Von C wie China bis D wie Diskotheken

Wissenswertes über Afrika von C bis D
Party in Diskothek

Von C wie China bis D wie Diskotheken

China

Über Chinas Investitionen in Afrika scheiden sich die Geister. Aber eines steht fest: China ist fast überall in Subsahara-Afrika aktiv und präsent. Die chinesische Regierung sowie unzählige chinesische Privatunternehmen haben vielen afrikanischen Ländern hohe Kredite gewährt und Tausende Arbeiter nach Afrika geschickt. Momentan leben fast eine Million Chinesen auf dem afrikanischen Kontinent. Sie errichten Krankenhäuser und Regierungsgebäude, bauen oder erneuern die Infrastruktur. Allein im vergangenen Jahr haben chinesische Unternehmen 56,5 Milliarden Dollar in Afrika investiert. Ohne diese Hilfe läge Afrika weit hinter seinem heutigen Stand zurück, so der Spiegel. Für China, als aufsteigende Wirtschaftskraft, ist Afrika vor allem ein Absatzmarkt. Zudem sind die üppigen Rohstoffvorkommen des Kontinents sehr attraktiv für China. Um den Rohstoffbedarf der eigenen wachsenden Bevölkerung zu decken, werden bilaterale Verträge abgeschlossen, die den Chinesen erlauben, Bodenschätze wie Gold, Kupfer, Kohle, Öl und Coltan abzubauen. Im Gegenzug erhalten afrikanische Staaten Kredite. Europa und die USA begegnen dem chinesischen Engagement in Afrika mit großer Skepsis. Diese kommt insbesondere gegenüber der chinesischen Entwicklungshilfe, die nicht an Fragen der guten Regierungsführung, Wahrung der Menschenrechte oder Korruption gekoppelt ist, zum Ausdruck.

Christentum

Der erste historische Beleg für eine christliche Präsenz in Afrika südlich der Sahara stammt aus dem 4. Jahrhundert aus Äthiopien. Erst im 15. Jahrhundert erreichte das Christentum die Gebiete südlich der Sahara. Von den europäischen Kolonialmächten, zuerst von den Portugiesen, wurde es über den Seeweg auf den Kontinent gebracht. Erste Missionierungserfolge erzielten die Christen im Umfeld ihrer Handelsstützpunkte, aber auch bei einzelnen afrikanischen Herrschern, z. B. bei Afonso I., dem Herrscher des Kongoreiches. Afonso I. trieb zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Christianisierung seines mächtigen Reiches voran, indem er beispielsweise eine Art Staatskirche einführte. Im 19. Jahrhundert begannen protestantische Missionare aus Großbritannien systematische Missionierungsarbeit in Afrika. Dieser Prozess basierte auf der Übersetzung der Bibel in mehrere afrikanische Sprachen und ermöglichte die Entstehung eines afrikanischen Klerus. Die Indigenisierung, die eine Akzeptanz vieler traditioneller Glaubensüberzeugungen und -praktiken beinhaltete, schritt rasch voran. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden insbesondere in Süd- und Westafrika immer mehr „Afrikanische Unabhängige Kirchen“, die heute mit über 60.000 Gemeinschaften das afrikanische Christentum maßgeblich prägen. Gegründet wurden diese meist von afrikanischen Geistlichen, die aus den Missionskirchen ausgeschlossen worden waren, weil sie einen offenen Millenarismus predigten, Kranke heilten und Weissagungen machten.

Gemessen an der gesamten afrikanischen Bevölkerung ist das Christentum nach dem Islam heute mit 41,3 Prozent gläubiger Christen (CIA World Factbook, 2009) die zweitgrößte Religion auf dem Kontinent. Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt heute im östlichen, zentralen und südlichen Afrika.

Siehe auch: Religion, Judentum, Islam

Coca-Cola

Während in den Industrieländern kaum noch ein Verbraucheranstieg der Limonaden des weltgrößten Getränkeherstellers zu verzeichnen ist, wächst der Ansturm in den Entwicklungs- und Schwellenländern – allen voran in Afrika. Einen großen Umsatzschub erlangte die Coca-Cola Company in Afrika, als sie als Hauptsponsor der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika auftrat. In keinem Laden, und sei es auch nur ein kleiner Dorfkiosk, fehlen heute Fanta, Sprite und Co. Die afrikanische Mittelschicht sei auf Wachstumskurs, besonders in den Großstädten, erklärte Konzern-Chef Muhtar Kent gegenüber der Wirtschaftswoche. Immer mehr Leute können sich das Kultgetränk leisten. Bis 2020 möchte die Coca-Cola Company 20 Milliarden Dollar in den afrikanischen Markt investieren. Bereits jetzt verkauft das Unternehmen in Afrika Getränke im Wert von jährlich 2,5 Milliarden Dollar. Die Coca-Cola Company ist ein Beispiel für global agierende Markenkonzerne, die ihren Ursprung in den USA haben. Mit ihren Produkten erweitern sie nicht nur das Warenangebot in der jeweiligen Zielregion, sondern verdrängen dabei auch regionale Produkte. Das Trinken von Coca-Cola, das Tragen von Nike-Schuhen und das Essen bei McDonald’s sind immer auch ein Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses.
Laut der Bundeszentrale für politische Bildung wird im sogenannten Globalisierungsdiskurs einerseits die Dominanz westlicher Kulturen und das damit verbundene Konsummuster kritisiert. Andererseits wird auf Homogenisierungstendenzen hingewiesen, die im Zuge von Standardisierungs- und Vereinheitlichungsprozessen zu einer Verschmelzung von Kulturen führen: Wenn sich das weltweite Konsumverhalten und andere Bereiche des Alltagslebens immer weiter angleichen, werden lokale Traditionen schrittweise durch eine Einheitskultur ersetzt.

Hier gibts einen interessanten Kurzfilm zum Thema Globalisierung.

Und hier noch die Antwort auf die oft gestellte Frage, ob die Coca-Cola-Limonaden in Afrika süßer sind als hierzulande: Ja.

Computer

Afrika muss als „Friedhof der Computer“ oft als Enddeponie für den europäischen Elektroschrott herhalten. Computer haben in Industrieländern im Durchschnitt nur eine Lebensdauer von zwei bis drei Jahren, bevor sie ersetzt werden. Es ist eine Verschwendung von Ressourcen, von der die Menschen auf den afrikanischen Schrottdeponien ein wenig profitieren wollen. Sie gewinnen Rohstoffe aus entsorgten Elektrogeräten und verkaufen sie weiter. Bis zu 13.000 Tonnen sogenannter electronic waste werden allein in einer Elektroschrottdeponie in Ghana jährlich auf der Suche nach Stahl, Kupfer oder Aluminium verarbeitet. Eigentlich ist nach deutscher Gesetzeslage der Export von Elektromüll nach Afrika ein illegaler Akt, dennoch gelangt der gefährliche Abfall immer wieder in den globalen Süden.

Die Menschen, die sich durch die Verarbeitung des Schrotts ihren Lebensunterhalt verdienen, sind einem erheblichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Die Schadstoffe sind krebserregend, können Nieren- und Leberschäden verursachen und auf Dauer das Immunsystem beeinträchtigen. Laut einer Studie zum nachhaltigen Management von Elektroabfall in Ghana kann man das Problem der Abschiebung defekter Elektrowaren nach Afrika nur in den Griff bekommen, indem verschärfte Gesetze und Kontrollen die illegalen Exporte bremsen. Die westlichen Unternehmen müssten dann die Rohstoffe, die momentan verloren gehen, nicht mehr teuer einkaufen. Durch richtiges Recycling könnten fast 90 Prozent mehr Silber, Gold und Palladium aus alten Rechnern gewonnen werden. Die Zusammenarbeit würde sich für alle lohnen.

Cotonou-Abkommen

Das Cotonou-Abkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag über Entwicklungszusammenarbeit zwischen den AKP-Staaten (Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik) und der Europäischen Gemeinschaft. Dieser hat zum Ziel, die politische und wirtschaftliche Lage in den Partnerländern durch eine enge Zusammenarbeit, direkte Unterstützung und eine Wirtschaftspartnerschaft zu verbessern. Cotonou ist die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Benin: hier wurde das Abkommen im Jahr 2000 für einen Zeitraum von 20 Jahren geschlossen. Es löste damit das 25 Jahre alte Abkommen von Lomé ab.

Das Abkommen von Cotonou bietet einen Rahmen für die Kooperationsbeziehungen der Europäischen Union, um die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der AKP-Staaten zu fördern. Die Partnerschaft ist auf das Ziel ausgerichtet, die Armut einzudämmen und schließlich zu besiegen. Die Kooperation muss auch zum Frieden und zur Sicherheit sowie zur politischen und demokratischen Stabilität in den AKP-Staaten beitragen. Vor diesem Hintergrund handeln die Partner dieses Abkommens gemeinsam, um die Millennium-Entwicklungsziele Schritt für Schritt zu verwirklichen.

Lesen Sie hier die Zusammenfassung der Gesetzgebung.

Siehe auch: Lomé-Abkommen

Darfur

Darfur ist eine Region im Westen des Sudan. In der 500.000 Quadratkilometer großen Region leben ca. fünf Millionen Menschen. Vielen ist Darfur aufgrund des seit 2003 anhaltenden Konflikts bekannt, der laut UN-Angaben bis 2008 über 400.000 Menschen das Leben gekostet und weitere 2,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat. 2003 begann in Darfur der Aufstand der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLM/A) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (LJM). Sie warfen der sudanesischen Regierung unter Omar al-Baschir vor, die Region zu marginalisieren und die Bevölkerung zu unterdrücken. Die Regierung reagierte mit verheerenden Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgeführt von arabischen Milizen, den Dschandschawid. Im Juli 2008 hat der Chefankläger des Haager Tribunals einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir wegen Völkermords erlassen. Es war das erste Mal, dass ein solcher Schritt gegen einen amtierenden Staatschef erfolgte.

Seit Anfang 2012 macht der Friedensprozess mit der Einrichtung der „Darfur Regional Authority“ (DRA) Fortschritte. Im März 2012 wurde das „Doha Document for Peace in Darfur“ (DDPD) von der Regierung des Sudan und dem LJM angenommen. Ein Rahmenabkommen der Mission UNAMID zum Darfur-Friedensprozess soll die Umsetzung des Doha-Dokuments unterstützen, die Rebellengruppen, die das Doha-Dokument nicht unterzeichnet haben, einbeziehen und die Zivilgesellschaft in Darfur am Friedensprozess beteiligen. Im Januar 2012 wurden auch die neuen Bundesstaaten Zentral-Darfur und Ost-Darfur gegründet.

Demokratie

Demokratie bezeichnet in der europäischen Kultur einerseits das Ideal einer „Volksherrschaft“, bei der die Zustimmung der Mehrheit der Bürger und deren Beteiligung die Regierungsform legitimieren. Andererseits werden auch politische Systeme als Demokratien bezeichnet, die sich auf freie Wahlen, das Mehrheitsprinzip, die Respektierung einer politischen Opposition und einer Verfassungsmäßigkeit berufen. Dieses Verständnis voraussetzend, sind Demokratisierungsprozesse auf dem afrikanischen Kontinent verstärkt seit Beginn der 1990er-Jahre zu beobachten. Der Bertelsmann Transformationsindex hat vor einigen Jahren die verschiedenen Entwicklungen (Untersuchungszeitraum 2003–2005) genauer untersucht und festgestellt, dass in vielen Ländern positive Veränderungen erfolgten. Informieren Sie sich hier ausführlich über die Ergebnisse der Studie. Der ghanaische Politikwissenschaftler Emmanuel Gyimah-Boadi kam 2008 mit dem Afrobarometer zu dem Ergebnis, dass sich die Mehrheit der Afrikaner (mehr) Demokratie wünscht und mit gegenwärtigen demokratischen Regierungen in Afrika nicht zufrieden ist.

Siehe auch: Diktatur

Desertifikation

Desertifikation bezeichnet die Ausbreitung wüstenähnlicher Verhältnisse in Gebieten, in denen sie zonal-klimatisch nicht existieren. 1977 wurde in Nairobi die „United Nations Conference on Desertification“ (UNCOD) einberufen. Damit wurde auch der Begriff Desertifikation allgemein bekannt. Desertifikation ist maßgeblich vom Menschen verursacht. Das Phänomen äußert sich durch eine deutliche Verminderung bzw. Zerstörung des biologisch-biotischen Potenzials des Landes, sodass wüstenähnliche Bedingungen entstehen. Für die Ausbreitung der Desertifikation im 20. und 21. Jahrhundert in den randtropischen, semiariden und subtropischen Klimazonen wird i.d.R. die Ursachenkette Bevölkerungsdruck, Überkultivierung, Überweidung und Abholzung als ausschlaggebend angesehen. Aber auch klimabedingte Ursachen wie Hitzewellen, Starkregen, Dürren und Überschwemmungen treiben die Desertifikation voran. 1994 unterschrieben die Vereinten Nationen das Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung und erklärten damit das Ziel, in von „Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika, durch wirksame Maßnahmen auf allen Ebenen die Wüstenbildung zu bekämpfen und die Dürrefolgen zu mildern, um zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung in den betroffenen Gebieten beizutragen.“

Siehe auch: Sahara

Diamanten

Diamanten bilden sich im Erdmantel unter hohem Druck, typischerweise in einer Tiefe von etwa 150 Kilometern und bei Temperaturen von 1.200 bis 1.400 Grad Celsius. Die größten Diamantenvorkommen befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent: in Südafrika, Namibia, Angola, Botswana, in der Republik Kongo und in Sierra Leone.

Aufgrund der exorbitanten Preise, die für Diamanten gezahlt werden, kommt es vor allem in den Krisengebieten der Welt zu Grabungen unter schlechten und zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen. Wenn einzelne Arbeiter fündig werden, werden die Rohdiamanten zumeist billig an die lokalen Machthaber verkauft, sodass nur ein Bruchteil der Gewinne bei den eigentlichen Schürfern bleibt.

Mit den Gewinnen aus dem Diamantenhandel werden auf dem afrikanischen Kontinent auch Bürgerkriege finanziert, so zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo. Die Vereinten Nationen versuchen den Handel mit diesen sogenannten Blutdiamanten beziehungsweise Konfliktdiamanten zu unterbinden. 2003 wurde der Kimberley-Prozess von der UN ins Leben gerufen. Er soll sicherstellen, dass keine Rohdiamanten in den Handel gelangen, die zur Finanzierung von Rebellengruppen beitragen. Die Mitgliedsstaaten stehen dabei in der Verantwortung, die Garantie dafür zu übernehmen, dass die Diamanten konfliktfrei abgebaut werden. Dies soll durch die Zertifizierung von Rohdiamanten erreicht werden. Allerdings ist der Kimberley-Prozess eine freiwillige Selbstverpflichtung und verfügt über keinerlei Sanktionsmöglichkeiten.

Siehe auch: Bodenschätze, Rohstoffe

Diktatur

Im europäischen Verständnis gilt Diktatur als eine Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person oder eine Gruppe von Personen mit unbeschränkter politischer Macht regiert. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es viele Länder mit sogenannten repressiven Diktaturen. Dies sind Länder, die zwar demokratisch erscheinen, aber insgesamt sehr autoritär regiert werden. Die Afrikanische Union wurde im Jahr 2002 unter anderem mit dem Ziel gegründet, demokratische Strukturen in den Ländern des Kontinents durchzusetzen. Das German Institute of Global and Area Studies (GIGA-Institut) bietet eine Reihe von Zahlen und Fakten zum Thema Diktatur in Afrika. Interessiert Sie die Staatsform eines speziellen Landes? Oder wollen Sie mehr über „Good Governance“ in Afrika erfahren? Dann informieren Sie sich auf den Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Siehe auch: Demokratie

Diskotheken

Wer glaubt, das Nachtleben in den Groß- und Hauptstädten des afrikanischen Kontinents sei spröde, hat weit gefehlt. Ob in Accra, Lagos, Mombasa, Addis Abeba, Ouagadougou oder in Dakar, überall können die Städter unter der Woche und an den Wochenenden tanzend und feiernd ihren Alltagsstress hinter sich lassen. In fast jeder großen Stadt gibt es eine pulsierende Bar- und Clubszene. Die konsumierte Musik reicht von US-amerikanischen Hip-Hop-Beats bis hin zu landestypischen Klängen, die oft ein Mix aus indigenen, amerikanischen und europäischen Einflüssen sind. Die Nacht zum Tag machen – das ist die Devise.

Foto: pixaby, Lizenz: CC0