Beiträge

Auswirkungen der Pandemie auf Afrika

Die Auswirkungen der Pandemie auf den afrikanischen Kontinent wirken sich drastisch auf das Leben der Bevölkerung dort aus. Doch es gibt Lichtblicke.

Weitersagen

Auswirkungen der Pandemie auf Afrika

Die vierte Corona-Welle hat uns erreicht. In Deutschland (mit Höchstinzidenz seit Pandemiebeginn) und in ganz Europa in bislang nicht gekanntem Ausmaß. Auch auf dem Nachbarkontinent Afrika herrscht die Pandemie. Aktuelle Zahlen dazu werden eher verhalten kommuniziert, doch vernachlässigen sollte man deshalb das Infektionsgeschehen zwischen Casablanca und Kapstadt auf keinen Fall. Denn die Auswirkungen für die Menschen sind schwerwiegend.

Hohe Dunkelziffer, wenig Möglichkeiten

Ohnehin wird die Dunkelziffer der in Afrika an Covid19 erkrankten Menschen hoch sein. Testung und die Behandlung Betroffener scheitern an einem Gesundheitswesen, das für Situationen wie diese rasch an seine Belastungsgrenzen stößt.


Laut UNICEF gab es in Uganda „zwischen März und Juni 2021 einen Anstieg von Covid19-Fällen um 2800 Prozent“ (1). Namibia hatte in den letzten Monaten sogar die höchste Todesrate in Afrika zu verzeichnen. Im Kongo fehlt es an lebenswichtiger Gesundheitsausstattung und Intensivpflegebetten. Von den weltweit 2,7 Milliarden Impfdosen wurden lediglich 1,5 % an Menschen in Afrika verimpft (1).

Folgen von Lockdowns und Schulschließungen

Die Auswirkungen der Pandemie sind ähnlich wie hierzulande. Und doch sind sie anders, hat man erstmal den Blick geschärft für die Armut, in der viele Menschen in den meisten Ländern Afrikas leben. So kam es zum Beispiel in den meisten Ländern zu mehrwöchigen Schulschließungen. Dadurch gerieten die Kinder in gesellschaftliche Isolation und waren der wohnlichen Enge zuhause ausgesetzt – oft wohnen mehrere Generationen auf engem Raum zusammen. Lernrückstände verheißen nichts Gutes. Insbesondere Kinder aus bildungsferneren Schichten haben den Anschluss in der Schule verloren. Teilweise mussten oder müssen Kinder arbeiten gehen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, weil die Eltern ihren Job verloren haben. Bildungspolitische Erfolge, auch durch internationale Unterstützung, erleiden Rückschläge. Online-Unterricht scheitert oft an der technischen Ausstattung der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, teilweise mangelt es auch an der notwendigen Infrastruktur und dem Knowhow.

Darüber hinaus hat die häusliche Gewalt zugenommen. Missbrauch und Teenager-Schwangerschaften häufen sich signifikant (1). Erstmals seit vielen Jahren ist die Anzahl an Kinderehen wieder gestiegen. Insbesondere Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden, leiden meist ihr Leben lang unter den Folgen. Häufig gehen sie nicht zur Schule und bekommen sehr jung Kinder, was oft Komplikationen in der Schwangerschaft mit sich bringt. Alle diese Faktoren erschweren ihr gesellschaftliches Teilhabe innerhalb ihrer Gemeinschaften.

Hunger und Unterernährung nehmen zu

Auch für die Wirtschaft bringt die Verbreitung des Coronavirus schwerwiegende Einschnitte. IWF (Internationaler Währungsfond) und Weltbank errechneten für 2020 ein Minus von 1,6 % beim Wirtschaftswachstum auf dem afrikanischen Kontinent – so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr (2).

Ausgangssperren schränkten den weitverbreiteten Kleinhandel stark ein. Da gerade in diesem Bereich viele Menschen unter prekären Bedingungen arbeiten und kaum über Rücklagen verfügen, und Nahrungsmittel aufgrund von Produktions- und Lieferengpässen teurer geworden sind, nahmen Hunger und Armut seit Pandemiebeginn deutlich zu. Aktuell sind 282 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unterernährt (5).

Der Lichtblick

Allerdings: Bei der Bekämpfung des Coronavirus flammt Hoffnung auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Anfang 2020 federführend die Initiative COVAX ins Leben gerufen (3). COVAX will weltweit einen gleichmäßigen und gerechten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen gewährleisten. Sie kauft beispielsweise Impfstoffe weltweit auf, um sie dann verstärkt in Afrika verimpfen zu lassen. Die Organisation stand und steht dabei in Konkurrenz zu den Abnehmern aus den wohlhabenden Ländern, die den Weltmarkt für diese Vakzine mit ihrer hohen Kaufkraft rasch leergefegt hatten. Fehlende Kühlhäuser vor Ort in Afrika kommen erschwerend hinzu (1). Dennoch sollte das Engagement von COVAX hoch geschätzt werden. Doch es ist noch ein langer Weg, bis die Pandemie unter Kontrolle sein wird. Dazu müssten alle Länder weltweit zusammenarbeiten und die vorhandenen Ressourcen gerecht aufteilen.

Quellen:

(1) „Tödliche Corona-Welle in Afrika südlich der Sahara„, UNICEF, 28.06.2021

(2) „Die ärmsten Länder trifft es hart“, Tagesschau, 18.05.2021

(3) „Pandemie-Folgen in Afrika: Mehr Teenager bekommen Kinder“, Deutsche Welle, 09.09.2021

(4) „Afrika: Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie“, Deutsche Welle, 10.03.2021

(5) UN: Pandemie verschärft Hunger auf der Welt“, zdf heute, 21.07.2021

(6) UNICEF: Corona forciert Kinderehen“, Deutsche Welle, 08.03.2021

Ugandas Lockdown-Hymne

Während des Lockdowns in Uganda Ende letzten Jahres, schrieb Musiker Eezzy einen Song, der den Menschen wieder gute Laune machen sollte – das Gesundheitsamt war allerdings nicht so begeistert und sperrte “Tumbiza Sound” kurzerhand.

Weitersagen

Ugandas Lockdown-Hymne

Eezzy, der mit echtem Namen Eric Opoka heißt, macht schon seit 2013 Musik. Erfolgreich wurde der Dancehall-Musiker allerdings erst vor etwa zwei Jahren, als er begann in seiner eigenen Sprache Kinyarwanda zu singen. 2020 wollte der 22-jährige nun sein erstes Album veröffentlichen. Doch Covid-19 und die Lockdown-Maßnahmen kamen dazwischen. 

Harte Zeit für Veranstaltungsbranche 

Für die Entertainment-Industrie bedeuteten der Lockdown und die Abstandsregelungen große Ausfälle in den Einnahmen. Auch Eezzys Haupteinnahmequelle waren Auftritte vor Publikum. Vielen seiner Freunde, Kolleginnen und Kollegen ging es ähnlich. 

Während des allgemeinen Lockdown-Blues kam Eezzy die Idee für seinen Song “Tumbiza Sound”:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

In dem Lied singt er darüber, dass er wieder feiern und in Bars gehen will, unter Corona-Auflagen versteht sich: “Wenn sie sagen wir sollen Desinfektionsmittel benutzen – machen wir das! Wenn sie sagen wir sollen Masken tragen – werden wir das!”  

Das Gesundheitsamt greift ein  

Der Tänzer H2C erstellte eine Choreografie, welche auf TikTok von vielen kopiert wurde und viral ging. Der Song erhielt in kurzer Zeit große Aufmerksamkeit. So wurde auch das Gesundheitsministerium Ugandas darauf aufmerksam. Aus Sorge das Lied könnte Leute dazu bringen gegen die Corona-Auflagen zu verstoßen und zu feiern, wurde das Lied gesperrt.  

Das führte allerdings nur zu noch größerer Bekanntheit des Songs. Heute wurde “Tumbiza Sound” von mehr als 2,2 Millionen Menschen auf YouTube geguckt. Nach einem klärenden Gespräch zwischen dem Gesundheitsministerium und Eezzy ist das Lied nun auch in Uganda wieder freigegeben und gilt als Ugandas Lockdown-Hymne.

Quellen:

Mugambwa, J. / Uganda’s music soothing COVID-19 anxiety in DW vom 26.08.2021. 

Pearl, E. / Interview: Meet Eric Opoka in Chimpreports vom 26.11.2020. 

02.09.2021

Informatiker gegen Malaria

Der Informatiker Brian Gitta entwickelte einen Malaria-Test, der ohne Blutabnahme funktioniert – und das sogar deutlich schneller als herkömmliche Tests.

Weitersagen

Informatiker gegen Malaria

In Zentralafrika ist Malaria ein großes Problem, jährlich erkranken Millionen Menschen. Der Informatiker Brian Gitta aus Uganda und seine Familienmitglieder hatten schon unzählige Male Malaria. Er entschied, sich beim Kampf gegen die Krankheit zu beteiligen. 

Frühe Diagnose ist wichtig 

Wenn Malaria früh erkannt wird, ist es oft möglich, sie mit Medikamenten zu behandeln. Allerdings gibt es häufig zu wenig medizinisches Personal im Gesundheitssystem Ugandas. Auch die benötigten Laborgeräte für eine Blutuntersuchung stehen nur teilweise zur Verfügung.  

Zudem müssen viele Menschen einen weiten Weg zurücklegen bis sie an einen Ort mit medizinischem Personal kommen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlich ist ein schwerer Krankheitsverlauf, der oft zum Tod führt.  

Brian Gitta: vom Zocker zum Erfinder 

Brian Gitta spielte in seiner Jugend oft Computerspiele, später studierte er Informatik an der Makerere-Universität in Kampala. Danach wurde er Berater des UN-Bevölkerungsfonds, für den er eine Online-Plattform entwickelte, auf der junge Frauen anonym gewalttätige Übergriffe melden können. 2013 wurde er dafür von den Vereinten Nationen mit dem Women’s Empowerment Award ausgezeichnet.  

Innovativer Malaria-Test 

Vor einigen Jahren erkrankte Gitta dann erneut an Malaria und kam auf die Idee seine IT-Kenntnisse für den Kampf gegen die Krankheit einzusetzen. Mit einigen Freunden entwickelte er mehrere Prototypen. Mit Hilfe von Infrarotlicht und Magnetismus gelang es ihnen, ein Gerät zu entwickeln, welches eine Malariainfektion nachweisen kann. Bei Malaria werden bestimmte Parasiten durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen. Diese Parasiten nisten sich in die Leber ein und gelangen von dort in die Blutlaufbahn, wo sie die roten Blutkörperchen befallen. Sie vermehren sich bis die roten Blutkörperchen platzen und der Erreger und Giftstoffe sich im ganzen Kreislauf ausbreiten. Der Körper reagiert darauf mit Fieberschüben.  

Das Matiscope verwendet Infrarot und ein Magnetfeld 

Der Apparat von Gitta, das “Matiscope”, ist ein etwa Schuhschachtel-großes Gerät. Wer sich auf Malaria testen will, muss lediglich seinen Finger hineinstecken, dieser wird daraufhin mit Infrarotlicht durchleuchtet. Falls die roten Blutkörperchen von  Parasiten befallen sind, wird das Licht gebrochen und erzeugt ein typisches Streumuster, welches von einem Lichtsensor erkannt wird.  

Dieses Streumuster allein reicht allerdings noch nicht für eine sichere Diagnose aus. Das Matiscope erzeugt deshalb zusätzlich ein Magnetfeld. Die Parasiten ernähren sich nämlich vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der zu eisenhaltigen Kristallen verdaut wird. Diese Kristalle können von dem Magnetfeld des Matiscopes registriert werden. 

Ergebnis nach 2 Minuten auf dem Smartphone 

Nach nur zwei Minuten sind die Ergebnisse ausgewertet und können direkt auf ein Smartphone gesendet werden. Bei einer Blutuntersuchung dauert der Infektionsnachweis sonst 30 Minuten. Durch das Matiscope wird auch festgestellt, wie stark das Blut bereits infiziert ist. Diese Informationen dienen zur idealen Medikation. 

Außerdem können die Daten mehrerer Patientinnen und Patienten gebündelt werden und somit festgestellt werden, wo es Infektionsherde gibt. So könnte medizinische Ausrüstung und Personal effizienter eingesetzt werden.  

Das Matiscope: ein Hoffnungsträger im Kampf gegen Malaria 

Das Matiscope und die dazugehörige App sind noch nicht auf dem Markt. Zurzeit gibt es weitere Studien, um die Genauigkeit der Technologie zu verbessern. Auf seiner Internetseite schreibt das Unternehmen Matibabu, welches die Technologie vertreiben wird, dass noch einige Zertifikate benötigt werden, bevor der Verkauf starten kann.  

Nichtsdestotrotz ist Brian Gatti schon jetzt stolz auf sich und die Veränderung, die er im Kampf gegen Malaria bewirken kann. 

Quellen: 

o.A. / Er bekämpft Malaria mit digitaler Technik vom 19.11.2020 in die Welt.  

o. A. / Presskit von Matibabu. 

Eine Seife gegen Malaria

Joan Nalubega entwickelte eine Seife, die sechs Stunden vor Mücken schützt. Sie kann effektiv im Kampf gegen Malaria und andere von Mücken übertragene Krankheiten schützen. Damit viele Menschen sich diese Seife leisten können, entwickelte Nalubega ein spezielles Verkaufsmodell.

Weitersagen

Eine Seife gegen Malaria

Weltweit gibt es jährlich etwa 230 Millionen Malariafälle, die allermeisten von ihnen in tropischen oder sub-tropischen Gebieten der Erde.  

Vor allem Kinder sterben an Malaria 

Joan Nalubega wuchs in Uganda in einem Waisenhaus auf. Sie und die Kinder in ihrem Umfeld erkrankten immer und immer wieder an Malaria. Über 65 % der Malaria-Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren.  

Doch Nalubega hatte Glück und erholte sich jedes Mal wieder. Sie war nie sicher, wie sie sich angesteckt hatte, da sie unter einem Moskitonetz schlief. Aus dieser Erfahrung zog sie die Motivation, etwas für die Lebensumstände von Kindern und ihren Familien zu tun, die unter Malaria leiden.  

Herkömmliche Mittel gegen Mücken sind oft zu teuer 

Zwar gibt es Insektenschutzspray, Moskitonetze und sogar Malariaimpfungen und -medikamente, doch viele Familien können sich diesen Schutz nicht leisten.  

Joan Nalubega entwickelt Seife, die vor Mücken schützt 

Es dauerte einige Jahre, doch schlussendlich gelang es Nalubega eine Seife zu entwickeln, die bis zu sechs Stunden vor Mücken schützt. Mit dieser Seife kann nicht nur der Körper gereinigt, sondern auch Bettlaken und Kleidung gewaschen werden. Zudem bietet die Seife nicht nur Schutz vor Malaria, sondern vor allen von Mücken übertragbaren Krankheiten.  

Durch Querfinanzierung zum Erfolg 

Zu Beginn waren die Produktionskosten der Seife allerdings noch deutlich zu hoch, um einen echten Mehrwert für die breite Bevölkerung Ugandas zu schaffen. Deshalb gründete Nalubega das Unternehmen Uganics.  

Mit Uganics verkauft sie die Seife an Hotels und Safari-Parks zu einem höheren Preis und kann so günstigere Angebote für Menschen mit weniger Geld querfinanzieren. So können auch ärmere Menschen von ihrer Seife profitieren, ohne dass sie auf Spenden angewiesen sind. 

Mehr Informationen: 

https://socialinnovationacademy.org/team/joan-nalubega/

https://www.uganics.org/about-us/

Diva Taxi – Ein Unternehmen von Frauen, für Frauen

Durch das Diva Taxi Unternehmen bekommen Frauen in Uganda die Möglichkeit während der Corona-Krise eine Erwerbstätigkeit auszuüben.

Weitersagen

Logo: Diva Taxi

Diva Taxi – Ein Unternehmen von Frauen, für Frauen

Mitten in der Corona-Krise gegründet, gibt das Unternehmen Diva Taxi für viele Frauen in Uganda eine Antwort auf die große Wirtschaftskrise, die die Corona-Pandemie versursacht hat. Diva Taxi ist ein rein weibliches Taxi-Unternehmen aus Uganda. Das Unternehmen gewährleistet eine sichere Transportmöglichkeit für Frauen und Mädchen. Gleichzeitig ermöglicht es Frauen, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und so für sich selbst sorgen zu können. Um für Diva Taxi arbeiten zu können, benötigen die Frauen lediglich ein funktionierendes Auto.  

Taxi fahren in Corona-Zeiten 

Diva Taxi Gründerin Gillian Kobusingye war persönlich von der Corona-Krise betroffen: Sie verlor ihren Job in der Logistik-Branche. Ihre Idee für ein Taxi-Unternehmen von Frauen für Frauen fand viele Unterstützerinnen und Unterstützer, und so wurde Diva Taxi ins Leben gerufen.   

In der Corona-Krise sind oft vor allem Frauen von Erwerbslosigkeit betroffen. Laut der International Labor Organization sind Frauen härter von der Corona-Krise betroffen als Männer. Mit einer Anstellung bei Diva Taxi bleiben Frauen weiterhin wirtschaftlich unabhängig und erwerben Einkommen für ihre Familien. Eigens entwickelte Hygienekonzepte ermöglichen es dem Taxi-Unternehmen, seine Dienste anzubieten und Frauen und Mädchen auf diese Weise sichere Mobilität zu gewährleisten. 

Ugandas Frauen häufig Opfer sexueller Gewalt 

Nach Angaben im Jahresbericht der ugandischen Polizei waren im Jahr 2016 22 % der Frauen und Mädchen in Uganda Opfer sexueller Gewalt sind. Das entspricht etwa einer Million Menschen. Diva Taxi ist ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit für Frauen. Und zwar sowohl für die Fahrgäste als auch für die Chauffeurinnen. Die Angestellten von Diva Taxi werden intensiv in Selbstverteidigung geschult, so dass sie sich gegen Gewalt und Diebstahl wehren können. 

Gegründet im Juni 2020, sind bis Oktober 2020 schon über 70 Fahrerinnen rekrutiert worden. Die Diva Taxi App erfreut sich großer Beliebtheit: mehr als 500 Mal wurde die App heruntergeladen, die Fahrgäste bescheinigen dem Unternehmen großes Lob: „Die Divas sind immer pünktlich und zuverlässig.“, sagt ein Fahrgast. Diva Taxi ist ein Erfolg für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen in Uganda.  

Der Artikel ist eine übersetzte Zusammenfassung des Artikels „Uganda’s ‚taxi divas‘ rise from COVID-19’s economic gloom“, veröffentlicht am 18.10.2020 auf abcnews.go.com 

Uganda: Schulen in Kampala

Der Zugang zu Bildung stellt für viele Kinder in Uganda die einzige Möglichkeit dar, sich aus der Armut zu befreien. In Kampala unterstützt daher unsere Mitgliedsorganistation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care den Bau und Ausbau von Schulen und trägt so schon seit mehreren Jahren zur Verbesserung der Lernsituation bei.

Weitersagen

_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Schulen in Kampala

Kasubi Schule in Kampala

Der Stadtteil Kasubi ist ein sozialer Brennpunkt in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Armut, katastrophale Straßenverhältnisse und viele Menschen, die keine Perspektive haben. Sie leben von kleinen Dienstleistungen, Gelegenheitsarbeiten oder dem Verkauf der eigenen Ernte. Überall wo ein freies Stück Land ist, wird ein kleiner Garten angelegt. Die Wohnverhältnisse der Familien sind oft erschreckend, so drängen sich ganze Familien in einem sechs bis acht Quadratmeter großen Raum. Versorgungsanschlüsse für Wasser und Strom sind nicht vorhanden oder nicht finanzierbar.

Krankheiten wie Malaria, Durchfall, TBC oder AIDS und die unzureichende medizinische Versorgung führen zu einer niedrigen Lebenserwartung. Viele Kinder leben mit nur einem Elternteil, bei Großeltern oder einem Vormund. Die Ausbildung dieser Kinder gehört darum zu unseren wichtigsten Aufgaben, um die Situation der jungen Menschen für die Zukunft zu sichern und sie damit aus dem Kreislauf der Armut und lebenslangen Diskriminierung durch fehlende Schulbildung zu befreien.

Die Geschichte der Kasubi Schule geht auf das Jahr 1983 zurück. Die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care erwarb damals ein Grundstück von 10.000 m² mit der Zielsetzung, dort eine Kindertagesstätte mit Grundschule für 80 Kinder zu errichten. Aber sehr schnell wurde klar, dass die Gebäudesituation dem Ansturm der Kinder nicht gewachsen war. Mit der wachsenden Kinderschar mussten auch ständig weitere Gebäude erstellt werden. In einem Leistungsvergleich mit allen Schulen in Kampala belegte die Kasubi Schule den 3. Platz. Darin spiegelt sich die große Beliebtheit der Schule, aber auch das besondere Engagement der Lehrer wieder. Heute befinden sich folgende Einrichtungen auf dem Grundstück: Der Kindergarten mit Vorschule (Nursery), die Grund- und Hauptschule (Primary), das Gymnasium (Secondary), ein Ausbildungsprogramm im Schneiderhandwerk, eine Bibliothek für 800 eingetragene Schulen, Wohnraum für die Waisenkinder, das lokale KHW-Landesbüro und eine Kirche.

Die Naomi Froese Schule

1998 wurde die spätere Naomi Froese Schule in dem ärmlichen Stadtteil Wabigalo gegründet. Einfache Holzverschläge als Behausungen, enge Straßen und Abfälle an jeder Ecke prägen das Bild in dem riesigen Slum-Viertel. Schnell gewann die Schule an Bedeutung und hatte bald über 300 Schüler, doch die besondere Problematik dieses Stadtteils machte die Arbeit immer schwerer. Die Lehr- und Lernbedingungen in kleinen Klassenräumen und die Gefahr von Seuchen stellten eine unhaltbare Situation dar. Doch der gute Teamgeist und die Einsatzfreude der Lehrer motivierten zur Weiterarbeit. Durch persönliches Engagement einer deutschen Familie konnte der Grundstock für eine neue Schule gelegt werden. Die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care hat sich dieses Projektes für die Kinder Ugandas angenommen und ein großes Grundstück im Stadtteil Murchison Bay erworben. Der Unterricht läuft nun schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Schulgebäuden und hat so zu einer echten Veränderung der Lern- und Lehrsituation beigetragen.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Uganda: Bildung ist der Schlüssel

Bildung ist der Schlüssel, damit Kinder eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft bekommen und sich damit aus dem Kreislauf der Armut und lebenslangen Diskriminierung durch fehlende Schulbildung befreien können. In Uganda setzt sich unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care in dem Dorf Mawanga für den Ausbau von Klassenzimmern ein.

Weitersagen

_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Bildung ist der Schlüssel

Grund- und Hauptschule in Mawanga

In dem Mittelpunktdorf Mawanga, Iganga Distrikt im Osten von Uganda, leben 5.000 Menschen. Zuzüglich des gesamten Einzugsbereichs von weiteren sechs Dörfern steigt die Zahl auf 20.000. Die Familien betreiben größtenteils Subsistenzwirtschaft. Bei normalem Niederschlag gibt es genügend Nahrungsmittel für die Bewohner. Allerdings sind die finanziellen Mittel je nach Ernteerträgen recht unterschiedlich und teilweise erschreckend niedrig. Viele Familien müssen mit umgerechnet 10 EUR im Monat auskommen. Die Kinder müssen auf den Feldern mithelfen. Den Familien fehlt das Geld für die Bezahlung der Schulgebühren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Weg nach Kasaala zur nächstgelegenen Schule in der Regenzeit kaum passierbar und besonders für Kinder sehr gefährlich ist.

In einer Eigeninitiative haben Eltern, Lehrer und Kinder im Jahr 1986 im Dorf Mawanga eine Schule gegründet. Etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von sechs bis 14 Jahren werden hier von der 1. bis 7. Klasse unterrichtet. In einer Selbsthilfe-Aktion wurden zehn Klassenräume aufgebaut. Allerdings waren dies überwiegend einfache Lehmhäuser mit Grasabdeckung. Die Lichtverhältnisse in den Gebäuden waren katastrophal. Mit einer Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten neue Räumlichkeiten entstehen. Durch ansteigende Schülerzahlen leidet der Unterricht immer wieder unter der räumlichen Enge. So wurden inzwischen wieder einige der alten Klassenräume als Übergangslösung provisorisch hergerichtet. Für den Dauerbetrieb sind sie jedoch nicht geeignet. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care engagiert sich für den Ausbau der Schule mit der Entstehung neuer, zusätzlicher Klassenräume.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Uganda: Hoffnung dank AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p.

Mit dem AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p. unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care zahlreiche Projekte rund um das Thema Beratung und Aufklärung in Bezug auf HIV/AIDS. Besonders Frauen bekommen die Möglichkeit, trotz ihrer Erkrankung eine Ausbildung zu machen und schöpfen somit neue Hoffnung.

Weitersagen

_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Hoffnung dank AIDS-Präventions-Programm t.a.p.p.

Das Tumaini AIDS Prevention Program (t.a.p.p.)

Tumaini bedeutet Hoffnung. Die hat für viele der 40 Millionen Menschen im ostafrikanischen Uganda eine wichtige Bedeutung, denn rund 2,6 Millionen (Weltbank, 2016) von ihnen sind betroffen vom Immunschwäche-Virus HIV/AIDS, der bis heute nicht heilbar ist. Viele Infizierte haben große Angst vor der Zukunft. Fragen über die Zukunft der Kinder und den Tod begleiten sie täglich. Unter dem Namen t.a.p.p. unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care zahlreiche HIV/AIDS-Projekte in Uganda. Hier finden die Betroffenen Lebenshilfe in Form von Beratung, Zuwendung und Aufklärung. Die bereits schwierige Arbeitssituation in Uganda wird durch eine HIV/AIDS-Erkrankung enorm verstärkt. Aus diesem Grund hilft t.a.p.p. den Betroffenen, eigene Verdienst- und Sparmöglichkeiten zu schaffen.

Ausbildung schenkt Zukunft

„Ich bin dankbar, dass ich trotz meiner Krankheit wieder neuen Lebensmut habe. Es macht mich stolz, dass ich dank t.a.p.p. einen Beruf erlernen durfte“, freut sich die 22-jährige Esther, die in der t.a.p.p. Tailoring School in Mutungo, Uganda ihre Ausbildung zur Näherin absolviert und letztes Jahr ihr Diplom erhalten hat. In einem zweijährigen Trainingsprogramm lernen HIV-infizierte Jugendliche hier das Schneiderhandwerk.

Aktuell gibt es zwei Näh-Klassen, die jeweils 25 Azubis aufnehmen können und eine Klasse, die im Bereich des Schusterhandwerks ausgebildet wird. Darüber hinaus ist zukünftig eine mögliche Berufsausbildung zum Friseur geplant. „Ich freue mich über jeden, der an meinem Stand stehenbleibt“, erzählt Esther. Vor dem kleinen Laden ihrer Schwester hat sie jetzt ihr eigenes Geschäft eröffnet. Sie ist sehr fleißig und hat stets geöffnet – nur in den Ferien fährt sie in ihr Dorf zurück, um bei der Ernte zu helfen und zusätzlich Geld zu verdienen. Bis jetzt läuft in ihrer kleinen Schneiderei alles gut, am liebsten näht sie Damenkleidung. „Es wäre toll, wenn ich noch mehr Stoffe für meine Auslage kaufen könnte, um meine kleine Näherei noch weiter auszubauen.“ Die Ausbildung hat Esthers Leben trotz ihrer HIV/AIDS-Erkrankung neue Hoffnung geschenkt. Sie ist stolz, dass sie mit dem erlangten Wissen und ihrer eigenen Nähmaschine nun ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

An über 40 Stellen in Uganda bekommen infizierte Frauen die Möglichkeit, sich durch die Herstellung von Papierschmuck, Kleidung, Geldbörsen, Taschen und weiteren Handarbeiten ein Einkommen zu schaffen, das mehr für sie bedeutet, als nur eine Einnahmequelle. Die wertvolle Gemeinschaft, in der sie zweimal wöchentlich zusammentreffen, die sinnvolle Beschäftigung, die ihnen Anerkennung und Wertschätzung verleiht und die wichtige Bedeutung, selbst zu einer Veränderung ihrer eigenen Situation beitragen zu können, machen Mut und schenken Hoffnung.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Uganda: Ein Klassenzimmer im Flüchtlingscamp

Im Flüchtlingscamp Palorinya im Norden Ugandas leben rund 120.000 Geflüchtete aus dem Südsudan, viele davon sind Kinder und Jugendliche. Um ihnen einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die Integration zu erleichtern, unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care Parolinya unter anderem mit dem Bau einer Sekundarschule und eines Internats.

Weitersagen

_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Ein Klassenzimmer im Flüchtlingscamp

In Uganda leben über 850.000 Geflüchtete aus dem Südsudan. Nach tagelangen Fußmärschen durch gefährliche und unsichere Regionen erreichen sie das Nachbarland. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Südsudan 2013 aus dem jüngsten Land der Welt in die Nachbarländer geflohen sind. Ugandas Flüchtlingspolitik ist besonders. Die Geflüchteten leben in dorfähnlichen Strukturen und haben die Möglichkeit, sich eine Arbeit zu suchen. Jedem wird ein Stück Land zugeordnet, auf dem eine Hütte gebaut und der Boden kultiviert werden kann. Sie sind eingeladen zu bleiben, für immer. Auberginen, Tomaten und anderes Gemüse werden von den Familien auf dem eigenen Grundstück angebaut. Trotz dieser Besonderheiten und Hilfen stehen die Geflüchteten vor großen Herausforderungen. Die gesundheitliche Versorgung und Schulbildung ist nur begrenzt vorhanden und die selbst angebauten Lebensmittel zur Ernährung der Familien reichen nicht aus.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care unterstützt die Kinder und Jugendlichen im Flüchtlingscamp Palorinya in Norduganda. Dort leben über 120.000 Geflüchtete, 87 % davon sind Frauen, Kinder oder Ältere. Im Rahmen des Projekts wurde durch den Bau einer Sekundarschule die Bildungssituation für Flüchtlingskinder aus dem Südsudan verbessert. Die Kinder erhalten Unterricht nach Vorgaben des Bildungsministeriums und damit eine Chance auf eine positive und erfolgreiche Zukunft.

Die Versorgung der SchülerInnen mit einer Mahlzeit während der Schulzeit sichert die Ernährung der Kinder. Lernen funktioniert nur, wenn der Hunger gestillt ist. Zudem führen Mangel- und Unterernährung zu einem geschwächten Immunsystem, geringer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Entwicklungsverzögerungen oder Entwicklungsstörungen. Mit dem Projekt stellt das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care sicher, dass die Schülerinnen und Schüler ausreichend ernährt und die Familien entlastet werden. Da es im weitläufigen Flüchtlingscamp an weiterführenden Schulen mangelt, können viele Kinder und Jugendliche die Schule aufgrund der Entfernung nicht besuchen. Ein Internatsgebäude beherbergt und versorgt zukünftig einige der Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtsmonate. Auch ein Fußballfeld für die Fußballbegeisterten unter ihnen wird neu hinzukommen. Um eine gute Integration der Flüchtlingskinder in ihrem Lebensumfeld in Uganda zu erreichen, bestehen die Schulklassen aus 80 % Flüchtlings- und 20 % einheimischen Kindern. Durch den Bau der Schule und den regelmäßigen Schulunterricht erhalten die traumatisierten Kindern eine stabile Bildungssituation, ein sicheres Umfeld und eine Rückkehr in den Schulalltag.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Uganda: Eine Chance auf Gesundheit

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care unterstützt mit lokalen Partnern fünf Gesundheitszentren in ländlichen Regionen Ugandas, um die dort völlig unzureichende medizinische Versorgung zu verbessern. So können Krankheiten behandelt und Geburten betreut werden sowie Impfungen und Hygieneschulungen durchgeführt werden.

Weitersagen

_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Uganda: Eine Chance auf Gesundheit

HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen sind die weitverbreitetsten Krankheiten und die Haupttodesursachen in Uganda. Trotz Verbesserungen in der Lebenserwartung, in der Kindersterblichkeitsrate und in der Müttersterblichkeit steht das Gesundheitssystem vor Herausforderungen. So sind nicht überall ausreichend Krankenstationen vorhanden oder ihre Kapazitäten reichen nicht für die Anzahl an Menschen aus. Eingeschränkter Zugang zu Operationen, bestimmten Therapien und Medikamenten machen behandelbare Krankheiten lebensgefährlich. Das ugandische Gesundheitssystem ist wie eine Pyramide aufgebaut und gliedert sich in verschiedene Stufen. Je nach Schwere der Erkrankung wird ein Patient jeweils an die nächste Stufe überwiesen. An der Spitze stehen zwei nationale Krankenhäuser.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care unterstützt mit ihren lokalen Partnern fünf Gesundheitszentren in Uganda und trägt damit zur Verbesserung der Patientenversorgung bei. Sie gehören alle der Kategorie II oder III an und sind daher für eine grundlegende Basisversorgung zuständig. Die meisten dieser Stationen liegen in ländlichen Regionen, wo die medizinische Versorgung sehr gering ist. In den Krankenstationen werden verschiedene Tests und Behandlungen durchgeführt, Patienten können über Nacht beherbergt und Medikamente fachgerecht aufbewahrt und verabreicht werden. Hebammen und Geburtsräume ermöglichen eine sichere Geburt, Vor- und Nachsorge. Regelmäßige Impfkampagnen erhöhen den Schutz vor Krankheiten, wie Masern, Polio, Diphtherie oder Hepatitis B. Kostenfreie Kondome sollen vor Krankheiten wie HIV/AIDS und ungewollten Schwangerschaften schützen. Von den Krankenstationen organisierte Hygieneschulungen in den umliegenden Dörfern und Stadtteilen zeigen ihre Wirkung. Durchfallerkrankungen kann vorgebeugt und der allgemeine Gesundheitszustand erhöht werden.

Häufig sind die Krankenstationen eng mit den Schulen des Kinderhilfswerks Global-Care verbunden, wodurch die Schülerinnen und Schüler medizinisch versorgt werden können. Der enge Kontakt reduziert zudem Ängste der Kinder und Jugendlichen, sich bei Beschwerden untersuchen zu lassen. Ein neues Labor und Fortbildungen zum Einsatz von Ultraschallgeräten verbessern das Erkennen und Behandeln von Erkrankungen.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Riesige Heurschreckenschwärme breiten sich weiter in Ostafrika aus und vernichten ganze Ernten. Die Folgen sind veheerend. Die betroffenen Länder kämpfen gegen die Plage an.

Weitersagen

_©picture alliance / AP Images

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Milliarden Heuschrecken fressen die Felder leer

Milliarden Heuschrecken ziehen in riesigen Schwärmen durch Ostafrika und verwüsten ganze Landstriche. Sie fressen in nur wenigen Stunden die Felder leer und vernichten damit die Nahrung von hunderttausenden Menschen. Vor allem Somalia, Äthiopien, Kenia, Eritrea sowie Teile des Sudans und Ugandas sind besonders geplagt. Große Teile der Ernten sind dort bereits zerstört.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Heuschreckenschwärme bis Juni um das 500-fache ansteigen und sich die Plage auf weitere Länder ausweiten könnte. Dann droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Da die meisten Menschen in der Region von der Landwirtschaft leben, hätte das verheerende Folgen auf die Ernährungssituation in ganz Ostafrika. Bis zu 13 Millionen Menschen sind dann von Hunger bedroht.

Auswirkungen in Kenia und Somalia

Für Kenia wäre das die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Somalia hat bereits Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dort leiden schon jetzt 6,7 Millionen Menschen unter akuter Mangelernährung. Denn in vielen der betroffenen Gebiete haben in den letzten Jahren bereits Dürren und Überschwemmungen die Ernten vernichtet.

Uganda setzt Armee ein

Uganda setzt im Kampf gegen die Heuschrecken sogar seine Armee ein. 2.000 Soldaten wurden in die betroffenen Gebiete im Osten des Landes verlegt und zwei Flugzeuge wurden angeschafft, um die Schwärme aus der Luft mit Insektiziden zu bekämpfen. Das ist laut Experten auch die einzige wirksame Gegenmaßnahme.

Auch Äthiopien geht mittlerweile mit Luft- und Bodeneinsätzen gegen die Heuschreckenschwärme vor.

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Mittlerweile breiten sich die Schwärme auch außerhalb Afrikas in Richtung Osten aus, wo laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jetzt auch die Arabische Halbinsel, die Küste des Persischen Golfs in Kuwait, Bahrain und Katar betroffen sind.

„Die Heuschreckenschwärme treffen auf eine Region, in der Millionen Kinder bereits mangelernährt sind“, erklärt Sid Johann Peruvemba, Vorstand von action medeor, und macht den Ernst der Lage in Ostafrika deutlich: „Die Menschen stehen vor dem Nichts.“

Unsere Mitgliedsorganisationen versuchen das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit den lokalen Partnern plant beispielsweise action medeor in Somalia Bargeldhilfen, Lebensmittelverteilungen und Rehabilitationsmaßnahmen wie Saatgutverteilungen für eine spätere Nachsaat.

Quellen und weitere Informationen

https://www.agrarheute.com/tier/heuschreckenplage-bedroht-staaten-565307

http://www.fao.org/emergencies/fao-in-action/stories/stories-detail/en/c/1263522/

https://www.tagesschau.de/ausland/heuschreckenplage-103.html

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen: