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Simbabwe: Wiederaufbau der Schule nach Zyklon IDAI und Maßnahmen gegen den Hunger

In Simbabwe kam es durch den Zyklon IDAI im März 2019 zur Katastrophe. Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care setzt sich im Distrikt Chimanimani dafür ein, dass traumatisierte Kinder wieder in die Schule gehen können und psychologische Betreuung erhalten. Mit Nahrungsmittelhilfen und Landwirtschaftstrainings bekämpft das Kinderhilfswerk den Hunger und bereitet die Menschen auf zukünftige Trockenperioden vor.

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_©Kinderhilfswerk Global Care / Suellen Müller

Simbabwe: Wiederaufbau der Schule nach Zyklon IDAI und Maßnahmen gegen den Hunger

Die Not der Menschen in Simbabwe ist groß. Neben der desolaten Wirtschaftssituation führt die anhaltende Dürre zu Hunger und Armut. In dieser schon angespannten Situation kam es zur Katastrophe. Der Zyklon Idai fegte im März 2019 mit heftigen Winden über den Osten des Landes. Tage zuvor traf er bereits in Mosambik auf Land und ließ Teile des südöstlichen Afrikas in größter Verwüstung zurück. Allein in Simbabwe starben über 180 Menschen und 60.000 verloren ihr Zuhause. Zerstörte Straßen und Brücken verhinderten teilweise wochenlang Hilfslieferungen, eine medizinische Versorgung und die Kommunikation mit entlegenen Dörfern.

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderhilfswerk Global-Care unterstützt zusammen mit ihrem lokalen Partner bedürftige Familien in dieser komplexen Lebenssituation.

Wideraufbau der Schule und Rückkehr zum schulischen Alltag

Ein normaler Schulbesuch ist für die Mädchen und Jungen im Distrikt Chimanimani seit dem Zyklon nicht mehr möglich. Der Schock über die verheerenden Verwüstungen sitzt tief. Gemeinsam mit der Partnerorganisation baut das Kinderhilfswerk Global-Care eine Schule wieder auf, versorgt sie mit Trinkwasser und fördert eine Rückkehr zum schulischen Alltag. Außerdem erhalten die traumatisierten Kinder psychosoziale und spieltherapeutische Gruppen- und Einzelbetreuung, um ihre Ängste zu bewältigen, ihre Stärken hervorzubringen und neuen Mut zu schöpfen. Die Erfahrung von Kontrollverlust und Überforderung während des Zyklons prägt das Verhalten der Kinder. Viele sind unruhig, ängstlich oder bedrückt. Veranstaltungen für LehrerInnen, Eltern, ErzieherInnen und die kommunale Verwaltung klären über diese Ängste der Kinder und Symptome von Traumata auf. Nur wenn Verantwortliche Verhaltensweisen und Probleme der Kinder erkennen, können sie auch richtig handeln und für das Wohlergehen der Kinder sorgen. Weitere Fortbildungsmaßnahmen und Supervision begleiten die Durchführung der Betreuungsangebote.

Landwirtschaftstraining und Lebensmittel gegen den Hunger

Bereits vor dem Zyklon warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aufgrund der extremen Trockenheit vor Nahrungsmittelknappheit und Hunger. Gleichzeitig steckt Simbabwe in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise. Lebensmittel fehlen und Treibstoffe werden rationiert. Die Preise steigen durch die Inflation in extreme Höhen. Mehr als 5,5 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittel-Unterstützung angewiesen. Schätzungen zufolge ist 2019 die Anzahl der Menschen in extremer Armut um eine Million Menschen gestiegen. Die anhaltende Dürre zeigt, wie wichtig es für die junge Generation ist, sich auf zukünftige Trockenperioden vorzubereiten. So lernen Jugendliche und junge Erwachsene in dreitägigen Trainings mit einfachen landwirtschaftlichen Geräten umzugehen, die Eigenschaften von lokalen Pflanzen für die Landwirtschaft besser kennen und erhalten grundlegendes Wissen über Anbaumethoden. Außerdem finden Verteilungen von Lebensmitteln, Seife und Kerzen für Familien statt.

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„Ask Without Shame“: eine Aufklärungs-App aus Uganda

Das Thema Sex ist in vielen afrikanischen Ländern ein Tabuthema. Dadurch ist das Sprechen über alles, was damit zu tun hat, schwierig und fundiertes Wissen über Geschlechtskrankheiten nur eingeschränkt vorhanden. Mit dem Problem der mangelnden Aufklärung hatte auch Ruth Nabembezi in Uganda zu kämpfen und entwickelte deshalb eine App, über die man anonym Informationen rund um das Thema Sexualität und Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten bekommen kann.

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„Ask Without Shame“: eine Aufklärungs-App aus Uganda

Ruth Nabembezi  kommt aus Uganda und ist dort in einem Waisenhaus aufgewachsen, da ihre Eltern früh an den Folgen von Aids gestorben sind. Ihre Schwester wurde mit HIV geboren und als Ruth in die High School kam, erkrankte auch ihre Schwester an Aids. Sie verlor Gewicht, ihr fielen die Haare aus, sie bekam Hautausschlag und starb.

„Sie wäre wahrscheinlich noch am Leben, wenn sie über HIV aufgeklärt worden wäre“, so Ruth Nabembezi. Damals war ihre HIV-Infektion nicht diagnostiziert worden, sodass sie nicht die entsprechende Behandlung bekommen hat und letztendlich an den Folgen davon starb.

Nach dem Verlust ihrer Schwester war sich Ruth sicher, dass sie die Menschen über  HIV und Aids aufklären wollte. Mit dieser Intention ging sie zur Social Innovation Academy (SINA), einer  Stiftung, die benachteiligte Menschen vornehmlich in Uganda und Ostafrika ausbildet und sie dabei unterstützt, Lösungen für die Probleme ihrer Community zu finden und diese umzusetzen. Dort beschäftigte Ruth Nabembezi sich mit dem Problem des Stigmas und der Scham rund um das Thema Sexualität und entwickelte 2015 eine App namens „Ask Without Shame“. Über diese App können Menschen anonym Fragen rund um das Thema Sexualität stellen, werden über Themen wie HIV und AIDS aufgeklärt und ihnen wird Hilfe bei individuellen Fragen und Problemen angeboten. Dadurch schafft sie es, eine schamfreie Sexualaufklärung für Jugendliche zwischen 12 und 35 Jahren zu ermöglichen und hilft, weitere HIV-Infektionen durch Aufklärung zu verhindern. Im Jahre 2015 waren 1,5 Millionen Menschen in Uganda mit HIV infiziert, 2018 waren es 1,4 Millionen Menschen.

Wie funktioniert die App

Man kann sich  anonym in die App einloggen und sich  über  Themen wie Sex, Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft, Verhütung und HIV informieren. Außerdem erfährt man wie man Hilfe in Situationen sexuellen Missbrauchs oder Vergewaltigung erhält und kann auch persönliche Fragen stellen. Medizinische Expertinnen und Experten stehen den Nutzenden rund um die Uhr zur Verfügung. Wenn man kein Smartphone hat, kann man auch per SMS oder Anruf Fragen stellen. Die App kann außerdem Verbindungen zu Kliniken oder Ärzten herstellen.

Die App Heute

Ca. 57%  der Bevölkerung in Afrika besitzen ein Mobiltelefon. Im Jahr 2016 benutzten in Afrika 294 Millionen Menschen ein Smartphone und es wird prognostiziert, dass es 2021 schon 900 Millionen Nutzende sein werden. Im Jahr 2017 benutzten bereits 35.000 Menschen diese App und es werden rund 200 Fragen pro Tag gestellt. Mit der Zeit hat sich um „Ask without Shame“ herum ein Unternehmen gegründet, welches eine Klinik mit Ärzten, Psychologen, Beratungsdiensten und Betreuungsdiensten betreibt. Mittlerweile führen sie auch kleine Operationen durch und bieten Familienberatung sowie diverse Labordienstleistungen an. Außerdem leiten sie Schulungen an Schulen, Universitäten und Gemeinden und klären über die Themen auf.

So haben Ruth Namembezi und ihr Team einen Raum geschaffen, in dem das Thema Sexualität offen und ohne Scham behandelt werden kann.

Quellen und weitere Informationen

Link zur Webseite:  https://startup.info/askwithoutshame/

Ein Link zur App:  https://play.google.com/store/apps/details?id=com.askwithoutshame7

https://askwithoutshame.org/#our-inspiration

https://socialinnovationacademy.org/enterprise/ask-without-shame/

https://reset.org/blog/ask-without-shame-aufklaerung-app-02082017

https://askwithoutshame.org/

https://www.vodafone-institut.de/f-lane/ask-without-shame-sexual-education-africa-via-app/

https://startup.info/askwithoutshame/

https://www.avert.org/professionals/hiv-around-world/sub-saharan-africa/uganda

https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/artikel/smartphone-nutzung-in-afrika

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/217457/umfrage/anteil-mobiler-endgeraete-an-allen-seitenaufrufen-weltweit/

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Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Riesige Heurschreckenschwärme breiten sich weiter in Ostafrika aus und vernichten ganze Ernten. Die Folgen sind veheerend. Die betroffenen Länder kämpfen gegen die Plage an.

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_©picture alliance / AP Images

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich weiter aus

Milliarden Heuschrecken fressen die Felder leer

Milliarden Heuschrecken ziehen in riesigen Schwärmen durch Ostafrika und verwüsten ganze Landstriche. Sie fressen in nur wenigen Stunden die Felder leer und vernichten damit die Nahrung von hunderttausenden Menschen. Vor allem Somalia, Äthiopien, Kenia, Eritrea sowie Teile des Sudans und Ugandas sind besonders geplagt. Große Teile der Ernten sind dort bereits zerstört.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Heuschreckenschwärme bis Juni um das 500-fache ansteigen und sich die Plage auf weitere Länder ausweiten könnte. Dann droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Da die meisten Menschen in der Region von der Landwirtschaft leben, hätte das verheerende Folgen auf die Ernährungssituation in ganz Ostafrika. Bis zu 13 Millionen Menschen sind dann von Hunger bedroht.

Auswirkungen in Kenia und Somalia

Für Kenia wäre das die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren. Somalia hat bereits Anfang Februar den Notstand ausgerufen. Dort leiden schon jetzt 6,7 Millionen Menschen unter akuter Mangelernährung. Denn in vielen der betroffenen Gebiete haben in den letzten Jahren bereits Dürren und Überschwemmungen die Ernten vernichtet.

Uganda setzt Armee ein

Uganda setzt im Kampf gegen die Heuschrecken sogar seine Armee ein. 2.000 Soldaten wurden in die betroffenen Gebiete im Osten des Landes verlegt und zwei Flugzeuge wurden angeschafft, um die Schwärme aus der Luft mit Insektiziden zu bekämpfen. Das ist laut Experten auch die einzige wirksame Gegenmaßnahme.

Auch Äthiopien geht mittlerweile mit Luft- und Bodeneinsätzen gegen die Heuschreckenschwärme vor.

Heuschreckenschwärme breiten sich weiter aus

Mittlerweile breiten sich die Schwärme auch außerhalb Afrikas in Richtung Osten aus, wo laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) jetzt auch die Arabische Halbinsel, die Küste des Persischen Golfs in Kuwait, Bahrain und Katar betroffen sind.

„Die Heuschreckenschwärme treffen auf eine Region, in der Millionen Kinder bereits mangelernährt sind“, erklärt Sid Johann Peruvemba, Vorstand von action medeor, und macht den Ernst der Lage in Ostafrika deutlich: „Die Menschen stehen vor dem Nichts.“

Unsere Mitgliedsorganisationen versuchen das Schlimmste zu verhindern. Gemeinsam mit den lokalen Partnern plant beispielsweise action medeor in Somalia Bargeldhilfen, Lebensmittelverteilungen und Rehabilitationsmaßnahmen wie Saatgutverteilungen für eine spätere Nachsaat.

Quellen und weitere Informationen

https://www.agrarheute.com/tier/heuschreckenplage-bedroht-staaten-565307

http://www.fao.org/emergencies/fao-in-action/stories/stories-detail/en/c/1263522/

https://www.tagesschau.de/ausland/heuschreckenplage-103.html

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

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Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Das Horn Afrikas bereitet sich auf die schwerste Heuschreckenplage seit 25 Jahren vor. Somalia ist davon besonders betroffen. Der somalische Landwirtschaftsminister Said Hussein Iid erklärte, die Heuschrecken stellen eine große Bedrohung neben der bereits vorherrschenden Ernährungsunsicherheit Somalias dar.

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Somalia erklärt Notstand: Ernährungssicherheit durch Heuschreckenplage in Gefahr

Heuschrecken bedrohen 6,7 Millionen Menschen

6,7 Millionen Menschen sind in Somalia schon jetzt von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Die Heuschrecken verschärfen die Lage zusätzlich. Denn eine Heuschrecke kann im Laufe eines Tages so viel fressen, wie sie selbst auf die Waage bringt. Die Schwärme können zudem große Strecken innerhalb kürzester Zeit zurücklegen – bis zu 150 km pro Tag. Die Schwärme fliegen von Nordsomalia Richtung Süden und breiten sich auch in den angrenzenden Ländern aus. In Kenia droht sogar die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren.

Schlechte Voraussetzungen in der Schädlingsbekämpfung

Im Somalia sind allerdings die Voraussetzungen, um die Plage in den Griff zu bekommen, besonders schlecht. Die Sicherheitssituation am Boden lässt es nicht zu, dass Flugzeuge von der Luft aus Mittel gegen die Insekten einsetzen können. Al-Shabaab-Kämpfer sowie weitere bewaffnete Gruppen könnten die Flugzeuge abschießen. Es bleiben den Menschen nur wenige effektive Mittel. Wenn die Schwärme nicht unter Kontrolle gebracht werden können, droht sogar ein Totalverlust der Ernte. Denn in wenigen Monaten – spätestens im April – startet die Erntesaison. Nun ist internationale Unterstützung gefragt. Die Lagebeurteilung der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, ähnelt der des somalischen Landwirtschaftsministers: Die Heuschreckenplage stelle eine noch nie dagewesene Bedrohung der Ernährungssicherheit und der Lebensgrundlage der Menschen in der Region dar.

Heuschrecken aus Jemen

Die Heuschreckenschwärme stammen ursprünglich aus Jemen. Aufgrund der für die Heuschrecken besonders günstigen Wetterbedingungen konnten sie sich dieses Jahr besonders stark vermehren.

Quellen und weitere Informationen

http://www.fao.org/emergencies/resources/photos/photo-detail/en/c/1250886/

http://www.fao.org/emergencies/crisis/desertlocust/intro/en/

https://www.dw.com/de/heuschrecken-fressen-ostafrika-kahl/a-52116420

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

Krisen in Afrika erhielten 2019 die wenigste mediale Aufmerksamkeit – das zeigt der neue Bericht 'Suffering in Silence' unserer Bündnisorganisation CARE.

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Vergessene Krisen 2019 – neuer Bericht von CARE

In ihrem neuen globalen Bericht ‚Suffering in Silence‘ macht unsere Bündnisorganisation CARE auf die zehn humanitären Krisen aufmerksam, die 2019 trotz desaströser Verhältnisse die wenigste internationale Medienberichterstattung erhielten. Das vierte Jahr in Folge präsentiert die Hilfsorganisation die vergessenen Krisen und beobachtet einen besorgniserregenden Trend: Im Jahr 2019 fanden inzwischen neun von zehn Krisen auf dem afrikanischen Kontinent statt.

Hungernd und vergessen: Madagaskar auf Platz 1

In Madagaskar litten Ende 2019 2,6 Millionen Menschen an den Auswirkungen chronischer Dürren. Ein gutes Viertel der Bevölkerung (über 916.000 Menschen) ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Denn die meisten Madegassen können von ihrem Einkommen nicht leben: Drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als 1.70 Euro pro Tag.

Madagaskar hat die weltweit vierthöchste Rate an chronischer Unterernährung und jedes zweite Kind unter fünf Jahren ist unterentwickelt. Dies birgt eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer kognitiven und körperlichen Gesundheit und erhöht das Risiko, krank zu werden: Anfang 2019 gab es einen besonders großen Masernausbruch mit mehr als 127.000 bestätigten Fällen und gleichzeitig das saisonale Auftreten der Pest. Vor allem Kinder waren davon betroffen.

So schwer die Auswirkungen der Lage in Madagaskar ist, so wenig wird sie in der internationalen Öffentlichkeit wahrgenommen: CARE listete den Inselstaat auf Platz 1 der Krisen, die kaum Schlagzeilen produzierten.

Klimaveränderungen verstärken humanitäre Krisen enorm

„Wir beobachten seit Langem einen Zusammenhang zwischen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung und der Länge und Komplexität von humanitären Krisen“, erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, bei der Veröffentlichung am vergangenen Dienstag der Studie im Auswärtigen Amt in Berlin. „Obwohl das gesteigerte öffentliche Bewusstsein für die Klimakrise Mut macht, ist es gleichzeitig schockierend, wie wenig über ihre Auswirkungen im globalen Süden berichtet wird.“

Mehr Berichterstattung liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Medien: „Krisen, über die am wenigsten berichtet wird, sind oft auch diejenigen, die die geringste Finanzierung erhalten. Das müssen wir ändern“, sagt Peter Felten, Leiter des Referats für Multilaterale Gestaltung der Humanitären Hilfe im Auswärtigen Amt. „Es ist unsere Aufgabe, auch dorthin zu schauen, wo es keine Medienschlagzeilen und keine einfachen Antworten gibt. Als einer der größten Geber für humanitäre Hilfe weltweit ist sich Deutschland der Verantwortung bewusst, auch chronische und klimabedingte Krisen mit Nachdruck auf die Agenda zu bringen.“

Die Konsequenzen der vergessenen Krisen sind hoch: Um im Jahr 2020 humanitäre Hilfe für knapp 109 Millionen Menschen in Krisenregionen weltweit zu leisten, werden laut den Vereinten Nationen rund 26 Milliarden Euro benötigt.

Den ganzen Bericht lesen Sie hier. Mehr über die Arbeit unserer Bündnisorganisation CARE erfahren sie hier. In Madagaskar führt CARE eines ihrer wichtigen Projekte zum Schutz vor Klimawandel, wiederkehrenden Naturkatastrophen und daraus resultierenden Hungerkrisen durch. Mehr dazu lesen sie hier.

Suffering in Silence – Top 10 der vergessenen Krisen

  1. Madagaskar – 2,6 Millionen Menschen leiden durch die klimatischen Veränderungen an Hunger
  2. Zentralafrikanische Republik – Ein brutaler Konflikt im Herzen Afrikas: Etwa 2,6 Millionen Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe
  3. Sambia – Wiederholt fallen Ernten aus. Etwa 2,3 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe
  4. Burundi – 1,7 Millionen Menschen haben nicht genug Mittel, um ihre Familien zu ernähren
  5. Eritrea – Schwere Dürre: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung
  6. Nordkorea – Ein Land in Isolation: 10,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe
  7. Kenia – Überschwemmungen und Dürren: Mehr als 1,1 Millionen Menschen hungern
  8. Burkina Faso – Bewaffnete Konflikte und Gewalt: 5,2 Millionen Menschen sind betroffen
  9. Äthiopien – Naturkatastrophen, Mangelernährung und Vertreibung: 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen
  10. Tschadsee-Region – Konflikte, Vertreibung und Hunger: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe

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Handel und Wirtschaft

Wirtschaftswachstum kann entscheidend zum Kampf gegen Armut und Hunger in Sub-Sahara-Afrika beitragen.

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Frauen-Spargruppe im Tschad._©Care Deutschland-Luxemburg

Handel und Wirtschaft

Wirtschaftswachstum kann entscheidend zum Kampf gegen Armut und Hunger in Sub-Sahara-Afrika beitragen.

Nahrungssicherung

Nahrungsmittelkrisen und Hunger sind leider wiederkehrende Realität auf dem afrikanischen Kontinent. Die Ursachen liegen unter anderem in unfairen Handelbeziehungen, Nahrungsmittelspekulationen sowie auch in klimatischen Veränderungen.

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Nahrungssicherung

An landwirtschaftlichen Produkten wie Baumwolle, Kakao, Reis oder Hirse mangelt es Afrika nicht. Dennoch sind Nahrungsmittelkrisen und Hunger wiederkehrende Realität. Die Ursachen liegen unter anderem in unfairen Handelbeziehungen, Nahrungsmittelspekulationen sowie auch in klimatischen Veränderungen.

Wenn Nahrungsmittel nicht satt machen

Die Landwirtschaft stellt in Afrika eine Schlüsselbranche dar. Der Kontinent bietet fruchtbare Böden, Wasser und Arbeitskraft. Besonders an Ackerflächen mangelt es nicht. Pro Einwohner stehen 0,25 Hektar Nutzfläche zur Verfügung, dies entspricht dem Weltdurchschnitt.

Zu den meist angebauten landwirtschaftlichen Produkten zählen Reis, Hirse, Mais, Jamswurzel, Maniok, Okra, Bananen, Kaffee, Baumwolle, Kakao, Erdnüsse, Palmöl, und Datteln. Trotz Armut und wiederkehrender Nahrungsmittelkrisen sind Experten sich einig: Afrika hat das Potential, sich selbst zu ernähren.

Über 60 Prozent aller erwerbstätigen Afrikaner südlich der Sahara sind im Agrarsektor tätig. Doch das Potenzial der Landwirtschaft kann sich, bedingt durch eine Vielzahl von Faktoren, nicht frei entfalten. Unfaire Handelsbedingungen, Energiepolitik, steigende Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und klimatische Bedingungen sind einige der Ursachen hierfür.

Biosprit: Treibstoff für den Hunger

Ein wesentlicher Faktor für die Verknappung von Nahrungsmitteln in Afrika südlich der Sahara ist der weltweite Aufschwung von Agrartreibstoffen durch die Energiepolitik vieler Industrienationen.

Für die Produktion des Treibstoffs werden vermehrt Nutzpflanzen wie Mais, Zuckerrohr, Ölpalmen oder Sojabohnen angebaut. Dies geschieht bevorzugt auf Anbauflächen von Entwicklungsländern. Die dort angebauten Agrarprodukte werden schließlich durch die steigende Produktion von Biotreibstoff „verheizt“ und stehen nicht für die Produktion von Lebensmitteln zur Verfügung. In diesem Zusammenhang werden darüber hinaus auch bestehende Landrechte der einheimischen Landwirte verletzt. Denn für die Nutzung der Anbauflächen, werden die Menschen oft gewaltsam von ihrem Land vertrieben oder zum Verkauf ihres Grund und Bodens gezwungen.

Die steigende Nachfrage von Agrarrohstoffen für Biotreibstoff führt zudem zu einem Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel. Dies führt zu einem weiteren Nachteil für afrikanische Länder. Denn die, auf den Flächen der ausländischen Investoren produzierten Nahrungsmittel, werden exportiert. Afrika wird gezwungen, Grundnahrungsmittel wie Getreide zu hohen Preisen zu reimportieren. Biosprit fördert Hunger!

Das Thema im Detail

Spekulationen mit Nahrungsmitteln

Der extreme Anstieg der Preise für Agrarrohstoffe ist jedoch nicht allein auf die vermehrte Produktion von Biotreibstoffen zurück zu führen. Signifikanten Einfluss auf den Preisanstieg haben auch zunehmende Spekulationen an den internationalen Börsen.

Die Weltmarktpreise stiegen in den letzten Jahren in unnatürliche Höhen. Dies liegt daran, dass Preise für Nahrungsmittel heute nicht mehr ausschließlich Ergebnis von tatsächlichem Angebot und realer Nachfrage sind.
Sie hängen zunehmend von fiktiven Erwartungen der internationalen Börsen ab. Spekulationen – die ursprünglich eine preisstabilisierende Wirkung im Rahmen des Handels von Agrarrohstoffen hatten – haben in Folge des Zusammenbruchs der Immobilien- und Kreditmärkte in 2007/2008 stark zugenommen. Auf der Suche nach neuen Anlageformen stiegen die Banken und Fondsgesellschaften in den Handel mit Agrarrohstoffen ein. Nicht die tatsächliche Warentransaktion, sondern die Diversifizierung der Anlagen und kurzfristige Gewinne stehen hierbei im Vordergrund. Dieses Spekulieren auf steigende und fallende Preise führt zu massiven Preisschwankungen und steigenden Grundnahrungsmittelpreisen.

Das Thema im Detail

Klimawandel verschärft den Hunger

Zunehmend bedroht auch der weltweite Klimawandel die Nahrungsmittelproduktion in afrikanischen Staaten. In den nächsten Jahrzehnten könnte sich der Klimawandel zu einer katastrophalen Gefahr für die Ernährungssicherheit entwickeln. Experten vermuten schon jetzt einen extremen Rückgang der Ernteerträge von Mais, Weizen und anderer Grundnahrungsmittel durch verstärktes Auftreten von Dürren, Überschwemmungen und weiteren Umweltkatastrophen.

Besonders kleinbäuerliche Betriebe werden sich mit noch größeren Schwierigkeiten konfrontiert sehen, ihren Eigenbedarf zu decken. Zusätzlich führt die verminderte landwirtschaftliche Produktivität durch den Klimawandel zu einer Steigerung der Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt.

Das Thema im Detail

Fazit

Um Afrikas Potenzial zur Versorgung der eigenen Bevölkerung zu fördern, bedarf es konkreter Maßnahmen.

  • Investitionen in eine an veränderte Bedingungen angepasste Landwirtschaft und optimale Bewässerungssysteme könnten Ernteverluste durch den globalen Klimawandel verringern.
  • In Sachen Biotreibstoff muss insbesondere die hohe Beimengungsrate von 10 Prozent in der Europäischen Union herabgesetzt werden.
  • Um zu verhindern, dass die Preisanstiege für Grundnahrungsmittel Armut und Hunger in Afrika weiterhin schüren, müssen auch Spekulationen an den Börsen stärker reguliert werden.
  • Die vieldiskutierte Finanztransaktionssteuer – eine Steuer auf börsliche und außerbörsliche Finanztransaktionen – verspricht großes Potenzial für die Eindämmung ausufernder Spekulationen und die Finanzialisierung lebenswichtiger Nahrungsmittel. Die Finanztransaktionsteuer im Detail.

Land und Ressourcen

Vor allem in der ertragreichen Landwirtschaft liegt Afrikas großes Potenzial. Doch trotz dieser guten Bedingungen profitiert die Bevölkerung kaum von diesem Reichtum.

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Land und Ressourcen

Fruchtbare Böden, Öl, Diamanten, Gold – Subsahara Afrika verfügt über beträchtliche und vielfältige Rohstoffvorkommen. Vor allem in der ertragreichen Landwirtschaft liegt Afrikas großes Potenzial. Doch trotz dieser guten Bedingungen profitiert die Bevölkerung kaum von diesem Reichtum.

Land und Ressourcen satt und trotzdem Hunger

Afrika südlich der Sahara ist reich an fruchtbaren Böden und natürlichen Ressourcen. Den Landwirten mangelt es nicht an Flächen. Pro Einwohner gibt es heute ca. 0,25 Hektar Nutzfläche, diese entspricht dem Weltdurchschnitt. Auch die Rohstoffvorkommen sind üppig: 10 Prozent der weltweiten Ölvorkommen, 50 Prozent der Diamantenvorkommen und 25 Prozent der globalen Goldvorkommen befinden sich in Afrika. Viele weitere natürliche Ressourcen wie Mangan, Kobalt, Chrom und Coltan sind wichtige Rohstoffe und attraktiv für die Erzeugung von Stahl, für die Luftfahrtindustrie oder von besonderer Bedeutung für die Mobiltelefonindustrie. Besonders rohstoffreiche Länder sind Sudan, Nigeria oder die demokratische Republik Kongo.

In diesen Ländern profitiert die Bevölkerung kaum vom Handel mit den Ressourcen, obwohl große Mengen an Rohstoffen von den Industrieländern exportiert werden. In vielen Ländern regt sich in der Bevölkerung der Widerstand gegen den Ausverkauf ihrer Länder.

Die Rohstoffinitiative der EU verschärft die Armut

Die Kritik vieler Länder des subsaharischen Afrikas richtet sich dabei gegen Aspekte der EU-Politik.
Diese sichert sich mit ihrer Rohstoffinitiative (2011) den ungehinderten Zugriff auf wertvolle Bodenschätze und Rohstoffe und übt dabei massiven Druck auf die Exportländer aus. So sollen die entsprechenden Länder Handelsbegrenzungen wie Exportsteuern für Rohstoffe abschaffen und ausländische Direktinvestitionen ermöglichen.
Ökologische, soziale, politische sowie entwicklungspolitische Belange finden in dieser geostrategisch ausgerichteten Initiative der EU kaum Beachtung.

Das Thema im Detail

Landraub gefährdet die Ernährungssicherung

Neben den bekannten Rohstoffen wie Öl, Diamanten oder Coltan ist seit einigen Jahren vor allem der fruchtbare Boden vieler afrikanischer Länder von verwertbarem Interesse für viele Staaten. Durch die wachsende Nachfrage nach Agrarprodukten sind Industrie- und Schwellenländern zunehmend an fruchtbaren Flächen in Afrika interessiert.

Die wachsende Nachfrage ist beispielsweise mit dem verschwenderischen Einsatz von Nahrungsmitteln für Agrartreibstoffe und einem steigendem Fleischkonsum, der wiederum die Nachfrage nach Futtermitteln erhöht hat, zu erklären. Viele Millionen Hektar Land haben sich ausländische Regierungen und Konzerne durch Kauf oder Pacht in den letzten Jahren in Subsahara-Afrika gesichert.

Auf diesem Land werden zunehmend Grundnahrungsmittel oder Energiepflanzen für die Nahrungs- und Energiesicherung der investierenden Länder angebaut. Durch diese Praxis werden bestehende Landrechte der Besitzer, beispielsweise Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, verletzt. Die Praxis des Landraubs gefährdet massiv die Ernährungssicherung der betroffen Menschen, da ihnen das Land nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung steht.

Zudem werden die verbleibenden Böden durch falsche Anbaumethoden verarmt oder zerstört oder aufgrund mangelnder Investitionen vernachlässigt.

Das Thema im Detail

Potenziale liegen in der ländlichen Entwicklung

Der Umfang der Mittel und Programme für die Landwirtschaft ist in den vergangenen 20 Jahren ständig zurückgegangen.
Die Folgen davon spüren die Bauern in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara: In den vergangenen 25 Jahren sind die Einkommen in der Landwirtschaft in dieser Region im Schnitt um weniger als ein Prozent pro Jahr gewachsen. Das ist im weltweiten Vergleich die mit Abstand niedrigste Rate.

Potenziale, wie sie die kleinbäuerliche Landwirtschaft bietet, werden so nicht ausgeschöpft. Dabei machen bereits heute Millionen kleiner Subsistenzlandschaften und diversifizierter Kleinbetriebe den Großteil der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion aus. Zudem sichert die kleinbäuerliche Landwirtschaft langfristig mehr soziale Gerechtigkeit und schützt die natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft, Energie und die Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzpflanzen.

Das Thema im Detail

Ländliche Entwicklung kann Hungerkatastrophen verhindern

Auch die erschreckende Hungerkrise in Ostafrika 2011 ist im Kern auf die jahrzehntelange mangelnde Unterstützung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, den unzureichenden Zugang zu Land und die Übernutzung der Böden zurückzuführen. Wäre hier rechtzeitig gehandelt und bereits früher mehr investiert worden, hätte die Hungersnot vermieden werden können.