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Benin: Aufbau einer nachhaltigen Ausbildungsfarm zur Stärkung des Kinderschutzzentrums La Passerelle

In Benin unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. den Träger des Kinderschutzzentrums La Passerelle durch den Aufbau einer modellhaften Ausbildungsfarm bei der Selbstversorgung des Zentrums.

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_@Kinderrechte Afrika e.V.

Benin: Aufbau einer nachhaltigen Ausbildungsfarm zur Stärkung des Kinderschutzzentrums La Passerelle

Mädchen, die Gewalt, sexuelle oder wirtschaftliche Ausbeutung, Kinderhandel, Früh- und Zwangsheirat, Ausgrenzung oder Vernachlässigung erlebt haben, erfahren im Zentrum „La Passerelle“ Schutz und Förderung. Der Träger ESGB steht jedoch vor der Herausforderung, die Aufnahme, Versorgung und Begleitung der Mädchen langfristig aus eigenen Mitteln finanzieren zu müssen. Durch den Aufbau einer modellhaften Ausbildungsfarm durch unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. soll zum einen die Grundversorgung im Zentrum, insbesondere die ausgewogene Ernährung, von mindestens 200 Mädchen jährlich nachhaltig gesichert werden. Zum anderen wird auf der Farm die Möglichkeit einer Grundausbildung in landwirtschaftlichen Aktivitäten für jährlich 10 Mädchen geschaffen. Diese sind damit in ihrer Eigenständigkeit gestärkt und künftig weniger gefährdet von Armut, Ausbeutung und Gewalt.

Hintergründe und Lösungsansatz 

Unser Partner ESGB begleitet Kinder, insbesondere Mädchen in Notsituationen. Bis sich eine Möglichkeit für ihre Wiedereingliederung bietet, finden sie im Kinderschutzzentrum von ESGB „La Passerelle“ Schutz und Förderung.

Die Grundversorgung (Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel, notwendige medizinische Versorgung) für ein Mädchen im Zentrum kostet pro Tag ca. 1,50 €. Zusammen mit weiteren laufenden Kosten (Strom, Wasser, Betreuung und Begleitung) sind es 4,00 €, die pro Tag pro Mädchen anfallen. ESGB hat große Anstrengungen unternommen, lokale Spenden und Finanzierungen hierfür einzuwerben, allerdings können diese nur einen kleinen Teil des Bedarfs decken und stellen kein nachhaltiges Finanzierungskonzept dar. Der beninische Staat leistet keine finanzielle Unterstützung für zivilgesellschaftliche Sozialeinrichtungen. ESGB steht nun vor der Herausforderung, die Versorgung der Kinder und den laufenden Betrieb seiner Einrichtung selbst sicherzustellen.

Das Projekt unterstützt den Aufbau einer Ausbildungsfarm, die mit nachhaltigen biologischen Anbaumethoden zur Selbstversorgung des Zentrums beitragen soll. Der Anbau von Getreide, Obst, Gemüse und Heilpflanzen unterstützt die gesunde und ausgewogene Ernährung der Kinder und mit dem Verkauf von Überschüssen können weitere Ausgaben des Zentrums (Kleidung, Hygieneprodukte, Schulmaterialien etc.) finanziert werden.

Zudem soll die Farm eine Ausbildungsmöglichkeit für Mädchen ab 14 Jahren bieten, für die eine Einschulung nicht mehr möglich oder sinnvoll ist und die sich für eine Zukunft in der Landwirtschaft interessieren. Die meisten der Mädchen kommen aus ländlichen Regionen, erhalten also eine Zukunftsperspektive in einem ihnen bekannten Milieu.

Ziele des Projekts

Oberziel: Verbesserung des Kinderschutzes sowie der Bildungs- und Zukunftschancen für Mädchen in der Region Ouémé in Benin

Projektziel: Die Ausbildungsfarm von ESGB trägt zur nachhaltigeren Grundversorgung, insbesondere einer ausgewogenen Ernährung, sowie zu verbesserten Zukunftsperspektiven der Kinder im Zentrum La Passerelle bei.

Unterziele:

  1. Das Kinderschutzzentrum La Passerelle ist in seiner finanziellen Unabhängigkeit gestärkt und kann jährlich mindestens 200 Kinder in Not während ihrer Aufnahme und Begleitung in der Einrichtung weitgehend selbst versorgen.
  2. Das Zentrum bietet jährlich 10 interessierten Mädchen eine Grundausbildung in ökologischen landwirtschaftlichen Aktivitäten und im Gartenanbau.

Projektmaßnahmen

  • Aufbau der Infrastrukturen auf der Farm, darunter
    • einfache Unterkünfte
    • einfache geschlechtergetrennte Sanitäreinrichtungen (Latrine und Dusche)
    • Küche mit energiesparender Kochstelle, Waschbecken für Geschirr und Kleidung
    • offene Rundhütte als sozialer Mittelpunkt der Farm, für Mahlzeiten, Gespräche, kulturelle Aktivitäten und theoretische Ausbildungseinheiten
    • Lagerraum für Geräte, Saatgut und Agrarprodukte
    • einfache Ställe für Ziegen, Schafe, Hasen, Hühner, Perlhühner
  • Ausstattung der Farmgebäude mit Betten, Matratzen, Tischen, Stühlen, Bänken, Regalen, Tafel, Motorrad
  • Aufbau und Durchführung landwirtschaftlicher Aktivitäten für die Selbstversorgung des Zentrums La Passerelle, darunter
    • Getreide- und Gemüseanbau,
    • Pflanzung von Obst- und Nutzholzbäumen (z. B. Orange, Papaya, Avocado, Banane, Zitrone, Palmen),
    • Anbau von Medizin- und Heilpflanzen,
    • Tierhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner und Perlhühner)
    • Kompostierung zur Düngung und natürlichen Schädlingsbekämpfung
  • Grundausbildung von 10 Mädchen über 14 Jahren, die sich für eine Zukunft in der Landwirtschaft interessieren
  • Unterstützung der Mädchen für den Start in die Selbstständigkeit (Arbeitsgerät, Saatgut, Küken…) nach abgeschlossenem Lehrgang

Finanzierung

Projektkosten: 33.080 Euro

Finanzpartner:

  • Mit finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
Staatsministerium Baden-Würtemberg
  • Hinzu kommen Eigenmittel von ESGB und Kinderrechte Afrika e. V. (d.h. Spenden)

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Togo: Stärkung von Kinderschutz-Zentren

In Togo fördert unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika zivilgesellschaftliche Kinderschutzeinrichtungen. Diese werden bei der Umsetzung nationaler Normen und Standards sowie der Einführung eines kinderrechtsbasierten Arbeitsansatzes unterstützt.

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_©Kinderrechte Afrika

Togo: Stärkung von Kinderschutz-Zentren

In den Regionen Plateaux Centrale und Kara in Togo arbeitet unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. gemeinsam mit ihrem lokalen Projektpartner CREUSET-Togo daran, 6 Kinderschutzzentren bei der Umsetzung nationaler Standards zu unterstützen und einen kinderrechtsbasierten Arbeitsansatz einzuführen.

Das Kinderschutzzentrum Kandyaa von CREUSET, das in einem gemeinsamen Projekt mit Kinderrechte Afrika e. V. aufgebaut wurde, hat sich in Togo als Modellzentrum etabliert. Bei einer landesweiten Evaluierung von 120 Kinderschutzeinrichtungen wurde Kandyaa als eine von wenigen als leistungsfähig eingestuft. Andere Zentren wurden als verbesserungswürdig, nicht funktionell oder gar misshandelnd beurteilt. Mit diesem Projekt möchte CREUSET seine Erfahrungen beim Aufbau, Führen und Verwalten eines Kinderschutzzentrums nun an die Betreiber 6 anderer Einrichtungen weitergeben und sie bei der Erfüllung nationaler und internationaler Normen unterstützen. Dazu gehört u. a. die Renovierung bzw. der Ausbau von derzeit gesundheitsschädlichen bzw. dysfunktionalen Räumlichkeiten, Spielbereichen und Sanitäranlagen sowie die Einführung eines kinderrechtsbasierten pädagogischen Konzepts, einer transparenten (Finanz-)Verwaltung und Einkommen schaffender Maßnahmen für eine zunehmend eigenständige Finanzierung der Zentren.

Ausgangssituation in den Kinderschutzzentren

In Togo leben viele Kinder in prekären Notsituationen, auf der Straße, in ausbeuterischen (sklaven-ähnlichen) Arbeitsverhältnissen, werden aufgrund von Anschuldigungen der Hexerei von ihren Familien oder Stieffamilien verstoßen, misshandelt oder geraten in die Hände von Kinderhändlern.

Ca. 4.000 dieser Kinder finden derzeit Zuflucht in Kinderschutzzentren.

Viele Kinder, die in Not geraten, werden von Sozialarbeiter(inne)n, Richter(inne)n, Polizeieinheiten, lokalen und traditionellen Autoritäten oder anderen Akteuren an CREUSET vermittelt, dessen Zentrum landesweit einen guten Ruf für die Aufnahme und Begleitung von Kindern in Not hat. Dadurch kommt Kandyaa aber auch täglich an die Grenzen seiner Kapazitäten. In Togo besteht daher ein großer Bedarf an weiteren leistungsfähigen Einrichtungen für den Kinderschutz.

Die 6 im Rahmen dieses Projekts begleiteten Zentren nehmen Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen auf (Waisen und Halb-Waisen; Kinder, die auf der Straße Leben; Kinder, die der Hexerei bezichtigt werden; Kinder aus instabilen Familienverhältnissen etc.) und bieten ihnen Schutz. Jedoch fehlt ihnen u. a. ein pädagogisches Konzept, dass auch sozio-pädagogische, spielerische, künstlerische oder sportliche Aktivitäten vorsieht, die Beteiligung von Kindern berücksichtigt oder ein Konzept für die Wiedereingliederung von Kindern enthält. Es fehlen Bereiche für Sport und Spiel oder Gemeinschaftsräume zum Essen und Lernen.

Die Sanitärbereiche sind marode, unhygienisch und nicht nach Geschlechtern getrennt. Teilweise versickern die Abwässer einfach im Boden oder die Kinder müssen sich in die Büsche schlagen. Die Strom- und Trinkwasserversorgung ist unzureichend. Schlafräume sind z. T. baufällig durch starke Abnutzung, undichte Fenster, Termitenbefall oder schlechte Elektroinstallationen (offene Kabel stellen ein großes Risiko für die Kinder dar: Kurzschlüsse, Stromschlag o.ä.). Sie sind teilweise dunkel und schlecht belüftet, was nicht nur Gesundheitsrisiken birgt, sondern auch Ungeziefer anzieht. Die Betten und Matratzen reichen meist nicht für alle aufgenommenen Kinder und/oder fallen auseinander.

Die hygienischen Bedingungen für die Lagerung der Nahrungsvorräte und Essenszubereitung sind verbesserungswürdig. Es fehlen Schornsteine oder Abzugsschächte für den Rauch und Essensdämpfe über den Kochstellen (die auch teilweise brüchig sind). Es gibt einen großen Bedarf an Küchenutensilien, aber auch an Sport-, Spiel- und Lernmaterialien.

Die Leitungen der ausgewählten Zentren sind sehr engagiert für die Kinder und bringen sich auch in großem Umfang ehrenamtlich ein, jedoch fehlen ihnen derzeit die finanziellen und personellen Ressourcen sowie spezifisches Know-How, um die Aufnahme- und Betreuungsbedingungen für die Kinder zu verbessern. Das Projekt soll sie in dieser Hinsicht unterstützen und begleiten.

Ziele des Projekts

Oberziel: Das Projekt trägt dazu bei, den institutionellen zivilgesellschaftlichen Kindesschutz in 3 der 5 Regionen Togos zu stärken.

Projektziel: In 6 Kinderschutzeinrichtungen Togos entsprechen Aufnahme und Begleitung der Kinder den Kinderrechten sowie nationalen Normen und Standards.

Unterziele:

  1. Die Aufnahmekapazitäten von 6 zivilgesellschaftlichen Kinderschutzzentren entsprechen nationalen Normen und Standards, die Unterbringungsbedingungen für Kinder sind nachhaltig verbessert, darunter insgesamt 240 Kinder während der Projektlaufzeit.
  2. Das Personal der 6 Zentren betreut und begleitet die aufgenommenen Kinder gemäß einem kinderrechtsbasierten Arbeitsansatz.
  3. Die Lebensfähigkeit der 6 Zentren ist nachhaltig gestärkt.
  4. Die dezentralisierten staatlichen Dienste und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen in den Projektgemeinden unterstützen die Arbeit der Zentren.

Projektmaßnahmen

6 Kinderschutzzentren in Togo werden für die Erfüllung nationaler Normen und Standards unterstützt. Dazu gehört u. a.

  • Die Renovierung/der Ausbau von derzeit gesundheitsschädlichen bzw. dysfunktionalen Räumlichkeiten, Spielbereichen und Sanitäranlagen in 6 ausgewählten Zentren.
  • Die Unterstützung der Einrichtungen für die Selbstversorgung und die Aufnahme bzw. Professionalisierung von Einkommen schaffenden Maßnahmen, sodass sie nachhaltig geführt und auch in Zukunft für die Grundbedürfnisse von Kindern in Not aufkommen können
  • Die Schulung und Begleitung der Zentren bei der Einführung eines kinderrechtsbasierten pädagogischen Konzepts und einer transparenten (Finanz-)Verwaltung.

Weitere Maßnahmen betreffen die Unterstützung/Vernetzung der Zentren in ihrem gesellschaftlichen und politischen Umfeld, darunter

  • Die Arbeit mit Medien (insbesondere Radioprogramme) und Informationsveranstaltungen zur Information der Bevölkerung über die Notwendigkeit der Arbeit der Zentren und ihren Unterstützungsbedarf sowie zur elterlichen Verantwortung
  • Die Arbeit mit Kinder- und Jugendgruppen in den Projektgemeinden, um die Stigmatisierung der Kinder aus den Zentren zu reduzieren
  • Netzwerkarbeit für einen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Lobbyarbeit der Kinderschutzeinrichtungen gegenüber staatlichen Stellen
  • Die Arbeit mit lokalen, religiösen und traditionellen Führungspersonen sowie staatlichen Stellen (Sozialdienst, Richter(innen), Polizeistellen etc.) für eine Unterstützung bei der Wiedereingliederung von Kindern

Finanzierung und Laufzeit

Die Projektkosten belaufen sich auf 624.800 Euro und werden durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),  Sternstunden e. V. (private Fördermittel) und Kinderrechte Afrika e. V. (Eigenmittel, d.h. Spenden) finanziert.

Die geplante Projektlaufzeit ist vom 15.11.2019 bis 15.01.2023.

 

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St. John’s Gemeinwesenentwicklungsprojekt – Stärkung der Kinderrechte und Zugang zu Bildung

Im St. John's Gemeinwesenentwicklungsprojekt in Kenias Hauptstadt Nairobi setzt sich unserer Bündnisorganisation KINDERNOTHILFE für den Schutz und die Stärkung von Kinder- und Frauenrechten ein und sorgt dafür, daß Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung und Gesundheit erhalten.

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_©Kirsten Milhahn // Kindernothilfe

St. John’s Gemeinwesenentwicklungsprojekt – Stärkung der Kinderrechte und Zugang zu Bildung

 

Das ST. JOHN’S GEMEINWESENENTWICKLUNGSPROJEKT ist im Projektgebiet Pumwani in Kenias Hauptstadt Nairobi angesiedelt und umfasst sechs Slums. Seit 2005 setzt sich die KINDERNOTHILFE gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation vor Ort, dem St. John’s Community Centre, für die Menschen in Pumwani ein. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz und der Stärkung von Kinderrechten sowie Frauenrechten. Hier wird u.a. durch Kinderclubs, in denen sich Mädchen und Jungen regelmäßig treffen um ihre Themen zu besprechen und Aktionen zu planen, ein größeres Bewusstsein für die Kinderrechte in der Projektregion verbreitet. Ein Kinderparlament setzt sich zudem an Schulen für die Belange der Schülerinnen und Schüler ein. Die Kindergremien sind ein Sprachrohr bei wichtigen Entscheidungen und bewirken, dass die Schülerinnen und Schüler von der Schulleitung in wichtige Entscheidungen einbezogen werden.

Das Projekt bietet verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendliche. Dabei soll vor allem sichergestellt werden, dass sie die Schule besuchen und altersgerecht gefördert werden. Auch Workshops zur Berufswahl und Talentförderung gehören dazu, sowie eine informelle Bildungseinrichtung, in der sich Jungen und Mädchen auf die jährliche Abschlussprüfung vorbereiten können, die nicht in die Regelschulen integriert werden können.

Ein dritter Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Unterstützung von Eltern und Pflegeeltern durch Fortbildungsmöglichkeiten, Unterstützung bei Sorgen und Problemen sowie Aufklärungsarbeit in Eltern-Workshops. Zuletzt wird über die Bildung von Selbsthilfegruppen die Hilfe und Unterstützung der Slumbewohner untereinander gestärkt, z.B. durch Frauenselbsthilfegruppen um sich gegenseitig bei dem Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz zu unterstützen.

PROJEKTZIELE

Das Projekt hat insgesamt vier konkrete Projektziele:

  • Schutz und Stärkung der Kinderrechte
  • Zugang der Kinder und Jugendlichen zu Bildung und Gesundheit
  • Aufklärung und Stärkung von Familien
  • Aufbau von Perspektiven z.B. über Selbsthilfegruppen und Workshops

BISHER ERZIELTE ERGEBNISSE

Insgesamt haben 1554 Waisen- oder Halbwaisen sowie 1339 weitere Jugendliche an den verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten des Projekts teilgenommen, vor allem durch den Zugang zu Schulbildung und der Hilfe bei den Hausaufgaben. Das zahlte sich aus, 22 Schülerinnen und Schüler legten 2017 exzellente Abschlussprüfungen ab; einige von ihnen erhielten sogar ein Stipendium für die weiterführenden Schulen. 196 Schülerinnen und Schüler erhielten einen Platz an der informellen Bildungseinrichtung des Projekts.

Für den Schutz der Kinderrechte wurde 2017 durch eine Gruppe von Repräsentantinnen verschiedener Selbsthilfegruppen (CLA) in einem Workshop über die negativen Auswirkungen zum Konsum von Kath, einer viel genutzten pflanzlichen Droge in Kenia, aufgeklärt und betroffene Eltern über ihre Pflichten in der Kindesfürsorge hingewiesen. Eine weitere CLA intervenierte bei Fällen von Gewalt gegen Frauen und Kinder und beriet die Betroffenen zu umfassenden Hilfsangeboten. Eine dritte Gruppe brachte Jungen, die sich die Zeit auf der Straße vertrieben, mit den bestehenden Fußballteams in Verbindung, sodass sie nun regelmäßig am Training teilnehmen und gemeinsam Turniere bestreiten.

Auch die Kinderclubs haben 2017 wieder dazu beigetragen, das Bewusstsein für Kinderrechte in der Projektregion zu verbreiten und es wurden drei neue Kinderclubs ins Leben gerufen. Schließlich haben auch verschiedene Maßnahmen für Eltern zum Wohl der Kinder beigetragen: 2017 haben 80 Erwachsene an den Eltern-Workshops teilgenommen und es wurden drei Unterstützungsgruppen für den nachfolgenden Austausch gebildet. Dank der Selbsthilfegruppen konnten positive Ergebnisse erzielt werden, z. B. in der Selbsthilfegruppe „Frauen mit Visionen“, die gemeinsam spart und das Geld aus Kleinkrediten vielseitig einsetzt: u.a. um Schulgelder zu bezahlen, ein Stück Land zur Bewirtschaftung zu kaufen oder eine Kuh für die Milchproduktion anzuschaffen, um somit eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen.

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Benin: Förderung eines schützenden familiären Umfeldes für Kinder

Bei ihrer Arbeit mit Kindern in Notsituationen und deren familiären Wiedereingliederung haben Sozialarbeiter(innen) im Benin festgestellt, dass schwerwiegende Trennungskonflikte zwischen Eltern oft ursächlich für die Notsituation der Kinder sind.

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Benin: Förderung eines schützenden familiären Umfeldes für Kinder

Jedes vierte Kind in Benin lebt derzeit nicht bei beiden Eltern, auch wenn diese am Leben sind, sondern oft bei einem Elternteil und der Stieffamilie. Konflikte zwischen sich trennenden Eltern sind dabei teilweise so gewalttätig, dass die Kinder, die diese miterleben, traumatisiert werden und von Zuhause weglaufen. Ohne Schutz und familiären Halt finden sie sich auf der Straße wieder, wo sie leicht Opfer von Missbrauch, Entführung, Freiheitsberaubung, Frühschwangerschaften oder Früh- und Zwangsehe werden. Viele von ihnen arbeiten auf den Märkten, wobei sie von ihren Arbeitgeber(inne)n oft ausgebeutet werden. Ein Großteil der Kinder, die auf den Märkten im Departement Ouémé arbeiten, ist unter 14 Jahre alt, viele sogar unter 10. Auffällig ist der hohe Anteil an Mädchen (knapp 80%). Diese Kinder tragen ein hohes Risiko, körperliche und psychische Langzeitschäden von der schweren Arbeit davon zu tragen.

Die kritische Situation der Kinder, die ein strukturelles Ausmaß annimmt, hat unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e. V. und deren lokalen Partner Espace Solidarité Globale Bénin (ESGB) alarmiert und dazu bewegt, sich in dieser Problematik zu engagieren. In diesem mittlerweile erfolgreich abgeschlossenen Projekt wurden Kinder, die in Not geraten sind, medizinisch versorgt, psychosozial begleitet und bei ihrer familiären und schulischen oder beruflichen Wiedereingliederung mit Starthilfen unterstützt. Zudem bot ESGB Familienmediationen an, die verhindern sollen, dass Kinder aufgrund elterlicher Konflikte in Not geraten.

Laure, 13 Jahre, benachteiligt und misshandelt.

Laure* wuchs bei ihrem Vater auf, seit sich ihre Eltern vor langer Zeit getrennt haben. Die Stiefmutter jedoch behandelte Laure schlecht und schlug sie oft mit Riemen oder Stöcken. Bei ihrer Mutter konnte sie ab und an Schutz suchen, doch als diese plötzlich starb, nahm das Laure schwer mit. Sie verhielt sich oft wie ein kleines Kind, weinte viel und war ab und an trotzig. Ihre Stiefmutter hatte wenig Verständnis, glaubte gar Laure sei eine Hexe und hätte ihre Mutter getötet. Sie misshandelte das Mädchen, verweigert ihr schließlich den Schulbesuch und ließ sie zu Hause wie eine Dienstmagd schuften. Mit Wunden und einem geschwollenen Auge floh Laure vor weiteren Prügeln. Als sie nachts am Straßenrand schlief, wurde ESGB auf sie aufmerksam und versuchte zu vermitteln.
Das Mädchen wollte die Familie verlassen und zu ihrem Onkel ziehen. Doch auch dort kam es zum Streit. Laure wurde darauf im Kinderschutzzentrum La Passerelle aufgenommen, wo die Psychologin intensiv mit ihr arbeitete. Sie lernte im Zentrum, welche Rechte sie hat und wo sie Unterstützung finden kann. Sie musste allerdings auch verstehen, dass sie Verantwortlichkeiten in der Familie und gegenüber ihren kleinen Geschwistern hat.Gleichzeitig begann eine Mediation in der Familie, um diese auf Laures Rückkehr und das künftige Zusammenleben vorzubereiten. Bereits nach 10 Tagen kehrte Laure auf eigenen Wunsch zu ihrem Vater zurück. Laure und ihre Familie werden weiter begleitet, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen und zu festigen.

Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.

Projektabschluss

Das vom BMZ und Sternstunden e. V. kofinanzierte Projekt wurde am 31.12.2019 nach 3-jähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Zu Projektende wurden sowohl eine partizipative interne Evaluierung mit dem Projektteam des lokalen Partners ESGB, der Projektverantwortlichen von Kinderrechte Afrika e. V. und Vertreter(inn)en der Zielgruppen, als auch eine externe Abschlussevaluierung von einem unabhängigen Beraterteam durchgeführt. Die wichtigsten Evaluierungsergebnisse finden Sie hier.

 

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Togo: Grundrechte und Zukunftschancen für Kinder in Not

Mit diesem Projekt unterstützt unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. Kinder in Notsituationen bei der Wahrung und Durchsetzung ihrer Grundrechte und bietet Zugang zu Rehabilitierungs- und Wiedereingliederungsangeboten.

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© Horst Buchmann/ Kinderrechte Afrika e. V.

Togo: Grundrechte und Zukunftschancen für Kinder in Not

Das Projekt fördert die Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, die Opfer einer Straftat wurden, vernachlässigt oder besonders gefährdet sind. Diese Kinder erhalten Zugang zu Rechtsschutz und -beistand sowie anderen Diensten der Grundversorgung. Sie werden bei ihrer sozialen, familiären, schulischen und beruflichen Wiedereingliederung unterstützt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz und der Rehabilitierung von Kindern, die als Hexen verfolgt werden sowie der Eindämmung des transnationalen Kinderhandels.

Um Kinder in Not vorrübergehend aufzunehmen, angemessen zu versorgen und zu fördern, leitet der Projekt-Partner CREUSET-Togo ein Kinderschutzzentrum sowie eine Farm, auf der Nahrungsmittel für die Kinder angebaut werden.

Kindern eine Zukunft geben

Gemäß der Wachstums- und Arbeitsstrategie der togoischen Regierung erfahren in Togo 93% der Kinder zwischen 2 und 14 Jahren eine gewaltvolle Disziplinierung und vor allem Mädchen häufig auch sexuelle Gewalt. 57% von ihnen befinden sich in besonders gefährlichen Arbeitsverhältnissen. Seit 2013 wurden CREUSET über 1.600 Kinder im Rahmen seiner Kinderschutzmaßnahmen anvertraut. Mehr als die Hälfte dieser Kinder waren Opfer von Straftaten, wie (sexueller) Gewalt, Ausbeutung und Misshandlung.
Auch der Mangel an kompetenten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren und Strukturen in der Begleitung von Kindern (insbesondere mit Gewalterfahrungen), ein falsches Verständnis von Kinderrechten sowie außergerichtliche Einigungen, die oft zugunsten der Täter*innen ausgehen, beeinträchtigen die Lebens- und Entwicklungschancen der Kinder.

Erklärtes Ziel des Projektes ist es daher nicht nur, Kinder in Notsituationen – also von Gewalt, Kinderhandel, Ausbeutung und/oder schädlichen kulturellen Praktiken betroffene oder gefährdete Kinder – bei der Wahrung und Durchsetzung ihrer Grundrechte zu unterstützen und Zugang zu Rehabilitierungs- und Wiedereingliederungsangeboten zu bieten. Auch die Zusammenarbeit und Schulung von staatlichen Stellen, Akteuren der Zivilgesellschaft und die Stärkung des lokalen Partners wird mit verschiedenen Maßnahmen forciert.

Weitere Informationen sowie Details zu den verschiedenen Zielen und Maßnahmen des Projektes finden Sie auf der Seite unserer Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V.

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Individualbeschwerdeverfahren tritt in Kraft: Kinder können sich von nun an in Genf beschweren

16.04.2014: Ein wichtiger Schritt für den Schutz der Kinderrechte.

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Individualbeschwerdeverfahren tritt in Kraft: Kinder können sich von nun an in Genf beschweren

Ein großer Tag für die Rechte der Kinder: 25 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention trat am 14. April 2014 3. Zusatzprotokoll in Kraft. Das Individualbeschwerdeverfahren gibt Mädchen und Jungen weltweit die Möglichkeit, sich im Fall von Rechtsverletzungen beim UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes in Genf zu beschweren. Jahrelang hatte sich unsere Mitgliedsorganisation Kindernothilfe für die Schaffung dieser Option eingesetzt. Weiterlesen

Team des Monats: Im Einsatz für Rechte von Kindern und Frauen!

3.12.2013: Unser Team des Monats macht sich für die Rechte von Kindern in Kamerun stark!

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Team des Monats: Im Einsatz für Rechte von Kindern und Frauen!

Odile Tchadai manövriert ihr Motorrad um breite Pfützen und tiefe Schlaglöcher. In der Regenzeit gleicht der Weg nach Lara einer Kraterlandschaft. Es wird sumpfiger, sodass Odile versucht, sich abseits des Weges durchzuschlagen. Plötzlich steckt ihr Gefährt im Schlamm fest, aber an der Schule in Lara wird sie erwartet.

Etwas später führt sie dort mit 200 Kindern eine lebendige Diskussion. Sie haben es im äußersten Norden Kameruns nicht leicht, denn oft schuften Kinder dort von klein auf, um die Lebensbedingungen ihrer Familien zu verbessern. Andere kämpfen auf der Straße ums tägliche Überleben, landen unschuldig im Gefängnis oder erleben Gewalt. Vor allem Mädchen haben schlechte Perspektiven und werden daher sehr jung verheiratet. Unter den körperlichen und seelischen Folgen leiden sie ihr Leben lang. All dem hat die kamerunische Kinderrechtsorganisation ALDEPA den Kampf erklärt. Sie gibt Kindern eine Stimme und unterstützt sie, ihre Situation zu verbessern. Weiterlesen

24 Jahre Kinderrechtskonvention

20.11.2013: Die UN-Kinderrechtskonvention wird heute 24 Jahre alt, doch noch immer leben weltweit Kinder unter unwürdigen Bedingungen.

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24 Jahre Kinderrechtskonvention

Heute, am 20. November 2013, wird die UN-Kinderrechtskonvention 24 Jahre alt. Fast alle Länder der Welt haben die Konvention für Kinderrechte unterzeichnet. Doch zwischen Absicht und Realität liegt noch immer ein tiefer Graben. Vielen Kindern bleiben selbst die grundlegenden Rechte wie Bildung oder Gesundheit verwehrt. Weiterlesen

Stärkung von Kinderrechten in Gefängnissen und Polizeistationen

20.11.2012: Kinderrechte e.V. setzt sich in vielen afrikanischen Ländern für die Rechte der Kinder ein.

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Stärkung von Kinderrechten in Gefängnissen und Polizeistationen

Auch Kinder haben Rechte! Weltweit festgeschrieben wurden diese 1989 in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Das Ereignis jährt sich heute am UN-Weltkindertag. Doch trotzdem geraten Kinder in vielen afrikanischen Ländern immer wieder in Situationen, in denen ihre Rechte nicht geachtet werden. Besonders in Gefängnissen oder beim Verhör auf der Polizeistation ohne ihre Eltern und ohne Rechtsbeistand ist die Gefahr groß, dass zum Beispiel ihr Recht auf freie Meinungsäußerung missachtet wird. Weiterlesen