Von M wie Mandela bis N wie Nomadismus

Wissenswertes über Afrika von M bis N
Nelson Mandela

Von M wie Mandela bis N wie Nomadismus

Mandela, Nelson

Welchen Namen würden Sie nennen, wenn Sie jemand nach einem berühmten Afrikaner fragen würde? Bei den meisten wäre die Antwort sofort klar: Nelson Mandela. Mit seinem Engagement im Kampf gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung reservierte sich der Südafrikaner einen festen Platz in den Geschichtsbüchern. Schon zu Beginn seines Jurastudiums begann Mandela, sich für die sozialen und politischen Strukturen seines Heimatlandes zu interessieren. Als Gegner der Vorherrschaft der weißen Bevölkerungsminderheit über die schwarze Mehrheit strebte er zunächst einen friedlichen Kampf gegen die Ungleichheit an, der aufgrund gewalttätiger Aktionen des weißen Regimes dennoch oftmals blutig verlaufen musste. Mit diesem Hintergrund trat er 1942 dem African National Congress bei, einer damals illegalen Freiheitsorganisation. Nachdem Mandela regelmäßig zu Demonstrationen und Streiks aufgerufen hatte, verurteilte man ihn 1964 unter dem Vorwurf des Terrorismus zu lebenslanger Haft. Erst 1990 wurde er wieder freigelassen. Noch am selben Tag seiner Entlassung betonte er in einer Rede, dass er seine Politik der Versöhnung unermüdlich fortführen und weiterhin für ein freiheitliches, nichtrassistisches und demokratisches Südafrika kämpfen werde. 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. 1994 gewann er die ersten demokratischen Wahlen in Südafrika.

Einen kurzen Beitrag über den  Tag der Freilassung von Nelson Mandela können Sie hier ansehen.

Siehe auch: Afrikanische Union, Apartheid

Malaria

Malaria ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit, die von tropischen Stechmücken übertragen wird. Sie ist eine der weltweit verbreitetsten Infektionskrankheiten und verläuft ohne medizinische Behandlung – gerade bei Kleinkindern – oft tödlich. Die Symptome der Malaria sind hohes, wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Besonders bei Kindern kann die Krankheit rasch zu Koma und Tod führen.

Obwohl Malaria eine gefährliche Krankheit ist, ist sie vermeidbar und leicht behandelbar. Den größten Schutz gewährt das Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz, da die weiblichen Stechmücken vor allem nachts aktiv sind. Ein solches Netz kostet gerade einmal fünf Euro.

Liegt eine Infektion vor, gibt es verschiedene Wirkstoffe, mit denen Malaria behandelt werden kann. Die wirksamsten Medikamente sind artemisininbasierte Kombinationstherapien. Diese basieren auf einem pflanzlichen Wirkstoff, der aus der Pflanze Artemisia annua gewonnen wird. Eine Behandlung mit dem wirksamen Medikament kostet gerade einmal einen Euro.

In Tansania, Kenia und Burundi betreut unsere Mitgliedsorganisation action medeor Projekte zur Malariavorbeugung und -behandlung. Informieren Sie sich hier über die Projekte von action medeor.

Siehe auch: Gesundheit

Medikamente/Medizin

Moderne Schulmedizin versus traditionelle Medizin – bei diesen beiden Heilungsvarianten scheiden sich die Geister. Doch schon längst wenden sich Verbraucher weltweit mehr und mehr alternativen Heilungsmethoden zu, sei es in Form von Akupunktur, Homöopathie oder der Verwendung von Heilkräutern. Lange Zeit wurde die afrikanische Naturmedizin von Vertretern westlicher Schulmedizin belächelt, doch mittlerweile ist wissenschaftlich bewiesen, dass spezielle Wurzeln und Rindenpräparate erstaunliche Erfolge gegen vielerlei Krankheiten erzielen. Zu einem dieser „Allround-Heilmittel“ zählt der Purgierstrauch Jatropha curcas. Heiler in Benin verwenden seine Blätter schon seit Jahrhunderten gegen die gefährliche Tropenkrankheit Malaria. Auch die Pharmaindustrie bestätigt, dass diese Pflanze über 40 verschiedene Krankheitsbilder heilen kann. Aufgrund zunehmender Abholzung der Regenwälder sind jedoch leider viele Heilpflanzen in Gefahr. Um dem entgegenzuwirken, haben sich bereits verschiedene Projekte etabliert, in denen sogenannte Heilpflanzengärten angelegt und die bedrohte Flora geschützt werden. Erfahren Sie hier mehr über eines dieser Projekte, das BIOLOG-Forschungsprogramm.

Insbesondere in Großstädten des Kontinents verlassen sich die Städter größtenteils auf Medikamente aus der Schulmedizin. Diese sind für viele Menschen kaum erschwinglich. Damit aber für alle Bedürftigen eine gute medizinische Versorgung gewährleistet werden kann, unterstützt u.a. das Medikamentenhilfswerk action medeor die Verfügbarkeit von lebensrettenden Präparaten. Eines der Projekte ist die Errichtung und Unterhaltung eines Medikamentenlagers in Daressalam, Tansania.

Siehe auch: Gesundheit

Migration

Wussten Sie, dass gerade einmal 1,5 Prozent aller Menschen aus dem südlichen Afrika in Länder der Europäischen Union auswandern? Mit rund 70 Prozent siedelt die große Mehrheit afrikanischer Migrantinnen und Migranten innerhalb des Kontinents um. Dabei zählen Tansania, Tschad und Uganda zu den Staaten, die die meisten innerafrikanischen Migranten und Flüchtlinge aufnehmen. Die Gründe für eine Auswanderungsentscheidung sind vielfältig. Oftmals erhoffen sich Migranten von ihrem Zielland bessere Chancen auf einen Job oder bessere Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Bei unfreiwilligen Migranten sind häufig militärische Konflikte oder Diskriminierung Anlässe für die Flucht ins Ausland. Zunehmend sind auch Umweltkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen oder auch der Verlust der landwirtschaftlichen Lebensgrundlage durch Landraub ausschlaggebend für das Verlassen der eigenen Heimat. Bei insgesamt 16 Millionen Migranten in Afrika südlich der Sahara ergeben sich schwerwiegende Auswirkungen auf gesellschaftliche Prozesse, Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung sowohl in den Herkunfts- wie auch in den Aufnahmeländern. Dahingehend sind nationale und internationale Politik mehr und mehr gefordert. Erfahren Sie in dem Artikel der Deutschen Welle „Migration und Sicherheit in Afrika“ mehr zum Thema.

Mit der Veranstaltung „Afrika ante portas? – Herausforderungen und Perspektiven von Entwicklungs- und Migrationspolitik“ hat GEMEINSAM FÜR AFRIKA dazu beigetragen, die breite Öffentlichkeit über die aktuelle Debatte zur Migrations- und Entwicklungspolitik zu informieren und Lösungsansätze zu finden. Hintergründe, Fotos und Videoausschnitte aus der Diskussionsveranstaltung „Afrika ante portas?“.

Hier gibts noch mehr Wissenswertes über Migration.

Siehe auch: Flüchtlinge

Millennium Development Goals

Die Millennium-Entwicklungsziele, Millennium Development Goals oder kurz die MDGs gehören zu den Kernvorsätzen der Weltgemeinschaft für das beginnende Jahrtausend. Im Jahr 2001 formulierten die Vereinten Nationen gemeinsam mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) acht Entwicklungsziele, die es bis zum Jahr 2015 zu erreichen gilt. Als übergeordnetes Ziel gilt die Halbierung der Armut. Konkret fordern die Vereinten Nationen Folgendes:

  • extreme Armut und Hunger beseitigen,
  • Grundschulausbildung für alle Kinder gewährleisten,
  • Gleichstellung und größeren Einfluss der Frauen fördern,
  • Kindersterblichkeit senken,
  • Gesundheit der Mütter verbessern,
  • HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen,
  • eine nachhaltige Umwelt gewährleisten,
  • eine globale Partnerschaft im Dienst der Entwicklung schaffen.

192 Staaten haben sich bereit erklärt, diese Ziele zu verfolgen und sich für ihr Gelingen einzusetzen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA richtet seine Kampagne in jedem Jahr nach einem Millennium-Entwicklungsziel aus und macht es zum Themenschwerpunkt. Interessante Hintergrundinformationen zu jedem einzelnen Entwicklungsziel sind in unseren Schulmaterialien „Die Millennium-Entwicklungsziele und Kleinkredite“ prägnant zusammengefasst.

Motorrad

Motoräder sind in den meisten afrikanischen Ländern das Hauptbeförderungsmittel, da sie leicht durch den oftmals zähen Verkehr kommen. Auch auf dem Land werden sie sehr oft benutzt, weil sie Straßen, die für Autos oft nicht passierbar sind, befahren können. Sie transportieren nicht nur Menschen sondern oftmals auch Güter. So ist es keine Seltenheit, dass sich auf einem Motorrad Heuballen oder andere Güter meterhoch aufstapeln. Besonders bekannt sind die Motorräder unter den Namen BodaBoda oder PikiPiki. Mittlerweile haben verschiedene afrikanische Großstädte Maßnahmen eingeleitet, um ihre Nutzung einzuschränken, da sie oft zu Chaos im Straßenverkehr und vielen Unfällen führen. Alleine in Nigeria gibt es schätzungsweise 3 Millionen BodaBodas, eine Million davon in der Hauptstadt Lagos.

Siehe auch: Infrastruktur

Nahrungsmittelspekulationen

Seit der Jahrtausendwende wird an den internationalen Börsen zunehmend mit Nahrungsmitteln, sogenannten Agrarrohstoffen, spekuliert. Dabei wird auf fallende oder steigende Preise gesetzt, um schnelle und hohe Gewinne zu erzielen. Dies führt zu starken Preisschwankungen, da nicht mehr die Mechanismen von Angebot und Nachfrage den Marktpreis bestimmen, sondern weil fiktive Erwartungen der internationalen Börse die Lebensmittelpreise festlegen. Diese Unregelmäßigkeiten haben weitreichende Folgen: Kleinbauern müssen ihre Produkte zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen, weil ihnen Lagermöglichkeiten fehlen. Auch Investitionen in die Landwirtschaft gehen zurück, da Unsicherheit erzeugt wird. Menschen in Ländern, die vom Import von Nahrungsmitteln abhängig sind, leiden massiv unter den Preissteigerungen. Armut und Hunger sind die Folgen. Eine stärkere Regulierung der Nahrungsmittelspekulationen an der internationalen Börse ist deshalb unerlässlich beim Kampf gegen Hunger und Armut.

Informieren Sie sich hier im Detail über die Ursachen und die verheerenden Folgen von Nahrungsmittelspekulationen.

Kurzfilm zur Nahrungsmittelspekulation

Siehe auch: Armut, Ernährungssicherung, Hunger

Naturkatastrophe

Regelmäßige Überschwemmungen an der Küste Nigerias und verheerende Dürren, wie jene 2011 in Ostafrika – die Klimakatastrophen häufen sich und der Blick in die Zukunft verheißt keine Besserung. Fest steht, dass die Menschen in den Ländern südlich der Sahara am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Dennoch gehören sie zu denjenigen, die am stärksten von der Klimaerwärmung und dem Anstieg des Meeresspiegels betroffen sind. Der Weltklimarat IPCC stellte 2007 in seiner Veröffentlichung „Klimaänderung – Synthesebericht“ folgende Klimaprognosen für den afrikanischen Kontinent auf:

  • In der Sahelzone wird bis 2080 ein Temperaturanstieg von bis zu sechs Grad Celsius erwartet.
  • Bis 2020 werden 75 bis 250 Millionen Menschen unter zunehmender Wasserknappheit leiden.
  • In einigen Ländern könnten sich die Erträge aus der vom Regen abhängigen Landwirtschaft bis 2020 um bis zu 50 Prozent reduzieren.
    • Gegen Ende des 21. Jahrhunderts wird der projizierte Anstieg des Meeresspiegels eine Bedrohung für tief liegende, bevölkerungsreiche Küstengebiete darstellen.
    • Bis 2080 könnte eine Ausdehnung der ariden und semi-ariden Flächen in Afrika um fünf bis acht Prozent auftreten.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben der Menschen in Afrika südlich der Sahara sind kaum auszumalen. Durch sintflutartige Regenfälle oder Dürren wird es immer schwieriger, Landwirtschaft zu betreiben. Die Existenzgrundlage unzähliger Menschen ist damit bedroht. Die Flucht vor Klimaextremen treibt schon jetzt Millionen Menschen in die Städte. Nur ein rasches Absenken klimaschädlicher Treibhausgasemissionen kann das Schlimmste verhindern. Erfahren Sie hier mehr über die gefährliche Bedeutung des Klimawandels für Afrika.

Dieser Kurzfilm erklärt den Klimawandel.

Siehe auch: Landwirtschaft, Temperaturen, Wasser

Nomadismus

Nomadismus ist gekennzeichnet durch Wanderungsbewegungen und temporäre Niederlassung, wobei die Verweilzeit von wenigen Tagen bis hin zu 20 Jahren reichen kann. Nomaden verlassen ihr besiedeltes Gebiet, sobald es nicht mehr ausreichend Futtermittel für das Vieh und Grundnahrungsmittel für die Menschen hergibt. Auch Überweidung und andauernde Dürren sind häufige Ursachen für den Aufbruch in neue Regionen. Zu den bekanntesten nomadischen Völkern Afrikas zählen die Tuareg in der Sahelzone, die Herero in Namibia und die Massai in Tansania und Kenia. Für die Massai gilt die Anzahl ihrer Rinder und Ziegen als Statussymbol. Das vorwiegend trockene, warme Steppenklima der Massai-Gebiete gehört zu den Tropen, eignet sich jedoch gut zur Viehzucht. Dennoch ist regelmäßiger Regen, wenn auch in kleinen Mengen, essenziell für das Überleben der Massai und deren Viehbestand. Bei der großen Dürre 2009 in Ostafrika starben Tausende Rinder, wodurch die Lebensgrundlage unzähliger Massai zerstört wurde. Infolgedessen mussten viele den Nomadismus aufgeben und sich in Städten niederlassen. Erfahren Sie hier viel Interessantes zum Leben und Wandern der Massai in Ostafrika.

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