Erfolgreiches Kampagnenjahr 2022: GEMEINSAM FÜR AKRIKA bringt „Klimagerechtigkeit“ mehr als einer Million Menschen näher

Mit Aktionen für Klimagerechtigkeit an Schulen sowie der Social Media-Kampagne #UNBEWOHNBAR konnte GEMEINSAM FÜR AFRIKA über eine Million Menschen zum Thema Klimagerechtigkeit erreichen.

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Erfolgreiches Kampagnenjahr 2022: GEMEINSAM FÜR AKRIKA bringt „Klimagerechtigkeit“ mehr als einer Million Menschen näher

Berlin, 14.12.2022 – Das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA, bestehend aus 14 Hilfsorganisationen, blickt auf ein erfolgreiches Kampagnenjahr 2022 zurück. Über eine Million Schüler*innen und junge Erwachsene wurden über zwei Aktionen intensiv auf das Thema „Klimagerechtigkeit“ aufmerksam gemacht – sowohl online als auch offline.

Die Klimakrise ist allgegenwärtig und schreitet schneller voran als bisher angenommen. Hunderte Millionen Menschen auf der Welt bekommen die Folgen der Klimakatastrophe zu spüren. Ohne Frage ist nicht nur Afrika davon betroffen. Aber es trifft die Menschen in Afrika besonders schlimm. Die zehn Länder, die weltweit am stärksten unter den verheerenden Folgen der Klimakrise leiden, liegen alle in Afrika. Dort steigen die Durchschnittstemperaturen zudem schneller als in anderen Teilen der Welt (+0,3 Grad im Vergleich zu +0,2 Grad weltweit zwischen 1991 und 2021). Gleichzeitig haben Länder Afrikas kaum finanzielle Mittel und die notwendige Infrastruktur, um sich vor den Folgen der Klimakrise zu schützen und dadurch die Schäden geringer zu halten oder abzufedern. Laut des neusten Berichtes des Weltklimarats bleiben nur noch drei Jahre, um eine weithin bewohnbare Welt zu erhalten und den Klimakampf für die kommenden Generationen zu gewinnen. GEMEINSAM FÜR AFRIKA nahm dies zum Anlass, das Thema im Jahr 2022 zum Schwerpunkt ihrer Arbeit zu machen.

Dutzende Aktions-Kits ausgestattet mit Farben, Pinseln und Flyern, Anregungen zu eigenen Aktionen in der Öffentlichkeit als auch aktuelle Unterrichtsmaterialien erreichten dafür Schulen in ganz Deutschland, darunter Hessens größte berufliche Schule, die Schule Gelnhausen, die Gesamtschule Würselen, die Erich-Kästner-Schule in Maintal und das Gymnasium in den Filder Benden. Mehr als 1.000 Schüler*innen wurden aktiv, kreierten Kunstwerke, organisierten Demos und machten somit gemeinsam auf die besorgniserregende Situation aufmerksam.

Begleitend zum UN-Klimagipfel COP27 organisierte das Bündnis zusätzlich die Social Media-Kampagne #UNBEWOHNBAR. Fünf reichweitenstarke und engagierte Creator*innen aus Deutschland und Afrika – Ameyaw Debrah, Stacy Amoateng, Mark Benecke, Lea von Familie Nachhaltigkeit und Bathy von bathibahati – unterstützen die Kampagne und forderten über ihre Kanäle mehr globale Klimagerechtigkeit. Insgesamt wurden so über eine Million Menschen auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Hintergrund: Klimagerechtigkeit

19 Prozent der Weltbevölkerung sind für 92 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Afrika – mit einer Bevölkerung von 1,34 Milliarden – trägt mit 2 bis 3 Prozent nur einen sehr geringen Anteil zu den weltweiten klimaschädlichen Treibhausgasemissionen und damit zur Erderhitzung bei. Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Industriestaaten in Europa, Asien und Amerika – der sogenannte Globale Norden – bei der Bekämpfung der Klimakrise ihren geschichtlichangemessenen Teil an Verantwortung übernehmen. Das heißt, der Globale Norden muss seine Emissionen stark reduzieren und klimaschädliche Praktiken stoppen. Gleichzeitig müssen die Länder und Menschen im Globalen Süden Unterstützung erhalten, um die bereits vorhandenen Folgen abschwächen und sich zukünftig besser gegen die Folgen der Klimakrise wappnen zu können.

Weitere Informationen zum Thema „Klimagerechtigkeit“ finden Sie auf unserer Themenseite und auf der Landingpage zur UNBEWOHNBAR-Kampagne.

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 Hilfsorganisationen, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt und in zahlreichen Projekten den betroffenen Menschen bei der Eindämmung der Folgen der Klimakrise unterstützt.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise die Klimakrise und deren Auswirkungen schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos unter: www.gemeinsam-fuer-afrika.de


Pressekontakt: 

Ulla Rüskamp, GEMEINSAM FÜR AFRIKA, Tel. 030 / 2977 24 31

E-Mail: presse@gemeinsam-fuer-afrika.de  

www.gemeinsam-fuer-afrika.de

Das Fieber

Der Dokumentarfilm "Das Fieber" zeigt den Kampf der Heilpraktikerin Rehema Namyalo aus Uganda und dem Entomologen Dr. Richard Mukabana in Kenia gegen Malaria.

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Das Fieber

Der Dokumentarfilm Das Fieber von der österreichischen Filmemacherin Katharina Weingartner begleitet die Heilpraktikerin Rehema Namyalo in Masaka, Uganda und den Entomologen Dr. Richard Mukabana von der Universität Nairobi in Kenia bei ihrem täglichen Kampf gegen Malaria. Beide versuchen mit lokalen und günstigen Mitteln gegen die Krankheit vorzugehen. Ohne Unterstützung von internationalen Gesundheitsinstitutionen und Stiftungen stoßen sie jedoch immer wieder auf finanzielle und bürokratische Widerstände.

Hintergrundinformationen

Malaria ist eine Krankheit, die für afrikanische Kinder besonders schlimm ist. 2019 wurden 229 Millionen Fälle und 400.000 Tote registriert – zwei Drittel der Toten waren Kinder unter fünf Jahren. Malaria wird durch einen Parasiten ausgelöst und durch die Anopheles-Mücke übertragen. Zu den Symptomen gehören unter anderem hohes Fieber und Schüttelfrost. Die Heilung mithilfe von Medikamenten kostet nur einige Euro, vorausgesetzt, diese sind verfügbar. Moskitonetze schützen nachts vor der Malaria-Mücke, aber arme Familien können sich die Netze oft nicht leisten. Wenn ein Kind an Malaria erkrankt, kann es nicht zur Schule gehen und auch Erwachsene können nicht arbeiten, wenn sie Malaria haben. Als Folge haben viele Menschen Schwierigkeiten, ihre Familie finanziell zu versorgen.

Malaria und andere Krankheiten kosten die betroffenen Länder jedes Jahr Milliarden, nicht nur für die Behandlungen, sondern auch durch den Ausfall von Hunderttausenden Arbeitskräften. Viel schlimmer ist aber der Verlust an Menschenleben, denn ein schwerer Verlauf von Malaria kann tödlich enden! Doch auch hier gibt es Hoffnung: Im April 2021 veröffentlichte die Oxford University eine erste Studie über einen neuen Malaria-Impfstoff. Erste klinische Studien wurden erfolgreich abgeschlossen und der Impfstoff erreichte eine Wirksamkeit von 77 Prozent. Die Forscher*innen hoffen auf eine baldige Zulassung. (1)

Tipp!

Die DVD „Das Fieber“ ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

Quelle

(1) Gemeinsam Für Afrika: Neuer wirksamerer Malaria-Impfstoff gefunden 

MUAC Armband

Das MUAC-Band ist ein spezielles Maßband, mit dem der Ernährungszustand von Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren ermittelt werden kann.

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MUAC Armband

MUAC steht für Mid-Upper Arm Circumference und bezeichnet den mittleren Oberarmumfang. Das MUAC-Band ist ein spezielles Maßband, mit dem der Ernährungszustand von Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren ermittelt werden kann. Das Band wird um den Oberarm des Kindes gelegt, um den Umfang zu ermitteln. Zeigt die Farbskala des Bandes den roten Bereich, leidet das Kind unter akuter Mangelernährung und muss umgehend behandelt werden.

Die einzelnen Farben bedeuten Folgendes:

ROT: akute Mangelernährung (< 11,5 cm) = Lebensgefahr: medizinische Behandlung erforderlich
ORANGE: Mangelernährung (11,5–12,5 cm) = kalorien- und vitaminreiche Aufbaunahrung erforderlich
GELB: Gefahr für Mangelernährung (12,5–13,5 cm) = kalorien- und vitaminreiche Aufbaunahrung erforderlich
GRÜN: normaler Ernährungszustand (> 13,5 cm) = kein Handlungsbedarf (1)

Hintergrundinformationen

Trotz der weltweiten Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeitsrate in den letzten Jahrzehnten starben im Jahr 2019 schätzungsweise 5,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren – mehr als die Hälfte dieser Todesfälle ereigneten sich in den Ländern von Subsahara-Afrika. Durch die Folgen der Corona-Pandemie droht diese Zahl wieder zu steigen.

Unterernährte Kinder sind oft zu klein für ihr Alter und zu leicht. Daneben weisen sie viele weitere Symptome auf. Sie sind oft schwach, müde und apathisch. In vielen Fällen zeigt sich außerdem eine verzögerte geistige Entwicklung bis zu einer geistigen Behinderung. Auch körperlich ist eine Unter- oder Mangelernährung bei Kindern zu erkennen. Die Folgen sind ein Mangel an Fett, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Ein weiteres Merkmal ist eine Vorwölbung des Bauches, die durch Wassereinlagerungen und eine stark vergrößerte Leber entsteht. Unter- und Mangelernährung und das damit oft verbundene geschwächte Immunsystem machen die Menschen außerdem anfälliger für Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Tuberkulose. (2)

Der Test ist schnell und einfach in der Anwendung. Mit ihm kann auch eine größere Gruppe von Kindern rasch untersucht werden. Außerdem kann medizinisches Personal die Anwendung des Tests zügig lernen und dann selbstständig durchführen. Eine Variante des Armbands für ältere Kinder und Erwachsene ist derzeit in der Entwicklung. Im Niger hat die Nichtregierungsorganisation Alima ein Projekt gestartet, bei dem Frauen für die Früherkennung von Unterernährung ausgebildet werden. Mithilfe des MUAC-Schnelltests können sie den Ernährungszustand ihres Kindes selbst feststellen und durch Früherkennung Krankenhausaufenthalte vermeiden. (3)

Tipp!

Das MUAC Armband ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

Quellen

(1) Aktion Deutschland Hilft: Infografik: Das Hunger-Maßband
(2) Malteser International: Unterernährung bei Kindern
(3) Euronews: Stille Revolution im Niger: Mütter übernehmen Unterernährungs-Vorsorge

Simulationsbrille Grauer Star

Die Simulationsbrille Grauer Star spiegelt circa fünf Prozent Restsehvermögen wider - Das Endstadium dieser Augenerkrankung.

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Simulationsbrille Grauer Star

Die Simulationsbrille Grauer Star von CBM* spiegelt circa fünf Prozent Restsehvermögen wider. Dies bedeutet das Endstadium dieser Augenerkrankung. Wenn die Krankheit weiter voranschreitet, würde man erblinden. Als gesetzlich blind gilt ein Mensch ab einem Sehrest von circa zwei Prozent.

Hintergrundinformationen

Augengesundheit

Weltweit leben 295 Millionen Menschen mit einer mittelgradigen bis schweren Sehbehinderung. Ein Großteil (90 Prozent) dieser Menschen lebt in einkommensschwachen Ländern. Dort sind zahlreiche Menschen von Blindheit und Sehbehinderungen betroffen, weil schwierige Lebensverhältnisse und unzureichende Gesundheitssysteme zu schlechten Hygienestandards, Mangelernährung und Erkrankungen führen. Ohne medizinische Versorgung können diese ungehindert fortschreiten und zu Blindheit führen.

Grauer Star

Der Graue Star ist die häufigste Ursache für Blindheit. Fast 40 Prozent aller Erblindungen weltweit gehen auf den Grauen Star zurück, davon sind die meisten in Afrika und Asien. Fast 20 Millionen Menschen sind blind durch diese Augenkrankheit, 83 Millionen Menschen dadurch mittelgradig bis schwer sehbehindert.

Der Graue Star ist eine Trübung der Augenlinse. Er kann angeboren sein, verletzungsbedingt oder durch bestimmte Medikamente verursacht werden. In aller Regel aber tritt der Graue Star im fortgeschrittenen Alter auf, weil sich die ursprünglich klare Linse im Laufe des Lebens ganz allmählich eintrübt. Die ersten Anzeichen sind zunehmende Lichtempfindlichkeit und abnehmende Sehschärfe. Im weiteren Verlauf verlieren die Farben an Leuchtkraft, Konturen verwischen, der Seheindruck gleicht dem Blick durch eine Milchglasscheibe.

Auch wenn die Augenkrankheit insbesondere im Alter auftritt, sind in einkommensschwachen Ländern bereits viele Kinder davon betroffen. Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft, Mangelernährung oder Vererbung spielen dabei eine Rolle. Der Graue Star ist jedoch heilbar. Am Grauen Star erblindete Menschen können durch eine Operation das Augenlicht wiedererhalten. Dabei wird die hinter der Pupille liegende, milchig gewordene Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Das CBM-Projekt „Augenlicht schenken“ ermöglicht Kindern und Erwachsenen diese Operation.

Tipp!

Die Simulationsbrille Grauer Star ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

*Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist eine internationale Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Ihr Hauptziel ist es, die Lebensqualität der ärmsten Menschen zu verbessern, die eine Behinderung haben oder gefährdet sind, behindert zu werden. Mit lokalen Partnern in Asien, Afrika und Lateinamerika ist die CBM in den Bereichen Prävention, medizinische Versorgung, Rehabilitation und Bildung tätig, um Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen qualifiziert zu unterstützen. In Deutschland betreibt die CBM Bewusstseinsbildung an Schulen. Die Bildungsangebote regen Schüler*innen und Lehrkräfte dazu an, über Behinderung, menschliche Vielfalt und globale Ungleichheiten nachzudenken – und sich für eine inklusive Gesellschaft einzusetzen. Die Bildungsangebote der CBM finden Sie hier.

Pinard-Stethoskop

Ein Pinard-Stethoskop ist ein geburtshilfliches Stethoskop zum Abhören der fetalen Herztöne.

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Pinard-Stethoskop

Ein Pinard-Stethoskop ist ein geburtshilfliches Stethoskop zum Abhören der fetalen Herztöne.

Hintergrundinformationen

Der französische Geburtshelfer Adolphe Pinard entwickelte das Stethoskop 1895. Heute findet es besonders in den Ländern des Globalen Südens Anwendung in der Geburtshilfe, denn CTG-Geräte (Kardiotokografie-Geräte oder Wehenschreiber), die in den Ländern des Globalen Nordens als Nachfolger des Pinard-Rohrs verwendet werden, gibt es in den meisten Kliniken Afrikas nicht. (1)

Um die kindlichen Herztöne mit dem Hörrohr abzuhören, wird der Bauch zuerst abgetastet, um die Lage des Babys festzustellen und seinen Rücken zu lokalisieren. Dort, wo der Rücken des Kindes liegt, ist das Herz (und somit der Herzschlag) der Bauchdecke am nächsten und kann am deutlichsten wahrgenommen werden. Beim Horchen wird das Hörrohr auf den Bauch gesetzt und mit dem Ohr leicht angedrückt – während des Hörens nimmt man die Hand vom Hörrohr, um Störgeräusche zu vermeiden. (2) Obwohl das CTG das standardmäßige Mittel zur Untersuchung der Herzfrequenz und der Wehentätigkeit in den Ländern des Globalen Nordens ist, benutzen einige Hebammen immer noch das Pinard-Rohr, um die Herztöne des Babys abzuhören.

Tipp!

Das Pinard-Stethoskop ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

Quellen

(1) DocCheck Flexikon: Pinard-Rohr
(2) Hebammenzentrum: PINARD`SCHES HÖRROHR

Wasserfilter

Der AQQA®bag ist ein Wasserfilter, der in Not- und Krisensituationen eingesetzt werden kann, um Trübstoffe, Bakterien und Krankheitserreger aus dem Wasser zu entfernen.

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Wasserfilter

Der AQQA®bag von Weise Water GmbH ist ein Wasserfilter, der in Not- und Krisensituationen eingesetzt werden kann, um Trübstoffe, Bakterien und Krankheitserreger aus dem Wasser zu entfernen. Er erreicht eine Rückhalterate von 99,99996 Prozent für Bakterien. In vielen Gegenden der Welt, in denen die Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser haben, sind insbesondere Bakterien (z. B. Typhus, Cholera) und andere Wasserparasiten (z. B. Bilharziose) eine akute Bedrohung für die Gesundheit. Der AQQA®bag ist dafür gemacht, in diesen Fällen die hygienische Qualität des Wassers entscheidend zu verbessern.

Hintergrundinformationen

Wasser in Afrika

In den ländlichen Gebieten Afrikas haben 90 Prozent der Bevölkerung keinen uneingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser auf dem eigenen Grundstück. Wasserholen braucht viel Zeit und es leiden nicht nur einzelne Menschen, sondern auch die Produktivität als Ganzes. Dies führt folglich zu Armut oder erschwert die Wege aus der Armut heraus. Der Klimawandel verschärft diese Situation zusätzlich. Außerdem führt unsauberes Trinkwasser zu Krankheiten und gefährdet die Gesundheit, vor allem von Kindern. Bestimmte Krankheiten können sich infolge von unreinem Wasser und schlechter Hygiene und Sanitärversorgung besonders schnell und weitläufig verbreiten, wie zum Beispiel Malaria, Cholera oder Gelbfieber. UNICEF geht davon aus, dass 27 Prozent der Kinder, die 2015 weltweit verstorben sind, davon betroffen waren. (1)

Dr. Askwar Hilonga

Dr. Askwar Hilonga aus Tansania hat ebenfalls einen Wasserfilter erfunden – den Nanofilter, der an lokale Unterschiede in der Wasserverschmutzung angepasst werden kann. Der Chemieingenieur ist in einem kleinen Dorf in Tansania groß geworden. Wie in vielen ländlichen Gebieten in Afrika gibt es dort keine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Dr. Hilonga sah und spürte selbst als Kind die Folgen von unsauberem Wasser: Durchfall und Krankheit. Nach einem erfolgreichen Studium mit Promotion über Nanotechnologien überlegte er, wie er mit seinem Wissen den Menschen in seinem Heimatdorf am besten helfen könnte. So entstand die Idee, mithilfe von Nanotechnologie unsauberes Wasser zu reinigen. Das Ziel von Dr. Hilonga war es dabei, ein System zu entwickeln, das auf lokale Unterschiede in der Wasserverschmutzung angepasst werden konnte. 2015 gewann Dr. Hilonga dafür den ersten „Africa Prize for Engineering Innovation“ (Afrikanischer Innovations-Preis). Sein Nanofilter arbeitet in zwei Stufen: In der ersten Stufe läuft das verunreinigte Wasser durch eine Sandschicht, die viele Bakterien und größere Partikel herausfiltern kann. In der zweiten Stufe setzt der Nanofilter ein: Er reinigt das Wasser von Schwermetallen, Fluor und anderen Chemikalien. Dr. Hilonga ist überzeugt, dass der Nanofilter 70 Prozent der Haushalte in Tansania, die bisweilen ohne sauberes Wasser leben, helfen kann. (1)

Tipp!

Der Wasserfilter ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

Quellen

(1) Unterrichtsmodul „Wasser“ von GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Ergebnisse der COP 27

Die UN-Klimakonferenz 2022 (COP 27) hat sich auf eine Abschlusserklärung geeinigt. Der Aufbau eines Fonds für Klimaschäden und -verluste wurde beschlossen, dringend notwendige Maßnahmen zum Klimaschutz fehlen jedoch.

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Ergebnisse der COP 27

Am Sonntag kam die zweiwöchige UN-Klimakonferenz in Sharm El-Sheikh, Ägypten zum Ende und die fast 200 Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens haben sich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. 

Fonds zum Ausgleich von Klimaschäden und -verlusten 

Festgelegt wurde der Aufbau eines gemeinsamen Fonds zum Ausgleich von Klimaschäden und -verlusten in Ländern des Globalen Südens. Dies bedeutet einen großen diplomatischen Erfolg für Afrika und andere von der Klimakrise gefährdete Nationen. Sie versuchten schon lange vor allem die Europäische Union und die Vereinigten Staaten  von der Idee eines Fonds zu überzeugen. Die beiden großen Emittenten hatten sich jahrelang gegen die Forderungen nach einem Fonds gesträubt, weil sie befürchteten, dass ein solcher Fonds sie für historische Emissionen haftbar machen könnte. Durch die Formulierung in der Vereinbarung, die vorsieht, dass die Mittel aus einer Vielzahl bestehender Quellen, einschließlich Finanzinstitutionen, stammen sollen, konnten die Bedenken zerstreut werden. (2) 

Mit dem Fonds für Klimaschäden sollen unabwendbare Folgen der Erderhitzung wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme, der steigende Meeresspiegel und Wüstenbildung abgefedert werden. Besonders gefährdete Länder im Globalen Süden sollen Mittel aus dem Fonds erhalten, darunter viele afrikanische Staaten. Viele Fragen bleiben jedoch offen, denn in dem Beschluss werden zum Beispiel weder Summen für den neuen Entschädigungsfonds genannt noch wer den Fonds beaufsichtigen soll. Vorgesehen ist lediglich der Einsatz einer Übergangs-Kommission, die Empfehlungen dazu erarbeiten wird. Diese sollen dann auf der nächsten UN-Klimakonferenz Ende 2023 in Dubai beraten werden. Bis der Fonds existiert und zum Einsatz kommt, werden wahrscheinlich noch einige Jahre vergehen. (1) (2) 

Ein Schritt nach vorne und zwei zurück?  

Doch die Errichtung des Fonds hat auch seinen Preis. Denn eine Einigung für eine stärkere Verpflichtung auf das im Pariser Abkommen von 2015 festgelegte 1,5 Grad Ziel gab es nicht. So gaben viele der Länder im Nachhinein zu, sie hätten sich unter Druck gesetzt gefühlt, auf strengere Verpflichtungen zur Begrenzung der globalen Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu verzichten, damit die wegweisende Vereinbarung über den Fonds zustande kommen konnte.  

Der letztjährige COP26-Gipfel in Glasgow, Schottland, hatte sich auf das Thema konzentriert, das 1,5 Grad-Ziel am Leben zu erhalten. Die Länder wurden damals aufgefordert, ihre nationalen Klimaziele vor dem diesjährigen Gipfel in Ägypten anzupassen. Nur ein Bruchteil der fast 200 Vertragsparteien hat dies auch getan. Einige Länder versuchten sogar auf der diesjährigen Klimakonferenz, die in Glasgow eingegangenen Verpflichtungen zurückzunehmen. Zwar konnte dies verhindert werden, doch eine ganze Reihe ehrgeiziger, aber von der Wissenschaft als notwendig erachteter, Maßnahmen wurde blockiert: Darunter zum Beispiel wichtige Maßnahmen zum Kohleausstieg und eine klare Verpflichtung zum Ausstieg aus oder zumindest der schrittweise Abbau von weiteren fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Ein Vorantreiben des Klimaschutzes ist auf der diesjährigen COP also nicht gelungen. (2)  

Damit bleibt die Erklärung hinter den Forderungen vieler Klimaaktivist*innen und Umweltschützer*innen zurück. Und auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres warf der UN-Klimakonferenz vor, zentrale Ziele verfehlt zu haben: „Ein Fonds für Verluste und Schäden ist wichtig – aber er ist keine Lösung, wenn die Klimakrise einen kleinen Inselstaat von der Landkarte verschwinden lässt oder ein ganzes afrikanisches Land in eine Wüste verwandelt. Die Welt braucht immer noch einen großen Sprung in Sachen Klimaambitionen.“ (3) 

Quellen

(1) Tagesschau: COP27 einigt sich auf Abschlusserklärung (November 2022)

(2) Reuters: COP27 delivers climate fund breakthrough at cost of progress on emissions (November 2022)  

(3) Foreign Policy: What Came Out of COP27? (November 2022)

Verfasst am 22.11.2022

Handlungsoptionen

Im Vorfeld und während der COP gibt es viele weitere großartige politische Kampagnen. Besonders wichtig ist es, auch die zu unterstützen, die von den sogenannten „Frontline“ Communities und Organisationen kommen. - also von denen, die am stärksten betroffen sind.

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Handlungsoptionen

Im Vorfeld und während der COP gibt es viele weitere großartige politische Kampagnen. Besonders wichtig ist es, auch die zu unterstützen, die von den sogenannten „Frontline“ Communities und Organisationen kommen. Also von denen, die am stärksten betroffen sind. Viele haben nicht das Privileg wie die meisten von uns, gegen Ungerechtigkeiten auf die Straße gehen zu können und zu demonstrieren. Jeden zweiten Tag wird weltweit ein*e Umweltschützer*in getötet. Du kannst Aktivistis mit deiner Reichweite unterstützen. Die Staats- und Regierungschefs auf der COP27 müssen auf die Lösungen hören, die diese inspirierenden Aktivist*innen auf den Tisch bringen.    

Drei solcher Kampagnen möchten wir euch im Folgenden gerne vorstellen: 

Don’t Gas Africa – Erschließungsstopp weiterer fossiler Energien in Afrika  

Don’t Gas Africa ist ein eindringlicher Aufruf der afrikanischen Zivilgesellschaft, um sicherzustellen, dass die Afrikanische Union die Ausweitung der Förderung fossiler Brennstoffe nicht unterstützt. Die Förderung fossiler Brennstoffe in Afrika hat nicht zum Wohlstand der Bevölkerung geführt. Ganz im Gegenteil. 600 Millionen Afrikaner*innen haben nach wie vor keinen Zugang zu moderner, sauberer und erneuerbarer Energie. Don’t Gas Africa setzt sich für die Verbreitung kostengünstiger, sauberer, dezentraler und erneuerbarer Energien ein, um die Energieausgrenzung zu beenden und die Bedürfnisse der Menschen in Afrika zu erfüllen. Darüber hinaus fordern sie einen transformativen, von den Menschen getragenen Prozess, der einen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandel beinhaltet, um den Menschen und Gemeinden auf dem gesamten Kontinent erneuerbare Energien zur Verfügung zu stellen.  

Auch Ihr könnt den Aufruf zum Förderungs-Stopp fossiler Energien unterstützen, indem Ihr den offenen Brief unterschreibt und in den sozialen Netzwerken teilt! 

Debt for Climate – Schuldenerlass des Globalen Südens  

Die Graswurzel-Initiative Debt for Climate – angeführt von Menschen aus dem Globalen Süden – verbindet soziale Gerechtigkeits- und Klimagerechtigkeitskämpfe miteinander, indem sie die Arbeits-, sozialen und Klima-Bewegungen des Globalen Südens und des Globalen Nordens hinter einem gemeinsamen Ziel vereint. Das Ziel ist die Überwindung der “Diplomatie der Schuldenfalle” durch die Entschuldung der Länder mit geringen finanziellen Ressourcen, sodass diese es sich leisten können, eine gerechte Energiewende zu finanzieren, ohne dabei auf fossile Energien zurückgreifen zu müssen.  

Unterstützen könnt Ihr die Initiative, indem Ihr sie in den sozialen Netzwerken teilt und euch der Bewegung anschließt.  

Rise Up Movement  

Das Rise Up Movement wurde von der ugandischen Klimaaktivistin Vanessa Nakate ins Leben gerufen und bietet afrikanischen Klimaaktivist*innen eine Plattform, auf der ihre Stimme von der Welt gehört werden kann.  

Indem Ihr das Rise Up Movement auf euren Social Media Kanälen teilt, könnt ihr die Reichweiten dieser Stimmen erhöhen.  

Klimafinanzierung auf der COP27

Jährlich 100 Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung ab 2020 – Das wurde den Ländern des Globalen Südens von den Ländern im Globalen Norden versprochen. Mit ca. 83 Milliarden US-Dollar pro Jahr wurde das Versprechen jedoch weit verfehlt. Auf der COP27 steht die Zukunft der Klimafinanzierung nun im Mittelpunkt der Konferenz.

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Klimafinanzierung auf der COP27

Im Jahr 2009 haben sich die Länder im Globalen Norden dazu verpflichtet, den Ländern im Globalen Süden ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Also für Maßnahmen, die dazu beitragen, dass die Länder im Globalen Süden sich an die unabwehrbaren Folgen der Klimakrise anpassen können. Beispiele für Anpassungsmaßnahmen in Deutschland gegen die Klimakrise wäre z. B. die Errichtung von Dämmen. Die Bestätigung dieser Summe war ein fundamentaler Bestandteil des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem auch festgelegt wurde, diesen Mindestbetrag bis 2025 zu halten. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag die jährliche weltweite Klimafinanzierung seither jedoch nur bei rund 83 Milliarden US-Dollar. Das Ziel wurde also deutlich verfehlt. (1)

Diese Verfehlung bedeutet, dass bis 2023 Milliarden von Dollar für wichtige Projekte und Programme fehlen, z. B. zur Anpassung an klimatische Veränderungen, aber auch für bereits entstandene Schäden. (2) Wenn also jetzt über die Klimafinanzierung gesprochen wird, dann muss das neue Ziel deutlich über den bisherigen Zusagen liegen, um den Bedürfnissen der Länder gerecht werden zu können, die von der Klimakrise am meisten betroffen sind und über wenige finanzielle Mittel verfügen. (1) 

100 Milliarden sind ein Tropfen auf den heißen Stein  

Die Studie „Finance for Climate Action“ der „High Level Expert Group for Climate Finance” im Auftrag der britischen und ägyptischen COP-Präsidentschaft kommt nach einer neuen Berechnung zu dem Schluss, dass für das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens bereits 2025 etwa eine Billion US-Dollar in die Energiewende, die Anpassung an die Klimakrise und den Erhalt von Naturflächen im Globalen Süden investiert werden muss. Bis 2030 steigt dieser Bedarf laut des Berichts auf 2,4 Billionen US-Dollar jährlich. Davon sollen eine Billion aus „externen Finanzflüssen“ in die Länder des Globalen Südens fließen. Zwar betonen die Autor*innen ausdrücklich, dass die Billion nicht die neue 100 Milliarden ist. Doch zeigt die Berechnung sehr deutlich, dass selbst das Versprechen der 100 Milliarden, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. (3)  Eine weitere Studie, die die die Schäden auf das Bruttoinlandsprodukte (BIP) betroffener Länder bis 2100 berechnet hat, geht von jährlichen Schäden von 13,1 % des BIPs aus (unter Voraussetzung, dass die 1,5 Grad-Grenze erreicht wird). Diese Schätzung sei sehr konservativ. (6) Bei afrikanischen Ländern werden die Schäden weit höher eingeschätzt. (7) 

Ein Schutzschirm für Verluste und Schäden 

Die Zukunft der Klimafinanzierung und der Themenpunkt „Loss and Damage“ (Verluste und Schäden) stehen auf der diesjährigen Klimakonferenz im Mittelpunkt. Dieser Fakt an sich ist schon ein Erfolg, wurden vor allem Verluste und Schäden im Zuge der Klimakrise auf den vergangenen Klimakonferenzen weitestgehend ignoriert. Zentrale Zusagen und Umsetzungspläne blieben jedoch bisher dürftig.

Heraus sticht die deutsche Initiative eines finanziellen Rettungsschirm für Klimarisiken, die von den G7-Staaten einhellig unterstützt wird. Deutschland will zu diesem Schirm 170 Millionen Euro als „Anschubfinanzierung“ beisteuern. Bisher haben sich jedoch nur sieben Staaten im Globalen Norden gefunden, die sich an diesem Schutzschirm beteiligen wollen. Neben Deutschland sind das Schottland mit ca. 2,3 Millionen Euro, Dänemark mit ca. 13,5 Millionen Euro, Österreich mit 50 Millionen Euro, Irland mit 10 Millionen Euro, Belgien mit 2,5 Millionen Euro und Neuseeland mit 12 Millionen Euro. Das sind zusammen ca. 260,3 Millionen Euro. Zu wenig, um Schäden und Verluste durch Klimakatastrophen im Globalen Süden auszugleichen. (4) Das Programm wurde auch kritisiert, weil es sich auf Versicherungen und die Verhinderung künftiger Verluste und Schäden konzentriert, anstatt direkte Mittel für die Bewältigung der bereits eingetretenen – und jüngsten – Katastrophen bereitzustellen. Außerdem sei die Initiative auch kein Ersatz für einen offiziellen UN-Schadensfonds, wie es Umweltorganisationen und Länder aus dem Globalen Süden schon lange fordern, betonte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze. (5)  

Fonds für Schäden und Verluste erst 2024? 

Die Einrichtung eines solchen verbindlichen Finanzmechanismus innerhalb des UN-Rahmens für klimabedingte Schäden und Verluste scheint sich jedoch weiterhin zu verzögern. Vor allem die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben sich bisher gegen die Einrichtung eines “Loss-and-Damage“-Mechanismus ausgesprochen. Bevor ein verbindliches Abkommen über einen neuen Fonds für Verluste und Schäden zustande kommen könne, müssen erst alle Details der Funktionsweise geklärt werden, heißt es von Seiten der EU. So könne die COP27-Vereinbarung eine Einigung darüber beinhalten, dass an diesem Thema gearbeitet werden muss und bis 2024 eine Lösung gefunden werden sollte. Ähnliche Pläne kommen von Seiten der britischen Regierung, die einen “Prozess” in Gang setzen möchte, der spätestens 2024 zu einer konkreten Lösung führen soll. Vertreter*innen der US-Regierung haben lediglich zugesagt, ein Gespräch über Verluste und Schäden zu führen, sind aber nicht weiter darauf eingegangen, welche Art von Fonds sie letztendlich unterstützen würden. Auch sie sehen das Jahr 2024 als Frist für eine Einigung über Schäden und Verluste an, lehnen aber die bisher vorgelegten Vorschläge ab, da sie befürchten, dass die Länder im Globalen Norden in den kommenden Jahren rechtlich haftbar gemacht werden könnten. (5)

Diese Verzögerung ist jedoch nicht nur keine Garantie dafür, dass jemals ein spezieller Fonds für Schäden und Verluste im Rahmen der UN eingerichtet wird, sie bedeutet auch, dass die Länder im Globalen Süden mindestens zwei weitere Jahre auf verbindliche Zahlungen warten müssen, für Schäden und Verluste aufgrund von Klimakatastrophen, die schon jetzt eintreten.  

Quellen 

(1) VENRO Positionspapier: ZEITENWENDE FÜR KLIMAGERECHTIGKEIT – Forderungen zur 27. Weltklimakonferenz in Ägypten  

(2) Deutsche Klimafinanzierung: Klimafinanzierung im Bundeshaushalt 2023: Unfall oder absichtsvolle Missachtung? (September 2022)  

(3) Capital: COP27 – Neue Studie zeigt Billionen-Bedarf beim Klimaschutz (November 2022)

(4) Fridays for Future Berlin: Der Tag der Finanzen – COP Daily Tag 3 (November 2022)

(5) CNN: Rich countries are trying to hit pause on climate summit’s key issue (November 2022)

6) Diffenbaugh und Burke Global warming has increased global economic inequality (2019) 

7) CAN International, Christian Aid; Heinrich Böll Stiftung (Washington, DC); Practical Action & Stamp Out Poverty. LOSS AND DAMAGE FINANCE FACILITY – WHY AND HOW (2022) 

Test

Geschützt: Material zur Social Media-Kampagne #UNBEWOHNBAR

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.

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Geschützt: Material zur Social Media-Kampagne #UNBEWOHNBAR

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.

Deutsche und europäische Investitionen in fossile Brennstoffe

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine seit Februar dieses Jahres macht die europäische Abhängigkeit von russischem Gas mehr als deutlich. Auf der Suche nach einer schnellstmöglichen Alternative wenden sich die EU-Staaten an Afrika. Doch dies ist der falsche Weg.

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Deutsche und europäische Investitionen in fossile Brennstoffe

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Draghi bemühte sich intensiv um neue Gasabkommen mit Algerien, Ägypten, Angola, der Republik Kongo und Mosambik (1). Bundeskanzler Scholz setzte sich beim EU-Gipfel im Oktober 2022 für die weltweite Erschließung neuer fossiler Gasfelder ein, nachdem er bereits im Mai angekündigt hatte, im Senegal mit finanzieller Hilfe neue Offshore-Gasfelder und LNG-Exportanlagen zu unterstützen. (2)  

Investitionen in nicht-zukunftsfähige Energiequellen 

Die Neuerschließung fossiler Gasfelder verstößt jedoch nicht nur gegen das Pariser Klimaabkommen von 2015. Estreibt Deutschland und die EU in neue fossile Abhängigkeiten und widerspricht der Erklärung des letzten Weltklimagipfels von Glasgow, dass keine neuen Öl- und Gasvorhaben mehr finanziert werden sollen. (2) Deutschland drängt die afrikanischen Länder auch dazu, ihre begrenzten finanziellen Reserven in den Aufbau einer Förder- und Exportindustrie für fossile Brennstoffe zu stecken, die ausschließlich europäischen Kund*innen zugutekommen würde. In ein paar Jahren, aller Voraussicht nach, wenn eigene europäische Investitionen in Erneuerbare Energien zu greifen beginnen, werden sie ihren Nutzen verlieren. Denn die EU erwartet bis 2030 einen Erdgas-Nachfragerückgang um 40 Prozent im Vergleich zu 2021. Und Deutschland und Italien planen zum Beispiel innerhalb der nächsten 30 Jahre ihre Emissionen auf null zu senken. Auch das neue CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) der EU, das kohlenstoffintensive Importe besteuert, wird den Übergang weiter beschleunigen und damit Länder, die noch von fossilen Brennstoffen abhängig sind, weiter benachteiligen. (1)   

Energiegerechtigkeit durch Investitionen in fossile Energie? 

Einige afrikanische Staatschefs dürften sich über die europäische Energie-Kehrtwende freuen, forderten sie doch zu Beginn des Jahres den Stopp der öffentlichen Finanzierung von Gasprojekten zu überdenken. So begründeten der nigerianische Vizepräsident Yemi Osinbajo und Senegals Präsident Macky Sall, dass nur mit Hilfe von Gas als Brückenstoff eine gerechte Wende möglich sei, die es den Ländern des Globalen Südens erlaube, sich zu industrialisieren, schnellen Zugang zu moderner Energie für die Bevölkerung und Wohlstand zu schaffen. Doch das extraktive Exportmodell, das zurzeit durch die EU befördert wird, wird wenig zur Entwicklung der Länder beitragen. (4)  So weist die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate darauf hin, dass afrikanische Länder, deren Volkswirtschaften ohnehin schon auf der Produktion und dem Export von fossilen Brennstoffen basieren, ein oft bis zu dreifach langsameres Wirtschaftswachstum aufweisen als Länder mit einer stärker diversifizierten Wirtschaft. In Mosambik zum Beispiel haben ausländische Gesellschaften, allen voran ENI und Total, für 20 Milliarden Dollar ein Offshore-Erdgasfeld und eine Onshore-Flüssiggasanlage aufgebaut. Dennoch sind gleichzeitig 70 Prozent des Landes von Elektrizität abgeschnitten. Ein Beispiel, dass ganz deutlich zeigt, dass weder das Gas noch die Exportprofite für die einheimische Bevölkerung bestimmt sind. (1)  

Erneuerbare Energien sollten Vorrang haben 

Dabei gibt es andere und viel bessere Optionen. Afrika verfügt über reichhaltige und erschwingliche Quellen von erneuerbaren Energien: starke Sonneneinstrahlung, heftige Winde und unerschöpfliche geothermische Energie. Diese sind nicht nur klimasicher, sondern auch zukunftsfähig. (3)  

Quellen

  1. Zeit: Deutschland will uns eine fossile Infrastruktur aufdrücken (Juni 2022) https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-06/afrika-erdgas-europa-erneuerbare-energien-klimaschutz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F  
  2. Presseportal: Interne EU-Gipfel-Dokumente zeigen massive Gas-Förderpläne von Olaf Scholz: Deutsche Umwelthilfe fordert klare Absage an diesen Weg in die Klimakatastrophe (Oktober 2022) https://www.presseportal.de/pm/22521/5349950 
  3. Tagesspiegel: Gas aus dem Senegal statt aus Russland? (Juni 2022) https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-wollen-euer-geld-fur-fossile-energien-nicht-5430943.html 
  4. Heinrich Böll Stiftung: Die Suche Europas nach Gasressourcen in Afrika (Juni 2022) https://www.boell.de/de/2022/06/22/die-suche-europas-nach-gasressourcen-afrika  

Social Media-Kampagne UNBEWOHNBAR

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Hauptverursacher-Länder Verantwortung für bereits vorhandene und zukünftige Klima-Schäden übernehmen müssen und alles Mögliche tun müssen, um eine Erhitzung über 1,5 Grad zu verhindern.

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Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Hauptverursacher-Länder Verantwortung für bereits vorhandene und zukünftige Klima-Schäden übernehmen müssen und alles Mögliche tun müssen, um eine Erhitzung über 1,5 Grad zu verhindern.

Katastrophale Überschwemmung in Nigeria

Nigeria wird aktuell von den schlimmsten Überschwemmungen seit einem Jahrzehnt heimgesucht, mit katastrophalen Folgen.

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Katastrophale Überschwemmung in Nigeria

In den vergangenen Wochen haben die Überschwemmungen in Nigeria massive Schäden angerichtet. Über 600 Menschen kamen ums Leben, mehr als 2.400 wurden verletzt und über 2,5 Millionen sind laut den Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dazu zählen 1,5 Millionen Kinder, die durch Ertrinken, Krankheiten und Hunger oder bedroht sind. Über 200.000 Häuser, Infrastruktur und weite Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden beschädigt oder sind ganz zerstört. 34 der insgesamt 36 Bundesstaaten Nigerias sind betroffen. In einigen davon werden die Überschwemmungen wahrscheinlich noch mehr als einen Monat andauern. (1) (2) 

Klimakrise mitverantwortlich  

Nigeria ist an saisonale Überschwemmungen gewöhnt. Dieses Jahr sind sie jedoch deutlich schlimmer als sonst. Laut nigerianischer Regierung und den Vereinten Nationen sind ungewöhnlich starke Regenfälle und die Klimakrise mitverantwortlich für die massiven Überschwemmungen. (2) (3)  

Im Klima-Risiko-Index des Kinderhilfswerks UNICEF belegt Nigeria Platz zwei von weltweit 163 Ländern und leide daher unter einem “extrem hohen Risiko”, Schäden durch die Klimakrise zu erleiden. (2) Neben Überschwemmungen nennt das bevölkerungsreichste Land Afrikas in einem nationalen Klimapolitikdokument auch Dürren, schlechte Luftqualität, Gesundheitsgefährdung und Lebensraumverlust als Folgen der Klimakrise. (1) 

Klimakrise nicht der einzige Faktor 

Regen und Klimakrise sind jedoch wohl nicht die einzigen Ursachen für die aktuelle Katastrophe. Jedes Jahr lässt das benachbarte Kamerun Wasser aus einem Damm im Norden Kameruns ab, was zu Überschwemmungen flussabwärts in Nigeria führt. Als der Damm in den 1980er Jahren gebaut wurde, vereinbarten die beiden Länder, dass auf der nigerianischen Seite ein Zwillingsdamm gebaut werden sollte, um den Überlauf einzudämmen. Das wurde jedoch nie realisiert. Die nigerianische Ministerin für humanitäre Angelegenheiten, Sadiya Umar Farouq, machte deshalb auch die Untätigkeit anderer Regierungsstellen für das Ausmaß der Katastrophe verantwortlich. (1) Auch schlechte Planung und Infrastruktur haben laut Expert*innen die Schäden weiter verschlimmert. (3) 

Quellen

(1) New York Times: Nigeria Floods Kill Hundreds and Displace Over a Million (Oktober 2022)

(2) Tagesschau: Überschwemmungen in Nigeria – 2,5 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe (Oktober 2022)   

(3) BBC: Nigeria floods: ‚Overwhelming‘ disaster leaves more than 600 people dead (Oktober 2022)

Extreme Hitzewellen

Bis zu 600 Millionen Menschen in Nordafrika und im Mittleren Osten könnten bis 2100 so stark von extremer Hitze und Hitzewellen betroffen sein, dass ihr Zuhause unbewohnbar wird.

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Extreme Hitzewellen

Die Länder, die am wenigsten zur menschengemachten Klimakrise beigetragen haben, verzeichnen bereits jetzt einen unverhältnismäßigen Anstieg an extremer Hitze. Extreme Hitzeereignisse, die in einem Klima ohne menschlichen Einfluss einmal in 50 Jahren aufgetreten wären, sind jetzt fünfmal so wahrscheinlich. Und die Wahrscheinlichkeit eines extremen Hitzeereignisses bei einer Erderhitzung um 2 Grad Celsius ist fast 14-mal so hoch. In diesen Szenarien sind auch Hitze- und Luftfeuchtigkeitswerte weitaus gefährlicher. (1)  

Fast überall, wo zuverlässige Daten verfügbar sind, sind Hitzewellen die tödlichste wetterbedingte Gefahr. Diese von extremer Hitze ausgehenden Gefahren nehmen aufgrund der Klimakrise zu. (1) Prognosen zufolge können bis 2100 bis zu 600 Millionen Menschen in Nordafrika und im Mittleren Osten so stark von extremer Hitze betroffen sein, dass ihr Zuhause unbewohnbar wird. Tödliche Temperaturen könnten über Wochen hinweg 56 Grad übersteigen. (2) Laut der zugrundeliegenden Studie sind diese Prognosen eher konservativ und nehmen an, dass die Treibhausgase ungefähr im gleichen Ausmaß wie heute ausgestoßen werden. Es könnten in Afrika jedes Jahr zusätzlich 50-180 Menschen pro 100. 000 Menschen allein an Überhitzung sterben. (3) 

Die Auswirkungen extremer Hitze sind jedoch in sozialer als auch in geografischer Hinsicht ungleich. So sind ohnehin stark gefährdete und ausgegrenzte Personen, einschließlich Gelegenheitsarbeiter*innen, Landarbeiter*innen und Migrant*innen, unverhältnismäßig stark betroffen. Auch ältere Menschen, Kinder sowie schwangere und stillende Frauen sind einem höheren Krankheits- und Sterberisiko ausgesetzt, wenn die Umgebungstemperatur extrem steigt. (1) 

Quellen

(1) United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs et al.: Extreme Heat – Preparing for the Heatwaves of the Future (Oktober 2022)
(2) George Z. Et al/”Business-as-usual will lead to super and ultra-extreme heatwaves in the Middle East and North Africa” in Nature.com vom 23. März 2021
(3) 6. IPCC Sachstandsbericht von 2022 

Wirbelstürme und Naturkatastrophen

Afrika, vor allem der südliche Teil, wird jedes Jahr von Wirbelstürmen geplagt.

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Wirbelstürme und Naturkatastrophen

2019 verwüstete der Wirbelsturm „Idai“ Teile Mosambiks, Simbabwes und Malawi. Viele Dörfer wurden von der Außenwelt abgeschnitten. 11,5 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen, 2,6 Millionen wurden obdachlos, 1,8 Millionen Menschen davon in Mosambik. Allein dort standen mehr als 3.000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Zum Vergleich, das Saarland ist etwa 2.500 Quadratkilometer groß.  

Verletzte Menschen, zerstörte Dörfer, überflutete Landstriche und verlorene Ernten prägten das Bild der betroffenen Regionen. Die Provinz Sofala in Mosambik wurde besonders stark geschädigt. Hier traf Zyklon Idai mit 210 Kilometern pro Stunde auf Land und zerstörte rund 90 Prozent rund um die Küstenstadt Beira. Dem Zyklon folgten langanhaltende, sintflutartige Regenfälle und Stürme, die in der Region zu schweren Überschwemmungen führten. 

Nicht alle Wirbelstürme sind so schlimm wie „Idai“. Die Häufigkeit der Wirbelstürme führt jedoch dazu, dass sich die Länder des südlichen Afrikas kaum von den entstandenen Schäden erholen können. So folgte gut einen Monat nach “Idai” Zyklon “Kenneth”. Nachdem er zuvor über die Komoren gezogen war, richtete er in Mosambiks nördlicher Provinz Cabo Delgado häftige Schäden an. Im Bezirk Ibo wurden dem Katastrophenschutz zufolge rund 90 Prozent der Häuser zerstört und in allen Bezirken im Norden des Landes fiel der Strom aus. Aufgrund von Überschwemmungen und zerstörten Häusern waren über 1000 Menschen vorübergehend obdachlos, die meisten von ihnen Kinder.  (1)

Die durch die Klimakrise bedingten Rekordtemperaturen können dazu führen, dass Wirbelstürme in Zukunft sogar noch zunehmen. Klimaforschende und –wissenschaftler*innen sind sich zwar noch nicht einig darüber, ob die Häufung starker Stürme in den vergangenen Jahren einen Ausblick in die Zukunft zulassen oder lediglich als Ausreißer zu betrachten sind. Doch warme Meerestemperaturen, die bedingt durch die Klimakrise zunehmen, sind ein entscheidender Faktor in der Entstehung von Wirbelstürmen und beeinflussen auch ihre Intensität. (2)

Quellen

(1) Tagesspiegel: Zweiter Zyklon in kurzer Zeit: Wirbelsturm „Kenneth“ trifft auf Mosambik (April 2019)
(2) Malteser International: Hurrikan, Taifun, Zyklon: Entstehung und Zerstörungskraft (Aufgerufen im November 2022)

Überschwemmungen und Wasser-Stress

Afrika ist der Kontinent, der weltweit am zweitstärksten von Überschwemmungen betroffen ist.

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Überschwemmungen und Wasser-Stress

Afrika ist der Kontinent, der weltweit am zweitstärksten von Überflutungen betroffen ist. Allein zwischen 2020 und 2022 waren in Afrika 215,3 Millionen Menschen von Dürren und Überschwemmungen betroffen. Das sind mehr als doppelt so viele Menschen, wie in Deutschland leben. Der Meeresspiegel um Afrika steigt auch schneller als im globalen Durchschnitt, was zu mehr Überschwemmungen führt und den Zugang zu Trinkwasser bedroht. Durch Wassermangel und Wasserstress werden in Afrika bis 2030 bis zu 700 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. (1)    

Überschwemmungen und Überflutungen können auch zusammen mit Wirbelstürmen auftreten. In Nigeria forderte aktuell die schlimmste Überschwemmung seit einem Jahrzehnt mehr als 600 Tote. 1,4 Millionen Menschen wurden vertrieben. 2,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – darunter 1,5 Millionen Kinder, die durch Ertrinken, Krankheiten und Hunger bedroht sind. Über 200.000 Häuser, die Infrastruktur und weite Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden beschädigt oder sind ganz zerstört. 34 der 36 Bundesstaaten sind betroffen. (2)   Zwar sind saisonale Überschwemmungen in Nigeria ganz normal. Doch dieses Jahr sind sie deutlich schlimmer als sonst. Laut nigerianischer Regierung und der Vereinten Nationen sind ungewöhnlich starke Regenfälle und die Klimakrise mitverantwortlich für die massiven Überflutungen. Nigeria belegt im Klima-Risiko-Index des Kinderhilfswerks UNICEF Platz zwei von weltweit 163 Ländern und leide daher unter einem „extrem hohen Risiko“, Schäden durch die Klimakrise zu erleiden. (3)

Quellen

(1) World Meteorological Organization (WMO) von 2022  

(2) BBC Africa Daily Podcast/”Why is the flooding in Nigeria so bad this year?” vom 19. Oktober 2022  

(3) Tagesschau: Überschwemmungen in Nigeria – 2,5 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe (Oktober 2022) https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/nigeria-ueberschwemmungen-un-101.html  

Hunger und Dürre

Afrika ist die Region der Welt, die am meisten von Dürren betroffen ist. Dürren führen oft zu Hungersnöten. Die Klimakrise verschärft diese Situation weiter.

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Hunger und Dürre

Hunger und Dürre

Afrika ist die Region der Welt, die am stärksten von Dürren betroffen ist. Dürren führen nicht selten zu Hungersnöten. Vorhersagen erwarten, dass durch die Klimakrise weltweit über 78 Millionen Menschen bis 2050 Opfer von chronischem Hunger (chronischer Unterernährung) werden. Über die Hälfte dieser Menschen wird in Sub-Sahara Afrika leben. Gleichzeitig werden in Afrika die Erträge aus der Landwirtschaft weniger und weniger. In den letzten 60 Jahren sind sie aufgrund der globalen Erderhitzung um ein Drittel zurück gegangen. Das ist mehr als in jeder anderen Region der Welt. Madagaskar galt 2021 als das erste Land der Welt, das von einer Hungersnot getroffen wurde, die von der Klimakrise ausgelöst wurde.  (1)

Somalia 

Die Menschen in weiten Teilen Somalias stehen kurz vor einer Hungersnot. Mehr als 1,5 Millionen Kinder in Somalia sind mangelernährt. 300.000 Kinder gelten als lebensbedrohlich unterernährt. Die langfristig angelegten Hilfsprojekte reichen nicht aus, um die Menschen vor Ort zu helfen. Nothilfe muss her! Unsere Bündnisorganisation action medeor ist mit mehreren Projekten vor Ort: mit einer mobilen Klinik reist medizinisches Fachpersonal in die Dörfer und untersucht Kleinkinder sowie schwangerer und stillende Frauen auf Mangel- und Unterernährung. Schwere Fälle werden mit therapeutischer Nahrung behandelt oder in eine Klinik überwiesen.  Frauen werden zudem geschult, Mangelernährung bei Kindern vorzubeugen, zu erkennen und zu behandeln. Um mehr Austausch untereinander zu ermöglichen, Gemeinschaftsgefühl und mehr Sicherheit für Frauen zu schaffen, werden Müttergruppen gegründet.   

Äthiopien 

In Äthiopien sind über 24 Millionen Menschen aufgrund der schwersten Dürreperiode seit 40 Jahren auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 4,5 Millionen Frauen, Männer und Kinder sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht – auf der Suche nach Nahrung oder vertrieben durch die Konflikte in der Tigray-Region. Schon seit Mitte 2021 sichert unsere Bündnisorganisation Don Bosco Mondo mit einem Nothilfeprogramm das Überleben von hunderten von Familien in der Region. Sie erhalten Lebensmittelpakete mit Mehl, Speiseöl, Hülsenfrüchten und Wasserreinigungstabletten. Für die unterernährten Kinder gibt es Spezialnahrung aus Mais und Sojabohnen, angereichert mit Vitaminen und Mineralien.   

Südsudan: LEBENSMITTEL UND SCHUTZ FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN 

Überschwemmungen und lokale Dürren haben die ohnehin angespannte humanitäre Lage im Südsudan weiter verschärft. Zwei Drittel der südsudanesischen Bevölkerung sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 1,3 hier fehlt was – Millionen? Kleinkinder sind von akuter Unterernährung bedroht.   

Unsere Bündnisorganisation CARE Deutschland ist vor Ort und unterstützt die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und mobilen Gesundheitsstationen. Da Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen in prekären Situationen oft zunimmt, stellt ihnen CARE sichere Räume und psychosoziale Unterstützung zur Verfügung.   

Quellen

(1) World Meteorological Organization (WMO) von 2022  

Dickhäuter mit viel Rüsselspitzengefühl 

Elefanten haben so viele Gesichtsneuronen wie kein anderes Landsäugetier. Das verleiht den grauen Riesen besondere Feinfühligkeit, v.a. im Rüssel. Für die Forschung sind sie deshalb ein interessanter Untersuchungsgegenstand. Doch die Klimakrise schränkt ihren Lebensraum immer weiter ein.

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Dickhäuter mit viel Rüsselspitzengefühl 

Dickhäuter mit viel Rüsselspitzengefühl 

Feinfühlige Giganten  

Der Rüssel eines Elefanten hat 40.000 Muskeln und wiegt mehr als eine burmesische Python – also über 90 kg. Trotz Größe und Stärke des Anhängsels, das dem Elefanten ermöglicht sogar Bäume zu entwurzeln, ist es empfindlich genug, um zerbrechliche Tortilla-Chips aufzusaugen. Diese ausgeprägte Geschicklichkeit konnten der Neurowissenschaftler Michael Brecht und sein Team von der Humboldt Universität Berlin bei der Untersuchung der Gehirne der Dickhäuter auf die Vielzahl an Neuronen zurückführen, die diese im Gesichtsbereich haben. Elefanten haben mehr Gesichtsneuronen als jedes andere Landsäugetier der Welt. (1)  

Elefant ist nicht gleich Elefant  

Die Untersuchung trug außerdem dazu bei, wesentliche Unterschiede zwischen afrikanischen Savannenelefanten und asiatischen Elefanten aufzuzeigen. Die Forschenden fanden heraus, dass afrikanische Elefanten über 63.000 Gesichtsneuronen verfügen, ihre asiatischen Verwandten über 54.000. Die einzigen Säugetiere, die mehr Neuronen haben, sind Delfine mit fast 90.000 Gesichtsneuronen in ihrer empfindlichen Schnauze.  

Zwar sehen die Elefanten ähnlich aus, die afrikanischen haben aber zum Beispiel größere Ohren, die sie beim Angreifen auffächern. Das liegt daran, dass sie über ca. 12.000 Gesichtsneuronen verfügen, die allein für die Steuerung ihrer Ohren zuständig sind. Damit haben afrikanische Elefanten allein für ihre Ohren mehr Neuronen, als wir Menschen für unseren gesamten Gesichtsbereich – insgesamt fast 3.000 mehr.  

Ein weiterer großer Unterschied zwischen den Elefanten ist die Art und Weise, wie sie ihren Rüssel bewegen. Afrikanische Elefanten verwenden zwei fingerartige Fortsätze an den Rüsselspitzen, um Objekte zu greifen, ähnlich wie bei der Bewegung mit einem Essstäbchen. Asiatische Elefanten haben nur einen fingerartigen Fortsatz und greifen Objekte, indem sie ihren Rüssel um sie wickeln.  

Zwar seien die Anzahl der Neuronen im Gesicht der Elefanten wenig überraschend und im Vergleich auch nicht überragend, doch könne ein besseres Verständnis der Strukturen bei Elefanten auch Einblicke in andere große Säugetiere – einschließlich des Menschen – geben, glaubt Dr. Brecht. (1) 

Elefanten stark von Klimakrise betroffen  

Doch nicht nur für die Forschung sind die sensiblen Giganten von unschätzbarem Wert. Auch im Kampf gegen die Klimakrise kommt ihnen eine bedeutsame Rolle zu. Denn indem sie mit ihren Hinterlassenschaften Pflanzensamen und Nährstoffe verteilen, sorgen die Tiere für Artenvielfalt. Waldelefanten lichten darüber hinaus dichtes Gehölz, sodass sich die verbliebenen Bäume besser entwickeln können. Damit sind sie wahre Klimaschützer, die jedoch gleichzeitig selbst stark von der Klimakrise betroffen sind. So wird es für die Tiere immer schwieriger Wasser und Nahrung zu finden. (2) Allein in diesem Jahr sind bereits mehr als 179 Elefanten in Kenia an den Folgen der Klimakrise verendet (Stand Juli 2022). (3) Es ist nicht klar, wie lange Elefanten in der Lage sein werden, sich den Folgen der Erderhitzung  anzupassen. (2) Fakt ist, dass sie sich nun vor zwei menschengemachten Bedrohungen schützen müssen: Wilderei und Klimakrise.  

Quellen

(1) New York Times: It Takes a Lot of Elephant Brains to Solve This Mystery (Oktober 2022)

(2) WWF: Opfer und Hoffnungsträger zugleich: Afrikanische Elefanten in der Klimakrise (Mai 2022)

(3) Der Standard: Kenia: Klimawandel tötet zwanzigmal mehr Elefanten als Wilderei (Juli 2022)   

Verfasst am 1.11.22

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Malaria Seife

Die Malaria Seife reinigt Körper, Bettlacken und Kleidung und bietet Schutz vor Malaria und allen weiteren Krankheiten, die von Mücken übertragen werden.

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Gesundheitskoffer: Malaria Seife

Malaria Seife

Joan Nalubega entwickelte eine Seife, die sechs Stunden vor Mücken schützt. Mit dieser Seife kann nicht nur der Körper gereinigt, sondern auch Bettlaken und Kleidung gewaschen werden. Somit bietet die Seife nicht nur Schutz vor Malaria, sondern vor allen Krankheiten, die von Mücken übertragen werden.

Hintergrundinformationen

Malaria ist eine Krankheit, die für afrikanische Kinder besonders schlimm ist. 2019 wurden 229 Millionen Fälle und 400.000 Tote registriert – zwei Drittel der Toten waren Kinder unter fünf Jahren. Malaria wird durch einen Parasiten ausgelöst und durch die Anopheles-Mücke übertragen. Zu den Symptomen gehören unter anderem hohes Fieber und Schüttelfrost. Die Heilung mithilfe von Medikamenten kostet nur einige Euro, vorausgesetzt, diese sind verfügbar. Moskitonetze schützen nachts vor der Malaria-Mücke, aber Familien mit wenigen finanziellen Mitteln können sich die Netze oft nicht leisten. Wenn ein Kind an Malaria erkrankt, kann es nicht zur Schule gehen und auch Erwachsene können nicht arbeiten, wenn sie Malaria haben. Als Folge haben viele Menschen Schwierigkeiten, ihre Familie finanziell zu versorgen.

Malaria und andere Krankheiten kosten die betroffenen Länder jedes Jahr Milliarden, nicht nur für die Behandlungen, sondern auch durch den Ausfall von Hunderttausenden Arbeitskräften. Viel schlimmer ist aber der Verlust an Menschenleben, denn ein schwerer Verlauf von Malaria kann tödlich enden! Doch auch hier gibt es Hoffnung: Im April 2021 veröffentlichte die Oxford University eine erste Studie über einen neuen Malaria-Impfstoff. Erste klinische Studien wurden erfolgreich abgeschlossen und der Impfstoff erreichte eine Wirksamkeit von 77 Prozent. Die Forscher*innen hoffen auf eine baldige Zulassung.

Eine Seife die Leben rettet

Joan Nalubega wuchs in Uganda in einem Waisenhaus auf. Sie und die Kinder in ihrem Umfeld erkrankten immer und immer wieder an Malaria. Über 65 Prozent der Malaria-Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren. Nalubega hatte Glück und erholte sich jedes Mal wieder. Sie war nie sicher, wie sie sich angesteckt hatte, da sie unter einem Moskitonetz schlief. Aus dieser Erfahrung zog sie die Motivation, etwas für die Lebensumstände von Kindern und ihren Familien zu tun, die unter Malaria leiden.

Zu Beginn waren die Produktionskosten der Seife allerdings noch deutlich zu hoch, um einen echten Mehrwert für die breite Bevölkerung Ugandas zu schaffen. Deshalb gründete Nalubega das Unternehmen Uganics und entwickelte ein spezielles Verkaufsmodell. Mit Uganics verkauft sie die Seife an Hotels und Safari-Parks zu einem höheren Preis und kann so günstigere Angebote für Menschen mit weniger Geld querfinanzieren. So können auch ärmere Menschen von ihrer Seife profitieren, ohne dass sie auf Spenden angewiesen sind.

Tipp!

Die Malaria Seife ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

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Ernährungspyramide

Eine Ernährungspyramide sortiert verschiedene Nahrungsmittel und Lebensmittelgruppen auf verschiedenen Ebenen ein und stellt so ein gesundes Mengenverhältnis dar.

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Gesundheitskoffer: Ernährungspyramide

Ernährungspyramide

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt – neben ausreichend Flüssigkeit von mindestens 1,5 Litern Wasser am Tag – eine vielseitige Ernährung. Über die Ernährung nehmen wir lebenswichtige Makro-und Mikronährstoffe auf, die dazu dienen, dass der Körper seinen Funktionen nachgehen kann. Makronährstoffe sind die Energielieferanten unseres Körpers und daher ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Auf der anderen Seite benötigt unser Körper zahlreiche Mikronährstoffe, um seine Funktionen erfüllen zu können. Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Um ausreichend Makro- und Mikronährstoffe aufzunehmen, sollten sich die täglich verzehrten Lebensmittel aus möglichst jeder Lebensmittelgruppe zusammensetzen (siehe Ernährungspyramide). Auf jedem Teller sollten somit täglich viel Obst und Gemüse, Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kerne und Saaten, Milch und Milchprodukte sowie Öle und Fette (aus möglichst pflanzlicher Quelle) sein. Fleisch, Wurst, Fisch und Eier sollten nur wöchentlich eine Ergänzung sein.

Was ist eine Mangelernährung?

Unter Mangelernährung versteht man im Allgemeinen die mangelnde Zufuhr an Makro-und Mikronährstoffen. Eine Mangelernährung kann sich in einer Unterernährung, Überernährung oder in einem Nährstoffmangel äußern. Während Unterernährung die Folge einer unzureichenden Zufuhr an energiereicher Nahrung ist und oft auf Hunger hindeutet, äußert sich eine Überernährung oder ein Nährstoffmangel durch eine einseitige Ernährung. Diese kann zwar oberflächlich sättigen und den Energiebedarf decken, jedoch nicht zur Deckung von Mikronährstoffen beitragen. Man spricht dabei von einem versteckten Hunger. In Teilen Afrikas werden beispielsweise in großen Mengen Kochbananen, Hirse, Mais, Maniok (Cassava) oder Süßkartoffeln gegessen. Die Integration von Obst und Gemüse, Nüssen, Saaten, Hülsenfrüchten oder tierischen Produkten in die Ernährung fehlt hingegen oft. Auch wenn hier vordergründig kein Hunger zu herrschen scheint, können in der Folge Mangelerscheinungen von bestimmten Mikronährstoffen auftreten.

Eine Folge der Mangelernährung ist ein schlechtes Immunsystem, das die Betroffenen anfälliger für Krankheiten bzw. schwere Krankheitsverläufe macht. Daraus resultiert wiederum eine geringere Lebenserwartung. Besonders bei Kindern birgt eine Mangelernährung in den ersten Lebensjahren Gefahren für ihre Entwicklung. Damit stellen Hunger und Unterernährung eine der weltweit größten Gefahren für unsere Gesundheit dar.

Zwischen 2014 und 2016 lag die Zahl der unterernährten Menschen weltweit bei ungefähr 795 Millionen. Von diesen Menschen lebten circa 23,2 Prozent in Afrika. Allerdings variieren diese Zahlen pro Land stark. So verschieden und vielfältig viele Länder Afrikas sind, so verschieden sind auch die Ursachen von Unterernährung in den jeweiligen Ländern. Im Folgenden stehen zwei Ursachen im Fokus, die im direktem Zusammenhang mit unserem eigenen Konsum stehen. Daraus lassen sich schließlich eigene Handlungsmaßnahmen ableiten.

Wie der Globale Norden Einfluss auf die Nahrungsmittelverfügbarkeit in anderen Ländern nimmt

Ein wichtiges Phänomen, durch das der Globale Norden Einfluss auf die Nahrungsmittelverfügbarkeit in anderen Ländern nimmt, ist Land Grabbing. Aufgrund von unklaren Bodenrechtsverhältnissen in manchen Ländern haben private, aber auch staatliche Investoren ein leichtes Spiel, Land im Ausland, vor allem im Globalen Süden, zu erwerben oder zu pachten. Die vorherigen Besitzverhältnisse werden dabei nicht beachtet, da diese meist rechtlich nicht erfasst wurden. Kleinbäuer*innen, die jenes Land seit Generationen bewirtschaften, werden im Zuge dessen vertrieben. Die Landfläche wird der einheimischen Bevölkerung vorenthalten, sodass diese nicht mehr für die Produktion eigener Grundnahrungsmittel genutzt werden kann. Laut der „Land Grabbing“-Studie des Südwind Forschungsinstituts sind in Afrika besonders Äthiopien, Ghana, Kamerun, Kenia, Kongo, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Nigeria, Sambia, Sierra Leone, Sudan und Tansania von Land Grabbing betroffen.

Diese Landflächen werden dann für den Anbau von Produkten, wie zum Beispiel Futtermittel für Tiere, genutzt. Da die Nachfrage nach tierischen Produkten, wie Fleisch und Milcherzeugnissen, im Globalen Norden steigt, steigt auch die Nachfrage an Agrarfläche im Ausland, um Futtermittel zu erhalten. Es wird deutlich, dass Fleisch ein ressourcenintensives Produkt ist. Während wir pflanzliche Lebensmittel direkt verzehren können, muss beim Konsum von Fleisch oder Milchprodukten zunächst das jeweilige Tier durch diese pflanzlichen Lebensmittel ernährt werden. Um schlussendlich auf eine beispielhafte Zufuhr von 1.000 Kilokalorien zu kommen, verzehrt das Tier bis zur Herstellung der Endprodukte Fleisch oder Milch mehr pflanzliche Produkte, als wenn wir diese selbst essen würden.

Folgende Beispiele stellen den Flächenverbrauch von Lebensmitteln dar, um 1.000 Kilokalorien über unsere Nahrung aufzunehmen. Die Einheit von Energie wird in Kilokalorien als „kcal“ angegeben (DGE). Zum Verständnis: Laut DGE benötigt ein durchschnittlicher Jugendlicher zwischen 15 und 19 Jahren, je nach Geschlecht und körperlicher Aktivität, zwischen 2.300 und 3.400 kcal pro Tag.

  • Rindfleisch: 13,7 m2/1.000 kcal
  • Schweinefleisch: 4 m2/1.000 kcal
  • Hühnerfleisch: 2,6 m2/1.000 kcal
  • Brot: 0,9 m2/1.000 kcal
  • Kartoffeln: 0,3 m2/1.000 kcal

Würde der Fleischkonsum im Globalen Norden stark zurückgehen, könnten Agrarflächen eingespart werden und Landflächen, die durch Land Grabbing angeeignet wurden, könnten somit der lokalen Bevölkerung in den entsprechenden Ländern wieder zurückgegeben werden. So könnten viele Menschen vor einer Unterernährung bewahrt werden. Auch der Konsum von Fairtrade-Produkten kann das Risiko einschränken, Land Grabbing und somit mögliche Hungerkrisen zu unterstützen.

Tipp!

Die Ernährungspyramide ist Teil unseres Lernkoffers Gesundheit! Mit Hilfe des Lernkoffers soll die Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern für Schüler*innen greifbarer gemacht werden. Den Lernkoffer finden Sie hier! Er kann kostenfrei bestellt werden.

Quellen

(1) DGE (2015): Energiegehalt
(2) Galvan, O. (2010): Erhebung des Ernährungszustandes von Erwachsenen im ambulanten und stationären Bereich, in: Ledochowski, M. (Hrsg.): Klinische Ernährungsmedizin. Wien/New York, S.83–89
(3) Forum Bio-und Geotechnologie e.V. (2020): Mehr Vitamine, mehr Mikronährstoffe: Pflanzen gegen den versteckten Hunger
(4) Humanium (2018): Ernährung: Unterernährung und Mangelernährung
(5) Dullinger, E. M., Kreißl, A. & K. Widhalm (2009): Mangelernährung bei Kindern im ländlichen Guinea in Westafrika, in: Journal für Ernährungsmedizin 11/19, S. 3–4,
(6) Bundeszentrale für politische Bildung (2017): Unterernährung
(7) Südwind Forschungsinstitut (2011): Studie: LAND GRABBING
(8) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2019): Fleischkonsum, Umweltund Klima

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Eine Punk-Rock-Band aus Nairobi: Crystal Axis

Mit ihrer Musik bekämpft die Band systematische Unterdrückung und setzten sich gegen die jahrhundertelange koloniale Gewalt auf dem afrikanischen Kontinent zur Wehr.

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Eine Punk-Rock-Band aus Nairobi: Crystal Axis

Crystal Axis, eine fünfköpfige Afro-Punk-Band aus Nairobi, Kenia, hat sich als eine der führenden Gruppen in Kenias aufstrebender Rockmusikszene etabliert. Die Band besteht aus Sänger Ahmed Bulhan, den Gitarristen Djae Aroni und Fox Elijah, Bassist Doug Kihoro und Schlagzeuger Dan Gichia. (1) Die als Anwälte ausgebildeten Afropunk-Rocker bekämpfen systematische Unterdrückung und setzten sich gegen die jahrhundertelange koloniale Gewalt auf dem afrikanischen Kontinent zur Wehr. (2) 

Werdegang 

Ihre Ursprünge hat die Band in der alternativen Musikszene von Nairobi in den späten Nullerjahren, in der es eine Reihe von Bands gab, die von Indie-Rock über Punk bis hin zu Heavy Metal alles spielten. In dieser Zeit ging Gitarrist und Gründer der Band Djae Aroni noch zur Schule. Nachdem er sich eines Abends von Zuhause wegschlich, um eine Post-Hardcore-Band  zu sehen, gründete er kurz darauf, im Jahr 2009, Crystal Axis. 2017 stießen die weiteren Bandmitglieder dazu, Gichia kam als letztes 2021 dazu. (1) 

Wissen ist Macht 

Ihre Liedtexte, verfasst auf Englisch und ein wenig Suaheli, sind vor allem politisch und befassen sich mit Themen der Kolonialgeschichte, Korruption und Rassismus. (1) 

„Wir wollen afrikanische Geschichten aus einer afrikanischen Perspektive erzählen“

Djae Aroni. (1) 

Sie verbinden die Vergangenheit mit der Gegenwart und fordern die Höhrer*innen dazu auf, ihr gelerntes Wissen zu hinterfragen, gegen (neo-)koloniale Unterdrückung zu kämpfen und die Geschichte damit zu verändern. Ihre Botschaft: Wissen ist Macht! (2) So ist ihre erste veröffentlichte Single „Leopold“ ein Kommentar zu den kolonialen Gräueltaten König Leopolds II. von Belgien in der Demokratischen Republik Kongo. Ihre Hitsingle „Nyayo House“ befasst sich mit dem Erbe Daniel arap Moi, Kenias Dienstältestem Präsidenten. Moi führte das sog. „Nyayo-Regime“ . Das Nyayo House ist ein Hochhaus der Regierung im Zentrum Nairobis, das für seine Folterkammer berüchtigt ist. Dort wurden Gegner*innen von Moi, der von 1978 bis 2002 an der Macht war, gefoltert . (1)  

Ihre letzte, im August veröffentlichte, Single „Black AF“ ist eine Hommage an zeitgenössische Identitäten. Die Band verarbeitet in der Single ihre eigenen Erfahrungen als junge Schwarzafrikaner, die mit verschiedenen Herausforderungen, wie Korruption, zu kämpfen haben. Gleichzeitig aber feiert der Song ihre eigene Stärke, ihr Talent und ihre Kreativität. (1)  

“Wenn wir [als Band] einen Song machen können, der dich zum Ausrasten bringt – aber nachdem du ausgeflippt bist, machst du eine schnelle Google-Suche -, dann nutzen wir verschiedene Wege, um die Botschaft zu verbreiten, dass wir unsere Rechte schützen müssen und dass wir unsere Rechte kennen müssen.” 

Ahmed Bulhan (2) 

Aufarbeitung von Punk-Geschichte 

Darüber hinaus ist den Bandmitgliedern die Aufarbeitung der Punkrock-Geschichte, in der der Beitrag schwarzer Punk-Künstler*innen oft nur wenig Beachtung findet und weiße, männliche Bands das Genre dominieren, besonders wichtig. Schwarze Pioniere und Bands der Punkrockgeschichte, wie zum Beispiel die gruppe Death, eine 1971 in Detroit gegründete Proto-Punk-Band, und deren Beitrag zur Entwicklung des frühen Punk-Sounds werden oft nicht gewürdigt. Auch deshalb will die Band die Kraft ihrer Musik dazu nutzen, jungen Kenianer*innen zu zeigen und den Raum zu geben, solche Musik nach ihren eigenen Vorstellungen zu machen. (1) 

Wir haben eine Verantwortung, wenn wir Musiker sind, wenn wir Künstler sind. Und wenn wir jemanden erziehen können, ihm mehr über sich selbst beibringen können und ihn auf eine Art und Weise lehren können, von der er nie gedacht hätte, dass er sie lernen würde, nun, das ist … wirklich etwas.“

Fox Elijah (2)

Quellen  

(1) BBC: Letter from Africa: The Afro-punk band taking on ‚whitewashed‘ history (Oktober 2022) 

(2) Louder than War: Anticolonial Afropunk Rockers — Interview with Crystal Axis (September 2020) 

Verfasst am 19.10.2022

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Benin: Null Toleranz für sexuelle Gewalt!

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. fördert in Benin zusammen mit ihrem lokalen Partner CIPCRE-Benin den effektiven Schutz von Schüler*innen vor sexueller Gewalt über die landesweite Einführung eines Verhaltenskodex'.

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Benin: Null Toleranz für sexuelle Gewalt!

Projekttitel: Förderung des effektiven Schutzes von Schülerinnen und Schülern vor sexueller Gewalt über die landesweite Einführung eines Verhaltenskodex‘ an allen Grund- und Sekundarschulen in Benin
Projektgebiet: In allen 12 Departements von Benin
Laufzeit: 01.10.2021 – 30.09.2024
Lokaler ProjektpartnerCIPCRE-Benin

Hintergründe

In den vergangenen Jahren konnten wir mit unserem Partner CIPCRE-Benin erreichen, dass an über 500 Schulen in Benin ein Verhaltenskodex gegen sexuelle Gewalt und Belästigung eingeführt wurde. Seine Umsetzung wird durch Beobachtungskomitees und weitere geschulte Schüler(innen) und Lehrkräfte überwacht. An diesen Schulen sind Frühschwangerschaften seit Einführung des Verhaltenskodex‘ und der Aufklärungskampagnen stetig zurückgegangen.

Doch landesweit halten sexuelle Gewalt, Frühverheiratung und Frühschwangerschaften noch immer viele Kinder, insbesondere Mädchen, vom Schulbesuch ab und haben seit der Corona-Pandemie sogar noch einmal stark zugenommen. D. h. weitere Schulen benötigen eine enge Begleitung für die Einführung und effektive Anwendung eines Verhaltenskodex und auch die Eltern und Gemeinden müssen verstärkt in den Kinderschutz mit einbezogen werden.

Im Rahmen eines neuen Projekts soll nun der Kodex landesweit an Schulen verbreitet werden. Staatliche Akteure werden hierfür auf nationaler und lokaler Ebene mehr in die Verantwortung genommen. Die Begleitung der Schulen, Gemeinden und Akteure erfolgt in Kooperation mit anderen Organisationen der Allianz „Null Toleranz für sexuelle Gewalt“.

Zum vorigen Projekt mit CIPCRE-Bénin

Geschulte Mediator*innen beraten Eltern in Konflikten.

Projektziele

Oberziel: Für Schülerinnen und Schüler der zwölf Departements Benins besteht ein sicheres schulisches Umfeld frei von Gewalt jeglicher Form.

Projektziel: Ein Verhaltenskodex gegen sexuelle Gewalt wird in Grund- und Sekundarschulen Benins eingeführt und in der Praxis umgesetzt.

Unterziele:

  1. Auf zentraler und dezentraler Ebene der Bildungsministerien für die Grund- und Sekundarstufe gibt es konkrete Mechanismen, um die Schulen bei der Einführung und Umsetzung des Verhaltenskodex‘ gegen sexuelle Gewalt zu unterstützen.
  2. Die Schülerinnen und Schüler in Benin kennen die Inhalte des Verhaltenskodex gegen sexuelle Gewalt sowie Selbstschutz- und Beschwerdemechanismen.
  3. Akteure der Zivilgesellschaft (Medien, Schutzkomitees etc.)  verbreiten sachkundig die Inhalte des Verhaltenskodex‘.

Wesentliche Maßnahmen

  • Planungsworkshops, Advocacy-Arbeit und Arbeitstreffen mit den Bildungs- und Sozialministerien
  • Schulungsprogramm für staatliche Akteure, insbesondere die Kontaktstellen der Ministerien für die Einführung des Kodex‘, den Inspektionen und pädagogischen Berater(innen)
  • Entwicklung eines Datenerfassungssystems für sexuelle Gewalt und Frühschwangerschaften an Grundschulen
  • Überarbeitung des Verhaltenskodex‘ gemäß den bisher gesammelten Erfahrungen und Evaluierungsergebnissen
  • Schulung von Schutzkomitees und Multiplikator(inn)en an Grund- und Sekundarschulen
  • Austauschtreffen mit Elternvereinigungen
  • Durchführung eines jährlichen Wettbewerbs zur Ehrung der „besten Schule im Kindesschutz“ in jeder Kommune
  • Aufnahme kindesschutzspezifischer Themen in Schulbücher
  • Übertragung von Kinderrechten in 2 lokale Sprachen
  • Jährliche Schulung von 60 Medienvertreter(inne)n
  • Durchführung einer Medienkampagne mit 396 Radiosendungen, 6 Fernsehsendungen, 1 Dokumentarfilm zum Projekt, einprägsamen Radiospots, Pressemitteilungen und Veröffentlichungen in sozialen Medien sowie der Durchführung eines Wettbewerbs zur Ehrung des „besten Medienbeitrags gegen sexuelle Gewalt an Schülerinnen und Schülern“.
  • Publikation zu den Projektergebnissen und bewährten Praktiken (Good Practices)

Finanzierung

Projektkosten: 598.400 €

Finanzpartner:

  • Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • CIPCRE-Bénin (lokale Partner)
  • Kinderrechte Afrika e. V. (Spenden)

Weitere Informationen zu dem Projekt von Kinderrechte Afrika e. V. in Benin finden Sie hier.

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Togo: Eindämmung von schädlichen kulturellen Praktiken

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. arbeitet gemeinsam mit ihrem lokalen Projektpartner CREUSET-Togo an der Eindämmung struktureller Gewalt an Kindern in Togo.

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Togo: Eindämmung von schädlichen kulturellen Praktiken

Projektregion: Präfekturen Oti, Oti Sud und Dankpen in Togo

Lokaler ProjektpartnerCREUSET-Togo

Laufzeit: 01.04.2021 bis 30.04.2024

Kurzbeschreibung

Das Projekt verfolgt die Eindämmung struktureller Gewalt an Kindern in den Präfekturen Dankpen und Oti im Norden Togos. Schwerpunkte sind dabei die lokal bzw. kulturell verankerten Formen der Gewalt und Ausbeutung, wie die Früh- und Zwangsverheiratung junger Mädchen, der Kinderhandel zur wirtschaftlichen Ausbeutung oder die brutale Misshandlung zu Zwecken der Hexenaustreibung (Exorzismus-Rituale).

50 Dörfer sollen zu gewaltfreien Pilotdörfern werden. Hierzu sind neben der Begleitung von betroffenen Kindern und ihren Familien Maßnahmen zur Sensibilisierung, Kompetenzstärkung und Vernetzung lokaler Akteure und Gruppen vorgesehen. Kenntnisse zu Kinderrechten werden z. B. über Radiosendungen und Informationsveranstaltungen in lokalen Sprachen und an den kulturellen Kontext angepasst vermittelt. Der Beteiligung von Kinder- und Jugendgruppen kommt bei allen Maßnahmen eine große Rolle zu.

Advocacy-Arbeit auf nationaler Ebene soll zudem den politischen und rechtlichen Rahmen für den Kinderschutz in Togo verbessern. Landesweit werden künftige Fachkräfte sozialer und medizinischer Berufe für die Projektthematiken sensibilisiert.

Zur Eindämmung des Kinderhandels wird eine Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Benin und Ghana aufgebaut und gestärkt.

Hintergründe

In den ländlich geprägten Grenzregionen Togos zu Ghana und Benin sind schädliche Praktiken, wie die Frühverheiratung junger Mädchen tief in der Kultur verwurzelt. In einigen Gemeinden werden Mädchen bereits bei der Geburt einem viel älteren Mann versprochen, oft im Rahmen eines Austauschs von Frauen zwischen den Familien. Eine andere Form ist die Entführung von Mädchen, bei der der neue Mann seine Maskulinität durch Muskelkraft beweist. In wieder anderen Gemeinden ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein Mädchen seine zweite Periode nicht mehr unter dem Dach seines Vaters haben darf, sondern dafür bereits beim Ehemann leben soll. Diese Praktiken haben jedoch für die Mädchen (und die Gesellschaft) schwerwiegende Auswirkungen und stehen in Verbindung zu weiteren Kinderrechtsverletzungen. Die betroffenen Mädchen sind teilweise erst 8-9 Jahre alt und haben mit der Verheiratung keinen Zugang (mehr) zu Schulbildung, Freizeit und Spiel. Die Frühehe geht mit sexueller Ausbeutung und Frühschwangerschaften einher, die auch Ursache einer hohen Kinder- und Müttersterblichkeit im Norden Togos sind.

Die Frühverheiratung, aber auch der transnationale Kinderhandel und Exorzismus haben seit Beginn der COVID-19-Pandemie noch einmal dramatisch zugenommen, da mehr und mehr Familien, fürchten, ihre Kinder unter dem eigenen Dach nicht mehr versorgen zu können.

Immer häufiger wird unser Partner in Ghana auf Kinder aus Togo aufmerksam, die zum Arbeiten über die Grenze geschleust werden. Die Prävention und Aufklärung muss in den Herkunftsdörfern in Togo erfolgen. Aber auch in Richtung Nigeria über Benin machen sich viele Kinder auf, teilweise sogar freiwillig in der Hoffnung auf etwas Einkommen. Ohne familiären Halt sind sie dort jedoch Gewalt du skrupelloser Ausbeutung stark ausgesetzt.

Hintergründe und Auswirkungen der Hexerei-Anschuldigungen erfahren Sie hier.

Zielgruppen

  • 1.000 Kinder, darunter ca. 350 Kinder, die von sexueller Gewalt und/oder Früh- und Zwangsheirat betroffen sind, 250 Kinder, die von Kinderhandel betroffen sind, 200 Kinder, von Gewalt und Misshandlung betroffen sind, 200 Kinder, die der Hexerei bezichtigt werden. Hinzu kommen die Eltern der Kinder und Dorfgemeinschaften.
  • 200 Mitglieder von Jugendclubs
  • 300 Mitglieder von Rechtsclubs
  • 120 Mitglieder von 20 lokalen Frauengruppen
  • 30 Polizei- und Sicherheitskräfte
  • 90 Primär- und Sekundarschullehrer(innen)
  • 30 Sozialarbeiter(innen)
  • 60 Hebammen, Krankenschwestern/-pfleger und Gesundheitspersonal
  • 60 kommunale Führungspersonen (Bürgermeister(innen), ihre Stellvertreter(innen) etc.)
  • 30 Verantwortliche für Alphabetisierungsarbeit
  • 30 Medienvertreter(innen)
  • 50 Mitglieder von 3 Kinderschutznetzwerken
  • 1.200 Studierende sozialer und medizinischer Berufe
  • ca. 50 Vertreter(innen) zuständiger Ministerien (Ministerium für Kinderschutz, für Soziales, für Justiz, für Sicherheit und Katastrophenschutz, für Bildung, Primar- und Sekundarunterricht)

Ziele

Oberziel: 

Kinder in Togo, insbesondere in den Präfekturen Dankpen und Oti, sind wirksamer vor schädlichen kulturellen Praktiken wie Früh- und Zwangsheirat, Kinderhandel oder Exorzismus geschützt. 

Projektziel:

In den Präfekturen Dankpen und Oti unterstützen lokale Mechanismen den Schutz von Kindern vor schädlichen kulturellen Praktiken sowie die Rehabilitierung betroffener Kinder.

Unterziele:

  1. In 50 Projektdörfern sind die Kinderschutzakteure von Staat und Zivilgesellschaft in der Lage, für einen effektiven und nachhaltigen Schutz von Kindern vor schädlichen kulturellen Praktiken wirksam zusammenzuarbeiten.
  2. Kinder im Projektgebiet, die von schädlichen kulturellen Praktiken betroffen oder gefährdet sind, haben in ihren Dörfern Zugang zu konkreten Unterstützungsangeboten (1.000 Kinder während der Projektlaufzeit).
  3. In der Bevölkerung der Projektregion ist das Bewusstsein für die Rechte und das Wohl des Kindes gestärkt.
  4. Zivilgesellschaftliche und staatliche Akteure auf regionaler und nationaler Ebene sind mit den Projektthematiken und ihrer eigenen Rolle für den Schutz von Kindern in Togo vor schädlichen kulturellen Praktiken vertraut.
  5. Vier Partnerorganisationen von Kinderrechte Afrika e. V. sind für die grenzübergreifende Zusammenarbeit bei der Eindämmung schädlicher kultureller Praktiken gestärkt.

Projektkosten: 629.200 Euro

Finanzpartner:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • CREUSET-Togo
  • Eigenmittel von Kinderrechte Afrika e. V., d. h. Spenden

Und Sie? Wir suchen weitere Finanzpartner für dieses Projekt! Kontaktieren Sie uns gern oder spenden Sie mit dem Verwendungszweck „Projekt Togo – Eindämmung schädlicher kultureller Praktiken“

Weitere Informationen zu dem Projekt von Kinderrechte Afrika e. V. in Togo finden Sie hier.

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Mali: Weitergabe bewährter Ansätze an lokale Organisationen der Zivilgesellschaft

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. stärkt zusammen mit ihrem lokalen Partner GRADEM den Wissens- und Kompetenztransfer zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen für einen besseren Zugang von Kindern und Jugendlichen zu ihren Grundrechten in benachteiligten Regionen Malis.

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Mali: Weitergabe bewährter Ansätze an lokale Organisationen der Zivilgesellschaft

Projektregionen: San, Koulikoro und Doïla in Mali
Laufzeit: 01.11.2021 bis 31.10.2024
Lokaler ProjektpartnerGRADEM (Groupe Recherche Action des Droits de l’Enfant au Mali)
Projekttitel: Stärkung des Wissens- und Kompetenztransfers zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen für einen besseren Zugang von Kindern und Jugendlichen zu ihren Grundrechten in benachteiligten Regionen Malis

Hintergründe

Die Ansätze der Projekte

die wir in den vergangenen Jahren mit GRADEM in den ländlichen Regionen Ségou, Koulikoro und Mopti umsetzen konnten, haben erfolgreich dazu beigetragen, die Kinderrechtssituation in insgesamt 76 Dörfern maßgeblich zu verbessern. Ökologische Anbaumethoden wurden eingeführt, die in der kargen Sahelregion nachhaltig zu höheren Ernteerträgen führen. Die Versorgungslage, das Einkommen der Familien und damit auch die Bildungs- und Zukunftsperspektiven der Kinder haben sich verbessert. Gemeinschaftsinitiativen der neu gegründeten Kooperativen fördern die Schulbildung der Kinder. Die Landflucht junger Mädchen konnte eingedämmt werden. Kinderrechte wurden in lokale Sprachen übertragen und verbreitet und in Schulen und Familien ist ein Wandel hin zu gewaltfreien Erziehungsmethoden zu beobachten!

Um eine größere Reichweite zu erzielen, sollen diese erfolgreichen Projektansätze nun an drei lokale Organisationen (NRO) weitergegeben werden. GRADEM arbeitet mit ihnen im Netzwerk malischer Kinderrechtsorganisationen zusammen, ist aber bislang der einzige Akteur, der diese Ansätze beherrscht. Im neuen Projekt nimmt GRADEM nun eine Coaching-Funktion ein, gibt seine Erfahrungen und Kenntnisse weiter und begleitet die drei NRO bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen in je 5 Pilotdörfern mit dem Ziel, dass sie die Ansätze später eigenständig ausweiten können.

Die begleiteten Kooperativen engagieren sich für die Verbesserung der Bildungssi­tuation in ihrem Dorf. Die Mitglieder le­gen auch selbst Hand an, wie hier beim Verputzen der Klassenzimmer.

Projektziele

Oberziel (Impact): Beitrag zu einem wirksameren Kinderschutz in den drei benachteiligten ländlichen Regionen Dioïla, Koulikoro und San in Mali

Projektziel (Outcome): Die drei NRO Kabu-Wolo, SOLI-AM und Séniwè setzen in 15 Dörfern ihres Interventionsgebiets einen integrierten Ansatz für Kinderrechte und nachhaltige Entwicklung um.

Unterziele (Output):

  1. Die Mitarbeitenden von GRADEMs drei Partnerorganisationen haben den integrierten Ansatz zu Kinderrechten und nachhaltiger Entwicklung verstanden und die notwendigen Fähigkeiten erworben, um ihre Kenntnisse an die Dorfgemeinschaften in ihrem jeweiligen Interventionsgebiet weiterzugeben.
  2. Die Mitarbeitenden der drei im ländlichen Bereich aktiven zivilgesellschaftlichen Organisationen verfügen über erste praktische Erfahrungen bei der Umsetzung des integrierten Ansatzes zu Kinderrechten und nachhaltiger Entwicklung in insgesamt 15 Dorfgemeinschaften ihrer Interventionsgebiete.
  3. Das Bewusstsein und die Akzeptanz des integrierten Kinderrechtsansatzes als wirksames Mittel zur Verbesserung des Zugangs von Kindern zu ihren Grundrechten in benachteiligten ländlichen Gebieten in Mali sind gestärkt.

Zielgruppen

Direkte Zielgruppe:

  • 3 zivilgesellschaftliche Organisationen, die in den benachteiligten ländlichen Gemeinden Tenindougou, Motougoula, Benena aktiv sind
  • 2.000 Kinder aus 15 Projektdörfern der drei Gemeinden in den Regionen San, Koulikoro et Dioïla
  • 120 Mitglieder von 15 (vor)genossenschaftlichen Vereinigungen
  • 54 Führungskräfte aus dem Schulbereich
  • 28 Medienvertreter(innen)
  • 150 Kinderschutzakteure von Staat und Zivilgesellschaft

Indirekte Zielgruppe:

Die Bevölkerung der 15 Projektdörfer in den drei Projektgemeinden der Regionen San, Koulikoro et Dioïla (ca. 17.500 Personen)

Welche Pflanzen unterstützen sich ge­genseitig? Und wie kann ich mit der rich­tigen Fruchtfolge meine Erträge erhöhen? Auf der Farm von GRADEM lernen die Mitglieder der Kooperativen ökologische Anbaumethoden für ihre Region kennen.

Wesentliche Projektmaßnahmen

  • Diverse Schulungen der NRO zu Kinderrechten und deren Vermittlung in den Lokalsprachen, zur Realisierung von Radiobeiträgen, zur Förderung gewaltfreier Erziehungsmethoden, zum Konzept der (vor)genossenschaftlichen Vereinigungen sowie zur Agroökologie
  • Weiterbildung von 120 Mitgliedern aus 15 (vor)genossenschaftlichen Vereinigungen in nachhaltigen Anbaumethoden und Kleintierhaltung nach agroökologischen Grundsätzen sowie Treffen (vor)genossenschaftlichen Vereinigungen zum Erfahrungsaustausch
  • Begleitung von 15 Dörfern bei der Gründung einer (vor)genossenschaftlichen Vereinigung sowie Schulungen der Mitglieder
  • Förderung von Gemeinschaftsinitiativen in allen 15 Projektdörfern
  • Sensibilisierung von 2.000 Kindern und Jugendlichen zu Kinderrechten sowie ihrer eigenen Rolle bei der Durchsetzung ihrer Rechte
  • Förderung der Sekundarschulbildung, insbesondere für Mädchen, in den 15 Projektdörfern

Finanzierung

Projektkosten: 469.700 Euro

Finanzierung:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Kinderrechte Afrika e. V. (Spenden)

Weitere Informationen zu dem Projekt von Kinderrechte Afrika e. V. in Mali finden Sie hier.

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Mali: Professionalisierung und Vernetzung von Kinderschutzakteuren

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. trägt gemeinsam mit ihrem lokalen Partner GRADEM dazu bei, die Professionalität und Zusammenarbeit der Gemeinde-, Kinder- und Jugendgruppen im Projektgebiet zu stärken.

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Mali: Professionalisierung und Vernetzung von Kinderschutzakteuren

Projekttitel: Professionalisierung und Vernetzung von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Kinderschutzakteuren in Mali
Projektregionen: Bamako, Koulikoro, Ségou und San in Mali
Laufzeit: 01.12.2020 – 30.11.2023
Lokaler Partner: GRADEM (Groupe de Recherche Action Droits de l’Enfant Mali)

Hintergründe

Lokale Basisgruppen der Zivilgesellschaft setzen sich in Stadtvierteln oder Dörfern in Mali sehr aktiv für den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Zu ihnen gehören Frauenvereinigungen, Kooperativen und zahlreiche Kinder- und Jugendgruppen. Diese Gruppen tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche in ihrem jeweiligen Lebensumfeld vor Gewalt, Ausbeutung, Kinderhandel etc. geschützt werden bzw. in Notsituationen Unterstützung erfahren. Obwohl sie gute und wertvolle Arbeit in ihren Gemeinden vor Ort leisten, insbesondere was die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung zu Kinderrechten angeht, wird die Wirkung ihrer Arbeit durch verschiedene Faktoren geschmälert. Hierzu zählen u. a. mangelnde Möglichkeiten der Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche an der Gestaltung kinderrechtsrelevanter Themen sowie ein fehlender oder unzureichender institutioneller Kindesschutz innerhalb der Vereinigungen selbst. Darüber hinaus schürt der politische Konflikt im Norden des Landes, der sich immer mehr auf die Zentralregion ausweitet, Angst, Misstrauen und Alltagskonflikte in der Bevölkerung – mit direkten Auswirkungen auf die Situation von Kindern und Jugendlichen.

Das Projekt trägt dazu bei, die Arbeit der Gemeinde-, Kinder- und Jugendgruppen im Projektgebiet sichtbarer sowie ihre Arbeitsstrukturen kindersicherer zu machen. Darüber hinaus soll die Professionalität und Zusammenarbeit dieser Gruppen gestärkt und ihren Mitgliedern Möglichkeiten eröffnet werden, ihre Beteiligungsrechte in sie betreffenden Beratungs- und Entscheidungsprozessen wahrnehmen zu können.

Projektziele

Oberziel (Impact):

Kinder- und Jugendgruppen tragen gemeinsam mit erwachsenen Kinderschutzakteuren zu einem wirksameren Schutz der Rechte von Kindern in Mali bei.

Projektziel (Outcome):

In Bamako und in den Regionen Koulikoro, Ségou und San professionalisieren insgesamt 100 Kinder- und Jugendgruppen mit Unterstützung von 300 erwachsenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Kinderschutzakteuren ihre Arbeit.

Unterziele (Output):

  1. Das Wissen und die Umsetzungskompetenz bezüglich nationaler Normen zum Schutz von Kindern vor Gewalt, Ausbeutung und schwersten Formen der Kinderarbeit sind bei 5.000 Kindern sowie 200 zivilgesellschaftlichen und 100 staatlichen Akteuren gestärkt.
     
  2. In jeder Projektregion sind sich 25 Kinder- und Jugendgruppen der Vorteile einer Zusammenarbeit untereinander sowie mit anderen Kinderschutzakteuren zur Förderung und Umsetzung von Kinderrechten bewusst und können dies in die Praxis umsetzen.
     
  3. Die Verantwortlichen und Mitglieder von 100 Kinder- und Jugendgruppen in der Projektregion sind in der Lage, sich auch in Konfliktsituationen für ein Kinderrechte schützendes Umfeld einzusetzen.
     
  4. Der lokale Projektträger GRADEM ist in seinen Kompetenzen gestärkt und baut sich eine langfristige Präsenz in einer weiteren Projektregion Malis auf.

Zielgruppen des Projekts

Direkte Zielgruppe:

5.300 Personen (vor allem Kinder und Jugendliche) aus dem Projektgebiet, darunter:

  • 4.000 Schüler(innen), die Mitglied einer Kinder-/Jugendgruppe sind,
  • 1.000 Mädchen, die in Bamako als Haushaltshilfe arbeiten und keine Schule besuchen
  • 200 erwachsene Verantwortliche von Kinder-/Jugendgruppen
  • 100 staatliche Kinderschutzakteure

100 Kinder-, Jugend- und Frauengruppen, darunter:

  • 59 Schülergruppen an Schulen in ländlichen Gemeinden der Regionen Koulikoro, Ségou, San
  • 31 Frauen- bzw. Jugendvereinigungen mit einer Untergruppe für Haushaltshilfen
  • 10 Pioniergruppen

Indirekte Zielgruppe:

  • die Bevölkerung des Projektgebiets, d. h. insgesamt fast 13 Mio. Menschen

Wesentliche Projektmaßnahmen

  • Schulungsprogramm für die verschiedenen Zielgruppen, u. a. zur verantwortungsvollen Bürgerschaft und zur friedlichen Konfliktlösung durch Mediation und gewaltfreien Kommunikation
  • Begleitung der teilnehmenden Kinder- und Jugendgruppen bei der Einführung einer internen Kindesschutzpolitik
  • Förderung der Vernetzung und Zusammenarbeit der Kinder- und Jugendgruppen untereinander sowie mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen auf regionaler und nationaler Ebene
  • Förderung der Teilnahme der Kinder-/Jugendgruppen an den Treffen regionaler, zu Kinderrechtsfragen tätigen Konsultationsgremien und ihrer Mitarbeit in deren thematischen Arbeitsgruppen
  • Unterstützung und Professionalisierung der Arbeit der regionalen Konsultationsgremien und mithin der Nationalen Kinderrechtskoalition Malis (COMADE)
  • Sensibilisierungsarbeit

Finanzierung

Projektkosten: 480.700 €

Finanzpartner:

  • Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit du Entwicklung
  • Familie-Haas-Stiftung
  • Kinderrechte Afrika e. V. (Spenden)

Weitere Informationen zu dem Projekt von Kinderrechte Afrika e. V. in Mali finden Sie hier.

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10 Jahre Weltmädchentag

Mädchen sind weltweit mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, die sie daran hindern, ihre Rechte voll und ganz zu entfalten.

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Weltmädchentag

10 Jahre Weltmädchentag

Die Ernennung des 11. Oktobers zum Weltmädchentag durch die Vereinten Nationen im Dezember 2011 gilt als Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung. Denn in den letzten 10 Jahren haben Regierungen, politische Entscheidungsträger*innen und die breite Öffentlichkeit Themen, die für Mädchen wichtig sind, mehr Aufmerksamkeit geschenkt und mehr Möglichkeiten für Mädchen geschaffen, sich auf der globalen Bühne Gehör zu verschaffen. (1)  

Doch warum braucht es neben dem Weltkindertag und dem Weltfrauentag auch noch einen gesonderten Tag nur für Mädchen?  

Mädchen sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert 

Die UN-Kinderrechtskonvention legt fest, dass Mädchen und Jungen dieselben, unveräußerlichen Rechte haben. Dennoch haben sie immer noch nicht dieselben Chancen: Im Verhältnis werden Mädchen häufiger diskriminiert und an der freien Entfaltung ihrer Rechte gehindert. Dies zeigt sich zum Beispiel im Bereich der Bildung deutlich: Weltweit gehen rund 34 Millionen Mädchen im Grundschulalter nicht zur Schule, im Vergleich zu 30 Millionen Jungen. 9 Millionen der Mädchen leben in Subsahara-Afrika (4). Barrieren, wie Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und (sexuelle) Gewalt hindern sie daran, einen Zugang zu hochwertiger Bildung zu erhalten. (1) (3)

In West- und Zentralafrika waren beispielsweise 37 Prozent der heute 20-24-jährigen Frauen bereits vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet – 12 Prozent von ihnen waren bei der Hochzeit nicht einmal 15 Jahre alt. (3) Prozentual die meisten Kinderbräute gibt es in Niger (76 Prozent), der Zentralafrikanischen Republik (68 Prozent), im Tschad (67 Prozent), Burkina Faso, Mali, Sudan (je 52 Prozent) und Guinea (51 Prozent) (Stand 2021). (5) Mädchen, die als Minderjährige verheiratet werden, gehen danach meist nicht mehr zur Schule, da sie sich um den Haushalt kümmern müssen und früh Mutter werden. Viele der jungen Ehefrauen geben an, dass sie physischer und sexueller Gewalt durch ihren Ehemann ausgesetzt sind. (3) 

Krisen verschärfen Ungleichheit 

Die Ungleichheit wird durch Krisen wie die Klimakrise, die Corona-Pandemie und gewaltvolle und humanitäre Konflikte weiter verstärkt. So steigt das Risiko, Opfer von (sexueller) Gewalt oder Zwangsverheiratung zu werden, in Krisen- und Katastrophensituationen deutlich an. (1) (2) Das liegt unter anderem auch daran, dass der Zugang zu Bildung in Krisenzeiten nochmals erschwert wird. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mädchen in einer Notlage nicht mehr zur Schule gehen, mehr als doppelt so hoch wie bei Jungen. Den Kindern fehlt dann nicht nur die Bildung, sondern auch der Schutz, den die Schule, zum Beispiel vor Frühehen, bietet. So kann ein einziges Jahr auf der weiterführenden Schule die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen zur Heirat gezwungen wird, um fünf Prozentpunkte oder mehr verringern. (3) 

Mädchen sind Multiplikatorinnen 

Die Gleichstellung von Mädchen hat nicht nur auf das Individuum positive Auswirkungen, sondern auf die ganze Gesellschaft: Wenn Mädchen zur Schule gehen, heiraten sie später und bekommen weniger und gesündere Kinder. Ihre Kinder gehen wiederum später auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zur Schule. Studien haben gezeigt, dass jedes zusätzliche Jahr, das ein Mädchen die Grundschule besucht, später zu einem durchschnittlich 10 bis 20 Prozent höheren Einkommen führt. (3) 

Die vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter ist eines der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die bis 2030 erreicht werden sollen. Ihr kommt eine besondere Rolle zu. Denn ohne die Gleichstellung der Geschlechter sind Ziele wie das Ende von Armut, Frieden und Gerechtigkeit nicht zu erreichen.  

Hinweis:  

Unter Mädchen* und Frauen* verstehen wir Personen, die sich selbst als weiblich definieren und /oder von der Gesellschaft als weiblich gelesen werden. 

Quellen

(1) Plan Deutschland: Welt-Mädchentag

(2) United Nations: International Day of the Girl Child 11 October 

(3) Unicef: Weltmädchentag – Elf Fakten über Mädchen (September 2022)   

(4) UNESCO: Education in Africa  

(5) Unicef: Kinderehen weltweit: Die wichtigsten Fragen und Antworten (November 2021)

Verfasst am 11. Oktober 2022

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Modell-Herz

Die erste Herz-OP der Welt wurde 1967 von dem südafrikanischen Herzchirurgen Christiaan Barnard in Kapstadt durchgeführt.

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Gesundheitskoffer: Herz-Modell

Modell-Herz

Das Modell-Herz symbolisiert die erste Herz-OP der Welt, die der südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard 1967 in Kapstadt durchgeführt hat.

Hintergrundinformation

Der südafrikanische Herzchirurg Christiaan Barnard hatte in Virginia in den USA beim berühmten Herzchirurgen Norman Shumway gelernt, wie Herztransplantationen vonstattengingen – bei Hunden. Als er 1958 nach Kapstadt zurückkam brachte Christiaan Barnard von dort eine Herz-Lungen-Maschine mit. Es verging jedoch noch fast ein Jahrzehnt, bis er erstmals ein Herz transplantierte. So fand die erste Herztransplantation erst Ende 1967 statt.

Über Wochen wartete Barnard mit seinem herzkranken Patienten Louis Washkansky auf ein Spenderorgan. Zwei vollständige Operationsteams, 31 Personen insgesamt, waren in ständiger Rufbereitschaft – eines für die Entnahme und eines für die Transplantation des Herzens. Am 3. Dezember 1967 war es dann so weit. Zunächst wurde Louis Washkansky an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Dann entnahm Christiaan Barnard das kranke Herz und setzte das neue ein. Die Herz-Lungen-Techniker*innen erhöhten langsam die Temperatur des Bluts von 21 auf 32 Grad, eine Klammer wurde gelöst – es kam wieder Sauerstoff in das Herz. Das Herz begann sofort zu schlagen. Medizingeschichte wurde geschrieben: Das erste Spenderherz klopfte in der Brust eines Menschen, dem Patienten Louis Washkansky.

Diese Sensation machte Christiaan Barnard berühmt. Und das Groote Schuur Hospitalin Kapstadt blieb für zehn Jahre das weltweit wichtigste Zentrum für Herztransplantationen. 18 Tage nach der Operation verstarb Louis Washkansky mit 54 Jahren. Er hatte Medikamente erhalten, die sein Immunsystem unterdrückten, damit er das neue Organ nicht abstieß. Bei der Obduktion kam heraus, dass es keine Abstoßung des Spenderherzens gegeben hatte. Er hatte sich eine unentdeckt gebliebene Lungenentzündung eingefangen. Im Januar 1968 transplantierte das Team aus Kapstadt das nächste Herz. Dieser zweite transplantierte Patient, Philip Blaiberg, überlebte 18 Monate.

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Menstruationstasse

Die Menstruationstasse ist eine effiziente, nachhaltige und kostengünstige Alternative zu sonst eher teuren Menstruationsprodukten.

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Menstruationstasse

In vielen afrikanischen Ländern ist die weibliche Menstruation negativ behaftet. Es ist ein Tabuthema und menstruierende Mädchen und Frauen gelten oftmals als ‚unrein‘ und werden ausgegrenzt. Hinzu kommt, dass sich viele Mädchen schlichtweg keine Binden oder Tampons leisten können. Sie helfen sich mit Notlösungen wie Lumpen, Blättern oder Watte. Das birgt nicht nur eine hohe Gefahr für Infektionen, auch die Saugfähigkeit ist meist nicht ausreichend. Diejenigen, die Hygieneartikel besitzen, werden wiederum gehindert, diese zu wechseln, da es an vielen Schulen an Waschmöglichkeiten mangelt. Aus Angst, ihre Schuluniform zu verschmutzen und von Mitschülerinnen und Mitschülern für ihre Periode gehänselt zu werden, bleiben viele Schülerinnen deshalb zu Hause. Jeden Monat verpassen diese Mädchen aus Not und Scham den Unterricht. Laut eines Berichts der UNESCO geht mindestens eines von zehn Mädchen in Afrika südlich der Sahara während ihrer Periode nicht zur Schule. Einige versäumen dadurch mehr als 20 Prozent ihrer schulischen Ausbildung, nicht wenige brechen aus diesem Grund frustriert die Schule ab.

Was hilft, ist zum einen Menstruation öffentlich zu thematisieren und zu entmystifizieren. Sie ist etwas ganz Normales und Natürliches. Mädchen und Frauen sollten daraus kein Geheimnis machen müssen, geschweige denn, sich dafür schämen. Zum anderen helfen kostengünstige und nachhaltige Menstruationsprodukte wie beispielsweise Menstruationsunterwäsche, waschbare Binden oder Menstruationstassen.

Golda Ayodo _©rubycup.com

Golden Girls Foundation

Golda Ayodo ist die Gründerin der Golden Girls Foundation. Eine NRO (Nicht-Regierungs-Organisation) in Kenia, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mädchen und Frauen in Kenia über Mädchenhygiene aufzuklären und sie in ihrem Bildungsweg zu unterstützen. Ihr Leitsatz: „Empowering Girls and Women for a better society“, also „Stärkung von Mädchen und Frauen für eine bessere Gesellschaft“. Außerdem ist die Golden Girls Foundation eine offizielle Partnerorganisation von Ruby Cups, die Menstruationstassen herstellt und verkauft. Golda Ayodo und ihr Team verteilen diese an Mädchen und Frauen in Kenia. Die Tasse ist eine effiziente, nachhaltige und kostengünstige Alternative zu den sonst sehr teuren Menstruationsprodukten. Zusätzlich halten sie Workshops, wie man diese benutzt und generell mit der eigenen Periode umgeht. Für die jungen Frauen bieten diese Workshops auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die sie sonst aus Angst und Scham nicht fragen würden. Golda Ayodo setzt sich so aktiv für eine bessere Zukunft für Frauen und Mädchen in ihrem Land ein!

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Kamerun: Schutz vor Gewalt

Unsere Mitgliedsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. stärkt gemeinsam mit ihrem lokalen Partner ALDEPA lokale Kinderschutzmechanismen und das Selbstschutzpotential von Kindern in 12 Gemeinden in Kamerun.

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Kamerun: Schutz vor Gewalt

Projekttitel: Stärkung der lokalen Kinderschutzmechanismen und des Selbstschutzpotentials der Kinder in 12 Gemeinden der Region Äußerster Norden für einen wirksameren Schutz von Kindern, insbesondere gegen Gewalt

Region: Äußerster Norden Kameruns
Laufzeit: 01.05.2021 bis 30.04.2024
Lokaler Partner: ALDEPA

Ausgangssituation

Die Projektregion gehört zu den bevölkerungsreichsten und gleichzeitig ärmsten Regionen Kameruns. Schädliche kulturelle Praktiken und die seit 2013 anhaltenden Übergriffe der Boko-Haram-Terrorgruppe betreffen Kinder und Jugendliche besonders. Dürreperioden und die COVID-19-Pandemie wirkten sich zudem direkt auf das Einkommen vieler Familien aus, die in der kargen Sahelzone ohnehin sehr wenig zum Leben haben. Dies hat u. a. zur Folge, dass immer mehr Eltern ihren elterlichen Fürsorge- und Erziehungspflichten nicht (ausreichend) nachkommen.

In städtischen Gebieten wird diese Situation nochmals verschärft durch den in den letzten Jahren stark gestiegenen Alkohol- und Drogenkonsum unter Kindern und Jugendlichen auf der Straße und damit einhergehend die Zunahme der Jugendkriminalität und -gewalt.

Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche, die in Not geraten, gibt es im Projektgebiet dagegen kaum. In Gemeinden und staatlichen Einrichtungen fehlen sowohl Präventionsstrategien in Form kindgerechter Maßnahmen und Materialien als auch die erforderlichen Kompetenzen, um Kinder in Notsituation und deren Familien wirksam bei der Rehabilitierung und Wiedereingliederung zu begleiten.

Projektziele

Oberziel (Impact):  Stärkung der lokalen Kinderschutzmechanismen und des Selbstschutzpotentials der Kinder in 12 Gemeinden der Region Äußerster Norden Kameruns für einen wirksameren Schutz von Kindern, insbesondere gegen Gewalt.

Projektziel (Outcome): 7.500 Kinder und Jugendliche im Projektgebiet, die Gewalt und Gefahren jeglicher Art (Schulabbruch, Alkohol-/Drogenkonsum etc.) ausgesetzt waren oder sind, profitieren von einem Umfeld, das sie wirksam schützt, unterstützt und ihre Wiedereingliederung nachhaltig fördert.

Unterziele (Output):

  1. Kinder und Jugendliche, die Gewalt und Gefahren jeglicher Art (Schulabbruch, Alkohol-/ Drogenkonsum etc.) ausgesetzt waren oder sind, haben im Projektgebiet Zugang zu Unterstützungsangeboten, die ihre Resilienz-Fähigkeiten stärken.
  2. 3.000 Kinder und Jugendliche haben Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben, um (u. a. als Juniorbotschafter(innen)) Kinderrechte und staatsbürgerliches Engagement insbesondere im Umfeld von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern.
  3. 3.500 Eltern und lokale Führungskräfte verfügen über die notwendigen Fähigkeiten und Instrumente, um sich wirksam für eine verantwortungsvolle Elternschaft und Mechanismen zur Förderung der Kinderrechte in der Familie und Gemeinde einzusetzen.
  4. Das Wissen und die Umsetzungskompetenz bezüglich nachhaltiger Mechanismen und Strategien zur Förderung von Kinderrechten und zum Schutz von Kindern/Jugendlichen vor Gewalt, Ausbeutung, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Jugendkriminalität etc. ist bei 3.330 Mitgliedern der lokalen Zivilgesellschaft, Personen aus dem Bildungsbereich und Medienleuten in der Projektregion gestärkt.

Zielgruppen

  • 7.500 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren, die Gewalt und Gefahren jeglicher Art (Schulabbruch, Alkohol-/Drogenkonsum etc.) ausgesetzt waren oder sind
  • 3.500 Eltern sowie die Familien der am Projekt beteiligten Kinder und Jugendlichen
  • 3.330 Mitglieder der Zivilgesellschaft, Personen aus dem Bildungsbereich und Medienleute
  • 162 zivilgesellschaftliche Gruppierungen (lokale Kinder- und Jugendgruppen, Schutzkomitees etc.)
  • 25 Schulen und 10 Ausbildungszentren
  • 160 Vertreter(innen) von dezentralisierten staatlichen Behörden und Diensten
  • Universitäten, Fachhochschulen und Nichtregierungsorganisationen

Wesentliche Projektmaßnahmen

  • Redynamisierung von 72 Strukturen, durch die Kinder und Jugendliche zu Wort kommen können
  • Weiterbildung von 93 Beratungslehrer(inne)n und Gemeindemitgliedern, 120 Personen aus dem Bildungsbereich, 210 lokalen Führungskräften sowie zivilgesellschaftlichen Strukturen (Kinderschutzkomitees, Diskussionsgruppen, NRO etc.) und Medienvertreter(innen)
  • Rechtliche und inhaltliche Begleitung von 30 kommunalen Strukturen
  • Einrichtung und Coaching von Verwaltungsausschüssen und Schulräten
  • Ausstattung von 25 Schulen und 10 Ausbildungszentren mit Lern-, Spiel- und Arbeitsmaterialien
  • Errichtung und Instandhaltung von 6 Spielplätzen
  • regionale Konsultationstreffen mit 30 Kindern und Jugendlichen
  • Organisation eines Kinder- und Jugendcamps sowie eines Kinder- und Jugendforums
  • Organisation eines Wettbewerbs „Beste gewaltfreie Bildungseinrichtung“ und „Beste gewaltfreie Gemeinde“
  • Produktion und Verbreitung von zwei kindgerechten Handbüchern
  • Erstellung eines Aufklärungsfilms zum Thema Kinder- und Jugendkriminalität/-gewalt
  • Herausgabe einer kleinen Broschüre positiver kultureller Praktiken, Erarbeitung eines Verhaltenskodex für Eltern und Erstellung weiterer Sensibilisierungsmaterialien
  • Produktion von vierteljährlichen Radiosendungen und Radiospots
  • Advocacy-Arbeit bei staatlichen und zivilgesellschaftlichen Kinderschutzakteuren
  • Erstellung einer Projektdokumentation inklusive guter Praktiken

Finanzierung

Projektkosten: ca. 543.400 Euro

Finanzpartner:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • ALDEPA und Kinderrechte Afrika e.V. (Eigenmittel, d.h. Spenden)
  • Und Sie? Wir suchen weitere Spenden und Finanzpartner für dieses Projekt. Jeder gespendete Euro wird vom BMZ verzehnfacht!

Weitere Informationen zu dem Projekt von Kinderrechte Afrika e. V. in Kamerun finden Sie hier.

Ihre Spende hilft! Unterstützen Sie die Projekte unserer Mitgliedsorganisationen:

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Aus Elefantenmist wird Papier 

Papier aus Elefantenmist - ein ungewöhnlicher Industriezweig, der eine nachhaltige Alternative zur Abholzung von Wäldern bietet, zum Schutz von Elefanten und Umwelt beiträgt und Gemeinschaften stärkt.

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Aus Elefantenmist wird Papier 

“When life hands you elephant dung, make paper”  

Nampath Paper (5)

Aus Sch**ße Gold machen? – Das geht wirklich. Zumindest im übertragen Sinne. Die Kataara Womens Poverty Alleviation Group (dt. Kataara-Frauengruppe zur Armutsbekämpfung) im ugandischen Distrikt Bushenyi verarbeitet Elefantenmist zu Papier. Die von Frauen geführte Organisation, mit insgesamt 83 Mitgliedern schafft eine Gemeinschaft mit nachhaltiger Lebensgrundlage, indem Armut gelindert und die Umwelt geschützt wird. Neben der Herstellung von Papier betreiben sie auch ein Handwerkszentrum. Dort wird das Papier weiterverarbeitet zu Produkten wie Büchern, Bilderrahmen und Taschen. Die Frauen züchten auch Bienen und rösten Kaffee. Darüber hinaus bieten sie Touren für Tourist*innen an, die sich zum Beispiel den Papier-Herstellungsprozess anschauen können. (3)  

Wie aus Elefantenmist Papier wird 

Bits of elephant poop paper_©flickr
Bits of elephant poop paper _©flickr

Elefanten verzehren durchschnittlich 200 bis 350 kg Nahrung am Tag, hauptsächlich von Pflanzen und Früchten. Davon fallen etwa 50 kg Dung an. Da die Dickhäuter die Zellulose in den Pflanzen nicht verdauen, wird das faserige Material fast komplett ausgeschieden. Die Zellulose wird nach dem Einsammeln zurückgewonnen, indem der Elefantendung gewaschen, mehrere Stunden gekocht und auf flachen Sieben getrocknet wird. Danach kann das Material wie herkömmlicher Holzzellstoff, der für die Herstellung von normalem Papier verwendet wird, behandelt werden. Aus den 50 kg Dung entstehen in etwa 125 Blatt (A4) Papier, das natürlich, geruchlos und frei von Bakterien ist. Qualität und Preis sind am Ende ähnlich zu dem von herkömmlichem Papier. (1) (2)  

Ein außergewöhnlicher Industriezweig 

Die Frauen der Kataara-Frauengruppe sind nicht die ersten, die diese innovative und nachhaltige Form der Industrie betreiben. Bereits 1994 kam der Unternehmer John Matano aus Kenia auf die Idee, Elefantenmist zu Papier zu verarbeiten. Sein aus dieser Idee entstandenes Unternehmen – Nampath Paper – beschäftigt heute 42 Mitarbeitende. (1)  

Sowohl in Uganda als auch in Kenia tragen die beiden lokalen Unternehmen zur Verbesserung des Lebensunterhalts der Mitglieder durch den Verkauf von Elefantenmistpapier und Kunsthandwerk bei.Die gemeinsame Arbeit an den Produkten fördert und stärkt den Zusammenhalt der Gemeinschaft. (4)   

Grey Black Elephant on Green Grass Field

Schutz der Elefanten und der Umwelt  

Die außergewöhnliche Art der Papierherstellung eröffnet jedoch nicht nur eine innovative Form der Beschäftigung und Industrie. Sie bietet auch eine nachhaltige Alternative zur Abholzung der Wälder und Schutz für Elefanten. Denn damit das Material zur Herstellung des Papiers nicht ausgeht, muss die lokale Elefantenpopulation erhalten bleiben. So helfen die Projekte den Menschen auch, die Vorteile der Pflege von Elefanten sowie die Verbesserung und Erhaltung ihres Lebensraums und der Umwelt insgesamt zu erkennen. (4) 

Am Beispiel des Mwaluganje Elephant Sanctuary in Kenia zeigt sich, dass der Schutz der Tiere wiederum den örtlichen, in der Landwirtschaft tätigen, Personen zugutekommt, nicht nur, weil sie aus deren Dung Papier herstellen können. Denn die Bauer und Bäuerinnen mussten sich vor Gründung des Schutzgebiets damit abfinden, dass Elefanten in ihr Ackerland eindrangen und die Ernten fraßen oder zerstörten. Dies führte zu schweren und manchmal tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Elefanten. Mit dem Elefantenschutzgebiet gaben die umliegenden Bauern und Bäuerinnen einen Teil ihrer Ländereien für einen Wanderkorridor für die Elefanten ab. Um die von den Elefanten zerstörten Ernten wiederum auszugleichen, erhalten sie einen Anteil an den Tourismuseinnahmen. (1) Eine Win-Win-Situation, von der die Mitglieder der örtlichen Gemeinden und die Tiere profitieren.  

Quellen

(1) BBC: Don’t pooh-pooh it: Making paper from elephant dung (Mai 2016)

(2) BBC: The Ugandan women turning elephant dung to household items (September 2022)   

(3) Kataara Womens Poverty Alleviation Group: About us (Letzter Aufruf September 2022)  

(4) SEED: Kataara Women’s Poverty Alleviation Group (Letzter Aufruf September 2022)

(5) Design Indaba: Nampath Paper (Letzter Aufruf September 2022)   

Verfasst am 29.9.2022

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Vertreibung und Klimakrise

Weltweit sind so viele Menschen wie nie zuvor dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die meisten Menschen fliehen, weil sie Angst haben, Opfer von Kriegen und gewaltsamen Konflikten zu werden. Aber mehr und mehr Menschen müssen aufgrund von Naturkatastrophen und Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen.

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Vertreibung und Klimakrise

Weltweit sind so viele Menschen wie nie zuvor dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. So waren Ende 2021 laut dem aktuellen „Global Trends Report“ von UNHCR 89,3 Millionen Menschen auf der Flucht, davon 7 Millionen allein in Afrika (6). Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 steigt die Zahl mittlerweile auf über 100 Millionen Menschen an. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. (1) Die meisten Menschen fliehen, weil sie Angst haben, Opfer von Kriegen und gewaltsamen Konflikten zu werden. Aber mehr und mehr Menschen müssen aufgrund von Naturkatastrophen und Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen.  

Vertreibung betrifft aktuell nicht nur viel mehr Menschen, sondern sie ist auch kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr. Wir brauchen eine grundlegend neue und positivere Haltung gegenüber allen, die fliehen – gepaart mit einem viel entschlosseneren Bestreben, Konflikte, die jahrelang andauern und die Ursache dieses immensen Leidens sind, zu lösen. 

Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (1)

Naturkatastrophen und Klimaveränderungen tragen zu Flucht bei 

Bereits in seinem ersten Bericht von 1990 warnte das International Panel on Climate Change (IPCC) davor, dass die Auswirkungen der Klimakrise dazu führen würden, dass „Millionen von Menschen durch Küstenerosionen, Überschwemmungen und schwere Dürren vertrieben werden“ würden. (3) Laut dem Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) haben 2021 rund 23,7 Millionen Menschen ihre Heimat aufgrund von Naturkatastrophen, wie Dauerregen, langanhaltende Dürren, Hitzewellen und Stürmen sowohl kurz- als auch langfristig verlassen müssen. Und die Klimakrise verdoppelt die Anzahl der Naturkatastrophen innerhalb eines Jahres noch einmal.  

Die meisten Menschen, die im Zusammenhang mit Klimaveränderungen und Naturkatastrophen zur Flucht gezwungen werden, bleiben in ihren eigenen Ländern und sind damit, formal gesehenen, Binnenvertriebene und keine Flüchtlinge. (2) Ein “Flüchtling” ist definiert als eine Person, die eine internationale Grenze überquert hat “aus der begründeten Flucht vor Verfolgung wegen ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung”. (4) So kamen 2021 zu den 53,2 Millionen Menschen, die aufgrund von Konflikten und Gewalt innerhalb ihres Landes vertrieben wurden, 23,7 Millionen intern Vertriebene im Rahmen von Katastrophen und den Auswirkungen der Klimakrise dazu. (1) 

Kein Rechtsstatus für Klimaflüchtlinge 

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Menschen innerhalb ihres Staates fliehen. Einer davon ist der fehlende Rechtsstatus außerhalb der Landesgrenzen. Menschen, die aufgrund klimatischer Veränderungen fliehen fallen also weder unter die Kategorie “Flüchtling” im Sinne der UN-Flüchtlingskonvention, noch gibt es eine rechtliche Definition für Klimakrisenflüchtlinge. Das ist nicht nur ein theoretisches Problem, sondern vor allem ein praktisches: Ohne rechtliche Definition haben diese Menschen keinen Anspruch auf Schutz außerhalb ihrer Landesgrenzen. (5) 

„Gefangene Bevölkerungen”  

Von den Auswirkungen der Klimakrise sind insbesondere marginalisierte Personen und Menschen mit geringen finanziellen Mitteln betroffen. Diese haben bisher wenig bis gar keinen Zugang zu Anpassungsmaßnahmen, wie zum Beispiel der Umstellung auf klimaresistente Anbauprodukte. Darüber hinaus fehlt es ihnen auch oft an Zeit und sozialen Ressourcen für die Migration. Auch wenn die Menschen ihr Zuhause verlassen möchten, können sie es nicht und sie werden innerhalb der eigenen Staatsgrenzen gefangen. (3) 

Klimakrise als Sicherheitsproblem?  

Im Jahr 2008 veröffentlichten die Europäische Kommission und der Hohe Vertreter der EU für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik einen Bericht über den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und der internen Sicherheit innerhalb der Union. Sie betonten, dass Europa in Folge der Klimakrise mit einem erheblich erhöhten Migrationsdruck rechnen müsse. 

Ein wesentlicher Bestandteil der „Versicherheitlichung“ der Klimakrise ist daher die Sorge, dass „Klimaflüchtlinge“ Europa „überschwemmen“ könnten, was dazu führt, dass die Klimakrise zunehmend als Sicherheitsproblem wahrgenommen wird. Wie jedoch oben bereits beschrieben, kommt es aus verschiedenen Gründen vor allem zu Mobilität innerhalb von Staaten infolge der Klimakrise. Einfache und alarmistische Schlussfolgerungen sind dementsprechend fehlleitend und entziehen sich jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. (3) 

Quellen

(1) UNO-Flüchtlingshilfe: Flüchtlingszahlen (Stand September 2022)   

(2) UNO-Flüchtlingshilfe: Fluchtursachen – Klimawandel (Stand September 2022)

(3) Welternährung: Mythos Migrationsdruck: Klimawandel ist kein automatischer Treiber (Juni 2021)  

(4) UNHCR: Climate Change and Desaster Displacement (Stand September 2022)   

(5) OHCHR: “Intolerable tide” of people displaced by climate change: UN expert (Juni 2022)   

(6) UNO-Flüchtlingshilfe: Flüchtlinge in Afrika (Stand September 2022)  

Verfasst am 28.9.2022

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Energiewende nur MIT Afrika

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine lässt die Forderungen der Industriestaaten auf die Beschleunigung des Übergangs zu grüner Energie in den Hintergrund rücken. Alternativen zu russischem Gas müssen her. Und das auf Kosten der afrikanischen Energiewende.

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Energiewende nur mit Afrika

Energiewende nur MIT Afrika

Noch vor etwas weniger als einem Jahr drängte Europa die afrikanischen öl- und gasproduzierenden Staaten den Übergang zu grünen Energiequellen zu beschleunigen und zu forcieren. Mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dem Willen der europäischen Staaten, schnellstmögliche Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas zu erlangen, rückt die Forderung nach der grünen Energiewende jedoch in den Hintergrund. Doch die Suche der Industriestaaten nach fossilen Brennstoffen außerhalb Russlands gefährdet die Energiewende Afrikas.

Der Verzicht auf fossile Energie ist nicht überall die Antwort

Auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) im letzten Jahr einigten sich 19 Staaten darauf, die Finanzierung der fossilen Energien im Ausland zu beenden. Projekte, die Kohle, Öl oder Gas nutzen, sollen ab Ende 2022 nicht mehr finanziert werden. (1) Diese Entscheidung stieß wenig überraschend nicht überall auf Wohlwollen. Der senegalesische Präsident und seit Februar 2022 Präsident der Afrikanischen Union (AU), Macky Sall, kritisierte die Erklärung der COP 26 als „unilateral“. Bevor sie sich gegen die Finanzierung der Gasförderung für Afrika aussprechen, sollten die Unterzeichnerstaaten zunächst einmal vor der eigenen Haustür kehren und den Verbrauch von Kohle und Öl einstellen. Auch der nigerianische Vizepräsident Yemi Osinbajo forderte die Europäer*innen bei dem Treffen mit der EU-Delegation im März 2022 dazu auf, die öffentliche Finanzierung von Gasprojekten in Nigeria und anderen Ländern des Globalen Südens während ihres Übergangs zu einer Zukunft mit Netto-Nullemissionen nicht zu stoppen. Beide begründeten ihre Kritik und Forderungen damit, dass Gas als Brückentreibstoff für eine gerechte Wende notwendig sei, da es den betroffenen Ländern erlaube, sich zu industrialisieren und schnellen Zugang zu moderner Energie für die Bevölkerung sowie Wohlstand schaffe. (2) Erdgas kann potentiell die weit verbreitete Energiearmut auf dem Kontinent lindern und die fast 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika, die bisher ohne verlässliche Stromversorgung sind, mit Strom versorgen. Gleichzeitig kann der faire Handel mit der Ressource die finanziellen Mittel bieten, die Afrika für eine erfolgreiche Energiewende benötigt. (3)

Perspektivenwechsel: Europa auf Energie-Einkaufstour

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine seit März dieses Jahres veränderte den europäischen Standpunkt erheblich. Denn seither versucht Europa unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) bezieht die Europäische Union derzeit 45 Prozent ihrer Gasimporte aus Russland. (3) Mit der Absicht, dies schnellstmöglich zu ändern, sind die Europäer*innen derzeit auf weltweiter “Energie-Einkaufstour”. (2)

So standen Gasimporte bei der Afrikareise von Bundeskanzler Scholz im Mai zum Beispiel ganz oben auf der Agenda. Scholz besprach in Senegal mit Präsident Sall eine Zusammenarbeit für die Erschließung der Gasressourcen des westafrikanischen Landes. Anders als der Erdölgigant Nigeria steht Senegal noch ganz am Anfang seiner Förderung von Öl und Gas. Bis vor kurzem hatte das Land noch Schwierigkeiten, auf den internationalen Finanzmärkten Investitionskapital für seine Öl- und Gasförderung einzuwerben. Die gestiegene europäische Nachfrage ändert diese Situation. (2)

Extraktives Exportmodel schadet afrikanischer Energiewende

Doch von dem europäischen Sinneswandel profitiert die breite Masse der afrikanischen Bevölkerung am Ende am wenigsten. Denn das klassische extraktive Exportmodell trägt nur wenig zur Entwicklung afrikanischer Länder bei, wenn das Gas nicht für die eigene Industrie genutzt wird. Darüber hinaus wird der europäische Bedarf für Gas, sofern die Länder der EU ihre Ausbaupläne für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff umsetzten, mittel bis langfristig stark zurückgehen. Damit drohen Teile von heute gebauter Gasinfrastruktur, deren Kosten sich oft erst über Jahrzehnte decken, sogenannte “stranded assets” (dt. “gestrandete Vermögenswerte”) zu werden – also Vermögenswerte, deren Ertragskraft oder Marktwert drastisch sinkt, bis hin zu ihrer weitgehenden oder vollständigen Wertlosigkeit. (2)

Wenn also in Afrikas Erdgas investiert wird, dann sollte der Brennstoff nicht einzig und allein zu Exportzwecken gefördert werden, sondern zum Großteil für die Industrialisierung des Kontinents reserviert bleiben. Denn die in Afrika vorhandenen Ressourcen könnten bis 2030 zusätzlich etwa 90 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern, das wiederum für die einheimische Düngemittel-, Stahl und Zementindustrie sowie die Meerwasserentsalzung von zentraler Bedeutung sein könnte. Die gesamte CO2-Emission aus der Nutzung dieser Gasressourcen würden sich dabei in den kommenden 30 Jahren auf etwa zehn Milliarden Tonnen belaufen. Das entspräche lediglich einem Anteil von etwa 3,5 Prozent an den weltweiten Emissionen seit Beginn der Industrialisierung. (1)

Grünes Potential auf dem afrikanischen Kontinent

Gleichzeitig braucht es Investitionen in Afrikas erneuerbare Energien. Der afrikanische Kontinent verfügt über 40 Prozent des weltweiten Potentials für grünen Strom. Allerdings gehen nur etwa zwei Prozent der weltweiten Erneuerbaren-Investitionen nach Afrika. (1) So stehen in allen Afrikanischen Ländern zusammen heute insgesamt so viele Wind-Onshore- und Solar-Anlagen wie Deutschland sie bald in einem einzigen Jahr installieren will. (4) Laut dem im Juni veröffentlichten Africa Energy Outlook 2022 beherbergt Afrika etwa 60 Prozent der weltweit am besten geeigneten Solarstandorte. Gleichzeitig verfügt der Kontinent aber bisher nur über ein Prozent der globalen Photovoltaik-Kapazitäten. Bei einem nachhaltigen Ausbau können 80 Prozent der bis 2030 neu installierten Stromerzeugung Afrikas auf Erneuerbaren beruhen, darunter Sonne, Wind und Wärmeenergie. (1) Die internationale Staatengemeinschaft muss Afrika daher deutlich stärker auch im Ausbau einer nachhaltigen Energiewirtschaft unterstützen. Denn ausgehende von dem enormen Potential erneuerbarer Energien hat Afrika die Möglichkeit, zukünftig eine zentrale Rolle bei der Erzeugung und dem Export von Strom und anderen Energieträgern wie grünem Wasserstoff zu spielen und so auf lange Sicht in doppelter Hinsicht von der Energiewende zu profitieren. (4)

Quellen

1) Klimareporter: Erneuerbare für Afrika statt Erdgas-Suche für Europa (Juni 2022)

2) Heinrich-Böll-Stiftung: Die Suche Europas nach Gasressourcen in Afrika (Juni 2022)

3) African Energy Chamber: Es ist an der Zeit, dass sich Europa und Afrika auf ein grünes Gasabkommen einigen (April 2022)

4) Deutsche Energie-Agentur: Gewaltige Potenziale Afrikas für erneuerbare Energien endlich besser nutzen (Juni 2022)

Verfasst am 21.9.2022

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Kinder brauchen Schutz – Stoppt Kinderarbeit!

Kinder brauchen besonderen Schutz. Sie werden zunehmend bedroht von Armut, Klimakrise und bewaffneten Konflikten - und auch Kinderarbeit nimmt wieder zu in Folge dieser Entwicklungen.

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Kinder brauchen Schutz – Stoppt Kinderarbeit!

Weltweit müssen etwa 160 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten. Afrika ist besonders von Kinderarbeit betroffen: 92 Millionen Kinder – etwa 20 Prozent – müssen dort unter extremen und ausbeuterischen Bedingungen schuften. Das ist jedes fünfte Kind! Darum rufen wir unseren Appell vom letzten Jahr wieder in Erinnerung: Stoppt Kinderarbeit!

Kinderarbeit kurz erklärt

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Kinderarbeit ist eine direkte Folge von Armut

  • Familien sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder in der Landwirtschaft mithelfen oder zum Einkommen der Familie beitragen.
  • Familien können es sich nicht leisten, Kinder zur Schule zu schicken – weil die Kosten zu hoch sind oder die Schulen zu weit weg.
  • Alleinlebende Kinder ohne jegliche Unterstützung müssen Lohnarbeit nachgehen, um nicht zu verhungern.
  • Flüchtlingskinder sind häufig Opfer von Kinderhandel. Sie werden dazu gezwungen, in Fabriken, als Hausmädchen oder in der Prostitution zu arbeiten.
  • Oft geraten Kinder in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse: Arbeitgeber und -geberinnen stellen Kinder ein, weil sie ihnen niedrigere Löhne zahlen können und Kinder sich nicht gewerkschaftlich organisieren.

Was kann jede*r gegen Kinderarbeit tun?

Ihr persönliches Handeln macht einen Unterschied:

  • Achten Sie beim Kauf von Produkten darauf, dass in deren Lieferketten keine Kinderarbeit steckt. Gütesiegel können hier Orientierung geben, zum Beispiel Fairtrade-Siegel. Fragen Sie aktiv in Supermärkten nach.
  • Beteiligen Sie sich an Petitionen für den Stopp von Kinderarbeit. Petitionen können Gesetzgeber zum Handeln auffordern und politischen Druck aufbauen.
  • Mit Patenschaften können Sie bedürftigen Kindern eine Schulbildung und damit eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen
  • Unterstützen Sie Projekte, die Familien genügend Einkommen ermöglichen, damit sie ihre Kinder zur Schule schicken können.
  • Unterstützen Sie die Arbeit von GEMEINSAM FÜR AFRIKA mit einer Spende, denn unsere Mitgliedsorganisationen sind vor Ort aktiv.
  • Machen Sie in Ihrem Freundeskreis und Ihrer Familie auf das Schicksal arbeitender Kinder aufmerksam.

Mehr zum Thema Kinderarbeit erfahren Sie hier.

Armut nimmt wieder zu

Bereits durch die Covid-Pandemie lebten in den Ländern Subsahara-Afrikas in den Jahren 2020 und 2021 etwa 40 Millionen Menschen mehr in Armut als vorher. Weltweit hat Armut seitdem zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder zugenommen.

Klimakrise verstärkt Armutstrend

Längere Hitzeperioden, ausbleibende Regenzeiten und zunehmende Extremwetterereignisse verstärken die Ernährungsunsicherheit in vielen Regionen Afrikas bereits jetzt enorm – und damit auch Armut und Abwanderung. Das ist nicht gerecht! Denn die Menschen in Afrika tragen nur rund 4 Prozent zu den weltweiten Emissionen bei, während der Globale Norden 92 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase verursacht. Es wird Zeit, dass die Industrieländer dafür endlich die Verantwortung übernehmen! Hier finden Sie weitere Informationen zu den Auswirkungen der Klimakrise und zum Thema Klimagerechtigkeit.

Verfasst am 20.09.2022

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Klimaaktivistin Mitchelle Mhaka – Stärkung von Klimakompetenz in Südafrika

Mitchelle Mhaka, eine in Simbabwe geborene Aktivistin für soziale und ökologische Gerechtigkeit, setzt sich in Südafrika für die Stärkung von Klimakrisenbildung ein.

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Klimaaktivistin Mitchelle Mhaka setzt sich für mehr Klimakompetenz ein

Klimaaktivistin Mitchelle Mhaka – Stärkung von Klimakompetenz in Südafrika

Bildung kann ein entscheidendes Element sein, um die Klimakompetenz zu stärken und zusammen mit indigenen und lokalen Wissenspraktiken zu einer fundierten Anpassung an die Klimakrise und deren Folgen in ganz Afrika beitragen. Doch ein großer Teil der afrikanischen Bevölkerung hat keinen oder nur geringen Zugang zu Bildung. Das hat auch direkte Auswirkungen auf die Klimakompetenz. So liegt die durchschnittliche nationale Klimakompetenzrate in Afrika bei nur 37 Prozent.  

Das ist zu wenig, findet auch Mitchelle Mhaka. Die in Simbabwe geborene Aktivistin für soziale und ökologische Gerechtigkeit setzt sich in Südafrika für die Stärkung von Klimakrisenbildung ein.  

Stärkung von Klimakompetenz 

Mhaka ist Bildungskoordinatorin des Afrikanischen Klima-Bündnisses (African Climate Alliance (ACA)) – eine von Jugendlichen geführte Interessengruppe mit Sitz in West Cape, Südafrika. Das Bündnis konzentriert sich auf die Verbreitung von Informationen über Klima- und Umweltfragen und fordert von führenden Politiker*innen und Verantwortlichen, dass sie bei der Bewältigung der Klimakrise Verantwortung übernehmen. (1) 

Als Bildungskoordinatorin konzentriert sich Mhaka hauptsächlich auf die Entwicklung von Inhalten, die sich mit den Problemen der Klimakompetenz befassen und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Menschen, vor allem in weniger privilegierten Gemeinden, den gleichen Zugang zu Informationen über die Erhaltung der Umwelt haben. Insbesondere die Jugend soll mit Wissen ausgestattet werden, da diese eine starke Stimme sein kann, um echte Veränderung zu bewirken. (1) 

“Wir, die Jugend, sind diejenigen, auf die wir gewartet haben, um uns zu retten. Im Grunde werden wir uns selbst retten.”  (1) 

Klimakrise ist kein alleinstehendes Problem  

Viele junge Menschen, mit denen Mhaka zusammenarbeitet, leben in einem ungesunden Umfeld – sie kämpfen mit anderen dringenden Herausforderungen wie Armut, unzureichender Schulbildung, Kriminalität und weiteren Problemen. Dementsprechend hat die Klimakrise keine herausragende thematische Stellung. Informationen über diese und andere klimabezogene Themen fehlen. (1) Dabei ist es in vielerlei Hinsicht unmöglich, klimabedingte Probleme von sozialen Herausforderungen zu trennen. Sie bedingen sich gegenseitig.

“Es gibt viele Überschneidungen und es ist unmöglich, Klimafragen von anderen Themen wie sozialen Fragen zu trennen.” (2)  

Umso wichtiger ist die Aufklärungsarbeit und die damit einhergehende Stärkung und Befähigung junger Menschen, sich aktiv gegen klimaschädliche Maßnahmen von Staaten und Unternehmen zur Wehr zu setzen und ganzheitliche Lösungsansätze zur Anpassung und Prävention zu gestalten. (2) 

Ihr Wunsch 

Mhaka wünscht sich von der Regierung, dass sie die Klimaaktivismus-Bewegung vorantreibt, indem sie Informationszentren einrichtet, um die Menschen über die Klimakrise aufzuklären und sie mit ihr vertraut zu machen. (1) Menschen mit wenigen finanziellen Ressourcen und benachteiligte Personen tragen nach wie vor die Hauptlast der fehlenden Maßnahmen gegen die Klimakrise und Umweltzerstörung. Mit ihrer Arbeit hofft Mhaka, einen Teil dazu beizutragen, dass die Gesundheit und das Wohlergehen aller Südafrikaner*innen zur Priorität gemacht werden. (3) 

Quellen

(1) Daily Maverick: Mitchelle Mhaka: Arming the youth with knowledge is critical in fostering a good climate for change (Juni 2021)   

(2) The Coolest Show: EMPOWERED EDUCATION W/ MITCHELLE MHAKA (April 2022)   

(3) Mail and Guardian: Young people call for an end to the terrible legacy of coal (Juni 2021)  

Verfasst am 14. September 2022

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BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: das Gymnasium Philanthropinum startet in die nächste Aktion!

Die Klima-Aktionen gehen nach den Sommerferien in die nächste Runde!

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BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: das Gymnasium Philanthropinum startet in die nächste Aktion!

Dessau – letzten Freitag erreichten unsere Aktions-Kits die Schüler*innen des Gymnasium Philanthropinum – und uns schon einmal ein paar Bilder davon!

In der jeweils ersten Geographiestunde wird das Thema „Was bedeutet Klimagerechtigkeit?“ im Kontext des Globalen Südens näher beleuchtet. Mit Hintergrundinformationen zu Ursachen und Folgen der globalen Klimakrise, die historische Schuld des Globalen Nordens, Arbeitsblätter zum gemeinsamen Diskutieren sowie ein Porträt der Front Line-Kämpferin Vanessa Nakate.

Im Rahmen eines Spendenlaufs während des jährlichen Sportfestes wird es eine Staion zum Bannergestalten geben!

Wir sind gespannt!

Verfasst am 13.09.2022

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 Hilfsorganisationen, dass sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt und in zahlreichen Projekten den betroffenen Menschen bei der Eindämmung der Folgen der Klimakrise unterstützt.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise die Klimakrise und deren Auswirkungen schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos.

Weitere Informationen zum Thema Klimagerechtigkeit.

Pressekontakt:

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tel. 030 / 2977 24 16

E-Mail: info@gemeinsam-fuer-afrika.de

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Unterstützung der `Rwandan Daughters´ muss weitergehen

Erste positive Ergebnisse sind erfreulich, jedoch braucht es weitere Unterstützung.

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_©ora_Kinderhilfe

Unterstützung der `Rwandan Daughters´ muss weitergehen

Berlin im August 2022

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Buch- und Hilfsprojektes ‚Rwandan Daughters‘, ziehen die Initiatoren, Fotograf Olaf Heine, die Hilfswerke ora Kinderhilfe international e.V. und die Agentur spring brand ideas und der Verlag Hatje Cantz eine erste Bilanz. So konnte durch die Veröffentlichung des Buches im Hatje Cantz Verlag, durch zahlreiche Presse- und Fernsehberichte (u.a. CNN, BBC, Guardian, Die ZEIT, Süddeutsche Zeitung), die begleitenden Ausstellungen im Museum Frieder Burda Salon Berlin und der Berlin PhotoWeek sehr viel Aufmerksamkeit auf das Thema ‚Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe‘ gelenkt werden. 

Konkrete Hilfe kam bei den Frauen an

Zwei Frauen der Rwandan Daughters. Eine der Frauen steht, die andere sitzt neben ihr auf einem weißen Holzstuhl. Die Sonne scheint durch die geöffnete Tür.

Des Weiteren konnte durch die Publikation den portraitierten Frauen und Töchtern konkret geholfen werden. Es wurden mehrere Patenschaften für die ruandischen Frauen bzw. Töchter vermittelt, Finanzierungen für den Kauf eines Grundstückes und eines Hauses gesichert sowie die Kosten der Studiengebühren der Opfer zusammengetragen. Die Kinder der Frauen, die durch die Vergewaltigungen schwanger geworden sind und die Babys bekommen haben, sind heute 25 Jahre alt. Die meisten von ihnen befinden sich inmitten eines Studiums oder einer Ausbildung. Beides ist in Ruanda kostenpflichtig.

Während der Corona-Krise konnten zudem sämtliche Frauen und im Buch dargestellten Personen mit finanziellen Geldspenden unterstützt werden, um die Covid -19 – Epidemie besser zu überstehen. Über 200 Personen wurden mit Lebensmitteln für min. einen Monat sowie Barspenden zum Kauf notwendiger Güter bedacht. Auf diesem Wege möchten sich die Initiatoren bei allen Unterstützern und Spendern bedanken. 

Zwei Frauen der Rwandan Daughters vor einer türkisfarbenen Hauswand mit Verzierung. Eine der Frauen steht, die andere sitzt neben ihr auf einem Berg mit rötlichen Ziegelsteinen.
Zwei Frauen der Rwandan Daughters vor einer türkisfarbenen Hauswand mit Verzierung. Eine der Frauen steht, die andere sitzt neben ihr auf einem Berg mit rötlichen Ziegelsteinen.

Rwandan Daughters zwischen 2016 und 2018 entstanden

Das Projekt ‚Rwandan Daughters‘ handelt von den Opfern – Mütter und Töchter – des Völkermords in Ruanda. Im Frühjahr 1994 vergewaltigten dort tausende Soldaten, Milizionäre und Mitläufer bis zu 500.000 Frauen und Mädchen. Von dieser Zahl geht das Kinderhilfswerk Unicef aus. Viele Frauen wurden von ihren Vergewaltigern schwanger und bekamen Kinder. Der Berliner Fotograf Olaf Heine hat von 2016 bis 2018 ruandische Mütter mit ihren aus diesen Vergewaltigungen entstandenen Töchtern porträtiert.

Manche haben bis heute ein distanziertes Verhältnis, für andere war das Kind der einzige Grund weiterzuleben. Viele der Frauen sind schwer traumatisiert. Für die Aufnahmen für den Bildband ‚Rwandan Daughters‘ wählten die Frauen gemeinsam mit dem Fotografen Orte, die auf die Umstände der Vergewaltigung hinweisen: ein Fluss, ein Feld, eine Kirche. Inzwischen ist Ruanda das erste Land der Welt, das die Gleichstellung von Frauen in der Verfassung festgeschrieben hat.

Verfasst am 12.9.2022

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Eine Frage der Verantwortung: Vorbereitungen auf die UN-Klimakonferenz im November

Im November findet die 27. UN-Klimakonferenz in Ägypten statt. In den Vorbereitungen auf diese liegen die Prioritäten auf der Frage nach Verantwortung und Klimagerechtigkeit.

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Eine Frage der Verantwortung: Vorbereitungen auf die UN-Klimakonferenz im November

Im November 2022 richtet Ägypten, als zweites afrikanisches Land nach Marokko seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens 2015, die 27. UN-Klimakonferenz (COP27) in Sharm El Sheikh aus. Das von 196 Ländern unterzeichnete Abkommen hat das Ziel, die globale Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das große Thema in diesem Jahr wird die Integration des Konzepts der Klimagerechtigkeit sein. (1) Ein Konzept, dessen Umsetzung in den letzten Jahren verfehlt wurde.  

Regionale Vorbereitungen auf die Klimakonferenz 2022 

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz 2022 finden und fanden bereits eine Reihe von Veranstaltungen statt. So kamen Ende August Vertreter*innen aus Regierungen, multilateralen Organisationen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft zur diesjährigen Africa Climate Week (ACW 2022) in Libreville, Gabun, zusammen, um wichtige regionale Impulse im Kampf gegen die Klimakrise zu setzen. Zwei Schlüsselthemen waren dabei von besonderer Bedeutung: Die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf durchschnittlich 1,5 Grad Celsius und die Schaffung einer widerstandsfähigen Zukunft.  (2) 

Auch bei den Africa Climate Talks, die in zwei Sitzungen im Juli und August, einmal für das südliche Afrika in Maputo, Mosambik und für West-, Zentral- und Nordafrika in Niamey, Niger, stattfanden, formulierten die afrikanischen Staaten gemeinsame Prioritäten und Positionen im Vorfeld des Klimagipfels. Dabei spielten zudem besonders Indigene Stimmen eine entscheidende Rolle. Ihre Erfahrungen sollen dazu beitragen, Afrikas Position bei den internationalen Klimagesprächen zu stärken. Anstatt sich auf externe Hilfe zu verlassen, soll sich auf das Wissen und die Praktiken indigener Völker zum Schutz und zur Anpassung an die Klimakrise konzentriert werden. (3) 

Reparationsforderungen 

Die COP26 in Glasgow im letzten Jahr war in vielerlei Hinsicht erfolgreich: So ist der schrittweise Abschied aus der Kohleenergie festgelegt worden (welcher durch den Krieg in der Ukraine und der damit einhergehenden Energiekrise in weitere Ferne rückt (5)), über 140 Regierungen haben den Schutz und die Wiederaufforstung der Wälder versprochen und über 100 Länder wollen bis 2030 den Methanausstoß um ein Drittel reduzieren. Ein entscheidender Punkt – DER entscheidende Punkt – wurde im Abschlusspapier der COP26 jedoch weggelassen: Die Benennung von Verantwortung für die Klimakrise. (4)  

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass die Länder des globalen Südens am wenigsten zu den weltweiten Treibhausgasemissionen beitragen, aber unverhältnismäßig unter den Auswirkungen der Klimakrise leiden. Zehn der am meisten von der Klimakrise betroffenen Länder liegen in Afrika. Gleichzeitig haben drei Viertel der afrikanischen Länder die Klimaziele des UN-Nachhaltigkeitsziels 13 (SDG13), das Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise und seiner Auswirkungen fordert, bereits erreicht. Kein Land in Nordamerika oder der EU kann dasselbe von sich behaupten. (2)  

Die Vereinten Nationen schätzen, dass die afrikanischen Staaten bereits jetzt zwischen 2 und 9 Prozent ihres Nationaleinkommens für Naturkatastrophen im Zusammenhang mit der Klimakrise ausgeben. (3) Seit Jahren fordern die betroffenen Staaten einen Fonds für Schäden und Verluste („loss and damages“) von den Hauptverursachern der Klimakrise. Die versprochene Mobilisierung von jährlich 100 Milliarden US-Dollar für die Klimafinanzierung seitens der Industrieländer blieb bisher jedoch unerfüllt (wobei die genaue Zahl umstritten ist). (1) Die Klimafinanzierung wird dementsprechend auch dieses Jahr ein zentrales Thema auf der UN-Klimakonferenz sein.  

Herausforderungen für die diesjährige Klimakonferenz  

Resilienzstärkung, die Verwirklichung der Klimaschutzziele sowie Fachwissen, Inklusion und Rahmenbedingungen für zu treffende Maßnahmen stehen auf dem Programm des zehntägigen Gipfeltreffens. (6) In einer Zeit, in der mehrere andere Faktoren das Weltgeschehen dominieren und die Aufmerksamkeit von der Klimakrise lenken (wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, der russische Krieg in der Ukraine, angespannte Beziehungen zwischen den USA und China), bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit die Forderungen von Verantwortungsübernahme und Reparationszahlungen auf der diesjährigen COP umgesetzt werden.  

Quellen

(1) The National News: ‚Climate justice‘ a priority at Egypt’s Cop27 summit (September 2022)

(2) UNFCCC: Africa Climate Week 2022 Builds Important Regional Momentum for Climate Action ahead of COP27 (September 2022)  

(3) Africa News: 4th edition of Africa Climate talks kicks off as the continent endures damaging weather events (Juli 2022)  

(4) Zeit: Klimaschutz oder grüner Kolonialismus? (Januar 2022)  

(5) Tagesschau: Was die Energiekrise für das Klima bedeutet (Juli 2022)  

(6) UNFCCC: Climate Action Calendar for COP27 Published (August 2022)  

Verfasst am 8.9.2022

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BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Klimaschutz an den beruflichen Schulen Gelnhausen

Die Schüler*innen der Berufsfachschule zum Übergang in die Ausbildung haben mit einer besonderen Aktion das aktuelle Thema Klimakrise für die Schulgemeinde aufbereitet.

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BUNDESWEITE KLIMA-AKTIONSSCHULEN: Klimaschutz an den beruflichen Schulen Gelnhausen

Gelnhausen – Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen, organisiert durch GEMEINSAM FÜR AFRIKA, machten sich die Lernenden an den beruflichen Schulen Gelnhausen auf, um zu informieren. 

Die Initiatorin Patricia Grendel der 2022 ausgezeichneten Fairtrade Schule startete mit einer kurzen prägnanten Rede damit, dass an dem Aktionstag jede*r einerseits zwar glücklich war, dass die Sonnenstrahlen überragend waren, jedoch betonte sie gerechterweise auch, dass ein Regentag für die Menschheit um Erträge reicher gewesen wäre, selbst wenn die Aktion buchstäblich ins Wasser gefallen wäre (oder nach drinnen verlagert hätte werden müssen). Jugendliche bemerken, dass es immer heißer wird, weniger regnet, Erwachsene sich Sorgen machen, jedoch sind Bedeutungen und Konsequenzen für unsere Gesellschaft noch nicht klar für alle. In ihrem Umfeld spüren die Schüler*innen, dass ihre Hobbys nur noch eingeschränkter möglich sind, z. B. das Fußballfeld ohne Rasen keinen Spaß mehr bringt. Mit spontanen Diskussionen machte die Aktionsgruppe aufmerksam, dass global gesehen die Erderhitzung in Afrika Dürren hervorruft und Überschwemmungen Tote fordern. Die Klimakrise ist allgegenwärtig und betrifft uns alle und ist mit Sicherheit aufgrund der Corona- und Ukrainekrise ein noch aktuelleres Problem der Gesellschaft geworden. 

Große Laken lagen auf dem Schulhof bereit, die von den jungen Menschen an Hessens größter beruflicher Schule bemalt und angesprayt werden durften. Schablonen rund um das Thema waren vorbereitet, um die Klimagerechtigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Das Aktionspaket von GEMEINSAM FÜR AFRIKA lieferte Ideen und trug gelungen in einem informellen Rahmen dazu bei, Bildungsarbeit zu leisten. Das großartige Transparent ziert nun den neu gestalteten Raum für die Jugendlichen an der Schule und erinnert immer wieder an die Problematik. 

Hintergrund der Teilnahme war, dass die faire Schule im Unterricht und mit den unterschiedlichsten Aktionen versucht, Mitschüler*innen auf die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen aufmerksam zu machen.

 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 Hilfsorganisationen, dass sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika einsetzt und in zahlreichen Projekten den betroffenen Menschen bei der Eindämmung der Folgen der Klimakrise unterstützt.

In Deutschland macht das Bündnis mit Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit auf die Chancen Afrikas und die Potenziale seiner Menschen aufmerksam und will größeres öffentliches Bewusstsein für globale Zusammenhänge, wie beispielsweise die Klimakrise und deren Auswirkungen schaffen. Schirmherr des Bündnisses ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Weitere Infos.

Weitere Informationen zum Thema Klimagerechtigkeit.

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GEMEINSAM FÜR AFRIKA

Tel. 030 / 2977 24 16

E-Mail: info@gemeinsam-fuer-afrika.de

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Fortschritte in der Pandemiebekämpfung in Afrika

In der Bewältigung der Corona-Pandemie konnten in diesem Jahr bereits einige große Fortschritte auf dem afrikanischen Kontinent erzielt werden. Massenimpfkampagnen steigerten die Impfquote und internationale Zusammenarbeit fördert die lokale Impfstoffproduktion. Dennoch macht die Pandemie sehr deutlich, dass die Gesundheitssysteme Afrikas reformbedürftig sind.

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Fortschritte in der Pandemiebekämpfung in Afrika

Mit „nur“ knapp 9,3 Millionen bestätigten Covid-19-Infektionen (Stand August 2022 (2)) bildet der afrikanische Kontinent das Schlusslicht unter den sechs Kontinenten. Dennoch kann keineswegs davon ausgegangen werden, dass Afrika weniger von der Corona-Pandemie betroffen ist als der Rest der Welt. Ganz im Gegenteil: Expert*innen nehmen an, dass nur eine von sieben Infektionen in Afrika offiziell festgestellt wird. Die Dunkelziffer ist also deutlich höher. (1) 

In der Bewältigung der Pandemie konnten die afrikanischen Staaten in diesem Jahr bereits einige Fortschritte erzielen. So ist zum Beispiel die Impfquote deutlich gestiegen. 

Massenimpfkampagnen sorgen für einen Anstieg der Impfungen  

Bis zum 10. Juli dieses Jahres haben 282 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent ihre Grundimmunisierung erhalten, was 21,1 Prozent der afrikanischen Bevölkerung, und einem Anstieg von 10 Prozent der Impfungen seit Jahresbeginn entspricht. Dieser Anstieg ist auf zahlreiche Massenimpfkampagnen zurückzuführen, die im Juni und Juli in vielen Ländern Afrikas durchgeführt wurden. So ist die Durchimpfungsrate in Tansania zum Beispiel von 1,8 auf 15,8 Prozent gestiegen, im Südsudan von 2 auf 11 Prozent. Insgesamt sechs Länder konnten damit die kritische Marke von mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung überschreiten, die die erste Impfserie abgeschlossen haben. Die Zahl der Länder, die in der Gruppe unter 10 Prozent liegen, hat sich von 14 auf 8 verringert. (3)  

Ein großer Erfolg also, der jedoch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Impfquote afrikanischer Länder immer noch deutlich unter dem globalen Durchschnitt liegt. Mit Stand 31. August 2022 waren laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 62,56 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft, mit Impfquoten von 63,81 Prozent in Europa und sogar 69,37 in Nord- und Südamerika. (2) Die Unterschiede der Impfquoten der Bevölkerung in den verschiedenen Teilen der Welt sind also immer noch groß. Einige der Gründe dafür finden Sie hier.   

Ausbau lokaler Impfstoffproduktion  

Die WHO, die Afrikanische Union, die Europäische Union, die Regierungen Südafrikas, Ruandas, Senegals, Deutschlands und Frankreichs sowie weitere Partner*innen arbeiten daran, die Industrie und ihre Partner*innen beim Ausbau der lokalen Impfstoffproduktion zu unterstützen und die globale und regionale Zusammenarbeit zu verbessern, um künftigen Pandemien vorzubeugen und auf sie zu reagieren. Diese gemeinsame Investition soll sicherstellen, dass alle Regionen der Welt über eine hochmoderne Produktionsinfrastruktur, geschultes Personal sowie industrielle Regelungen verfügen. So haben vor einem Jahr die WHO, Südafrika und der Medicines Patent Pool mit Unterstützung der EU, Frankreichs, Deutschlands und anderer lokaler und internationaler Partner*innen ein Technologietransferzentrum für mRNA-Impfstoffe in Kapstadt eingerichtet. Ziel des Zentrums ist es, die Technologie in Entwicklungsländern zu verbreiten, indem Hersteller geschult und lizenziert werden, damit sie ihre eigenen Impfstoffe für den nationalen und regionalen Gebrauch herstellen können. (5) 

Auch Teile des Privatsektors engagieren sich. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten „BioNTainer“ – mobile, in Schiffscontainern untergebrachte mRNA-Produktionsanlagen – des deutschen Unternehmens BioNTech. Die ersten BioNTainer sollen in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf dem afrikanischen Kontinent eintreffen und etwa 12 Monte nach der Lieferung an die endgültigen Standorte – Ruanda und Senegal, ggf. auch Südafrika – mit der Herstellung beginnen. (6) Die mRNA-Technologie ist nicht nur zur Bekämpfung von Covid-19 geeignet. Sie kann auch zur Bekämpfung anderer Krankheiten wie HIV, Tuberkulose und Malaria eingesetzt werden. (5) 

Reform der Gesundheitssysteme 

Wie in fast jedem Teil der Welt hat die Corona-Pandemie einen großen Druck auf die Gesundheitssysteme afrikanischer Länder ausgeübt. Zusätzlich wurden aber die bereits bestehenden gesundheitlichen Herausforderungen in den afrikanischen Regionen noch verschärft. Denn die Region sieht sich jährlich, mehr als jeder andere Teil der Welt, mit zahlreichen Gesundheitskrisen konfrontiert. In Notsituationen, wie die Pandemie eine darstellt, müssen viele Länder ihre Gesundheitsprogramme aufgrund von Personalverschiebungen, Unterbrechungen der Versorgungsketten und Bewegungseinschränkungen einstellen. Diese Unterbrechungen untergraben die Fortschritte auf dem Weg zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung und legen die Ungleichheiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung offen. So hat die Pandemie die Notwendigkeit einer Reform der Gesundheitssysteme des Kontinents besonders deutlich gemacht. Auch wenn die Länder im Zuge der Pandemie ihre Maßnahmen in den Bereichen Überwachung, Prävention, klinische Versorgung und Impfung verstärkt haben, sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Gesundheitssysteme robuster und widerstandsfähiger zu machen. (4) 

Quellen 

(1) Unicef: Corona in Afrika: Die Pandemie, die Folgen für Kinder und wie UNICEF hilft (März 2022)  

(2) WHO: Corona (COVID-19) Dashboard (Letzter Aufruf 30. August 2022)  

(3) WHO Regional Office Africa: COVID-19 vaccination in Africa increases by almost three-quarters in June 2022 (Juli 2022)   

(4) WHO Regional Office Africa: Transforming Africa’s health system in wake of COVID-19 pandemic (August 2022)   

(5) AllAfrica: Africa: Ending Covid-19 Pandemic – and Preventing Worse Ones – Demands Equity, Innovation, Investment (August 2022)

(6) Deutsche Afrika Stiftung: Pressespiegel KW 7/2022: Mehr als nur Symbolik? (Februar 2022)  

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Bildung wichtig für Krisenbewältigung

Bildung ist ein Menschenrecht und kann ein Schlüssel für die Bewältigung von Krisen sein. Dies gilt auch im Kontext der Klimakrise.

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Bildung wichtig für Krisenbewältigung

Bildung ist ein Menschenrecht. Es ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 enthalten und wird in verschiedenen späteren Menschenrechtskonventionen erneut aufgegriffen und ausdifferenziert. (2) Eines der wichtigsten Dokumente in diesem Kontext ist der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, der das Recht auf Bildung in Artikel 13 enthält. 160 Staaten haben sich zu diesem Pakt bekannt. (1)   

Bildung hat im Rahmen der Menschenrechte eine besondere Bedeutung. Sie gilt als Schlüssel für den Zugang zu weiteren Menschenrechten, da sie eine Grundlage dafür schafft, dass Menschen ihre Rechte kennen und aktiv ausüben können. Gleichzeitig ist Bildung eine wichtige Voraussetzung für die aktive politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilhabe in der Gesellschaft. (2) Im entwicklungspolitischen Zusammenhang ist sie damit auch eine Voraussetzung für Nachhaltige Entwicklung, die Verringerung von weltweiter Armut und für ein friedliches Zusammenleben. (3)  

Das Recht auf Bildung in der Praxis  

Viele Länder und Regionen der Welt sind jedoch noch weit davon entfernt das Recht auf Bildung als universelles Menschenrecht zu realisieren. Dabei weisen afrikanische Länder südlich der Sahara nach Angaben der Vereinten Nationen die höchste Rate der Bildungsausgrenzung auf. Hier gehen mehr als ein Fünftel der Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren nicht zur Schule, gefolgt von einem Drittel der Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren und 60 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. (4)  

Ursachen für fehlende Schulbildung 

Die fehlende Bildung hat verschiedene Gründe, darunter fehlende Schulinfrastrukturen, Armut, Ernährungsunsicherheit, Krisen in Form bewaffneter Konflikte und humanitärer Notlagen, wie zum Beispiel der Corona-Pandemie oder aktuell auch der Klimakrise und damit verbundenen Hungersnot in einigen Ländern Afrikas. (5) 

Vor allem Mädchen haben oft keinen Zugang zu Bildung. Dies ist fatal, da der Zugang zu Bildung nicht nur wichtig für sie selbst ist, sondern auch für die Gesellschaft, in der sie leben. So zeigen Studien, dass Bildung dazu beiträgt, dass Mädchen und Frauen gesünder sind, später heiraten und im Schnitt weniger Kinder bekommen. Wenn Mütter gebildet sind, können sie besser für die Gesundheit und Bildung ihrer Kinder sorgen. Gleichzeitig gelten Mädchen und Frauen mit guter Bildung als Motoren für die Entwicklung ihrer Gesellschaft, weil sie aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen und so mehr zur Produktivität und Innovation beitragen können. Diese Faktoren können dazu beitragen, Armut zu bekämpfen. (3) 

Bildung als Schlüsselelement zur Bewältigung von Krisen   

Zwar gelten Krisen, wie bereits oben erwähnt, als Ursache für das Ausbleiben von Bildung. Gleichzeitig kann der Zugang zu Bildung aber auch ein Schlüsselelement zur Bewältigung dieser sein. Dies gilt auch im Kontext der Klimakrise. Denn gute Bildungsstrukturen und funktionierende Wissenschaftssysteme können das Verständnis des menschlichen Einflusses auf die Klimakrise vergrößern und dabei helfen, wirksam auf sie zu reagieren und sich an seine katastrophalen Folgen anzupassen. (6) 

Bildung und die Klimakrise 

Eine Umfrage von Afrobarometer zeigt, dass sich die Mehrheit der afrikanischen Bevölkerung zwar der Klimakrise bewusst ist und die Meinung vertritt, dass sie gestoppt werden müsse. Zu wenigen ist jedoch das Ausmaß der gegenwärtigen und zukünftigen Auswirkungen auf Afrikas Wirtschaft, Nahrungsmittel- und Wassersicherheit, Gesundheit, Infrastruktur, Städte, Kulturerbe und Ökosysteme bewusst. So liegt die durchschnittliche nationale Klimakompetenzrate in Afrika bei 37 Prozent. Im Vergleich: In Europa und Nordamerika liegt sie bei über 80 Prozent. (7) 

Bildung kann hier hochwirksam sein, wenn es darum geht, die Klimakompetenz sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu erhöhen. (7) Denn im Vergleich zu denjenigen, die keine formale Schulbildung haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die einen High-School-Abschluss haben, über die Klimakrise informiert sind, um 19 Prozent höher. Bei Personen mit Universitätsabschluss ist sie um 36 Prozent höher. Diese Diskrepanz zeigt sich auch je nach Geschlecht. Im Durchschnitt ist die Klimakompetenz von Frauen um 12,8 Prozent geringer als die von Männern. Dies ist zwar im Kontext des ungleichen Bildungszugangs nicht überraschend, aber umso besorgniserregender, da Frauen oft anfälliger für die Auswirkungen der Klimakrise sind als Männer. (8)  

Bildung hat das Potential, ein entscheidendes Instrument zu sein, um die Kluft in der Klimakompetenz zwischen Afrika, Europa und Nordamerika sowie die Kluft zwischen Männern und Frauen auf dem Kontinent zu verringern. (7) Und eine höhere Klimakompetenz kann, zusammen mit indigenen und lokalen Wissenspraktiken, zu einer fundierteren Anpassung an die Klimakrise und deren Folgen in ganz Afrika führen. (8) 

Quellen

(1) Bundeszentrale für Politische Bildung: Das Menschenrecht auf Bildung (September 2013)
(2) Institut für Menschenrechte: Recht auf Bildung
(3) Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Bildung – Ein Menschenrecht
(4) Unesco: Education in Africa
(5) Deutsche Welle: Why the right to education remains a challenge in Africa (Januar 2022)
(6) Bundesministerium für Bildung und Forschung: Afrika: Partner im Kampf gegen den Klimawandel (Juli 2017)
(7) University of Cape Town: Education, gender and poverty affect climate change literacy in Africa (Oktober 2021)
(8) The Conversation: Africa’s first continent-wide survey of climate change literacy finds education is key (Oktober 2021)

Verfasst am 29.8.2022

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Fortbildung zum SDG 5: „Gleichstellung der Geschlechter und (sexuelle) Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen“

Die Fortbildungsreihe gibt Lehrkräften und Multiplikator*innen in 16 verschiedenen Workshops zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung Impulse für ihren Unterricht zum Thema entwicklungspolitische Bildungsarbeit.

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Fortbildung zum SDG 5: „Gleichstellung der Geschlechter und (sexuelle) Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen“

Vom 03. November 2022 an bietet ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und für das Globale Lernen engagieren, die digitale Fortbildungsreihe Die 17 Nachhaltigkeitsziele – Lernsnacks für Lehrkräfte an. Sie richtet sich an Lehrer*innen aller Schulformen und Jahrgangsstufen und weitere Interessierte.
Jede Woche werden immer dienstags und donnerstags jeweils zwei Lernsnacks à 60 Minuten zu den SDGs angeboten. Dabei werden zielgruppenspezifisch die einzelnen Themenfelder erläutert, Unterrichtsmaterialien vorgestellt und praktische Methoden für den Präsenz- und Fernunterricht diskutiert und erprobt. Das Themenspektrum der methodenreichen Lernsnacks ist so breit wie die Nachhaltigkeitsziele selbst. Sie besprechen unter anderem Aspekte von Armut, Hunger, Klimawandel, Digitalisierung, Fairem Handel, Bildung, Gesundheit oder Frieden.

Alle weiteren Informationen und Fortbildungen der Reihen finden Sie hier.

Auch GEMEINSAM FÜR AFRIKA wird eine Fortbildung in dieser Reihe veranstalten. Unsere Fortbildung dreht sich rund um das Nachhaltigkeitsziel 5:Gleichstellung der Geschlechter und (sexuelle) Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen“ und wie eine geschlechtergerechte Herangehensweise in den Unterricht integriert werden kann. Mehr Informationen dazu im nächsten Abschnitt.


Unsere Online-Fortbildung zu Nachhaltigkeitsziel 5

Geschlechtergerechtigkeit in der Schule

  • Was hat Geschlechtergerechtigkeit mit Nachhaltigkeit zu tun?
  • Was bedeutet geschlechtergerechtes Lernen überhaupt und fördere ich das in meinem Unterricht?
  • Welche Methoden und Materialien gibt es zur Umsetzung im schulischen Kontext?

Wer geschlechtergerechtes Lernen in seinen Unterricht einbauen möchte, erfährt in diesem Online-Workshop von GEMEINSAM FÜR AFRIKA wie das geht und warum es so wichtig ist. Zu Beginn des Workshops wird das Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen und grundlegende Begriffe zum Thema Identität und Geschlecht erläutert. Eine Selbstreflexion für Lehrkräfte soll dazu anregen, eigene Rollenklischees und Verhaltensweisen im schulischen und außerschulischen Kontext zu hinterfragen.

Anschließend werden multimedial und interaktiv verschiedene Materialien und Methoden zu den Themenbereichen Soziale Rollenzuweisungen, Berufswahl und Vorbilder erläutert. Unter anderem werden auch die von GEMEINSAM VON AFRIKA konzipierten Unterrichtsmodule zum Thema Gender vorgestellt.

Die Lehrkräfte sollen durch den Workshop Anregungen und Verbesserungsvorschläge erhalten, wie Geschlechtergerechtigkeit in der Schule integriert und umgesetzt werden kann.

Inhalte des Workshops

  1. Was bedeutet geschlechtergerechtes Lernen und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?
  2. Selbstreflexion: Wie fördere ich Geschlechtergerechtigkeit in meinem Unterricht?
  3. Materialien und Methoden für eine geschlechtergerechte Bildung

Zielgruppe sind Lehrkräfte aller Schulformen sowie Menschen, die gerne mehr über eine geschlechtergerechte Herangehensweise im Unterricht erfahren möchten.

Rahmendaten

Datum: Donnerstag, 17.11.2022

Uhrzeit: 17:30 – 18:30. Uhr

Ort: Online-Veranstaltung (Link wird nach der Anmeldung verschickt)

Anmeldung

Bitte richten Sie Ihre Anmeldung mit dem Betreff „Anmeldung zur Fortbildung Geschlechtergerechtigkeit in der Schule am 17.11.2022“ so früh wie möglich an: schulen@gemeinsam-fuer-afrika.de, da die Teilnehmendenzahl beschränkt ist.

Bei der Anmeldung geben Sie bitte Folgendes an: Vorname und Name, Bildungseinrichtung (Schulform) oder Organisation und Ihre E-Mail-Adresse.  Nach der Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten dann an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse. Die Fortbildung ist kostenlos.

Kontakt für eventuelle Rückfragen ist Alessandra Erhardt: erhardt@gemeinsam-fuer-afrika.de, Telefon: 030 297724 44.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Wie Sprache unser Denken formt und als Element der Unterdrückung dient

Sprache formt Denken und Identität. Wie machtvoll dies sein kann zeigte sich im Kolonialismus. Bis heute prägt sein Erbe unsere und afrikanische Sprachen.

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Wie Sprache unser Denken formt und als Element der Unterdrückung dient

Afrika ist mit über 2000 gesprochenen Sprachen der Kontinent mit der größten linguistischen Diversität. Doch viele von ihnen werden von immer weniger Menschen gesprochen, teilweise sterben sie sogar ganz aus. Dies hängt auch mit den Nachwirkungen des europäischen Kolonialismus zusammen. (1) Dieser hat zum einen dafür gesorgt, dass afrikanische Sprachen aus der Gesellschaft verdrängt wurden und immer noch werden. Zum anderen sind die in jener Zeit geprägten Begrifflichkeiten bis heute tief in unserer Sprache und Wahrnehmung verankert und ein großer Bestandteil heutiger Ausgrenzung und Rassismus. Doch wie genau hängt das zusammen und was kann dagegen unternommen werden? 

Sprache ist Kultur und schafft Identität  

Sprache ermöglicht es den Menschen sich zu verständigen. Was darüber hinaus aber noch viel wichtiger ist: Mit ihr werden Gedanken und Emotionen ausgedrückt, bewusst und unbewusst Bilder erzeugt und reproduziert und die spezifische Wahrnehmung unserer Lebenswirklichkeit beeinflusst. Wird in einer Sprache gedacht und interagiert, wird eine Person durch diese auch geprägt. Damit wird Sprache selbst zu einer eigenen Kultur und spiegelt die Identität des Sprechenden wider.  

Genauso, wie Sprache uns damit eine Welt eröffnet, kann sie diese aber auch begrenzen und die Zugehörigkeit einer Person zu einer Sprachgruppe begrenzt damit auch ihre Identität und Lebensrealität. (2) (3) 

Sprache als Instrument der Abgrenzung und Unterdrückung  

Der südafrikanische Anti-Apartheitsaktivist und Linguist Neville Alexander (1936-2012) verglich die Sprache einmal mit der Luft, die wir atmen. Sie ist lebensnotwendig und doch allzu selbstverständlich. So ist uns oft nicht bewusst, wie machtvolle und einflussreich Sprache sein kann. Die europäischen Kolonisator*innen und die Urheber des Apartheidsystems wussten Sprache als Instrument der Manipulation und Durchsetzung eigener Ideologien und Machtstrukturen für sich zu nutzen. So hat die Kolonialzeit sprachlich tiefe Einschnitte hinterlassen, die bis heute wirksam anhalten. (2) 

Zunächst verschafften sich Besetzer*innen durch das Erlernen lokaler Verkehrssprachen auf Verwaltungsebene Respekt und indirekte Macht über lokale Hierarchien. War diese Macht einmal erlangt, wurde die Verwendung afrikanischer Sprachen, und damit einhergehend die Kultur und Identität der die Sprachen sprechenden Menschen, so gut es ging unterdrückt. So führten die Kolonisator*innen auf zentraler Ebene ihre jeweils eigene Landessprache ein. Bis heute werden diese in den meisten Ländern Afrikas als offizielle Landessprache sowie in den Schulen und Universitäten genutzt. Dies trägt zum Verlust der sprachlichen Diversität Afrikas bei. (1) (2) 

Während im Kolonialismus die Sprachepolitik vor allem als Element von Machtdemonstration und Unterdrückung Verwendung fand, diente sie im Apartheidsystem als Werkzeug totaler Abspaltung. Schwarze Menschen wurden entsprechend ihrer jeweiligen Sprachgruppen in getrennte geografisch definierte Wohngebiete verwiesen, den sog. Homelands an den Stadträndern. Das Ziel war es, mittels Sprachbarrieren die Kommunikation zwischen der schwarzen Bevölkerung zu begrenzen, sie zu spalten und damit Aufstände zu verhindern. (2) 

Koloniale Instrumentalisierung der Sprache wirkt bis heute 

Diese Unterdrückung und Ausbeutung mussten irgendwie legitimiert werden. Aus dieser Logik heraus entwickelte sich das (biologisch nicht akkurate) Konzept der menschlichen „Rassen“. Unterschiede wurden anhand äußerer Merkmale wie der Hautfarbe als entscheidendes Element der Abgrenzung konstruiert. Schwarzen Menschen wurden körperlichen Charakteristika, Rückständig- und Hilfsbedürftigkeit zugeschrieben und in diesem Narrativ als homogene Gruppe dargestellt. (2) 

Die Formung dieses Denkens war in der kolonisierten und der kolonisierenden Gesellschaft bei der Errichtung des Machtverhältnisses essenziell. Doch trotz der formal-politischen Emanzipation der ehemaligen kolonialen Territorien des Kolonialismus haben sich die in der Zeit entwickelten Assoziationsketten bis heute gehalten. So schwingen zum Beispiel bei den Worten “Afrikaner*in” oder der Hautfarbe “schwarz” eine ganze Reihe kolonial-rassistischer Vorstellungen mit. Denn Begriffe und die Bilder, die diese erzeugen, stehen nie für sich allein. Sie sind immer Teil eines gedanklich verknüpften Kontextes, der unsere Wahrnehmung prägt. Sprache beeinflusst so über gesellschaftlich geteilte Stereotype unser Denken und Fühlen und damit auch unser Verhalten, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Es ist dadurch eine konstruierte Wirklichkeit geschaffen worden, durch die Schwarze, Indigene und People of Color systematisch ausgeschlossen worden sind und bis heute werden. (2) 

Wie kann dem entgegengewirkt werden? 

Um dem kolonial-rassistischen Erbe in unserer Sprache entgegenzuwirken, müssen wir alle aktiv und aufmerksam unseren eigenen Sprachgebrauch reflektieren und darüber hinaus im privaten, wie im öffentlichen Bereich Diskurse anregen, die diese Denkmuster identifizieren und aufdecken.  

Dem Verlust afrikanischer Sprachen muss hingegen mit einer aktiven Förderung dieser entgegengewirkt werden. Ein Beispiel dafür ist die Sankofa Sprachschule in Berlin. Gemeinsam mit einem Team aus afrodiasporischen Leher*innen und Mitarbeitenden bietet Akwasi Badu-Aning, Gründer und Leiter der Schule, 18 afrikanische Sprachen an und fördert damit aktiv das Sprechen afrikanischer Sprachen, vor allem in der Diaspora. (1) 

Es ist „sehr wichtig, dass wir als Afrikaner*innen unsere Sprache sprechen können, damit wir unsere kulturelle Identität nicht verlieren – vor allem in der Diaspora“. –  

Fatou Cisse Kane, Wolof-Lehrerin an der Sankofa Sprachschule (1)

Einen weiteren wichtigen Schritt zur Förderung afrikanischer Sprachen stellte im Mai dieses Jahres das Hinzufügen von 24 Sprachen aus Subsahara-Afrika, Indien und Südamerika zu Google Translate dar. Damit sind nun 23 afrikanische Sprachen auf der Plattform vertreten. Und auch DuoLingo, das von den 40 angebotenen Sprachen acht unterrepräsentierte Sprachen umfasst, arbeitet daran, Zulu und Xhosa – die von 20 Millionen Menschen vor allem im südlichen Afrika gesprochen werden – noch in diesem Jahr hinzuzufügen. (4) 

Quellen

(1) RosaMag: “Wer seine Sprache nicht spricht, verliert ein Stück seiner selbst” (August 2022)

(2) Zeitschrift zum Südlichen Afrika: Von der Freiheit und Unfreiheit der Sprache. (Mai/Juni 2022)

(3) Gesprächswert: Kulturelle Identität durch Sprache (September 2017)

(4) Reuters: Students cheer as online translation tools add more African languages (August 2022)

Verfasst am 23.8.2022

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