygiene und Verteilung von Gutscheinen sowie Bargeldtransfers für Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern gehören zum Hilfsangebot.
  • Südsudan:
  • Auch im Südsudan in der Provinz Bahr el Ghazal haben die Johanniter ihre Nothilfe ausgeweitet. Sie versorgen Geflüchtete mit ausreichenden Mengen an Sorghum-Hirse, Bohnen, Speiseöl und Salz. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Im Südsudan unterstützt zudem das Hilfswerk der Lions Lieferungen von therapeutischen Nahrungsmitteln, Medikamenten gegen Unterernährung sowie Vitaminen und Spurenelementen für Kinder und Schwangere. Rund 4.500 Haushalte, insbesondere Familien, die sich selbst nicht versorgen können, werden mit Nahrungsmittelpaketen ausgestattet. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Uganda:
  • Das Kinderhilfswerk Global Care unterstützt die Flüchtlinge, vorwiegend aus dem Südsudan, in den Camps im Norden des Landes mit Hilfsgütern. Es werden Nahrungsmittel verteilt sowie Wasserkanister und Töpfe, damit die Familien Essen kochen können. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

Neben diesen Nothilfeeinsätzen betreuen alle Organisationen auch langfristige Entwicklungsprojekte, die nachhaltig für eine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser sorgen.

Weitere Informationen zur Hungerkrise finden Sie hier.

Unterstützen Sie die Arbeit der Organisationen mit Ihrer Spende.

 

Foto: GEMEINAM FÜR AFRIKA

Frauen stärken. Spielend einfach!

Veranstalten Sie eine Spielerunde mit Ihren Freunden und unterstützen Sie Frauen in Afrika.

Frauen stärken. Spielend einfach!

Am 24.09.2017 startet die Mitmachaktion Frauen stärken. Spielend einfach! unserer Mitgliedsorganisation Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW). Bis zum 31.10.2017 ruft sie bundesweit dazu auf, FreundInnen, KollegInnen, NachbarInnen oder Verwandte einzuladen. Egal ob Kartenspiele, Gesellschaftsspiele oder Spiele im Freien – veranstalten Sie eine Spielrunde und unterstützen Sie damit Frauen in Afrika.

Wie das funktioniert, können Sie hier ansehen:

Frauen sind stark. Sie ernähren ihre Familien, führen Unternehmen, leisten einen großen Beitrag in der Gesellschaft. Sie spielen eine Schlüsselrolle in wichtigen Entwicklungsprozessen, werden aber vielfach diskriminiert und benachteiligt. In vielen Ländern Afrikas besitzen sie nur wenige Rechte und müssen unbedingt gestärkt werden. Die ASW hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Frauen zu fördern und zu unterstützen. Unsere Frauenprojekte kämpfen für Ernährungssicherheit, Arbeits- und Landrechte für Frauen, schaffen neue Verdienstmöglichkeiten, vernetzen und eröffnen Bildungschancen. Die Stärkung von Frauen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gerechten Gesellschaft.

Mitmachen und kostenloses Aktionspaket bestellen

Wenn Sie mitmachen möchten, ist es ganz einfach: Bestellen Sie das kostenlose Aktionspaket mit dem Spiel „Mensch ändere die Welt“, einer kleinen Spieletasche, Aktionsleitfaden und weiteren Informationen. Laden Sie MitspielerInnen ein und spielen Sie ein Spiel Ihrer Wahl. Alle geben eine Teilnahmegebühr als Spende, die Sie nach der Spielerunde an die ASW überweisen.

Hier können Sie das Aktionspaket bestellen und weitere Informationen erhalten: www.ASWnet.de

Schreiben Sie eine E-Mail an mitmachen@aswnet.de oder rufen Sie an unter 030 – 99 29 69 535.

 

Foto: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.