VENRO – G7-Abschlusserklärung: Finanzielle Zusagen allein machen die Welt nicht gerechter

In seiner Pressemitteilung zum Abschluss des G7-Gipfeltreffens in Elmau fasst der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Zusammenarbeit – kurz VENRO – die Stellungnahme der Civil 7 – einem Zusammenschluss internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen und eine der Dialoggruppen der G7-Präsidentschaften – zusammen. VENRO und das Forum Umwelt & Entwicklung koordinieren den diesjährigen internationalen Civil7-Prozess.

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VENRO – G7-Abschlusserklärung: Finanzielle Zusagen allein machen die Welt nicht gerechter

Die Civil 7 bewerten die finanziellen Zusagen der G7 für Infrastruktur und Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern als positiv. Kritisch sehen sie jedoch die fehlenden Bekenntnisse zu einer nachhaltigen und fairen Gestaltung des Welthandels.

Mathias Mogge, Vorstandsvorsitzender von VENRO bewertet den Plan, 4,5 Milliarden US-Dollar für die Ernährungssicherheit bereit zu stellen, als erstes positives Ereignis des G7-Gipfels. Strukturellen Problemen des Ernährungssystems und des Welthandels wurde dagegen leider kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dies sei fatal, da der Grund der akuten Ernährungskrise neben Klimakrise und Konflikten auch ein Handelssystem sei, das die Interessen der Länder im globalen Süden nicht ausreichend berücksichtige. Klare Bekenntnisse dazu fehlen in der Anschlusserklärung der G7.

Auch die klimapolitischen Ergebnisse des G7-Gipfels haben die Erwartungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen nicht erfüllt, da sich die G7 nicht zu einem Kohleausstieg bis 2030 bekannt haben und darüber hinaus vorübergehend in Kohle und Gas investiert werden soll. „Das ist ein Schritt in die falsche Richtung angesichts der früheren Verpflichtung der G7 aus der internationalen Finanzierung fossiler Energien auszusteigen“ fasst Mogge zusammen.

Das Investitionsvorhaben von 600 Milliarden US-Dollar in Infrastrukturprojekte bewertet die C7 als positiv und betont ihre dringliche Notwendigkeit, da allein schon für die globale Energiewende bis 2030 in Entwicklungsländern jährlich mehr als eine Billion Dollar an Investitionen benötigt werden.

Die Positionen der C7 zu den Themen Klima und Umwelt, Wirtschaft, Gesundheit, Humanitäre Hilfe und Demokratie, ihre Empfehlungen an die G7 und weitere Informationen zum Civil7 Prozess finden Sie hier.

Die Original-Venro-Stellungnahme finden Sie hier.

Äthiopien: Sustainable Utilisation and Conservation Through Compensation for Eco-System Services (SUCCESS)

Das Projekt SUCCESS unserer Mitgliedsorganisation Helvetas arbeitet an der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft im äthiopischen Hochland.

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Äthiopien: Sustainable Utilisation and Conservation Through Compensation for Eco-System Services (SUCCESS)

Die Verschlechterung der Bodenqualität ist seit mehreren Jahrzehnten das wichtigste Entwicklungsproblem im äthiopischen Hochland. SUCCESS setzt sich dafür ein, das anhaltende und sich verschärfende Problem der Bodendegradation im Tekeze-Becken und seine Folgen zu lindern. Die Bodendegradation stört nicht nur das Ökosystem, sondern behindert auch die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft in den flussabwärts gelegenen Stauseen. Viele Faktoren haben zu dem Problem der Bodendegradation beigetragen: die raue Topografie, Klimaschwankungen und -veränderungen, wiederkehrende Dürren, die Ausdehnung der Anbauflächen auf empfindliche Ökosysteme und steile Hänge sowie die übermäßige Beweidung. Grundlegende Ursachen wie Armut, unsichere Grundbesitzverhältnisse, ungeeignete Landbewirtschaftungssysteme und eine schwache Landverwaltung verschärfen das Problem. Ein kritischer und unbehandelter Aspekt bleibt jedoch bestehen – die geringe Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft, die ein gemeinsamer Nenner all dieser Faktoren ist. 

Projektphase: 2021 bis 2022 

Ziel: 

Die Verbesserung der Ökosystemleistungen von Wassereinzugsgebieten, zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohner des Wassereinzugsgebiets und zur Verlängerung der Lebensdauer der flussabwärts gelegenen Infrastruktur, insbesondere des Tekeze-Staudamms. 

Durchführung: 

SUCCESS arbeitet an der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft, indem es einen Mechanismus einsetzt, der sich in anderen Kontexten als erfolgreich erwiesen hat: Ausgleichszahlungen für Umweltleistungen (CES). Integriertes Landmanagement (ILM), einschließlich der Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten, des Bodenschutzes, des Schutzes von Gullys und der Schließung von Gebieten, wurde zwar eingesetzt, um die Bodendegradation zu bekämpfen, aber die hohen Vorlaufkosten, die mit ihrer Umsetzung verbunden sind, schrecken die armen Landwirte ab. Um diese Hürde zu überwinden, hat SUCCESS einen innovativen Ansatz gewählt: Es hat das CES-Finanzierungsinstrument auf eine neue Beziehung zwischen mehreren Partnern angewandt, nämlich zwischen Energieversorgungsunternehmen und Landwirten im Bergland, die an Aktivitäten zur Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten beteiligt sind. Das Projekt wird die folgenden Hauptinterventionsstrategien anwenden 

  • Entwicklung und Erprobung von Instrumenten und Leitlinien für die Entschädigung und/oder Bezahlung von Ökosystemleistungen in Zusammenarbeit mit den Community Watershed Committees und der Ethiopian Electric Power (EEP) Administration of Tekeze Hydropower Station 
  • Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur nachhaltigen Landbewirtschaftung auf der Grundlage einer Kofinanzierung und Überprüfung der Auswirkungen auf die Sedimentausbeute in Bächen und Flüssen 
  • Dokumentation und Bestätigung der Instrumente, Leitlinien und Ansätze durch die Basins Development Authority (BDA) und das Ministerium für Wasser, Bewässerung und Energie (MoWIE), um sie im Tekeze-Becken und möglicherweise darüber hinaus zu replizieren 

Weitere Informationen zu unserer Partnerorganisation Helvetas finden Sie hier.

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Madagaskar: Climate Resilient Cocoa Landscapes

Unsere Mitgliedsorganisation Helvetas trägt zu widerstandsfähigen Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung in Sambirano, Madagaskar durch nachhaltig bewirtschaftete Landschaft bei.

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Madagaskar: Climate Resilient Cocoa Landscapes

Trotz jahrzehntelanger internationaler Schutzbemühungen schrumpfen die Tropenwälder weltweit, vor allem aber in Madagaskar, immer noch, um Platz für landwirtschaftliche Nutzflächen zu machen. Der Verlust dieser wichtigen Reservoirs für biologische Vielfalt und Biomasse hat zahlreiche Auswirkungen auf die Bereitstellung von Ökosystemleistungen für die lokale und weit entfernte Bevölkerung und somit negative Folgen für die Lebensgrundlagen. Abholzung und Bodendegradation sind vor allem auf fragile Lebensgrundlagen, schwache Regierungssysteme, die traditionelle Brandrodung für den Regenreisanbau, aber auch auf die steigende internationale Nachfrage nach Cash Crops wie Vanille oder Kakao zurückzuführen. Eine nachhaltige Kakaoproduktion in Verbindung mit der Erhaltung der biologischen Vielfalt kann nur dann gewährleistet werden, wenn die Akteure aus verschiedenen Sektoren, die die Zivilgesellschaft, den Privatsektor sowie die nationalen und lokalen Behörden vertreten, eine gemeinsame Strategie für die Landschaft haben, in der sie tätig sind. Daher wird das Projekt die Entwicklung und Umsetzung eines geeigneten Planungsinstruments unterstützen, das die konkurrierenden Interessen in dieser multifunktionalen Landschaft berücksichtigt und die institutionelle Verankerung fördert 

Projektphase: 2020 bis 2022 

Ziele: 

Das Gesamtziel dieser Zusammenarbeit ist, dass „nachhaltig bewirtschaftete Landschaften in Sambirano zu widerstandsfähigen Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung beitragen“ 

  • Die Akteure aus öffentlichen, privaten und kommunalen Einrichtungen bewirtschaften die Kakaolandschaften nachhaltig und stellen damit die Bereitstellung wesentlicher Umweltleistungen sicher. 
  •  Die Landwirte steigern den Umsatz aus diversifizierten und klimaresistenten Agroforstsystemen für die Kakaoproduktion. 

Durchführung: 

Das Projekt verfolgt einen partizipativen, sektorübergreifenden und maßstabsgetreuen Ansatz für die gesamte Kakaolandschaft des Sambirano, der den Landschaftsansatz und den Ansatz der integrierten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen kombiniert. Die Intervention besteht darin, eine Analyse der Akteure, des Kontexts und der Landschaft vorzunehmen, eine Struktur (Plattform) für die Konsultation aller Akteure einzurichten, einen Governance-Mechanismus zu schaffen und den Prozess der Entwicklung eines Bewirtschaftungsplans einzuleiten 

Projektpartner:  

  • Earthworm Foundation 
  • Centre for Development and Environment (CDE) 
  • Ramanandraible Exportation (Rama Ex) 
  • Public limited company with capital of MGA (SCIM) 

Weitere Informationen zu unserer Partnerorganisation Helvetas finden Sie hier.

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BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Die Gesamtschule Würselen ist dabei!

Einige Projektkurse des 7. Jahrgangs der Gesamtschule Würselen haben in Zusammenarbeit mit der SV und in Kooperation mit GEMEINSAM FÜR AFRIKA unter dem Motto „CLIMATE JUSTICE.NOW. WORLDWIDE!“ einen Weckruf in Bezug auf den Klimawandel gestartet.

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_©Grundschule Würselen

BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Die Gesamtschule Würselen ist dabei!

Anlässlich des Internationalen Afrikatags wollten die Schüler*innen des Projektkurses Tansania Aufmerksamkeit für ihre Forderung nach mehr Klimagerechtigkeit gegenüber den Ländern auf dem afrikanischen Kontinent und dem globalen Süden im Allgemeinen schaffen. Sie erhielten dabei Unterstützung von weiteren Projektkursen des 7. Jahrgangs sowie der Schülervertretung und den SV-Lehrerinnen Frau Niermann und Frau Krystof.

_©Grundschule Würselen

Die Klimakrise ist allgegenwärtig, einige Auswirkungen sind bereits unumkehrbar und sie schreitet schneller voran als bisher angenommen. Viele afrikanische Länder leiden bereits jetzt stark unter deren Folgen, wie zunehmenden Dürren, intensiven Hitzewellen, Überschwemmungen oder Stürmen. Laut des neuesten Berichts des Weltklimarats bleiben nur noch drei Jahre, um eine weithin bewohnbare Welt zu erhalten und den Klimakampf für die kommenden Generationen zu gewinnen.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Industriestaaten in Europa, Asien und Amerika – der sogenannte globale Norden, bei der Bekämpfung der Klimakrise seinen angemessenen Teil an Verantwortung übernehmen. Das heißt, der globale Norden muss seine Emissionen stark reduzieren und klimaschädliche Praktiken stoppen. Gleichzeitig erhalten die Länder und Menschen im globalen Süden Unterstützung, die bereits vorhandenen Folgen abzuschwächen und sich zukünftig besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen zu können.

Originalmitteilung der Gesamtschule Würselen

Aufgerufen zu den Klima-Aktionen hat GEMEINSAM FÜR AFRIKA, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 15 Hilfsorganisationen, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt und in zahlreichen Projekten den betroffenen Menschen bei der Eindämmung der Folgen der Klimakrise unterstützt.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise die Klimakrise und deren Auswirkungen schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos

Weitere Informationen zum Thema Klimagerechtigkeit.

Pressekontakt:

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tel. 030 / 2977 24 16

E-Mail: info@gemeinsam-fuer-afrika.de

Save the Okavango Delta

Das Okavango Delta bietet (bedrohten) Tieren, Pflanzen und Menschen einen einzigartigen Lebensraum. An diesem noch nahezu unberührten Ort will das kanadische Öl- und Gasexportunternehmen Recon Africa nun Ölbohrungen durchführen, mit wahrscheinlich katastrophalen Folgen für Mensch und Tier.

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Okavango Delta Luftaufnahme

Save the Okavango Delta

Das Okavango-Delta im Nordwesten Botswanas ist mit 15.000 Quadratkilometern das größte Binnendelta der Welt. Das Feuchtgebietssystem, bestehend aus permanenten Sumpfgebieten und saisonal überfluteten Ebenen, ist fast so groß wie Schleswig-Holstein und sieht vom Weltraum aus wie der Fußabdruck eines Vogels. Der längste in das Delta mündende Okavango-Fluss ist mit seinen ca. 1700 Kilometern der viertgrößte Fluss im südlichen Afrika und fließt unter anderem durch Angola und Namibia. (1) (2)

Das Okavango Delta sieht aus dem Weltraum aus wie der Fußabdruck eines Vogels (©Flickr/ Stuart Rankin)

Eine Oase für Mensch und Tier

Eines der einzigartigen Merkmale des Gebiets ist, dass die jährlichen Überschwemmungen des Flusses während der Trockenzeit stattfinden, sodass die einheimischen Pflanzen und Tiere ihre biologischen Zyklen mit diesen saisonalen Regenfällen und Überschwemmungen synchronisiert haben. So konnte das Delta das Zuhause von vielen (teils bedrohten) Tierarten werden, darunter auch den sogenannten „Big Five“ – Elefanten, Löwen, Nashörner, Büffel und Leoparden. (2) Fünf der an das Gebiet angrenzenden Länder – Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe – haben sich zusammengetan, um die Region um das Delta zu schützen. Das sogenannte Projekt Kavango Zambezi (Kaza) umfasst insgesamt 520.000 Quadratkilometer und ist damit das größte länderübergreifende Naturschutzgebiet der Welt. Grenzzäune wurden vielerorts abgebaut, sodass Wildtiere wandern und dem Wasser ohne Hindernisse folgen können. Vor allem die afrikanischen Elefanten haben so mehr Freiraum und Konflikte mit Menschen werden seltener. Das Projekt soll außerdem den Tourismus fördern, um die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen zu fördern. (3)(4)

Doch nicht nur Tiere und Pflanzen sind auf die einzige Wasserquelle in einem der sonst trockensten Teile Afrikas angewiesen: Das Okavango-Delta ist auch die Hauptwasserquelle für die lokalen Gemeinschaften. Seit Jahrhunderten ist das Gebiet von einer kleinen Zahl von Ureinwohner*innen bewohnt, wobei die verschiedenen Gruppen ihre kulturelle Identität und ihren Lebensstil an die Nutzung bestimmter Ressourcen wie Fischfang oder Jagd angepasst haben. Heute befinden sich an den Rändern des Beckens gemischte Siedlungen von Ureinwohner*innen und späteren Einwanderer*innen in diesem Gebiet. (2)

Das Okavango Delta beherbergt die weltweit höchste Anzahl von Elefanten (©Pixabay)

Aufgrund seiner herausragenden und einzigartigen ökologischen Bedeutung wurde das Delta 2014 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. (2)

Ölförderung im Okavango Delta

In diesem so sensiblen Umweltgebiet will das kanadische Öl- und Gasexportunternehmen Recon Africa nun Ölbohrungen durchführen. Mitte April 2021 gab das Unternehmen bekannt, dass die ersten Testbohrungen das Vorhandensein „eines funktionierenden Erdölsystems bestätigen“. Zum Zweck der Ölförderung wurde daraufhin ein riesiges Gebiet von knapp 35.000 Quadratkilometern in Namibia und Botswana lizensiert, das direkt an das Okavango-Feuchtgebiet grenzt und sich mit dem Kavango-Zambesi-Projektgebiet überschneidet. Das Unternehmen schätzt, dass das Becken 120 Milliarden Barrel Öl liefern könnte, was es zu einem der größten globalen Ölfunde der vergangenen Jahrzehnte machen würde. Bei wirtschaftlichem Erfolg erhält Recon Africa eine Produkionslizenz über 25 Jahre und plant dann, hunderte Bohrlöcher zur Ölförderung zu bohren. (4)

Katastrophale Folgen für Mensch und Tier

Naturschützer*innen und Wissenschaftler*innen schlagen Alarm – Denn die Ölförderung könnte katastrophale Folgen für das noch intakte Ökosystem haben.

Das größte Problem sind die möglichen Auswirkungen auf die Wasserressourcen, denn durch die Ölbohrungen und den damit verbundenen Schwerlastverkehr sind erhebliche Belastungen der Gewässer zu erwarten. (3) Die Region ist trocken mit nur geringen und unregelmäßigen Regenfällen. Grundwasser liefert hier den größten Teil des Wassers, ein kleinerer Teil wird Flüssen, wie dem Okavango, entnommen. Neben der möglichen Wasserverschmutzung befürchten Wissenschaftler*innen auch einen enorm erhöhten Wasserverbrauch. Diese Befürchtung würde sich vor allem dann bewahrheiten, wenn das Öl durch hydraulische Fakturierung – kurz Fracking – gefördert werden würde. Verweise auf “unkonventionelles Öl und Gas” – also durch Fracking erschlossenes Öl- und Gasvorkommen – des Unternehmens, lassen Naturschützer*innen vermuten, dass sie die umstrittene Technik nicht ausschließen, auch wenn das von offizieller Seite von Recon Africa immer wieder bestritten wird. (4)

Namibia und Botswana zeigen sich besorgt über die „irreführende“ Informationen über Fracking-Pläne, „da dies nicht Teil des genehmigten Explorationsprogramms ist“. Das namibische Energieministerium erklärte zwar, dass die geplanten Ölexplorationsaktivitäten das Okavango-Ökosystem in keiner Weise schädigen würden und Nationalparks ausgeschlossen sein. Das Kaza-Naturschutzgebiet ist davon jedoch ausgenommen, da es nicht den gleichen Schutzstatus genießt. (4)

Ölbohrungen werden Klimakrise verschärfen

Junge Klimaaktivist*innen in der namibischen Hauptstadt sowie mehrere andere Umwelt- und Menschenrechtsgruppen reagierten mit internationalen Aufrufen an allen Fronten, um die drohende Umweltkatastrophe zu verhindern. Die Region des südlichen Afrikas hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten drastisch erwärmt, mit einer Geschwindigkeit, die etwa doppelt so hoch ist wie die globale Erderwärmungsrate. (4) Fridays For Future Windhoek hat aufgedeckt, dass das geplante Öl- und Gasprojekt das Risiko birgt, die globalen Bemühungen um eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C im Rahmen des Pariser Klimaabkommens zu zwei Dritteln zu zerstören. Ausgehend von Recon Africas eigenen Hochrechnungen von 120 Milliarden Barrel Öläquivalent beläuft sich die „Kohlenstoff-Gigabombe“ auf bis zu 51,6 Gigatonnen CO2, was einem Sechstel des verbleibenden Kohlenstoffbudgets der Welt entspricht. (2)

Das rücksichtslose Streben nach kurzfristigen Gewinnen darf nicht die langfristige Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden! SAVE THE OKAVANGO DELTA!

Quellen

(1) ZDF: Okavango Delta

(2) Greenpeace: Reasons to Save the Okavango Delta (März 2021)

(3) Deutsche Welle: Okavango Delta – Weltnaturerbe in Gefahr (Dezember 2021)

(4) Der Standard: Bedrohliche Ölbohrungen im Süden Afrikas (Oktober 2021)

Verfasst am 27.6.2022

BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Pressemitteilung des Gymnasiums in den Filder Benden

Picknick für Klimagerechtigkeit bringt Lehrerparkplatz am Gymnasium in den Filder Benden zum Erliegen

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Schablone_©Gymnasium in den Filder Benden

BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Pressemitteilung des Gymnasiums in den Filder Benden

Moers, 10.6.2022 – Mit einem Klima-Picknick auf dem normalerweise morgens ununterbrochen stark befahrenen und auch benötigtem Lehrerparkplatz am Filder Benden brachten die Evangelischen Religionskurse der 8. Klasse in Kooperation mit GEMEINSAM FÜR AFRIKA unter dem Motto „CLIMATE JUSTICE. NOW. WORLDWIDE!“ am Freitagmorgen den Verkehr zum Erliegen.

Anlässlich des Internationalen Afrikatages vor einigen Wochen und des G7 Gipfels in Deutschland wollten die Schüler*innen der 8en Aufmerksamkeit für ihre Forderung nach mehr Klimagerechtigkeit gegenüber den Ländern auf dem afrikanischen Kontinent und dem globalen Süden im Allgemeinen schaffen.

Aus Rücksicht auf die noch anstehenden Klassenarbeiten in den letzten Wochen vor den Sommerferien, fand die Aktion einige Tage nach dem offiziellen Afrikatag statt. Dies tat der engagierten Aussageabsicht der Schülerinnen und Schüler jedoch keinen Abbruch. Zudem fühlten sich die Schülerinnen und Schüler inhaltlich von der Stadt Moers unterstützt, als sie recherchiert hatten, dass die Stadt Moers „KLIMA SCHÜTZEN FÜR MORGEN“ als Devise ausgerufen hat.

SchülerInnen_besetzen_Parkplatz_©Gemeinsam_fuer_Afrika

SchülerInnen_besetzen_Parkplatz_©Gymnasium in den Filder Benden

Die Klimakrise ist allgegenwärtig, einige Auswirkungen sind bereits unumkehrbar und sie schreitet schneller voran als bisher angenommen. Viele afrikanische Länder leiden bereits jetzt stark unter deren Folgen, wie zunehmenden Dürren, intensiven Hitzewellen, Überschwemmungen oder Stürmen. Drei Jahre bleiben laut des neuesten Berichtes des Weltklimarats nur noch, um eine weithin bewohnbare Welt zu erhalten und den Klimakampf für die kommenden Generationen zu gewinnen. Um auf diese besorgniserregende Situation aufmerksam zu machen und mehr globale Klimagerechtigkeit zu fordern, veranstaltete der Religionskurs weithin sichtbar mit zahlreichen selbstgestalteten Bannern und Schildern dies Aktion.

„Wussten Sie, dass nur 19 Prozent der Weltbevölkerung für 92 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich sind? Die Menschen im globalen Süden tragen nur 8 Prozent der Emissionen bei, leiden aber am meisten unter den Folgen der Klimakrise. Das ist nicht gerecht!“ erklärten die Schüler*innen interessierten Passant*innen und Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schultüre bringen wollten.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Industriestaaten in Europa, Asien und Amerika – der sogenannte globale Norden, bei der Bekämpfung der Klimakrise seinen angemessenen Teil an Verantwortung übernehmen. Das heißt, der globale Norden muss seine Emissionen stark reduzieren und klimaschädliche Praktiken stoppen. Gleichzeitig erhalten die Länder und Menschen im globalen Süden Unterstützung, die bereits vorhandenen Folgen abzuschwächen und sich zukünftig besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen zu können.

Aufgerufen zu den Klima-Aktionen hat GEMEINSAM FÜR AFRIKA, ein Bündnis von 15 Hilfsorganisationen, dass sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt. Hier geht es zu der Original-Pressemitteilung.

Demo_Banner_©Gemeinsam_fuer_Afrika

Demo_Banner_©Gymnasium in den Filder Benden

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 15 Hilfsorganisationen, dass sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt und in zahlreichen Projekten den betroffenen Menschen bei der Eindämmung der Folgen der Klimakrise unterstützt.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise die Klimakrise und deren Auswirkungen schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos.

Weitere Informationen zum Thema Klimagerechtigkeit.

Pressekontakt:

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tel. 030 / 2977 24 16

E-Mail: info@gemeinsam-fuer-afrika.de

Klimaaktivistin Fatou Jeng

Klimaaktivistin Fatou Jeng nimmt den Klimaschutz selbst in die Hand. Mit ihrer 2017 gegründeten Umwelt-NGO Clean Earth Gambia setzt sie sich für den Naturschutz, Umwelterziehung, Genderfragen und gegen die Klimakrise ein. International fordert sie eine stärkere Vertretung der Geschlechter in Klimaschutzverhandlungen und organisiert Webinare und Workshops zum Thema Gender und Klimakrise.

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_©Fatou Jeng_Privat

Klimaaktivistin Fatou Jeng

Klimaaktivistin Fatou Jeng erlebt die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise in Echtzeit. Ihr Land, Gambia in Westafrika, steht beispielhaft für viele Regionen Afrikas, die durch die Folgen der Klimakrise besonders verwundbar sind. Fast jeder zweite der 2,4 Millionen Menschen lebt hier in extremer finanzieller Armut. Die Menschen sind auf die Landwirtschaft angewiesen und unmittelbar abhängig von der Natur. Durch dürrebedingte Ernteausfälle und den steigenden Meeresspiegel sind die Gemeinden extrem gefährdet, denn Gambia ist überwiegend niedrig gelegen. Ein Anstieg des Meeresspeigels um einen Meter könnte über 8 Prozent der Landesfläche überschwemmen. So werden Lebensgrundlagen zerstört und Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Um diesen Zuständen entgegenzuwirken, setzt sich Fatou Jeng leidenschaftlich für die Bewältigung der durch die Klimakrise verursachten Probleme ein. Doch das ist nicht so einfach in einem Land, in dem die Klimakrise nur eines von vielen Problemen ist. Die Bevölkerung wächst schnell, die Arbeitslosigkeit ist hoch und etwa zehn Prozent der Kinder leiden unter Mangelernährung. So fehlt es den meisten Menschen in Gambia an finanziellen Mitteln, um sich an die neuen extremen Umweltbedingungen anzupassen und vor allem Frauen* und Mädchen, die die größte Last der Klimakrise schultern, trauen sich nicht, ihre Stimme zu erheben, weil die sozialen und kulturellen Hürden zu groß sind. (1) (2) In Gambia stellen Frauen* etwa 70 Prozent der in der Landwirtschaft tätigen Arbeitskräfte, haben jedoch nur unzureichenden Zugang zu den für die Landwirtschaft benötigten Ressourcen. (3)

“Wir haben eine progressive Klimaschutzpolitik, besser als der Westen, aber bei der Umsetzung hinken wir hinterher.”

Die gambische Regierung hat sich offiziell der Klimapolitik verschrieben. Der Kleinstaat will die Pariser Klimaziele erreichen und das, obwohl Gambia im Jahr nur 0,2 Tonnen CO2 pro Kopf ausstößt (In Deutschland sind es fast 8 Tonnen CO2 pro Kopf). Ganz oben auf der politischen Agenda stehen jedoch andere Themen: Bildung, Infrastruktur und Menschenrechten wird größere Aufmerksamkeit geschenkt, um die finanzielle Armutsspirale zu durchbrechen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes anzukurbeln.

Handeln statt Streiken

So entschied sich Fatou Jeng 2017 dazu, das Problem selbst in die Hand zu nehmen und gründete die Organisation Clean Earth Gambia, eine von Jugendlichen geführte Umwelt-NGO in Gambia, die sich für Naturschutz, Umwelterziehung, Genderfragen und gegen die Klimakrise einsetzt. Das erklärte Ziel der Organisation besteht darin, Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen, mehr als 500 Schulkinder über die Klimakrise und Umweltfragen zu schulen und so viele Bäume wie möglich zu pflanzen. (2)

5000 Kokospalmen hat Clean Earth Gambia bisher rund um Banjul, Gambias Hauptstadt, gepflanzt – kniehohe Setzlinge, die ausgewachsen haushoch werden. Die Wurzeln der durch Spenden finanzierten Palmen sollen das Abrutschen der Küste verhindern. 3000 weitere Bäume sollen folgen. Schulstreiks in Gambia hält Jeng dagegen für wenig effektiv. In einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann, ist Bildung ein Privileg. Dementsprechend haben hier die wenigsten Verständnis für protestierende Schüler*innen. (4)

Jengs großes Vorbild ist die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die bereits in den 1970er-Jahren in ihrer Heimat bäume pflanzte, um dem Raubbau an der Natur entgegenzuwirken. (1)

Engagement über die Landesgrenzen hinaus – Klimagerechtigkeit muss im Mittelpunkt stehen

„Echte Veränderungen werden von jungen Menschen vorangetrieben. Wenn wir etwas erreichen wollen, können wir das nicht der älteren Generation überlassen, und deshalb setze ich mich an vorderster Front für die Rettung unseres Planeten ein“

Auch außerhalb Gambias hat Fatou Jeng sich einen Namen gemacht. Sie ist politische Leiterin der Abteilung für Frauen und Gender der Jugendvertretung der UN-Klimarahmenkonvention (YOUNGO), wo sie seit der COP23 für die Einreichung von Stellungnahmen zum Thema Gender und Klima zuständig ist. Sie fordert eine stärkere Vertretung der Geschlechter in den Klimaverhandlungen, denn allzu oft wissen unterrepräsentierte Gruppen, wie zum Beispiel Frauen*, die in fragilen Staaten leben, am besten, welche Lösung zur Bewältigung der Klimakrise erforderlich sind. Dennoch werden vor allem Frauen* systematisch von den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. (3) Darüber hinaus organisierte sie Webinare zum Thema Gender und Klimakrise mit und arbeitete mit der Gender-Abteilung der UN Klimarahmenkonvention (UNFCCC) bei der Organisation der regionalen Gender-Workshops im Jahr 2020 zusammen. 2019 war Jeng eine der 30 jungen Menschen, die vom Büro der Jugendbeauftragten der Vereinten Nationen ausgewählt wurden, um die Organisation des allerersten Jugendklimagipfels der Vereinten Nationen zu unterstützen. (5)

„Solange große Teile der Menschheit unterrepräsentiert sind und keine Unterstützung erhalten, werden die Maßnahmen auf der Cop-Konferenz wenig Bedeutung haben.“

Auszeichnungen

In Anerkennung an ihr Engagement hat Jeng bereits zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten. So hat sie es 2022 zum Beispiel als eine von sieben Klimaaktivist*innen in die Liste der 100 einflussreichsten Afrikaner*innen geschafft und der WWF, das World Scout Movement, African Alliance of YMCAs und der African Wildlife Fund listeten sie 2021 als Top 100 Young African Conservation Leaders. Auch zählt sie zu den “Women Leading on Climate” – eine Auszeichnung, die Frauen ehrt, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und den Klimaschutz einsetzen. (5)

Quellen

(1) Tagesspiegel: So viele Bäume wie möglich: Fatou Jeng lenkt die Klimabewegung in Afrikas kleinstem Land Gambia (September 2021)  

(2) UN Gambia: From the Streets of Banjul to The Frontlines of COP26 (November 2021)   

(3) Independent: Fragile countries have to be supported if they are to fight the climate crisis (November 2021)   

(4) Tagesspiegel: Unerhört engagiert (Mai 2021)  

(5) Blue Earth Summit: Fatou Jeng  

(6) The Chronicle: COP26 – Youths From the South Pushing For More Participation (Oktober 2021)    

Verfasst am 21.06.2022

Mali: Nyèsigi – Herausforderung des Klimawandels durch nachhaltige Energie und widerstandsfähige Landwirtschaft meistern  

Unsere Mitgliedsorganisation Helvetas arbeitet mit Kleinbauer*innen zusammen, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel auf verschiedenen Ebenen zu stärken.

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Mali: Nyèsigi – Herausforderung des Klimawandels durch nachhaltige Energie und widerstandsfähige Landwirtschaft meistern  

In Mali sind in den letzten 30 Jahren die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher geworden. Der Niederschlag konzentriert sich nun auf einen viel kürzeren Zeitraum und ist oft extrem ergiebig. Manchmal sind Stürme so heftig, dass sie lokale Überschwemmungen verursachen. Wenn Dürreperioden auftreten, sind sie ebenfalls schwerwiegender. Der Raubbau am Boden verschlimmert die Situation: Die Böden sind durch konventionelle Anbaumethoden ausgelaugt und können das Wasser nicht mehr halten. Die Kleinbauernfamilien sind daher jedes Jahr versucht, neues Ackerland zu erschliessen, indem sie das wenige verbliebene Waldland abholzen, was die Wüstenbildung und die Ernährungsunsicherheit weiter verstärkt. 

Projektphase: 2020 bis 2023 

Ziel: 

Das Projekt Nyèsigi, was in der Bambara-Sprache „Bauen wir unsere Zukunft“ bedeutet, arbeitet mit Kleinbäuerinnen und -bauern und Partnerorganisationen zusammen, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel auf verschiedenen Ebenen zu stärken. 

Durchführung: 

Die sich ändernden Bedingungen verlangen von den Bäuerinnen und Bauern, den Hirten und ihren Familien, dass sie ihre Arbeitsweise ändern und ein neues Gleichgewicht mit den Ökosystemen herstellen, von denen ihr Lebensunterhalt abhängt. Der erste Schritt besteht darin, zu lernen, wie man Feldaktivitäten anders planen kann. Dafür ist es unerlässlich, Zugang zu zeitnahen und zuverlässigen Informationen über die Niederschlagsmenge zu haben. Zu diesem Zweck werden junge Menschen darin geschult, meteorologische Daten mit Hilfe von Smartphones zu sammeln. Diese Daten werden an den nationalen meteorologischen Dienst zur Analyse und zur Ausarbeitung von landwirtschaftlichen Ratschlägen geschickt, die dann per Telefon und Radio oder in Dorfversammlungen an die Bauern weitergegeben werden. Die Bauernfamilien lernen, neue, nachhaltigere Produktionstechniken anzuwenden, um verarmtes Land zu sanieren und Wasser zu sparen. Sie verwenden angepasstes Saatgut. Die Bauern werden auch ermutigt, das Beste aus schwierigen Situationen zu machen: zum Beispiel Futtermittel und sogar kurzzyklische Kulturen im Schlamm überfluteter Felder anzubauen. 

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit und Qualität der natürlichen Ressourcen, von denen die Menschen in Mali abhängen, bedrohen die Lebensgrundlagen der Haushalte und drohen Konflikte zu schüren, insbesondere um den Zugang zu Wasser und Land. Ressourcen zu schonen ist eine der wichtigsten Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel. Das Nyèsigi-Projekt arbeitet daran, Dämme zu sanieren und die Wasserverfügbarkeit zu erhöhen. Es fördert auch den Einsatz alternativer Technologien wie z.B. verbesserte Herde und Öfen, die weniger Holz zum Kochen benötigen, und hilft, Waldgebiete zu schützen.  
Darüber hinaus schult und begleitet das Projekt in Zusammenarbeit mit spezialisierten Anbietern junge Menschen bei der Förderung von Solaranlagen wie z.B. Pumpen, die in Gärtnereigeländen installiert werden, um den Zugang zu Wasser zu erleichtern und die Produktion zu steigern. 

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen: 

 

Pressemitteilung – lebensrettende Forderungen an G7

Gegen Hunger- und Klimakrise müssen die Staats- und Regierungschefs der G7 endlich wirklich aktiv werden und konsequent handeln

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Pressemitteilung – lebensrettende Forderungen an G7

Berlin, 20. Juni 2022 – „Die Folgen der Klimakrise für den globalen Süden sind bereits jetzt verheerend. Besonders betroffen sind davon viele Länder Afrikas, wie die aktuellen langanhaltenden, extremen Dürren und Überschwemmungen erschreckend zeigen. Das ist nicht gerecht, denn diese Länder haben am wenigsten zur aktuellen Klima-Notlage beigetragen.“ erklärt Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Staats- und Regierungschefs auf, endlich ausreichende Maßnahmen zum Klimaschutz und nachhaltigerem Wirtschaften umzusetzen. Nur mit sofortigem und konsequentem Handeln könne die Klimakrise eingedämmt, soziale Ungleichheit gemindert und weitere Hungerkatastrophen in vielen Ländern des globalen Südens verhindert werden. 

Aktuell leiden 280 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unter Hunger, über 45 Millionen in Ostafrika sogar unter extremen Hunger (WFP). Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Neben dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und unlauteren Nahrungsmittelspekulationen, sind zunehmende Wetterextreme eine der drei entscheidendsten Ursachen für Hungerkrisen.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA warnt vor weiteren Hungerkatastrophen in Afrika 

Die Nahrungsmittelsituation ist in einigen Regionen am Horn von Afrika, vor allem in Äthiopien, Somalia und Kenia, sowie in Mali, Tschad, Niger und Burkina Faso in Zentral- und Westafrika schon seit Längerem angespannt, im Südsudan wurden die Ernten zudem durch schwere Überschwemmungen vernichtet. Der Angriffskrieg auf die Ukraine, der damit verbundene Ausfall der Ernten in den Kornkammern Europas sowie Nahrungsmittelspekulationen treiben die Lebensmittelpreise weltweit nach oben und verschärfen die Situation zusätzlich. Einige afrikanische Länder importieren fast 90 Prozent des Getreides aus der Ukraine und Russland.  

In mehreren Regionen fehlt es bereits jetzt an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Unzählige Tiere sind in den letzten Monaten verendet, bis zu fünf Millionen Menschen sind allein in Ostafrika auf der Flucht (UN). Die Menschen brauchen dringend Unterstützung, um die kommenden Wochen und Monate zu überleben. Darum müssen von den G7-Staaten umgehend ausreichend Gelder für die Nothilfe bereitgestellt werden und auch die Entwicklungszusammenarbeit muss weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig fordert GEMEINSAM FÜR AFRIKA eine stärkere Regulierung der Nahrungsmittel-Finanztransaktionen. Zudem müssen die Gesetze zur Bekämpfung exzessiver Spekulationen endlich um- und durchgesetzt werden. Der Profit von Finanzakteur*innen dürfe nicht vor das Menschenrecht auf Nahrung gestellt werden.  

Die Klimakrise schreitet schneller voran als angenommen, möglicherweise wird die 1,5 Grad-Grenze bereits 2026 überschritten (Weltwetterorganisation WMO). Die G7-Staaten haben mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen seit 1850 produziert, stellen aber nur 10 Prozent der Weltbevölkerung. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA von den Staats- und Regierungschefs der G7, jetzt ernsthaft Verantwortung zu übernehmen, um eine Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen zu verhindern – bevor sich das noch verbleibende Zeitfenster endgültig schließt. 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika für mehr Klimagerechtigkeit einsetzt. Angesichts der drohenden Hungerkatastrophe verstärken die Bündnisorganisationen ihre Nothilfe vor Ort. Sie leisten Soforthilfe durch die Bereitstellung von Lebensmitteln, Saatgut, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden sowie Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen und die Folgen der Klimakrise einzudämmen. 

Pressekontakt: 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel. 030 / 2977 24 25

E-Mail: presse@gemeinsam-fuer-afrika.de  

www.gemeinsam-fuer-afrika.de

Die didacta 2022 hat stattgefunden!

Europas größte Bildungsmesse: Die didacta fand in diesem Jahr endlich wieder in Präsenz statt und auch GEMEINSAM FÜR AFRIKA war wieder vor Ort in Köln.

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Die didacta 2022 hat stattgefunden!

 

Am vergangenen Samstag ist die didacta 2022, Europas größte Bildungsmesse, in Köln zu Ende gegangen. Auch wir von GEMEINSAM FÜR AFRIKA waren im Rahmen eines Gemeinschaftsstands vor Ort, um unsere Bildungsmaterialien vorzustellen und um uns mit den Lehrkräften, die diese nutzen, auszutauschen.

Didacta 2022: ein voller Erfolg!

Nach drei Jahren ohne persönlichen Austausch vor Ort stand die Bedeutung der didacta als zentrales Diskussionsforum, größter Weiterbildungskongress und wichtigste gesellschaftspolitische Bühne der Branche besonders im Fokus. Rund 35.000 Besucher*innen haben die Messe genutzt, um sich in den zahlreichen Foren und bei den ausstellenden Unternehmen über innovative Konzepte, neue pädagogische Ansätze, Neuheiten und aktuelle Lösungen zu informieren.

Auch wir haben erfolgreich zahlreiche Unterrichtsmodule verteilt, spannende und lehrreiche Gespräche geführt und uns über neue Entwicklungen ausgetauscht. Außerdem haben wir die Möglichkeit genutzt, neue Lernmaterialien sowie unser neues Veranstaltungsformat Africa Today vorzustellen.

Was ist neu? 

Neben vielen neuen Materialien, wie Unterrichtsmodule oder unsere neuen Lernkoffer, haben wir auch das neue Veranstaltungsformat Africa Today konzipiert. Erfahren Sie mehr und holen Sie sich das Event auch an Ihre Schule.

Africa Today Events
Africa Today ist ein kostenloses Schul-Event für bis zu 125 Schüler*innen der Sekundarstufe. Der Themenschwerpunkt liegt auf den Innovationen des afrikanischen Kontinents heute.

DER LERNKOFFER GESUNDHEIT
Der Lernkoffer Gesundheit enthält eine Vielzahl spezifischer Gegenstände, die die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer machen sollen.

Freie und offene Bildungsmaterialien von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

FREIE UND OFFENE BILDUNGSMATERRIALIEN
Kostenfreie und editierbare OER (Open Educational Resource)-Unterrichtsmaterialien wie digitale Workshops finden Sie hier.

NEUE UNTERRICHTSMODULE ZU THEMEN DES GLOBALEN LERNENS
Unsere flexiblen Unterrichtsmodule umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, als auch Projektbeispiele, Role Models und Handlungsoptionen für das tägliche Leben.

Die fossile Lobby: Verzögerung von Klimaschutzmaßnahmen durch bewusst falsche Kommunikation

Klimaschutzmaßnahmen sind vergleichsweise jung. Das liegt auch an der bewusst falschen Kommunikation der fossilen Lobby, die effektive Maßnahmen über Jahrzehnte verzögerte.

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Die fossile Lobby: Verzögerung von Klimaschutzmaßnahmen durch bewusst falsche Kommunikation

Die Klimanotlage und die daraus resultierende Krise ist kein neues, plötzlich auftretendes Phänomen. Bereits 1965 erwartete ein offizieller Expertenbericht für den damaligen US-Präsidenten Johnson einen u.a. durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursachten CO2-Anstieg um 25 Prozent bis zum Jahr 2000 und warnte vor einer für die Menschen schädlichen Klimaveränderung. 1988 wurde die globale Erderwärmung offiziell bestätigt, zwei Jahre später erschien der erste Weltklimaratsbericht und im Juni 1992 einigten sich fast alle Staaten der Erde auf die UN-Klimarahmenkonvention mit dem Ziel, eine gefährliche Klimakrise zu verhindern. (1) Warum verbrennen wir dann, mehr als ein halbes Jahrhundert nach Veröffentlichung der ersten Expert*inneneinschätzungen, immer noch fossile Brennstoffe, heute teilweise sogar mehr als früher?

Abwehrkampagne und Verschwörungstheorie gegen Klimaschutz  

Der wohl wichtigste Grund ist die bereits in den 1980er-Jahren angelaufene Abwehrkampagne gegen Klimaschutz durch fossile Energiekonzerne und durch Staaten wie Russland und Saudi-Arabien, die vom Verkauf fossiler Energie leben. Die Unternehmen entwickelten damals, zusammen mit PR-Expert*innen, einen Strategieplan – den Global Climate Science Communications Plan – der die Klimawissenschaft als umstritten darstellen und die Glaubwürdigkeit für die Öffentlichkeit untergraben sollte. Dafür wurden falsche Expert*innen gekauft, unter ihnen US-Astrophysiker Willie Soon, der über Jahrzehnte fast ausschließlich durch die fossile Energielobby finanziert wurde. Er behauptete, die Erderhitzung sei durch Sonnenaktivität verursacht – eine bereits damals rasch widerlegte These. (1)

Große Aufmerksamkeit bei Klimaleugner*innen erhielt auch der „Climategate-Skandal“ im Jahr 2009. Kurz vor dem für den Klimaschutz als so wichtig erachteten Klimagipfel wurden Tausende von der Universität East Anglia gestohlene Klimaforscher*innen-E-Mails und Dokumente im Internet veröffentlicht. Ein Großteil davon war banalen Inhalts, einige kurze, selektiv zitierte Ausschnitte daraus lieferten etlichen Medien, konservativen Politiker*innen und Klimaleugner*innen jedoch vermeidliche Belege dafür, dass es keine Klimakrise gebe und die Theorie der globalen Erderhitzung lediglich eine Verschwörung sei. Mehrere unabhängige Untersuchungen in der Folge kamen zu dem Ergebnis, dass es keine Belege für ein Fehlverhalten der Wissenschaftler*innen gebe. Doch die „Climategate“-Kontroverse reiht sich ein in eine Serie von „Angriffen“ gegen die Klimaforschung, die von einer „gut finanzierten, hochgradig komplexen und relativ koordinierten ‚Leugnungsmaschinerie‘ ausgeführt wurden“. (2)

Imagewandel: Von Klimaleugnenden zu „humanitären Klimarettenden“?

Die Lobbykampagne für fossile Energien und gegen die Klimawissenschaft war ein Erfolg für seine Urheber*innen und verzögerte den notwendigen Ausstieg aus den fossilen Energien um Jahrzehnte. Doch bereits seit Mitte der 2000er-Jahre ist die Industrie davon abgegangen, die Klimakrise öffentlich in Frage zu stellen. Stattdessen wird zu subtileren Strategien gegriffen: Konzerne weisen z.B. auf ihren Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit hin. So ist ExxonMobil, US-Ölgigant, laut eigenem Twitterkanal Vorreiter in Sachen Windenergie, hilft dabei Plastikmüll in Chile zu recyclen, den weltweiten Kampf gegen Malaria zu fördern, Kindern aus Entwicklungsländern die Chance auf einen Job und eine Karriere zu geben, und unterstützt die Erreichung der Pariser Klimaziele. Laut einer 2021 veröffentlichten Harvard-Studie ist diese Kommunikation eine ganz bewusste Strategie, um politische Maßnahmen gegen die Klimanotlage zu verlangsamen, Ölunternehmen aus der Verantwortung zu ziehen und den Nutzen von Öl und Gas in der Gesellschaft zu legitimieren. (3)

„Verantwortung tragen die Konsument*innen allein“

Die Verantwortung für die Klimakrise auf Konsument*innen zu schieben sei laut der Studie eine andere Strategie der Unternehmen. Diese Krise, so die Argumentation, würde überhaupt nicht existieren, wäre die Nachfrage nach Öl und Gas nicht so groß. Ölunternehmen würden lediglich auf den bestehenden Energiebedarf reagieren. Es liege in den Händen der Konsument*innen, die „richtigen“ Kaufentscheidungen zu treffen. Zwar schätzt auch die Wissenschaft die Relevanz von persönlichen Konsumentscheidungen als hoch ein. Viel wichtiger aber sind systematische Veränderungen, die Staaten und auch Ölkonzerne zur Verantwortung  ziehen, beispielsweise mithilfe eines effektiven CO2-Preises oder strengeren Auflagen. Denn Unternehmen wie ExxonMobil, BP oder Shell gehören zu jenen 20 Unternehmen, die zusammen für ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind. (3)

Quellen

(1) Spiegel: „Die Macht des Zweifels“ (April 2022)

(2) klimafakten.de: „Kann man sich auf die Klimaforschung verlassen?“ (August 2021)

(3) Der Standard: „Wie Big Oil Konsumenten für den Klimawandel verantwortlich macht“ (September 2021)

Harvard-Studie: „Rhetoric and frame analysis of ExxonMobil’s climate change communications“ (Mai 2021)

Verfasst am 14.6.2022

Tansania: Climate Smart Organic Cotton Projekt 

Unsere Mitgliedsorganisation Helvetas fördert klimaintelligente Landwirtschaftssysteme, kollektives Handeln und nachhaltige Lebensgrundlagen in ausgewählten Biozonen in Tansania.

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Tansania: Climate Smart Organic Cotton Projekt 

Der zentrale Korridor Tansanias ist den gravierenden Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels ausgesetzt. In den letzten Jahren haben die Unregelmäßigkeiten und Unvorhersehbarkeiten bei den Niederschlägen zugenommen. Ländliche Gemeinschaften in dieser Region sind auf diese Herausforderungen nicht vorbereitet, und es besteht die ernste Gefahr, dass die Abwanderung, insbesondere der jüngeren Generationen, angesichts der Anfälligkeit der landwirtschaftlichen Haushalte für diese agroklimatischen Herausforderungen beschleunigt wird. Die erste Phase des Bio-Baumwollanbaus hat gezeigt, dass der ökologische Landbau und das Potenzial von Frauen als Unternehmerinnen lebensfähig sind, und hat die Möglichkeit geschaffen, sich auf eine widerstandsfähige Landwirtschaft mit einem starken Fokus auf Klimaintelligenz zu konzentrieren. 

Projektphase: 2020-2023 

Ziel:  

Klimaintelligente Landwirtschaftssysteme und kollektives Handeln auf Dorfebene und widerstandsfähige und nachhaltige Lebensgrundlagen in ausgewählten Biozonen Tansanias schaffen. 

Ergebnisse:  

  • Klimaintelligente und widerstandsfähige ökologische Baumwollanbaugemeinschaften, einschließlich Schulung von Landwirten, Kapazitätsaufbau von AMCOs, wirtschaftliche Stärkung von Frauen durch VSLA und Entwicklung von Unternehmertum sowie kollektives Handeln auf Dorfebene für mehr Klimaresilienz 
  • Förderung eines klimafreundlichen, nachhaltigen und widerstandsfähigen landwirtschaftlichen Systemansatzes für Bio-Zonen durch lokale Regierungsbehörden 
  • Bio-Zertifizierung und Erleichterung von Marktverknüpfungen zur Schaffung zuverlässiger Märkte für Bio-Produkte 

Begünstigte des Projekts: 

Es wird erwartet, dass das Projekt direkt 25.000 Bio-Baumwollbauern und ihren Gemeinschaften zugutekommt, darunter 100 dörfliche Spar- und Kreditgruppen (VSLA) und 50 landwirtschaftliche Vermarktungs- und Genossenschaftsverbände (AMCOS)  

Projektpartner:                                                                                   

  •   GIZ Tanzania 
  •   BioSustain Tanzania Ltd 
  •   Alliance Ginneries Ltd 
  •  Tanzania Organic Agricultural Movement (TOAM) 

Weitere Informationen zu unserer Partnerorganisation Helvetas finden Sie hier.

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Äthiopien: Buildung Opportunities for Resilience in the Horn of Africa 

Im Grenzgebiet zwischen Äthiopien, Somalia und Kenia unterstützt unsere Mitgliedsorganisation CARE die gerechte und nachhaltige gemeinsame Nutzung natürlicher Ressourcen, den Schutz von Weideflächen sowie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung.

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Äthiopien: Buildung Opportunities for Resilience in the Horn of Africa 

In Äthiopien sind Millionen von Menschen aufgrund des gewaltsamen Konfliktes in der Tigray-Region gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen führen zu weit verbreiteter Ernährungsunsicherheit und Unterernährung sowie zu Krankheitsausbrüchen aufgrund schlechter Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung in den vertriebenen Gemeinden.  

Die durch den Klimawandel zunehmend starken saisonalen Regenfälle haben katastrophale Auswirkungen auf die Ernten. Und wie auch andere Länder in der Region hat auch Äthiopien zusätzlich mit einer verheerenden Heuschreckenplage zu kämpfen, die zu noch höheren Ernteverlusten führt. Die Auswirkungen der Coronapandemie verschärfen die Situation zusätzlich.  

Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung  

Im Grenzgebiet zwischen Äthiopien, Somalia und Kenia unterstützt unsere Mitgliedsorganisation CARE die gerechte und nachhaltige gemeinsame Nutzung natürlicher Ressourcen, den Schutz von Weideflächen sowie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung. CARE installiert Regenwassersammelanlagen und errichtet und saniert neun Wasserstellen im gesamten Grenzgebiet. Ziel ist, dass weniger Menschen innerhalb der Grenzregion vertrieben werden oder sie aufgrund von Hunger und Armut verlassen müssen.  

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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Ägypten: Anpassung an den Klimawandel – Stärkung der Zivilgesellschaft und Jugend für den Klimaschutz

Unsere Mitgliedsorganisation CARE unterstützt die ägyptische Zivilgesellschaft bei der Anpassung an den Klimawandel und der Reduktion seiner Auswirkungen.

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Ägypten: Anpassung an den Klimawandel – Stärkung der Zivilgesellschaft und Jugend für den Klimaschutz

Armut und Arbeitslosigkeit bestimmen das Leben eines Großteils der ägyptischen Bevölkerung. Hinzu kommt, dass das Land immer wieder den Auswirkungen des Klimawandels in Form von schweren Regenfällen und Dürren ausgesetzt ist. Vor allem ärmere, ländliche Bevölkerungsgruppen sind von den Krisen betroffen: Ihre landwirtschaftlichen Möglichkeiten und Einkommen leiden unter der abnehmenden Wasserverfügbarkeit. Seit das Coronavirus Ägypten erreicht hat, hat sich die Situation deutlich verschärft: Frauen und Kinder, Flüchtlinge und ältere Menschen leiden besonders und brauchen dringend Unterstützung.

Stärkung der Zivilgesellschaft und Jugend für den Klimaschutz

Unsere Mitgliedsorganisation CARE unterstützt die ägyptische Zivilgesellschaft bei der Anpassung an den Klimawandel und der Reduktion seiner Auswirkungen. Zehn zivilgesellschaftliche Organisationen erhalten Zuwendungen und Schulungen, um landwirtschaftliche Prozesse in ihren Gemeinden an den Klimawandel anzupassen und so ihre Resilienz zu stärken. Außerdem werden 50 junge Menschen im Monitoring ausgebildet, um Mechanismen zur sozialen Rechenschaftspflicht in ihren Gemeinden zu etablieren und Good-Governance-Praktiken zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Partizipation von Frauen und Jugendlichen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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ARTE Filmreihe: Generation Africa – Migration neu erzählen

Was motiviert junge Menschen zu gehen oder zu bleiben? Dieser Frage widmet sich die Filmreihe “Generation Africa”. Insgesamt 25 junge Filmtalente dokumentieren das Leben, Probleme und Sorgen in ihren Ländern und sprechen von Vertreibung und Flucht, von Heimat und dem Ankommen in der Fremde.  

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ARTE Filmreihe: Generation Africa – Migration neu erzählen

Migration erzählen, aber dieses Mal aus afrikanischer Perspektive – das hat sich das Projekt „Generation Africa“ zur Aufgabe gemacht. Junge Filmtalente machen sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Wurzeln, sprechen von Vertreibung und Flucht, von Heimat und dem Ankommen in der Fremde. Insgesamt 25 Dokumentarfilme entstanden für die Reihe, die einfühlsame, mitreißende und überraschende Innenansichten von afrikanischen Filmemacher*innen zeigt. An zwei Abenden zeigt ARTE eine Auswahl von sieben Dokumentarfilmen, die restlichen Werke werden online bereitgestellt. 

Das Projekt “Generation Africa” konzentriert sich auf die Erfahrungen der afrikanischen Jugend, der größten Jugendbevölkerung der Welt, deren Zukunft die Form des Weltvermögens in den nächsten Jahrzehnten bestimmen wird. In Zusammenarbeit mit den Filmemacher*innen und Produktionsfirmen aus 16 afrikanischen Ländern erzählt die Kollektion eine Vielzahl von Geschichten, die mit dem Thema der Migration verbunden sind. Sie versucht herauszuarbeiten, was genau in den Köpfen und in den Herzen junger Afrikaner*innen vorgeht, wenn sie ihrer Heimat den Rücken kehren und die gefährliche Reise nach Europa antreten. Junge afrikanische Filmemacher*innen dokumentieren selbst – nicht nur das Leben in ihren Ländern, sondern auch die Probleme und Träume. Für “Generation Africa” machen sie sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Wurzeln, sprechen von Vertreibung und Flucht, von Heimat und dem Ankommen in der Fremde. 

Informationen zum Projekt und zu den einzelnen Filmen finden Sie hier 

“Generation Africa” in der ARTE Mediathek  

Nahrungsmittelspekulation – Der Handel mit dem Hunger 

Klimakrise, Pandemie und Konflikte werden immer wieder als Ursachen für den Anstieg der Lebensmittelpreise genannt. Doch eine wichtige vierte Komponente wird oft außenvor gelassen: Nahrungsmittelspekulation. Sie trägt zu den enormen Preisanstiegen bei und verschärfen die ohnehin prekäre Ernährungssituation weiter.

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Nahrungsmittelspekulation – Der Handel mit dem Hunger 

In den letzten Monaten sind die Lebensmittelpreise auf ein noch nie dagewesenes Niveau gestiegen und haben die ohnehin schon prekäre Ernährungssituation in weiten Teilen der Welt weiter verschärft. Laut dem Globalen Bericht zur Nahrungsmittelkrise (Global Report on Food Crisis) der Vereinten Nationen, der am 4. Mai veröffentlicht wurde, waren im Jahr 2021 193 Millionen Menschen von akuter Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Das entspricht einem Anstieg von fast 40 Millionen Menschen im Vergleich zum bisherigen Höchststand im Jahr 2020. Allein in den vier Ländern Äthiopien, Südsudan, Madagaskar und dem Jemen waren im Jahr 2021 mehr als eine halbe Millionen Menschen von einer Hungerkatastrophe betroffen. Der Bericht macht dafür die “toxische Dreifachkombination” aus Klimakrise, den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und den Konflikten der letzten zwei Jahre verantwortlich. (1)  

Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in die Ukraine hat sich die Situation in diesem Jahr noch verschlimmert. Lebensmittelpreise sind in die Höhe geschnellt und es kommt zu Lieferunterbrechungen von zwei der wichtigsten globalen Lieferant*innen von Agrarrohstoffen. Bereits im letzten Jahr ist der Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) um 26 Prozent gestiegen und der Getreideindex hat sich um rund 30 Prozent erhöht. Dieses Jahr sind die Preise von Weizen schon um 61 Prozent gestiegen. (2) 

Doch Klimakrise, Pandemie und Konflikte und die damit einhergehenden Veränderung der grundlegenden Faktoren von Angebot und Nachfrage sind nicht die einzigen Ursachen für den Anstieg der Lebensmittelpreise, wie eine Untersuchung von Lighthouse Reports, einer gemeinnützigen Nachrichtenagentur, zeigt. Demnach tragen exzessive Spekulationen von Investmentfirmen und Fonds auf den Rohstoffmärkten zu den enormen Preisanstiegen bei. (2) 

Die Finanzialisierung der Agrarrohstoffmärkte 

Von Nahrungsmittelspekulation wird dann gesprochen, wenn Anleger*innen auf dem Rohstoffmarkt auf steigende oder fallende Rohstoffpreise an den Nahrungsmittelbörsen setzen, in der Hoffnung, Gewinne zu erzielen. (5) Der Trend zunehmender Nahrungsmittelspekulationen setzte bereits Anfang 2000 ein und trug in der Folge schon zwei Mal zu Hungerkrisen bei: 2007/2008 und 2011. In diesen Jahren sind die Weltmarktpreise für wichtige Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis und Weizen binnen kürzester Zeit explodiert. (3) 

Das nicht allein Angebot und Nachfrage für die Preisschwankungen verantwortlich sind, zeigt sich darin, dass es nicht immer, wenn Preise steigen, auch große Angebotsengpässe auf den realen Märkten gab. So war die globale Weizenernte 2010 gut und dennoch stiegen die Preise nach einem vergleichsweise kleinen Ausfall in Russland rapide an. (4) Gleiches zeigt sich aktuell wieder: Nach jüngsten Schätzungen der FAO vom 8. April, also nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, wird das Verhältnis zwischen Beständen und Verbrauch im Zeitraum 2021-2022 nur geringfügig zurückgehen. Das Ausmaß des Preisanstiegs lässt sich also nicht allein durch Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln erklären. (2) 

Die Folgen der Wetten auf den Hunger 

Besonders Menschen des Globalen Südens treffen die Preisschwankungen hart, denn Haushalte geben dort bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur etwa zehn Prozent. Menschen mit weniger finanziellen Ressourcen können aufgrund des Preisanstiegs weniger Nahrungsmittel kaufen, manche werden sogar komplett unerschwinglich. Zusätzlich bleibt weniger Geld für Gesundheitsversorgung und Bildung übrig. (3) 

Über die unmittelbare Nahrungsmittelknappheit hinaus gibt es aber auch längerfristige und ebenso Besorgnis erregende Auswirkungen: Mikronährstoffmangel, von Expert*innen häufig auch “versteckter Hunger” genannt. Dieser tritt auf, wenn die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien nicht ausreicht, um eine gute Gesundheit und Entwicklung zu gewährleisten. Die Auswirkungen des versteckten Hungers können Studien zufolge zu psychischen Beeinträchtigungen, schlechter Gesundheit, geringer Produktivität und sogar zum Tod führen. (2)  

Doch nicht nur für die Verbraucher*innen von Nahrungsmitteln haben die Preisschwankungen Folgen. Auch Nahrungsmittelerzeuger*innen leiden unter den Preisschwankungen auf den Agrarrohstoffmärkten, da es für sie besonders wichtig ist, sich auf langfristig stabile Preise verlassen zu können, um zu planen und ihre Lebens- und Existenzgrundlage zu sichern. (3)  

Notwendige Maßnahmen  

Da die Mechanismen hinter der Lebenmittelspekulation nicht vollständig transparent, ihre Folgen unberechenbar und Preise nicht mehr durch realwirtschaftliche Angebots- und Nachfrageschwankungen erklärbar sind, fordern Expert*innen eine stärkere Regulierung der Nahrungsmittel-Finanztransaktionen. (3) 

Nach der Krise von 2008 gab es bereits öffentliche und politische Unterstützung für eine Reform der Rohstoffmärkte. Sowohl in den USA als auch in der Europäischen Union verabschiedeten die Gesetzgeber*innen Gesetze zur Bekämpfung exzessiver Spekulationen. Doch auf beiden Seiten des Atlantiks versäumten es die Regulierungsbehörden, die ihnen aufgetragenen Regeln umzusetzen. (2) 

Wenn die diesjährige Ernte in der Ukraine dieses Jahr ausfällt, könnten laut FAO weltweit über 13 Millionen Menschen zusätzlich Hunger leiden. Die Ukraine produziert 26 Millionen Tonnen Weizen jährlich – Weizen, das zumindest zum Teil dieses Jahr auf dem Weltmarkt fehlt. Wenn die Europäische Union zum Beispiel die EU-Schweine- und Hühnerproduktion reduzieren würde, könnte sie diese Menge problemlos ersetzen und auf dem Weltmarkt zur Verfügung stellen.  (6) 

Hunger ist ein Problem mit vielen Ursachen. Steigende Preise von Grundnahrungsmitteln sind darin ein Aspekt und die Begrenzung und Kontrolle von Nahrungsmittelspekulation ist als eine mögliche Maßnahme von vielen zu verstehen. Diese ist dennoch dringlichst geboten. Der Profit von Finanzakteur*innen darf nicht vor das Menschenrecht auf Nahrung gestellt werden!  

Quellen

(1) World Food Programme: Global Report on Food Crisis – 2022 (Mai 2022)

(2) The Wire: Speculation is Contributing to Global Food Insecurity Significantly (Mai 2022)

(3) Bundeszentrale für politische Bildung: Nahrungsmittelspekulation – mit Essen spielt man nicht (Oktober 2016)

(4) Oxfam: Nahrungsmittelspekulation

(5) Brot für alle/ Fastenopfer: Nahrungsmittelspekulation (September 2013)

(6) Rosa Luxemburg Stiftung: Über Weizen, Welthunger und heilige Schweine (2022)

Verfasst am 7.6.2022

Stimmen Betroffener – Klimaheld*innen

Haoua Abdoulaye aus dem Niger und Josiane Ramaroson aus Madagaskar sind „Klimaheldinnen“. In ihren Heimatländern setzten sich die beiden Frauen für den Kampf gegen den Klimawandel und die daraus resultierenden Folgen für die dort lebenden Menschen ein.

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Stimmen Betroffener – Klimaheld*innen

Haoua Abdoulaye: ‚Halbmonde‘ gegen die Klimakrise

Klimaheldin Haoua Abdoulaye aus Niger baut trotz Trockenheit mit der Halbmond-Methode erfolgreich Getreide an_©CARE/Vlad Sokhin
Klimawandel in Niger: Star der Halbmonde – Haoua Abdoulaye ©CARE/Vlad Sokhin

Haoua Abdoulaye hat der Klimakrise den Kampf angesagt. In ihrem Heimatdorf Kobio ist sie der ‚Star der Halbmonde‘. Trotz weniger Regen und der Wüste, die sich einen Weg in ihr Dorf bahnt, baut Haoua erfolgreich Getreide an.

Geschafft hat sie das mit Hilfe von unserer Mitgliedsorganisation CARE und den Frauen aus ihrem Dorf: Sie grub ‚Halbmonde‘ in den trockenen Boden, füllte sie mit Kompost auf, und pflanzte Bäume darauf. Mit dem Verkauf der Ernte verdient sie Geld, das sie gewinnbringend in einer Kleinspargruppe angelegt.

Klimaheld*innen im Kampf gegen Trockenheit und Hunger

Haouas Heimatland Niger liegt in der westafrikanischen Sahelzone, wo Regen- und Trockenzeiten sich seit Menschengedenken abwechseln. Doch die Trockenzeiten werden länger, der Regen fällt weniger üppig und die Ernteerträge reichen nicht, um alle Menschen zu ernähren.

Doch dann kamen die ‚Halbmonde‘ nach Kobio. CARE stellte eine Methode vor, Gruben in trockenen Boden zu graben, diese mit Kompost zu füllen und dort Bäume zu pflanzen. Ihre Arbeit macht sich bezahlt: Regenwasser wird gespeichert und der Anbau von Hirse und Bohnen ist ertragreicher.

„Unsere Männer sagten, sie würden das nicht können, diese Halbmonde graben“, erzählt Haoua. „Also haben wir Frauen ihnen die Kinder gegeben und sind selbst losgezogen. Und CARE hat uns sogar dafür bezahlt.“

Große Ziele

Heute baut Haoua Getreide an, hat fünf Schafe und zwei Kühe und spart in einer Kleinspargruppe mit anderen Frauen gemeinsam, um auch in größere Anschaffungen investieren zu können. „Wir wollen noch mehr lernen! Und unsere Seife auf dem Markt verkaufen können. Ich möchte ein Haus aus Zement bauen. Und dass meine Kinder eine bessere Schulbildung bekommen. Wir haben noch so viel vor!“ (1)

Josiane Ramaroson pflanzt Nadelbäume gegen Naturgewalten

Klimaheldin Josiane Ramaroson pflanzt Bäume an der Küste Madagaskars_©CARE/laif core/Rijasolo
Klimawandel in Madagaskar: Klimaheldin Josiane Ramaroson ©CARE/laif core/Rijasolo

Mit ihren Fingern kann sie kaum greifen, ihre deformierten Füße sind zum Schutz in Stoff gewickelt. Als Josiane Ramaroson 20 Jahre alt war, erkrankte sie an Lepra. Sie wurde in ein Dorf geschickt, wo Leprakranke gemeinsam leben. „Meine Familie wollte sich nicht um mich kümmern. Ich schämte mich so, hatte große Schmerzen und weinte jeden Tag.“

Eine Baumschule entsteht

Irgendwann begannen die Medikamente schließlich zu wirken. In ihrem neuen Heimatdorf erinnerte sich Josiane an ihre Stärken: Sie hatte früher in einer Baumschule gearbeitet und von unserer Mitgliedsorganisation CARE eine Ausbildung in der Aufzucht und Pflege von Bäumen und anderen Gewächsen erhalten. „Das Dorf lag keine 200 Meter von der Küste entfernt. Der Wind peitscht hier ungeschützt übers Land, denn die Region ist stark abgeholzt. Da habe ich mich entschieden, meine eigene Baumschule zu gründen. Uns war allen klar: Wir müssen etwas gegen die Abholzung tun und die Umwelt schützen, um unser Einkommen zu sichern.“

Und so wurde Josiane zur Klimaheldin: Zwischen 2008 und 2014 pflanzte sie gemeinsam mit ihren Nachbar*innen hunderte Nadelbäume in Küstennähe. Die Bäume schwächen den starken Wind vom Meer ab und helfen dabei, die Überflutungen bei starkem Regen zu bremsen. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist spürbar: „Beim letzten Zyklon Anfang 2017 wurde kein einziges Haus in der Region zerstört.“

Kampf für eine bessere Zukunft

Heute ist Josiane Mutter zweier Mädchen, die sie alleine großzieht. Die 44-Jährige wohnt inzwischen in der Gemeinde Antalaha im Nordosten von Madagaskar. „Ich arbeite hart, damit meine Mädchen zur Schule gehen können und es eines Tages besser haben werden. Zwar kann ich mir keine Angestellten leisten, aber die Mädchen sollen keinen Tag Unterricht verpassen. Ich hoffe, sie können mich unterstützen, wenn ich alt bin und zu müde, um noch zu arbeiten.“ (2)

Quellen:

(1) CARE Deutschland: Klimawandel im Niger: Star der Halbmonde!

(2) CARE Deutschland: Klimawandel in Madagaskar: Nadelbäume gegen Naturgewalten

Folgen der Klimakrise für Afrika und Europa

Bereits jetzt ist die Klimakrise überall spürbar. Viele afrikanische Länder leiden besonders stark unter ihren Folgen. Sie bedroht dort 120 Millionen Menschen, die bereits jetzt unter dem Existenzminimum leben.

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Folgen der Klimakrise für Afrika und Europa

Die Erderhitzung hat schwerwiegende Auswirkungen auf das Leben auf unserem Planeten. Viele afrikanische Länder leiden besonders stark unter den Folgen der Klimakrise.  Überflutungen, Dürren und extreme Hitze nehmen zu.

Steigende Temperaturen und Zunahme von Extremwetterereignissen

Konkret lässt sich das an folgenden Beispielen sehen:

  • Die Gletscher auf dem Kilimandscharo, des Mount Kenia sowie des ugandischen Ruwenzori-Gebirges werden bis 2040 abgeschmolzen sein.
  • Der Meeresspiegel steigt besonders schnell an, im südlichen Atlantik derzeit um 3,6 Millimeter, im Indischen Ozeans sogar um 4,1 Millimeter im Jahr. Im Mittelmeer steig der Meeresspiegel dagegen „nur“ um 2,6 Millimeter pro Jahr.
  • Die Luft heizt auf dem afrikanischen Kontinent schneller auf. Dort war die Temperatur 2020 um 0,86 Grad wärmer als die Durchschnittstemperatur der letzten 30 Jahre.
  • Überschwemmungen, wie 2020, als der Nil im Südsudan und Sudan einen historischen Höchststand erreichte. Der Victoria-See und der Fluss Niger traten ebenfalls stark über ihre Ufer und zerstörten die Ernten von Millionen von Menschen. Auch aktuell ist der Südsudan wieder von schweren Überschwemmungen betroffen, die ganze Landstriche unbewohnbar machen.
  • In anderen Teilen des Kontinents herrschen schwere Dürren, momentan beispielsweise in einigen Regionen Ostafrikas, wie Somalia, Äthiopien und Kenia sowie in den Ländern entlang der Sahelzone in Westafrika. Regelzeiten werden immer unzuverlässiger, die Regenmenge variiert stark, in einigen Regionen hat es seit Jahren nicht geregnet.

Die Folgen dieser Entwicklungen bedeuten unter anderen den Verlust an biologischer Vielfalt, Wasserknappheit, geringere Nahrungsmittelproduktion, weniger Wirtschaftswachstum und die Gefährdung von Menschenleben. Sozioökonomische, politische und ökologische Faktoren spielen hier zusammen.

Soziale Auswirkungen der Klimakrise

In vielen Ländern, insbesondere in Subsahara-Afrika, sind sehr viele Menschen in der Landwirtschaft tätig und dadurch direkt betroffen von den Folgen der Klimakrise. Wassermangel, extreme Hitze, Dürren, schwere Stürme oder Überschwemmungen vernichten die Ernten, führen zu Nahrungsmittelknappheit und steigenden Lebensmittelpreisen. Das trifft besonders die Menschen, die ohnehin unter dem Existenzminimum leben. Sie können sich teureres Essen schlichtweg nicht leisten und haben keine Rücklagen, um in Anpassungsmaßnahmen, wie hitzeresistentes Saatgut oder sparsame Bewässerungssysteme zu investieren (4).

Das bedroht auch die Wirtschaft in vielen Ländern Afrikas, vor allem in Subsahara-Afrika. Expert*innen rechnen aufgrund der Klimafolgen mit einem Einbruch der afrikanischen Wirtschaft um drei Prozent bis Mitte des Jahrhunderts. Soziale Ungleichheit zwischen und innerhalb der Länder wird weiter zunehmen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Laut World Food Programme (WFP) waren bereits 2021 weltweit rund 928 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen – ein Anstieg um 148 Millionen im Vergleich zu 2020. Aktuell leiden 280 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unter Hunger, über 45 Millionen in Ostafrika sogar unter extremen Hunger (WFP). Das heißt, ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage sind unmittelbar gefährdet.

Das ist ungerecht!

Die 1,34 Milliarden Menschen auf dem afrikanischen Kontinent verantworten nur 3,7 Prozent der globalen CO2-Emissionen im Gegensatz zu den 9,8 Prozent, die die 750 Millionen Europäer*innen verursachen (2).

Bei Betrachtung der pro Kopf-Emissionen werden die Unterschiede noch deutlicher: beispielsweise in Tansania, das weder zu den ärmsten noch zu den reichsten Ländern Afrikas zählt, liegt der jährliche Verbrauch bei 0,2 Tonnen CO2 pro Kopf, in Deutschland dagegen bei 7,7 Tonnen pro Kopf, ist also 38-mal höher (3).

Anpassung und Vorsorge sind wichtig

Mit 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr für Anpassungs- und Schutzmaßnahmen rechnen Expert*innen der Weltorganisation für Meteorologie. Dazu gehören Infrastrukturmaßnahmen, wie der Bau von Dämmen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten, Drainagen und Wasserreservoirs ebenso wie Warnsysteme, die die Menschen rechtzeitig vor Zyklonen und anderen schweren Naturereignissen warnen.

Die beim Pariser Klimagipfel 2015 vereinbarten versprochenen jährlichen Zahlungen von 100 Mrd. zum Schutz vor den Klimafolgen, wurden bisher nie erreicht. Knapp 80 Milliarden waren bisher der höchste bezahlte Betrag für den Globalen Süden insgesamt (1).

Folgen der Klimakrise in Deutschland

Auch Deutschland und die anderen europäischen Länder werden die Folgen der Erderhitzung immer mehr zu spüren bekommen. Bereits in den letzten 30 Jahren wurde deutlich mehr Starkregen und damit verbundene Sturzfluten verzeichnet als in den vergangenen 500 Jahren. In Deutschland könnte sich die Häufigkeit sehr intensiver Regenfälle in den Sommermonaten sogar verdoppeln, wenn die Emissionen nicht deutlich reduziert werden. Auch Überschwemmungen in den Küstengebieten werden sich häufen und mit großen finanziellen Schäden einhergehen.

Viele küstennahe Städte, wie etwa Venedig, Antwerpen, Amsterdam, Bordeaux, Le Havre und die Landstriche um Lissabon und London werden bei gleichbleibenden oder gar steigenden Emissionen bis zum Jahr 2100 überflutet sein. Auch Hamburg, Bremen, Oldenburg wären schwer betroffen und die Insel Sylt komplett unter Wasser. (5)

Darüber hinaus werden die Temperaturen mit der Erderhitzung weiter steigen. Bis Mitte des Jahrhunderts werden sich die Menschen, die infolge von hitzebedingten Krankheiten sterben, vervierfachen. Eine schnelle Reduktion der CO2-Emissionen ist dringend notwendig.(4)

Globale Folgen der Erderhitzung

Die Erderhitzung und ihre Auswirkungen sind global spürbar. Sie beeinträchtigen schon jetzt internationale Lieferketten, Märkte, Finanzen und Handel.  Die Verfügbarkeit von Gütern in Deutschland verschlechtert sich und die Preise erhöhen sich. Verringerter landwirtschaftliche Erträge, Schäden an kritischer Infrastruktur und Preissteigerungen bei Rohstoffen führen zu finanzieller Instabilität. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte es aufgrund der Klimakrise zu einem Rückgang des globalen BIP um 10-23 % führen, verglichen mit einer Welt ohne Erhitzung. Starkregen, schwere Stürme und der Anstieg des Meeresspiegels werden zu mehr Überschwemmungen in Häfen und anderen Küsteninfrastrukturen führen und den Transport von Nahrungsmitteln und anderen Gütern beeinträchtigen.

Das Risiko weit verbreiteter Ernteausfälle aufgrund von Extremereignissen, die mehrere Orte auf der Welt treffen, wird zunehmen, wenn die Emissionen nicht rasch reduziert werden. Dies könnte zu einer weltweiten Nahrungsmittelknappheit und einem Preisanstieg führen, der vor allem ärmere Menschen treffen und das Risiko sozialer Unruhen erhöhen würde. Das, in Kombination mit zunehmender Wasserknappheit, könnte in den betroffenen Ländern zu mehr bewaffneten Konflikte führen. (4)

Quelle:

(1) Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/politik/klimawandel-in-afrika-wen-die-klimakrise-am-haertesten-trifft/27733422.html

(2) Our world in data: https://ourworldindata.org/co2-emissions#annual-co2-emissions

(3) Tagesspiegel: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/klimawandel-afrika-welt-wer-das-klima-schaedigt-und-wer-die-folgen-traegt/

(4) IPCC Sixth Assessment Report: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/

(5) Travelbook: https://www.travelbook.de/natur/umwelt/weltkarte-ueberschwemmungsgebiete-2

Erstellt am 30.05.2022

Modul Kinderarbeit GS

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Südafrika: Mehr Mobilität dank Gautrain 

Seit 2010 macht der Gautrain dem Auto auf Südafrikas Straßen Konkurrenz. Nun soll das Schnellbahnsystem nicht nur weiter ausgebaut, sondern auch grün werden.

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Südafrika: Mehr Mobilität dank Gautrain 

Nur drei Tage vor dem Auftakt der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde die erste Route des Gautrain in Betrieb genommen – ein schnelles und modernes Schnellbahnsystem, dass in der südafrikanischen Metropole Johannesburg das traditionelle S-Bahnnetz Metrolink ergänzt. Das Netz des regionalen Eisenbahnsystems verbindet die Städte Johannesburg, Pretoria und den Internationalen Flughafen OR Tambo und umfasst mit den drei Streckenästen eine Länge von insgesamt 80 Kilometern. (1) Die Fußball-WM war jedoch bei weitem nicht der einzige Grund für den Ausbau des Nahverkehrs. Eigentlich wurde das Schnellbahnsystem nämlich entwickelt, um der Verkehrsüberlastung in der südafrikanischen Provinz Gauteng – die dem Zugsystem auch den Namen gibt – entgegenzuwirken. Heute wird der Gautrain von mehr als 18 Millionen Menschen pro Jahr genutzt (4).  

Eine Alternative zum Auto  

Im Gegensatz zum S-Bahnnetz weisen die Gautrain-Strecken mit zehn Bahnhöfen deutlich weniger Zwischenhaltestellen auf und erreichen höhere Geschwindigkeiten, sodass sich die Fahrzeiten erheblich verringern. Außerdem sind sie in der Regel mit großen Park-and-Ride-Parkplätzen ausgestattet und durch Zubringerbusse mit den umliegenden Stadtvierteln verbunden. Je nach Verbindung sind sie damit konkurrenzfähig zum Auto. (1) 

Laut einem von der Gesellschaft Gautrain Management Agency (GMA) im Jahr 2019 veröffentlichten Bericht trägt das Schnellbahnsystem aber nicht nur zu weniger Verkehr auf den Straßen und damit zu einem besseren Klima bei. Auch die wirtschaftliche Entwicklung in den Einzugsgebieten des Schienennetzes werde positiv beeinflusst. So seien zwischen 2006 und 2011 im Umfeld der Bahnstrecke 122.000 neue Arbeitsplätze entstanden und etwa 59 Prozent des neu entstandenen Büroraums in den wichtigen Geschäftszentren der Provinz Gauteng ständen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Gautrain. (1) 

Nun wurden Anfang Mai 2022 Pläne der südafrikanischen Regierung offengelegt, das bestehende Gautrain-System zu erweitern. Der Ausbau soll Verbindungen auf Strecken von bis zu einigen hundert Kilometern, auch außerhalb der Provinz Gauteng, ermöglichen und damit die Optionen für Pendler*innen erweitern sowie gleichzeitig lange und mühsame Fahrzeiten verkürzen. Insgesamt wurden sieben weitere Regionen für die Erweiterung des Hochgeschwindigkeitsnetzes ins Auge gefasst. (2) 

Volle Fahrt mit grüner Energie  

Neben dem Ausbau des Bahnnetzes soll das System in Zukunft außerdem erneuerbare Energien als Stromquelle nutzen. Zu diesem Zweck hat die Development Bank of South Africa (DBSA) bis März dieses Jahres um die Einreichung von Vorschlägen für die Entwicklung einer Umsetzungsstrategie für den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen für das Gautrain-System gebeten. Die PA-Anlagen sollen die Traktion, Bahnhöfe und Depots des Systems mit Strom versorgen. (3) Finanziert wird das für 2023 geplante Projekt u. a. auch durch das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (4) 

Quellen

(1) GTAI: „Schnellbahnnetz in Johannesburg wächst weiter“ (September 2019)  

(2) The South African: „These SEVEN regions of SA could soon get their own ‘Gautrain network’“ (Mai 2022)  

(3) PV-Magazin: „Solar for train traction in South Africa“ (März 2022)

(4) The African Business: „South Africa: Gautrain rail network to be powered by green energy“ (März 2022)  

(Verfasst am 23.5.2022)

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Aufruf zum Internationalen Afrika-Tag an G7: Aktiv werden gegen Hunger- und Klimakrise

Die Hungerkrise in vielen Regionen Afrikas spitzt sich zu. GEMEINSAM FÜR AFRIKA appelliert zu mehr und schnellerer Unterstützung für die Menschen in den betroffenen Gebieten und zu wirkungsvollen Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise.

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Aufruf zum Internationalen Afrika-Tag an G7: Aktiv werden gegen Hunger- und Klimakrise

Die Hungerkrise in vielen Regionen Afrikas spitzt sich zu. Anlässlich des Internationalen Afrika-Tags und des heutigen Treffens der Energie-, Klima- und Umweltminister*innen der G7 appelliert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA an die G7 zu mehr und schnellerer Unterstützung für die Menschen in den betroffenen Gebieten und zu wirkungsvollen Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise. Um eine Hungerkatastrophe zu verhindern, muss JETZT gehandelt werden!

Die Klimakrise schreitet schneller voran als angenommen, möglicherweise wird die 1,5 Grad-Grenze bereits 2026 überschritten (1). Die Folgen für den globalen Süden, darunter zahlreiche Länder Afrikas, sind bereits jetzt verheerend, wie die aktuellen langanhaltenden, extremen Dürren und Überschwemmungen deutlich machen. Neben Konflikten und Wirtschaftskrisen, wie zuletzt durch die Covid 19-Pandemie hervorgerufen, sind zunehmende Wetterextreme eine der drei entscheidendsten Ursachen für Hungerkrisen.

Klimakrise bekämpfen um Hungerkatastrophen zu vermeiden

Um in den kommenden Jahren Hungerkatastrophen unvorstellbaren Ausmaßes vorzubeugen, ist es wichtiger denn je, das Voranschreiten der Klimakrise so schnell wie möglich zu bekämpfen und die weitere Erderhitzung auf max. 1,5 Grad zu begrenzen. Ansonsten werden Dürren, Überschwemmungen und schwere Stürme zukünftig weltweit noch mehr Ernten vernichten und die Ernährungssituation dramatisch verschlechtern. Besonders betroffen sind davon viele Länder Afrikas, obwohl sie am wenigsten zur aktuellen Klima-Notlage beigetragen haben.

G7-Staaten müssen sich für globale Klimagerechtigkeit einsetzen

Deshalb appelliert GEMEINSAM FÜR AFRIKA anlässlich des heutigen Treffens der Energie-, Klima- und Umweltminister*innen der G7 und des Internationalen Afrika-Tags, der Klimakrise – und der damit verbundenen drohenden Hungerkatastrophe endlich ernsthaft gegenzusteuern und globale Klimagerechtigkeit zu schaffen. Dafür müssen Deutschland und die anderen für die Klimakrise historisch hauptverantwortlichen Länder ihre Verantwortung endlich ernst nehmen und die betroffenen Länder im Globalen Süden bei der Bekämpfung der Klimafolgen unterstützen, sowie selbst ihre Emissionen drastisch reduzieren.  Wichtig ist, jetzt zu handeln, um unumkehrbare Klimaveränderungen zu verhindern.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA warnt vor Hungerkatastrophe in verschiedenen Regionen Afrikas

Die Nahrungsmittelsituation ist in einigen Regionen am Horn von Afrika, vor allem in Äthiopien, Somalia und Kenia, sowie in Mali, Tschad, Niger und Burkina Faso in Zentral- und Westafrika schon seit Längerem angespannt, im Südsudan werden die Ernten durch schwere Überschwemmungen vernichtet. Der Angriffskrieg auf die Ukraine, die damit verbundenen Exportschwierigkeiten von Getreide sowie und der drohende Ausfall der Ernten in einer der Kornkammern Europas sowie Nahrungsmittelspekulationen treiben die Lebensmittelpreise weltweit nach oben und verschärfen die Situation zusätzlich. Einige afrikanische Länder importieren fast 90 Prozent des Getreides aus der Ukraine und Russland (2).

In einigen Regionen fehlt es bereits jetzt an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Unzählige Tiere sind in den letzten Monaten verendet, bis zu fünf Millionen Menschen sind allein in Ostafrika auf der Flucht (3). Die Menschen brauchen dringend Unterstützung, um die kommenden Wochen und Monate zu überleben. Darum müssen von den G7-Staaten umgehend ausreichend Gelder für die Nothilfe bereitgestellt werden.

Weltweiter Hunger auf Höchststand

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Laut World Food Programme der Vereinten Nationen (WFP) waren bereits 2021 rund 928 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen – ein Anstieg um 148 Millionen im Vergleich zu 2020. Aktuell leiden 280 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unter Hunger, über 45 Millionen in Ostafrika sogar unter extremen Hunger (4). Das heißt, ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage sind unmittelbar gefährdet.

Quellen

(1) Tagesschau: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/erderwaermung-klimabericht-wmo-101.html

(2) TAZ: https://taz.de/Folgen-des-Ukrainekriegs-in-Ostafrika/!5839961/

(3) UNO-Flüchtlingshilfe: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/pressemeldung/artikel/duestere-prognosen-fuer-fluechtlinge-in-afrika

(4) World Food Programme (WPO): https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/ostafrika-28-millionen-menschen-extremem-hunger-bedroht (Mai 2022)  

(Verfasst am 25.5.2022)

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Josiane Ramaroson pflanzt Nadelbäume gegen Naturgewalten

Josiane Ramaroson ist eine von zwölf „Klimaheldinnen“ der gleichnamigen Fotoausstellung von CARE und der renommierten Fotoagentur laif core. Josiane pflanzt Bäume an der Küste Madagaskars, um die Region vor starkem Wind zu schützen.

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Josiane Ramaroson pflanzt Nadelbäume gegen Naturgewalten

Mit ihren Fingern kann sie kaum greifen, ihre deformierten Füße sind zum Schutz in Stoff gewickelt. Als Josiane Ramaroson 20 Jahre alt war, erkrankte sie an Lepra. Sie wurde in ein Dorf geschickt, wo Leprakranke gemeinsam leben. „Meine Familie wollte sich nicht um mich kümmern. Ich schämte mich so, hatte große Schmerzen und weinte jeden Tag.“

Eine Baumschule entsteht

Irgendwann begannen die Medikamente schließlich zu wirken. In ihrem neuen Heimatdorf erinnerte sich Josiane an ihre Stärken: Sie hatte früher in einer Baumschule gearbeitet und von unserer Mitgliedsorganisation CARE eine Ausbildung in der Aufzucht und Pflege von Bäumen und anderen Gewächsen erhalten. „Das Dorf lag keine 200 Meter von der Küste entfernt. Der Wind peitscht hier ungeschützt übers Land, denn die Region ist stark abgeholzt. Da habe ich mich entschieden, meine eigene Baumschule zu gründen. Uns war allen klar: Wir müssen etwas gegen die Abholzung tun und die Umwelt schützen, um unser Einkommen zu sichern.“

Und so wurde Josiane zur Klimaheldin: Zwischen 2008 und 2014 pflanzte sie gemeinsam mit ihren Nachbar*innen hunderte Nadelbäume in Küstennähe. Die Bäume schwächen den starken Wind vom Meer ab und helfen dabei, die Überflutungen bei starkem Regen zu bremsen. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist spürbar: „Beim letzten Zyklon Anfang 2017 wurde kein einziges Haus in der Region zerstört.“

Kampf für eine bessere Zukunft

Heute ist Josiane Mutter zweier Mädchen, die sie alleine großzieht. Die 44-Jährige wohnt inzwischen in der Gemeinde Antalaha im Nordosten von Madagaskar. „Ich arbeite hart, damit meine Mädchen zur Schule gehen können und es eines Tages besser haben werden. Zwar kann ich mir keine Angestellten leisten, aber die Mädchen sollen keinen Tag Unterricht verpassen. Ich hoffe, sie können mich unterstützen, wenn ich alt bin und zu müde, um noch zu arbeiten.“

Quelle: Care KlimaheldInnen

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Haoua Abdoulaye: ‚Halbmonde‘ gegen die Klimakrise

Haoua Abdoulaye ist eine von zwölf „Klimaheldinnen“ der gleichnamigen Fotoausstellung von CARE und der renommierten Fotoagentur laif core. Sie gräbt Halbmonde in den trockenen Boden ihres Heimatlandes Niger, damit ihre Kinder nicht länger hungern müssen.

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Haoua Abdoulaye: ‚Halbmonde‘ gegen die Klimakrise

„Wir packen das. Wenn die Männer nicht wollen, graben wir!“ – Haoua Abdoulaye hat der Klimakrise den Kampf angesagt. In ihrem Heimatdorf Kobio ist sie der ‚Star der Halbmonde‘. Trotz weniger Regen und der Wüste, die sich einen Weg in ihr Dorf bahnt, baut Haoua erfolgreich Getreide an.

Geschafft hat sie das mit Hilfe von unserer Mitgliedsorganisation CARE und den Frauen aus ihrem Dorf: Sie grub ‚Halbmonde‘ in den trockenen Boden, füllte sie mit Kompost auf, und pflanzte Bäume darauf. Mit dem Verkauf der Ernte verdient sie Geld, das sie gewinnbringend in einer Kleinspargruppe angelegt.

Klimaheldinnen im Kampf gegen Trockenheit und Hunger

Haouas Heimatland Niger liegt in der westafrikanischen Sahelzone, wo Regen- und Trockenzeiten sich seit Menschengedenken abwechseln. Doch die Trockenzeiten werden länger, der Regen fällt weniger üppig und die Ernteerträge reichen nicht, um alle Menschen zu ernähren.

„Früher sind die Mütter und Väter hier im Dorf morgens früh aufgebrochen, auf der Suche nach etwas zu essen für ihre Kinder. Und sie kamen erst nach Sonnenuntergang zurück, meist mit leeren Händen. Wir haben ständig gehungert. Ich fürchtete um das Leben meiner elf Kinder.“

Doch dann kamen die ‚Halbmonde‘ nach Kobio. CARE stellte eine Methode vor, Gruben in trockenen Boden zu graben, diese mit Kompost zu füllen und dort Bäume zu pflanzen. Ihre Arbeit macht sich bezahlt: Regenwasser wird gespeichert und der Anbau von Hirse und Bohnen ist ertragreicher.

„Unsere Männer sagten, sie würden das nicht können, diese Halbmonde graben“, erzählt Haoua. „Also haben wir Frauen ihnen die Kinder gegeben und sind selbst losgezogen. Und CARE hat uns sogar dafür bezahlt.“

Große Ziele

Heute baut Haoua Getreide an, hat fünf Schafe und zwei Kühe und spart in einer Kleinspargruppe mit anderen Frauen gemeinsam, um auch in größere Anschaffungen investieren zu können. „Wir wollen noch mehr lernen! Und unsere Seife auf dem Markt verkaufen können. Ich möchte ein Haus aus Zement bauen. Und dass meine Kinder eine bessere Schulbildung bekommen. Wir haben noch so viel vor!

Quelle: CARE Deutschland

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Unsere Mobilität beginnt und endet in Afrika

Vom Abbau von Rohstoffen unter oft desaströsen Bedingungen bis zum Export von in Europa nicht mehr zulässigen Gebrauchtwagen in afrikanische Länder - unsere Mobilität beginnt und endet in Afrika.

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Unsere Mobilität beginnt und endet in Afrika

Mehr als 48 Millionen Autos sind in Deutschland derzeit zugelassen (Stand 2021) und während sich zwischen den Jahren 1976 und 2018 die Zahl der jährlich durchschnittlich zurückgelegten Kilometer pro Person verdoppelt hat, ist im gleichen Zeitraum die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs – Fuß, Rad, Bus und Bahn – von 24 auf 20 Prozent zurückgegangen. (2) Da der Trend zusätzlich in Richtung größerer, schnellerer, leistungsstärker und damit CO2-intensiverer Autos geht, ist es nicht verwunderlich, dass der Verkehrssektor im Jahr 2021 mit einem Anteil von 19 Prozent der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland war. (1) Zu den direkten CO2-Emissionen kommen die Freisetzung schädlicher Stickstoffoxide, die nicht nur unsere Gesundheit, sondern mit ihrer überdüngenden und übersäuernden Wirkung auch unsere Ökosysteme (Gewässer, Grundwasser und Boden) belasten, und Feinstaub, für den das Gleiche gilt (2).

Doch unsere Mobilität auf den Straßen hat nicht nur Auswirkungen auf die Ökosysteme, das Klima und die Gesundheit der Menschen hierzulande, sondern auch auf afrikanische Staaten. Und diese beginnen schon, bevor das Auto überhaupt auf den Straßen fährt.

Wo das Leben deutscher Autos beginnt

Rohstoffe wie Stahl, Aluminium und andere Metalle werden in großen Mengen in deutschen Autos verarbeitet. Die deutsche Industrie insgesamt, aber die deutsche Automobilindustrie im Besonderen ist dabei zu fast 100 Prozent auf Importe angewiesen, die zu einem Großteil aus afrikanischen Ländern eingeführt werden. So wird etwa das für die Aluminiumproduktion wichtige Bauxit zu mehr als 90 Prozent aus Guinea nach Deutschland importiert.

E-Autos, die so wichtig gehandelten Bausteine für eine klimagerechte Mobilitätswende, verschärfen diese Rohstoffabhängigkeit noch einmal. Zwar weisen sie auf den ersten Blick eine bessere Klimabilanz auf als Autos mit Verbrennungsmotoren, doch geht mit der Elektromobilität eine massiv steigende Nachfrage nach Materialien wie Lithium, Kobalt, Graphit und Nickel einher. So wird zum Beispiel für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien Kobalt benötigt, das als Nebenprodukt der Kupferförderung zu einem großen Teil in der DR Kongo gewonnen wird. (2)

Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen durch unsere Mobilität

Der Abbau dieser Rohstoffe ist nicht nur besonders energieintensiv und damit klimaschädlich, er bringt auch vielfältige und gravierende Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen mit sich. Durch den erhöhten Bedarf und der damit einhergehenden Ausweitung des Bergbaus vor Ort kommt es zu Abholzungen, Bodenzerstörung, Vergiftung von Flüssen und Grundwasser sowie Schadstoffemissionen. Das bedeutet unter anderem, dass das Land für die Bewirtschaftung durch die weitgehend ländliche Bevölkerung nicht mehr nutzbar ist und Siedlungsgebiete sowie natürliche Schutzzonen kaum noch zur Verfügung stehen. Angemessene Entschädigungen für den Verlust von Ackerflächen, Wasser und anderen Ressourcen an die ansässige Bevölkerung wird jedoch selten gezahlt. Stattdessen werden sie zum Teil gewaltvoll umgesiedelt und Informations- und Beteiligungsrechte der Anspruchsgruppen missachtet. Proteste gegen dieses Vorgehen werden in vielen Fällen unterdrückt und Menschenrechtsverteidiger*innen verfolgt oder gar getötet. (2) Mehr zu den Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit in Minen erfahren Sie hier.

Das Ende auf europäischen und der Anfang auf afrikanischen Straßen

Wo das Leben unserer Autos unter so schlechten Bedingungen beginnt, dort endet es auch oft. Laut einer 2018 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) wurden zwischen 2015 und 2018 weltweit 14 Millionen gebrauchte Autos und Kleintransporter exportiert, wobei mehr als die Hälfte der Altfahrzeuge nach Afrika ging. (3) Die Studie zeigt, dass etwa 80 Prozent dieser exportierten Gebrauchtwagen die in den Exportländern geltenden Standards für Sicherheit und Schadstoffwerte nicht erfüllen. Bestandteile wie Filter, Airbags oder Katalysatoren wurden entweder entfernt oder funktionieren nicht mehr. (4) Sie tragen damit erheblich zur Luftverschmutzung bei und verstärken die Auswirkungen der Klimakrise. Doch die Nachfrage nach Gebrauchtwagen in Afrika bleibt hoch, da kaum Alternativen zum individualisierten Nahverkehr gegeben sind. Viele Bahnstrecken sind stillgelegt und das Fahrradfahren ist aufgrund der Masse von Autos nicht selten gefährlich. (3)

Um dem Problem entgegenzuwirken haben mehrere afrikanische Länder bereits Richtlinien erlassen. Ghana beispielsweise begrenzt den Import von Fahrzeugen, die in einem schlechten Zustand sind (5) und Südafrika ist eines von insgesamt vier Ländern Afrikas, die den Import von Gebrauchtwagen vollständig verbieten (4). Einige Wissenschaftler*innen sehen in einem Exportstopp von Gebrauchtwagen jedoch auch keine Lösung, da selbst importierte Neuwagen in kürzester Zeit nicht mehr den hierzulande bestehenden Standards entsprechen. Der Grund dafür ist, dass es vor Ort oft an solider Wartung in Fachwerkstätten und Abgasuntersuchungen fehlt. (3)

Die Lösung? Weniger Autos, mehr ÖPNV

Eine Mobilitätswende, in der es nur um Antriebsalternativen geht, ist nicht zielführend und in Deutschland trägt der Verkehrssektor bisher als einziger kaum zu den CO²-Einsparungen bei.

Für eine klimafreundliche und mit den Menschenrechten im Einklang stehende Fortbewegung ist ein Umdenken auf den Straßen erforderlich, hin zu weniger Autos und einem massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehres, Fahrradwegen und Fußgängerzonen. Das gilt für Deutschland ebenso wie für afrikanische Länder.

Weitere Vorteile einer Mobilitätswende

Eine ernsthafte Mobilitätswende würde deutlich mehr Lebensqualität in die Städte bringen. Menschen würden wieder im Mittelpunkt stehen und nicht Fahrzeuge. Statt Parkplätzen könnte es mehr und breitere Fahrradwege sowie zusätzliche Grünflächen geben, statt befahrener Straßen autofreie Spielstraßen. Frische und saubere Luft, mehr Grünanlagen und weniger Lärm würden mehr Menschen zum Verweilen draußen einladen. Der öffentliche Raum wäre wieder für alle gut und sicher nutzbar. Zudem wirken sich eine bessere Luftqualität und ein niedrigerer Lärmpegel positiv auf die Gesundheit der Menschen, als auch auf die der Tiere und Pflanzen aus. Auch die Verkehrsunfälle würden stark zurückgehen.

Quellen

(1) Umweltbundesamt: „Klimaschutz im Verkehr“ (März 2022)

(2) Brot für die Welt/ Misereor/ PowerShift: „Weniger Mobilität, mehr globale Gerechtigkeit“ (September 2021)

(3) Süddeutsche: „Gebrauchtwagen-Exporte – Ab nach Afrika.“ (März 2021)

(4) DW: „Gebrauchtwagen – Zu dreckig für Deutschland, noch gut für Afrika?“ (November 2020)  

(5) Deutschlandfunk: „Afrika als Europas Schrottplatz“ (November 2020)

(Verfasst am 17.05.2022)

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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Unsere Mitgliedsorganisation CARE unterstützt Frauen und Mädchen in Burundi beim Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen.

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Burundi: Verbesserung des Wassermanagements in den Provinzen Muyinga und Giteda

Extreme Wetterereignisse, politische Unruhen, Fluchtbewegungen und Hunger: Die Menschen in Burundi müssen vielen Herausforderungen trotzen. Während der Regenzeit im Frühjahr 2021 traten Seen und Flüsse über die Ufer. Insgesamt waren 50.000 Menschen von den Fluten betroffen, 20.000 mussten ihre Häuser verlassen. 2,3 Millionen Menschen in Burundi benötigen dringend humanitäre Hilfe. Epidemien wie Corona, Cholera und Ebola verschärfen die ohnehin schon schwierige humanitäre Situation zusätzlich. 2021 belegte Burundi bereits zum fünften Mal einen Platz in den Top 10 der am wenigsten beachteten Krisen weltweit.

Unsere Mitgliedsorganisation CARE ist seit 1994 in Burundi aktiv. Frauen und junge Menschen stehen im Mittelpunkt aller Projekte. Mit der Hilfe von Kleinspargruppen und dem Training von wirtschaftlichen Fähigkeiten können sie selbst Geld verdienen. CARE setzt auch für die Infrastruktur wichtige Projekte in Bereichen wie Wasserversorgung und Landwirtschaft um. Zudem arbeitet CARE mit Gemeinden und staatlichen Institutionen zusammen, um gleiche Chancen und Rechte für alle Geschlechter zu ermöglichen und gesellschaftlichen Konflikten vorzubeugen.

Verbesserung des Wassermanagements

Obwohl Burundi reich an Wasserressourcen ist, ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser besonders in ländlichen Gebieten nach wie vor unzureichend. CARE fördert die Instandsetzung und den bedarfsgerechten Ausbau von Wasserversorgungssystemen, die Bereitstellung und die Rehabilitierung von Sanitäranlagen. CARE-Helfer*innen führen Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bevölkerung zum hygienischen Umgang mit Wasser durch und unterstützen lokale Akteur*innen bei der Verbesserung des Managements und des Schutzes der Wasserressourcen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Im Südwesten Äthiopiens unterstützt die Stiftung der Deutschen Lions die Nahrungsmittelsicherung und Wasserversorgung unter Berücksichtigung ökologischen Landbaus.

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Äthiopien: Nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Adaption an den Klimawandel

Obwohl Äthiopien mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von ca. 8-10 % auf einem guten Weg ist, die Lebensverhältnisse im Land nachhaltig zu verbessern, lebt trotzdem rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Ein eindeutig bremsender Faktor ist das in weiten Gebieten des Landes fehlende Wasser.

Äthiopien hat fast 100 Millionen Einwohner und ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometer Fläche etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Derzeit nimmt Äthiopien im weltweiten Vergleich die meisten Schutzsuchenden auf, über 800.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr registriert, hauptsächlich aus Südsudan, Somalia und Eritrea. All diese Menschen müssen sich nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nahrungsmitteln versorgen. Neben dem Problem immer längeren Trockenzeiten und ausbleibendem Regen wodurch Reservoirs austrocknen und Brunnen trocken fallen, fehlt es auch an Wissen zu angepassten Anbaumethoden und Verhinderung von Monokulturen und Erosion.

Wasser fehlt überall

In der Projektregion im Südwesten des Landes, in den Verwaltungsbezirken (Woredas) Shashogo und Misrak Badawachu, die sich in der Provinz SNNPR (Southern Nations Nationalities People´s Region) befinden, sind fast alle Bewohner als Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig. Mangels Wasser und anderer Arbeitsmöglichkeiten wandern die Menschen jedes Jahr vor allem in der auch als „Hunger Season“ beschriebenen Trockenzeit für 2-4 Monate in die Städte ab, wo sie auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Nur etwa 17,5 % der Menschen hat Zugang zu einer (lokal als angemessen bewerteten) Trinkwasserversorgung (im Landesdurchschnitt 57 %). Lokal angemessen bedeutet: in einer Entfernung von bis zu 1,5 km sind für jede Person „einige Liter“ trinkbares Wasser erreichbar.

Wasser fehlt überall: Als Trinkwasser und in der Landwirtschaft aber auch für die persönliche Hygiene. Fehlenden Sanitäreinrichtungen begünstigen die Ausbreitung der sogenannten „Water Borne Diseases“, der wasserverursachten Krankheiten die ursächlich für eine hohe Kindersterblichkeit sind. Armut, Perspektivlosigkeit und totale Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen vermehrt zur Flucht, nicht nur vom Land in die Stadt sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Unsere Mitgliedsorganisation Stiftung der Deutschen Lions leistet Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt soll die Lebenssituation von rund 25.000 Menschen, selbstversorgenden Kleinbäuer*innen und ihren Familien, dauerhaft verbessert werden. Dazu werden an vier Standorten Brunnen gebohrt und Pumpen installiert, die mit Solarpaneels betrieben werden. Sind die Brunnen gebohrt und in Betrieb, werden von der Zielgruppe in Eigenleistung unter Anleitung des lokalen Partners SMART, die einfachen Gebäude und Einrichtungen erstellt: Auf Betonfundamenten entstehen die „Wasserkioske“ zur Abnahme von Frischwasser in guter Qualität aus dem Brunnen und Duscheinrichtungen sowie Geräteschuppen. Das für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehene Gelände wird eingezäunt. Um zusätzlich Regenwasser oder gepumptes Wasser längerfristig für die Bewässerung nutzen zu können, entstehen Hochbehälter. In Schulungen wird Basiswissen zur Körperhygiene und den Umgang mit dem wertvollen (Über-) Lebensmittel vermittelt.

Wasser ist die Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft

Weitere Schwerpunkte des Projekts liegen anschließend in der nachhaltigen Nahrungsmittelsicherung durch Vermittlung von Know-how in aktivem Bodenmanagement, einer dem Klima und den lokalen Bedingungen angepasster Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Antonia-Ruut-Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren eng mit der lokalen Nichtregierungsorganisation SMART (Sustainable Management of Alternative and Renewable Technologies) zusammen. Es gibt bereits ein Trainingscenter für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Nutzung von organischem Material zur Bodenverbesserung ist in Äthiopien weitgehend unbekannt, Viehdung wurde bisher verbrannt. SMART hat ein Verfahren entwickelt und veröffentlicht, wie mit organischen „Abfällen“, auch aus den entstehenden Toiletten, wertvoller Kompost gewonnen und zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Das Verfahren wird inzwischen schon seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

In diesem Projekt sollen 2.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit einfachen Werkzeugen ausgestattet, intensiv geschult und begleitet werden, bei einer durchschnittlichen Familiengröße von 6-7 Personen werden damit in der Projektlaufzeit ca. 13.000 Menschen erreicht, weitere durch den nachhaltigen Wissenstransfer von geschulten Multiplikator*innen. Es werden Bäume angepflanzt, diese spenden  Schatten für empfindliche Anpflanzungen und tragen wertvolle Früchte zur Eigennutzung und Vermarktung. Es wird reproduzierbarer Samen gewonnen, Keimlinge und Anpflanzungen werden dank ganzjähriger Bewässerungsmöglichkeiten durch die Dürrezeiten gebracht. Anbau, ertragreiche Ernten und Viehwirtschaft sind nur mit zuverlässiger und ganzjähriger Verfügbarkeit von ausreichend Wasser möglich.

Das Projekt wurde von der Stiftung der Deutschen Lions in bewährter Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung initiiert und umgesetzt.

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Wangari Maathai – Gründerin des Green-Belt-Movement

„Lasst uns Bäume pflanzen.“ Mit diesen Worten begann der revolutionäre Weg einer außergewöhnlichen Frau in Kenia.

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Wangari Maathai – Gründerin des Green-Belt-Movement

Sie werden zu einem gewaltigen Baum anwachsen

1977 erreichten Kenias Nationaler Frauenrat beunruhigende Nachrichten: Flüsse versiegten, Böden erodierten zunehmend und die Wälder wurden knapper. Frauen mussten immer weitere Strecken zurücklegen, um Feuerholz zu finden. Fehlte diese Ressource, hatten Frauen keine Möglichkeit, nährstoffreiche Mahlzeiten für ihre Familien zuzubereiten.

Eine Biologin und Professorin an der Universität von Nairobi, Mitglied des Frauenrates und Verfechterin des Feminismus versetzte Berge. Wangari Maathai pflanzte in diesem Jahr mit den Frauen des Rats sieben Bäume am Stadtrand von Nairobi. „Sie werden zu einem gewaltigen Wald anwachsen, der sich über den afrikanischen Kontinent erstreckt und vor allem die Frauen beschirmt, die in seinem Schatten leben und arbeiten.“ (4) Maathai erkannte damit den Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Frauenrechten, gründete das weltweit aktive Green-Belt-Movement und hinterließ 51 Millionen blühende Bäume.

Die Angst vor unabhängigen Frauen

Der revolutionäre Weg war jedoch steinig und gefährlich. Als erste afrikanische Professorin hatte sie schnell mit den patriarchalen Strukturen zu kämpfen, sowohl in der akademischen Welt als auch in den Mechanismen der Gesellschaft. Bei dem gescheiterten Versuch, eine Gewerkschaft zu organisieren, keimte jedoch der Gedanke auf, eine Organisation zu gründen, die Bäume pflanzt. Auch dies war zunächst vergebens, bis Maathais Idee wenig später beim Nationalen Frauenrat Wurzeln schlug.

Zeitgleich reichte ihr Ehemann die Scheidung ein. Sie sei zu klug, zu stark, gebildet, selbstbewusst und für ihn kaum noch zu kontrollieren. Also unabhängig. Ein Richter bewilligte die Scheidung, worauf Maathai hinterher meint, der Richter müsse wohl „entweder korrupt oder inkompetent sein.“ (4) Nur durch eine öffentliche Entschuldigung entgeht sie einer Freiheitsstrafe. Der Mann forderte überdies, dass sie ihren Nachnamen ablegen solle. Da fügt sie diesem einfach noch einen Buchstaben hinzu und hieß fortan Maathai statt Mathai.

Mutter der Bäume

Von diesem Zeitpunkt an steckte sie all ihre Energie und Bemühungen in das Green Belt-Movement. Bäuerinnen gründeten gemeinsam Baumschulen, sammelten Samen einheimischer Bäume, setzten sie in die Böden und gruben Brunnen. (1) Für jedes Einpflanzen erhielten die Frauen ein kleines Honorar. Dadurch wurde mehr Regenwasser in den Böden gespeichert und die Wurzeln hielten die Erde zusammen. Sie erhielt den Beinamen Mama Miti (Suhaeli: Mutter der Bäume). Die positiven Effekte der Bewegung waren zunehmend spürbar. Durch die entstehenden Wäldchen haben die Frauen […] genug Feuerholz und pflanzliche Nahrung, um ihre Familien gut ernähren zu können.“ (4) Lange Reihen von Bäumen werden auf dürrem Land gepflanzt – der sogenannte Green Belt entstand. Frauen wurden zusätzlich zu Imkerinnen, Försterinnen oder Nahrungsmitteltechnikerinnen ausgebildet. Der Umweltschützerin Maathai wurde allmählich bewusst, dass die fehlenden Bäume nicht die einzigen Auslöser für die schwierigen Lebensverhältnisse der Frauen waren. Frauenfeindlichkeit und das repressive politische Regime in Kenia waren verantwortlich für die massive Schieflage im Land.

Im Kreuzfeuer des Patriarchats

Die Bewegung weitete sich aus, erreichte eine volkspolitische Dimension, die für die demokratischen Rechte und gegen den vom Regime unterstützten Landraub kämpfte. Maathai geriet ins Kreuzfeuer, der Präsident unterdrückte ihre Arbeit, sie verlor ihr Büro und musste die humanitäre Grüngürtelbewegung von zu Hause aus weiterleiten. 1992 erfuhr Maathai, „dass ihr Name auf einer Liste von Aktivisten stehen soll, die die Regierung im Gefängnis oder besser noch tot sehen wolle.“ (4) Sie verschanzte sich in ihrem Haus, wurde drei Tage lang von Polizist*innen belagert und schließlich festgenommen. Auf Kaution und durch internationalen Druck wurde sie freigelassen und die Anklage fallen gelassen. Um weitere politische Gefangene freizulassen, trat Maathai kurz darauf mit einer Gruppe von Aktivistinnen in den Hungerstreik, der gewaltsam aufgelöst wurde (5). Sie wurde öffentlich als Verrückte beschimpft und nach Tränengasattacken sowie heftigen Schlägen bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. (5)

Ein grünes Lebenswerk

Der Kampf um Gerechtigkeit endete hier nicht. „Während sie international ausgezeichnet und gefeiert wird, muss Wangari in ihrer Heimat zeitweise sogar untertauchen.“ Bei staatlich verordneten Abholzungen organisierte sie Proteste und Pflanzaktionen. Häufig wurde sie festgenommen und wieder freigelassen (2). 2002 tritt die Aktivistin erstmals bei den Wahlen als Kandidatin für die oppositionelle Rainbow Coalition an und gewann! Die korrupte Regierung ist geschlagen und sie bekleidete das Amt der stellvertretenden Umweltministerin (2). Im Winter 2004 wurde Maathai als erste afrikanische Frau und Umweltschützerin der Friedensnobelpreis verliehen. (3)

Im Jahr 2011 starb Wangari Maathai.Ihr Lebenswerk, das Green Belt-Movement, wächst und gedeiht bis heute.“ (4)

Hier finden Sie weitere Artikel zum Green Belt-Movement und Wangari Maathai.

Quellen:

  1. https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/wangari-maathai/
  2. https://www.boell.de/de/2020/03/31/zum-gedenken-wangari-maathai-afrikas-bekannteste-gruene-politikerin
  3. https://www.dw.com/de/wangari-maathai-ein-leben-f%C3%BCr-den-umweltschutz/av-58043821
  4. https://www.welt-der-frauen.at/wangari-maathai/
  5. https://plus.tagesspiegel.de/plus/mutter-der-baume-die-kenianerin-wangari-maathai-gilt-als-begrunderin-der-umweltbewegung-in-afrika-252892.html

Foto: Kingkongphoto & www.celebrity-photos.com from Laurel Maryland, USA, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

Copyright: John Mathew Smith 2001

Verfasst am 10.05.2022

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GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf der didacta 2022

Europas größte Bildungsmesse: Die didacta findet in diesem Jahr endlich wieder in Präsenz statt und auch GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist wieder vor Ort in Köln.

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GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf der didacta 2022

 

Vom 07. bis zum 11. Juni werden wir von GEMEINSAM FÜR AFRIKA auf der Bildungsmesse didacta 2022 in Köln dabei sein, um unsere zahlreichen Bildungsmaterialien vorzustellen und um uns mit den Lehrkräften, die diese nutzen, auszutauschen.

So gelangen Sie zu unserem Stand:

Didacta
Koelnmesse
Gemeinschaftstand GLOBALES LERNEN IM UNTERRICHT
Halle 7.1: Gang E
Nr. 100

Didacta 2022: Kommen Sie uns besuchen!

Auch dieses Jahr stellen wir im Rahmen eines Gemeinschaftsstands mit 11 weiteren entwicklungspolitischen Organisationen aus. Kommen Sie an unserem Stand „Globales Lernen im Unterricht“ vorbei, trinken Sie bei uns einen Kaffee und erfahren Sie mehr über unsere kostenlosen Bildungsangebote. Wir beraten Sie darin, wie Sie interessante und lehrreiche Unterrichtseinheiten zum Thema Afrika gestalten können, die ein differenziertes und realistisches Bild des afrikanischen Kontinents vermitteln.

Was ist neu? 

Neben vielen neuen Materialien, wie Unterrichtsmodule oder unsere neuen Lernkoffer, haben wir auch ein ganz neues Veranstaltungsformat für bis zu 125 Schüler*innen konzipiert: Africa Today! Erfahren Sie mehr und holen Sie sich das Africa Today Event auch an Ihre Schule.

DER LERNKOFFER GESUNDHEIT
Der Lernkoffer Gesundheit enthält eine Vielzahl spezifischer Gegenstände, die die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer machen sollen.

Freie und offene Bildungsmaterialien von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

FREIE UND OFFENE BILDUNGSMATERRIALIEN
Kostenfreie und editierbare OER (Open Educational Resource)-Unterrichtsmaterialien wie digitale Workshops finden Sie hier.

NEUE UNTERRICHTSMODULE ZU THEMEN DES GLOBALEN LERNENS
Unsere flexiblen Unterrichtsmodule umfassen differenzierte Hintergrundinformationen, Arbeitsblätter für den praktischen Unterricht, als auch Projektbeispiele, Role Models und Handlungsoptionen für das tägliche Leben.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Das umfassende und nachhaltige Projekt zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung der Stiftung der Deutschen Lions unterstützt Menschen in Äthiopien, den Herausforderungen der Klimakrise entgegenzutreten.

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Äthiopien: Agroforst – Nachhaltigkeit verwurzeln

Folgen der Klimakrise in Äthiopien

Weltweit hungern nach Angaben des UN-Reports vom Juli 2021 rund 700 Millionen Menschen. Die Covid-Pandemie hat die Lage verschärft und es wird vermutet, dass die Zahlen sogar höher liegen und weiter ansteigen. In Äthiopien sind schätzungsweise 49 Prozent der Bevölkerung unterernährt. Nur jede*r zweite äthiopische Bürger*in hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Ursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen, verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Das Land ist daher auch besonders stark von der Klimakrise betroffen. Durch den Bevölkerungszuwachs werden mehr Lebensraum, Wasser und Nahrung benötigt. Wo Wälder abgeholzt werden, gehen wertvolle Ressourcen verloren, Brachland und Wüsten dehnen sich aus. Wenn das Überleben immer schwieriger wird, verlassen Menschen ihren angestammten Lebensraum.

Die Stiftung der Deutschen Lions ist im südlichen Äthiopien aktiv

Mit der Planung eines umfassenden und nachhaltigen Projekts zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung wollen die Lions den Menschen in Äthiopien helfen, diesen Herausforderungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzutreten.

Beginnend mit der Sicherung der Ernährung ist eine spürbare Verbesserung der Lebenssituation für Kleinbäuerinnen, Klein­bauern und ihre Familien das oberste Ziel.

Wie wird das Ziel erreicht?

Erreicht wird dies durch Stärkung, Unterstützung und Begleitung von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC).

In theoretischen und praktischen Trainings wird ver­mittelt, wie sich durch gezielte Bodenverbesserungen die Ernteerträge steigern lassen. Einzelne Frucht-Bäu­me auf landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen Obsternten und die Beschattung der Anbauflächen, großflächige Anpflanzungen geeigneter Baumarten verbessern neben der Wasserversorgung auch das Mikroklima in der Projektregion.

Was ist der Erfolg?

Langfristig wird so die Erosion der Böden verringert und die CO2-Bilanz verbessert. Basierend auf bewährten Erfahrungen und der Weitergabe von neuen Erkenntnissen wird die Resili­enz der Zielgruppe gestärkt.

Der lokale Partner berät und begleitet die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auch bei der Vermarktung ihrer Produkte. So schaf­fen die im Rahmen dieses Projekts umzusetzenden Maßnahmen die Voraussetzungen für bescheidenes Einkommen und die Vermeidung von Fluchtursachen.

Projektziele

  • Erwerb und Weitergabe von Know-How
  • Eigenverantwortlichkeit stärken
  • Erhöhung landwirtschaftlicher Erträge
  • Generierung von Einkommen
  • Erhöhung Grundwasserspiegel

Maßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit

  • Unterstützung und Ausbau von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC)
  • Trainings & Begleitung für 10.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
  • Gewinnung und Verbesserung von Anbauflächen
  • regional angepasste (Wieder-) Aufforstungen
  • Anbau von Fruchtbäumen (100.000 neue Bäume)
  • Holzkohle-Produktion und -Vermarktung

Trainingsinhalte

  • Bodenverbesserung, Erosionsvermeidung
  • ertragssteigernde Bewirtschaftung
  • Bäume pflanzen und pflegen
  • Gewinnung Samen und Setzlinge
  • Vermarktung produzierter Erzeugnisse

„Green Belt“ gegen Wüstenwachstum

Afrikas „Grüne Mauer“ ist die Vorzeigeinitiative der Afrikanischen Union, um die Effekte des Klimawandels und der Desertifikation zu bekämpfen.

Mehr Infos zum Green Belt-Movement und der Initiatorin Wangari Muta Maathai:

Projektregion Derashe im Süden Äthiopiens

Die Projektregion Derashe liegt ca. 500 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba im Regie­rungsbezirk SNNPR (Southern Nations, Nationalities, and Peoples Region) und ist von der Stadt Arba Minch (mit Universität und Flughafen) in einer Autostunde erreichbar.

Auf 790 km² und in Höhenlagen von 1.250-2.600 m leben 170.000 Menschen vorwiegend von dem, was sie in der Landwirtschaft produzieren. Durch ihr Klima ist die Projektregion sehr gut geeignet zur Einführung von Agroforstwirtschaft. Die lokal anerkannte Organisation GPDA (Gardulla People Development Association) ist ein erfahrener Projekt­partner, der in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt hat.

Im Rahmen dieses 4-jährigen Projekts erhält GPDA die nötige Unterstützung und das Know-How zur Einführung der bisher dort unbekannten Agroforst­wirtschaft: 10.000 Kleinbäuerinnen, Kleinbauern, ihre Familien und die gesamte Projektregion Derashe werden von deutlichen Verbesserungen profitieren.

Hier können Sie mehr über die Fortschritte im Projekt erfahren.

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Spendenaktion „UNITED FOR AFRICA-Bag” an der Erich Kästner-Schule in Maintal

Spendenaktion der Erich-Kästner-Schule in Maintal mit United for Africa-Bags

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Spendenaktion „UNITED FOR AFRICA-Bag” an der Erich Kästner-Schule in Maintal

Die Klasse 7b der Erich Kästner-Schule in Maintal hat gemeinsam mit der Klassenlehrerin Meryem Yesilova die Spendenaktion „UNITED FOR AFRICA-Bag“ gestartet, um somit Projekte auf dem afrikanischen Kontinent zu unterstützen. 

Im Rahmen der Unterrichtseinheit Afrika im Fach Gesellschaftslehre starteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b eine Spendenaktion. Sie setzten sich zunächst intensiv mit geografischen Aspekten des afrikanischen Kontinents auseinander. In diesem Zusammenhang wurden die Staaten und Hauptstädte, Gebirge, Gewässer, Wüsten und die Klimazonen thematisiert. Zudem lernte die Klasse landwirtschaftliche Aspekte und Bodenschätze des Kontinentes kennen und erarbeitete Ursachen, wieso die Menschen in vielen Regionen Afrikas trotz seines Rohstoffreichtums nur über sehr wenig Einkommen verfügen. Jeder Schüler und jede Schülerin erstellte zu einem gewählten afrikanischen Land ein Plakat und hielt eine Präsentation mit den wichtigsten Informationen des Landes. Somit lernte die Klasse eine Vielzahl unbekannten Ländern kennen.

Um die gesamte Unterrichtseinheit abzuschließen, überlegte sich die Klassenlehrerin, welches Projekt eingebracht werden könnte, um die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden zu lassen. Da sich die Klasse 7b der Erich Kästner-Schule grundsätzlich mit kreativen Projekten gut identifizieren kann, hat sich hierfür die Aktion „UNITED FOR AFRICA-Bag“ geeignet. Ganz nach dem Motto „Aus Alt macht Neu!“ konnten die Schülerinnen und Schüler selbst tätig werden und aus alten T-Shirts, die lediglich im Kleiderschrank herumlagen und nicht mehr angezogen worden sind, Taschen designen. Eifrig und voller Enthusiasmus begannen sie mit der Herstellung der Taschen.

Die Taschen werden nun aktuell gegen eine Geldspende im Lehrerzimmer der Erich Kästner-Schule angeboten. Es ist geplant, die restlichen Taschen an weiteren schulischen Veranstaltungen (z. B. Schnupperabend oder Schulfest) anzubieten.

Das hat am meisten Spaß gemacht

Die Schülerinnen und Schüler begegneten dem Upcycling-Projekt voller Enthusiasmus. In Kleingruppen unterstützten sie sich gegenseitig bei der Kreation der Taschen. Voller Tatendrang schnitten die Schülerinnen und Schüler die Ärmel der T-Shirts ab, veränderten den Halsausschnitt so, dass eine passende Taschenöffnung entstand, schnitten mithilfe der Fotoanleitung Streifen in den Stoff und verknoteten diese jeweils zu einem Doppelknoten. Selbstverständlich durfte nicht das UNITED FOR AFRICA-Logo fehlen, das mithilfe der Schablonen, Textilfarbe und Pinsel auf die Taschen aufgetragen worden ist.    

Verfasst am 06.05.2022

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Venro Stellungnahme – Maßnahmen für mehr europäische Verantwortung in der Migrationspolitik mit Afrika

Probleme der aktuellen europäischen Migrationspolitik mit Afrika und sechs Forderungen an die Bundesregierung.

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Venro Stellungnahme – Maßnahmen für mehr europäische Verantwortung in der Migrationspolitik mit Afrika

Die qualitative Verbesserung der Zusammenarbeit in den Bereichen Migration und Mobilität stellt eines der im Rahmen des EU-AU-Gipfels im Februar 2022 festgelegten Ziele dar. Im Zentrum einer verbesserten Migrationssteuerung sollen die Verhinderung irregulärer Migration, Investitionen in die Grenzverwaltung und eine gezielte Unterstützung für die Rückkehr und Reintegration in die Herkunftsländer stehen.

Auch europäisch sicherheitspolitische Interessen stehen also weiterhin im Zentrum. Wichtige entwicklungspolitische Aspekte, wie etwa die Erweiterung legaler Fluchtwege nach Europa oder die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Schutzsuchende, bleiben unberücksichtigt.

VENRO identifiziert in seiner im März 2022 veröffentlichten Stellungnahme Probleme der aktuellen europäischen Migrationspolitik und richtet sechs Forderungen an die Bundesregierung, ihr politisches Gewicht in der EU zu nutzen, um die EU-Partnerschaft mit afrikanischen Ländern in den Bereichen Migration und Mobilität entwicklungsförderlich und menschenrechtsbasiert auszurichten:

  1. Völkerrechtliche Standards bei der europäischen „Grenzschutzagentur“ Frontex müssen eingehalten werden. Die Rechte von Schutzsuchenden müssen bewahrt werden. Niemand darf in Staaten abgeschoben werden, in denen Folter angewandt wird und schwere Menschenrechtsverletzungen begangen werden;
  2. EU-Entwicklungsgelder sollen nicht für das Migration- und Grenzmanagement in Europa oder für Sicherheitsmaßnahmen, Grenzkontrollen und Rücknahmeabkommen an den EU-Außengrenzen verwendet werden, sondern für entwicklungspolitische Projekte auf dem afrikanischen Kontinent;
  3. Für den europäisch-afrikanischen Austausch zu Migrations- und Entwicklungsfragen auf Ministerialebene, der seit 2018 nicht mehr regelmäßig stattfindet, muss ein neuer, ambitionierter Rahmen geschaffen werden, um den aktuellen Herausforderungen, wie z.B.  der Corona-Pandemie, zu begegnen;
  4. Der durch die Klimakrise verursachten Migration muss mehr Beachtung zukommen. Im Rahmen der für Afrika ausgerichteten Mittel müssen Projekte zum Aufbau regionaler Schutzmechanismen, Resilienzstärkung und der Austausch von Wissenstransfer und Technologie zu Klimaanpassung Vorrang haben;
  5. Die dauerhafte Umsiedlung von besonders gefährdeten und schutzbedürftigen Menschen von einem Erstaufnahmeland, in dem sie Schutz gesucht haben, in einen aufnahmebereiten Drittstaat, welcher ihnen einen Geflüchteten- oder untergeordneten Schutzstatus gewährt, muss ausgeweitet werden. Am Beispiel des Angriffskriegs in der Ukraine zeigt sich momentan, wie der Umgang mit Schutzsuchenden auch sein kann. Eine teils schnellere Klärung des Rechtsstatus, Vereinfachungen hinsichtlich der Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder auch die Möglichkeit individueller Unterkünfte – dies sollte im Umgang mit Schutzsuchenden aus allen Herkunftsländern die Regel sein. Den Vereinten Nationen soll dabei eine aktivere Rolle zukommen.
  6. Partizipationsformate in Form regelmäßiger runder Tische und Konsultationen mit transparenten Informationen, ausreichenden Vorbereitungszeiten und finanziellen Mitteln, in denen auch Stimmen zivilgesellschaftlicher Organisationen gleichwertig berücksichtigt werden, sollen gewährleistet werden, sodass eine Ausarbeitung zielführender Beiträge und eine echte Teilhabe möglich ist und den Herausforderungen der Migrationspolitik zwischen Afrika und Europa angemessen begegnet werden kann.

Verfasst am 05.05.2022

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Klimaabkommen & Ziele

Im Jahr 1979 fand die allererste UN-Weltklimakonferenz in Genf statt. Die niederschmetternde Bilanz nach 42 Jahren Blah Blah Blah!

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Klimaabkommen & Ziele

Im Jahr 1979 fand die allererste UN-Weltklimakonferenz in Genf statt. Dort stellten Wissenschaftler*innen ihre Klimamodelle und -beobachtungen vor, die immer deutlichere Hinweise darauf gaben, dass sich das Klima erhitzt – durch den zunehmenden Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Die delegierten Personen beschlossen die Schaffung eines Weltklimaprogramms und die Gründung des Weltklimarats (IPCC) wurde angestoßen.

In den Jahren 1988 und 1990 fanden weitere Weltklimakonferenzen in Toronto und Genf statt. Durch diese gelang es, die Klimakrise auf die internationale politische Agenda zu setzen. Das Ergebnis in der Genfer Konferenz war eine Erklärung zu internationalem kooperativen Handeln, um die Klimakrise aufzuhalten. In Toronto wurde eine Forderung zu Minderung der Treibhausgasemissionen erklärt.

                                              Climate Inaction Stripes

Climate Inaction Stripes

@MuellerTadzio, @wiebkemarie, @MariusHasenheit, @sustentioEU [PG]

1992, bei der großen Umweltkonferenz in Rio de Janeiro, wurde die Klimarahmenkonferenz vereinbart. Als Institution dieser Klimarahmenkonvention finden seit 1995 jährlich die UN-Weltklimakonferenzen (United Nations Climate Change Conferences, Conference of Parties, COP) an wechselnden Orten statt.

Beim COP 3 1997 in Kyoto wurde das Kyoto-Protokoll beschlossen, in dem erstmals rechtlich verbindliche Ziele für Emissionshöchstmengen für Industrieländer international festgelegt wurden. Es trat aber erst 2005 in Kraft, nachdem nach jahrelangen Verhandlungen die notwendige Anzahl von Unterzeichnerstaaten gewonnen werden konnte.

Dieses wurde 2015 beim COP 21 vom Pariser Klimaabkkommen abgelöst. Dabei handelt es sich um einen Vertrag, den 195 Vertragsparteien und die EU anlässlich der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes geschlossen haben und das bis heute wirksam ist. Beschlossen wurde, die Erderhitzung auf  max. 1,5 °C zu begrenzen. Für so genannte Entwicklungsländer wurden zudem Finanzhilfen zugesagt. Doch ein großer Haken des Abkommen sist, dass es nicht rechtlich bindend ist, sondern auf die freiwillige Umsetzung in den einzelnen Staaten setzt.

Mehr Informationen zu den Klima-Gipfeltreffen finden Sie hier.

Obwohl also seit über 40 Jahren bekannt ist, dass Treibhausgase für die Klimakrise verantwortlich sind, nimmt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre immer mehr zu und die Erde erhitzt sich unaufhaltsam weiter. Extreme Wetterereignisse – also sehr heiße oder sehr kalte Tage, Hitzewellen und Dürren, Starkregen und Überschwemmungen oder auch Stürme – werden immer häufiger. 

Das absolut niederschmetternde Ergebnis

Drei Jahre bleiben laut des neuesten IPCC-Berichtes des Weltklimarats nur noch, um eine zu großen Teilen unbewohnbare Welt zu verhindern, unumkehrbare Kipppunkte zu überschreiten und den Klimakampf für die kommenden Generationen zu verlieren. (2) „Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) wollen Regierungen weltweit im Jahr 2030 aber noch doppelt so viele fossile Brennstoffe produzieren, wie das Pariser Klimaabkommen zulässt.“ (3) Fakt ist aber auch, dass der IPCC seit seiner Gründung 1988 mehrfach in seinen Berichten die Klimakrise unterschätzt hat. Grund ist, dass das Gremium einen Konsens der Wissenschaft bieten soll und die Schlussfolgerungen somit als konservativ zu bewerten sind.

„Blah Blah Blah“

42 Jahre und 26 Klimakonferenzen voller Blah Blah! Oder um es mit Gretas Worten auszudrücken:

UN-Generalsekretär António Guterres wirft einigen Regierungen und Unternehmen sogar „Lügen“ über ihr Klimaschutz-Engagement vor: „Einige Regierungen und Verantwortliche von Unternehmen sagen das eine und tun das andere.“ (4)

Drei Jahre

Diese Zahl sollte eigentlich ausreichen, um in absolute Panik zu verfallen und wirklich alles Menschenmögliche zu unternehmen, um die Klimakrise aufzuhalten. Fakt ist aber auch: obwohl wir uns keine Zehntel Grad mehr auf der Temperaturskala nach oben leisten dürfen und es eines sofortigen und totalen Ausstiegs aus Gas, Öl und Kohle bedarf, will die EU gigantische Gas-Projekte fördern und in Deutschland mit Steuergeldern LNG-Terminals (Flüssig­­erdgas, engl. „liquefied natural gas“) bauen, um Flüssigerdgas aus Übersee zu importieren. Doch diese stellen ein Sicherheitsrisiko für Mensch und Natur in der Umgebung dar und nehmen eine Bauzeit von zwei bis drei Jahren in Anspruch .

Laut Greenpeace ist Methan ein farbloses und unsichtbares Gas, welches um das 25-fache klimaschädlicher als CO2 ist. Noch dramatischer ist es, wenn Gas durch Lecks oder sogar dem absichtlichen Abfackeln oder Ablassen der Firmen aus reinen finanziellen Interessen in die Atmosphäre gelangt. (5)

EU bezieht Fracking-Gas aus Nicht-EU-Ländern

Fracking ist in weiten Teilen Europas verboten, weil u. a. die verwendeten Chemikalien das Grundwasser verschmutzen. (6) Und deshalb bezieht die EU ihr Fracking-Gas einfach aus Nicht-EU-Ländern. Alsbald auch aus Katar, wo es zu massiven Menschenrechtsverletzungen kommt. 15.000 Arbeiter* starben bei den Bauarbeiten zur Fußball-WM 2022. Darüber hinaus  herrscht dort ein Klima aus Homophobie, Misogynie und radikalislamische Gruppen werden unterstützt.

Zusätzlich hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aktuell ein sogenanntes „LNG-Beschleunigungsgesetz“ angekündigt: neben der Abschaffung von Umweltprüfungen sowie Einschränkungen der Klagemöglichkeiten für Anwohner*innen und Umweltverbände, sollen plötzlich sieben LNG-Terminals in Deutschland gebaut werden – obwohl Olaf Scholz im Bundestag zwei Terminals angekündigt hatte. Begründungen sowie Zahlen fehlen – es wird lediglich von „öffentlichen Interesse“ gesprochen. „Damit droht eine krasse fossile Überkapazität und neue Abhängigkeit von zweifelhaften Lieferländern – finanziert von den Steuerzahler*innen, deren Beteiligungsrechte sogar noch eingeschränkt werden sollen.“ (7)

Was bleibt?

Um das Ruder der uns bevorstehenden Klima-Apokalypse noch herumreißen zu können, benötigen wir zwingend eine absolut radikale Änderung unserer gesamten Lebens- und Wirtschaftsweise. Das bedeutet Strom aus 100 % erneuerbaren Energien, der sofortige Stopp aller fossiler Infrastrukturen für Öl, Gas und Kohle und die massive Reduzierung des Individualverkehrs. Zudem braucht es einen Umstieg auf regionale Produkte für alle statt weltweiter Anbau wenig nachhaltiger Produkte sowie eine Wirtschaft, welche Umweltschutz mit sozialer Gerechtigkeit verbindet. Einen Vorschlag dafür bietet beispielsweise die Donut-Ökonomie der Wirtschaftswissenschaftlerin und Oxford-Professorin Kate Raworth.

Eine weitere ernüchternde Bilanz

Was die Welt noch benötigt: Klimagerechtigkeit für den Globalen Süden! Der Globale Süden fordert seit Jahren einen Fonds von den Hauptverursacher*innen der Klimakrise für Schäden und Verluste („Loss and Damage“), die durch die Folgen der Klimakrise entstanden sind. Der Fonds wurde auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 nicht beschlossen.

Widerstand gab es von der USA und der EU… .

Weil sie „fürchten, für Klimaschäden haftbar gemacht zu werden. Auch bei anderen Zahlungen fühlen sich so genannte Entwicklungsländer verprellt. 100 Milliarden US-Dollar jährlich ab 2020 wollten Industrienationen für Klimaprojekte im globalen Süden bereitstellen, um beim Übergang zu grüner Energie und bei der Anpassung an die Krise zu helfen – zum Beispiel durch Frühwarnsysteme oder Küstenbefestigungen. Die Summe wird frühestens 2023 zum ersten Mal erreicht.“ (8)

 

 Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz
  2. https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg3/
  3. https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/fossile-brennstoffe-unep-101.html
  4. https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ipcc-bericht-guterres-wirft-regierungen-und-firmen-luegen-beim-klimaschutz-vor-a-d0d2d654-281e-4670-a4ac-9576e9bb7075
  5. https://www.energiezukunft.eu/politik/lng-terminals-sind-eine-gefahr-fuer-mensch-und-klima/
  6. https://www.dw.com/de/us-fracking-gas-f%C3%BCr-europa-freiheit-oder-klima-selbstmord/a-61296262
  7. https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/lng-beschleunigungsgesetz-soll-umweltvertraeglichkeitspruefungen-abschaffen-deutsche-umwelthilfe-befue/
  8. https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-01/cop-26-globaler-sueden-klimawandel-gerechtigkeit-5vor8

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Welt-Malaria-Tag: Ein Impfstoff gibt Hoffnung 

Der Kampf gegen Viren hat nicht erst mit der Corona-Pandemie begonnen. Ein Blick auf andere Regionen der Erde beweist es.

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Welt-Malaria-Tag: Ein Impfstoff gibt Hoffnung 

Der Kampf gegen Malaria 

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen des Globalen Nordens gezeigt, welche massiven Auswirkungen Viren auf ihr Leben haben können. Dass der Kampf gegen verschiedenartige Viren nicht erst mit Covid-19 begonnen hat, beweist der Blick auf andere Regionen der Erde. Jährlich „gibt es rund 200 Millionen Malaria-Infektionen, überwiegend in Afrika.“ An der Infektion und ihren Folgen sterben jedes Jahr 400.000 Menschen, vor allem Kinder unter fünf Jahren. Afrikanische Länder verzeichnen 94 Prozent der weltweiten Malaria-Todesfälle. Daher wird am 25. April der globale Kampf gegen die Krankheit gewürdigt, die mehr als 3 Milliarden Menschen bedroht. Die Weltgesundheits-Versammlung, ein Organ der WHO, beschloss 2007 den Welt-Malaria-Tag. (1)

Das erste Vakzin mit geringer Wirksamkeit 

In über dreißig Jahren der Arzneimittelforschung befassten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher ausgiebig mit der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Malaria. 2021 nun die erfolgsversprechenden Ergebnisse. Die Weltgesundheitsorganisation hat erstmals die breite Anwendung eines Malaria-Impfstoffs empfohlen. Die Verabreichung des Vakzins RTS,S soll „an Kindern in Afrika südlich der Sahara und in anderen Malaria-Regionen“ stattfinden. Bereits im Jahr 2019 startete dazu die Pilotstudie in Ghana, Kenia und Malawi, in der mehr als 2 Millionen Kinder geimpft wurden. „Unter den jungen Geimpften sind tödliche Krankheitsverläufe um 30 Prozent zurückgegangen.“ Auf Grundlage der Wirksamkeit des Vakzins ist die Empfehlung ausgesprochen worden. WHO-Chef und Malaria-Forscher Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht zwar von einem historischen Moment, aber auch von einer zu geringen Wirksamkeit. (1) 

BioNTech forscht an Impfstoff mit hoher Wirksamkeit 

Auch der deutsche Impfstoff-Hersteller BioNTech will seine mRNA-Technologie für die Entwicklung eines hochwirksamen Impfstoffes gegen die Tropenkrankheit Malaria nutzen. In Kooperation mit der Gates-Stiftung und Vertretern der WHO soll bis Ende 2022 eine klinische Studie auf den Weg gebracht werden, die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Vakzins untersucht. Dazu verwendet der Mainzer Konzern für die ersten Phasen seine Gewinne aus der Produktion der Covid-19-Impfstoffe. (3) 

Corona verschärft Malaria-Lage 

In den letzten zwei Jahren ist der Kampf gegen die Infektionskrankheit in den betroffenen Ländern vernachlässigt worden. Grund ist die Corona-Pandemie, infolge derer Personal abgezogen wird, um Corona-Infizierte zu behandeln. Auch Versorgungsketten für Moskitonetze und Medikamente sind zusammengebrochen. In den afrikanischen Ländern seien die Malaria-Behandlungen daher um 15 Prozent zurückgegangen, in Asien sogar um 60 Prozent. (2) 

Im Podcast unserer Mitgliedsorganisation action medeor könnt ihr mehr Hintergründe über Malaria erfahren: https://medeor.de/de/blog/mitschnitt/podcast-malaria.html 

Quellen:

(1) „WHO empfiehlt Malaria-Impfstoff für Kinder“ in Frankfurter Allgemeine vom 06.10.2021 

(2) „Erstes Malaria-Vakzine mit hoher Wirksamkeit“ in Tagesschau vom 25.04.2021 

(3) „BioNTech will Malaria-Impfstoff entwicklen“ in Tagesschau vom 27.07.2021 

Verfasst am 04.04.2022

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Flora in Afrika: Klimaschäden ohne Ende 

Gefährliche Wetterphänomene verringern einerseits die Biodiversität und anderseits klimaregulierende Landschaftsformen.

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Flora in Afrika: Klimaschäden ohne Ende 

Extremes Wetter

Die Klimakrise verschärft mit drastisch steigenden Temperaturen, zunehmenden Extremwetterlagen und veränderten Regenfällen die Hungerkrise in Afrika und vertreibt Menschen aus ihrer Heimat. Zyklone zerstören weite Landstriche, Überschwemmungen fluten Dörfer und Felder, Dürren zerstören Ernten und Böden nachhaltig. Der afrikanische Kontinent ist von diesen Katastrophen unverhältnismäßig stark betroffen. Die Weltwetterorganisation WMO berichtet darüber regelmäßig in Kooperation mit der Afrikanischen Union und anderen Partnern.

Das Schmelzen der letzten Geltscher Afrikas

Mit diesen gefährlichen Wetterphänomenen verringern sich einerseits die Biodiversität und anderseits klimaregulierende Landschaftsformen. „Das rapide Schrumpfen der letzten noch verbliebenen Gletscher in Ostafrika, die in naher Zukunft voraussichtlich vollständig schmelzen werden, zeigt die Gefahr unmittelbar bevorstehender und unumkehrbarer Veränderung des Erdsystems“, sagte WMO-Chef Petteri Taalas. Im Klimabericht 2021 heißt es, die Klimaerwärmung und ihre Folgen seien in Afrika massiver zu spüren als im weltweiten Durchschnitt. Der Meeresspiegelanstieg an Afrikas südlichen Küsten liege über dem globalen Durchschnitt, ebenso der Gletscherschwund in den drei Gletscherregionen am Mount Kenya-Massiv in Kenia, dem Kilimandscharo in Tansania, und dem Ruwenzori-Gebirge in Uganda. Vor der Klimakonferenz COP26 meinte Taalas, „die Entwicklung unterstreiche die dringende Notwendigkeit, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, mehr für den Klimaschutz zu tun und mehr Geld für Anpassungsprozesse bereitzustellen.“ 

Reiche Pflanzenwelt bedroht

Das Erfordernis für mehr Klimaschutz wird auch deutlich, wenn die Flora, also die Pflanzenwelt, betrachtet wird. 45.000 Pflanzenarten sind in Afrika dokumentiert, darunter sind 15.000 Arten, die sonst nirgends auf der Erde vorkommen. „Die reiche Pflanzenvielfalt Afrikas ist in Gefahr, weil gerade mal zehn Prozent der afrikanischen Wälder geschützt sind“, schreibt Greenpeace. Seltene Bäume, die Harz und Gummi produzieren, werden zusammen mit anderen Bäumen gefällt und zu Holzkohle verarbeitet. In den letzten 40 Jahren ist nahezu ein Drittel des äthiopischen Waldes für die Gewinnung von Kohle- oder Agrarland abgeholzt worden. (2)

Grundwasserreserven fast aufgebraucht

Das botanische Wahrzeichen Afrikas, die Schirmakazie, auf denen junge Paviane tollen und an denen Giraffen knabbern, ist ebenso bedroht. Ihre Wurzeln reichen tief ins Erdinnere, um in bis zu 40 Meter Tiefe das Grundwasser zu erreichen. Doch auch die Grundwasserreserven reichen bald nicht mehr aus, wenn Dürreperioden weiter überwiegen. (1)

Riesen in Not

Ähnliches Schicksal trifft der Affenbrotbaum, auch Baobab genannt. Er muss Straßen und Elektrizitätsleitungen weichen. Aber auch immer stärker werdende Zyklone lösen eine Kettenreaktion aus. Die Stürme reißen massive Äste ab und hinterlassen tödliche Hohlräume, Verletzungen, von denen sich die Riesen nicht mehr erholen. Bienen nisten sich ein, dessen Honig Frucht-Diebe anlockt. Das getrocknete Fleisch der Früchte ist ein nahrhaftes Allheilmittel für die Menschen, die von den Bäumen leben. Um die Bienen zu vertreiben, werden Feuer gelegt, die auch mal außer Kontrolle geraten und den Bauch des Baums verkokeln. „Wenigstens brennt er schlecht“, sagt Foloko, eine malawische Kleinbäuerin, „schwammig und feucht sei das Holz, zum Feuermachen und Bauen ungeeignet. Hunderte Liter Wasser kann der Stamm speichern, ideal in Zeiten des Klimawandels.“ Der Tod dieser Bäume sei eine Katastrophe. Er ernährt umliegende Dörfer, die ohnehin enorme Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten zwecks Klimanotstand. (3)

Quellen:

(1) SimplyScience / „Welche Pflanzen wachsen in der Wüste?„, o.D.

(2) Greenpeace / „Abholzung bedroht seltene Pflanzen“ vom 27.04.2013

(3) Keck, C. / „Das langsame Sterben der Baobab“ in Stuttgarter Nachrichten vom 19.02.2019

Verfasst am 28.03.2022

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Eine starke Stimme für Uganda

Katherines Weg zur Radiomoderatorin in Uganda

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Katherines Weg zur Radiomoderatorin

Mit Unterstützung unserer Mitgliedsorganisation ChildFund konnte Katherine ihren Traum verwirklichen und Radiomoderatorin zu werden. „Schon immer war es mein Traum, beim Radio zu arbeiten“, sagt Katherine. „Ich liebe diesen Job. Das Beste daran ist, dass er mir ermöglicht, anderen Menschen eine Stimme zu geben – und damit denen zu helfen, die nicht für sich selbst sprechen können.“

Katherine bei ihrer Arbeit im Radio-Studio ©ChildFund

Katherine ist heute Journalistin bei KTM, der bekanntesten Radiostation Ugandas. Außerdem arbeitet sie als Medien- und PR-Beraterin. Dass sie es einmal so weit bringen würde, war zunächst nicht abzusehen: Aufgewachsen im Südosten des Landes, lernte sie schon als Kind, was es bedeutet, arm zu sein und ausgegrenzt zu werden. Mit ihren Eltern und ihren neun Geschwistern teilte sie sich zwei Zimmer in einem kleinen Haus. „Mein Vater war arbeitslos“, erinnert sich die junge Frau. „Meine Mutter hielt die Familie mit dem Handel von Second-Hand-Kleidung über Wasser. Davon mussten wir alles bezahlen – selbst die Schulgebühren.“

Eine starke Persönlichkeit und ihr unbändiger Wille haben Katherine dabei geholfen, alle Einschränkungen ihrer Kindheit hinter sich zu lassen. Doch diese Eigenschaften sind nicht die einzigen Voraussetzungen dafür, dass ihr Traum von einer Medienkarriere Wirklichkeit werden konnte. „Fünf Jahre lang wurde ich von Tante Janet, meiner ChildFund Patin, unterstützt. Dadurch erhielt ich eine gute medizinische Versorgung, zu der auch Besuche beim Zahnarzt und beim Optiker gehörten. Und was vielleicht noch wichtiger war: Ich habe nie wieder den Unterricht wegen unbezahlter Schulgebühren versäumt.“

 

Quellen:

ChildFund Deutschland

Verfasst am 11.04.2022

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Bedrohte Tiere in Afrika: Klimakrise und der Mensch  

Wilderei, umweltfeindliche Landwirtschaft und Klimaschäden bedrohen die Tierwelt massiv.

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Bedrohte Tiere in Afrika: Klimakrise und der Mensch  

Wir Menschen teilen uns diesen Planeten mit vielen weiteren Lebewesen. Auf dem afrikanischen Kontinent zum Beispiel mit dickhäutigen Vierbeinern, großäugigen Baumbewohnern, pummeligen Schwimmchampions, bunten Federtieren und vielen mehr. Doch durch menschlichen Eingriff und den menschengemachten Klimanotstand beeinträchtigen wir den natürlichen Lebensraum faszinierender Tiere stark. Einst waren sie Überlebenskünstler, Nischenfinderinnen, Katastrophentrotzer. Doch heute sind viele von ihnen gefährdeter denn je.

Wilderei bedroht Wildtiere 

Massive Wilderei bedroht die Dickhäuter auf dem afrikanischen Kontinent. Nashörner, Elefanten und Flusspferde ziehen schon seit Jahrmillionen durch die Savannen, ernähren sich von Gräsern und sind das Sinnbild der Biodiversität Afrikas. Die Hörner der Tiere ist meist das Ziel von Großwildjagenden, die oft ohne Lizenz unkontrolliert aus Fahrzeugen heraus zum tödlichen Schuss ansetzen. In Asien beispielsweise werden horrende Preise für Nashornhörner bezahlt, die die Gier der Jäger weiter antreibt. „Zwischen 1970 und 1992 wurden die Schwergewichte der Savanne um unglaubliche 96 Prozent dezimiert.“ (1) Aber auch Federtiere wie der Hornvogel sind mehr und mehr bedroht. (2) 

Zerstörung der Lebensräume 

Doch auch die Waldrodung für Landwirtschaft bedroht die Lebensräume vieler Tierarten. Die Lemurenart Madame Berthe’s Mausmaki auf Madagaskar ist beispielsweise stark betroffen. Von den insgesamt 107 heute noch lebenden Lemurenarten sind 103 bedroht.  

Die Problematik hinter der Waldrodung, nicht bloß auf dem afrikanischen Kontinent, ist komplex. Zum einen ist die Bevölkerung angewiesen, die Landwirtschaft zu optimieren. Ernährungsmangel und eine wachsende Bevölkerungszahl zwingen Bäuerinnen und Bauern Flächen für kurzeitig ertragreiche Monokulturen zu schaffen. Mais und Palmöl (in großen Mengen für die Weiterverarbeitung in Nahrungsmitteln und Kosmetika für den Globalen Norden) sind die Vorreiter. Zum anderen sind die Waldbestände enorm wichtige Klimaregulatoren und Lebensraum für unzählige Tiere. Was nun?  

Der Globale Norden muss handeln 

Sowohl Menschen des Globalen Südens als auch Tiere weltweit sind Betroffene der Klimakatstrophe. Die Verursacher*innen der Krise sind wohlhabende Industriestaaten mit ihren Systemen des Immermehrwollens. Sie müssen endlich Verantwortung übernehmen für Klimaschäden und die Länder unterstützen, die diese abzufedern und neue Schäden zu vermeiden. Das heißt, finanzielle Mittel bereitstellen für nachhaltige Landwirtschaft, aber auch Produktionsprozesse von Waren wie Schokolade oder Kaffee in den Anbauländern etablieren und damit eine wirkliche Wertschöpfung für die Menschen vor Ort ermöglichen, Arbeitskräfte anlernen und einen Wissenstransfer ermöglichen. Dadurch werden sowohl idealerweise naturschonende Verfahren in der Arbeitsweise als auch volkswirtschaftliche Verbesserung in den Ländern des Globalen Südens ermöglicht.  

Durch bessere Flächennutzungspraktiken und der Distanzierung von tierfeindlichem Monokulturanbau können sich die natürlichen Lebensräume der Tiere regenerieren, ihre Population würden wieder wachsen und die Biodiversität in der Tier- und Pflanzenwelt zunehmen. 

Mehr zu den bedrohten Tier- und Pflanzenarten unserer Erde findet ihr in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Die Liste wurde am 25. März 2021 aktualisiert und erfasst derzeit fast 37.500 vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. 

Quellen:

(1) Riebesel, K. / „Vom Aussterben bedrohte Tiere in Afrika“ vom 18.12.2017

(2) WWF / „Die Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten“ vom 25.03.2021

(3) WWF / „Wilderei“ vom 03.12.2021

(4) Beckert, N. / „Über Monokulturen, Bergbau und Land Grabbing in Afrika“ vom 08.12.2016

Verfasst am 28.03.2022

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Afrikanische Flüsse in der Klimakrise?

Die Bedeutung von Flüssen in der Menschheitsgeschichte ist enorm. Enorm ist jedoch auch die Gefährdung dieser Flusssysteme durch Klimaveränderungen in den vergangenen 50 Jahren.

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Wasser als Grundstein

Flüsse haben weltweit einen unmessbaren Wert. Und das nicht nur für ein funktionierendes Ökosystem mit seiner beheimateten Flora und Fauna. Zivilisationen, Kulturen und Strukturen konnten sich oftmals nur deshalb so entwickeln und etablieren, weil Wasservorkommen die Grundlage ihres Überlebens sicherten. Nicht bloß in Meeresnähe, sondern auch an Seen und Flüssen wurden und werden oft Siedlungen angelegt. Transportmöglichkeiten, verkehrstechnische Anbindung, Handels- und Umschlagplatz, Landwirtschaft und viele weitere Faktoren ließen Regionen erblühen und aus Siedlungen, Dörfer, Städte und Metropolen entstehen. Mit einigen Ausnahmen ist jede größere Stadt der Welt an der Küste oder einem anderen Gewässer gegründet worden. Die Bevölkerungsdichte nimmt mit zunehmender Entfernung von einem Gewässer stetig ab.

Klima bedroht Flusssysteme

Die Bedeutung von Flüssen in der Menschheitsgeschichte ist enorm. Enorm ist jedoch auch die Gefährdung dieser Flusssysteme durch Klimaveränderungen in den vergangenen 50 Jahren. Vor allem afrikanische Wasservorkommen haben sich stark verändert. Je nach Region und Jahreszeit kann es zu mehr Dürren oder Überschwemmungen kommen, die sich auf die Wassermenge auswirken. Diese Umweltkatastrophen verschärfen sich aufgrund extremer Wetterereignisse, verursacht durch menschengemachte Treibhausgasemissionen. Klimasimulationen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich stellten fest, dass die abnehmenden Wasserressourcen auch in afrikanischen Flüssen (insbesondere im Sambesi) mit klimatischen Bedingungen zu erklären sind. Die komplexen Muster zeigen, dass der Mittelmeerraum, Afrika und Teile Südamerikas trockener geworden sind. Betrachten wir Flusssysteme in Polnähe, wie z.B. in Skandinavien, nahm die Wassermenge hingegen sichtlich zu, schreibt die Goethe Universität in Frankfurt a.M.

Immer mehr Staudämme

Auch direkte Eingriffe des Menschen belasten Wasservorkommen. Exzessive Landnutzung, Versiegelung und Staudämme verhindern die natürliche Regulation und Regeneration von Strömen und ihrer Abflussmengen. Der größte Fluss der Erde, der Nil, kämpft mit starken jährlichen Schwankungen. Die Lebensader vieler afrikanischer Länder ist bedroht. Mehr als 400 Millionen Menschen in elf Ländern leben von der Bewässerungslandwirtschaft und damit vom Nil. Staudämme verursachen nicht bloß bilaterale Konflikte mit Anrainerstaaten, sondern auch Pegelschwankungen und Wassermangel. Für Mensch und Natur eine besorgniserregende Entwicklung, zumal Großstaudammprojekte in den letzten Jahrzehnten, gerade am Nil und seinen Zuflüssen forciert wurden.

Quellen:

(1) Goethe Universität / „Klimawandel verändert Abflussmenge von Flüssen“ von 12.03.2021

(2) Scinexx / „Wo werden Städte gegründet?

(3) Scinexx / „Der Nil wird unberechenbar“ von 25.04.2017

(4) Allmeling, A. / „Streit um die Lebensader Nil“ in Tagesschau von 25.04.2021

Verfasst am 14.02.2022

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Klimagerechtigkeit

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Hauptverursacher-Länder Verantwortung für bereits vorhandene und zukünftige Klima-Schäden übernehmen müssen und alles Mögliche tun müssen, um eine Erhitzung über 1,5 Grad zu verhindern.

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Climate Justice. Now. Worldwide.

Im Jahr 2022 steht das Thema Klimagerechtigkeit im Fokus der Kampagnenarbeit von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Unsere Forderung: Klimagrechtigkeit. Jetzt. Weltweit.

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Weltweite Klimakrise

Weltweit sind Menschen, Tiere und Pflanzen von den Folgen der menschengemachten Erderhitzung und dem damit zusammenhängenden Klimawandel – der längst eine Krise ist – bedroht. Diese Klimakrise ist allgegenwärtig, einige Auswirkungen sind bereits unumkehrbar und sie schreitet schneller voran als bisher angenommen.

Besonders betroffen sind die Menschen im Globalen Süden, darunter in vielen Ländern Afrikas, obwohl sie am wenigsten zur aktuellen Klima-Notlage beigetragen haben. Viele afrikanische Länder haben zudem kaum Mittel, wie Geld oder die notwendige Infrastruktur, um sich vor den Folgen der Klimakrise, wie zunehmenden Dürren, intensiven Hitzewellen, Überschwemmungen oder Stürmen wirksam zu schützen und dadurch die Schäden geringer zu halten oder abzufedern.

Endlich Klimagerechtigkeit schaffen

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass der Globale Norden, das sind vor allem die Industriestaaten in Europa, Asien und Amerika, dabei den angemessenen Teil an Verantwortung übernimmt. Das heißt, der Globale Norden muss seine Emissionen stark reduzieren und alle klimaschädlichen Praktiken stoppen. Gleichzeitig erhalten die Länder und Menschen im Globalen Süden Unterstützung, die bereits vorhandenen Folgen abzuschwächen und sich zukünftig besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen zu können.

Um noch verheerendere Folgen der Klimakrise abzuwenden, müssen JETZT und WELTWEIT die Weichen gestellt werden, um die weitere Erderhitzung auf max. 1,5 Grad zu begrenzen.

Folgen der Klimakrise auf dem afrikanischen Kontinent

Unser Fokus liegt auf den Folgen der Klimakrise in den Ländern Afrikas. Immer mehr Regionen leiden unter akutem Wassermangel, schweren Ernteverlusten durch Dürren und Hitzewellen oder Überschwemmungen. In den Küstengebieten zerstören Stürme die vorhandene Infrastruktur, der Wiederaufbau dauert oft Jahre. Da die Menschen in den ländlichen Regionen meist von Landwirtschaft, Tierhaltung oder Fischfang abhängig sind, verschlechtern sich die Lebensbedingungen stetig, Hunger und finanzielle Not nehmen zu. Schwindet die Lebensgrundlage einer Familie, sehen sich mehr und mehr Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und Schutz und eine Zukunftsperspektive in anderen Regionen zu suchen – im eigenen Land oder anderswo in der Welt.

Forderungen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Um Lebensräume auch für die Zukunft zu erhalten, fordert GEMEINSAM FÜR AFRIKA von der Bundesregierung, dass Deutschland und die anderen historischen Hauptverursacher*innen-Länder der Klimakrise ihre Verantwortung ernst nehmen und die betroffenen Länder im Globalen Süden bei der Bekämpfung der Klimafolgen unterstützen. Dafür muss das Thema Klimagerechtigkeit auf die Agenda des G7-Gipfels, der dieses Jahr unter deutscher Leitung stattfindet.

Konkret bedeutet das, verbindliche Regeln zu verabschieden, um Emissionen drastisch zu reduzieren und die 1,5 Grad-Grenze nicht zu überschreiten, und damit weitere Schäden einzudämmen. Für bereits vorhandenen Schäden muss Verantwortung übernommen werden, die Bewältigung dieser darf nicht auf den Schultern der Länder und Menschen liegen, die kaum dazu beigetragen haben.

Projektarbeit vor Ort

Die Mitgliedsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA arbeiten in ihren Projekten daran, die Folgen der Klimakrise abzufedern und Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, indem sie zum Beispiel beim Anbau von hitzeresistenteren Nutzpflanzen unterstützen, kreative Lösungen für eine bessere Wasserversorgung initiieren und vor Ort entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten schaffen.

Mehr zu den Themen Klimakrise und Klimagerechtigkeit erfahren Sie hier.

Wenn Sie sich selbst gerne für Klimagerechtigkeit einsetzen möchten, erfahren Sie hier mehr zu unseren Klima-Aktionswochen.

Verfasst am 28.03.2022

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Klimagerechtigkeit

Was bedeutet Klimagerechtigkeit und warum ist sie so wichtig? Welche historischen Hintergründe und unterschiedlichen Perspektiven sind dabei zu beachten?

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Klimagerechtigkeit

Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sind verzahnt, könnte man meinen. Schützen wir das Klima, schützen wir auch alle Menschen gleichermaßen. Diese Annahme ist leider falsch, da gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven der Katastrophe die globalen Ungerechtigkeiten weiter verschärfen. (1) 

Was bedeutet Klimagerechtigkeit?

Die Klimakrise ist eine Frage der Gerechtigkeit, denn sie trifft die Menschen und Bevölkerungsgruppen in den verschiedenen Weltregionen unterschiedlich hart:

  • Häufig sind die Menschen, die ohnehin am Existenzminimum leben, von den Folgen der Klimakrise besonders hart betroffen, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Zudem haben sie meistens keine Ressourcen, um diese Folgen abzufedern.
  • Die historischen Hauptverursacher*innen der Erderhitzung – die Industriestaaten im Globalen Norden – verfügen auch über die meisten Ressourcen, sich gegen die Folgen der Klimakrise absichern.

Klimagerechtigkeit bedeutet deshalb, dass der Globale Norden, das sind vor allem die Industriestaaten in Europa, Asien und Amerika, dabei den angemessenen Teil an Verantwortung übernimmt. Das heißt, der Globale Norden muss seine Emissionen stark reduzieren und alle klimaschädlichen Praktiken stoppen. Gleichzeitig erhalten die Länder und Menschen im Globalen Süden Unterstützung, die bereits vorhandenen Folgen abzuschwächen und sich zukünftig besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen zu können.

Beitrag Afrikas zur Erderhitzung

Afrika trägt mit weniger als 4 Prozent nur einen sehr geringen Anteil zu den weltweiten klimaschädlichen Treibhausgasemissionen und damit zur erderhitzung bei, bei einer Bevölkerung von 1,34 Milliarden.

Die Europäische Union (EU-28) ist mit 9,8 Prozent der globalen Emissionen der drittgrößten Verursacher von CO2-Emissionen weltweit, bei einer Bevölkerung von nur 750 Mio. Deutschland stößt aktuell 2 Prozent der globalen Emissionen aus – bei nur 83 Mio. Einwohner*innen –  und steht damit auf Platz 6 der Klimasünder weltweit.

Doch der afrikanische Kontinent ist eine der Regionen, die am stärksten von den verheerenden Folgen der Klimakrise betroffen ist. Bereits jetzt haben sich die Umweltbedingungen schon stark verschlechtert, mit tiefgreifenden sozioökonomischen Folgen.

Welchen Hintergrund hat Klimagerechtigkeit?

Auch wenn die gesamte Menschheit leidet unter der Klimakrise leidet, so treffen lebensgefährliche Klimakatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme insbesondere die Länder des Globalen Südens unverhältnismäßig stark. Sturmfluten zerstören Heimatorte, Brände vernichten Lebensgrundlagen, Hitzewellen nehmen Leben. „Im Vergleich zum Globalen Norden ist der Globale Süden zwei- bis dreimal stärker von der Klimakrise betroffen.“ Betrachten wir die grausame Geschichte der europäischen Kolonialisierung, liegt darin der Ursprung vieler weitreichender Ungerechtigkeiten. Ab Ende des 15. Jahrhunderts begannen die Kolonialisierungszüge und schafften auf Grundlage von Genoziden, Unterdrückung und Versklavung Systeme der Ausbeutung. Fossile Ressourcen wie Silber und Gold, später Kohle, Öl und Gas, wurden geraubt und garantierten den europäischen Ländern Profite und eine prosperierende Industrialisierung. Das Zeitalter fossiler Brennstoffe und profitgieriger Großkonzerne war eingeläutet. Die Ressourcen beziehen wir bis heute unter oft menschenunwürdigen und Menschenrechte verletzenden Bedingungen aus Ländern des Globalen Südens. „So ist der Globale Norden für mehr als zwei Drittel der Treibhausgasemissionen seit Mitte des 19. Jahrhunderts verantwortlich“. Fossiler Kapitalismus und Klimaungerechtigkeit sind wesentliche Gegner*innen im Kampf um globale Gerechtigkeit. Es gab nie Chancengleichheit und die gibt es systembedingt auch heute nicht. (1) 

Sensibilisierung für unterschiedliche Perspektiven 

Neben der globalen Klimagerechtigkeit gibt es weitere Missstände, wie die sogenannten soziale Gerechtigkeit: „Zum Beispiel wohnen 27 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland aus Haushalten mit niedrigem Einkommen an stark befahrenen Straßen“. Sie sind also einer deutlich höheren Luftverschmutzung ausgesetzt. Bei Kindern und Jugendlichen aus einkommensstärkeren Haushalten sind es hingegen nur 10 %. Wenn Menschen, aufgrund ihres Einkommens auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt werden und deshalb gesundheitsschädlicher wohnen müssen, ist dies eine Form der Diskriminierung. Diese und weitere Diskriminierungsformen wie z. B. die Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund des Aussehens, des Geschlechts, der Sexualität oder der Fähigkeiten offenzulegen ist unumgänglich, um die ungerechte Verteilung der Klimakrisenfolgen und Umweltzerstörung besser zu verstehen und ein gutes Leben für alle Menschen zu ermöglichen.  

Klimaschutz und der 30 Prozent-Plan 

Doch Klimagerechtigkeit kommt auch nicht ohne Klimaschutz aus. Der „Global Deal for Nature“ mag zunächst gut klingen: „Bis 2030 sollen zumindest 30 Prozent der Erde effektiv geschützt sein.“ (2) Die Natur soll also unberührt bleiben, die Möglichkeit haben, sich zu erholen. Die Erweiterung von Naturschutzgebieten auf fast ein Drittel der Erdoberfläche klingt zielführend. Doch hier geht es um neokolonialistische Strukturen. „Die Geschichte des Naturschutzes ist eng verbunden mit der Kolonialzeit und der Vertreibung lokaler Bevölkerungen.“ Weltweit wurden für die Errichtung von Nationalparks indigene Gemeinschaften von weißen Kolonialisten gewaltvoll aus ihren Lebensräumen vertrieben. Noch heute finden vergleichbare, vom Westen finanzierte Menschenrechtsverletzungen im Subsahara-Raum statt. Die Menschenrechtsaktivistin Fiore Longo befürchtet, dass Schutzgebiete dort geschaffen werden, wo lokale Gemeinschaften leben. Sie werden vertrieben und die Gebiete militarisiert. Die Umsetzung des 30 Prozent-Plans würde den größten „Landraub der Geschichte“ darstellen „und die Lebensgrundlage derjenigen zerstören, die am wenigsten für die Umweltzerstörung verantwortlich sind.“ (3) Derzeit tagt die UN-Biodiversitätskonferenz in Genf und verhandelt mit den Mitgliedsstaaten, Naturschutzorganisationen und Unternehmensvertretern über den Plan.  

 

Das kannst du für mehr (Klima-) Gerechtigkeit tun:

  • Reflektion: Ungerechtigkeiten existieren und manchmal sind wir auch ganz unbewusst ein Teil davon – ohne dass wir es wollen. 
  • Empowerment: Tausche dich mit Menschen aus, die ähnlich denken wie du. 
  • Zuhören: Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, brauchen Unterstützung und deine Lernbereitschaft. 
  • Sichtbarkeit: Oft nehmen weiße Personen mehr Raum in den Medien ein. Versuche, weniger sichtbare BIPoC-Personen zu stärken und sichtbar zu machen.  
  • Sensibilisierung: Versuche ein Bewusstsein für unterschiedliche Bedürfnisse zu schaffen und damit mehr Menschen den Zugang zu Treffen und Aktionen zu verschaffen. 
  • Solidarität: Biete den Betroffenen deine Unterstützung an, wenn sie Diskriminierungen erfahren. Frage sie, welche Form sie sich an Unterstützung wünschen. 
  • Verstehen: Lerne über die Zusammenhänge von Geschichte und Klimaungerechtigkeit, von Kolonialisierung und Klimakrise. Sprich mit deinen Mitmenschen. (1) 

 

 Quellen:

(1) BUNDjugend / „Für ein Klima der Gerechtigkeit“, o.D. 

https://www.bundjugend.de/wp-content/uploads/Fuer-ein-Klima-der-Gerechtigkeit-Flyer.pdf 

(2) Morgenroth, N. / „Ein Drittel der Erde soll unter Naturschutz gestellt werden“ in Deutschlandfunk Kultur vom 07.09.2021 

https://www.deutschlandfunkkultur.de/erhalt-der-biodiversitaet-ein-drittel-der-erde-soll-unter-100.html 

(3) Survival International / „#DearHumanity“, o.D.  

https://www.survivalinternational.de/ueber/dearhumanity 

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Somalia: Verheerende Dürre ist Katastrophe mit Ankündigung für Frauen und Mädchen

Die Not wird immer größer: Durch die extreme Dürre wurden Tausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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Somalia: Verheerende Dürre ist Katastrophe mit Ankündigung für Frauen und Mädchen

In Somalia kämpfen aktuell hunderttausende Menschen ums Überleben, nachdem mehrere Regenzeiten hintereinander ausfielen und eine schwere Dürre herrscht. Unsere Mitgliedsorganisation CARE warnt davor, dass Frauen und Mädchen durch die Dürre in ihren Rechten stark eingeschränkt sind.  

„Die Dürre bringt Eltern dazu, ihre Töchter aus der Schule zu nehmen. Durch Einkommensverluste können sie das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr bezahlen und schicken oft nur noch ihre Jungen in die Schule“, erklärt Iman Abdullahi, CARE-Länderdirektor in Somalia. „Wir befürchten deshalb eine Zunahme von Frühehen und Praktiken wie der Genitalverstümmelung, die auch während der COVID-19-Lockdowns zu beobachten war. Diese Katastrophe kommt mit Ankündigung, nachdem wir seit Jahren zu wenig oder kaum Regen sehen und nicht genug Hilfe bereitgestellt wird.“

Die Vereinten Nationen haben berechnet, dass 1,3 Milliarden Euro benötigt werden, um insgesamt 5,5 Millionen betroffenen Menschen das Überleben zu sichern. Bisher belaufen sich die internationalen Geberzusagen jedoch auf lediglich 8 Prozent dieses Betrages.

Besonders starke Auswirkungen hat die aktuelle Dürre auch auf Betriebe, die von Frauen geführt werden: 98 Prozent der weiblich geführten Betriebe verzeichnen Umsatz- und Einkommensrückgänge wegen hoher Warenkosten, etwa 51 Prozent der Unternehmen mussten bereits schließen. Durch den Krieg in der Ukraine waren die Preise für Weizen und Öl in Somalia zuletzt um 300 Prozent gestiegen.

Fehlendes Einkommen bedeutet auch weniger Mahlzeiten: „Durch die Dürre haben wir 80 Kühe verloren. Von 70 Ziegen sind nur noch 15 da. Ohne eine Einkommensquelle kann ich meine sieben Kinder nicht ernähren. Heute konnten wir frühstücken, aber ich weiß nicht, was wir später essen werden“, berichtet die 32-jährige Khaija, die wegen der Dürre aus ihrer Heimat in ein Camp für Binnenvertriebene fliehen musste. Es gibt inzwischen über 50 solcher Camps im Land. Seit Anfang vorigen Jahres sind knapp 700.000 Menschen innerhalb des Landes geflohen, um zu überleben. Die Gastgemeinden müssen sich nun das wenige, was sie haben, mit den Binnenflüchtlingen teilen.

Aktuell unterstützt CARE Menschen, die von der Dürre betroffen sind, unter anderem mit Ernährungsprogrammen und Bargeldhilfen. Gleichzeitig plant CARE Frauen, die ihre Einkommensquellen verloren haben, mit zusätzlichen Ausbildungen zu unterstützen. In insgesamt 25 Camps für Binnenvertriebene baut CARE Unterrichtsräume, bildet Lehrer:innen aus und stellt Lernmaterial zur Verfügung.

Mehr Informationen zur Arbeit von CARE in Somalia finden Sie hier.

Somalia ist eines der Länder Afrikas, die schwer von der Klimakrise betroffen sind:

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Verfasst am 31.03.2022

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So fern und doch so nah 

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine ist von Afrika weit entfernt. Die Auswirkungen sind dort jedoch überall spürbar. Es ist eine weitere Krise, die die Bevölkerung in afrikanischen Ländern hart trifft. Erst waren es heftige Dürren, dann die Corona-Pandemie, jetzt sind rasant steigende Preise für Nahrung und Treibstoff Faktoren, die trotz der Entfernung zum Kriegsherd, Sorge bereiten und das Leben vieler Menschen negativ beeinflussen.   

Importpreise für Weizen steigen rapide 

Mehrere Regenzeiten sind in Ostafrika ausgefallen, die Ernten auf den Feldern verdorrt, Grundnahrungsmittel noch knapper als sonst. Der kenianische Wirtschaftsexperte Ken Gichinga erklärt, dass gerade einmal 20 Prozent des in Kenia benötigten Weizens im Land selbst angebaut werden, 80 Prozent seien importiert. Die Ukraine und Russland sind Hauptlieferanten von Weizen, Mais und Sonnenblumenöl für Kenia und andere Länder Afrikas. Der Krieg und die verhängten Sanktionen führen zu spürbaren Engpässen. Die hohen Preise treffen gerade die Einkommensschwächsten, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Essen ausgeben müssen. (1) 

Drohende Inflation 

In Kenias Hauptstadt Nairobi reihen sich die typischen kleinen Essensstände aneinander. Sie bieten Chapati an, dünne Fladen aus Weizenmehl, ein erschwingliches Frühstück für Zwischendurch und die Existenzgrundlage für diejenigen, die sie backen und verkaufen. Diese Existenzgrundlage ist gefährdet, denn die horrenden Preise für Weizenmehl machen die Fladen deutlich teurer. „Unser Geschäft läuft schlecht, und wir verdienen nicht genug Geld“, berichtet ein Chapati-Bäcker. Das Phänomen lässt sich auf die Volkswirtschaft ausdehnen, meint der kenianische Agrarökonom Timothy Njagi, wenn er sagt, dass die steigenden Preise zur Inflation im Land beitragen. „Das alles wird die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen. Die Menschen werden sich einschränken, und die generelle Kaufkraft wird sinken.“ (2) 

Uneins 

Neben der Nahrungsmittelkrise drohen auch andere akute Ängste. 250 Ukrainer und Ukrainerinnen und ihre acht Helikopter waren Bestandteil der UN-Friedenstruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo seit Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Die ukrainischen Soldaten und Soldatinnen haben ihre Sachen gepackt, um die Front zu Hause zu verstärken. In der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), etwa 1.000 Kilometer weiter nördlich, demonstrieren dutzende Menschen für die andere Seite. „Russland, die ZAR ist mit Dir“ und andere Slogans auf Plastikfähnchen wehen im Wind. „Die Länder Afrikas sind im europäischen Konflikt uneins.“  (3) 

Quellen:

(1) Deutschlandfunk / „Gestiegene Lebensmittelpreise / Krieg in der Ukraine verstärkt Hunger in Afrika“ vom 05.03.2022

(2) Diekhans, A., Hoffmann, C. / „Das Leben ist hart geworden“ in Tagesschau vom 15.03.2022

(3) Hahn, N. / „Krieg in der Ukraine – Angst in Afrika“ in Tagesschau vom 13.03.2022

Verfasst am 30.03.2022

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Haushaltskürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe müssen korrigiert werden

Im Bundestag wurde der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) diskutiert. Laut Kabinettsentwurf soll er um 1,6 Milliarden Euro sinken.

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Haushaltskürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe müssen korrigiert werden

„Die Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe müssen dringend korrigiert werden“, fordert Martina Schaub, Vorstandsvorsitzende des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO). „Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe mitten in Europa. Er hat auch schwerwiegende Folgen für viele Menschen im globalen Süden, besonders in Afrika und im Nahen Osten.“

Mehr als 40 Millionen Menschen werden in diesem Jahr allein aufgrund steigender Nahrungsmittelpreise zusätzlich von extremer Armut betroffen sein, schätzt das Center für Global Development. „Höhere Kosten für Lebensmittel und Energie sind existenzbedrohend für Menschen, die nur wenige Euro pro Tag zum Überleben haben“, so Schaub. „In einer Situation, in der die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht überwunden sind und der Klimawandel etwa durch eine anhaltende schwere Dürre am Horn von Afrika bereits jetzt Millionen von Leben in der Region gefährdet, dürfen die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit nicht gekürzt werden.“

Vor dem Krieg in der Ukraine hatte VENRO berechnet, dass für die Legislaturperiode 31,2 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe fehlen, um wichtige Zielmarken etwa bei der Bekämpfung des Klimawandels, bei der Ernährungssicherung oder der internationalen Gesundheitsversorgung zu erreichen.

„Der Ergänzungshaushalt bietet eine Chance, die entwicklungspolitischen und humanitären Fehlplanungen in der Haushaltspolitik zu korrigieren“, erklärt Schaub. „Als ersten Schritt muss der Bundestag nun dafür sorgen, dass der BMZ-Etat mindestens auf dem Niveau von 2021 gehalten wird.“

Weitere Informationen:

VENRO-Analyse des Entwurfs für den Haushalt 2022 der Ampel-Koalition (PDF)

VENRO-Studie „Ist Deutschlands Beitrag zur Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe ausreichend?“ (PDF)

Eine zweiseitige Zusammenfassung der Studie finden Sie in unserem Standpunkt (PDF)

 

Quelle:

VENRO (www.venro.org) ist der Bundesverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören rund 140 deutsche NRO an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind. 

Verfasst am 24.03.2022

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Energiegerechtigkeit ist mehr als nur Klimaschutz 

Afrikanische Länder investieren in nachhaltige Energie. Doch Klimaschutz bedeutet nicht gleich Energiegerechtigkeit.

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Energiegerechtigkeit ist mehr als nur Klimaschutz 

Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Studie untersuchte mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Kassel und Universität Hamburg insgesamt 34 afrikanische Länder in Bezug auf die Frage:  

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um erneuerbare Energien zu etablieren? 

Die Leiterin der Forschungsgruppe Dr. Simone Claar stellt im Rahmen der Analysen fest, dass praktisch alle begutachteten afrikanischen Länder das Ziel einer hohen Energiesouveränität haben. Energiesouveränität ist jedoch nicht einfach mit Versorgungssicherheit gleichzusetzen. Souveränität bei der Energieversorgung ist dann gegeben, „wenn hinreichende, verlässliche Energielieferungen zu wirtschaftlichen Preisen auf eine Art erfolgen, die nicht mit den eigenen Werten, Interessen und außenpolitischen Zielen konfligiert oder diese gar gefährdet.“ Wir sprechen hier also vielmehr von einem technisch robusten, nachhaltigen Energiesystem, das sowohl weitestgehend vor Krisen als auch vor politischer Einflussahme und Willkür geschützt ist und strategische Handlungsfreiheit garantiert.   

In der Studie zeigen sich Südafrika, Kenia und Ruanda besonders offen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Ressourcenstärkere Länder wie Angola haben wiederum weniger Interesse an einer Neuausrichtung, da sich die Regierung auf Öl verlässt. Dennoch sind die Ergebnisse der Studie beeindruckend: Während die Mehrzahl der untersuchten Länder im Jahr 2006 noch 1,2 Billionen US-Dollar in den Energiewandel investierten, stiegen die Ausgaben bis 2017 auf 19 Billionen. Staatliche und private Investitionen haben enorm zugenommen und begünstigen damit eine nachhaltige Energiestrategie auf dem Kontinent.  

Ruanda mag hier als Beispiel skizziert werden, wie der Pfad zur Energiewende aussehen könnte. Das Land setzt auf die Kombination verschiedener Instrumente wie Mikrofinanzierung, Programme für sauberes Kochen, die Nutzung und Beimischung von Biokraftstoffen oder den Aufbau weiblicher Fachkompetenz in der Technologie erneuerbarer Energien. 

Der Umschwung hin zu nachhaltig grüner Energie zum Schutz unseres Planeten geht jedoch meist nicht einher mit der Energiegerechtigkeit. Die Etablierung von erneuerbaren Energien, oft vom Globalen Norden mitfinanziert und damit an Bedingungen geknüpft, genügt nicht. Es bedarf eines gerechten Strukturwandels, betont Claar. „Das bedeutet, möglichst viele Menschen müssen nicht nur Zugang zu Energie erhalten, wie es im Entwicklungsziel 7 der Vereinten Nationen formuliert ist“. Es braucht mehr. Betrachten wir als Beispiel den Bau von Windkraftanlagen. Beim Bau von großen Windparks sollten die Bewohner und Bewohnerinnen nicht bloß die Energie erhalten, sondern auch am gesamten Prozess beteiligt sein. Sie profitieren dadurch vom Wissenstransfer, auf dessen Grundlage neue Arbeitsplätze entstehen können. Der Begriff der Energiesouveränität bekommt auf diesem Wege eine viel umfassendere gesamtgesellschaftliche Bedeutung.  

Die Teilhabe an der Entwicklung von Technologien, der Zugang zu Elektrizität zu erschwinglichen Preisen, der Respekt vor kulturellen Interessen – das sind Grundsteine der Energiesouveränität und -gerechtigkeit. 

Quellen:

Müller, F. et al. /“Is green a Pan-African colour? Mapping African renewable energy policies and transition in 34 countries“ vom 10/2020 

Westphal, K. / „Strategische Souveränität in Energiefragen“ in Stiftung Wissenschaft und Politik vom 10.06.2020

Universität Kassel / „Wie fair ist die Energiewende in Afrika?“ vom 07.07.2020

Verfasst am 21.03.2022

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Mobilität und Digitalisierung in Äthiopien 

Samrawit Fikru ebnet den Weg in eine neue Ära der Mobilität und Digitalisierung in Äthiopien. Sie widersetzt sich den Gepflogenheiten und dem Status quo eines Landes, indem sie eine disruptive Idee in die Tat umsetzt. Ride. Ähnlich wie Uber, nur dass es Uber in Äthiopien nicht gibt.

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Mobilität und Digitalisierung in Äthiopien 

Samrawit Fikru ebnet den Weg in eine neue Ära der Mobilität und Digitalisierung in Äthiopien. Sie widersetzt sich den Gepflogenheiten und dem Status quo eines Landes, indem sie eine disruptive Idee in die Tat umsetzt. Ride. Ähnlich wie Uber, nur dass es Uber in Äthiopien nicht gibt.

Fikrus Unternehmen ist ein Fahrtenvermittlungsdienst in der Hauptstadt Addis Abeba, in der knapp vier Millionen Menschen leben und der Bedarf an Mobilität hoch ist. Jeden Tag wollen Menschen von A nach B, meist zur Arbeit. Ride ermittelt den Fahrpreis automatisch und findet die Kunden per GPS. Das System „funktioniert per App, aber auch per SMS. Das ist wichtig, weil die Regierung, wie zuletzt 2018, im Ausnahmezustand das Internet abstellt.“ Selbst für diesen Krisenfall hat die Informatikerin vorgesorgt und sichert den Zugang zu Mobilität. In diesem Punkt ist sie selbst Uber eine Nasenspitze voraus. Denn Fikru ist eine Analytikerin. Sie ermittelt Probleme, Verbesserungspotenzial und liefert technologische Lösungen.  

Die Idee für Ride kam ihr mit 24 Jahren, eines morgens auf dem Weg ins Büro. Sie nahm wie jeden Tag ein Taxi und auch an diesem Tag wurde sie abgezockt. „Die Fahrer waren stets Männer, viele waren betrunken, vor manchen hatte sie Angst.“ In der äthiopischen Hauptstadt nahm man das so hin, man gewöhnte sich an die unberechenbaren Taxifahrer, an die klapprigen Minibusse, die Verkehrsstaus. Fikru zählte sich jedoch nicht zu denen, die das einfach so hinnehmen. Es gab ein Problem und mit Fikru kam die Lösung. Sie fing 2014 an, Ride zu programmieren, ohne bisher überhaupt von Uber gehört zu haben. Sie gründete die Firma Hybrid Design, die hinter Ride steht, und wurde zu erfolgreichsten Digitalunternehmerin des Landes. Heute hat Ride einen geschätzten Wert von sechs Millionen Euro.  

Doch Fikrus Fokus liegt nach wie vor auf Gleichberechtigung und Mitarbeiter*innenzufriedenheit. Das ist ihr Hauptargument im Kampf gegen die noch immer starke Taxigewerkschaft in Äthiopien. Denn „im Gegensatz zu Uber muss Ride sich nicht vorwerfen lassen, dass Fahrer für einen Hungerlohn arbeiten.“ Ride-Fahrer*innen verdienen nämlich gut. Bei jeder Fahrt verdienen sie zwischen vier und sieben Euro bei durchschnittlich 12 Fahrten pro Tag. „Bis zu 1500 Euro im Monat kann ein*e Fahrer*in verdienen – mehr als das Zehnfache des äthiopischen Mindestlohns von etwa 140 Euro.“ Nicht bloß die finanzielle Situation hat sich verbessert, auch die Rolle der Frau* errang einen wichtigen emanzipatorischen Schritt.. „Es gab keine einzige Taxifahrerin in Addis“, sagt sie. Durch Ride gibt es heute mehr als 300 Fahrer*innen. Das System verhilft zu mehr Selbstständigkeit. 

Fikru sieht  überall in Äthiopien  Dinge, die sie verbessern will, die umgestürzt und neu wieder aufgebaut werden müssen. Besonders der Banken-, Telekommunikations- und Transportsektor, die sich mehrheitlich in staatlicher Hand befinden, müssen benutzerfreundlicher und transparenter werden.

Quellen:

Bogner, S. et al. / „Ohne Kumpels, Kontakte und Kapital“, brand eins, o.D.

RIDE: „Addis Ababa, Ethiopia“, o.D. 

Verfasst am 14.03.2022

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Klimakrise

Wer oder was ist der Klimawandel und warum wir von Klimakrise sprechen müssen?

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Klimakrise

Das Klima hat sich in der Vergangenheit schon oft gewandelt und weist natürliche Schwankungen auf. Natürliche Schwankungen sind Änderungen in der Umlaufbahn der Erde, das Aufsteigen von Magma aus dem Erdmantel und Veränderung der Sonnenstrahlung. Ohne den natürlichen Treibhausgaseffekt wäre das Klima der Erde ca. 33 °C kälter, die Erde fast vollständig eingefroren und ein Leben auf der Erde nicht möglich.

Der natürliche Treibhauseffekt

Die meiste Sonneneinstrahlung gelangt durch die Erdatmosphäre und trifft dort auf die Erdoberfläche. Nachdem diese von der Erde aufgenommen worden sind, werden Sie wieder als Wärmestrahlung abgegeben. In der Erdatmosphäre befinden sich die Gase Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon, Lachgas und Methan. Diese Gase verhindern nämlich den direkten Austritt aus der Erdatmosphäre, indem sie einen großen Teil der Wärmestrahlung aufnehmen und ihn dann wieder an die Erdoberfläche abgeben. Diese Gase entstanden vor der Industrialisierung ausschließlich durch sogenannte „natürliche Emissionen“. Dazu zählen z. B. Ruß und Schwefeldioxid von Vulkanausbrüchen, Pollen und organische Gase aus Pflanzen, Methan aus Sümpfen und CO2 aus Waldbränden (1).

Der menschengemachte Treibhausgaseffekt

Seit der Industrialisierung verstärkt der Mensch diese natürlichen Treibhausgaseffekt jedoch durch menschengemachte (anthropogene) Emissionen, wodurch von keinem Klimawandel mehr gesprochen werden kann. Bei diesen Emissionen handelt es sich u. a. um Feinstaub und CO2 aus dem Verkehr, der Wärme- und Stromerzeugung, Stickstoff aus der Landwirtschaft und Methan aus der Tierhaltung. Obwohl die Natur einen Teil dieser Kohlenstoff-Emissionen in Mooren, Böden und Wäldern speichern kann, bleibt etwa die Hälfte in der Erdatmosphäre zurück (2).

Dadurch stieg laut dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Weltklimarat), einem unabhängigen wissenschaftlichen Gremium aus Klimawissenschaftler*innen, „die globale Mitteltemperatur in Bodennähe im Zeitraum von 1880 bis 2020 um mehr als 1,2 °C“ (2). „Der Einfluss des Menschen auf das Klima wurde in der Erwärmung der Atmosphäre⁠ und des Ozeans, in den Veränderungen des globalen Wasserkreislaufs, in der Abnahme von Schnee und Eis und im Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 % nachgewiesen.

Fakt ist aber auch, dass der IPCC seit seiner Gründung 1988 mehrfach in seinen Berichten die Klimakrise unterschätzt hat. Grund ist, dass das Gremium einen „unbedingt verlässlichen Überblick über die aktuelle Fachliteratur“ bieten soll und die Schlussfolgerungen somit als konservativ zu bewerten sind.

  • Steigende Durchschnittstemperaturen weltweit_©Met Office Hadley Centre

Auf Grundlage des 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris beschlossenem Pariser Klimaabkommens „den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten, möglichst sogar auf 1,5 °C, zu begrenzen, errechnete der IPCC die verbleibenden CO2-Budgets für die einzelnen Länder – ohne jedoch die historischen Emissionen mit einzuberechnen. In drei Jahren wird der Gehalt an CO2 in der Erdatmosphäre höher sein, als in der wärmsten Periode der vergangenen 3,3 Millionen Jahre (3). Genau das war der Umsprung von der Eiszeit (Pleistozän) zur Warmzeit (Holozän o. a. Nacheiszeitalter genannt), in der wir Heute – noch – leben. „Diese durch den Menschen verursachten Veränderungen des globalen Klimas sowie der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der Ozeane und der Biosphäre haben ein solches Ausmaß erreicht, dass viele Wissenschaftler*innen die Erde am Übergang in ein neues geologisches Zeitalter, das Anthropozän“, sehen (4). Forscher*innen berichten im Fachblatt Scientific Reports, dass bei ähnlicher CO2-Marke vor gut drei Millionen Jahren, in Europa Giraffen beheimatet waren, in der Antarktis Pflanzen wuchsen, Grönland eisfrei war und der Meeresspiegel 15 bis 20 Meter höher war.

Das Anthropozän

Die Definition Anthropozän geht auf den Nobelpreisträger für Chemie Paul Crutzen im Jahre 2007 zurück. Crutzen zählt u. a. neben der Erhöhung der atmosphärischen Konzentration von Treibhausgasen, das antarktische Ozonloch, den Raubbau an 30-50 % der weltweiten Landoberflächen, das Ausschlachten der Meere, unumkehrbare und zerstörerische Eingriffe in die Landschaft durch das Bauen von Deichen sowie Flussumleitungen zu den gefährlichsten Faktoren.

Warum Klimakrise?

Mit jedem Zehntelgrad, um das wir den Planeten erhitzen, steigt auch das Risiko, sogenannte Kipppunkte im Klimasystem zu überschreiten. Hier steht die 1,5 Grad-Grenze in der Wissenschaft als wichtiger Schwellenwert. Wird dieser überschritten, wird es zu abrupten, nicht-linearen und unumkehrbaren Klimaveränderungen kommen. Neusten Kenntnissen zufolge könnte das bereits im Jahr 2026 passieren (WMO). Als bessere Veranschaulichung wird oft von einer Dominoreihe gesprochen: sobald der erste Stein umkippt, löst er eine Kettenreaktion aus. Selbst die effektivsten Methoden und Zukunftstechnik könnte diese dann nicht mehr beeinflussen. Das Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) hat 9 verschiedene Kipppunkte benannt, welche sich in sich in drei Klassen aufteilen (5):

– schmelzende Eiskörper
– sich verändernde Strömungs- und Zirkulationssysteme von Ozeanen und in der Atmosphäre
– bedrohte bedeutende Ökosysteme

Wissenschaftler*innen befürchten, dass schon Kipppunkte erreicht wurden (6). Laut einer aktuellen Studie vom PIK, nähert sich der Amazonas seinem Kipppunkt mit verheerenden Auswirkungen für das Weltklima (7). Wann dieser genau überschritten sein wird, kann jedoch aufgrund von unkalkulierbaren Faktoren nicht exakt berechnet werden.

Fest steht: „Wenn er dann zu beobachten ist (das Überschreiten des Kipppunktes), wäre es wahrscheinlich zu spät, ihn aufzuhalten. Der Amazonas-Regenwald speichert erhebliche Mengen an Kohlenstoff und besitzt eine Schlüsselrolle für das Weltklima und die Artenvielfalt. (…) Forscher warnen davor, dass sich beim Überschreiten eines Kipppunktes ein Großteil des Amazonasgebiets in eine Savanne verwandeln könne. Laut Greenpeace-Expertin Gesche Jürgens trägt der Fleischimport und das Füttern der Nutztiere in Europa mit Futtersoja aus dem Amazonasgebiet erheblich zur Zerstörung des Waldes bei. Oder um es mit den Worten von Professorin Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) auszudrücken: „von den Top 6 globalen Risiken sind 5 ökologisch und das sechste Massenvernichtungswaffen“.

Quellen:

(1)  https://www.klimafakten.de/meldung/fakten-rund-ums-klima-emissionen

(2)  https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/beobachtete-kuenftig-zu-erwartende-globale#-ergebnisse-der-klimaforschung-

(3)  https://www.nature.com/articles/s41598-020-67154-8

(4)  https://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/pdf/de/eis_der_erde/warnsignal_klima-eis_der_erde-kapitel-2_5.pdf

(5)  https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/kippelemente/kippelemente

(6)  https://tc.copernicus.org/articles/15/1501/2021/

(7)  https://www.tagesschau.de/ausland/amazonas-klimawandel-101.html

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Internationaler Frauentag: Ein Tag für alle!

Nicht nur am 8. März und nicht bloß auf dem Papier muss für die Gleichberechtigung aller Menschen gekämpft werden, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion sie haben.

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Internationaler Frauentag: Ein Tag für alle!

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Ein Tag, an dem weltweit auf die Rechte von Frauen lautstark aufmerksam gemacht wird. Wir feiern die Ergebnisse jahrzehntelangem Aktivismus und den fortwährenden Kampf gegen unterdrückende patriarchale Strukturen, die gesellschaftliche Mechanismen bis heute prägen. Das Frauen einen Großteil der unbezahlten Sorgearbeit leisten und auch in der Lohnarbeit schlechter bezahlt werden, sind nur einige Auszüge tiefsitzender Ungerechtigkeit. Frauen brauchen und wollen Gleichberechtigung, sie brauchen gleiche Chancen, gleiche Löhne, gewaltfreie Beziehungen, faire Arbeitsbedingungen, gerechte Strafen für Täter, ein Leben ohne Angst und Unterdrückung. Das brauchen wir ausnahmslos in allen Ländern dieser Welt. Nicht nur am 8. März und nicht bloß auf dem Papier muss für die Gleichberechtigung aller Menschen gekämpft werden, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion sie haben (1). 

Frauenrechte sind Menschenrechte, daher ist die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am politischen, bürgerlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben, auf nationaler und internationaler Ebene ein vorrangiges Ziel des Weltfrauentages und der feministischen Bewegung. Die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung, Stereotypisierung und Stigmatisierung aufgrund des Geschlechts stehen dabei im Mittelpunkt. Oft rückt die Bedeutung dieses Tages jedoch im politischen Geschehen weit in den Hintergrund, blüht am 8. März auf, um kurze Zeit später wieder zu verstummen. Stattdessen bedarf es einer viel flächendeckenderen Auseinandersetzung mit den Themen Frauenrechte und Chancengleichheit – auch über unsere eigenen Ländergrenzen hinweg. 

Auch in vielen Ländern Afrikas ist die Rolle der Frau eine ambivalente. Zwar sind afrikanische Frauen häufig stark in das Wirtschaftsleben eingebunden, nehmen jedoch oft unbezahlte Positionen und Funktionen ein, insbesondere im privaten Haushalt. Dies erklärt die Schwierigkeit junger Frauen aus diesem Teufelskreis auszubrechen, sich auf ihre Bildung zu konzentrieren und auf die Verwirklichung persönlicher Ziele zu fokussieren. Die Betreuung der Kinder, das Führen des Haushalts, die Pflege der Älteren fällt hingegen meist in den Aufgabenbereich der Frauen. Forciert wird damit indirekt die Abgängigkeit vom Mann, der Geld verdient. Die Abhängigkeit entwickelt sich nicht selten hin zu repressiven Beziehungen. So sind in Kamerun „43,2 Prozent der Frauen täglich häuslicher Gewalt ausgesetzt, 39,8 Prozent der Frauen erleben emotionale und 14,5 Prozent sexualisierte Gewalt.“ Gerade während der Corona-Pandemie multiplizieren sich die Fälle von Gewalt gegen Frauen. (2) 

Frühe Schwangerschaften und junge Ehen (z.B. in Kenia ca. 23% unter 18 Jahre) verhindern weiterführende Bildung und verfestigen klassische Rollenmodelle. Darüber hinaus stehen häufig kulturelle und finanzielle Hürden Frauen im Weg, Bildung zu erhalten. Stattdessen sind sie für den Anbau der eigenen Ernte verantwortlich. 70 Prozent der afrikanischen Nahrungsmittel werden von Frauen angebaut und dennoch sind sie durch die kenianische Rechtslage beim Landbesitz stark benachteiligt (4). 

Diese und viele weitere unterdrückende Strukturen zerschlagen die Chance auf Emanzipation. Nicht bloß in Europa oder Afrika. Ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, ist ein Menschrecht. Und die Menschenrechte gilt es jederzeit und jederorts zu schützen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA setzt sich daher mit seinen Mitgliedsorganisation in den Ländern Afrikas seit vielen Jahren für die Rechte von Mädchen und Frauen ein. Wir fördern Bildungsprojekte u.a. in Togo, Liberia und Angola, leisten Aufklärungsarbeit im Benin und in Kamerun, bieten Schutz und Sicherheit in Burundi, Uganda und Südsudan. Mehr zu unseren Projekten findet ihr hier

Quellen:

(1) „Internationaler Frauentag“, Deutscher Gewerkschaftsbund, 24.02.2022

(2) Mefo, M. / „Meinung: Internationaler Frauentag – Was soll ich feiern?“ in Deutsche Welle vom 07.03.2021 

(3) „Internationaler Frauentag: Afrikas Frauen, globale Beschäftigungs-Champions“ in Africa live vom 08.03.2021 

(4) „Die Rolle der Frauen in Kenia“, Nyota, o.D. 

Verfasst am 07.03.2022

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