Länderinformationen zu Sambia

Trotz stabiler Regierungsführung und 15 Jahre beständigen Wirtschaftswachstums, gehört Sambia immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt.
Flagge von Sambia

Länderinformationen zu Sambia

Sambia gilt im regionalen Vergleich als Musterstaat: Nach dem Ende der britischen Kolonialzeit ist die Transformation von einem zentralistischen Einparteienstaat hin zu einer demokratischen Republik mit einer freien Marktwirtschaft weitgehend gelungen.

Die Republik Sambia ist mit einer Fläche von 752.618 Quadratkilometer mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat mit rund 15,5 Mio. Einwohnern aber eine relativ geringe Bevölkerungsdichte. Sambias größter Fluss, der Sambesi, durchfließt das Land auf einer Länge von circa 2.500 km und bildet gleichsam die Südgrenze zu Namibia, Botsuana und Simbabwe. Das politische und wirtschaftliche Zentrum des Binnenstaates ist Lusaka – relativ gut ausgebaute Straßen, Eisenbahnlinien und ein internationaler Flughafen verbinden die 1,5 Mio. Einwohner der Hauptstadt mit dem Rest des Landes.

Sambia liegt auf einer Hochebene (1.100 bis 1.500 m), welche von Bergketten und tiefen Tälern durchzogen ist. Eine Savannenlandschaft mit zahlreichen Seen, Flüssen, Wasserfällen und Sumpfgebieten prägt das Land. Im Westen finden sich Ausläufer der Kalahari-Wüste. Durch die Höhenlage herrscht ein vorwiegend mildes Klima mit gemäßigten Temperaturen. Der jahreszeitliche Ablauf lässt sich in drei Phasen unterteilen: Eine kühlere Trockenzeit von Mai bis September, eine heiße Trockenzeit von Oktober bis November und daran anschließend eine ergiebige Regenzeit von Dezember bis April.

Extreme Ungleichverteilung der Einkommen

Nach mehr als 15 Jahren beständigen Wirtschaftswachstums, hat sich das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt Sambias auf mehr als 1.800 US-Dollar pro Einwohner vervierfacht. Damit liegt Sambia heute im unteren Bereich der Länder mit mittlerem Einkommen. Die Einkommenszuwächse der vergangenen Jahre kommen allerdings primär den Eliten des Landes zugute. Die Armutsbekämpfung sowie der Ausbau der Schul- und Berufsbildung bleiben die größten Herausforderungen der Regierung. Vor allem in ländlichen Gebieten leben über 60 Prozent der Bevölkerung – von etwa 16 Mio Menschen – auch heute noch von weniger als einem Dollar pro Tag. Unterernährung bei Kindern und stillenden Müttern ist weit verbreitet. Die Millenniumsziele – insbesondere die Senkung der Kindersterblichkeit und der Zugang zu angemessener Trink- und Abwasserversorgung – werden nicht erreicht werden. Sambia befindet sich mit Platz 139 von 188 des Human Development Index (HDI)* der Vereinten Nationen daher noch immer im unteren Viertel. Gleichzeitig gilt Sambia als eines der zukünftig am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Länder.

Kupfer – Hauptexportprodukt: Fluch und Segen

Über viele Jahre hatte Sambia enorm von der hohen Kupfernachfrage aus der Volksrepublik China profitiert. Die Bergbaugesellschaften investierten seit dem Jahr 2000 etwa 10 Milliarden US-Dollar in den Abbau von Kupfer und trugen damit maßgeblich zum hohen Wirtschaftswachstums des Landes bei. Im Jahr 2011 erreichten die Weltmarktpreise für Kupfer ihren bisherigen Höhepunkt. Seitdem ging es mit den Preisen jedoch stetig bergab: Anfang 2016 kostete die Tonne Kupfer weniger als 4.500 US-Dollar, von einst 10.000.

Seitdem bekommt Sambia vor allem die Nachteile der hohen Abhängigkeit vom Kupferbergbau zu spüren. Über 70% der Exporterlöse werden durch den Verkauf von Kupfer erzielt. Der direkte Anteil des Bergbaus am Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 7%, mit zahlreichen Folgewirkungen für andere Wirtschaftszweige, wie die Dienstleistungsindustrie oder den Bausektor. Die Krise im Bergbausektor zieht deshalb die gesamte sambische Volkswirtschaft mit nach unten, Wachstum, Wechselkurs und Staatseinnahmen brechen ein.

Gute diplomatische Beziehungen zwischen Sambia und der Bundesrepublik

2014 feierten die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Sambia das 50-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen. Das Land zählt zu den Schwerpunkt-Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das deutsche Engagement in Sambia konzentriert sich vor allem auf die Wasser- und Sanitärversorgung sowie gute Regierungsführung. Seit 2014 kooperieren Deutschland und Sambia zudem in den Bereichen Landwirtschaft, Energie sowie Management natürlicher Ressourcen.

Bei einem Staatsbesuch 2015 legte Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Grundstein für die Eröffnung eines Verbindungsbüros der Deutschen Industrie- und Handelskammer (AHK) für das südliche Afrika in Lusaka.

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Quelle: Auswärtiges Amt: Deutsche Botschaft Lusaka | GIZ | GTAI