Beiträge

Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Die UNO-Flüchtlingshilfe macht zum Tag der Menschenrechte auf die zahlreichen Menschen aufmerksam, die auf der Flucht Verletzungen ihrer grundlegenden Rechte oft schutzlos ausgeliefert sind.

Weitersagen

Tag der Menschenrechte – prekäre Situation für viele Flüchtlinge: schutzlos und ausgegrenzt

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Jedem Menschen sollten dadurch die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert sein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status.

71 Jahre später sind weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht: für unsere Bündnisorganisation UNO-Flüchtlingshilfe ein trauriger Rekord, der im krassen Widerspruch zur Intention der Menschrechtscharta steht. Aufgrund ihrer prekären Situation bleibt vielen Geflüchteten der Zugang zu grundlegenden Rechten verwehrt, oft sind sie Menschenrechtsverletzungen schutzlos ausgeliefert. Sie werden wegen ihrer Religion, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, der politischen Gesinnung oder sexueller Neigung verfolgt, bedroht oder diskriminiert. In einigen Ländern der Welt droht zum Beispiel Homo- und Transsexuellen die Todesstrafe. In vielen weiteren werden diese Menschen mit langen Haftstrafen bestraft.

„Menschenrechtsverletzungen werden tagtäglich, weltweit und millionenfach begangen. Wir dürfen uns damit nicht abfinden. Und wenn wir vielleicht als Einzelpersonen diese Taten nicht verhindern können, so kann jede und jeder zumindest die Opfer unterstützen“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Fehlen Gesundheitsvorsorge, ein Bildungssystem oder die Möglichkeit, sich ausreichend zu ernähren, wird ein Leben in Würde unmöglich. Kommen politische Verfolgung, Diskriminierung und Folter einzelner Gruppen wie ethnischer oder religiöser Minderheiten hinzu, sehen viele Menschen nur den Ausweg der Flucht, um für sich und ihre Familien eine neue Zukunft aufzubauen.

Beispiel Demokratische Republik Kongo

Bereits seit 1999 ist die Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stationiert. Der Krieg ist seit 2003 beendet – doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die Menschen leiden unter der Gewalt, marodierenden Banden, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch, Folter und Mord. Die Flüchtlingskrise in der DR Kongo hat inzwischen ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Insgesamt 5,4 Millionen Kongolesen sind durch die Gewalt im Land entwurzelt worden: 4,5 Millionen Menschen leben als Vertriebene im eigenen Land und fast 900.000 Kongolesen als Flüchtlinge in verschiedenen afrikanischen Ländern. Gleichzeitig leben über eine halbe Million Flüchtlinge aus anderen Ländern in der DR Kongo.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), das die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner unterstützt, hilft Geflüchteten weltweit: Der UNHCR unterhält Depots für Material, das im Notfall benötigt wird, registriert, informiert und berät Menschen auf der Flucht, kämpft für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen, Vertriebenen und Staatenlosen.

 

Menschenrechtler Opiyo erhält Deutschen Afrika-Preis

12.05.2017: Der ugandische Jurist Nicholas Opiyo, der sich seit vielen Jahren für die Durchsetzung der Menschenrechte in Uganda einsetzt, erhält für sein außergewöhnliches Engagement den Afrika-Preis der Deutschen Afrika Stiftung.

Weitersagen

Nicholas_Opiyo_Deutscher_Afrika_Preis_2017

Menschenrechtler Opiyo erhält Deutschen Afrika-Preis

Nicholas Opiyo ist ein Herzblut-Menschenrechtler. Aufgewachsen im Norden Ugandas, während der Auseinandersetzungen zwischen der damaligen Regierung und der Widerstandsbewegung Lord’s Resistance Army (LRA), die Ende der 80er Jahre unter der Führung von Joseph Kony für ihre brutalen Menschenrechtsverletzungen gegen die ugandische Zivilbevölkerung unrühmliche Bekanntheit erlangte. Seit 2005 setzt sich Opiyo nun mittlerweile dafür ein, dass Menschrechte in seinem Heimatland geschützt und durchgesetzt werden. Für dieses Engagement erhält er nun den Deutschen Afrika-Preis.

Auszeichnung für das Engagement für Menschenrechte

Der Deutsche Afrika-Preis wird jährlich vergeben und findet mittlerweile zum 25. Mal einen Preisträger. Mit dem Hauptpreis ehrt die Deutsche Afrika Stiftung e.V. herausragende afrikanische Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Der gebürtige Togoer Maître Yawovi Agboyibo wurde 1993 als Erster für seinen steten Einsatz für Menschenrechte und demokratische Werte ausgezeichnet.

Einsatz für Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung

Aus der Menschenrechtsbewegung in Uganda ist Nicholas Opiyo mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren war Opiyo maßgeblich daran beteiligt, wichtige die Menschenrechte betreffende Gesetzgebungen in Uganda mitzugestalten. So war er beispielweise federführend daran beteiligt, dass das Anwenden von Folter zur Straftat erklärt wurde. Zudem hat Opiyo bereits mehrere entscheidende Verfassungsklagen nicht nur initiiert, sondern auch gewonnen. Zu der Wichtigsten zählte das ugandische Anti-Homosexuellen-Gesetz aus dem Jahr 2013. Durch Opiyos Klage wurde das diskriminierende Gesetz 2014 abgeschafft. Der Menschenrechtler setzt sich zudem in seinem Heimatland auch immer wieder unentgeltlich für regierungskritische Aktivisten der Anti-Korruptions- und der Demokratiebewegung ein. Aktuell verteidigt Opiyo die ugandische Universitätsdozentin Stella Nyanzi, die sich aufgrund des vorgeworfenen „Cyber-Harassment“ gegen die Regierung seit vergangenen April in Gefangenschaft befindet.

Gefährliches Engagement – unermüdlicher Menschenrechtler

Nicht jeder in Uganda ist glücklich über das Engagement von Nicholas Opiyo. Für seinen Einsatz, die Rechte von LGBT-Personen zu stärken, erhielt der Menschenrechtler nicht nur Beschimpfungen, sondern auch schon Morddrohungen. Doch Opiyo lässt sich nicht unterkriegen. Unermüdlich geht er seinen Weg im Namen der Menschenrechte und gründete 2013 die Organisation Chapter Four, in der sich mittlerweile 14 weitere Mitarbeiter dafür einsetzen, die Menschenrechte und ihre Aktivisten zu verteidigen.

 

 

Foto: Nicholas Opiyo | Twitter

Für ein Europa der Menschenrechte

18.11.2015: GEMEINSAM FÜR AFRIKA schließt sich den Forderungen der bundesweiten Initiative "Für ein Europa der Menschenrechte" an.

Weitersagen

Für ein Europa der Menschenrechte

GEMEINSAM FÜR AFRIKA schließt sich der bundesweiten Initiative „Für ein Europa der Menschenrechte“ an. Zum nationalen Flüchtlingstag am 2. Oktober starteten Bürgerinnen und Bürger, Flüchtlingsinitiativen, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Künstler den bundesweiten Aufruf „Für ein Europa der Menschenrechte“. Seitdem haben sich bereits über 17.000 Unterzeichner dem Aufruf angeschlossen.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben tausende ehrenamtliche Helfer in ganz Deutschland gezeigt, dass es möglich ist, Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen und sie unermüdlich zu unterstützen. Gleichzeitig hören wir fast täglich von rechtsextremistisch motivierter Gewalt und Anschlägen auf Flüchtlingseinrichtungen. Während tausende Menschen den gefährlichen Weg über das Mittelmeer oder andere riskante Routen wählen, schotten sich viele europäische Staaten immer weiter ab und versuchen mit aller Kraft ihre Grenzen zu schließen.

Bekenntnis zu Solidarität und Humanität

Der Aufruf „Für ein Europa der Menschenrechte“ ist ein übergeordnetes Bekenntnis zu Solidarität und Humanität, zum Recht auf Asyl und zum Schutz von Schutzsuchenden. Die Initiatoren begreifen die Ankunft der Menschen als Chance und fordern Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben in einer offenen, menschlichen und von Vielfalt geprägten Gesellschaft.

Wir bekennen uns zu einem Europa der Menschlichkeit. Dieses Europa wird nicht von Abschottung und Angst zusammengehalten, sondern von einer offenen, menschlichen und von Vielfalt geprägten Gesellschaft, die Hetze und Anschlägen keinen Platz gibt!

GEMEINSAM FÜR AFRIKA schließt sich Forderungen an

Gemeinsam mit der Initiative „Für ein Europa der Menschenrechte“ fordern auch wir:

  • Humanität und Solidarität
  • Die Wahrung der Menschenrechte
  • Sichere Zugangswegen und faire Asylverfahren
  • Schutz vor Hetze und Anschlägen
  • Eine offene, menschliche und von Vielfalt geprägte Gesellschaft.

Diese Ziele schließen sich nahtlos an die Forderungen unserer im Oktober eingereichten Petition #JedesLebenzählt an. GEMEINSAM FÜR AFRIKA rief unter anderem zu einer gemeinsamen europäischen Seenotmission, die der Lebensrettung und nicht dem Grenzschutz dient, zu legalen und gefahrenfreien Wegen zur Einreise in die Länder der EU und zur Wahrung der Menschenrechte auf.

Zu den Initiatoren und Unterstützern gehören Amnesty International, Brot für die Welt, Pro Asyl, der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Paritätische Wohlfahrtsverband, aber auch Kulturinstitutionen wie die Berliner Festspiele. Künstler und Kulturschaffende wie Die Ärzte, Nina Hoss, Herta Müller, Herbert Grönemeyer und Volker Schlöndorff haben ebenfalls unterzeichnet.

Weitere Informationen zu der Initiative „Für ein Europa der Menschenrechte“.

 

 

Foto: Für ein Europa der Menschenrechte

Menschenrechtsverletzung des Monats: kein Zugang zu Nahrung

25.10.2015: Unsere Mitgliedsorganisation ADRA setzt sich für die Nahrungsmittelsicherheit in Burkina Faso ein.

Weitersagen

Menschenrechtsverletzung des Monats: kein Zugang zu Nahrung

Recht auf Nahrung – ein Menschenrecht – ADRA Burkina Faso

Weltweit ist Hunger noch immer für 795 Millionen Menschen ein täglicher Begleiter. Laut dem Welthunger-Index 2015 ist rund ein Drittel der Bevölkerung in Burkina Faso unterernährt. Unsere Mitgliedsorganisation ADRA setzt sich in dem Land besonders in der Region Soum dafür ein, dass sich diese Situation schnellstmöglich ändert und Mangelernährung vorgebeugt wird.

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas, auf dem Human Development Index liegt es auf Platz 181 von 187. Vor allem Flüchtlingsfamilien, die aus Mali fliehen mussten, sind besonders schwer betroffen. Sie erhalten neben Nahrungsmittelpaketen auch Matten und Decken. Um die Nahrungsmittelsicherheit jedoch langfristig sichern zu können legt ADRA zusammen mit Flüchtlingsfamilien und Anwohnern in der Region Soum drei Gemüsegärten an.

Landwirtschaftssektor wichtige Rolle in der Nahrungsmittelsicherung

Der Landwirtschaftssektor trägt in Burkina Faso zu circa 25 Prozent des Bruttoinlandproduktes bei und beschäftigt 80 Prozent der Bevölkerung. Die landwirtschaftlichen Familienbetriebe sind oft stark von den Frauen abhängig, die für mehr als 60% der Produktion sorgen, und dabei die schwierigen Schlüsselaufgaben in der Produktion übernehmen. Sie sind traditionell für die Ernährung der Kinder zuständig, haben wenig Kontrolle über die Ressourcen und sind stark vom Verkauf der Agrarprodukte abhängig, der oft vom männlichen Haushaltsvorstand getätigt wird.

Zudem ist die Region Soum besonders anfällig für Hungersnöte. Durch langanhaltende und häufige Dürrezeiten und die daraus resultierende Reduktion der Anbaufläche durch die Verkrustung der Erde und schlechte Wasserspeicherkapazität spitzt sich die Situation weiter zu.

Diversifikation und moderne Anbaumethoden

Bis jetzt haben die meisten Bauern nur Hirse angebaut, was lediglich für sechs bis acht Monate ausreicht. Das führt zu einer Hungerzeit von mindestens vier Monaten. Teil des Projektes von ADRA ist es, beispielsweise die Agrarproduktion durch den Bau von Wassersammelbecken, zu steigern. So können auch während der Trockenzeit die Gemüsegärten bewässert werden.

Durch die Gemüsegärten der lokalen Bevölkerung und die Verteilung von Lebensmitteln an Flüchtlinge in Lagern soll die weit verbreitete Unterernährung in der Sahelregion bekämpft werden und die täglichen Mahlzeiten von einer auf zwei erhöht werden. Zusätzlich soll die Ernährung der Menschen ausgewogener und die Vielfalt größer werden. Auch die Kleintierhaltung von Ziegen, Schafen und Hühnern soll zu einer verbesserten Nahrungssicherheit beitragen.

Außerdem erhalten die Bauern Saatgut, welches den schwierigen Bedingungen angepasst ist. Darüber hinaus werden sie in modernen Anbaumethoden wie auch Tröpfchenbewässerung geschult.

ADRA verteilt sowohl Saatgut, wie Hirse, Sorghum und Reis, als auch Arbeitsgeräte, um die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern und baut Wasser-Auffangbecken, welche dieBewässerung erleichtern.

Diese Maßnahmen haben zudem den Vorteil, dass die Beziehung zwischen Einheimischen und den neu angekommenen malischen Flüchtlingen harmonisiert werden kann und somit Spannungen vorgebeugt wird.

Mehr Informationen zu dem Projekt in Burkina Faso.

 

 

Foto: ADRA

Straßenaktion 2015: Flucht und Menschenrechte

Mit Leichensäcken auf der Straße. 2015 rückte unsere Straßenaktion das Thema Menschenrechte und Flucht in den Blick der Öffentlichkeit.

Weitersagen

Unsere Straßenaktion 2017 zum Thema Menschenrechte und Flucht._©Foto: GEMEINSAM FÜR AFRIKA/Pablo Ruiz Holst

Straßenaktion 2015: Flucht und Menschenrechte

Natürlich haben wir auch 2015 wieder mit einer Straßenaktion für Aufmerksamkeit gesorgt – am 21. Mai waren wir in sieben deutschen Städten auf der Straße! Im Mittelpunkt stand das Thema Flucht und Menschenrechte. Unter dem Hashtag #JedesLebenzählt wurden wir zudem online aktiv.

#JedesLebenzählt! – Für ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik

Kriegerische Konflikte, politische Verfolgung aber auch Armut und Hunger, fehlender Zugang zu sauberem Wasser oder mangelnde Gesundheitsfürsorge versetzen Menschen in lebensbedrohliche Situationen, die sie dazu zwingen, ihre Familie und ihre Heimat zu verlassen. Wie wir es täglich aus den Nachrichten erfahren müssen, scheitern Tausende Fliehende auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben – ein Leben, in dem die Menschenrechte gewahrt und respektiert werden. Doch allein im Frühjahr 2015 starben mehr als 1.600 Menschen auf der Flucht nach Europa, seit dem Jahr 2000 sind mindestens 23.700 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen.

Symbolisch haben wir auf das dramatische Schicksal dieser Menschen aufmerksam gemacht. In sieben Städten legten Aktivist*innen auf zentralen Plätzen insgesamt 237 Leichensäcke nieder. Sie protestierten damit gegen Europas Versagen in der Flüchtlingspolitik und forderten, die Ursachen von Flucht ernsthaft zu bekämpfen. Ein Transparent erinnerte an Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und an die Pflicht Deutschlands, diese zu achten und zu schützen. Auf Informationstafeln berichteten Überlebende von ihrer Flucht und davon, warum sie ihre Heimat verlassen mussten. Passant*innen legten Blumen nieder, zündeten Trauerkerzen in stillem Gedenken an die unzähligen Opfer an und unterstützten die Forderungen von GEMEINAM FÜR AFRIKA mit ihrer Unterschrift.

Wir waren am 21. Mai 2015 in folgenden Städten auf der Straße:

  • Berlin am Platz des 18. März
  • Bielefeld am Jahnplatz
  • Bochum am Dr.-Ruer-Platz
  • Dresden am Neumarkt
  • Frankfurt am Main vor der Hauptwache
  • Köln am Bahnhofsvorplatz
  • München am Marienplatz

Unser Video zur Aktion:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden